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Thema: (?) (667) Schiffspost und Schiffspoststempel
Das Thema hat 679 Beiträge:
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Fips002 Am: 01.04.2020 19:47:46 Gelesen: 17127# 655 @  
@ 10Parale [#654]

Hallo 19Parale,

vielen Dank für das Zeigen des Briefes.

Leider ist der Brief mit dem Stempel Schiffsbrief eine Fälschung. Den in Friedrichshaven verwendeten Landungsstempel Schiffsbrief" zeige ich hier. Nur dieser Langstempel wurde in Friedrichshaven von 1901 bis 1925 verwendet.

Leider wurden viele Belege mit Schiffspoststempeln der Bodenseeschiffspost gefälscht.

Im Grenzverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland bestand in einem Luftlinienumkreis von 30 km ein verbilligter Sondertarif. Sendungen welche von schweizerischen Schiffen in Friedrichshaven eingeliefert wurden. erhielten die Stempel "Kurs Rorschach" oder "Kurs Romanshorn" damit sie nicht aus Unkenntnis mit Nachporto belegt wurden. In umgekehrter Richtung verwendeten die Schweizer Postämter die Stempel "See Romanshorn" und "See Rorschach". Auf der Karte ist nicht ersichtlich wo sie aufgegeben wurde.

Als Landungsstempel in Friedrichshaven wurde der Langstempel "Schiffsbrief" verwendet.



Dieter
 
10Parale Am: 01.04.2020 21:03:37 Gelesen: 17105# 656 @  
@ Fips002 [#655]

Warum "leider"? Deshalb ist unser Forum doch da, dass man sich austauscht und belehren lässt. Nun gut, wenn der in [#655] gezeigte Landungsstempel in Friedrichshafen zwischen 1901 und 1925 singulär benutzt wurde, ist der Stempel auf meiner Ganzsache eindeutig eine Fälschung.

Jetzt hoffe ich nur, dass die beiden anderen Stempel echt sind und was der liebe Pfarrer wohl gesagt hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Schiffsbrief-Stempel eine Fälschung ist. Wie heißt es so schön: "Gott sieht alles, aber er verrät uns nicht!" Dann habe ich mal 15 Dollar in den Sand gesetzt, oder?

Liebe Grüße

10Parale
 
Fips002 Am: 04.04.2020 17:00:54 Gelesen: 16462# 657 @  
Zwei Faltbriefe von Weymouth/England nach Guernsey an den Lieut. Colonel Thomas Fiott De Havilland, Gouverneur von Guernsey 1842-48. In Madras/Indien als Baumeister baute er die St. George´s Cathedral, St. Andrew´s Presbyterian Church, konstruierte die Mount Road und baute den Bulwark (Hafendamm) im Hafen von Madras. Er war der Sohn von Peter De Havilland.



Weymouth, November 1832.

Der Faltbrief wurde direkt dem Guernsey-Packet-Boat (Postschiff) übergeben, so kostete der Brief nur die 3 Pence Packet Rate (Seegebühr).



London, 1.August 1833, Stempel auf der Rückseite des Briefes. Kein Eingangsstempel von Guernsey, da dieser Faltbrief direkt am Schiff abgeholt wurde. Die Gebühr für diesen einfachen Brief 1 Shilling und 1 Pence = 13 Pence. 10 Pence Landbeförderung London nach Weymouth, 3 Pence Seebeförderung Weymouth nach Guernsey.

Dieter
 
Fips002 Am: 10.04.2020 17:15:52 Gelesen: 15346# 658 @  
Faltbrief von Bremen, 6. Oktober 1837, nach Edinburgh/Schottland. Von Bremen wurde der Faltbrief auf dem Landweg nach Hamburg befördert, Beförderungsgebühr 4 Grote. Bei Ankunft in Hamburg erhielt dieser den Oval Stempel vom Stadt Post Amt 7. Oktober 1837. Der Faltbrief wurde dem Hull Dampfer zur Beförderung nach Hull/England übergeben und erhielt den Abgangsstempel SCHIFFS BRIEF-POST HAMBURG/7 OCT/1837. Im Brief oben handschriftlich Per Hull Steamer Hamburg.

In der Hafenstadt Hamburg war auf postalischen Gebiet die Schiffs-Verbindung mit England und mit Übersee von besonderer Bedeutung. Für die Englische Schiffspost wurde im Jahre 1826 ein besonderer Stempel in Gebrauch genommen, ein Rundstempel mit bogenförmiger Inschrift, oben SCHIFFS BRIEF_POST, unten HAMBURG, in der Mitte das Datum. Ab 21. Dezember 1832 war das Schiffsbrief-Comtoir zuständig für alle abgehenden und ankommende Schiffsbriefe - bei abgehenden Briefen den Stempel auf der Vorderseite, bei ankommenden auf der Rückseite.

Bei der Ankunft in Hull erhielt der Faltbrief den Landungsstempel HULL/SHIP LETTER (Einsatz von 1836-1839). Die Beförderung von Hull nach Edinburgh erfolgte auf dem Landweg, Eingang am 12. Oktober 1837.

Beförderungsgebühr von Hamburg nach Hull 8 Pence Seegebühr, Inlandgebühr Hull Edinburgh 8 Pence, gesamt 16 Pence = 1 Shilling 4 Pence.
Für die Beförderung von England nach Schottland waren zusätzlich 1/2 Pence zu bezahlen.
"1/2" Zollstempel über zwei Achsen zwischen England und Schottland (Scottish Turnpike Toll for Coaches 1/2 d).

Stempel auf der Rückseite vom Stadt Post Amt Hamburg, Stempel von Edinburgh und Landungsstempel Hull.









Dieter
 
Fips002 Am: 15.04.2020 16:12:21 Gelesen: 14523# 659 @  
Faltbrief von Boston/USA 11. September 1830 nach Schiedam/Holland. Befördert wurde der Faltbrief mit einem Segelschiff von Boston nach Den Helder. Da der Faltbrief direkt am Schiff übergeben wurde, trägt er keinen Stempel von Boston.

Nach Ankunft in Den Helder wurde der Landungsstempel "Den Helder Zeebrief" auf den Faltbrief links oben abgeschlagen. Weiterbeförderung von Den Helder nach Schiedam, Ankunft am 26.Oktober 1830.

Gerichtet ist der Faltbrief an Mssrs. P.Loopuyt & Co. Diese Firma lieferte eine große Menge von Gin an amerikanische Händler. Die Beförderungsgebühr von Boston nach Schiedam betrug 60 holländische Cents, gleichwertig mit 12 Stuiver.







Dieter
 
Fips002 Am: 25.04.2020 15:43:07 Gelesen: 12787# 660 @  
Zwei Briefe mit gestempelten Leitvermerken.

Der obere Brief stammt von einem Handelshaus. Er wurde am 23.6.1906 in Boston/USA aufgegeben und an das im Leitvermerk genannte Schiff "KAISERIN AUGUSTE VICTORIA" weitergeleitet und war an die Dresdner Bank in Hamburg gerichtet, Ankunft Hamburg am 01.07.1906.

Der untere Brief von einer New Yorker Bank an die Deutsche Bank in München. Die Frankatur wurde unter dem 04.März 1920 in New York entwertet und der Brief erhielt den Leitvermerk "PER S.S.KAISERIN AUGUSTA VICTORIA"

Leitvermerke wurden handschriftlich auf den Briefen oder Karten oder mit Stempeln angebracht, um der Post den Leitweg mit dem nächsten Schiff vorzuschreiben.

Solche Hinweise sind hauptsächlich auf Geschäftspost der Banken und Handelsfirmen aus den USA in Richtung Europa zu finden und weniger auf Post in umgekehrter Richtung.

"Kaiserin Auguste Victoria" wurde am 28.04.1906 in Dienst gestellt und führte die Jungfernreise Hamburg-New York am 10.5.1906 durch.

Bei Kriegsausbruch am 01.8.1914 in Hamburg aufgelegt und am 27.3.1919 an den Shipping Controller abgeliefert und den US Shipping Board für Truppentransporte übergeben.

Von der Cunard Line am 14.02.1920 gechartert, wurde das Schiff auf der Linie Liverpool-New York unter dem Namen "KAISERIN AUGUSTA VICTORIA" eingesetzt.

Am 13.5.1921 von der Canadian Pacific Railway Co, London, angekauft, neuer Name EMPRESS OF SCOTLAND, 1930 zum Abbruch verkauft und 1931 verschrottet.





Dieter
 
Fips002 Am: 02.05.2020 20:04:14 Gelesen: 11448# 661 @  
Brief von New Orleans/USA, 19.2.1866, nach Lyon/Frankreich, von New Orleans auf dem Landweg nach New York befördert. Im New Yorker Austausch Amt wurde der Verrechnungsstempel 9 Cents am 3. März 1866 abgeschlagen. New York belastete Frankreich mit 9 Cents für diesen einfachen Raten-Brief. Frankreich stempelte 8 Decimes Postgebühr.

Das Dampfschiff "City of London" der Inman Line verließ New York am 3. März 1866, war am 15.März in Queenstown/Irland und kam am 16. März in Liverpool an. Weiterbeförderung im verschlossenen Postsack nach London, Dover, Calais und Paris. In Paris wurde der rot orange Stempel 3 ETATS-UNIS 3 SERV.AM.CALAIS/16/MARS/66 abgeschlagen. Dieser Stempel zeigt, dass der Brief von den Vereinigten Staaten über England und in Calais/Frankreich ankam. Von Paris weiterbefördert nach Lyon/Frankreich, Ankunft in Lyon am 17. März 1866.

Unter der U.S.-French Convention von 1857, die Rate war für einen 1/4 Unze, oder 7 1/2 Gramm Brief:

U.S. Inland = 3 Cents
Seegebühr = 6 Cents
Britisch Transit = 2 Cents
Frankreich Transit= 4 Cents
Gesamt 15 Cents oder 80 Centimes (8 Decimes).




Dieter
 
Fips002 Am: 10.05.2020 10:16:31 Gelesen: 9671# 662 @  
Faltbrief von New York 19. September 1855 nach Le Havre/Frankreich 02. Oktober 1855.

Der Faltbrief wurde mit dem Dampfschiff "ATLANTIC" der Collins Line von New York nach Liverpool befördert. Ankunft der "Atlantic" in Liverpool am 30. September 1855. Von Liverpool auf dem Landweg nach London 01. Oktober 1855. Von London über den Kanal nach Calais/Frankreich, Paris und Le Havre.

In Paris wurde der schwarze Doppelkreis Stempel ETATS-UNIS-PAQ.AM.A.CALAIS.J/1/OCT/55 abgeschlagen. Der Stempel zeigt, dass der Brief mit einem amerikanischen Dampfschiff befördert wurde und durch England in Calais/Frankreich am 1. Oktober 1855 ankam.

Die Post Rate von den Vereinigten Staaten und Frankreich, via England (Unter der Verfügung von Frankreich 1851), waren mit amerikanischen Packet: U.S. Inland Gebühr (U.S.-Britischer Vertrag) 5 Cents. Seegebühr 16 Cents, Gesamt 21 Cents. Vorausbezahlt oder in Frankreich zur bezahlen 8 Decimes. Transit Gebühr 3 Decimes, französische Inlandgebühr 5 Decimes.





"ATLANTIC" für die Collins Line von 1850 - 1858 in Dienst. Die erste Reise der "Atlantic" erfolgte am 27.4.1850 von New York nach Liverpool.
 
Fips002 Am: 17.05.2020 21:05:45 Gelesen: 7861# 663 @  
Heute ein früher Auswanderer Brief von Watervliet bei Albany, im Staat New York, nach Münsingen/Württemberg. Der Faltbrief wurde am 19. November 1832 von Watervliet nach New York auf dem Landweg befördert. Die Inlandgebühr von Watervliet nach New York von 18 3/4 Cents wurde bezahlt (US Gesetz 03.03.1825, Entfernung 150-400 Meilen). Der Faltbrief wurde direkt am Schiff in New York aufgegeben, deshalb kein Stempel von New York.

Befördert wurde der Faltbrief von New York nach Le Havre/Frankreich mit einem Segelschiff. In Le Havre wurde der Landungsstempel PAYS D´OUTREMER/PAR LE HAVRE und der Einkreisstempel von Le Havre am 26. Dezember 1832 abgeschlagen.

Die weitere Beförderung ging über Paris, Straßburg nach Münsingen.

Die Gesamtgebühr von 49 Kreuzer hatte der Empfänger zu bezahlen. Der Briefinhalt bezieht sich auf eine Vollmacht zu Erbangelegenheiten.







Dieter
 
Fips002 Am: 21.05.2020 21:10:05 Gelesen: 6640# 664 @  
Cunard Reederei 1840 - 2020. Die britische Reederei Cunard Line Ltd. London feiert im Sommer ihren 180. Geburtstag. Die tatsächliche Gründung war aber schon 1839, als der Reedereigründer Samuel Cunard zusammen mit zwei schottischen Partnern einen in zähen Verhandlungen erkämpften Vertrag mit der britischen Admiralität abschloss, der ihm die Konzession zur Beförderung der Königlichen Post, der "Royal Mail", erteilte.

Für Samuel Cunard rangierte die Sicherheit an erster Stelle. Seine Devise hieß: Folge deinen Kurs, bringe dein Schiff sicher ans Ziel, und bringe es sicher zurück, Sicherheit ist alles, was notwendig ist.

Ich zeige je einen Beleg von den berühmten Schiffen "Mauretania" und von der "Aquitania".

Die Mauretania bot ihren Passagieren alles, was damals unter dem Begriff Luxus fiel. Sie hatte zwei Fahrstühle und einen Friseur-Salon mit hydraulischen Stuhl. Das "goldene Zeitalter" der Transatlantik-Schifffahrt hatte begonnen, der Snobismus befand sich auf einen Höhenflug.

Das Innenleben der Aquitania war kunstbeladen wie ein Museum.

In den zwanziger Jahren wurden beide Schiffe von Kohle auf Öl umgerüstet, was ihre Leistungsfähigkeit und Sauberkeit erheblich steigerte. Zur gleichen Zeit erhielt das Transatlantikgeschäft Auftrieb durch die Reisefreudigkeit der Amerikaner. Sie wollten der in den USA proklamierten Prohibition, dem Alkoholverbot entkommen.

Weitere schöne Schiffe der Cunard Reederei folgten. Heute sind der Stolz der Reederei und Großbritannien die 3 "Queen" Schiffe.



31.937 Tonnen groß hielt das "Blaue Band" 22 Jahre. In Dienststellung am 16.11.1907, Heimathafen Liverpool.1934 außer Dienst gestellt



1914 wurde das Schiff in Dienst gestellt. 1950 wurde das altehrwürdige Schiff in Rosyth verschrottet. Sie hatte mit ihren 36 Jahren die mit Abstand längste Dienstzeit aller "Four-Funnel-Liners".

Dieter
 
Cantus Am: 24.05.2020 22:21:28 Gelesen: 6130# 665 @  
So einen alten Beleg kann ich leider nicht zeigen. Ich habe hier einen recht modernen Beleg, gelaufen von Flensburg nach Karlsruhe mit vorderseitigem Cachet der Schiffspost.



Viele Grüße
Ingo
 
Fips002 Am: 29.05.2020 20:02:31 Gelesen: 5083# 666 @  
Ich zeige heute ein seltenes Radiogram vom Passagierschiff "Queen Elizabeth" der Cunard Reederei.

Das Radiogram (Funkspruch) wurde von der Küstenfunkstelle Portishead Radio, Rufzeichen GKJ, am 18.7.1947 an die "Queen Elizabeth" übermittelt und von der Seefunkstelle des Schiffes um 10.36 Uhr aufgenommen. Das Radiogram wurde dem Passagier in einem Radiogram-Umschlag an Bord übergeben.

Die "Queen Elizabeth" wurde 1938 als Schwesterschiff der "Queen Mary" erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkehrten beide Schiffe auf der Atlantikroute. Die Königinnen der 1930er befinden sich heutzutage in Museen oder aber sind verschrottet. Die "Queen Elizabeth" wurde nach Florida verkauft und in ein Kongresszentrum umgebaut. Als sich dieses Unternehmen als nicht profitabel erwies, verschleuderte man sie an einen chinesischen Geschäftsmann, taufte sie in "Seawise University" um und schickte sie auf ihre letzte Reise nach Hongkong, wo im Januar 1972 Feuer auf ihren Deck ausbrach und sie im Hafen sank.





Dieter
 
10Parale Am: 03.06.2020 21:21:44 Gelesen: 4114# 667 @  
Heute habe ich diese Ansichtskarte aus Riga erhalten, die auf der Bildseite den Stempel "RANZA 17. JUN 1903" vorweist. Nun bräuchte ich mal etwas Hilfe. Der Stempel zeigt 3 kyrillische Abschläge, ich vermute vom 19. Mai 1903. RIGA kann ich entziffern, den übrigen Teil nicht. Wie kommt nun der Schiffspoststempel auf die Ansichtskarte und was verrät der Stempel noch?

Schöner 4-er-Streifen der 1-Kopekenmarke, auch wenn die ganz linke Marke leider Faltspuren aufweist.

Ich habe folgende Erklärung: Auf Grund der unterschiedlichen Kalender (julianisch/gregorianisch) wurde die Ansichtskarte tatsächlich erst im Juni auf den Seeweg nach Edinburgh gebracht. Die SS Ranza war vermutlich ein britisches Frachtschiff, welches von 1902 - 1915 in Betrieb war. 1915 wurde die SS Ranza von dem deutschen U-Boot U-28 versenkt.

passt?

Liebe Grüße

10Parale


 
Fips002 Am: 03.06.2020 21:22:34 Gelesen: 4113# 668 @  
Brief von der Jungfernreise des Turbinenschiffes "UNITED STATES" am 03.Juli 1952.

Bereits bei ihrer Jungfernfahrt errang sie das "Blaue Band" für die schnellste Atlantik-Überquerung von Passagierschiffen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35,59 Knoten (65,91 km/h), Fahrzeit 3 Tage, 10 Stunden und 40 Minuten. Für die Rückreise benötigte sie 3 Tage, 12 Stunden und 12 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,51 Knoten. Die "UNUTED STATES" hält den Rekord für die schnellste Überquerung in beiden Richtungen.

Das "Blaue Band" wurde bis 1935 nur symbolisch verliehen. Im selben Jahr stiftete England die sogenannte "Hales Trophy" - eine 45 Kilogramm schwere und 1,20 m hohe Statuette aus Silber auf der jeweils die Namen und Silhouetten der Preisträgerinnen eingraviert wurden.

Die "Hales Trophäe" befindet sich heute im Schifffahrtmuseum in New York.

Die Anlaufhäfen in Europa waren Southampton und Le Havre/Frankreich, später auch häufig Bremerhaven.

Der Betrieb von Passagierschiffen zwischen Nordamerika und Europa war nicht mehr rentabel da die Flugreisen billiger und populärer wurden.

Am 14.November 1969 wurde die "UNITED STATES" außer Dienst gestellt. Heute befindet sie sich in Philadelphia.

Es ist nur zu hoffen, dass der legendäre Transatlantikliner "UNITED STATES" vor der Verschrottung bewahrt wird.







Dieter
 
volkimal Am: 03.06.2020 22:01:45 Gelesen: 4101# 669 @  
Hallo zusammen,

Dieter zeigt im Beitrag [#666] ein Radiogramm von der Queen Elisabeth. Im Beitrag [#668] stellt er die SS United States vor. Ich möchte beides kombinieren und ein Radiogramm von der SS United States zeigen. Aber vorher zur Entstehungsgeschichte.

Die beiden Brüder Hellmut und Willi Matzat hatten unabhängig voneinander beide ein Stipendium für zwei Studiensemester (1951/1952) in den USA gewonnen. Im September 1952 fuhren beide wieder nach Deutschland zurück. Hellmut fuhr mit dem holländischen Schiff „SS Ryndam“.



Diese Ansichtskarte der SS United States schickte Willi an Großvater, nachdem er seinen Bruder zum Schiff gebracht hatte.



Willi fuhr einen Tag später mit der „SS United States“ ab. Die „United States“ war damals das schnellste Passagierschiff der Welt. Es war einige Monate vorher in Dienst gestellt worden und hatte das „Blaue Band“ gewonnen. Unterwegs überholte die United States die kleine Ryndam. Als beide Schiffe ungefähr auf gleicher Höhe waren, schickte Hellmut dieses Funktelegramm von Schiff zu Schiff an Willi. Das Telegramm ist wohl direkt in die Kabine gebracht worden, denn der Umschlag trägt keine Anschrift.



Am 18.9.52 schickt Großvater diese Postkarte an Willi nach Cherbourg. Er schreibt:

Heute bringst Du, wie ich vermute, Hellmut zur Ryndam und morgen wirst Du selbst an Bord der United States gehen. Nachdem ich vorhin an Hellmut eine Karte nach Southampton geschrieben habe, will ich nun versuchen, Die einen herzlichen Empfangsgruß zu senden, wenn Du wieder europäischen Boden betrittst und Dich der deutschen Heimat näherst.



Die United States hat aber nicht in Cherbourg sonder in Le Havre angelegt. Die Karte wurde dementsprechend nach Le Havre weitergeschickt. Allerdings kam sie dort zu spät an und erreichte die United States erst am 25.9.52 auf der Rückfahrt von Europa nach Amerika. An Bord der United States bekam die Karte den Stempel „SS United States Too late for Delivery“ und wurde dann an Großvater zurückgeschickt.



Großvater hatte inzwischen seinen Fehler bemerkt und schrieb am 21.9.52 noch eine Karte an Willi, die ihn bei der Ankunft in Le Havre erreichte.

Viele Grüße
Volkmar
 
Fips002 Am: 05.06.2020 20:53:41 Gelesen: 3889# 670 @  
Faltbrief von Le Havre/Frankreich, 28. November !856, nach Philadelphia.

Freigemacht ist der Faltbrief mit 10 Centimes braun und 20 Centimes blau, Mi.Nr.12 und 13 als Teilfranco nach Philadelphia. Entwertet wurde die Frankatur mit dem Nummern Stempel "1495" von Le Havre.

Der Faltbrief wurde im Marine Büro von Le Havre aufgegeben und erhielt den orange Doppelkreis Stempel BUREAU MARITIME LE HAVRE/30/NOV/56. Ebenfalls wurde der orange Kastenstempel "P.P." abgeschlagen. Dieser Stempel zeigt, dass der Brief nur mit Teilfrankatur versehen war.

Die französische Privat-Schiffs Rate von 30 Centimes per 7 1/2 Gramm bestand für die beförderten Schiffe bis zum Ankunftshafen. Diese Rate war gültig bis der Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich am 01. April 1857 in Kraft trat.

Der Faltbrief wurde mit dem Segelschiff "St. Nicolas" befördert und kam am 03. Januar 1857 in New York an. In New York wurde der schwarze Verrechnungsstempel mit 5 Cents am 3. Januar abgeschlagen. Die Inlandgebühr von New York bis Philadelphia betrug 5 Cents (bis 300 Meilen). Ab 01. April 1857 wurde die Inlandgebühr auf 3 Cents festgesetzt.



Dieter
 
DL8AAM Am: 07.06.2020 17:12:04 Gelesen: 3829# 671 @  
Mal wieder etwas aktuelleres. ;-)



Spezielle Postkarte (Eigenausgabe) zur Jungfernfahrt des Fährschiffes, der "Cruiseferry", MS Victoria I (IMO-Nummer 9281281) der estnischen Reederei Tallink am 20.03.2004 (im senkrechten Druck wird abweichend der 21.03.2004 genannt). Laut Wikipedia versieht das Schiff seit dem 21.03.2004 seinen Dienst und ist bis heute auf der Route Stockholm (Schweden) nach Tallinn (Estland) über Mariehamn (Åland, Finnland) unterwegs. Versehen ist die karte mit einer finnischen (1. Klasse-) Frankatur, dessen Maschinenstempel leider kaum zu erkennen ist - erahnbar ist aber unten der hinter Teil des Ortsnamens HELSINGFORS (Helsinki).

Im estnischen Wikipedia findet sich eine kurze Zusammenfassung der Tage der Indienststellung:

Frei übersetzt, ... am 18. März 2004 verließ die Victoria I die Werfft in Rauma (Finnland) und kam am nächsten Tag in Tallinn an. Am 20. März wurde in Helsinki das neue Schiff vorgestellt, das dann einen Tag später in Stockholm ankam. Am selben Tag nahm es die Strecke Tallinn-Stockholm in Betrieb. Das erklärt das Datum 20.03.2004 mit der finnischen Frankatur und der finnischen Entwertung.

Gruß
Thomas

https://en.wikipedia.org/wiki/MS_Victoria_I bzw. https://et.wikipedia.org/wiki/Victoria_I
 
1 Pf Am: 08.06.2020 08:28:28 Gelesen: 3811# 672 @  
Bierdeckel als Postkarte benutzt während einer Fahrt mit dem Raddampfer "FREYA" auf dem Nord - Ostsee - Kanal von Kiel nach Rendsburg.

Bei allen Karten wurde Nachgebühr erhoben, da KEIN Postkartenmaß. Die Entwertung erfolgte an Bord des Schiffes mit dem amtlichen DEUTSCHE SCHIFFSPOST Stempel am 16.08.09

Der Beleg rechts oben erhielt einen Nachsendeaufkleber, da der Empfänger verzogen war.



Gruß
1 Pf
 
Fips002 Am: 09.06.2020 09:52:19 Gelesen: 3690# 673 @  
Postkarte nach Groß-Rohrheim, aufgegeben beim Seepostamt des Hapag Dampfers "New York". Die Frankatur wurde mit dem Flaggenstempel DEUTSCH-AMERIKANISCHE SEEPOST HAMBURG-NEW YORK unter dem 27.9.1935 entwertet.

Der Flaggenstempel wurde vom 01.4.1927 bis Juli 1937 verwendet.

Die "New York" unternahm ihre Jungfernreise am 01.04.1927 von Hamburg nach New York. Im März 1934 wurde das Vorschiff bei Blohm & Voss in Hamburg verlängert.

Am 28.08.1939 läuft das Schiff wegen Kriegsgefahr von New York aus und trifft am 05.9.1939 in Murmansk/Sowjetunion ein. Am 13.12.1939 ist die New York wieder in Hamburg und wird als Wohnschiff der Kriegsmarine in Kiel verwendet. 1945 unternimmt sie Evakuierungsfahrten aus den deutschen Ostgebieten.

Nach Luftangriffen am 03.4.1945 in Kiel brennend gekentert. am 21.3.1949 gehoben und in Großbritannien abgewrackt.

Text der Karte:

Lieber Onkel, Tante u.Leni
Nun sind wir bald in England, der Nordsee ist sehr unruhig.
gestern um 2 Uhr sind alle krank gewesen, bei mir ist es noch
sehr gut, bis jetzt bin ich bei alle Mahlzeiten gewesen abend
haben mehr wie halbe Leute gefehlt.
Onkel bist du jetzt wohl zu Hause
oder noch an der fahrt. Ich hoffe, daß Du gut nach Hause gekommen bist.




Dieter
 
Fips002 Am: 13.06.2020 17:20:00 Gelesen: 3227# 674 @  
Schiffsbrief von Genua 20. April 1871 nach Marseilles, Ankunft 22. April 1871. Entwertet wurde die Frankatur 40 Centesimi mit dem Punktstempel "13" von Genua. Dieser Stempel wurde vom 01.5.1866 bis 1877 verwendet.

Der rote Doppelkreisstempel GENES BAT.A VAPEUR/21/AVRIL/71 wurde in Genua auf den Brief abgeschlagen als Herkunftstempel für Seebriefe aus Genua. Dieser Stempel wurde von 1864 - 1873 verwendet.

Der Stempel ist einzig in den Annalen der französischen Schiffspost, da er als einziger sowohl den Vermerk BAT. A VAPEUR (=Dampfschiff) als auch einen ausländischen Herkunftshafen trägt.

Viele dieser, bis 1873 und darüber hinaus stattgefundenen Fahrten wurden durch Italienische Dampfschiffe ausgeführt, fast immer von der Compagnie DANOVARO aus Genua.




Dieter
 
Fips002 Am: 18.06.2020 20:59:21 Gelesen: 2669# 675 @  
Heute ein Ozean-Brief vom Turbinenschiff "Cap Arcona" nach Havanna/Cuba.

Die Frankatur wurde mit dem Flaggenstempel CAP/ARCONA/H.-S.D.-G. DEUTSCHE/SCHIFFSPOST/"HAMBURG-SÜD"/SÜDAMERIKA/28.2/29 entwertet. Ankunft in Havanna am 15. März 1929.

Der Stempel weist eine Besonderheit auf, denn die Jahreszahl "29" ist in einer kleineren Schrifttype im Stempel zu sehen. Der Flaggenstempel wurde von Beginn der Jungfernreise am 19.11.1927 für die an Bord aufgegebene Post bis März 1936 benutzt.

Das Turbinenschiff "Cap Arcona" wurde 1926/27 auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg gebaut.

Technische Daten: 27.560 BRT, 196,2 m lang, 25,8 m breit, Reisegeschwindigkeit 20 Knoten, Passagiere 525 1. Klasse, 275 in der 2.Klasse und465 in der 3. Klasse.

Das Schiff war im Einsatz nach den La Plata-Häfen.

Am 29. November 1940 wurde die Cap Arcona Wohnschiff der deutschen Kriegsmarine in Gotenhafen (heute Gdynia/Polen). Am 3. Mai 1945 wurde das Schiff von vier britischen "Typhoon-Jagdbombern" in der Lübecker Bucht angegriffen und sank mit 5000 KZ-Häftlingen.



Dieter
 
Fips002 Am: 24.06.2020 19:45:27 Gelesen: 1929# 676 @  
Seefunktelegramm vom Schnelldampfer "Scharnhorst" nach Saarbrücken.

Das Seefunktelegramm wurde am 26. Dezember 1937 um 18.23 Uhr von der Seefunkstelle der "Scharnhorst" an die Küstenfunkstation Norddeich Radio, per Telegraphie, übermittelt. Von Norddeich Radio wurde das Telegramm nach Saarbrücken durchgegeben.

Der Schnelldampfer "Scharnhorst" vom Norddeutschen Lloyd unternahm seine Jungfernreise am 3. Mai 1935 von Bremerhaven nach Ostasien. Die gesamten Einrichtungen des Schiffes entsprachen den Bedürfnissen in tropischen Gebieten.

Im September 1939 wurde die "Scharnhorst" in Japan aufgelegt und im Juli 1942 an die Regierung Japans verkauft. Das Schiff wurde zum Flugzeugträger umgebaut und im Dezember 1943 als "Jinyo" in Dienst gestellt. Die "Jinyo" wurde am 17. November 1944 durch das U-Boot "Spadefish" der US Navy, nordöstlich von Shanghai, durch Torpedotreffer versenkt.




Dieter
 
Ichschonwieder Am: 28.06.2020 19:07:38 Gelesen: 1503# 677 @  
Hallo,

hier ein Bordstempel.



VG Klaus Peter
 
Fips002 Am: 01.07.2020 20:55:43 Gelesen: 1196# 678 @  
Schiffbrief Telegramm vom Passagierschiff "Asturias" nach Parkstone, Dorset, England.

Von der Funkstation der "Asturias" wurde das Telegramm per Telegraphie am 20. September 1948 an die Küstenfunkstation "Portishead Radio", Rufzeichen GKB, übermittelt.

Vom Postamt der Radio Station in Highbridge wurde das Telegramm an den Empfänger nach Parkstone, mit Umschlag SHIP LETTER TELEGRAM, geschickt.

Die "Asturias" der britischen Reederei Royal Mail Line wurde 1926 in Dienst gestellt und im Post- und Passagierverkehr nach Südamerika eingesetzt. Nach Kriegsausbruch 1939 wurde das Schiff als Hilfskreuzer umgewandelt. Ab 12. Oktober 1946 zur Truppenfahrt über Kapstadt nach Australien und ab 1949 für Auswanderungsfahrten eingesetzt.

1957 wurde die Asturias zum Verschrotten nach Schottland verkauft. Während des Abbruches stand sie für den Film "Die letzte Nacht der Titanic" zur Verfügung.







Dieter
 
Fips002 Am: 08.07.2020 18:11:22 Gelesen: 193# 679 @  
Postkarte nach Berlin, aufgegeben beim Seepostamt des Dampfers "ALBERT BALLIN". Die Karte wurde mit dem Flaggenstempel DEUTSCH-AMERIKANISCHE SEEPOST HAMBURG-NEW YORK unter dem 21.10.1927 entwertet. Der Flaggenstempel wurde vom 16.01.1925 bis 30.9.1935 verwendet. Jungfernfahrt war am 4.Juli 1923 von Hamburg nach New York. Der Dampfer war im Liniendienst von Hamburg-Southampton-Cherbourg- New York eingesetzt.

Aufgrund der jüdischen Abstammung Albert Ballins erzwang die NS-Regierung am 1. Oktober 1935 die Umbenennung des Schiffes in "HANSA". Im zweiten Weltkrieg von der Kriegsmarine als Wohnschiff verwendet. Am 6. März 1945 durch Minentreffer vor Warnemünde auf Grund gesetzt. Nach Um- und Ausbau in Warnemünde Ende 1955 an die UdSSR übergeben und als "SOVIETSKIY SOYUZ§ auf der Route Wladiwostok-Petropawlowsk (Kamtschatka) bis 1980 eingesetzt und im Dezember 1980 wurde die ehemalige ALBERT BALLIN außer Dienst gestellt.

Albert Ballin war ein Hamburger Reeder und eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten in der Zeit des deutschen Kaiserreiches. Er machte als Generaldirektor die Hamburg-Amerikanische Paketfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) zur größten Schifffahrtslinie der Welt.



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