Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: (?) (667/680) Schiffspost und Schiffspoststempel
Das Thema hat 686 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 8 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27   28  oder alle Beiträge zeigen
 
Fips002 Am: 10.05.2020 10:16:31 Gelesen: 18352# 662 @  
Faltbrief von New York 19. September 1855 nach Le Havre/Frankreich 02. Oktober 1855.

Der Faltbrief wurde mit dem Dampfschiff "ATLANTIC" der Collins Line von New York nach Liverpool befördert. Ankunft der "Atlantic" in Liverpool am 30. September 1855. Von Liverpool auf dem Landweg nach London 01. Oktober 1855. Von London über den Kanal nach Calais/Frankreich, Paris und Le Havre.

In Paris wurde der schwarze Doppelkreis Stempel ETATS-UNIS-PAQ.AM.A.CALAIS.J/1/OCT/55 abgeschlagen. Der Stempel zeigt, dass der Brief mit einem amerikanischen Dampfschiff befördert wurde und durch England in Calais/Frankreich am 1. Oktober 1855 ankam.

Die Post Rate von den Vereinigten Staaten und Frankreich, via England (Unter der Verfügung von Frankreich 1851), waren mit amerikanischen Packet: U.S. Inland Gebühr (U.S.-Britischer Vertrag) 5 Cents. Seegebühr 16 Cents, Gesamt 21 Cents. Vorausbezahlt oder in Frankreich zur bezahlen 8 Decimes. Transit Gebühr 3 Decimes, französische Inlandgebühr 5 Decimes.





"ATLANTIC" für die Collins Line von 1850 - 1858 in Dienst. Die erste Reise der "Atlantic" erfolgte am 27.4.1850 von New York nach Liverpool.
 
Fips002 Am: 17.05.2020 21:05:45 Gelesen: 16542# 663 @  
Heute ein früher Auswanderer Brief von Watervliet bei Albany, im Staat New York, nach Münsingen/Württemberg. Der Faltbrief wurde am 19. November 1832 von Watervliet nach New York auf dem Landweg befördert. Die Inlandgebühr von Watervliet nach New York von 18 3/4 Cents wurde bezahlt (US Gesetz 03.03.1825, Entfernung 150-400 Meilen). Der Faltbrief wurde direkt am Schiff in New York aufgegeben, deshalb kein Stempel von New York.

Befördert wurde der Faltbrief von New York nach Le Havre/Frankreich mit einem Segelschiff. In Le Havre wurde der Landungsstempel PAYS D´OUTREMER/PAR LE HAVRE und der Einkreisstempel von Le Havre am 26. Dezember 1832 abgeschlagen.

Die weitere Beförderung ging über Paris, Straßburg nach Münsingen.

Die Gesamtgebühr von 49 Kreuzer hatte der Empfänger zu bezahlen. Der Briefinhalt bezieht sich auf eine Vollmacht zu Erbangelegenheiten.







Dieter
 
Fips002 Am: 21.05.2020 21:10:05 Gelesen: 15321# 664 @  
Cunard Reederei 1840 - 2020. Die britische Reederei Cunard Line Ltd. London feiert im Sommer ihren 180. Geburtstag. Die tatsächliche Gründung war aber schon 1839, als der Reedereigründer Samuel Cunard zusammen mit zwei schottischen Partnern einen in zähen Verhandlungen erkämpften Vertrag mit der britischen Admiralität abschloss, der ihm die Konzession zur Beförderung der Königlichen Post, der "Royal Mail", erteilte.

Für Samuel Cunard rangierte die Sicherheit an erster Stelle. Seine Devise hieß: Folge deinen Kurs, bringe dein Schiff sicher ans Ziel, und bringe es sicher zurück, Sicherheit ist alles, was notwendig ist.

Ich zeige je einen Beleg von den berühmten Schiffen "Mauretania" und von der "Aquitania".

Die Mauretania bot ihren Passagieren alles, was damals unter dem Begriff Luxus fiel. Sie hatte zwei Fahrstühle und einen Friseur-Salon mit hydraulischen Stuhl. Das "goldene Zeitalter" der Transatlantik-Schifffahrt hatte begonnen, der Snobismus befand sich auf einen Höhenflug.

Das Innenleben der Aquitania war kunstbeladen wie ein Museum.

In den zwanziger Jahren wurden beide Schiffe von Kohle auf Öl umgerüstet, was ihre Leistungsfähigkeit und Sauberkeit erheblich steigerte. Zur gleichen Zeit erhielt das Transatlantikgeschäft Auftrieb durch die Reisefreudigkeit der Amerikaner. Sie wollten der in den USA proklamierten Prohibition, dem Alkoholverbot entkommen.

Weitere schöne Schiffe der Cunard Reederei folgten. Heute sind der Stolz der Reederei und Großbritannien die 3 "Queen" Schiffe.



31.937 Tonnen groß hielt das "Blaue Band" 22 Jahre. In Dienststellung am 16.11.1907, Heimathafen Liverpool.1934 außer Dienst gestellt



1914 wurde das Schiff in Dienst gestellt. 1950 wurde das altehrwürdige Schiff in Rosyth verschrottet. Sie hatte mit ihren 36 Jahren die mit Abstand längste Dienstzeit aller "Four-Funnel-Liners".

Dieter
 
Cantus Am: 24.05.2020 22:21:28 Gelesen: 14811# 665 @  
So einen alten Beleg kann ich leider nicht zeigen. Ich habe hier einen recht modernen Beleg, gelaufen von Flensburg nach Karlsruhe mit vorderseitigem Cachet der Schiffspost.



Viele Grüße
Ingo
 
Fips002 Am: 29.05.2020 20:02:31 Gelesen: 13764# 666 @  
Ich zeige heute ein seltenes Radiogram vom Passagierschiff "Queen Elizabeth" der Cunard Reederei.

Das Radiogram (Funkspruch) wurde von der Küstenfunkstelle Portishead Radio, Rufzeichen GKJ, am 18.7.1947 an die "Queen Elizabeth" übermittelt und von der Seefunkstelle des Schiffes um 10.36 Uhr aufgenommen. Das Radiogram wurde dem Passagier in einem Radiogram-Umschlag an Bord übergeben.

Die "Queen Elizabeth" wurde 1938 als Schwesterschiff der "Queen Mary" erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkehrten beide Schiffe auf der Atlantikroute. Die Königinnen der 1930er befinden sich heutzutage in Museen oder aber sind verschrottet. Die "Queen Elizabeth" wurde nach Florida verkauft und in ein Kongresszentrum umgebaut. Als sich dieses Unternehmen als nicht profitabel erwies, verschleuderte man sie an einen chinesischen Geschäftsmann, taufte sie in "Seawise University" um und schickte sie auf ihre letzte Reise nach Hongkong, wo im Januar 1972 Feuer auf ihren Deck ausbrach und sie im Hafen sank.





Dieter
 
10Parale Am: 03.06.2020 21:21:44 Gelesen: 12795# 667 @  
Heute habe ich diese Ansichtskarte aus Riga erhalten, die auf der Bildseite den Stempel "RANZA 17. JUN 1903" vorweist. Nun bräuchte ich mal etwas Hilfe. Der Stempel zeigt 3 kyrillische Abschläge, ich vermute vom 19. Mai 1903. RIGA kann ich entziffern, den übrigen Teil nicht. Wie kommt nun der Schiffspoststempel auf die Ansichtskarte und was verrät der Stempel noch?

Schöner 4-er-Streifen der 1-Kopekenmarke, auch wenn die ganz linke Marke leider Faltspuren aufweist.

Ich habe folgende Erklärung: Auf Grund der unterschiedlichen Kalender (julianisch/gregorianisch) wurde die Ansichtskarte tatsächlich erst im Juni auf den Seeweg nach Edinburgh gebracht. Die SS Ranza war vermutlich ein britisches Frachtschiff, welches von 1902 - 1915 in Betrieb war. 1915 wurde die SS Ranza von dem deutschen U-Boot U-28 versenkt.

passt?

Liebe Grüße

10Parale


 
Fips002 Am: 03.06.2020 21:22:34 Gelesen: 12794# 668 @  
Brief von der Jungfernreise des Turbinenschiffes "UNITED STATES" am 03.Juli 1952.

Bereits bei ihrer Jungfernfahrt errang sie das "Blaue Band" für die schnellste Atlantik-Überquerung von Passagierschiffen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35,59 Knoten (65,91 km/h), Fahrzeit 3 Tage, 10 Stunden und 40 Minuten. Für die Rückreise benötigte sie 3 Tage, 12 Stunden und 12 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 34,51 Knoten. Die "UNUTED STATES" hält den Rekord für die schnellste Überquerung in beiden Richtungen.

Das "Blaue Band" wurde bis 1935 nur symbolisch verliehen. Im selben Jahr stiftete England die sogenannte "Hales Trophy" - eine 45 Kilogramm schwere und 1,20 m hohe Statuette aus Silber auf der jeweils die Namen und Silhouetten der Preisträgerinnen eingraviert wurden.

Die "Hales Trophäe" befindet sich heute im Schifffahrtmuseum in New York.

Die Anlaufhäfen in Europa waren Southampton und Le Havre/Frankreich, später auch häufig Bremerhaven.

Der Betrieb von Passagierschiffen zwischen Nordamerika und Europa war nicht mehr rentabel da die Flugreisen billiger und populärer wurden.

Am 14.November 1969 wurde die "UNITED STATES" außer Dienst gestellt. Heute befindet sie sich in Philadelphia.

Es ist nur zu hoffen, dass der legendäre Transatlantikliner "UNITED STATES" vor der Verschrottung bewahrt wird.







Dieter
 
volkimal Am: 03.06.2020 22:01:45 Gelesen: 12782# 669 @  
Hallo zusammen,

Dieter zeigt im Beitrag [#666] ein Radiogramm von der Queen Elisabeth. Im Beitrag [#668] stellt er die SS United States vor. Ich möchte beides kombinieren und ein Radiogramm von der SS United States zeigen. Aber vorher zur Entstehungsgeschichte.

Die beiden Brüder Hellmut und Willi Matzat hatten unabhängig voneinander beide ein Stipendium für zwei Studiensemester (1951/1952) in den USA gewonnen. Im September 1952 fuhren beide wieder nach Deutschland zurück. Hellmut fuhr mit dem holländischen Schiff „SS Ryndam“.



Diese Ansichtskarte der SS United States schickte Willi an Großvater, nachdem er seinen Bruder zum Schiff gebracht hatte.



Willi fuhr einen Tag später mit der „SS United States“ ab. Die „United States“ war damals das schnellste Passagierschiff der Welt. Es war einige Monate vorher in Dienst gestellt worden und hatte das „Blaue Band“ gewonnen. Unterwegs überholte die United States die kleine Ryndam. Als beide Schiffe ungefähr auf gleicher Höhe waren, schickte Hellmut dieses Funktelegramm von Schiff zu Schiff an Willi. Das Telegramm ist wohl direkt in die Kabine gebracht worden, denn der Umschlag trägt keine Anschrift.



Am 18.9.52 schickt Großvater diese Postkarte an Willi nach Cherbourg. Er schreibt:

Heute bringst Du, wie ich vermute, Hellmut zur Ryndam und morgen wirst Du selbst an Bord der United States gehen. Nachdem ich vorhin an Hellmut eine Karte nach Southampton geschrieben habe, will ich nun versuchen, Die einen herzlichen Empfangsgruß zu senden, wenn Du wieder europäischen Boden betrittst und Dich der deutschen Heimat näherst.



Die United States hat aber nicht in Cherbourg sonder in Le Havre angelegt. Die Karte wurde dementsprechend nach Le Havre weitergeschickt. Allerdings kam sie dort zu spät an und erreichte die United States erst am 25.9.52 auf der Rückfahrt von Europa nach Amerika. An Bord der United States bekam die Karte den Stempel „SS United States Too late for Delivery“ und wurde dann an Großvater zurückgeschickt.



Großvater hatte inzwischen seinen Fehler bemerkt und schrieb am 21.9.52 noch eine Karte an Willi, die ihn bei der Ankunft in Le Havre erreichte.

Viele Grüße
Volkmar
 
Fips002 Am: 05.06.2020 20:53:41 Gelesen: 12570# 670 @  
Faltbrief von Le Havre/Frankreich, 28. November !856, nach Philadelphia.

Freigemacht ist der Faltbrief mit 10 Centimes braun und 20 Centimes blau, Mi.Nr.12 und 13 als Teilfranco nach Philadelphia. Entwertet wurde die Frankatur mit dem Nummern Stempel "1495" von Le Havre.

Der Faltbrief wurde im Marine Büro von Le Havre aufgegeben und erhielt den orange Doppelkreis Stempel BUREAU MARITIME LE HAVRE/30/NOV/56. Ebenfalls wurde der orange Kastenstempel "P.P." abgeschlagen. Dieser Stempel zeigt, dass der Brief nur mit Teilfrankatur versehen war.

Die französische Privat-Schiffs Rate von 30 Centimes per 7 1/2 Gramm bestand für die beförderten Schiffe bis zum Ankunftshafen. Diese Rate war gültig bis der Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich am 01. April 1857 in Kraft trat.

Der Faltbrief wurde mit dem Segelschiff "St. Nicolas" befördert und kam am 03. Januar 1857 in New York an. In New York wurde der schwarze Verrechnungsstempel mit 5 Cents am 3. Januar abgeschlagen. Die Inlandgebühr von New York bis Philadelphia betrug 5 Cents (bis 300 Meilen). Ab 01. April 1857 wurde die Inlandgebühr auf 3 Cents festgesetzt.



Dieter
 
DL8AAM Am: 07.06.2020 17:12:04 Gelesen: 12510# 671 @  
Mal wieder etwas aktuelleres. ;-)



Spezielle Postkarte (Eigenausgabe) zur Jungfernfahrt des Fährschiffes, der "Cruiseferry", MS Victoria I (IMO-Nummer 9281281) der estnischen Reederei Tallink am 20.03.2004 (im senkrechten Druck wird abweichend der 21.03.2004 genannt). Laut Wikipedia versieht das Schiff seit dem 21.03.2004 seinen Dienst und ist bis heute auf der Route Stockholm (Schweden) nach Tallinn (Estland) über Mariehamn (Åland, Finnland) unterwegs. Versehen ist die karte mit einer finnischen (1. Klasse-) Frankatur, dessen Maschinenstempel leider kaum zu erkennen ist - erahnbar ist aber unten der hinter Teil des Ortsnamens HELSINGFORS (Helsinki).

Im estnischen Wikipedia findet sich eine kurze Zusammenfassung der Tage der Indienststellung:

Frei übersetzt, ... am 18. März 2004 verließ die Victoria I die Werfft in Rauma (Finnland) und kam am nächsten Tag in Tallinn an. Am 20. März wurde in Helsinki das neue Schiff vorgestellt, das dann einen Tag später in Stockholm ankam. Am selben Tag nahm es die Strecke Tallinn-Stockholm in Betrieb. Das erklärt das Datum 20.03.2004 mit der finnischen Frankatur und der finnischen Entwertung.

Gruß
Thomas

https://en.wikipedia.org/wiki/MS_Victoria_I bzw. https://et.wikipedia.org/wiki/Victoria_I
 
1 Pf Am: 08.06.2020 08:28:28 Gelesen: 12492# 672 @  
Bierdeckel als Postkarte benutzt während einer Fahrt mit dem Raddampfer "FREYA" auf dem Nord - Ostsee - Kanal von Kiel nach Rendsburg.

Bei allen Karten wurde Nachgebühr erhoben, da KEIN Postkartenmaß. Die Entwertung erfolgte an Bord des Schiffes mit dem amtlichen DEUTSCHE SCHIFFSPOST Stempel am 16.08.09

Der Beleg rechts oben erhielt einen Nachsendeaufkleber, da der Empfänger verzogen war.



Gruß
1 Pf
 
Fips002 Am: 09.06.2020 09:52:19 Gelesen: 12371# 673 @  
Postkarte nach Groß-Rohrheim, aufgegeben beim Seepostamt des Hapag Dampfers "New York". Die Frankatur wurde mit dem Flaggenstempel DEUTSCH-AMERIKANISCHE SEEPOST HAMBURG-NEW YORK unter dem 27.9.1935 entwertet.

Der Flaggenstempel wurde vom 01.4.1927 bis Juli 1937 verwendet.

Die "New York" unternahm ihre Jungfernreise am 01.04.1927 von Hamburg nach New York. Im März 1934 wurde das Vorschiff bei Blohm & Voss in Hamburg verlängert.

Am 28.08.1939 läuft das Schiff wegen Kriegsgefahr von New York aus und trifft am 05.9.1939 in Murmansk/Sowjetunion ein. Am 13.12.1939 ist die New York wieder in Hamburg und wird als Wohnschiff der Kriegsmarine in Kiel verwendet. 1945 unternimmt sie Evakuierungsfahrten aus den deutschen Ostgebieten.

Nach Luftangriffen am 03.4.1945 in Kiel brennend gekentert. am 21.3.1949 gehoben und in Großbritannien abgewrackt.

Text der Karte:

Lieber Onkel, Tante u.Leni
Nun sind wir bald in England, der Nordsee ist sehr unruhig.
gestern um 2 Uhr sind alle krank gewesen, bei mir ist es noch
sehr gut, bis jetzt bin ich bei alle Mahlzeiten gewesen abend
haben mehr wie halbe Leute gefehlt.
Onkel bist du jetzt wohl zu Hause
oder noch an der fahrt. Ich hoffe, daß Du gut nach Hause gekommen bist.




Dieter
 
Fips002 Am: 13.06.2020 17:20:00 Gelesen: 11908# 674 @  
Schiffsbrief von Genua 20. April 1871 nach Marseilles, Ankunft 22. April 1871. Entwertet wurde die Frankatur 40 Centesimi mit dem Punktstempel "13" von Genua. Dieser Stempel wurde vom 01.5.1866 bis 1877 verwendet.

Der rote Doppelkreisstempel GENES BAT.A VAPEUR/21/AVRIL/71 wurde in Genua auf den Brief abgeschlagen als Herkunftstempel für Seebriefe aus Genua. Dieser Stempel wurde von 1864 - 1873 verwendet.

Der Stempel ist einzig in den Annalen der französischen Schiffspost, da er als einziger sowohl den Vermerk BAT. A VAPEUR (=Dampfschiff) als auch einen ausländischen Herkunftshafen trägt.

Viele dieser, bis 1873 und darüber hinaus stattgefundenen Fahrten wurden durch Italienische Dampfschiffe ausgeführt, fast immer von der Compagnie DANOVARO aus Genua.




Dieter
 
Fips002 Am: 18.06.2020 20:59:21 Gelesen: 11350# 675 @  
Heute ein Ozean-Brief vom Turbinenschiff "Cap Arcona" nach Havanna/Cuba.

Die Frankatur wurde mit dem Flaggenstempel CAP/ARCONA/H.-S.D.-G. DEUTSCHE/SCHIFFSPOST/"HAMBURG-SÜD"/SÜDAMERIKA/28.2/29 entwertet. Ankunft in Havanna am 15. März 1929.

Der Stempel weist eine Besonderheit auf, denn die Jahreszahl "29" ist in einer kleineren Schrifttype im Stempel zu sehen. Der Flaggenstempel wurde von Beginn der Jungfernreise am 19.11.1927 für die an Bord aufgegebene Post bis März 1936 benutzt.

Das Turbinenschiff "Cap Arcona" wurde 1926/27 auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg gebaut.

Technische Daten: 27.560 BRT, 196,2 m lang, 25,8 m breit, Reisegeschwindigkeit 20 Knoten, Passagiere 525 1. Klasse, 275 in der 2.Klasse und465 in der 3. Klasse.

Das Schiff war im Einsatz nach den La Plata-Häfen.

Am 29. November 1940 wurde die Cap Arcona Wohnschiff der deutschen Kriegsmarine in Gotenhafen (heute Gdynia/Polen). Am 3. Mai 1945 wurde das Schiff von vier britischen "Typhoon-Jagdbombern" in der Lübecker Bucht angegriffen und sank mit 5000 KZ-Häftlingen.



Dieter
 
Fips002 Am: 24.06.2020 19:45:27 Gelesen: 10610# 676 @  
Seefunktelegramm vom Schnelldampfer "Scharnhorst" nach Saarbrücken.

Das Seefunktelegramm wurde am 26. Dezember 1937 um 18.23 Uhr von der Seefunkstelle der "Scharnhorst" an die Küstenfunkstation Norddeich Radio, per Telegraphie, übermittelt. Von Norddeich Radio wurde das Telegramm nach Saarbrücken durchgegeben.

Der Schnelldampfer "Scharnhorst" vom Norddeutschen Lloyd unternahm seine Jungfernreise am 3. Mai 1935 von Bremerhaven nach Ostasien. Die gesamten Einrichtungen des Schiffes entsprachen den Bedürfnissen in tropischen Gebieten.

Im September 1939 wurde die "Scharnhorst" in Japan aufgelegt und im Juli 1942 an die Regierung Japans verkauft. Das Schiff wurde zum Flugzeugträger umgebaut und im Dezember 1943 als "Jinyo" in Dienst gestellt. Die "Jinyo" wurde am 17. November 1944 durch das U-Boot "Spadefish" der US Navy, nordöstlich von Shanghai, durch Torpedotreffer versenkt.




Dieter
 
Ichschonwieder Am: 28.06.2020 19:07:38 Gelesen: 10184# 677 @  
Hallo,

hier ein Bordstempel.



VG Klaus Peter
 
Fips002 Am: 01.07.2020 20:55:43 Gelesen: 9877# 678 @  
Schiffbrief Telegramm vom Passagierschiff "Asturias" nach Parkstone, Dorset, England.

Von der Funkstation der "Asturias" wurde das Telegramm per Telegraphie am 20. September 1948 an die Küstenfunkstation "Portishead Radio", Rufzeichen GKB, übermittelt.

Vom Postamt der Radio Station in Highbridge wurde das Telegramm an den Empfänger nach Parkstone, mit Umschlag SHIP LETTER TELEGRAM, geschickt.

Die "Asturias" der britischen Reederei Royal Mail Line wurde 1926 in Dienst gestellt und im Post- und Passagierverkehr nach Südamerika eingesetzt. Nach Kriegsausbruch 1939 wurde das Schiff als Hilfskreuzer umgewandelt. Ab 12. Oktober 1946 zur Truppenfahrt über Kapstadt nach Australien und ab 1949 für Auswanderungsfahrten eingesetzt.

1957 wurde die Asturias zum Verschrotten nach Schottland verkauft. Während des Abbruches stand sie für den Film "Die letzte Nacht der Titanic" zur Verfügung.







Dieter
 
Fips002 Am: 08.07.2020 18:11:22 Gelesen: 8874# 679 @  
Postkarte nach Berlin, aufgegeben beim Seepostamt des Dampfers "ALBERT BALLIN". Die Karte wurde mit dem Flaggenstempel DEUTSCH-AMERIKANISCHE SEEPOST HAMBURG-NEW YORK unter dem 21.10.1927 entwertet. Der Flaggenstempel wurde vom 16.01.1925 bis 30.9.1935 verwendet. Jungfernfahrt war am 4.Juli 1923 von Hamburg nach New York. Der Dampfer war im Liniendienst von Hamburg-Southampton-Cherbourg- New York eingesetzt.

Aufgrund der jüdischen Abstammung Albert Ballins erzwang die NS-Regierung am 1. Oktober 1935 die Umbenennung des Schiffes in "HANSA". Im zweiten Weltkrieg von der Kriegsmarine als Wohnschiff verwendet. Am 6. März 1945 durch Minentreffer vor Warnemünde auf Grund gesetzt. Nach Um- und Ausbau in Warnemünde Ende 1955 an die UdSSR übergeben und als "SOVIETSKIY SOYUZ§ auf der Route Wladiwostok-Petropawlowsk (Kamtschatka) bis 1980 eingesetzt und im Dezember 1980 wurde die ehemalige ALBERT BALLIN außer Dienst gestellt.

Albert Ballin war ein Hamburger Reeder und eine der bedeutendsten jüdischen Persönlichkeiten in der Zeit des deutschen Kaiserreiches. Er machte als Generaldirektor die Hamburg-Amerikanische Paketfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) zur größten Schifffahrtslinie der Welt.



Dieter
 
1 Pf Am: 15.07.2020 07:43:42 Gelesen: 7676# 680 @  
Schiffspost - an und von einem Besatzungsmitglied

Hallo,

Hier keine amtliche Schiffspost aber zwei Belege an, bzw. von einem Besatzungsmitglied. Korrespondenz mit seiner Frau.

Die 1 Pf Freimarke 226 x wurde auf beiden Briefen rückseitig als - Verschlussmarke - verwendet.

Deshalb für mich interessant - auch wenn es nur Spielerei ist.

ABER - vielleicht war es ja auch eine Sicherheitsvorkehrung vor neugierigen Menschen ?

Der Brief aus SPANIEN zeigt in der linken oberen Ecke Anmerkungen, die darauf hinweisen könnten, daß die Briefe von Bord fortlaufend nummeriert wurden.
So konnte man kontrollieren, ob Post verloren geht. Das habe ich während meiner Fahrzeit auch so mit meiner Post gemacht. Die Post der Besatzung wurde dem Schiffsagenten übergeben. Auf dem Weg zur Post, fand sich dann manchmal ein "Liebhaber", der die Marken zur Wiederverwendung benutzte oder verkaufte.

Wer kann mir Angaben zu den Schiffen machen ?




Gruß
1 Pf
 
Fips002 Am: 15.07.2020 19:13:18 Gelesen: 7639# 681 @  
Marconigram vom englischen Passagierdampfer "CEDRIC" an ein Passagier an Bord.

Aufgenommen wurde das Radio Telegram am 11. November 1928 um 01.02 Uhr. Im Umschlag Marconigram wurde es dem Passagier übergeben.

Das Passagierschiff "CEDRIC" führte ihre Jungfernfahrt am 11. Februar 1903 von Liverpool nach New York durch.

Auf dieser Linie war sie 30 Jahre beheimatet. Im 1. Weltkrieg wurde sie als Hilfskreuzer der britischen Admiralität eingesetzt. Nach dem Krieg befuhr "CEDRIC" wieder die Linie Liverpool-New York.

Das Schiff beförderte ab 1920 in der I. Klasse 347 Passagiere, in der II. Klasse 250 und in der III. Klasse 1000 Passagiere.

Ihre letzte Liverpool- New York-Reise unternahm sie am 5.September 1931. 1932 wurde die "CEDRIC" zum Abbruch verkauft.



Dieter
 
Fips002 Am: 19.07.2020 17:33:12 Gelesen: 6690# 682 @  
@ 1 Pf [#680]

Hallo,

Zu den Belegen von mir folgende Angaben:

Brief "Kehrwieder" - Das Schiff war ein ehemaliger Kriegskutter und wurde nach dem Krieg zum Angeln verwendet.

In den 70er Jahren für das Meeresangeln umgebaut und in den letzten Jahren aufwendig saniert. "Kehrwieder" ist 24 m lang, verfügt über 16 Kojen in 4-Bett-Kabinen sowie im Deckssalon ca 30 Sitzplätze. Sie wird oft gechartert für Hochsee-Angeltouren. Das Schiff hat kein Schiffspoststempel.

Das kombinierte Passagier- und Frachtschiff "Duisburg" der Hamburg Amerika Linie führte den Schiffspoststempel vom 26.01.1956 bis zum 21.3.1962 auf der Linie Hamburg-Westindien.

Von 1954 - 1966 wurden auf 47 Schiffen, insgesamt 48 Schiffspoststempel verwendet. Die Schiffe haben alle Städtenamen.

Auch ich habe auf allen Reisen Post an den Schiffsagenten übergeben zur Weiterbeförderung. Sie wurden immer mit einem Maschinenstempel entwertet, hier eine Karte aus Beirut,Libanon.





Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 20.07.2020 20:10:13 Gelesen: 6445# 683 @  
Telegramm Karte von der 1. Hapag-Nordkapfahrt des Kreuzfahrtschiffes "OCEANA" aus Merok, 13. Juli 1934, nach Wiesbaden.

Die HAPAG kaufte 1927 die OCEANA aus Italien. Sie war ein beliebtes und erfolgreiches Kreuzfahrtschiff.



Dieter
 
Fips002 Am: 27.07.2020 20:41:30 Gelesen: 4806# 684 @  
Heute ein sehr seltenes original Telegramm vom Aussenkommissariat der UdSSR an den Legationsrat Hilger an Bord des Hapag Dampfers "RELIANCE" in Leningrsd am 26.7.1938.

Interessant wäre es zu erfahren, warum 66 Passagiere keine Genehmigung erhielten, obwohl sich der Legationsrat Hilger für die Passagiere einsetzte. Waren es politische Gründe?

Legationsrat Hilger war Mitglied der deutschen Botschaft in Moskau. Durch seine guten Russischkenntnisse wurde Hilger häufig als Dolmetscher zu politischen Verhandlungen und Gesprächen zwischen deutschen Diplomaten und Vertretern der sowjetischen Regierung herangezogen.

Die "RELANCE" der Hapag lief 1914 als "Johann Heinrich Burchard" für die Hamburger Reederei vom Stapel. Im 1.Weltkrieg wurde sie an den KONINKLIJKE HOLLANDSCHE LLOYD verkauft. 1922 verkauft an die UNITED AMERICAN LINES und kam als "RELIANCE" zwischen Hamburg und New York zum Einsatz, gelegentlich auch für Kreuzfahrten nach Panama "ausgeflaggt" um die amerikanischen Prohibitionsgesetze zu umgehen.

Die Hapag kaufte die "RELIANCE" am 22.Juli 1926 und sie kam hauptsächlich als Kreuzfahrtschiff zum Einsatz.

Befördert wurden 633 Passagiere in der Ersten Klasse und 186 in der zweiten Klasse.

Am 07.8.1938 sollte die "RELIANCE" zu einer Nordlandfahrt ab Hamburg auslaufen. An diesem Tag brach ein Feuer aus, bevor die Passagiere eintrafen. Das Feuer konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden und die "RELIANCE" sank durch die große Löschwassermenge. 1940 wurde das Schiff verschrottet.




Dieter
 
Fips002 Am: 02.08.2020 20:38:10 Gelesen: 2704# 685 @  
Schiffsbrief von London über Antwerpen/Belgien nach Köln, an die Firma Joh. Maria Farina in Köln, gegenüber dem Jülichplatz. Die Produkte der Firma Farina, Kölnisch Wasser, waren weltweit gefragt. Bestellungen kamen aus allen Kontinenten.

Der Faltbrief wurde mit einem Dampfschiff von London nach Antwerpen befördert, Vermerk oben - Antwerp-Steampacket.

Die Gebühr von London nach Antwerpen betrug 8 Pence. London stempelte den Paid Stempel und den Kronenstempel PAID SHIP LETTER LONDON am 23. Juni 1838. Der Kronenstempel - S 50 - wurde von 1836 bis 1838 verwendet.

In Antwerpen wurde der Eingangsstempel 23. Juni 1838 und der ovale rote Stempel ANGLETERRE/PAR/ANVERS abgeschlagen. Dieser Stempel zeigt, dass der Brief aus England mit einem Dampfschiff kam.

Der belgische Beamte belastete Preußen mit 20 holländischen Cents und stempelte die Gebühr in schwarz auf der linken Briefseite für den Transit durch Belgien.

Der Gebrauch von holländischer Währung für die Transitgebühr bestand bis zum 01. Januar 1847.

Preußen stempelte 7 Silbergroschen Postgebühr. Diese deckte die belgische Transportgebühr und die Preußen Inlandgebühr ab.

Der Faltbrief kam am 26. Juni 1838 in Köln an, Stempel der 2. Abholung.





Dieter
 
Fips002 Am: 08.08.2020 21:13:34 Gelesen: 1095# 686 @  
Faltbrief von New York nach Le Havre.

Der schwarze Kreis Datum Stempel von New Yorker Austauschamt zeigt den U.S. Kredit nach Frankreich 2 x 3 Cents = 6 Cents.

Am 13. Juni 1866, das Cunard Dampfschiff "Persia" verließ New York mit dem Faltbrief und erreichte Queenstown/Irland am 22. Juni 1866. Der verschlossene Postsack wurde nach Southampton/England gebracht, wo ein Zubringer Dampfer diesen nach Havre/Frankreich beförderte.

Am 25. Juni 1866 wurde der Postsack in Havre geöffnet und wo der Faltbrief mit einem 21 mm rot orange Achteck Datum Stempel gestempelt wurde ET.UNIS SERV. BR/25/JUN/66/ HAVRE, als französischer Eingangsstempel. Dieser Stempel zeigt, dass der Faltbrief aus den Vereinigten Staaten durch englischen Dienst über England ging und in Havre/Frankreich ankam.

Der Havre Beamte stempelte den Faltbrief mit 8 Decimes (80 Centimes) Postgebühr mit dem schwarzen Handstempel.




"Persia" 3,300 Tonnen, der erste eiserne Cunarder, wurde gebaut um mit den Collins Schiffen zu konkurieren.
Die "Persia" machte verschiedene Rekord Passagen. Sie war von 1856 bis 1868 im Dienst der Cunard Line.
1868 verkauft und als Segelschiff (Brig) eingesetzt.

Dieter
 

Das Thema hat 686 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 8 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27   28  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 

Ähnliche Themen

17569 20 01.05.20 11:35bedaposablu
14103 17 13.04.20 09:20epem7081
37462 50 18.01.20 18:26epem7081
7873 10 18.10.14 11:45Saguarojo
5874 12.10.11 12:55Werner Steven


Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.