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Thema: (?) (882) Rumänien für Sammler
Das Thema hat 884 Beiträge:
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Markdo Am: 29.05.2021 15:32:59 Gelesen: 23890# 860 @  
Gibt es den Cmpr denn noch irgendwo zu kaufen?
 
Heinz 7 Am: 29.05.2021 17:49:04 Gelesen: 23836# 861 @  
@ Markdo [#860]

Guten Tag.

ja, antiquarisch gibt es ihn hin und wieder. Mit einem Preis von Euro 40 musst Du mindestens rechnen, aber es ist natürlich jeden Cent wert. Viel Glück beim Suchen.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.05.2021 12:23:10 Gelesen: 23560# 862 @  
@ Heinz 7 [#857]

Wenn ein Sammler die Michel Nr. 29 II betrachtet, versteht sofort, warum diese Marke als "Notausgabe" bezeichnet wird. Nicht bei Michel, aber bei Zumstein (Bern), und in anderen Katalogen.

Ich zitiere zur Entstehungsgeschichte dieser Marke aus dem Buch von Hans Georg (1979), Seite 131



"Anfangs 1872 sollten neue, im Buchdruckverfahren hergestellte Marken in Umlauf gesetzt werden. Infolge Verzögerung der Markenlieferungen aus Paris, musste man zur Schaffung einer N O T A U S G A B E in Bukarest übergehen. Es erscheinen die beiden Werte zu 10 und 50 Bani, die die Hast mit der die eilige Herstellung erfolgen musste, in ihrer mangelhaften Ausführung deutlich zeigen."



Es ist nun kaum/nicht verständlich, dass Michel dieser Marke dieselbe Hauptnummer (29 II) gibt, wie der regulären Briefmarke 10 Bani blau von 1871 (29 I), die wir oben besprochen haben, und die hier nochmals gezeigt wird.



Bereits Senf katalogisierte diese zwei Marken leider unter derselben Hauptnummer (Senf 1912: Nr. 30) und Michel übernahm bekanntlich die Senf-Nummerierungen fast immer. Interessant ist, dass der damalige grosse Konkurrent zu Senf, Paul Kohl, im Handbuch 1915 aber sehr wohl zwei Nummern verwendete:

Nr. 32 = kobaltblau, Type I (allerdings: 1872/statt 1871)
Nr. 34 = fünf (!) verschiedene blau-Farben, Type II.

Auch Zumstein wählte diese meines Erachtens richtige Klassierung:

Nr. 28 = blau, 1871, (meine Anmerkung: Type I)
Nr. 34 = ultramarin, Notausgabe 1872 (meine Anmerkung: Type II)

Die Marke wird in zwei Typen beschrieben. Ein auffälliger Unterschied ist:

Type I (1871): Kopf zentrisch im Oval, zwei vollständige senkrechte Linien zwischen die Ziffer 10 und der Wertangabe BANI

Type II (1872): Kopf nach rechts versetzt, Bruchstücke einer dritten senkrechten Linie zwischen Ziffer 10 und der Wertangabe BANI

Wir sollten also diesen zwei nicht bildgleichen, unterschiedlichen Briefmarken auch zwei verschiedene Hauptnummern geben. So wie es viele Kataloge tun. Die Katalogisierung Michel ist hier, ausnahmsweise, weniger gut als bei anderen Katalogen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.06.2021 01:59:47 Gelesen: 20764# 863 @  
@ Heinz 7 [#862]

Der Auktionator weiss genau, dass der unten gezeigte Brief die Sammler von Rumänien interessiert.



Zwar ist der Brief nicht aus der "ganz alten" Zeit, aber 1881 ist ja auch nicht schlecht und die Ausgaben der zehnten Ausgabe werden heute zum Teil auch gut nachgefragt...

Aber wenn es denn eine Mischfrankatur 9./10. Ausgabe ist, nach Südafrika... da wird ein mancher Sammler "rote Ohren" bekommen haben.

Los 1554 wurde heute in Zürich verkauft, bei Corinphila. Der Startpreis von CHF 100 war natürlich ein Witz. Da haben sich wohl viele Sammler darum gebalgt.

Früher hätte man den Brief vielleicht für CHF 400-500 bekommen. Aber heute? - Der Brief kletterte auf Zuschlag CHF 3'200.

Da kann ich nur sagen: gute Nacht!

Es gibt offenbar viele Rumäniensammler, die gar keine Geld-Limiten kennen...

Heinz
 
bayern klassisch Am: 12.06.2021 15:38:09 Gelesen: 20729# 864 @  
@ Heinz 7 [#863]

Lieber Heinz,

das beweist doch nur, dass du einen sehr guten Geschmack hast - leider aber andere auch, darunter ein paar mit dickerer Brieftasche.

Aber ersteres ist m. E. viel wichtiger, als letzteres, auch wenn dir das im Moment kein starker Trost sein mag.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
10Parale Am: 16.06.2021 21:44:57 Gelesen: 20220# 865 @  
@ Heinz 7 [#863]

Bei dem Brief mit dem exorbitanten Hammer Price stimmt auch alles. Und ich stimme zu, dass vor ein paar Jahren Rumänien Lose viel günstiger zu haben waren als heutzutage. Das Auktionshaus Corinphila kann ich nur loben. Kein anderes Auktionshaus, - das ist meine subjektive Meinung -, hat solche wunderschönen Kataloge und solch eine hervorragende Präsentation und Qualität der angebotenen Lose. Die Auktionen werden zu Selbstläufern und die Möglichkeit, recht einfach ONLINE LIVE BIETEN entfacht breites Interesse bei niedrigen Ausrufen. Provenienzen werden genannt und erforscht und so wird auch der Brief für CHF
3´200 nun registriert und für immer eine kleine Preziose bleiben.

Übrigens haben wir der Stadt Jassy wirklich wunderschöne Briefe zu verdanken. Ich zeige hier ein Einschreiben von IASI, welches 9 $ 99 Cent gekostet hat. Man kann jetzt natürlich einwenden, es handelt sich um einen Satzbrief und wurde unter Umständen aus philatelistischen Gründen am 10. August 1938 so frankiert. Es wurden die Werte zu 3, 6 und Lei des Satzes von 1938, Neue Verfassung (CONSTITUTIA) verwendet. Rückseitiger Ankunftsstempel von BRNO 13.VII.38 in der Tschechoslowakei.

Auch für den kleinen Geldbeutel findet sich nach längerem Suchen im World Wide Web und auf dem Hausflohmarkt beim Nachbar hin und wieder was Günstiges aus Rumänien. Kann bayern klassisch nur zustimmen, aber leider ist neben dem guten Geschmack manchmal auch ein dicker Geldbeutel ausschlaggebend.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 05.07.2021 14:43:18 Gelesen: 16618# 866 @  
@ bayern klassisch [#864]

Danke, Ralph.

Bei Viennafil gab es diese Tage auch ein paar interessante Rumänien-Lose.



Dieser Brief ist für Rumänien sehr alt. Er trägt einen der frühesten Stempel, die es gibt, allerdings keinen rumänischen Stempel, sondern einen österreichischen. Österreich hatte damals vom Osmanischen Reich (welches damals die Oberherrschaft hatte über die Fürstentümer Moldau & Wallachei) die Erlaubnis, einen Postbetrieb auf dem Gebiet zu betreiben.

Los 2835 bei Viennafil zeigt einen alten Brief von Bukarest nach Wien. Ich kopiere die Original-Losbeschreibung:

"1818, Brief vom 21.7.1818 von Bukarest an den Bankier Popp in Wien, zweizeiliger Abgangsstempel "BUKUREST in der Walachey" (bei Tschilighirian nicht erwähnt), beigesetzte Röteltaxe "14" (Kreuzer), rückseitig der Kontumazstempel "SIGILLUM SANITATIS"; sehr seltener Brief."

Es gibt eine (kleine) Reihe solcher Briefe, die mit seltsamen Handzeichnungen "verziert" wurden (siehe unterer Rand). Herr Gertlieb Gmach hat in seinem monumentalen Vier-Band-Werk "Österreichische und ungarische Posteinrichtungen in den Donaufürstentümern 1782-1880" einige dieser frühen Briefe gezeigt. 10 Parale hat oben Band IV dieses Werkes gezeigt.

@ 10Parale [#543]

Das Angebot bei Viennafil stiess auf reges Interesse. Obwohl der Startpreis bereits bei Euro 800 lag, steigerte sich der Preis auf Euro 2'100 hoch, plus die üblichen Zuschläge. Früher lagen die Preise dafür viel tiefer, ausser in Ausnahmefällen.

Heinz
 
10Parale Am: 07.07.2021 22:19:58 Gelesen: 16227# 867 @  
@ 10Parale [#1]

in Beitrag [#1] habe ich eine 40 Parale Marke (6ay blau auf weißem Papier) eingescannt. Dies war am 29.03.2013. Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gezogen und ich habe das Gefühl, vieles richtig und auch vieles falsch gemacht zu haben.

Meine Liebe zu den rumänischen Marken der Klassik hat jedoch niemals nachgelassen. Während selbst für Millionäre mittlerweile der Erwerb einer der berühmten Mauritius-Marken fast unerschwinglich ist (siehe vergangene Gärtner-Auktion Nr. 50), steigen auch die Preise für die klassischen Ausgaben Rumäniens Jahr für Jahr. Klimawandel, Corona-Pandemie und Negativ-Zinsen für hohe Bankguthaben sind Themen, die uns heute beschäftigen und die Frage, was das Geld eigentlich noch wert ist.

Meine Begeisterung für Rumänien rührt sicherlich auch daher, dass ich mit einer rumänischen Frau verheiratet bin. Ich wüsste nicht, wie ich das Land ohne meine Frau beurteilen würde. Dies hat mich sicherlich sehr beeinflusst.

So habe ich mir jetzt einen schönen Brief zugelegt mit einer 40 Par auf Faltbrief mit Inhalt von IASSY 21/11 nach Galati, frühe Verwendung 1858 in einer recht guten Erhaltung. Der Vorbesitzer ist oder war Mitglied der ARGE Rumänien und ich bin überzeugt, dass der Brief auch echt ist.

Er wird einen besonderen Platz in meiner Sammlung erhalten. Zum Preis möchte ich mich hier nicht äußern, ich konnte ihn aber irgendwo unterhalb der 4-stelligen Schwelle erwerben. Für meine Verhältnisse ein teurer Brief. Der Brief mit dem einfachen Inlandsporto wurde bislang nicht geprüft und ich habe auch keine weiteren Informationen über den Inhalt und die weiteren Zeilen auf der Briefvorderseite.

Vielleicht war es etwas voreilig von mir, vor vielen Jahren etwas unbedarft in die ARGE Rumänien einzutreten. Ich sammle ja mittlerweile alles Mögliche, weil es mir einfach Spaß macht und etwas von anderen Alltagssorgen ablenkt.

Nun war ich coronabedingt schon mindestens 2 Jahre nicht mehr in Rumänien und der letzte Besuch ergab sich aus einem traurigen Anlass. Ich hoffe nun doch bald wieder mit meiner lieben Frau eine Reise nach Rumänien machen zu können. Es gibt zwei Dinge die ich unbedingt sehen möchte: Klöster der Moldau und die Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Man verzeihe mir diesen etwas längeren persönlichen Ausflug, aber ich bin nun überzeugt, dass man das Herz und den Verstand nicht immer trennen kann.

Schönen Abend

10Parale


 
Heinz 7 Am: 08.07.2021 14:01:24 Gelesen: 15727# 868 @  
@ 10Parale [#867]

Guten Tag, 10 Parale,

Ich gratuliere Dir zu Deinem Kauf von dem sehr schönen Brief!

Am 21. November 1858 (sehr wahrscheinlich julianischer Kalender) wurde dieser Brief geschrieben, also vor mehr als 162 Jahren! Er wurde an demselben Tag auf die Post gebracht und mit einer 40 Parale-Marke der zweiten Ausgabe Fürstentum Moldau (Michel Nr. 6) freigemacht. Die Marke ist schön und vollrandig. Sie trägt einen wunderbaren Vollstempel: Zweikreisstempel "JASSY / MOLDOVA; 21/11".

Die Adresse wurde gleich zweimal geschrieben, einmal mit lateinischer Schrift, dann nochmals in kyrillisch. Dies sieht man öfters auf Briefen dieser Zeit. Das ist schön, denn so können wir einzelne Wörter/Buchstaben transkribieren (wie beim Rosetta-Stein im British Museum!). Die Post brachte einen Vermerk an, dass der Brief voll bezahlt ist, und dass der Empfänger nicht mehr zur Kasse gebeten wird. Das Anbringen des grossen blauen "X" ist das Zeichen dafür.

Wenn Du den Brief drehst, findest Du vielleicht einen Ankunftsstempel "GALATZ".

Es war ein Inlandbrief des Fürstentums Moldau. Dieses Gebiet verfügte erst seit 1858 über Briefmarken. Wäre der Brief ca. 2 Monate vorher geschrieben worden, wäre wohl eine 54-Parale-Marke der erste Ausgabe zum Einsatz gekommen! Nur - dann hättest Du den Brief nicht für einen dreistelligen Betrag kaufen können. Wäre der Brief gar ein halbes Jahr vorher geschrieben worden, wäre eine Frankierung mit rumänischer Briefmarke noch gar nicht möglich gewesen!

Ich freue mich, dass Du zu Deiner "alten Liebe" zurück gekehrt bist, philatelistisch. Du erklärst uns auch, warum Du Rumänien liebst. Ich verstehe das sehr gut. Mein Weg zu Rumänien führte über die Briefmarken, die mich sehr früh schon fasziniert haben.

Das Donaudelta wollte ich auch besuchen! So unternahm ich 1981 eine lange Bahnreise (mit "Interrail"). In Bukarest angekommen mussten wir aber feststellen, dass die Mündung der Donau ins Schwarze Meer mit öffentlichem Verkehr damals praktisch kaum erreichbar waren. So verzichteten wir damals mit Bedauern auf den Ausflug zur Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Immerhin fuhren wir mit alten Lokomotiven noch bis Constanta, am Schwarzen Meer.

Die Moldauklöster habe ich später nachgeholt! 2019 feierte die ARGE Rumänien ihr 50-Jahre-Jubiläum, und wir erhielten sogar eine Einladung von Herrn Chirescu, das ARGE-Symposium in seinem phantastischen Museum in Bukarest durchzuführen. Das war eine Gelegenheit, die ich nutzte. Mit der liebenswürdigen Unterstützung von Herrn Chirescu und seinem Super-Team hängte ich noch einen drei-Tages-Ausflug an zu den Moldau-Köstern im Norden Rumäniens. Das war ein wunderbares Erlebnis. Ich lernte nochmals sehr viel dazu zu der Geschichte, und ich sah eindrücklich, wie die Bukowina, die über Jahrhunderte ein anderes Schicksal hatte, als das Fürstentum Moldau, auf eine gemeinsame Geschichte zurückblickt.

Ich rate Dir und Deiner Frau sehr, Deine Reise-Pläne zu verwirklichen.

Etwas, was Du sicher richtig gemacht hast, ist, dass Du dieses Thema "Rumänien für Sammler" vor über 8 Jahren eröffnet hast. Dieses Thema war der Anlass für mich, dass ich mich auch auf den "Philaseiten" einschrieb. Am 23. Mai 2013 schrieb ich meinen ersten Beitrag. Ich danke Dir nochmals für Deine "Initialzündung".

Herzliche Grüsse
Heinz
 
wuerttemberger Am: 08.07.2021 14:28:19 Gelesen: 15718# 869 @  
@ Heinz 7 [#868]

Die Adresse wurde gleich zweimal geschrieben, einmal mit lateinischer Schrift, dann nochmals in kyrillisch.

Die zweite Schrift sieht mir sehr griechisch aus.
 
10Parale Am: 08.07.2021 21:59:38 Gelesen: 15496# 870 @  
@ Heinz 7 [#868]

über deinen Beitrag zu dem Brief im Fürstentum Moldau habe ich mich sehr gefreut. Der Brief wurde in griechischer Sprache verfasst, da hat wuerttemberger [#869] schon Recht.

Bein Auktionshaus Corinphila habe ich zwei Briefe entdeckt mit den Brudermarken, der 6ay und der 6by. Diese wurden für 1.200,-- bzw. 1.600 Schweizer Franken zugeschlagen. Sie haben die Sicherheit eines Attestes von Herrn Heimbüchler. Die Marke auf meinem Brief aus #868 ist bläulich und damit die 6ax.

Einen Ankunftsstempel habe ich nicht gefunden.

Es ist an der Zeit wieder etwas einzusteigen und über diese Marke und Periode Ihres Erscheinens zu forschen. Immerhin folgte sie den großen 4 Ochsenköpfen der Moldau und du beschreibst sehr schön, was wäre, wenn...

Am 1. Mai 1862 beendete die Vereinigung der Fürstentümer auch das Dasein dieser Marke. Ich werde mal versuchen, über die noch verbleibenden Jahre eine Aufstellung der noch vorhandenen Briefe zu machen, was ich ja schon einmal mit einer andere Marke versucht und nie vollendet habe.

Ich zeige hier den Brief, der bei dem Schweizer Auktionshaus für 1.600 Franken zugeschlagen wurde und einen tollen Stempel von Berlad hat.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 09.07.2021 14:16:03 Gelesen: 15361# 871 @  
@ 10Parale [#870]
@ wuerttemberger [#869]

Ich bitte um Entschuldigung, dass ich nicht aufgepasst habe bei diesem Aspekt der Beschreibung des Briefes und danke für die Berichtigung, dass der Brief und die zweite Anschrift auf griechisch erfolgten.

Das ist keineswegs ungewöhnlich für das Fürstentum Moldau. Wir wissen, dass im 17./18. Jahrhundert die osmanischen "Oberherren" für das Gebiet des Fürstentums Moldau mehrere Mitglieder von bedeutenden griechischen Familien aus dem Stadtviertel Phanar in Konstantinopel einsetzten – daher die Bezeichnung „Phanarioti". Die Griechen besetzten wichtige Positionen im Staat, und die griechische Sprache kam so auf dem Gebiet des heutigen Rumänien zur Anwendung.

Es ist eine schöne Aufgabe, die Marke Nr. 6 auf Brief zu dokumentieren. Du zeigst uns einen Brief aus dem ersten Monat (!) der Verwendung, denn die Marke erschien ja erst am 1. November 1858 (julianischer Kalender).

Für Deinen Brief benötigst Du meines Erachtens nicht unbedingt ein Attest eines anerkannten Rumänien-Prüfers. Wenn Du die Farbeinstufung "bläuliches Papier" aber "amtlich" haben willst, ist ein Attest natürlich hilfreich. Briefe mit Marken "bläuliches Papier" sind nach Einschätzung Heimbüchler immerhin markant teurer als Briefe mit Marken "weisses Papier" (siehe Handbuch Heimbüchler, Band 3, 2007, Seite 160). Dragomir hatte 33 Jahre zuvor die zwei Papiervarianten noch gleich bewertet (je 3'000 Bani, siehe CMPR '74, Seite 49). Zum Zeitpunkt der Erstausgabe der Marke zu 40 Parale war aber bläuliches Papier normal (anders als bei der 80 Parale-Marke!).

Dragomir veröffentlichte eine hochinteressante Studie, in welchen Markenpapier-Farben die 14 verschiedenen Lieferungen der 2. Ausgabe denn erschienen (siehe Rundschreiben der ARGE, R 73, Juni 1989 - Nachdruck in deutsch/ursprünglich in "FILATELIA"/Rumänien). Daraus sehen wir, dass die ersten 5 Lieferungen alle auf bläulichem Papier waren für die 5 und die 40 Parale-Marke (jedoch weisses Papier für die 80 Parale-Marke). Erst die Lieferung 6 und 7 vom 23. Juni 1859/23. Juli 1859 brachten dann einen Wechsel auf weisses Papier für die 5+40 Parale-Marke. Deine Einschätzung "bläuliches Papier" für Deinen Brief kommt also nicht überraschend und ist ein weiteres Zeichen der Echtheit des Briefes in allen Aspekten.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.07.2021 15:01:37 Gelesen: 15351# 872 @  
@ 10Parale [#870]

Früh schon habe ich mir einen Brief gekauft mit der Michel Nr. 6. Da die Marke auf weissem Papier gedruckt ist, erhielt sie die Katalogisierung:

Michel 6by (also: Farbe grünblau, weisses Papier)
CMPR 6yd (hirtie alba, albastru verde)
Zumstein 6y (weisses Papier)



Es ist ein meines Erachtens auch schöner Brief von Jassy nach Galatz. Geschrieben wurde er am 16. Juni 1860. Die Marke ist vollrandig. Der Datum-Stempel "16/6" (fig. 279 Stempelgruppe "M1", nach Dragomir/Stampilografie postala (1990)) wurde neben der Marke abgeschlagen, die Marke wurde mit dem sehr schönen Stempel "FRANCO JASSY" entwertet (fig. 311 / Gruppe M3). Auffallend ist auch die ungewöhnliche Stempelfarbe: grün!

Der Inland-Brief nach Galatz war damit vollständig bezahlt, was der Postbeamte anzeigte mit der Durchkreuzung der Briefvorderseite. Er machte dies sorgfältig mit dünnem Tintenkreuz.

Auf der Rückseite des Briefes finden wir einen Ankunftsstempel "GALATZ MOLDOVA 18/6" (fig. 277, M1); dies etwas undeutlich, aber immerhin.



Für Briefe von 1860 war weisses Papier üblich.

Für diesen Brief brauche ich auch kein Attest. Ich halte ihn für zweifelsfrei echt. Er stammt aus der Sammlung des berühmten Philatelisten Paul Laptev. Er gewann Grossgold in Istanbul 1996. Seine Sammlung wurde 1998 bei Köhler versteigert (300. Auktion). Die Losnummer "1245" ist auf dem Brief immer noch vermerkt. Ich habe die Bleistift-Notiz belassen.

Paul Laptev war auch Mitglied der ARGE und sogar Gastgeber des ARGE-Symposiums 1990 in London!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 11.07.2021 09:14:51 Gelesen: 14897# 873 @  
@ 10Parale [#870]

Guten Tag.

Ich habe mich über Deinen Beitrag [#867] auch gefreut. Später schriebst Du (870):

"Ich werde mal versuchen, über die noch verbleibenden Jahre eine Aufstellung der noch vorhandenen Briefe zu machen, was ich ja schon einmal mit einer anderen Marke versucht und nie vollendet habe."

Ich kann Dich zu diesem Vorgehen nur ermuntern.

Ich erlaube mir, auf einen alten Beitrag von mir zurückzukommen - [#648].

Da habe ich einen "amputierten Dreierstreifen" auf Brief gezeigt.



Wie ich schon schrieb, suche ich das fehlende Stück zu finden. Wenn Du (oder ein anderer Leser der Philaseiten) es finden kannst, wäre ich über einen entsprechenden Hinweis äusserst froh. Für die Beschaffung des fehlenden Stückes gäbe es sogar einen schönen Finderlohn!

Um den Eifer anzustacheln, das fehlende Stück zu suchen, rekonstruiere ich hiermit, wie der Brief vor seiner Zerstörung wohl ausgesehen hat. Ich habe die "Ergänzung" farblich extra etwas abgesetzt. Aber die Gesamtwirkung treibt mir auch so fast die Tränen in die Augen.



Herzliche Grüsse

Heinz
 
10Parale Am: 19.07.2021 19:37:23 Gelesen: 12800# 874 @  
@ Heinz 7 [#873]

wir bleiben mal beim Thema 40 Parale. Bei ebay habe ich heute nach Hinweisen eines philaseiten Mitgliedes einen Verkäufer ausfindig gemacht, der einige sehr schöne Stücke der klassischen Rumänien Philatelie anzubieten hat, allerdings durchwegs mit einer völlig übertriebenen Preisvorstellung.

Das Gute zuerst. Alle teuren und klassischen Angebote haben ein Attest von dem bekannten Herrn Pascanu.

Der Verkäufer heißt "panaitedystamps"

Der folgende Brief mit einer 40 Parale Marke bietet er für 4.550,-- $ auf Basis Preisvorschlag an. Ich glaube kaum, dass einer anbeißen wird. Ich empfehle jedoch jedem Rumänien Klassik Liebhaber, die Angebot dieses Verkäufers zu studieren.

Liebe Grüße

10Parale


 
Franz88 Am: 31.07.2021 10:10:52 Gelesen: 9722# 875 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Inlandsbrief vom 2.9.186? von Pitesci nach Bukarest.

Der Brief wurde mit einer 30 Parale - Marke frankiert. Eine schöne Marke mit breiten Rand.

Rückseitiger Ankunftsstempel BUCURESCI 3.9.

Liebe Grüße
Franz


 
bayern klassisch Am: 31.07.2021 11:43:23 Gelesen: 9705# 876 @  
@ Franz88 [#875]

Lieber Franz,

ein Klassebrief, um den dich nicht nur Rumäniensammler beneiden werden. Danke fürs Zeigen dieser Schönheit.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 31.07.2021 13:18:13 Gelesen: 9685# 877 @  
Lieber Ralph,

vielen herzlichen Dank.

Liebe Grüße
Franz
 
10Parale Am: 01.08.2021 12:18:30 Gelesen: 9516# 878 @  
@ Franz88 [#875]

ich schließe mich bayern klassisch an und gratuliere zu diesem schönen Brief mit der breitrandigen 30 Parale Marke.

Es zeigt sich immer wieder, dass die Stempel bei den klassischen Marken einiges zum Wert und zur Seltenheit eines Beleges beitragen. Mittlerweile ist es mir gelungen, eine Aufstellung von 16 Briefen zu machen, die noch mit der 40 Parale Marke (erste Gewichtsstufe) frankiert wurden. Es kommen sicher noch einige hinzu und ich muss die Tabellen vervollständigen, bevor ich sie hier veröffentliche. Schwierig und manchmal unmöglich ist es immer wieder, das Jahr zu ermitteln, in denen die Briefe gelaufen sind.

Auf der 113. Corinphila Auktion im Jahr 1999 wurde dieser schöne Brief mit 1.000 Schweizer Franken ausgerufen, der 1860 von Galatz nach Jassy befördert wurde und mit den selteneren roten Stempeln (M1 und M3) entwertet wurde. Die grünlich-blaue Marke stammt vom oberen linken Seitenrand.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 01.08.2021 13:25:38 Gelesen: 9459# 879 @  
@ 10Parale [#878]

Hallo 10Parale,

ich vermute, dass bei der Auktion noch ein Fahrrad dabei war - damit man um die Marke herum fahren konnte, ohne sie zu berühren, so breitrandig ist sie geschnitten worden. Ein "eyecatcher" erster Güte ! Vielen Dank fürs Zeigen dieses Schmankerls.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 01.08.2021 20:43:35 Gelesen: 9396# 880 @  
@ Franz88 [#875]

Guten Abend Franz,

ich sehe Deinen Brief erst heute. Ich gratuliere Dir zu dem schönen Stück.

Ich weise Dich noch darauf hin, dass die handschriftlichen Notizen am unteren Rand sehr interessant sind. Vermutlich sind es gültige Hinweise auf einen Vorbesitzer dieses Briefes. Der Brief kommt vermutlich aus der Sammlung J.J. Odor.

Ich zeige anbei einen Brief aus dem Jahr von ca. 1870, freigemacht mit einer Nummer 18 (Michel). Auch dieser Brief hat einen ähnlichen Vermerk, wie Dein Brief: "Colectia J.J. Odor". Er nennt sogar eine Jahreszahl ("1935").



Ob der Sammler meinen Brief 1935 selber kaufte oder ob er ihn dann verkaufte, weiss ich nicht. Jedenfalls ist der Brief offenbar seit mindestens 85 Jahren bekannt/dokumentiert.

Ich empfehle Dir, den Vermerk auf Deinem Brief keinesfalls zu entfernen, auch wenn die auffälligen Notizen nicht allen Betrachtern gefallen. Auch fällt auf, dass bei der zusätzlichen Notiz die Handschrift auf den zwei Briefen offenbar nicht dieselbe ist. Dennoch würde ich davon ausgehen, dass beide Briefe wirklich aus der Sammlung Odor stammen.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Franz88 Am: 02.08.2021 10:30:24 Gelesen: 9268# 881 @  
Hallo Heinz,

vielen herzlichen Dank.

Ich werde die Notiz sicher nicht entfernen.

War J.J. Odor ein bekannter Sammler? Leider sagt mir der Name nichts.

Liebe Grüße
Franz
 
Heinz 7 Am: 02.08.2021 12:13:45 Gelesen: 9243# 882 @  
@ Franz88 [#875]

Zum Sammler Odor weiss ich leider auch nichts Näheres.

Anbei aber noch ein dritter Brief, der auch aus dieser Sammlung zu kommen scheint.



Diesen Brief habe ich früher einmal kopiert; ich besitze ihn aber nicht.

Ich hoffe Mitglied "Nor 42" weiss etwas zu diesem Sammler Odor?

Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.08.2021 19:11:06 Gelesen: 5774# 883 @  
@ Heinz 7 [#882]

Die Markenausgabe von 1869 umfasste erstmals auch Briefmarken für Ausland-Briefe. Die Tarife waren damals noch stark unterschiedlich; 25 Bani genügten für das angrenzende Österreich. Es gibt schöne Einzelfrankaturen der Michel Nr. 24 nach Österreich.

Post in andere Länder erforderten höhere Tarife.

Ein Brief, der sage und schreibe 355 Bani erforderte (teure Destination, vermutlich schwerer Brief/mehrfaches Gewicht, Einschreiben), ist heute natürlich eine Preziose erster Güte. 1987 wurde so ein Brief bei Köhler verkauft.



An der 257. Köhler Auktion (7.-10.10.1987) finden wir Los 4280, das zum Glück fotographiert wurde; selbst die Rückseite wurde nicht vergessen, und das ist wichtig, weil hier finden wir eine Zusatzfrankatur.

Wir sehen:

6 x 50 Bani (Michel Nr. 25)
2 x 15 Bani (Michel Nr. 23)
1 x 25 Bani (Michel Nr. 24)

Wir wissen, dass es 1987 viele Rumänien-Sammler gab. Ich hätte darum erwartet, dass der Schätzpreis von DM 4'000 klar übertroffen wurde. Die Ergebnisliste belehrt uns aber: Los 4280 erreichte 1987 nur DM 3'600.

Die Preise waren damals auf einem anderen Niveau als heute! Die Sammler konnten damals noch grösste Raritäten zu überschaubaren Preisen erwerben.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.09.2021 15:32:20 Gelesen: 1134# 884 @  
Prinzessin Elisabeth wurde 1894 auf Schloss Peles als älteste Tochter des rumänischen Kronprinzen Ferdinand, des späteren Königs Ferdinand I. von Rumänien (1835-1927) und der Prinzession Marie von Sachsen-Coburg und Gotha geboren. Sie war eine Urenkelin der englischen Königin Victoria sowie des Zaren Alexander II. von Russland.

(Infos 12.9.2021 aus Wikipedia "Elisabeth von Rumänien")



Die Karte entstand vermutlich ca. 1914, als die Prinzessin 20 Jahre alt war. 1921 heiratete sie den griechischen Kronprinzen und wurde 1922 bis 1924 Königin Elisabeth von Griechenland.

Diese Postkarte hatte ich schon, nun aber fand ich ein Exemplar, das postalisch verwendet wurde. Leider ist der Stempel nicht vollständig lesbar, ich lese "2. III. ?8" (oder 2. VII ?). Aus dem Text der Karte, den ich teilweise lesen kann, schliesse ich aber, dass es sich um eine Karte handeln muss, die 1918 nach Wien gesandt wurde.



"(...) Mir wird schon mies, wenn ich daran denke, wie lange der Krieg noch dauern wird oder denken Sie gar anders? Sie werden ihn noch zu spüren bekommen."

Heinz
 

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