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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 959 Beiträge:
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nor 42 Am: 15.02.2022 18:05:51 Gelesen: 50725# 935 @  
Bestimmt ein schöner Stempel. Auf dem von Ihnen gezeigten Bild sehe ich die Stempelfarbe Blau und nicht Blaugrün, das kann aber von einer Fehleinstellung des Scan kommen. Eigenartig auch die Form der oberen Raute rechts. Das Auge sieht aber besser als ein Scan.

Alles Gute,
nor 42
 
nor 42 Am: 18.02.2022 11:17:36 Gelesen: 50104# 936 @  
@ 10 Parale [#934]

Ich komme nochmals zurück auf die im [#934] gezeigte Marke und meine Zeilen unter [#935]. Dieses intensive Blau ist bei Gratar Abstempelungen kaum anzutreffen. Die Stempel wurden sehr präzise in Metall graviert, daher ist die Raute oben rechts etwas eigenartig für einen echten Stempel.

Vielleicht nehmen Sie sich aber die Zeit und schauen sich das Stück nochmals an und bringen uns auch eine bessere Wiedergabe.

Alles Gute,
nor 42
 
10Parale Am: 18.02.2022 21:59:03 Gelesen: 49948# 937 @  
@ nor 42 [#936]

Dieses intensive Blau hat mich sogar animiert, diese Marke zu kaufen. Ein französischer Sammler, der seine Rumänien Sammlung auflöst, beliefert mich seit einigen Wochen von der französich-spanischen Grenze aus mit einigen guten, teils auch wundersamen Stücken wie diese 20 Parale Marke mit dem GRATAR Stempel.

Möglicherweise ist der Stempel eine Fälschung, möglicherweise auf Grund irgendwelcher chemischer und physikalischen Einflüssen in seiner Ursprünglichkeit abgewandelt.

Eine bessere Wiedergabe kann ich nicht garantieren. Der Stempel ist auch mit bloßem Auge dem Scan gleich, also sehr intensivblau.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 20.02.2022 19:45:45 Gelesen: 49066# 938 @  
@ 10 Parale [#937]

Lassen wir das Blau vorerst beiseite. Wie erklären Sie für einen Stempel denn Sie als echt einstufen die unregelmäßigen Rauten ? Und auch die geknickte Mittellinie bei einem echten Metall Stempel ? Man lernt immer was dazu, daher auch meine Fragen.

Danke,

nor 42
 
10Parale Am: 21.02.2022 21:58:21 Gelesen: 48676# 939 @  
@ nor 42 [#938]

Vielen Dank für den notwendigen und guten Einwand. Ich habe bei Kiriac Dragomir nachgelesen und weiß nun, dass neben blauer und schwarzer Farbe (Tinte) auch violette Farbe für die Gitter-Stempel vorkommt, sehr gute Studienobjekte bieten die CUZA-Marken.

Ich habe die einzelnen Parallelogramme mal ausgemessen und habe die selbe Schenkellänge gemessen wie bei herkömmlichen, unzweifelhaften Gitterstempeln. Dabei habe ich auch beachtet, dass es 2 verschiedene Abmessungen gab (34/16mm - 30/14mm). Die kleinere Abmessung findet sich zwischen Februar 1865 und 1906).

Sicherlich wäre eine geknickte Mittellinie bei einem echten Metallstempel ausgeschlossen, aber ich sehe das nicht wirklich so, sondern eher einen Tintenabfluss nach dem Stempelvorgang, wobei man über die Ursache nur spekulieren kann. Der Stempel wurde dick aufgetragen, der Tintenvorrat wurde vielleicht gerade frisch aufgefüllt oder es war Feuchtigkeit mit im Spiel.

Ich freue mich immer, wenn das Für oder Wider über Echtheit diskutiert wird. Hier sehe ich aber auch keinen zwingenden Grund, eine Stempelfälschung vorzunehmen, denn die Gegenüberstellung von gebraucht/ungebraucht der 16y = 40 / 35 in Euro (Quelle: MOK).

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 23.02.2022 19:31:02 Gelesen: 48144# 940 @  
@ nor 42 [#936]

ich schätze Ihre Beiträge sehr. Wer Rumänien sammelt, muss mit Fälschungen leben. Betrachtet der Sammler Lob und die Anerkennung (auch in preislicher Hinsicht auf Auktionen), den den großen Fälschern (Gebrüder Spiro etc.) zugesprochen wird, muss es ja auch einen soziokulturellen Wert haben, was da so mit handwerklichem Geschick erschaffen wurde.

In der Ausgaben Nr. 1-2 der Schweizer Briefmarken Zeitung vom 11. Januar 2022 steht übrigens auf Seite 16 ein postgeschichtlich interessanter Artikel über den Fälscher Henri Louis Mercier, bekannt auch unter Louihenri Goegg. Dort steht geschrieben und man findet auch eine Abbildung dazu, dass dieser handwerklich hochbegabte Mann im Telefonbuch der Stadt Genf von 1896 als "Briefmarkenfälscher" erschien. Man stelle sich das mal heutzutage vor!

Zurück zu Rumänien. Vom selben Vorbesitzer wie bei der Marken mit dem blauen, diskussionswürdigen GRATAR Stempel erhielt ich ein Lot von mehreren Freimarken der Serie Fürst Karl I. mit Backenbart, Michel Nr. 22. Diese gibt es in den 3 Farben, blau, ultramarin und indigo. In der Farbe indigo steckt die Farbe violett, dennoch ist sie manchmal schwer von ultramarinen Marken zu unterscheiden.

Eine der Marken aus dem Lot trägt einen schwarzen Stempel "GRATAR dublu"- GR2, siehe Abbildung Fig. 364 bei Kiriac Dragomir. Es handelt sich um ein Doppelgitter-Stempel. Besonders selten soll er bei der gelben 5 Bani Marke der selben Freimarkenserie aus dem Jahr 1869 sein. Also Augen auf, Schätzejäger!

Lt. Kiriac Dragomir (Stampilografie Postala) lief dieser Doppelgitterstempel vom 20 März/1. April 1869 - 5. Mai 1871. Hergestellt in Jassy war er anscheinend nur für den lokalen Gebrauch im Einsatz, oft zu finden sei er auf der 18 Bani Marke (Serie 1868), weshalb, wird nicht näher beschrieben.

Das o.g. Buch zeigt übrigens einen sehr schönen Brief aus der Sammlung von L.PASCANU, abgestempelt mit 4 Gitterstempeln (einfach) GR1 aus Campulung (nach Bukarest) und freigemacht mit 80 Parale Gesamtfrankatur.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 23.02.2022 21:07:49 Gelesen: 48117# 941 @  
@ 10 Parale /#940/

Alles ist schön und gut, was Sie schreiben ist einem ernsten Rumänien Sammler bestimmt bekannt. Die Eigenarten des Doppel Gratar Stempel in Jassy hergestellt, sind den fortgeschrittenen Sammler ebenfalls bekannt. Ich habe mich nicht auf einen solchen Stempel bezogen, und sehe auch nicht, was dieser mit dem von Ihnen gezeigten blauen Stempel zu tun hätte.

Ich habe mir die Freiheit genommen Sie auf die intensiv blaue Farbe aufmerksam zu mache. Ebenfalls auf die stark verschobenen Rauten rechts und geknickte Mittellinie. Bei den in Paris hergestellten Metall Stempel kommt so etwas nicht vor. Die Hauptsache, Sie haben Freude an der Marke so wie sie ist und sie hat ihren Platz in Ihrer Sammlung gefunden.

Alles Gute und noch viele zufriedene Einkäufe,
nor 42
 
Heinz 7 Am: 24.02.2022 23:20:53 Gelesen: 47845# 942 @  
In der (neuen) Library der Royal Philatelic Society sind die Bücher neu eingeordnet.



Die Bücher zu "Rumänien" sind nicht ganz alle hier eingestellt, aber doch zur Hauptsache.

Beim Betrachten fällt uns auf, dass nicht alle wichtigen Bücher hier vertreten sind. Aber doch einige.

Heinz
 
10Parale Am: 25.02.2022 11:21:37 Gelesen: 47690# 943 @  
@ Heinz 7 [#942]

Gratuliere zu Deinen tollen Erlebnissen in London rund um die rumänische Philatelie. Dazu hätte ich eine Frage: was schätzt du, wie viele Bücher hier noch in etwa fehlen und ist es möglich, einen Gesamtbestand an sammelwerter Literatur zur rumänischen Philatelie zu skizzieren bzw. in einer Bibliothek zu errichten?

Liebe Grüße

10Parale

Der Krieg in der Ukraine erschüttert mich und meine Frau auch sehr. Ich hoffe, das alte Fürstentum Moldau wird nun nicht auch noch Opfer dieses Konflikts.
 
Heinz 7 Am: 25.02.2022 17:42:23 Gelesen: 47619# 944 @  
@ 10Parale [#943]

Danke für die Anteilnahme.

Deine Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten! Sie ist natürlich auch abhängig davon, was man genau sammelt, welche Sprachen man spricht/versteht und wie "genau" man sein will/muss.

Einen ungefähren Eindruck, welche Literatur aus MEINER Einschätzung für einen Rumäniensammler unverzichtbar ist, habe ich auf der neuen Homepage der ARGE Rumänien gegeben. Im Kapitel "Literatur zum Sammelgebiet Rumänien" habe ich 16 Bücher gezeigt/gelistet* + 1 Auktionskatalog, aber ich meine, eine GUTE Bibliothek müsste deutlich mehr haben... Den ersten Titel von 1869 können wir (als bibliophile Rarität) natürlich auf die Seite lassen, aber sonst ist sicherlich interessant ist, dass von den übrigen 15 nur 5 auf dem Foto (in Beitrag [#942]) zu finden sind. Das heisst natürlich nicht, dass die Royal diese Bücher nicht vielleicht doch auch hat, aber sie an einem anderen Ort eingestellt hat (z.B. den Ascher-Ganzsachen-Katalog).

*die Zahl 16 ergibt sich, weil einzelne Bücher mehrere Bände haben.



Anbei übrigens ein sehr frühes Buch (1898) aus der Bibliothek der RPSL, das damals sicherlich sehr wichtig war und natürlich auch heute noch Beachtung verdient.

Mittelfristig wollen wir auf der Homepage sicher ein Literatur-Verzeichnis anlegen und dieses auch ein wenig kommentieren. Dieses wird den Mitgliedern der ARGE hoffentlich gute Dienste leisten. Auf der Homepage wollen wir im Kapitel "Bereich für ARGE-Mitglieder" solche Informationen bereitstellen. 100 Titel sollten da schon zusammenkommen; damit greife ich wohl kaum zu hoch (aber bitte im Moment noch: "ohne Gewähr").

Mehr später...

Heinz
 
10Parale Am: 25.02.2022 21:40:49 Gelesen: 47577# 945 @  
@ Heinz 7 [#259]

zu dem Thema Literatur werde ich dir bald antworten.

Ich werde weitersuchen.

Diesen Deinen Satz aus [#259] habe ich kopiert um zu zeigen, dass auch ich weiterhin auf der Suche nach Dokumenten und Belegen mit den Telegrafenmarken bin, die Kiriac Dragomir in seinem großen Werk "CATALOGUL MARCILOR..." auf Seite 422 vorstellt. Diese werden tatsächlich kaum oder gar nicht auf dem Markt angeboten.

Mir ist es gelungen, ein paar Einzelmarken zu erwerben, wo wir ansatzweise das Zusammenspiel von Entwertung, Stempel COMPT.CONTROLATU und Fingerhutstempel in blau sehen können.

Auch ich bin weiterhin auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aber das ist ein Teil der spannenden Philatelie.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 26.02.2022 22:28:56 Gelesen: 47278# 946 @  
Am Freitag 25.2.2022 rührte ich wieder die "Werbetrommel" für das Sammelgebiet "Rumänien" und natürlich auch für die ARGE Rumänien. Mit einem Kurzvortrag im Rahmen des Anlasses "Meeting der European Academy of Philately" verwies ich auf die Vielfalt der Rumänien-Philatelie ("The diversity of Romanian philately").



Es ist schön, wenn so neue Freunde gewonnen werden können!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.03.2022 10:27:22 Gelesen: 42380# 947 @  
Meine Leser wissen, dass ich eine Schwäche habe für Ganzsachen.

Bei Heinrich Köhler wurde heute eine schöne Sammlung versteigert; lückenhaft und etwas uneinheitlich gesammelt, wie es mir scheint, aber doch mit schönen, seltenen Stücken.



Der Ausruf war sehr tief. Für die ganze Sammlung lag der Startpreis bei Euro 200. Daran war ich natürlich interessiert.

Ich bot mit.
Ich bot einiges.
Bei Euro 2'400 war das Los bei mir...
... doch dann erhöhte der andere Telefonbieter auf Euro 2'500 und ich war nur noch der Unterbieter. Der Hammer fiel bei Euro 2'500.

Schade für mich. Aber schön für das Sammelgebiet Rumänien und seine Ganzsachen.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.03.2022 11:49:22 Gelesen: 42370# 948 @  
@ Heinz 7 [#947]

Ich weiss, wir haben in den letzten Monaten und gar Jahren viel geschrieben über hohe Erlöse für Rumänien-Material. Das ist ja einerseits aufregend und macht Freude, wenn man aber versucht, schöne Stück selber zu KAUFEN, und man wird ständig überboten, dann kann das auch ganz schön frustrierend sein. Und - ich kenne tatsächlich Sammler mit Sammelgebiet "Rumänien", die haben ihre Sammeltätigkeit eingestellt, weil sie ihre Sammlung in letzter Zeit einfach nicht mehr ausbauen konnten, weil sie nichts dazukaufen konnten.

Ich möchte darum die Sammler und Interessenten des Gebiete "Rumänien" ermuntern, weiter ihr Glück zu versuchen. Immer wieder gibt es Angebote, die sind preiswert (gelegentlich sogar: preislich tief), und man kann Käufe realisieren, für die man nicht zu tief in die Tasche greifen muss. Dass dies bei den grossen, wohlbekannten Auktionshäusern auch so ist, ist zwar die Ausnahme, kommt aber auch dort immer wieder vor. Ein Studium der Angebote kann sich also durchaus lohnen.

Aktuelles Beispiel: Als ich Köhler Los 1363 der aktuellen Auktion sah - ein wunderbarer "20-4=16 er Block" der Michel Nr. 16y, erwartete ich wirklich nicht, dass dieses seltene Stück zum Ausruf von nur Euro 500 zu haben ist. Am Montag, 21.3.2022, aber wurde dieses Los offenbar nicht mehrfach beboten und ging darum zum Ausrufpreis von Euro 500 weg.



Dazu noch eine Erklärung: Diese Marke wurde in sehr grossen Bogen gedruckt. Die Anordnung der Marken auf den Drucksteinen war etwas kompliziert, ein voller Druckstein hätte z.B. 204 Marken ergeben (12x17). Also liessen die Drucker absichtlich vier Felder frei, und es wurden nur 200 Stück gedruckt. Die vier Leerfelder sind also kein Versehen, sondern eine herstellungsbedingte Folge-Erscheinung.

Das ist nicht nur selten, sondern auch sehr augenfällig und ein Schmuckstück für jede Sammlung. Der Käufer wird seine Freude haben an diesem Einkauf.

Liebe Grüsse
Heinz
 
nor 42 Am: 24.03.2022 19:44:32 Gelesen: 42329# 949 @  
Werte Freunde,

hier eine beim ersten Blick eher unscheinbare Marke Rumäniens auf einem kleinen Briefstück. Man würde sagen an zwei Seiten ist die Zähnung ist abgeschnitten. Gewohnheitsmäßig bediente sich der Postbeamte wohl noch einer Schere. Zwei etwas länger gebliebene Zähne links haben blaue Zahnspitzen und man kann erraten wo die Zähnung verlief. Es müsste dann eine überbreite Marke gewesen sein. Aber vielleicht ist es ja nur ein Eckstück.

Bin neugierig was unsere Rumäniensammler dazu sagen.

Danke,

nor 42


 
Heinz 7 Am: 25.03.2022 12:32:21 Gelesen: 42290# 950 @  
@ nor 42 [#949]

Werter Herr Nor,

Sie zeigen uns - einmal mehr! - ein hochinteressantes Stück, über das wir uns tatsächlich Gedanken machen sollten. Leider ist der Scan nicht dermassen gut, als dass wir die Marke ganz genau studieren können (auch beim Anklicken des Bildes wird dieses nicht grösser), aber ich versuche doch einmal, etwas Substanzielles zu Ihrer geschätzten Anfrage zu sagen.

Zu der Marke 10 Bani Vollbart blau gibt es ja DREI grundlegend unterschiedliche Marken, wie ich bereits in meinem Beitrag [#857] zu zeigen versuchte. Michel vergibt hier - für mich: fälschlicherweise - nur zwei Hauptnummern (29 und 33), während Zumstein und CMPR es hier besser machen (ZSt. 28, 34 + 32, CMPR 27, 34 + 32). Der erste Schritt muss nun sein, Ihre Marke auf Briefstück zuerst zu bestimmen. Ist es eine Abart, wenn ja, zu welcher Grundmarke? - Die Frage sollte sich klären lassen.

Obwohl uns die Farbe der Marke zuerst durchaus in die Nähe der Notausgabe (ZSt. 34, CMPR 34, Michel 29 II) rückt (insbesondere, wenn wir uns vor Augen führen, dass dazu auch erhebliche Farbnuancen existieren (CMPR 34xa ultramarin, 34za albastru-verzui (de Prusia), 34zb albastru de Prusia, dechis, 34zc albastru-verzui)), können wir diese Variante aus zwei Gründen ausschliessen:

Kopf zentriert im Oval (Typ I), während bei der Notausgabe der Kopf etwas nach rechts verschoben ist (Type II).

Datum des Stempels: Juli 1872. Die Notausgabe aber wurde im Augst 1872 herausgegeben.

Also bleibt uns nur die frühere Ausgabe: Typ I.

ungezähnt = Nr. 28 (Zumstein), 27 (CMPR), 29 I (Michel) -
oder
gezähnt = Nr. 32 (Zumstein), 32 (CMPR), 33 (Michel).

Da stimmt die Stellung des Kopfes und die Zeit der Verwendung (Juli 1872).

Die Farbvielfalt der ungezähnten Marke ist ja legendär, CMPR verzeichnet nicht weniger als 10 Varianten:

28a, 28c, 28d, 28e, 28f, 28g, 28h, 28j, 28k, 28m. Leider bin ich nicht im Besitz von ALLEN 10 Varianten, und muss darum die Farbbestimmung einem Meister mit geübtem Auge überlassen. Ich würde auf die 28e tippen.

Bei der gezähnten Marke listet Dragomir "nur" 7 Varianten auf
32a, 32c, 32d, 32e, 32f, 32g, 32h. Da schlage ich die Nummer 32e vor.

Nun aber die nächste Frage:

F1 - ist es eine ungezähnte Marke, die "irgendwie" doch zweiseitig gezähnt wurde?
F2 - oder ist es eine gezähnte Marke, die versehentlich an zwei Seiten ungezähnt blieb (Abart)
F3 - oder ist es eine vollgezähnte Marke, die mit der Schere verkleinert wurde?

Ich tendiere zu der Variante F2 - eine Abart zur gezähnten Marke.

Die Variante F3 schliesse ich aus wegen der Breite und Höhe der Marke. Die Variante F1 ist zwar durchaus zu erwägen, doch macht es wenig Sinn, eine wertvollere ungezähnte Marke zu verfälschen (Privat-Zähnung, ähnlich wie beim 5 Bani-Wert, Michel Nr. 32b).

Wir müssen aber wissen, dass Privat- und Versuchszähnungen schon im 19. Jahrhundert durchaus vorgenommen wurden, davon zeugt auch eindrücklich die Tapling-Sammlung, die mehrere Falschzähnungen ausweist, vgl. [#56].

Abschliessen möchte ich meine Antwort mit einem Querverweis auf ein ähnlich interessantes Stück: ein Paar der 5 Bani-Marke, das horizontale Zähnungsausfälle erfuhr, vgl. [#55].

Ich bitte Sie, geehrter Herr Nor, uns Ihre geschätzte Einschätzung Ihres Vorlagestückes bekannt zu geben.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.04.2022 00:39:44 Gelesen: 39368# 951 @  
@ Heinz 7 [#950]

Die Michel Nr. 7 ist eine seltene Marke. Gestempelt ist sie bewertet mit Euro 380, ungestempelt mit Euro 600. Das gilt für Marken auf weissem Papier. Im Ergänzungsband 2007 von Heimbüchler zu seinem Standardwerk 1994 finden wir auch Brief-Bewertungen.

gestempelt (weisses Papier) Euro 400
ungebraucht (weisses Papier) Euro 550
Brief, Einzelfrankatur (weisses Papier) Euro 1'500.

Deutlich teurer wird es aber für Marken auf bläulichem Papier. Da sind die Ansätze viel höher:

gestempelt (bläuliches Papier) Euro 1'000 (Michel 7x)
ungebraucht (bläuliches Papier) Euro 15'000
Brief, Einzelfrankatur (bläuliches Papier) Euro 5'000.

Die Abgrenzungen sind nicht einfach. Bereits mehrfach wurde auch an Auktionen angebliche Nummer 7 "bläuliches Papier" angeboten, die von Heimbüchler nicht bestätigt wurden. Bei dieser Marke ist es ganz wichtig, dass die Experten sich über den Status einig sind, denn die (Wert-) Unterschiede sind wirklich sehr beachtlich.

Vor fast 40 Jahren (1983) wurde in Zürich die Tomasini-Saammlung angeboten an der Auktion von Peter Rapp. Nur wenige Stücke wurden auf den Farbtafeln des umfangreichen Kataloges gezeigt; sicherlich ein sehr schönes Stück war Los 6047, ein Brief von Galatz nach Jassy (1.9.). Das Los kam dann aber nicht in den Verkauf, sondern die ganze Sammlung verschwand für viele Jahre von der Bildfläche, da es Rechtsstreitigkeiten gab.



Wie viele Briefe mit anerkannt bläulichem Papier existieren, kann ich nicht beantworten. In den letzten Jahren wurden an Auktionen aber nur wenige angeboten.

Ein weiterer Brief, der dem Tomasini-Brief ähnlich sah, tauchte 3 Jahre später an einer Auktion in den USA auf. Los 1633 ist ebenfalls ein Brief von Galatz nach Jassy, gestempelt 28 Tage vor dem oben gezeigten (3.8.). Der Brief stammt offensichtlich aus derselben Korrespondenz.



Schade ist, dass ein Besitzer dieses Briefes offenbar mit Tinte vermerkte "bläulich".

Es wäre interessant zu wissen, ob noch weitere solche Briefe (aus derselben Korrespondenz) vorhanden sind.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 07.04.2022 18:09:00 Gelesen: 39145# 952 @  
Auch von Rumänien gibt es für kleines Geld (30 Euro Zuschlag) hübsche Stücke, die auf den ersten Blick hässlich sind.

Bei Pfankuch wurde so ein Stück versteigert.

228. Karl Pfankuch & Co Auktion
Beschreibung: Los 2033 Rumänien Michel 10 II
30 Par blau, (Mängel), oben mit großem Teil der Nachbarmarke um 90 Grad versetzt, auf Briefvorderseite aus "GALATI 5/12" nach Jassy. Selten.
Auktion Verkauft Zuschlag (ohne Gewähr) 30,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe: Mittwoch 06.04.2022



Gestempelte um 90 Grad versetzte Kehrdrucke wird der kleinere Sammler wahrscheinlich nicht bezahlen können, wenn er überhaupt jemals so ein Stück sieht. Ungebraucht sind diese Stücke nicht selten bzw. teuer.

Durch den schlechten Schnitt bei dem angebotenen Stück hat der neue Besitzer ein schönes Belegstück für diese Form des Kehrdrucks. Ob der Stempel echt ist kann ich nicht sagen.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 12.04.2022 22:35:33 Gelesen: 37705# 953 @  
@ Martin de Matin [#952]

Das ist wirklich ein sehr interessantes Stück! Kehrdruckpaare dieser Marke auf Brief (oder "Halbkehrdruck" / um 90 Grad versetzte Stücke), sind äusserst selten und sehr teuer. Hier kann man zwar nicht von einem "Paar" sprechen, aber gleichwohl ist der Brief natürlich gut und wertvoll.

Ein Paar (lose) mit 90 Grad-Drehung ist im Michel 2021 bewertet mit Euro 8'000 (gestempelt; ungebraucht nur Euro 65).

Ich hätte die Euro 30 auch gerne bezahlt.

:-)

Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.04.2022 22:43:18 Gelesen: 37703# 954 @  
@ Heinz 7 [#951]

Ich wüsste zu gerne, wie viele Briefe es gibt mit anerkannten Michel 7 ax (80 Parale-Marken 1858 auf bläulichem Papier).

In der Sammlung Cohen war offenbar kein Brief enthalten!

Aber in der Sammlung Caspary habe ich gleich vier Briefe gefunden (Auktion 1957):



Los 397 - Brief Galatz - Jassy, 1.8. - Theologo Frères
Los 398 - Brief Galatz - Jassy, Datum nicht lesbar -
Los 399 - Brief Bakeu - Jassy, 3.8.
Los 400 - Brief Botoschani - Jassy, Stempel 5.6.

Brief Los 400 trägt sogar ein Paar dieser Briefmarke!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 21.05.2022 17:54:26 Gelesen: 24216# 955 @  
In Lugano wurde, zum ersten Mal, eine Sammlung gezeigt mit dem Titel "Postal Services in Romanian Principalities, 1829-1859". Aussteller ist Herr Ion Chirescu. In 5 Rahmen wurde gezeigt:

1 - Postal Diligence Services
2 - Quarantine Cordon
Letters sent to and from the principality, or transisted.
Wallachia, Moldavia Principalities quarantine cordon
Austrian quarantine cordon
3 - Pre-Philatelic Postmarks, Letters & postal routes Principality of Moldavia
4 - Pre-Philatelic Postmarks, Letters & postal routes Principality of Wallachia
5 - Telegraph-Postal service

Die meisten Ausstellungsblätter waren doppelte Grösse, also A3, somit hatte auf einem (Doppel-)Blatt viel Material Platz, das auch eifrig und sehr informativ beschrieben wurde. 38 A3-Blätter und 4 A4-Blätter bieten eine Fülle von Informationen und herrlichem Material, das sehr oft auch sehr selten ist. Einzelne Formulare, Stempel oder Siegel sah ich wohl zum ersten Mal im Original (wenn ich sie denn schon überhaupt je gesehen habe).



Rahmen 2, 3. Reihe, 1. Doppelblatt: "2. Austrian Quarantine Cordon", mit vielen Informationen

Eine äusserst interessante, lehrreiche Sammlung wird hier präsentiert. Sie erhielt von der Jury 93 Punkte, das bedeutet Gold.

Der Betrachter kann aus dieser Sammlung viel lernen!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.05.2022 00:22:31 Gelesen: 22672# 956 @  
@ Heinz 7 [#955]

Die 7. Ausgabe von Rumänien erschien am 1. April 1869. Der Wert zu 10 Bani existiert in vielen Farbvarianten. Nach Michel liegt hier eine 22a vor "blau".



Der Stempel von Braila aus der Stempelgruppe "H" (nach Dragomir, Kleiner Stempel von 1870, fig. 487) ist sauber und glasklar abgeschlagen: "BRAILA 28 OCT 71".

Die Marke ist nicht selten, aber solche Stücke nimmt fast jeder Sammler gerne in seine Sammlung auf.

Heinz
 
Martin de Matin Am: 27.05.2022 13:28:07 Gelesen: 22095# 957 @  
Bei der 398. Auktion von Götz kommt eine Sammlung klassischer Marken Weltweit für 18.000 Euro zum Ausruf.

Es sind einige nicht so häufige Stücke enthalten, wie zum Beispiel von Grossbritanien Essays/ Proben im Motiv MiNr.3 und 4 ohne Eckbuchstaben bzw. Motiv Albert oder auch MiNr. III (nachgezähnt?)

Für den Rumäniensammler von Interesse eine 54P rundgeschnitten mit dazugehörigen Briefstück mit Stempel Bakeu. Im 1.Band von Heimbüchler wird dieses Stück unter Bakeu als Position 4 mit der Angabe rund geschnitten und keine weitere Angaben aufgeführt. Die Marke ist vom Briefstück gelöst (deutlich tiefer positioniert). Zumindest weiss man, das dies Stück noch existiert.

http://www.philasearch.com/de/i_9383_194940/7350_Sammlungen_und_Posten_Weltweit/9383-A398-137.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COGRP-4&postype=PH&euro_von=10000&euro_bis=25000&row_nr=5&breadcrumbId=1653648963.2748

Los 137 Sammlungen und Posten Weltweit

Beschreibung: ALLE WELT - Sammlung klassischer Ausgaben aus allen Bereichen der Philatelie in 2 Alben. Dabei sind alle Kontinente vertreten. Dabei viele seltene Marken, kaum angebotene Einzelstücke. Die Qualität variiert von unterschiedlich bis schön. Optisch alles ansprechend. Dabei auch guter Klassik-Teil Frankreich, Grossbritannien incl. 2 kaum angebotenen Essays, seltene Fehlfarbe, 5 Pfd. orange usw. Natürlich sind auch - wie üblich - einige fragliche Stücke enthalten. Viele Marken tragen Altsignaturen. Insgesamt ein Klasse-Objekt
Ausruf 18.000,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe: Donnerstag 23.06.2022



Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 27.06.2022 10:36:53 Gelesen: 12186# 958 @  
@ Martin de Matin [#957]

Auf 5 Seiten werden 112 Raritäten weltweit gezeigt, die in dieser Sammlung verkauft wurden. Der Hauptwert der Sammlung lag wohl kaum bei Rumänien, aber wir sehen u.a. 5 Schweiz-Klassiker, 12 Frankreich-, 11 Grossbritannien-Klassiker.

Betrachten wir nun den Zuschlagpreis für die Sammlung. Er lag bei Euro 17'000. Bei geschätzten 20 % Provision hat also der Käufer für die 112 Raritäten also nur Euro 20'400 bezahlen müssen.

Die Euro 182 Durchschnittspreis sind meines Erachtens sehr tief, denn dem Anschein nach sind mindestens die 5 Schweiz- und die drei Rumänien-Marken alle mehr wert als dieser Durchschnittswert (bzw. Michel 6by* = ungefähr Marktpreis zur Zeit). Der Käufer hat wohl einen guten Kauf gemacht!

Eine echte 54-Parale kaufen zu können ist immer etwas Besonderes. Zu einem Preis in der genannten Grösse eigentlich fast ein Ding der Unmöglichkeit, würde an meinen. Wir wurden eines Besseren belehrt!

Ich gratuliere dem Käufer des Loses!

Der Ansatz: "Durchschnittspreis" auf alle 112 abgebildeten Marken anzuwenden, ist natürlich problematisch, aber immerhin ein interessanter "Denkanstoss").

Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.07.2022 18:31:19 Gelesen: 6474# 959 @  
Ich freue mich, bekanntgeben zu dürfen, dass die Mitglieder der ARGE Rumänien in diesen Tagen das erste Rundschreiben der neuen Leitung der ARGE in ihrer Post finden sollten: Nr. 176.



Rundschreiben 176 umfasst immerhin 32 Seiten (plus 4 Umschlag-Seiten); das hatten wir seit mehr als 8 Jahren nicht mehr. Zudem sind die Beiträge von sechs verschiedenen Autoren; dies wünschen wir uns auch in Zukunft.

Ich bitte um Verständnis, dass wir das Rundschreiben nur an Mitglieder der ARGE abgeben, die ihre Mitgliedschaft bei uns erneuert haben und ihren Jahresbeitrag bezahlt haben. Natürlich können Sie auch jetzt noch Ihren Beitritt für das Jahr 2022 erklären und Ihren Beitrag entrichten; es sind nur Euro 50. [1]

Freundliche Grüsse

Heinz

[1] http://www.arge-rumaenien.ch
 

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