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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 748 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 24.03.2019 18:24:25 Gelesen: 12265# 724 @  
@ Heinz 7 [#723]

Hallo Heinz,

der gregorianische Kalender wurde in Rumänien erst 1919 eingeführt. ;)

Man muss noch 13 Tage dazu zählen, was mir realistischer zu sein scheint.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 24.03.2019 18:57:29 Gelesen: 12256# 725 @  
@ Michael Mallien [#724]

Lieber Michael,

nachdem ich selber im Thema "die unterschiedlichen Kalender" auf die Differenz der zwei Kalender hingewiesen habe, wäre es nun etwas peinlich, wenn ich nun denselben Fehler gemacht hätte.

Siehe Handbuch 2 Heimbüchler, Seite 148 unten:

Zur Vermeidung von Schwierigkeiten im Post- und Telegraphendienst mit dem Ausland wurde durch fürstliches Dekret zum Ende des Jahres 1864 der gregorianische Kalender für den gesamten Postdienst eingeführt. Der alte julianische Kalender lag damals 12 Tage hinter dem gregorianischen zurück.

Handschriftlich haben aber viele Briefeschreiber den alten Brauch beibehalten und nach julianischem Kalender datiert. Darum trifft man oft Briefe

z.B. handschriftlich 1.März 1866 = Stempel 13.März 1866

Heinz
 
StefanM Am: 25.03.2019 07:48:35 Gelesen: 12194# 726 @  
@ Heinz 7 [#723]

1800 km in 3 Tagen erfordert wohl einen Transport mit der Bahn zum Beispiel über Nacht, oder? Ich habe keine Ahnung, wie weit das Schienennetz 1896 schon entwickelt war. Gibt es Hinweise auf dem Beleg für den Transport mit der Bahn?

Gruß
Stefan
 
Heinz 7 Am: 25.03.2019 10:01:31 Gelesen: 12177# 727 @  
@ StefanM [#726]

Lieber Stefan,

es ist tatsächlich so, dass dieser Brief hauptsächlich mit der Eisenbahn befördert wurde.

Das Schienen-Netz der Eisenbahnen war Ende des XIX. Jahrhunderts wirklich sehr weit ausgebaut. Die meisten der heute bestehenden Verkehrsachsen bestanden schon vor 120 Jahren!

Es wäre reizvoll, die genaue Strecke zu kennen, welche der oben gezeigte Brief ganz konkret zurückgelegt hat. Vermutlich gab es genaue Fahrpläne, welche auf die Minute genau regelten, wie solche Transporte abgewickelt wurden. Leider stehen mir solche Unterlagen aber nicht zur Verfügung, darum kann ich dazu keine genauen Angaben machen. Es gibt Postgeschichte-Spezialisten, die können solche Fragen genau beantworten ("wahrscheinliche(r) Transportweg und -Zeiten"), ich zähle mich nicht dazu.

Heinz
 
Michael Mallien Am: 26.03.2019 20:01:57 Gelesen: 12104# 728 @  
@ Heinz 7 [#725]

Lieber Heinz,

danke für Aufklärung, das war mir unbekannt. Mir kam die Transportzeit so unwahrscheinlich vor, weil ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, wie gut das Schienennetz zu der Zeit schon war. Das hast Du gut aufgeklärt in dem anderen Thema [1]!

Gedanklich war ich da wohl noch einige Jahrzehnte früher unterwegs.

Nichts für ungut und viele Grüße
Michael

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=7581&CP=0&F=1#newmsg
 
Heinz 7 Am: 26.03.2019 20:55:41 Gelesen: 12097# 729 @  
@ Michael Mallien [#728]
@ Heinz 7 [#723]

Ich habe auch gestaunt, dass die Beförderungszeit Ende XIX. Jahrhundert so kurz war. Aber es scheint wirklich zu stimmen und ist mehrfach zu belegen.

Ich habe einen sehr ähnlichen Brief von 1895:



Das Porto bei diesem Brief betrug nur 25 Bani, da dieser Brief NICHT eingeschrieben war. Sonst ist vieles ähnlich:

Abgang: Bukarest
Ankunft: Braunschweig
Transportdauer: Sogar nur 2 Tage!

Einmal mehr ist die Rückseite des Briefes fast so interessant wie die Vorderseite (bzw. eine ideale Ergänzung!).



Der glasklare Stempel zeigt: Der Brief kam am 13.6.1895 an, Uhrzeit 15-16 Uhr. Wenn wir annehmen, dass der Brief am 11.6. am Morgen abging, so benötigte der Brief nur ungefähr 30 Stunden! Das ist sicherlich eine stolze Leistung.

Liebe Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 01.04.2019 10:33:03 Gelesen: 11161# 730 @  
@ Heinz 7 [#729]

Eine sehr stolze Leistung und eine toller Bedarfsbeleg, der mir sehr gefällt.

Vom 15. - 17. April findet, wie du bestimmt auch in einem weiteren Thread lesen konntest, die 1. Auktion der Firma classicphil GmbH in Wien statt.

Begeistert hat mich Los 10368, eine 81 Parale Handeinzeldruck, die bei Herrn Heimbüchler in seinen Werken bislang noch nicht registriert war. Sie trägt rückseitig eine Altsignatur "Larisch" und "Thier", ist sehr breitrandig (an 3 Seiten) und mit einem Zertifikat von Herrn Heimbüchler als original und echt belegt.

Eigentlich dachte ich, dass Herr Heimbüchler seine Prüftätigkeit eingestellt hat, doch hier ist ein sehr aktuelles Attest. Prüft er noch für AIEP (Internationaler Verband der philatelistischen Experten)?

Mich freut es, dass da noch etwas dazukommt. Ich bin mir (wir haben schon darüber diskutiert) weiterhin sicher, dass es noch einige, wenn auch wenige dieser Ochsenköpfe (Michel Nr. 1 - 4) gibt, z.B. kann ich mir gut vorstellen im klösterlichen Besitz.

Eine weitere Marke zu 40 Parale wurde am 21.03.2019 vom Auktionator zurückgezogen, wie ich heute auf philasearch lesen konnte. Die Gründe sind mir nicht bekannt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 16.04.2019 09:34:02 Gelesen: 9466# 731 @  
@ 10Parale [#730]

Guten Tag,

die Auktion ist nun also vorbei, und brachte das erwartete Ergebnis (für Los 10368).

Zu diesem Angebot möchte ich noch etwas anmerken.

Es ist ganz aussergewöhnlich, dass sich eine Briefmarke so verbessert! Es ist nämlich dieselbe Briefmarke, die im Herbst bei Köhler versteigert wurde! 367. Auktion, September 2018, Los 709.

Natürlich war dieses Los im Auktionskatalog auch abgebildet. Der Fettfleck oben rechts (von vorne gesehen) prägte (damals) aber den Gesamteindruck nachhaltig, sodass mehrere Sammler die Marke nicht begehrten. Sie kam ja auch mit einem tiefen Ausruf zum Angebot, nur Euro 4'000. Der Zuschlag war etwas höher, aber auch nicht berauschend, nur vierstellig. Der Käufer Herbst 2018 hat nun offenbar Folgendes unternommen:

Die Briefmarke soll zwischen zwei saugfähigen Fliessblättern etwas geglättet worden sein. Das ist eine zulässige Massnahme und keine Reparatur. Die meisten Philatelisten haben eine Abneigung gegen Reparaturen von Briefmarken, und betrachten eine solche als wertmindernd! Offenbar gelang es so, den 2018 dominierenden Fettfleck-Eindruck zurückzudämmen. Die Fotos im Auktionskatalog 2019 "Classicphil" zeigen nun eine attraktive Marke. Die ehemalige "Fettecke" ist nun eine unscheinbare leichte Verfärbung.

Somit resultiert eine attraktive Seltenheit, sehr schön geschnitten (breitrandig), mit Restgummi. Die im Attest Heimbüchler genannten Mängel sind natürlich immer noch da; das alte Attest (2015) war noch etwas ausführlicher und genauer (nannte auch eine "kleine Papierverstärkung" = Reparatur). Das alte Attest fehlte nun bei der Verkaufsdokumentation; immerhin wurde das Attest Heimbüchler vor der Auktion noch aufgeladen. Es fehlte ursprünglich im Online-Katalog.

Der Ausruf lag nun bei Euro 8'500, dies war wohl ungefähr der Kaufpreis (Herbst 2018). Nun erzielte die Marke einen Zuschlag von Euro 25'000. Dazu kommen (sehr hohe!) 25 % Aufgeld, total also Euro 31'250. Dies erachte ich als angemessenen Kaufpreis. Dazu muss man wissen, dass es diese Marke fehlerfrei fast nicht gibt.

Dieser Fall ist für mich ein Lehrstück. Ich hätte die Glätt-Aktion wohl selber nicht gewagt, aus Angst, die 161 Jahre alte Briefmarke zu beschädigen. Der kenntnisreiche Käufer hat es aber gewagt und damit viel Geld gewonnen. Gratulation!

Eine so seltene und klassisch-begehrte Marke erzielt in der Regel auch ihren "richtigen" Preis. Es ist richtig, dass heute einige Stücke mehr dieser Briefmarke bekannt sind als 1905, als Haas seine berühmte Studie schrieb oder als Schubert 1912 seine Studie veröffentlichte (siehe Rubrik: die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt). In den letzten 114 Jahren wurde also noch das eine oder andere Stück gefunden, während bei anderen Weltraritäten in dieser Zeit KEINE zusätzlichen Stücke auftauchten. Ob wirklich noch weitere heute unbekannte Exemplare in einem Kloster existieren ist Ansichtssache. Dagegen spricht, dass diese Briefmarke seit ca. 150 Jahren weltberühmt (und teuer) ist. Bestimmt wurde die Korrespondenz der Klöster in den letzten 150 Jahren bereits sorgfältig gesichtet.

Heinz
 
10Parale Am: 30.04.2019 21:44:00 Gelesen: 8020# 732 @  
@ Heinz 7 [#731]

"Bestimmt wurde die Korrespondenz der Klöster in den letzten 150 Jahren bereits sorgfältig gesichtet."

Ja, das ist sicherlich der Fall. Zumindest verfügen Klöster ähnlich wie Amtsstuben und Handelsbetriebe über umfangreiche Korrespondenzen und den geringsten Anlass, das Geschriebene zu entsorgen.

Der rasante Preissprung der 81 Parale Ochsenkopf als Resultat der wagnis- bzw. kenntnisreichen Reparatur des Käufers Herbst 2018 finde ich auch sehr spannend.

Heute zeige ich einen relativ seltenen Stempel auf einem Behördenbrief aus Orgoesti im Landkreis Tutova. Er wurde am 23. Dezember 1897 an den Richter des Dorfes Simila (Judecator Ocolului Simila) im Stadtbezirk von Zorleni gesandt.

Rückseitig ein Landpost-Stempel der AGENTIA SPECIALA ZORLENI vom 28. Dezember.

Bei Kiriac Dragomir als der Stempel RAS "Agentii speciale" 49 Zorleni verzeichnet.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.05.2019 21:21:12 Gelesen: 6482# 733 @  
@ 10Parale [#732]

Am 5. Juni 2019 wird bei David Feldmann in Genf eine 81 Parale Marke zum Ausruf gebracht, eine von 2 ungebrauchten Stücken mit breiten Rändern und Originalgummi.

Wer gerade von der Stockholmia 2019 zurückkehrt und noch etwas Taschengeld übrig hat, kann diesen Schatz zu einem Schätzpreis von 160 - 200´000 Euro und mehr erwerben.

Vor wenigen Tagen trafen sich in Sibiu auf dem großen Platz im historischen, mittelalterlichen Ortskern die europäischen Minister zu gemeinsamen Gesprächen. Mir fiel dabei ein, welche Schätze Rumänien birgt; wertvolle Mineralien, fruchtbarer Ackerboden, 3000 Wölfe (einmaliger Bestand! - im Schwarzwald gibt es 1 Wolf), Millionen von Schafen, das Donaudelta und und und natürlich die Ochsenköpfe der Moldau.

Der Katalog zu der o.g. Auktion heißt: "ROMANIA - Eerly Postal History & Classic Stamps" und zeigt Schätze der klassischen rumänischen Philatelie.

Ein Studium dieses Kataloges (oder bei philasearch) kann ich jedem Rumänien Sammler nur ans Herzen legen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 17.05.2019 18:38:53 Gelesen: 6276# 734 @  
@ 10Parale [#733]

Ich kann den Aufruf von 10 Parale nur unterstützen. Das Angebot bei David Feldman ist wirklich beachtlich, wobei das Angebot sich keineswegs nur auf teure Ochsenköpfe beschränkt, sondern ein sehr breites Spektrum zeigt:

Lose 20000-20119: Early Postal History
ein sehr schönes Angebot mit vielen Seltenheiten zu zum Teil tiefen Ausrufpreisen (Estimate)
Lose 20120-20161: Classic Stamps
nur 42 Lose, aber ein paar "Riesenkracher"
Lose 20162-20243: Foreign Post Offices
weitere 82 Lose, sehr interessant, aber zum Teil auch entsprechend teuer
Lose 20244-20247: Collections
nur 4 Lose, wovon das letzte "Literatur" ist: 52 Bücher & Kataloge

Die Auktion findet unmittelbar nach der Ausstellung in Stockholm statt. Dort werden ja auch ein paar "Kleinigkeiten" verkauft.

Vielleicht bleibt ja auch für die "Normal-Sterblichen" dabei etwas übrig. Wir werden hinsehen und mitmachen.

Heinz
 
10Parale Am: 27.05.2019 21:45:09 Gelesen: 4899# 735 @  
@ Heinz 7 [#734]

Na ja, als "Normal-Sterblicher" freut es mich besonders, dass es bei David Feldmann auch 2 Lose gibt, die meinem Pseudonamen "10Parale" alle Ehre machen.

Es handelt sich um 2- Reprint Bögen zum Ausruf von je 8.000,-- bzw. 1.000 Euro, wobei der erste, teure Bogen eine Mischung von Marken der 2. Moldau-Ausgabe bietet und der Bogen zu 1.000 Euro 8 Reprints der 10 Parale bietet, die jedoch nie zur Ausgabe gelangte, weil das Zeitungsporto auf 5 Parale gesenkt wurde, wie du uns ja weiter oben erklärt hast.

Wie gern hätte ich diesen Bogen, aber ich glaube, der Endpreis wird nichts für Normal-Sterbliche sein.

Liebe Grüße

10Parale
 
Heinz 7 Am: 28.05.2019 22:45:38 Gelesen: 4716# 736 @  
@ 10Parale [#735]

Du kannst Dich erinnern, dass ich Dich vor über 5 Jahren gefragt habe, woher Dein Philaseiten-Name kommt. Ich wusste von diesen Versuchsdrucken und Reprints, sie sind in der Tat sehr faszinierend.

Weil sie auch sehr selten sind, könntest Du recht haben; vermutlich werden sie teuer. Aber auch hier gilt; immer wieder muss man sein Glück versuchen, manchmal sind die Preise auch erstaunlich tief.

(Andernfalls hätte ich niemals meine Sammlung aufbauen können).

Happy hunting!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 20:35:37 Gelesen: 3612# 737 @  
@ 10Parale [#735]

Es ist schade, dass Du heute nicht an die Auktion gefahren bist, wie Du es Dir ja überlegt hast.

Das Angebot bei David Feldmann war aussergewöhnlich, und es gab viele Lose, die mich interessier(t)en. Darum fuhr ich gestern Abend nach Genf und war heute an der Auktion dabei.

Angefangen hat es für mich ernüchternd.

Die ersten vier Lose gingen wieder ab wie Raketen. Die Startpreise von je Euro 200 wurden pulverisiert und es kamen vier Mal nur Ergebnisse über Euro 1.000 zustande. Ich befürchtete wieder eine Rumänien-Auktion zu erleben, wo praktisch "alles" zu gewaltig hohen Preisen an ein und denselben Sammler geht. Wir haben solche Auktionen in den vergangenen Jahren oft erlebt.

Später aber ergaben sich auch Möglichkeiten für aufmerksame Sammler zu vernünftigen Preisen sehr seltenes Material zu erwerben. Einzelne Stücke waren ausserordentlich, vermutlich zum Teil auch erstmals überhaupt an einer Auktion.

Die Auktion war ja mehrteilig und stammte vermutlich aus verschiedenen Einlieferungen (siehe Beitrag 734).

Die Lose 20135 - 20139 zeigten 5 sehr seltene Einheiten mit Gorjan-Reprints. Sie blieben jedoch alle unverkauft, bis auf Los 20139, das zu 90% des Estimates = Euro 900 verkauft wurde.



Du wirst an dem Bild sicher Deine Freude haben.

(Fortsetzung folgt)

Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 22:50:34 Gelesen: 3600# 738 @  
@ 10Parale [#730]

Eine 81 Parale-Marke ungebraucht wurde 2019 verkauft (siehe [#731]), nun kam eine gestempelte hinzu.

Das Exemplar (Handbuch F.H. Seite 372/1) hatte einen moderaten Ausruf bei David Feldman, stieg aber in kurzer Zeit auf einen hohen Preis von Euro 60'000 + 22 % = Euro 73'200.



Das ist mehr als voller Katalogpreis. Bei anderen Ländern ist das "undenkbar", bei Rumänien kam es in den letzten 15 Jahren mehrfach vor!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 09.06.2019 12:36:47 Gelesen: 3417# 739 @  
@ Heinz 7 [#734]

Bei David Feldman kam am 5.6.2019 ein hochinteressantes Angebot von Rumänien-Material zum Verkauf, aufgeteilt auf drei Bereiche (siehe Beitrag [#734]).

Vor allem die erste Sektion "early postal history" enthielt allerhand ungewöhnliches und zum Teil sehr seltenes Material, das darüber hinaus teilweise ausgezeichnet erläutert war. So wurde z.B. genau erklärt, was ein "INAM" ist. Solche Formulare werden bei seltenen Gelegenheiten angeboten, sind aber weitgehend unbekannt.



Los 20009 war z.B. sehr genau erklärt:

"Moldavian coat of arms and reading ”Principality of Moldavia, Administrative Council 1849” – very fine, attractive and scarce. Atop of the document there is a manuscript notation reading” This Inam having been used was passed through Treasury and sent to the Controller for investigation” and signed Cararescu

Note: full translation of the document may be viewed on line.

Document translation:

INAM

The post house shall release four horses to the presenter (of this ticket) for travelling from Jassy to Fokshani for the benefit of the Administration and back with payment of progon from the Treasury. Not missing art. 10 of the contract (black, oval stamp: Principality of Moldavia, Administrative Council 1849) Great Treasurer (signature)

Section III Section Chief

No. 69. No. 137 (signature) Holban

1854, the month of February, day 8

Jassy

7 (manuscript)"

Der Ausrufpreis von nur Euro 100 war natürlich eine "Einladung" an alle Rumänien-Sammler, doch blieb dafür das Interesse absehbar. Das Stück wurde nicht sehr teuer. Bei anderen Stücken waren die Bietergefechte deutlich heftiger.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 14.06.2019 10:00:27 Gelesen: 3057# 740 @  
@ 10Parale [#730]

An hohe Preise für gutes Rumänien-Material haben wir Sammler uns ja seit Langem gewöhnen müssen.

Dabei spielt die Qualität meistens eine entscheidende Rolle. Dass für extrem schöne Stücke auch extrem hohe Preise bezahlt werden, ist die Regel, nicht die Ausnahme. Darum ist die Versuchung gross, beim Qualitätsanspruch Abstriche zu machen. Ich warne aber vor solchen "Ausweichmanövern". Qualitativ ungenügende Ergebnisse erzielen dann (in der Regel) auch keine guten Preise, wenn sie später verkauft werden. Auf unserem "engen Markt" Rumänien mag es in den letzten Jahren viele Ausnahmen gegeben haben (Tendenz: "alles" wurde teuer verkauft), aber ein zweit- oder drittklassiges Stück bleibt ein minderwertiges Exemplar im Vergleich zu den wirklich schönen Stücken.

Zweifellos in die Kategorie der guten Stücke gehört folgendes Los



Los 1514 der heutigen Corinphila-Auktion 14. Juni 2019.

Die Marke hat einen Katalogpreis von Euro 5'000. Sie wurde heute aber für CHF 11'000 verkauft, dazu kommen 21 % Aufgeld.

Die 54-Parale Marke (= Michel Nr. 2) ist deutlich tiefer bewertet als die Grossraritäten 27 Parale, 81 Parale oder 108 Parale (Michel Nrn. 1, 3 und 4). Ich kenne viele Sammler, die versuchen, sich "wenigstens" eine Michel Nr. 2 zu sichern (und die Nummern 1,3,4 auslassen); das wird offenbar auch nicht einfacher, die Preise gehen eher aufwärts als abwärts.

Heinz
 
10Parale Am: 14.06.2019 22:05:16 Gelesen: 3024# 741 @  
@ Heinz 7 [#740]

Es ist sicher mitunter auch ein großer Verdienst der ARGE Rumänien und Ihres Vorsitzenden, Herrn Fritz Heimbüchler, dass die 4 ersten Marken des Fürstentums Moldau nahezu vollständig gelistet, geprüft und bewertet wurden. Neben der Provenienz ist damit auch die Originalität gesichert. Wenn Auktionshäuser wie Corinphila oder auch ab und an andere Auktionatoren dann solche teuren Stücke wunderbar in Katalogen und auf ihren Homepages präsentieren, ist das alles zusammen mit ein Garant für starke Preise, wie es heute wohl wieder in Zürich geschah.

Ich persönlich verstehe jeden Sammler, - denn auch ich gehöre dazu -, der solch einen Ochsenkopf sein Eigen nennen möchte und dafür auch den qualitativen Abstrich in Kauf nimmt (nehmen würde). Es ist gut, vor "Ausweichmanövern" zu warnen. Jedoch gilt dies nur für den, der nicht die nötige Geduld aufbringt, um den richtigen Moment abzupassen. Ich meinerseits wäre froh, ich hätte die finanziellen Mittel, aber schließlich muss ich einsehen, dass es leider in meinem Lieblings-Sammelgebiet "Rumänien" unerschwingliche Stücke gibt. Deshalb gewinne ich langsam auch den notwendigen Abstand vor diesem Sammelgebiet, auch wenn es mir schwer fällt.

Liebe Grüße

10Parale
 
Wildenhain Am: 15.06.2019 13:03:38 Gelesen: 2984# 742 @  

 
buzones Am: 15.06.2019 13:23:08 Gelesen: 2977# 743 @  
@ Wildenhain [#742]

?
 
Heinz 7 Am: 16.06.2019 18:55:22 Gelesen: 2923# 744 @  
@ buzones [#743]
@ Wildenhain [#742]

Wir wissen nicht, welche Mitteilung uns Wildenhain machen wollte, aber ich zeige einmal eine Postkarte mit Zusatzfrankatur, die uns eine sehr ähnliche Marke zeigt wie in Bild 742 gezeigt.



Das ist eine P 60 (Postkarte 60) aus dem Jahr 1918, mit einer Zusatzfrankatur einer Zwangszuschlagsmarke: eine Kriegssteuer verlangte, dass alle Schreiben mit einer 5 Bani-Marke ergänzt werden mussten (ausser bei Orts-Schreiben). Im Bild gezeigt die "Timbru-de-Ajutor"-Marke Michel Nr. 7, ebenfalls von 1918 (Farbänderung).

Solche Ganzsachen sind seltener, als uns ihr tiefer Katalogpreis vermuten liesse, besonders in schöner Erhaltung.

@ 10Parale [#741]

Ich möchte, nein, ich "muss" auch noch 10 Parale widersprechen (er wird mir dies nicht übelnehmen?). Den Schluss, sich vom Sammelgebiet "Rumänien" abzuwenden, nur, weil es bei dem Gebiet sehr teure Stücke gibt, ist in meinen Augen die genau falsche Entscheidung. Man kann/darf/soll ein Sammelgebiet auch pflegen, wenn man es nicht "komplett" sammeln kann. Sonst darf man ganz viele attraktive Länder nicht sammeln: Rumänien, Schweiz, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Österreich, Italien - die Aufzählung ist nicht vollständig - alle, alle Gebiete haben teure Exemplare (übrigens: auch Bermuda!); müssen wir darum einen Bogen darum machen? Ich sage: nein! Im Gegenteil!

Und mit meiner Empfehlung, auf Qualitätsstücke zu achten wollte ich NICHT sagen, dass man nicht auch zweitklassige Stücke sammeln soll/darf. Man SOLL sich dann einfach NICHT "reich-rechnen", wie dies leider viele Sammler tun. Viele Sammler kaufen zweite oder dritte Qualität ein, meinen dann aber, ihre Bestände zu den hohen Preisen der "Luxus-Stücke" bewerten zu dürfen. Das geht natürlich nicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Also - Appell an 10 Parale: "Sammelgebiet Rumänien" = weitersammeln! :-)

Es gibt, gerade bei Händlern in Deutschland, noch sehr viel Material, das sehr günstig ist, und mit dem sich trefflich eine sehr interessante Sammlung bauen lässt. Und auch das Sammeln von Ganzsachen ist eine Empfehlung an alle Sammler, die hoffen, auch mit sehr kleinen Mitteln sehr gute Stücke erwerben zu können!

Du hast den grossen Vorteil, dass Du Dich bei Ganzsachen auskennst... im Gegensatz zu fast allen Briefmarkensammlern. Das ist DIE Chance, auch gute Stücke zu kaufen, die es für auch ganz wenig Geld gibt!

Heinz
 
10Parale Am: 16.06.2019 22:21:32 Gelesen: 2901# 745 @  
@ Heinz 7 [#744]

"Also - Appell an 10 Parale: "Sammelgebiet Rumänien" = weitersammeln! :-)

Hallo Heinz,

Stockholm, Genf, Zürich. Das sind 3 Orte, wo wir in den letzten 3 Wochen mit philatelistischen Preziosen konfrontiert wurden. Bei D. Feldmann in Genf wäre ich gerne dabei gewesen, denn die 900,-- Euro für den Gorjan-Reprint mit der 10Parale hätte ich noch knapp überbieten könne (ein kurzes Bieter-Gefecht hätte ich dann möglicherweise verloren!) In Zürich bei Corinphila war ich wegen eines Gerichtstermins verhindert und mein schriftliches Gebot für einen 30 Parale Brief der 1. Gewichtsstufe mit den seltenen M1-Stempeln von Tekutsch lag leider unter dem Endresultat von über 800 Schweizer Franken.

Wie ich dir bereits berichtet habe, hatte ich in Stockholm nach meinem Besuch der Ausstellung vor einem Kaufhaus einen Zusammenprall mit einem Fahrradfahrer. Wir beide hatten einen Schutzengel und ich verbrachte die nächsten beiden Tage in Schock-Starre als Zuschauer des Stockholm-Marathons und des VASA-Museums.

Zu Hause angekommen habe ich meine verbleibenden Stücke der Rumänien-Sammlung betrachtet und bin froh, dass ich diese "kleinen Preziosen", die mir nun fast heilig sind, noch möglichst lange als mein Sammel-Eigentum betrachten kann.

Insofern ist alles gut. Ich sammle nun einfach quer Beet, weil ich überall etwas Schönes und für mich "Wertvolles" und "Mitteilsames" finden kann. Die beste Anerkennung finde ich in der persönlichen Anerkennung. Ich möchte auch das, was ich von nun an sammle, lieber mal nach meinem Ableben verschenken als mich daran auch noch irrtümlich "reich zu rechnen". Ich bin sicher, dass man mit philatelistischen Geschenken auch viel Freude bereiten kann. Ist doch okay, das du mir widersprichst. Ich nehme dir das nicht übel.

Vielleicht zum Schluss noch dies. Es wird oft beklagt, dass die Philatelie ein aussterbendes Hobby ist. Ich glaube das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne nur viel mehr solche Sammler, die haben ein oder mehrere Sammelgebiete (nehmen wir Bermuda!), die sammeln und sammeln, und versuchen zu komplettieren, tragen zusammen und rennen den Neuheiten hinterher und dann festzustellen, dass sie sich die beiden ersten Postmeister-Marken von Hamilton 1849-56 nicht leisten können. Selbst frühe Briefe mit manchen Victoria-Ausgaben sind unbezahlbar. Ich glaube, diese Art der Philatelie ist tatsächlich am Aussterben.

So, und wer sich die beiden runden Hamilton Direktor Marken leisten kann, für den ist auch der Rest ein Klacks. Ganz oben auf dem Olymp gibt es auch noch Gewinner und Verlierer. Sind wir froh, dass sich hier ein fester, zukunftsträchtiger Markt etabliert hat und es jedem freisteht, bei plöztlich einsetzendem Reichtum sich bei Auktionshäusern diese Preziosen zu besorgen. Ich habe mir heute den Robson Lowe Katalog Bermuda 1974 besorgt, um meinen Horizont ein wenig zu erweitern. Das muss für meine Ansprüche "im Moment" reichen.

Der Scan zeigt eine schöne, aktuelle Marke aus Schweden zu 21 Kronen. Passt zu Stockholm.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.06.2019 19:46:53 Gelesen: 1917# 746 @  
An anderem Ort wurde gewünscht, dass wir in diesem Thema einmal eine echte Michel Nr. 19 sehen. Vor mehr als sechs Jahren gab es dies zwar schon einmal, siehe Pepe [#16], aber eine Wiederholung kann nicht schaden



Anbei zeige ich zwei ungebrauchte Stücke.

Der rumänische Spezialkatalog unterscheidet drei verschiedene Drucke, die sich in der Farbe und in den verwendeten Papieren unterscheiden. Es gibt sehr hellblaue Stücke, aber auch sehr dunkle, und das Briefmarkenpapier ist weiss oder gelblich.

Michel begnügt sich mit einer Nummer (19) und dem Hinweis "hell- bis dunkelblau (Töne)". Zumstein katalogisierte drei Nuancen:

19 = blau
19a = hellblau
19b = dunkelblau

Die Preise dafür lagen nahe beieinander:

19 = CHF 80 / 55 (ungebraucht/gestempelt)
19a = CHF 100 / 60
19b = CHF 110 / 75.

Das war im Katalog "Zumstein Ost 1992".

Heinz
 
123zoltann Am: 03.07.2019 05:42:36 Gelesen: 1583# 747 @  
Übrigens sammle ich auch rumänische Postgeschichte aus der Periode 1940-1959, meine Briefsammlung reicht jedoch bis 2005, d.h. bis zur Währungsreform. Diesen späteren Teil meiner Sammlung werde ich nun verkaufen, da mir das zu viel wird. Es geht nun mal um tausende Belege und um eine Sammlung richtig pflegen zu können, muß man einfach reduzieren. Weswegen ich das erwähne: ich las so einige interessante Beiträge von Dir auf diesem Forum und sah auch schöne Belege aus der Inflationszeit von 1945-47, die mir nach wie vor sehr viel Spaß macht. Vor Allem sammle ich die Belege, die mit Sonderzuschlagsmarken frankiert sind. Wie Du sicherlich weißt, sind diese Belege sehr selten echt gelaufen und dann auch noch portogerecht frankiert anzutreffen.

Manche Rumänien-"Spezialisten" betrachten diese Stücke als Machwerke von Philatelisten, die sammelunwürdig sind. Ich sehe das ganz anders. Diese Serien aus der Infla-Zeit wären ohne die echt gelaufenen Belege größtenteils völlig uninteressant, die Belege dokumentieren jedoch, daß auch diese Marken zur Frankierung von Briefsendungen hergenommen wurden, wenn auch nur von Sammlern. Schöne Frankaturen sind schließlich ja meistens von uns Sammlern geschaffen und geht es denn nicht auch um Ästhetik in unserem Hobby? Um jedoch wieder zum Thema zurückzukehren: einige Ausgaben konnte ich bislang, trotz meiner über 40 jährigen Tätigkeit auf diesem Gebiete, trotzdem noch nicht als echt gelaufene Sendungen finden, so z.B. die Marken der Ausgaben "OSP 1945", CGM 1945, "Reforma Agrara" von 1946. Gerne würde ich mal sehen, was andere Sammler diesbezüglich bieten können.

Gruß an Alle

[Beitrag redaktionell teilweise verschoben aus dem Thema "Hotelpost - Ausgaben aus Siebenbürgen "]
 
10Parale Am: 06.07.2019 22:22:56 Gelesen: 1405# 748 @  
@ 123zoltann [#747]

Schöne Frankaturen sind schließlich ja meistens von uns Sammlern geschaffen und geht es denn nicht auch um Ästhetik in unserem Hobby?

Das ist wahrlich eine gute, eine neue, eine wichtige Frage, die ich für die Ausübung meines Hobbies durchaus mit befürworte. Ich würde dieses Hobby nicht ausüben, wenn es meine Sinne nicht bewegen würde.

Ästhetik ist ein weitaus dehnbarer Begriff. Es kann ästhetisch sein, alle Zähnungs-, Wasserzeichen- und Papiervarianten einer bestimmten Briefmarke zusammenzutragen, oder wie du sagst, - was Sammler oft mit Freude tun -, eine schöne Frankatur zusammenzustellen, um einem anderen Sammler oder Nichtsammler damit eine Freude zu bereiten. Man kann einen Liebesbrief mit Herzen dekorieren usw.

Heinz 7 schreibt (wohl mich meinend) in Beitrag #555 des Themas "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt":

wenn sich jemand vom Thema "Rumänien" abwendet, weil es "zu teuer" ist, und er dann zu "Bermuda" wechselt, dann kommt er sinnbildlich "vom Regen in die Traufe".

Nun gut, stimmt ja auch. Eine gewisse Frustration bei einem Land, dass einem auch aus privaten Gründen sehr am Herzen liegt, sei gestattet, wenn schon bestimmte Stempel in Kombination mit einer bestimmten Marke für Otto Normalsterblich nicht mehr erreichbar sind.

Meine Frau (Rumänin) hat mich gerade aufgeklärt, weshalb ich Bermuda sammle: zur Recherche. Das war mir gar nicht so bewusst, aber es macht mir riesig Spaß, mich in ein neues Gebiet einzuarbeiten. Es gibt noch einen anderen Grund, aber man muss ja nicht alles erklären müssen.

Ich kann Heinz 7 jedoch beruhigen, ich werde den Rumänien Sammlern hier treu bleiben und zeige einen seltenen Landpostbeleg, dem ich auf einem weißen Blatt Papier einen modernen englischen Beleg entgegengesetzt habe, aus ästhetischen Gründen. Erklärung kleingedruckt.

Liebe Grüße

10Parale


 

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