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Thema: Postlagernde Sendungen
Das Thema hat 28 Beiträge:
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Baldersbrynd Am: 27.06.2013 09:47:58 Gelesen: 25503# 4 @  
Hallo zusammen,

hier ein Brief, welcher eigentlich unter Postlagernd Thema gehört.

Sendet aus Berlin am 14.8.1905 nach Sternberg in Mecklenburg, Postlagernd zu eine Däne aus Viborg (Jutland). Der Brief wurde nicht abgeholt, dann weitergeschickt nach Kopenhagen (warum nach hier?) und 10 Pf. fehlende Porto zu erhoben in Kopenhagen. Keine Stempel in Dänemark, nur eine Vignette "Ikke afhentet" (nicht abgeholt) Der Brief geht zurück nach Berlin siehe Stempel Bestellt vom Postamte 30, 25.11.1905 und Stempel: Entlastet W 30 25.11.05, nach Eröffnung des Briefes und der Absender geschrieben auf der Adresseseite geht der Brief zurück, Stempel Bestellt Postamt 50, 27.11.05.

Viele Grüße
Jørgen









[Redaktionell aus dem Thema "Die Poststempel Berlins" kopiert]
 
DL8AAM Am: 27.06.2013 16:21:20 Gelesen: 25410# 5 @  
@ bayern klassisch [#2]

Deutsche Reich ... bei der Abholung genügte es, sich zu legitimieren

Zumindest bei der Deutschen Bundespost in den 70/80er Jahren musste man das nicht (immer). Mein Vater hatte seinerseit eine caritative Tauschpartnerorganisation in Nordkorea mit der er Briefmarken getauscht hatte. Da er damals noch aktiver Bundesbeamter war, hat er sich die Post an einen Decknamen postlagernd zum örtlichen Bahnpostamt schicken lassen. Da reichte es zu fragen "ist Post für A.P. Rosenstock da?" und er bekam die Sendungen.

Auch ich als Kind hatte in den 80ern einen "Club Mars" gegründet und ohne Probleme so meine Post - in Umgehung der elterlichen Briefkastenleerung - bekommen. Später hatte ich dann noch über Jahre hinweg Nachsendeanträge (damals kostenlos) von Postlagernd auf meine Wohnadresse, wenn ich nicht wollte, dass man meine echte Adresse sieht. Das ging alles



Damals hatte ich den militärischen Fernschreibverkehr einiger US Navy Schiffe in den antarktischen Gewässern auf Kurzwelle mitgeschrieben, die dann um "QSL-Bestätigungen" dafür ersucht. Da es damals in Deutschland noch verboten war diese Art von Funk abzuhören, nutzte ich Postlagernd (mit Nachsendeantrag, wohl um es den Staatsanwalt leichter zu machen. Hmmm, als Kind dachte man scheinbar nicht so weit...hi). Weil diese Art von Abhörhobby in den USA damals aber recht verbreitet war, hatten (und haben) viele dieser militärischen Funkstellen sogar eigens für die SWL-Hobbyisten (Short Wave Listener) spezielle QSL-Empfangsbestätigungs-Postkarten gedruckt. Wenn man damals in 80ern eine Bundeswehrfunker angeschrieben hätte, sähe die Belohnung sicherlich anders aus, hi.





Gruß
Thomas
 
volkimal Am: 06.07.2013 10:22:55 Gelesen: 25316# 6 @  
Hallo zusammen,

ein besonderer Aspekt bei Postlagernden Belegen wurde hier noch nicht angesprochen - die Postlagergebühr.



Dieser postlagernde Brief von der Schweiz nach Österreich trägt eine Nachgebühr-Stempel über 5,50 Schilling. Ich habe leider keine Portotabelle um nachzusehen, ob der Brief mit 40 Centimes richtig frankiert ist, ich gehe aber davon aus. Bei den 5,50 Schilling handelt es sich wahrscheinlich um die Postlagergebühr. Wer hat Informationen über die Höhe der Postlagergebühr in Österreich?

Viele Grüße
Volkmar
 
christel Am: 06.07.2013 11:32:43 Gelesen: 25304# 7 @  
@ volkimal [#6]

Hallo Volkmar,

es sollte sich schon um die Nachgebühr für den nicht ausreichend frankierten Brief handeln. Durch den Taxvermerk ist ja schon die Höhe des fehlenden Portos angegeben. Bei dem Brief dürfte es sich wohl um eine "Drucksache" handeln, auch wenn dies nicht angegeben ist.

Fehlporto sind nach Taxvermerk 30 Rappen (Zähler im Bruch), ein voll zu zahlender Brief Schweiz-Österreich kostete 1,10 Franken (Nenner im Bruch). Es würde nun so gerechnet werden: 30 : 110 = 0,273, diese würden mit dem Betrag für einen vollbezahlten Brief Österreich - Schweiz (den ich leider nicht weiß) multipliziert und nach oben aufgerundet werden, zu diesem Betrag würde theoretisch die Einziehungsgebühr kommen. Das könnten zusammen durchaus die eingeforderten 5,50 ATS sein.

Christel
 
Germaniafan Am: 08.07.2013 15:38:10 Gelesen: 25247# 8 @  
Hallo ins Forum.



Hier eine Postkarte von Düsseldorf nach Hanau am Main vom 29.8.1901. Der Empfänger der Karte war wohl nach Interlaken in der Schweiz abgereist, deshalb wurden auf der Karte am 30.8.1901 noch mal 5 Pfennig nachgeklebt, mit Schwarzstift entwertet und nach Interlaken postlagernd nachgesendet.

Schöne Grüße
Guido
 
volkimal Am: 30.07.2013 19:18:35 Gelesen: 25106# 9 @  
Hallo zusammen,

eine weitere Möglichkeit für postlagernde Sendungen ist das Beschaffen von Belegen für die eigene Sammlung.



Achim Lange hat diesen Brief von der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 1992 postlagernd nach Barcelona geschickt. Auf der Rückseite steht extra der Vermerk "Bitte zurück an den Absender". Allerdings trägt der Brief keinen Zurück-Vermerk. Ob er wirklich von Monsieur Kaps abgeholt wurde? Vielleicht hat Herr Lange ja so viele Briefe nach Barcelona geschickt, dass diese in einem großen Umschlag zurückgingen.



Das Wort "Lista" im Stempel aus Barcelona bedeutet Liste. Vermutlich wurde damit bestätigt, dass der Brief in die Liste der postlagernden Sendungen eingetragen wurde.

Viele Grüße
Volkmar
 
Marcel Am: 14.04.2014 21:38:22 Gelesen: 24267# 10 @  
Hallo!

Habe hier eine Karte die am 13.06.1929 von Koblenz nach .../Vogtland lief, dort am 14.06. Hauptpostgelagert und bis zum 28.06. nicht abgefordert wurde. Somit ging die Postkarte am 29.06. zurück ebenfalls Hauptpostlagernd und wurde am 15.07. an ursprünglichen Absender übergeben. Sehe ich das korrekt? Bitte um Richtigstellung, wenn ich falsch liege!

schöne Grüße
Marcel


 
Sennahoj Am: 16.04.2014 11:37:39 Gelesen: 24218# 11 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier einen Brief der als Bahnpostlagernd versendet wurde. Was hat das zu bedeuten?

Außerdem frage ich mich was der lilafarbene Stempel 5. Jan. 1956 bedeutet. Ich habe vermutet, dass der Brief an diesem Tag zum Empfänger zurück gesendet wurde, da er über 14 Tage lang nicht abgeholt wurde. Allerdings ist auch dem Brief kein "zurück" Vermerk zu finden.

LG Sennahoj


 
juni-1848 Am: 16.04.2014 23:08:54 Gelesen: 24177# 12 @  
@ Sennahoj [#11]

Moin moin,

der Brief wurde beim Bahnpostamt in Mannheim gelagert, versendet am 20.12.55.
Und wie der Werbezusatz im Freistempel schon so treffend formuliert "Festtagspost rechtzeitig einliefern!", hatte diese "unwichtige" Drucksache über die Weihnachts- und Neujahrstage alle Zeit der Welt, so daß erst am 5 Jan. 1956 das Datum für den Beginn der Lagerfrist aufgestempelt wurde. Da der Brief nicht retourniert wurde, wird die Witwe Borchardt ihn wohl abgeholt haben.

Zur Infla-Zeit wurde für die Postlagerung eine Gebühr berechnet:



(Datenbank # 5059)

Handschriftlicher "Dank für die schönen Nelken" auf Postkarte vom 19.7.1922 ab Bad Harzburg nach Eisenach, dort postlagernd.

Frankiert nur mit dem Schnitter Mi. 169 (150 Pf). Für die nicht frankierte Postlager-Gebühr (50 Pf) wurde eine Nachgebühr in Höhe des doppelten Fehlbetrages (100 Pf) erhoben, dokumentiert mit einem Einkreiser "Porto" und "100" in Blaustift.

(siehe auch [http://www.philaseiten.de/beitrag/83589])

Gruß, Werner
 
Stempelfreund Am: 17.04.2014 12:52:11 Gelesen: 24150# 13 @  
@ Sennahoj [#11]

Hallo Sennahoj,

der Datumsstempel zeigt den Tag an, an dem die Abholfrist abläuft. Er wurde am Eingangstag auf die postlagernde Sendung aufgebracht.

Ich nehme an, der gezeigte Brief wurde abgeholt.

Beste Grüße
Stempelfreund
 
Marcel Am: 22.11.2014 20:28:40 Gelesen: 23390# 14 @  
@ Sennahoj [#11]

Hallo!

Zu den aufgebrachten Datumsstempel habe ich hier auch mal 2 Beispiele aus Jena.

Beide Briefe per Luftpost wurden in Peking aufgegeben und in Jena postgelagert. Beide Briefe wurden auch abgeholt.

- der 1. wurde in Peking am 26.08.1957 gestempelt, der 2. am 13.12.1957





schöne Grüße
Marcel
 
Heinrich3 Am: 22.11.2014 22:26:57 Gelesen: 23365# 15 @  
@ volkimal [#9]

Hallo Volkmar,

Dein Beitrag ist zwar schon ein paar Tage alt, aber leider habe ich ihn erst jetzt gelesen.

Zur Ergänzung:

Der Stempel "Lista" stammt vom Postlagernd-Schalter. Mein Spanisch-Wörterbuch sagt nämlich: Lista de correos = postlagernd

Man lernt nie aus.

Schönen Sonntag wünscht
Heinrich
 
volkimal Am: 23.11.2014 17:26:55 Gelesen: 23315# 16 @  
@ Heinrich3 [#15]

Hallo Heinrich,

dankeschön!

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.06.2015 18:51:38 Gelesen: 22500# 17 @  
Hallo zusammen,

da der Brief nicht nur zum Thema "Zurück und nachgeschickt" passt, zeige ich ihn hier ein zweites Mal. Der Brief ist ein typisches Beispiel zur Postlagergebühr aus der "Werkstatt" des Herrn Topp:



Der Brief ging aus Bangkok in Thailand an Herrn Topp in Essen. Von dort wurde er nach Seefeld in Österreich nachgeschickt. Da der Brief postlagernd war, wurde er mit der Postlagergebühr von 50 Groschen belegt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Baldersbrynd Am: 18.09.2015 12:27:18 Gelesen: 21775# 18 @  
Zwei Briefe gesendet als Postlagernd. Beide mit einem kleinen Stempel mit Datum:

Brief aus Emmerich nach Köln, gesendet am 27.11.1931. Der kleine Stempel zeigt 12.12.J.

Brief aus Meppen nach Freiburg in Breisgau, gesendet am 12.1.1936. Der kleine Stempel zeigt 28.1.

Kann jemand mir sagen mehr über diese Stempel ? Ich habe noch zwei Briefe mehr nach Köln und einen nach Freiburg in Br. mit diesen kleinen Stempeln.

Viele Grüße


 
inflamicha Am: 18.09.2015 12:53:04 Gelesen: 21763# 19 @  
@ Baldersbrynd [#18]

Hallo,

das sind Lagerfrist-Stempel. Postlagernde Sendungen wurden zu dieser Zeit 2 Wochen bereitgehalten, bevor sie (bei Nichtabholung) wieder retour gesandt wurden.

Beispiel linker Brief: abgesandt am 27.11., Ankunft wahrscheinlich am 28. oder 29.11. in Köln + 14 Tage = Ablauf der Lagerfrist am 12.12.

Diese Stempel gibt es in verschiedenen Formen und Ausführungen.

Gruß Michael
 
Baldersbrynd Am: 18.09.2015 13:28:56 Gelesen: 21749# 20 @  
@ inflamicha [#19]

Hallo Michael,

danke für Deine Antwort. Ich hatte nicht dieser Stempeln früher gesehen.

Viele Grüße
Jørgen
 
Baber Am: 18.09.2015 14:55:08 Gelesen: 21731# 21 @  
@ volkimal [#17]

Die mit Nachportomarken verrechnete Postlagergebühr in Österreich wird oft bei der Beschreibung von Belegen mit einer Nachportogebühr wegen Unterfrankierung verwechselt. Ich habe diese unrichtige Beschreibung schon mehrmals auch auf Ausstellungen beobachtet.

Gruß
Baber
 
lueckel2010 Am: 18.09.2015 18:48:10 Gelesen: 21711# 22 @  
@ Baldersbrynd [#20]

Guten Abend "Baldersbrynd"!

Diese Stempel kommen in zig Ausführungen vor, da keine Form vorgegeben war.

Nachfolgend ein Postlagernd-Beleg, der entsprechend gestempelt ist.



Die (wahrscheinliche) Drucksache (4 Pf-Frankatur!) wurde am 9. 6. 1954 in Frankfurt/ Main abgestempelt und ging vermutlich am 12. 6. 1954 in Bielefeld ein. Der Friststempel ist daher auf den 24. 6. 1954 datiert.

Obwohl "Drucksachen" gem. damaliger Postordnung als solche gekennzeichnet sein mussten, ist dies bei dem gezeigten Beleg nicht erfolgt.

Viele Grüße, "lueckel2010"
 
Baldersbrynd Am: 19.09.2015 10:10:10 Gelesen: 21664# 23 @  
@ lueckel2010 [#22]

Hallo lueckel2010,

danke für Deine Antwort. Die Stempel, die Du zeigst, hatte ich früher gesehen, ich habe einige Belege aus Münster in der Weimarer Zeit mit dieser Stempel.

Ich glaube Dein 4 Pf. Beleg ist eine Drucksache. Bessere wäre es mit zwei mal 2 Pf. Heuss Briefmarken.

Viele Grüße
Jørgen


 
lueckel2010 Am: 19.09.2015 15:44:24 Gelesen: 21639# 24 @  
@ Baldersbrynd [#23]

Hallo Jorgen,

in der Tat, 2 x 2 Pf. wären auf jeden Fall besser und heute wohl auch "gewinnbringender". Leider habe ich den Brief nicht selbst beklebt (Scherz!).

Trotzdem ein schönes Wochenende und viele Grüße, Gerd
 
briefefan Am: 20.09.2015 20:46:31 Gelesen: 21594# 25 @  
@ lueckel2010 [#22]

Obwohl "Drucksachen" gem. damaliger Postordnung als solche gekennzeichnet sein mussten, ist dies bei dem gezeigten Beleg nicht erfolgt.

Kannst du bitte mitteilen (Paragraph usw.), wo in der Postordnung das steht? Ich habe in der 1954 gelten Postordnung (von 1929) vergeblich danach gesucht. Erst in der Postordnung von 1964 fand ich eine entsprechende Bestimmung.

Gruß von briefefan.
 
lueckel2010 Am: 20.09.2015 22:43:33 Gelesen: 21581# 26 @  
@ briefefan [#25]

In meiner Zeit als Postler (1959 - 1968) galt die Vorschrift, Drucksachen "so" zu kennzeichnen. An den Schaltern "meines" Postamtes wurden hierzu sogar entsprechende Stempel vorgehalten. Ob diese Vorschrift schon 1954 Vorschrift war, habe ich aufgrund meiner Erinnerungen zwar angenommen, kann dies allerdings nicht mit Sicherheit bestätigen.

Ich bitte, daher - und auch, weil mich "Briefe" nicht sonderlich interessieren - mir meine (eventuell falsch) gemachte Äußerung nachzusehen.

MfG, "lueckel2010"
 
Altmerker Am: 25.11.2020 11:23:46 Gelesen: 818# 27 @  
Dieser Beleg lässt sich nicht in aller gebührender Breite erörtern. Es ist ein R-Brief mit Fenster, so dass sich Adressat und Absender nicht finden lassen. Aber ich denke, hier hat ein Steuerbüro am 2.4. einen R-Brief verschickt. Adressat war nicht zu greifen, hinten eine Benachrichtigungsnachricht 3.4. drauf. Dann nicht abgeholt. Termin wieder vorne drauf: 11.4., Nebenstempel hintendrauf gedrückt. Zurück an den Absender, der stempelt seinen Eingangsstempel am 14.4. drauf und macht sich Gedanken, wie er seinen Klienten kriegt, der abgetaucht sein könnte.

Gruß
Uwe


 
Nachtreter Am: 25.11.2020 12:24:18 Gelesen: 804# 28 @  
@ Altmerker [#27]

Der Adressat konnte doch offensichtlich gefunden werden - zumindest hat ihm der Zusteller eine Benachrichtigung in den Briefkasten geworfen.

Viele Grüße

Nachtreter
 

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