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Thema: (?) (1131) Rohrpostbelege
Das Thema hat 1134 Beiträge:
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philast Am: 24.11.2021 20:36:02 Gelesen: 114811# 1110 @  
@ zeus25971 [#1109]

Hallo,

zunächst ein Danke für die Blumen zu dem Hamburger Beleg.

Zu dem rechten Beleg aus deinem Beitrag sehe ich die Sache so: Das Postamt N60 Schwedenstrasse 5 hatte keinen Rohrpostanschluss. Das nächstgelegene Postamt mit Rohrpostanschluss war N20 in der Stettiner Strasse. Von dort ist die Karte per Rohrpost nach W9 (handschriftliche rote 9) gelaufen, leider kein Durchgangsstempel abgeschlagen.

In W9 ist die Karte wahrscheinlich per Bahn (Potsdamer Bahnhof) nach Lichterfelde gelaufen und dort per Eilboten zugestellt worden. Lichterfelde lag außerhalb des Rohrpostnetzes Berlin. Von daher war es eleganter und für den Absender auch günstiger das Porto für eine 'normale' Eilbotenkarte zu zahlen statt nur per Rohrpost zu versenden, da man Rohrpost nach außerhalb per Eilboten mit zusätzlichen 25Pf zu frankieren hatte, also hier mit 55Pf (25Pf Rohrpostkarte + 5 Pf für außerhalb + 25Pf Eilbote außerhalb).

Fazit also: Teilweise ist der Beleg auch mit Rohrpost gelaufen, es war in diesem Falle von der Logistik her passend. Weshalb die Frankatur rot und blau eingerahmt wurde erschließt sich mir nicht.

Ähnliches gilt auch für den linken Beleg, nur meine ich hier, dass dieser nicht über die Rohrpost gelaufen ist. Ich vermisse hier einen Minuten-Stempel vom Postamt 30 (hatte Rohrpost, Neue Winterfeldtstrasse 14) und links oben einen handschriftlichen Zielvermerk für das Zielpostamt. Hier war es mutmaßlich günstiger ca. 800 m weiter zum S-Bahn Halt Yorckstrasse zu gehen und die Karte von dort weiterzuleiten nach Steglitz, das auch außerhalb des Rohrpostbezirks lag. D.h. hier gilt vom Prinzip her her das gleiche wie für den rechten Beleg. Es war preisgünstiger nur als Eilbotenkarte zu versenden als per Rohrpost nach außerhalb und Eilbote. Jedenfalls in dieser Zeit.

Ich hoffe dass ich das hinreichend korrekt beschrieben habe, das ist meine Meinung dazu.

Grüsse
philast
 
philast Am: 25.11.2021 18:45:51 Gelesen: 114470# 1111 @  
Hallo,

nochmals zum Thema [#1109], außerhalb des Rohrpostbezirks. Folgenden Beleg habe ich kürzlich erworben:



Ausgabe National Versammlung Mi 107-109 als Satzfrankatur von Berlin C2 3.7.19 9:40V nach Berlin Teltowerstr. 56, Ankunftsstempel Berlin SW 61 3.7.19 10:30V. Nach den üblichen Sätzen sind da 35 Pf Portosoll fällig, Porto Ist 50 Pf. Da liegt der Schluss nahe, dass hier ein überfrankierter Sammlerbrief vorliegt. Ich habe das Teil nicht achtlos beiseite gelegt, sondern mal genauer recherchiert.

Im Buch 'Illustriertes Post- und Telegraphenhandbuch, Ausgabe 1906/1907 von Rechnunsrat Heymer' findet sich auf den Seiten 90-96 das Strassenverzeichnis von Berlin nebst der vorgesehenen Zustellpostämter. Für die Teltowerstrasse ist das Postamt SW 61 vorgesehen (also hier das Postamt mit dem Ankunftsstempel). Das Postamt SW 61 hatte die Adresse Tempelhofer Ufer 1. Anhand eines Berliner Stadtplans von 1913 kann man die die Teltowerstrasse in Zehlendorf finden. Heute heißt die Strasse übrigens Teltower Damm.



Ausschnitt aus dem Stadtplan.

Großberlin ist erst im Oktober 1920 gebildet worden, davor war Zehlendorf aus Sicht von Berlin Mitte Fernverkehr und lag außerhalb der Rohrpostbezirks. Deshalb waren zusätzlich noch 15 Pf Fernverkehrsporto hinzuzufügen und damit ist der Beleg portogerecht (aber weiterhin ein Sammlerbeleg) frankiert mit 35 Pf Rohrpostbrief) +15 Pf (Fernverkehrporto) = 50 Pf.



Wenn ich die Rohrpostordnung korrekt verstanden habe, wären die 15 Pf nicht erhoben worden, wenn die Adresse beispielsweise in der Nachbarschaft des Postamtes 61 gewesen wäre und man dort festgestellt hätte dass der Adressat nun in Zehlendorf wohnt. Dann wäre der Brief ohne weiteres Porto nachgesendet worden jedoch nicht per Boten zugestellt worden.

Grüße
philast
 
zeus25971 Am: 26.11.2021 12:23:11 Gelesen: 114285# 1112 @  
Interessanter Umschlag, ja Zehlendorf lag außerhalb des Rohrnetzes bis zur großberliner Gründung. Hier ist eine aktualisierte Postkarte, die von dort gesendet wurde.



Auch hier ist ein weiteres großes Rätsel, ein kurzes mit 35 pf bewertet. statt 30 pf. (beachten Sie die "2" im blauen Stift). Irgendwelche Ideen?



Übrigens: Es ist toll, jemanden zu haben, der über dieses Thema spricht.
 
philast Am: 26.11.2021 18:20:22 Gelesen: 114149# 1113 @  
@ zeus25971 [#1112]

Hallo,

bei dem Brief denke ich, dass er zu groß für die Rohrpostbeförderung (Rohrpostganzsachen Briefeumschläge 140*90, max. 10g) war und er deshalb als Ortseilboten Brief gelaufen ist. In Berlin war das Ortsporto für Briefe zu jener Zeit 10Pf, sofern es bei Auflieferungen größerer Briefmengen nicht 'moderiert' sprich reduziert wurde. So kommen dann die 10 Pf + 25 Pf = 35 Pf Frankatur zustande. Auch der Vermerk 'Eilbote nicht bei Nacht' deutet darauf hin.

Vom PA W8 Französische Str. ging es wohl zunächst zum Haupttelegrafenamt ebenfalls Französische Strasse, wo der Beleg wie ein eingehender Rohrpostbrief behandelt wurde, jedoch aufgrund der Größe der 'normalen' Eilpost übergeben wurde unter Anbringung des Zielpostamtes SW46 in der Halleschen Strasse.

Die Blaue 2 kann ich nicht deuten.

Grüße
philast
 
DerLu Am: 27.11.2021 08:57:26 Gelesen: 113952# 1114 @  
@ philast [#1111]

Hallo philast,

m.M. nach ist der von dir gezeigte Brief überfrankiert. Die Rohrpost bildete in Berlin einen eigenen Taxbezirk, der ab 1901 aus der "Gesamtheit der Rohrpostzustellbezirke" bestand. Dieser Taxbezirk bestand neben den Taxbezirken (Orts-, Nachbarorts- bzw. Fernverkehr) der normalen Post, und war von seiner Definition her auch dynamisch! Dies wurde erst zum 1.7.1922 geändert.

Laut Postbuch für Berlin aus dem Jahre 1913 (ein neueres habe ich leider nicht) lag die Teltowerstrasse, wie du ja selber geschrieben hast, im Zustellbezirk des Berliner Postamtes SW 61. Da das Postamt SW 61 eine Rohrpostbetriebstelle hatte, lag daher die Teltowerstrasse auch im Rohrpostbezirk. Somit hätte die Rohrpostgebühr von 35 Pf. völlig ausgereicht.

Gruß DerLu
 
philast Am: 27.11.2021 16:55:36 Gelesen: 113861# 1115 @  
@ DerLu [#1114]

Hallo,

folgenden Ausschnitt aus dem Beitrag [#299] bringe ich dazu in Erinnerung:

. Damit keinerlei Informationslücken entstehen, hier die letztmalig genannten Post- und Bestellorte im Rohrpostbezirk vor dem 1.10.1920:

. "(...) Er umfasst die Bestellbezirke der Postämter in Berlin, Charlottenburg mit Westend, Friedenau, Grunewald, Pankow, Plötzensee, Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf, sowie
. a) vom Bestellbezirk Berlin-Rummelsburg, jedoch nur der Teil innerhalb der Ringbahn,
. b) vom Bestellbezirk Berlin-Treptow die Grundstücke Treptower Chaussee 1-18, 45 bis Ende, am Treptower Park (SO 33) 1-18, 45 bis Ende und Treptower Str. 1-23, 21-77, 78 bis Ende."


Da Zehlendorf hier nicht aufgeführt ist, lag dieser Ort außerhalb des Rohrpostbezirks, dennoch war das Postamt 61 zuständig für die Zustellung nach Zehlendorf. Und somit war auch zusätzlich noch das Fernporto zu zahlen. Auch einige hier im Forum gezeigte Belege nach Vororten zeigen vor dem 1.10.20 entsprechende Zusatzfrankturen.

Ich finde das Thema des Rohrpostbezirkes auch durchaus spannend. Wo endete der jeweils im Umkreis um das jeweilige Postamt? Wie veränderte sich das im Laufe der Zeit von 1876-1920 mit der Eröffnung neuer Postämter mit Rohrpostanschluss, bzw. Aufhebung eines Rohrpostamtes?

Grüße
philast
 
DerLu Am: 28.11.2021 10:11:33 Gelesen: 113586# 1116 @  
@ philast [#1115]

Hallo philast,

das für eine Rohrpostsendung die nach Zehlendorf ging, das Zusatzporto bezahlt werden musste, bestreite ich ja nicht. Der entscheidende Punkt ist, dass die Adresse für die Post eben nicht zu Zehlendorf gehörte, sondern zu Berlin. Der Postort muss nicht unbedingt gleich dem politischen Ort sein. Dieses Problem, meistens in der Peripherie der sich bildenden Großstädte, kennt man auch bei der Bestimmung des Nachbarortverkehrs.

Aus dem Postbuch für Berlin 1913 :

Verzeichnis der Nachbarorte im Bezirk Berlin, für die die Ortsbrieftaxe ... gilt: Anmerkung. Für den Begriff "Postort" ist nicht die Zugehörigkeit zu einem Gemeindeverband entscheidend, der Begriff umfaßt vielmehr die durch die postalische Abgrenzung geschaffene und einheitlich benannte Gemeinschaft, also den Orts- und Landbestellbezirk einer Postanstalt.

Hier siehe auch die Diskussionen in Romberg-Riemer: Der Nachbarortsverkehr der Deutschen Reichspost.

Dieser Grundsatz wurde natürlich auch bei der Rohrpost angewendet. Ein Beispiel ist z.B. Lichtenberg: Dort lag nur ein Teil des (politischen) Ortes im Rohrpostbezirk, der übrige nicht. Denn nur eine Postanstalt (Lichtenberg 1) hat eine Rohrpostbestriebsstelle und damit einen Rohrpostbestellbezirk, der aber nicht den gesamten (politischen) Ort Lichtenberg umfasste. Für die damaligen Rohrpostbenutzer natürlich eine ziemlich ärgerliche Stolperfalle.

Gruß DerLu
 
philast Am: 28.11.2021 16:55:26 Gelesen: 113515# 1117 @  
@ DerLu [#1116]

Hallo,

ich versuche mal das in eine Systematik zu bringen.

Ein Postamt, das Zustellaufgaben zu erfüllen hatte,

--> hat für die Briefpost, Paketpost, Eilpost, Telegramme --> einen Ortszustellbereich, i.d.R. gekennzeichnet dadurch, dass er baulich zusammenhängt, bei großen Orten mit mehreren Zustellpostämtern musste das strassenmäßig genauer zugeordnet werden, welches PA bis wohin zuständig ist.

--> hat für die Briefpost, Paketpost, Eilpost, Telegramme --> kann einen Landzustellbereich haben, gekennzeichnet dadurch, dass der Zielort kein eigenes Postamt hat, nicht im Ortsbereich liegt, meist erkennbar durch die Adressangabe <Kleiner Ort>, Post <Ort mit Zustellpostamt>

--> Für Berlin kommt der Rohrpostbezirk hinzu --> in dem der Rohrpostbote die empfangenen Rohrpostbelege sofort abgetragen hat, also wie ein Eilbote. Das müsste hier weitgehend identisch mit Ortszustellbereich sein. Praktisch gedacht der Adressat sollte zu fußläufig in einer überschaubaren Zeit erreichbar sein. ;-)

--> Weiterhin konnte ein Zustellpostamt (wie im Beispiel SW61) auch für weitere Orte die Zustellaufgaben übernehmen (wie hier für Zehlendorf), auch wenn diese Orte über ein eigenes Aufgabepostamt verfügten.

Für die Rohrpost wäre dann je nachdem wie Aufgabepostamt zum Zielort (nicht Zustellpostamt) stand und dieser Zielort außerhalb des 'Ortsbereichs/Rohrpostbereichs' lag, dann kam zusätzlich noch das Nachbarortsporto oder Fernporto hinzu. Die Zustellung dieser außerhalb gelegenen Ortschaften erfolgte dann mit der 'normalen' Post, es sei denn zusätzlich ist die Eilbotenbestellung verlangt/frankiert.

Klingt alles recht theoretisch, praktisch würde ich bei einem Rohrpostbeleg der über dem normalen Satz frankiert oder mit Nachgebühren belegt ist prüfen, ob Absende-/Empfangsort hinreichend plausibel außerhalb des Rohrpostbezirks liegt und der Beleg mit Rohrpost transportierbar war und die höhere Frankatur/Nachgebühr passt mit einer Versendung von/nach außerhalb.
Rohrpostbelege die plausibel von/nach außerhalb gesendet wurden findet man (leider) nicht allzu häufig, wenn überhaupt sind vielleicht 1% der Belege so einzustufen.

Grüße
philast
 
DerLu Am: 29.11.2021 18:04:15 Gelesen: 113151# 1118 @  
@ philast [#1117]

Hallo philast,

ich glaube die Lösung des Problems mit deinem Brief ist viel simpler als wir es hier bisher diskutiert haben. Ich hatte zunächst deine Zuordnung der "Teltower Strasse" kritiklos übernommen, mich dann aber auch in die alten Stadtpläne von Berlin vertieft. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, das die Briefadresse "Teltower Strasse" in der heutigen Oberntrautstrasse zu lokalisieren ist. Diese Strasse hieß bis 1936 "Teltower Strasse". Im Kissling-Plan von 1919 kannst du sie unter diesem Namen finden. Und da sie eine Parallelstrasse des Tempelhofer Ufers ist, liegt sie quasi ums Eck vom Postamt SW 61 (Tempelhofer Ufer 1). Und damit ist der Brief auch 'nur' innerhalb des Rohrpostbezirkes gelaufen.

Dies ändert natürlich nichts an den Aussagen Postort ungleich politischer Ort, spielt dann hier aber auch keine Rolle.

Gruß DerLu
 
philast Am: 29.11.2021 18:49:07 Gelesen: 113104# 1119 @  
@ DerLu [#1118]

Hallo,

du hast recht. Die Obentrautstrasse hieß wirklich mal Teltowerstrasse [1].

Das macht auch die Adressangabe Berlin auf dem Brief plausibler. Also leider überfrankiert und nicht nach außerhalb gelaufen.

Grüße
philast

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Pharus_Gro%C3%9Fe_Ausgabe_Berlin_1928.jpg
 
DerLu Am: 02.12.2021 06:35:38 Gelesen: 111844# 1120 @  
@ zeus25971 [#1112]

Hallo zeuss25971,

zu deinem Brief mit der bleuen 2. Ich glaube nicht, das die blaue 2 ein Taxvermerk der Post ist. In Beitrag [#753] wird auch ein Brief an ein Berliner Gericht gezeigt, der eine blaue Zahl auf der rechten Seite zeigt. Ggf. waren es Markierungen, die innerhalb der Gerichte angebracht wurden. Kannst du feststellen, ob die 2 unter den Stempel oder oberhalb angebracht wurde?

Zum Porto hat philast alles gesagt. Obwohl 'nur' als Eilbrief deklariert und freigemacht, wurde der Brief auch mit der Rohrpost befördert, quasi als Gratisleistung. Auf der Rückseite befindet sich sicherlich ein Rohrpoststempel des Postamtes 46, als Ankunftsstempel ?

Gruß DerLu
 
zeus25971 Am: 02.12.2021 11:59:59 Gelesen: 111694# 1121 @  
Ja du hast recht, es hat einen Rohrpost-Empfangsstempel auf der Rückseite von PA 46. Bei der Nummer 2 hast du wahrscheinlich recht, auch wenn ich mir nicht 100% sicher bin, scheint das Blau über dem Schwarz zu liegen. Es wird also wahrscheinlich ein "Nicht-Mail"-Zeichen sein.
 
Frankenjogger Am: 17.12.2021 18:02:52 Gelesen: 104415# 1122 @  
Hallo,

da dachte ich doch glatt, ich wäre mit den Mehrfachfrankaturen fertig. Aber es haben sich doch noch zwei versteckt. Diese zeige ich heute.

Es sind zwei Belege aus dem Berliner Postschnelldienst bzw. Rohrpost-Schnelldienst.

Zuerst ein Postschnelldienst-Brief vom 25.1.1952 von Berlin SO 26 nach Berlin-Spandau über die Linie D.



Der zweite Beleg ist eine Rohrpost-Schnelldienst-Postkarte, vom 18.6.1953 von Berlin-Charlottenburg 5 nach Berlin-Frohnau.



Die Gebühr für den Postschnelldienst betrug ab 1.6.1949 bei Belegen bis 20 g, unabhängig ob Brief oder Postkarte, 80 Pf, hier mit 2x 40 Pf frankiert.
Typisch für den Postschnelldienst ist das Kreuz mit grüner Farbe.

Vorweihnachtliche Grüße,
Klemens

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Bauten von 1949: Echt gelaufene Belege"]
 
christel Am: 20.12.2021 16:21:18 Gelesen: 103535# 1123 @  
Eine Frage an die Rohrpost-Spezialisten.

Sehe ich es richtig, dass hier sowohl die Gebühr für die Rohrpost innerhalb Berlin als auch die Expressgebühr für die Zustellung in Wien entrichtet werden müsste?

Beste Grüße.

Christel


 
philast Am: 20.12.2021 18:48:14 Gelesen: 103520# 1124 @  
@ christel [#1123]

Hallo,

meiner Meinung nach ist das was an Frankatur verklebt worden ist, das, was erforderlich ist für Eilboten (25 Pf) + Rohrpostkarte innerhalb Berlins (25 Pf) + 5 Pf Zuschlag für außerhalb.

Das Postamt Berlin NW 23 das hier den Aufgabestempel stellt hatte einen Rohrpostanschluss. Was durch den Eilbotenzettel hindurchscheint, deutet eigentlich 'nur' auf eine normale Postkarte per Eilboten hin, weswegen sich mir die zuätzlich verklebten 25 Pf nicht erschliessen.

Meine Meinung ist daher das Stück als überfrankiert anzusehen.

Grüsse
philast
 
Baber Am: 20.12.2021 19:27:53 Gelesen: 103512# 1125 @  
@ christel [#1123]

Hallo Christel,

die Karte wäre portogerecht franktiert, wenn sie mit Rohrpost bis zum Abgangspostamt Berlin NW 23 für 30 Pfg gelaufen wäre und von dort als Express mit 25 Pfg Zuschlag nach Wien. Österreich galt bis 1919 als Inland, die Kartengebühr war also schon mit den 30 Pfg bezahlt.

Was etwas irritiert ist, dass das Bild so aussieht als wenn der Expresszettel über dem Ankunftstempel von Wien klebt. Das würde ja bedeuten, er wäre erst nach der Ankunft in Wien nachträglich aufgeklebt worden oder sieht das nur auf den scan so aus?

Gruß
Bernd
 
christel Am: 20.12.2021 19:42:59 Gelesen: 103507# 1126 @  
@ Baber [#1125]

Hallo.

Sowohl der SW 11 als auch Wien 127 sind über dem Eilbotenzettel, das ist vielleicht im Foto nicht gut erkennbar. Man kann den Zettel aber links anheben, da dieser durch den mittigen Knick der Karte (welcher vielleicht auch auf die Rohrpostbehandlung in Berlin schließen lässt) leicht gelöst ist.

Danke auch an philast für die gegebene Antwort.
 
Frankenjogger Am: 14.01.2022 17:04:18 Gelesen: 96146# 1127 @  
Hallo,

heute zeige ich eine 40er Mischfrankatur mit dem 8 Pf-Wert der Bautenserie. Davon habe ich auch nur einen und diesen lasse ich heute auch alleine wirken.

Es ist eine Ortspostkarte mit Rohrpost-Eilzustellung verschickt, von Berlin-Tempelhof nach Berlin-Buckow-West. Das ganze natürlich mit Rohrpost-Minutenstempeln.

Die Rückseite zeigt den Grund der eiligen Mitteilung und die Knitter sind bei einem Rohrpost-Beleg ganz normal, eigentlich schon zwingend. Die Karte musste ja auch in eine Rohrpost-Kapsel.



Das Porto ist 8 Pf für die Ortskarte, plus Rohrpost 20 Pf plus Eilzustellung 60 Pf, frankiert mit 2x 40 Pf und 8 Pf Berliner Bauten.

Bis nächste Woche, viele Grüße,
Klemens

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Bauten von 1949: Echt gelaufene Belege"]
 
hajo22 Am: 01.02.2022 20:49:01 Gelesen: 90728# 1128 @  
Rohrpostbrief Berlin W 9 b vom 17.4.26, 1:50 N nach Berlin C 2 Ankunft am selben Tag 2:20 N.

Frankiert mit 41 RPfg. und damit um 1 RPfg. "überfrankiert".



hajo22
 
inflamicha Am: 04.02.2022 18:28:03 Gelesen: 90121# 1129 @  
Guten Abend,

heute was per Rohrpost:



Eine seltene Gelegenheit für eine Mehrfachfrankatur mit 4 Exemplaren der Mi 103 bot dieser Rohrpostbrief von Berlin SO 26 nach Berlin NO 18 vom 3.1.1921 (PP 5), der mit 1,40 Mark Gebühr genau den 4 mal 35 Pf. entsprach. Durch seine Größe hat der Umschlag natürlich deutliche Spuren der Rohrpostbeförderung davongetragen.

Gruß Michael

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsches Reich Inflationsbelege"]
 
hajo22 Am: 19.02.2022 17:35:39 Gelesen: 85281# 1130 @  
Ich könnte jetzt hier noch meine Paketkarte mit 3 DM-Marke zeigen, aber es sind ja schon genügend solcher Belege präsentiert worden.

Also greife ich in meine Rohrpost-Schachtel und hole eine 28 Pfg. Postkarte heraus, die auch ganz nett ist:

20 + 8 Pfg. Bauten II gestempelt Berlin-Charlottenburg 4, Tagesstempel 6.11.1956:11(h) nach Berlin-Friedenau, Rohrpost-Minutenstempel (Ankunft) 6.11.56:10.50.

Rohrpost-Lauf: Chlb 4 → Chlb 2 → W 35 → W 57 → Schöneberg 1 → Friedenau 1



hajo22

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Stadtbilder"]
 
zeus25971 Am: 08.05.2022 15:23:00 Gelesen: 56788# 1131 @  
Weiß jemand, warum dieser Brief mit 70 pf besteuert wurde? Der Preis für einen Ortsbrief betrug damals 8 pf + 10 pf für den Rohrdienst. Es wurde besteuert, da die Vignette keinen postalischen Wert hat. Aber ich verstehe nicht, warum sie mit 70 pf besteuert haben.

Jede Erklärung ist willkommen.

Mit freundlichen Grüßen
Luis


 
HWS-NRW Am: 08.05.2022 17:22:33 Gelesen: 56733# 1132 @  
@ zeus25971 [#1131]

Hallo, der Brief wurde 1923 ausgegeben, ich denke mal, er war nicht mehr postgültig.

Aber wie die 70 Pf Nachgebühr zustande kamen, keine Ahnung.

Aber - ein toller Beleg für eine Brandenburger-Tor-Sammlung, habe ich so noch nie gesehen.

mit Sammlergruß
Werner
 
Frankenjogger Am: 22.07.2022 15:35:27 Gelesen: 23918# 1133 @  
Hallo,

mein nächster Beleg zeigt eine Eilboten-Ortspostkarte aus dem Tarif 3 ab 1.7.1954, die Gebühr hat sich in diesem Tarif nicht geändert und kostete 8 + 60 = 68 Pf, hier freigemacht mit einer 8 Pf-Ganzsache der Serie Berliner Stadtbilder und der 60 Pf Bauten I. Auf der Karte ist oben „Rohrpost“ geschrieben, ein Rohrpostversand ist aber nur in Ost-Berlin durch einen Minuten-Stempel aus Berlin-Pankow nachweisbar. Die Gebühr dafür wurde nicht verklebt und das Fehlen auch nicht beanstandet.



Und weil es thematisch dazu passt, zum Abschluss für heute noch eine Rohrpostschnelldienst-Karte, auch mit 60 Pf als Buntfrankatur, hier mit Ganzsache P12I vom 5.12.1952 von Berlin-Friedenau 1 über die Linie B nach Berlin-Dahlem.



Viele Grüße,
Klemens
 
hajo22 Am: 22.07.2022 19:44:15 Gelesen: 23900# 1134 @  
@ Frankenjogger [#1133]

Spaßeshalber hier auch eine 8 Pfg. Bauten Ganzsache mit 2x6 Pfg. + 60 Pfg. Bauten I als Rohrpost-Schnelldienstkarte vom 13.10.1953.



Weiterhin viel Freude an der Berlin-Philatelie,

hajo22

[Beiträge [#1133] (nur Teil) und [#1134] redaktionell aus dem Thema "Berlin Dauerserie Berliner Bauten von 1949: Echt gelaufene Belege" in das Thema Rohrpostbelege kopiert]
 

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