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Thema: Die Nachfolgestaaten der Föderation Rhodesien und Nyassaland
Baber Am: 10.06.2013 15:36:22 Gelesen: 7774# 1 @  
Die am 1.8.1953 aus den britischen Kolonien Nord- und Südrhodesien und dem Protektorat Nyasaland gegründete FEDERATION OF RHODESIA AND NYASALAND gab von 1954 bis zur Auflösung am 31.12.1963 gemeinsame Briefmarken für die drei Teilgebiete heraus, deren Namen in den Poststempeln und R-Zetteln weiterlebten.





R-Brief aus Limbe, Nyasaland



R-Brief aus Kitwe, Nordrhodesien



R-Brief aus Bulawayo, Südrhodesien

Das Protektorat NYASSALAND am 16.10.1963 erhielt als erstes Gebiet wieder die Posthoheit und gab am 1.11.1963 eine provisorische Freimarkenserie (Steuermarken mit Überdruck „POSTAGE“) mit 11 Werten heraus. Die Marken von Rhodesien & Nyasaland wurden sofort ungültig, Mischfrankaturen waren daher nicht möglich.



Am 1.1.1964 wurde die provisorische Freimarkenserie durch die endgültige Freimarkenserie mit 12 Werten ersetzt. Echt gelaufene Belege mit Werten der provisorischen Freimarkenserie sind daher relativ selten.



Am 6.7.1964 wurde Nyassaland als Malawi unabhängig. Die Freimarkenserie wurde bildgleich mit Landesbezeichnung MALAWI neue herausgegeben.



Das britische Protektorat NORDRHODESIEN bekam am 10.11.1963 wieder die Posthoheit und gab am 1.12.1963 eine 14 Werte umfassende Freimarkenserie mit dem Wappen des Protektorates heraus. Die Marken von Rhodesien & Nyasaland blieben bis zum 1.9.1964 gültig. Mischfrankaturen könnten daher vorkommen. Ich habe bisher aber noch keine gesehen.



Zur Vorbereitung der Unabhängigkeit wurde von September bis Oktober 1964 der Slogan-Stempel: ZAMBIA – INDEPENDENCE DAY- 24th OCTOBER 1964
in den Orten: Chingola, Broken Hill, Kitwe, Livingstone Luanshya, Lusaka, Mufilira, Ndola und Ridgeway eingesetzt.



Am 24.10.1964 wurde Nordrhodesien als Republik ZAMBIA unabhängig. Zur Unabhängigkeit erschienen eine Sonderausgabe und eine neue Freimarkenserie mit Bildern des Landes.

Bild

Die britische Kolonie SÜDRHODESIEN bekam am 1.12.1963 wieder die Posthoheit und gab am 19.2.1964 eine Freimarkenserie mit 14 Werten heraus, die Produkte des Landes und im Höchstwert das Landeswappen zeigt. Die Marken von Rhodesien & Nyasaland blieben bis zum 1.9.1964 gültig. Mischfrankaturen waren daher möglich.



Am 11.11.1965 erklärte Rhodesien einseitig die Unabhängigkeit von Großbritannien (Unilateral Declaration of Independence = UDI). Am 8.12.1965 wurde dies mit einer Sondermarke dokumentiert und am 17.1.1966 erschien die Freimarkenserie von 1964 mit dem Überdruck INDENPENDENCE 11th NOVEMBER 1965.



Die Freimarkenserie wurde mit der neuen Landesbezeichnung RHODESIA mit teilweise geänderten Werten und Bildern neu herausgegeben.



Großbritannien und einige Länder des Commonwealth begannen einen Postkrieg gegen Rhodesien und die UNO verhängte Wirtschaftssanktionen. Die Postgeschichte von Rhodesien nach ZIMBABWE würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen und kann auf Wunsch in einem gesonderten Beitrag dargestellt werden.
 
Gerhard Am: 10.06.2013 15:49:48 Gelesen: 7769# 2 @  
@ Baber [#1]

Schöner Thread und Danke für die Abbildungen, gerade die Überdruckserie hatte ich noch nicht gesehen.

Zum Sammeln dieser Gebiete sollte man sich aber an Stanley Gibbons halten, da der Michel zu viele Information unterschlägt. So gibt es nicht nur bei der Gemeinschaftsausgabe, als auch bei der Rhodesia-Serie unterschiedliche Auflagen einiger Werte, die zu unterscheiden sind, wenn man denn weiß worauf es ankommt.

Für mich immer das I-Tüpfelchen beim Sammeln auch dass nicht sofort Offensichtliche zu berücksichtigen.

Gerhard
 
Baber Am: 10.06.2013 18:09:32 Gelesen: 7749# 3 @  
@ Gerhard [#2]

Da hast Du natürlich recht. Leider gibt aber der Stanley Gibbons auch keine Auskunft über die Gültigkeitsdaten der Marken. Ich sammle nämlich eigentlich nicht die Marken, sondern die Postgeschichte und da darf man keine Marken zeigen, sondern nur Belege und ob es z.B. Mischfrankaturen zwischen alten und neuen Ausgaben geben kann, würde man aus den Gültigkeitsdaten sehen können.

Ich habe nur hier die Marken gezeigt, damit es nicht so langweilig wird. Wenn Du mir bei der Beschaffung von Belegen behilflich sein kannst, wäre ich dankbar.

Gruß
Baber
 
AfriKiwi Am: 11.06.2013 00:07:26 Gelesen: 7724# 4 @  
@ Baber [#3]

Hallo Baber,

es ist auch zu bemerken daß dein UDI Einschreibebrief mit der 2/6 Marke auch kein Rhodesien Umschlag ist, und wohl von einem Ölstaat. Macht aber nichts an dem ganzen Beleg.

Die Rückseiten mit Ankunftstempel sind ja auch von Interesse.

Es gab einen 'The Rhodesian Stamp Catalogue' In der 1980 Ausgabe stand dies - etwas zum Nachdenken.



Erich
 
Vernian Am: 11.06.2013 05:16:33 Gelesen: 7719# 5 @  
Hallo,

Beiträge dieser Art gefallen mir am Besten - weil sie endlich mal über all die in den meisten Foren üblichen Gebiete und Themen hinaus sich mit einer der Faszinationen des Briefmarkensammelns beschäftigen: Marken ferner Länder, exotisch, geheimnisvoll ;) ... und vor allem interessant. Gerne mehr davon!

Gruß

Vernian
 
Baber Am: 11.06.2013 09:24:56 Gelesen: 7701# 6 @  
@ AfriKiwi [#4]

Hallo Erich,

ich suche immer noch einen Beleg mit der 2/6 Unabhängigkeitsmarke von Rhodesien, der entweder portogerecht als Luftpostbrief in die USA oder portogerecht als Einschreibe-Luftpostbrief nach Europa (ohne Grossbritannien) gelaufen ist. Ich habe einen vom Ersttag an mich adressiert als Einschreiben-Luftpost, aber dem sieht man eben den Ersttagsbrief an.



Gruß
Baber
 
Gerhard Am: 11.06.2013 12:34:36 Gelesen: 7686# 7 @  
@ Baber [#3]

Hallo Baber,

sollte ich über einen solchen Beleg stolpern, werde ich gewiß an Dich denken und versuchen, ihn hier zu zeigen. Bislang ist mir Derartiges aber noch nicht unter gekommen.

Gerhard
 
Michael Mallien Am: 26.04.2017 19:34:51 Gelesen: 5583# 8 @  
@ Baber [#1]

Das ist ein sehr schöner Beitrag zur Postgeschichte dieser Staaten, danke sehr!

Ich kann aus der ersten präsentierten Periode einen Beleg beisteuern:

Brief aus Bulawayo, Südrhodesien nach Österreich vom 5.11.1960. Frei gemacht mit einer bunten Frankatur zu insgesamt 18 Pence.



Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 26.04.2017 20:23:35 Gelesen: 5570# 9 @  
@ Michael Mallien [#8]

18 Pence = 1/6 sh war das Standardporto nach Europa außer GB. Dorthin galt das günstigere Porto von 1/3 sh = 15 Pence

Gruß
Bernd
 
Erdinger Am: 26.04.2017 21:25:28 Gelesen: 5561# 10 @  
Sehr schöner Beitrag, vielen Dank dafür!



Diesen Beleg aus Salisbury von 1959 schiebe ich schon seit geraumer Zeit vor mir her, jetzt weiß ich endlich, warum taxiert wurde: um 2 Pence unterfrankiert. Allerdings konnte man in Oberneuching bei Erding mit der UPU-konformen Taxierung wohl nichts anfangen. Ein deutsches Nachporto ist auf dem Brief jedenfalls nicht ausgeworfen.

Viele Grüße aus Erding!
 
Michael Mallien Am: 08.08.2017 20:55:21 Gelesen: 5152# 11 @  
@ Baber [#1]

Einen sehr ähnlichen Beleg, wie der dritte in [#1] gezeigte, kann ich heute präsentieren. Er ging ebenfalls als Einschreiben aus Bulawayo, Süd-Rhodesien, nach Wien am 12.6.1963.



Leider hat jemand den Brief zum Ingangsetzen eines Kugelschreibers missbraucht.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 23.09.2017 07:51:18 Gelesen: 4934# 12 @  
Auch dieser Brief zeigt wieder im Stempel den Erhalt der Landesbezeichnung Süd-Rhodesien für den südlichen Teil der Förderation Rhodesien und Nyassaland.

Stempel UMTALI / 5 - PM / 14DEC / 1961 / S.RHODESIA



Umtali ist das heutige Mutare, ganz im Osten von Simbabwe an der Grenze zu Mosambik. Die Freimachung aus den MiNrn. 23 und 25 betrug 9 Pence.

Der Brief zu 9 Pence ging von Umtali nach Clelles in Frankreich, wo die Adressatin wohl nicht mehr vorgefunden wurde, denn er wurde mit einer neuen Adresse versehen und nach Grenoble weiter geleitet. Rückseitig ist die Zwischenstation durch einen Stempel aus CLELLES EN TRIEVES vom 18.12.1961 dokumentiert.



Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 23.09.2017 09:14:34 Gelesen: 4921# 13 @  
@ Erdinger [#10]

Hallo Erdinger,

die Nachtaxierung auf Deinem Beleg ist in der Tat nicht leicht zu verstehen. Als Standardbrief mit 1/2 Unze Gewicht wäre er mit 1sh/6d portogerecht frankiert gewesen. Als einzige Erklärung bleibt dann, dass der Brief schwerer war. Dann wären aber sofort weitere 1/6 notwendig gewesen. Ich weiß nicht, wie das in die (Gold)Centimes des Weltpostvereines umgerechnet wurde. Könnte der Tax-Bruch auch 14/4 Centimes lauten ?

Gruß
Bernd
 
Michael Mallien Am: 16.06.2018 16:27:43 Gelesen: 3554# 14 @  
Erneut ein Brief mit einem Stempel S.RHODESIA: Brief vom 24.8.1954 von Bulawayo nach Detroit, Michigan, USA, frei gemacht mit der MiNr. 13 zu 2/6 Shilling.



Adressat und Versender lassen Geschäftspost vermuten.

Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 07.07.2018 11:46:16 Gelesen: 3356# 15 @  
Nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung von Rhodesien am 11.11.1965 wurde federführend von Großbritannien und den Commonwealth-Staaten Sanktionen gegen das Land verhängt. Auch der Postverkehr war davon betroffen.

Die Briefzentren in Ostafrika, über die die Leitwege der Luftopst aus Euopa liefen, weigerten sich, Briefe nach Rhodesien weiterzuleiten und schickten sie mit dem Vermerk R.T.S. (return to sender) zurück.



Brief von Zürich nach Salisbury, zurückgewiesen in Dar-Es-Salaam 1966

Gruß
Bernd
 
Michael Mallien Am: 02.01.2019 11:36:14 Gelesen: 2600# 16 @  
Auch 1958 wurden noch S.RHODESIA Stempel verwendet. Auf diesem Brief nach Berlin ist das schwer zu erkennen, denn der Stempelabschlag ist schwach ausgeprägt. Die Freimachung beträgt 1 Shilling, 6 Pence.



Viele Grüße
Michael
 
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