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Thema: Rumänien Ganzsachen
Das Thema hat 383 Beiträge:
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10Parale Am: 04.04.2025 21:22:11 Gelesen: 25823# 359 @  
@ Gernesammler [#357]

Gefällt mir mit dem Augsburger Briefträgerstempel im Kreis 17. Sicher auf rumänischen Ganzsachen nicht so oft anzutreffen.

@ Martin de Matin (#358)

Es gibt schon tolle, seltene Destinationen. Der Tarif für Postkarten bzw. Ganzsachen von 6 Lei galt für eine lange Zeit für Auslands-Destinationen, lt. Marinescu (Tabellen 232/233/234 in Vol.2 blauer Band) vom 1. September 1924 - 31. Oktober 1938.

Meine heutige Ganzsache lief am 13. Januar 1948 von Sibiu nach Niedercunnersdorf in Sachsen. "Der Kreis Löbau" (siehe Anschriftenzeile), den gibt es heute nicht mehr, sondern die Gemeinde ist dem Landkreis Görlitz zugeteilt. Kann mir jemand erklären, warum es den Kreis Löbau nicht mehr gibt? Ihn gab es doch vor der DDR schon, oder?

Die Ganzsache mit dem Werteindruck von 7,50 Lei (König Michael) wurde mit der Poststeuermarke IOVR und zusätzlichen 0,50 Lei (Michel Nr. 1066) frankiert. Der Text rückseitig ist ebenfalls gut zu lesen und drückt die Sorge des Verfassers aus, schon lange nichts mehr von der Empfängerin gehört bzw. gelesen zu haben. Wie einfach ist das heute mit WHATS APP, SIGNAL oder anderen MESSENGER Diensten.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 13.04.2025 20:10:40 Gelesen: 24307# 360 @  
@ Heinz 7 [#3]

Du schreibst, dass gebrauchte Ganzsachen S1 und S2 sehr selten sind. Dragomir Kiriac nennt die Ausschnitte mit dem Kopfbild von König Carol I. auch MARCI-BENZI PENTRU ZIARE, als wörtlich übersetzt Streifband-Marken für Zeitungen und titelt sie BZa und BZb (ich denke Abkürzungen für die Wörte BENZI und ZIARE).

Von der BZa (S1) ist es mir nun gelungen, wenigstens einen gut sichtbaren Stempel auf dem ausgeschnittenen Markenbild zu finden. Es ist der meiner Ansicht nach größte Stempel mit Durchmesser von 25 mm von JASSY DIM (dim = abends), T69 fig. 467. Der Stempel ist vom 11.12., das Jahr kann man eingrenzen zwischen 1870 und 1876.

Von der BZb habe ich 3 weitere Marken schön längere Zeit, im zweiten Bild konnte ich bei der oberen rechten Marke ebenfalls einen T69 (T=Tempus=Zeit) von T.SEVERIN ausmachen (fig. 483).

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 23.04.2025 21:42:39 Gelesen: 22593# 361 @  
@ Heinz 7 [#54]

Heute ist es mir gelungen, eine weitere P 16 F zu erhalten. Interessant ist der österreichische Ankunftsstempel BRASSO (BRASOV) vom 7/7/81. Wir haben es hier also mit einer portogerechten Auslandsdestination zu tun.

@ [#344] 10Parale

Die P 16 F wurde sehr früh, am 28. September 1881 von Jassy nach Glarus in die Schweiz gesendet.

Diese Karte wurde noch früher, am 5. Juli 1881 auf den Weg nach Transsilvanien geschickt. Obwohl die Karte (oben als K15 von einem Vorbesitzer bezeichnet) sehr günstig für 1,-- Euro zu haben war, ist sie auf jeden Fall von hohem Sammlerwert.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 24.06.2025 21:48:11 Gelesen: 12153# 362 @  
Dieses Streifband zu je 4 x 1 Ban wurde in Bukarest entwertet und lief nach Berlin. Auch wenn die Stempel zu wünschen übrig lassen, ist es für mich ein sehr schönes Stück, denn es ist an die "Allgemeine Zeitung des Judenthums" adressiert worden. Wenn die Schreibweise Judenthum mit h die gültige Schreibweise war, ist der Beleg vor dem Mai 1903 zu datieren, da die Zeitung von da ab ohne h titulierte (des Judentums).

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Zeitung_des_Judentums

Liebe Grüße

10Parale


 
volkimal Am: 15.08.2025 22:38:41 Gelesen: 7509# 363 @  
Hallo zusammen,

eine gezähnte Postkarte aus Rumänien nach Muskau (Oberlausitz) aus dem Jahr 1893. Aus der Inlandspostkarte von Bani wurde durch eine Zusatzfrankatur von 5 Bani eine Auslandspostkarte. Druckzufälligkeit: Bei der eingedruckten Briefmarke ist das „I“ von „BANI“ unterbrochen, so dass es wie ein „:“ aussieht.





Das erste Problem hatte ich mit dem Aufgabeort. Im Stempel steht Bucuresci. Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass es den Ort Bucureșci in Siebenbürgen gibt. Da der Absender aber handschriftlich Bucarest angegeben hat, gehe ich aber davon aus, dass die Postkarte am 17.01.1893 in Bukarest aufgegeben wurde. Das Datum im Stempel aus Bukarest stand zunächst Kopf. Nachdem der Postler das gemerkt hat, hat er das Datum richtig herum eingesetzt und anschließend die Zusatzfrankatur entwertet.

Die Postkarte war einen Tag später in Jassy (Iași). Leider fehlt der Ankunftsstempel aus Muskau. Wer kann mir den Beförderungsweg erklären?



Es handelt sich in diesem Fall um eine Postkarte zwischen zwei Briefmarkenhändlern. Absender ist Alecu G. Pancu. Der Empfänger ist Theodor Hentschel jun., der Neffe meines Ur-ur-Großvaters. Der Absender schreibt:

Bucarest 16/1 93
Geehrtester Herr
In Beantwortung Ihrer
Postkarte zeige Ihnen an daß
der kompl. Satz Jubil Marken
samt Karte gestempelt
oder ungestempelt a M. ??,50 kostet
gegen Kasse im Vorhinein
plus 40 pfennige für Porto
Achtungsvoll
A G ????



Es geht also um diese Briefmarken. Es sind die Marken zum Jubiläum der 25jährigen Regierung König Karls I (Rumänien MiNr. 90 – 94 vom Mai 1891). Der Preis der Jubiläumsmarken ist mir allerdings nicht klar. Hinter dem Komma ist eine 50 – aber was steht vor dem Komma? Es sieht aus wie zwei „i“? Ist das eine „11“ oder evtl. ein Symbol für eine Null „0“?



Der Stempel des Absenders ist schlecht lesbar. Zum Glück fand ich im Internet eine zweite Karte des Händlers. Im Stempel des Absenders lese ich - bin mir aber nicht ganz sicher. Vor allem bei „tutun“ habe ich Zweifel.

Alecu G. Pancu
Magasin special dé tutun timbre
Platz für Datumsstempel
postale, timbre fiscale & marei
pentru cofectiuni
BUCURESCI
22 Victoria Slatari 22

Google Übersetzer liefert:
Alecu G. Pancu
Spezialgeschäft für Briefmarken
Platz für Datumsstempel
Briefmarken, Steuer- und Seemarken
für Süßwaren
BUCURESCI
22 Victoria Slatari 22

Bei Deepl heißt es dagegen:
Alecu G. Pancu
Spezialgeschäft für Tabak, Briefmarken,
Platz für Datumsstempel
Steuermarken und Großhandel
für Konfektionen
BUCURESCI
22 Victoria Slatari 22

Gibt es einen unter Euch, der rumänisch spricht und sagen kann, was dort wirklich steht?

Zu dem Absender habe ich im Internet [1] gefunden:
Unter den Briefmarkenhändlern in der 1891 veröffentlichten Liste sind die Namen Alecu Pancu, M. Alcalay und B. Margarethe erwähnenswert. Einige dieser Sammler gründeten 1891 nach dem Vorbild der französischen Gesellschaft die erste philatelistische Gesellschaft in Rumänien.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.scribd.com/document/647659948/Istoria-Miscarii-Filatelice-Din-Romania#content=query:Alecu,pageNum:48,indexOnPage:0,bestMatch:false
 
10Parale Am: 16.08.2025 22:17:40 Gelesen: 7444# 364 @  
@ volkimal [#363]

in der Kürze:

Alecu G.Pancu
Spezialgeschäft für Tabak, Briefmarken, Steuer- und Sammlermarken


Bei dem Text erinnere ich mich gerne an ein heute noch in Prag in der Nähe des Wenzelsplatz existierendes Briefmarkengeschäft, wo man tatsächlich ältere Herren (Damen) antrifft, die bei einer guten Zigarre und einem Gläschen Wein über Gott, die Welt und Briefmarken philosophieren. Undenkbar in Deutschland. Verloren gegangene Kultur!

Liebe Grüße

10Parale
 
Cantus Am: 17.08.2025 16:06:36 Gelesen: 7383# 365 @  
@ volkimal [#363]

Hallo Volkmar,

den Google-Übersetzer solltest du ganz schnell vergessen, der erzählt oft nur Mist, wo man dann trotz Ideenreichtum kaum erraten kann, was denn da gemeint sein soll. Besser sind DeepL oder noch besser der Übersetzer von Pons.

Viele Grüße
Ingo
 
volkimal Am: 17.08.2025 17:00:57 Gelesen: 7374# 366 @  
@ 10Parale [#364]
@ Cantus [#365]

Hallo 10Parale,

herzlichen Dank für die Übersetzung.

Ingo,

ich benutze in der Regel die Übersetzer von Deepl und Google und vergleiche die Ergebnisse miteinander. Zusätzlich schaue ich oft noch bei anderen Übersetzern nach z.B. Leo.org, Pons usw.. Dort kann ich aber oft nur einzelne Wörter nachschlagen.

Oft ist Deepl besser, manchmal aber auch Google - daher besser beide.

Viele Grüße
Volkmar
 
10Parale Am: 26.08.2025 20:08:05 Gelesen: 6981# 367 @  
@ Heinz 7 [#221]

in [#3] und [#221] stellst du uns die Streifbänder S1 und S2 von Rumänien vor. In [#221] sehen wir einen sehr seltenen Neunerblock, der auf einer Auktion bei CORINPHILA CHF 850 Zuschlagspreis erhielt.

Mir ist es nun gelungen, einen Dreierblock der S2 zu erwerben und heute ist für mich schon deshalb Feiertag. Nun, es kostete mich 55 US-Dollar, was natürlich auch nicht billig ist und zeigt, dass solche "Kleinraritäten" im Aufwind sind.

Den Zuschlag für den Neunerblock erachte ich als angemessen. Es gibt "Gourmets" unter den Rumäniensammlern, die ein Gespür haben, was echt selten ist.

Ein Streifband S1 in weniger gutem Zustand erhielt ich vom gleichen Lieferant (ehrliche Beschreibung) für 8 Dollar.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 27.08.2025 19:47:52 Gelesen: 6927# 368 @  
Nachdem ich gestern dieses sehr seltene Streifband S2 in einem Dreierblock vorgestellt habe, zeige ich heute eine mit 5 Bani auffrankierte Ganzsache zu 5 Bani, die am 3. Dezember 1897 von Galati nach Maastricht in den Niederlanden (AK vom 6. Dezember).

Interessant ist der Negativstempel der APOTHEKE des Absenders unterhalb des Stempels von GALATI. Es handelt sich wohl um 2 Philatelisten der Frühzeit, die rumänische und holländische, auch Kolonialmarken tauschen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.08.2025 11:06:56 Gelesen: 6870# 369 @  
@ 10Parale [#367]

Ich gratuliere zum Kauf der zwei Streifbänder.

Nicht verstehen kann ich Deinen Kommentar zum Kaufpreis von US$ 55 für das Dreier-Streifband "was natürlich auch nicht billig ist". Ich finde US$ 55 für eine solche Rarität immer noch tief. Ich weiss, dass im Katalog Michel (Ganzsachen-Katalog Europa Ost 2001/02) für die S 2 bei nur Euro 8 steht, was lächerlich tief ist. Nun sprechen wir aber von einem seltenen Dreierblock.

Auch bei Savoiu ist das Streifband nicht übermässig hoch bewertet (2014). Immerhin vermerkt er folgende Preise:

Euro 10 für W 2 *
Euro 30 für W 2 * für Streifbänder mit einer Länge von 12 cm oder mehr
Euro 40 für W 2a * "second run printing"
Euro 150 für W 2a * für Streifbänder mit einer Länge von 12 cm oder mehr

Preise für Einheiten gibt Savoiu leider keine.

Die Trennlinien des Streifbandes sind bei Deinem Exemplar sehr schön zu sehen. Alle drei! Sind sie 40 mm lang, ist es W 2 nach Savoiu, sind sie 71 mm lang, ist es W 2 a. Wenn ich das richtig einschätze, liegt bei Deinem Exemplar eine Trennlinie vor von 40 mm.

Bitte noch ein wichtiger Hinweis, den ich Dir früher schon gegeben habe: Wenn Du einmal echt gebrauchte Streifbänder findest, versuche sie bitte zu kaufen! Sie sind extrem selten, und sie fehlen in fast jeder Sammlung, auch Grossmeister Heimbüchler hatte offenbar nie ein volles Streifband gestempelt in seiner Sammlung. Savoiu notiert dafür "f.p."

Das heisst: "Fan Price", also "Liebhaberpreis". Wenn Du unsicher bist, kannst Du mich "jederzeit" fragen.

Ich freue mich für Dich für Deinen tollen Einkauf.

Heinz
 
Zinnenstadt Am: 07.09.2025 12:03:16 Gelesen: 6360# 370 @  
Die Ganzsache mit einem eingedruckten Wertzeichen (König Michael) von 140 Lei wurde mit 5 Briefmarken (Mi. 960) zu je 400 Lei ergänzt. Dies ergibt ein Gesamtporto von 2.000 Lei bzw. 2.140 Lei. Da das eingedruckte Wertzeichen nicht - wie die Briefmarken - mit einem Tagesstempel entwertet wurde, ist es unklar/fraglich, ob es bei der Frankaturberechnung mitberücksichtigt werden sollte. Das notwendige Porto (laut Marinescu, Tarifele ..., Band 2, Tabelle 243 auf Seite 114) hätte (in der Periode ab dem 01.12.1946) 1.800 Lei betragen; es liegt damit eine leichte Überfrankierung vor.

Die Postkarte wurde am 24.12.1946 verfaßt und am 26.12.1946 von Baraolt nach Budapest (Ungarn) auf den Weg gebracht. Der Empfänger kann an der angegebene Adresse nicht identifiziert werden. Dies ist insoweit verwunderlich, als daß die informelle Anrede im Text darauf hindeutet, daß sich Absender und Empfänger gut kennen. Die ungarische Post versieht die Karte mit einem Aufkleber "Ismeretlen./Inconn." sowie einem Tagesstempel von Budapest (leider ist das Datum nicht erkennbar). Zudem wird der handschriftliche Vermerk "retour" samt neuer Destination "Baraolt / Romania" aufgebracht. Nicht dokumentiert ist, ob die Postkarte dem Absender zugestellt wurde.



(Post-)geschichtlich interessant ist auch der Stempel des Postamtes "Baraolt". Der Ort gehörte damals - wie im unteren Stempelhalbkreis dokumentiert - zum Kreis "Trei Scaune" (dt.: "Drei Stühle"). Dieser Kreis lag im Südosten Siebenbürgen. Die Bezeichnung "Drei Stühle" nimm Bezug auf drei Richterstühle der in dieser Region siedelnden Szekler. Eine administrative Einheit dieses Namens wurde erstmalig 1876 von Ungarn geschaffen; zu dieser Reichshälfte gehörte Siebenbürgen nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867. Das Königreich Rumänien, zu welchem Siebenbürgen seit den Pariser Vorort-Verträgen nach dem Ersten Weltkrieg gehört, hat die Verwaltungseinheit mit gleichen Namen beibehalten. Ab 1952 gehörte das Gebiet der "Drei Stühle" zu der "Autonomen Ungarischen Region", welche im Zuge der territorialen Reorganisation nach sowjetischem Modell geschaffen wurde. Ab 1960 kehrte Rumänien zum Kreis als Verwaltungseinheit zurück; dem ehemaligen Kreis "Trei Scauen" entspricht heute in etwa der Kreis Covasna.

Eine Karte des Kreises "Trei Scaune" kann von

https://ro.wikipedia.org/wiki/Jude%C8%9Bul_Trei-Scaune_(interbelic)#/media/Fi%C8%99ier:1938_map_of_interwar_county_Trei_Scaune.jpg

abgerufen werden; die Stadt des Absenders Baralot ist in der linken oberen Ecke des Kreises zu finden.

Schönen Sonntag,
Zinnenstadt

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Rumänien Inflation 1945-1947, Belege, Marken, Stempel"]
 
frankobollo Am: 07.09.2025 14:13:03 Gelesen: 6341# 371 @  
Hallo,

diese rumänische Ganzsache mit Zusatzfrankatur habe ich vor einiger Zeit wegen des Hamburger Ankunftsstempels HE 17-5 erworben.

Hier habe ich nun unter [#106] und [#109] erfahren, daß es sich bei der Postkarte um die Michel P 9 handelt.

Der Rückseite entnehme ich, daß die Karte am 26.01.1877 geschrieben sein muß.

Aber wo kommt sie her? Vom Aufgabestempel sind leider nur geringe Fragmente zu erkennen und was die Rückseite betrifft, bin ich sowohl schrift- als auch sprachunkundig.



Für sachdienliche Hinweise bin ich daher dankbar.

Grüße von Frank
 
10Parale Am: 08.09.2025 12:46:07 Gelesen: 6286# 372 @  
@ frankobollo [#371]

Erst einmal ein sehr schöner, früher Beleg. Ich möchte an der Lösung deiner Fragen gerne beteiligt sein, ist aber unendlich schwer, sachdienliche Hinweise zu geben. Ich kann nur spekulieren, dass der Beleg in BACAU am 26.1.1877 abgestempelt wurde und der Text dürfte in jiddischer Sprache geschrieben sein. Da jemand zu finden der es lesen kann ist äußerst schwierig.

Liebe Grüße

10Parale
Stephan
 
frankobollo Am: 08.09.2025 21:24:00 Gelesen: 6249# 373 @  
@10Parale [#372]

Hallo Stephan,

danke für deine Einschätzung. BACAU klingt plausibel und passt zu den sichtbaren Fragmenten des Ortsnamens. Insgesamt fünf Buchstaben sind auch symmetrisch vorstellbar.

Damit ist für mich das Rätsel um den Aufgabeort gelöst. Der Inhalt der Karte darf gern im Dunkel der Vergangenheit bleiben.

Grüße von Frank
 
10Parale Am: 09.09.2025 14:46:48 Gelesen: 6198# 374 @  
@ frankobollo [#373]

"Hallo Frank,

"der Inhalt der Karte darf gern im Dunkel der Vergangenheit bleiben".

Mich interessieren auch die Nachrichten und würde sie alle gerne von der Dunkelheit ins Licht bringen, aber das ist nicht immer einfach.

Bei der nächsten Ganzsache, die ich erwerben konnte, handelt es sich um ein Einschreiben von Constanta nach Mailand, gelaufen am 31. Mai 1909, wobei es möglich ist, dass der Einschreibe-Zettel vom Postamt am Bahnhof in Constanta stammt. Da bin ich aber noch nicht ganz schlüssig.

Der Text wiederum ist ein Fundus für jeden, der sich mit Wirtschaftsgeschichte befasst. Es wird ein Fachausdruck benutzt: Prestito a´Premi della Citto di Milano.

Es handelt sich dabei um eine Art Anleihe, die die Stadt Mailand ausgegeben hat, und bei der lt. Definition zusätzlich zum festgelegten Zinssatz vom Emittenten Prämien auf Basis einer festen Auszahlung festgelegt werden.

Ich denke, der Absender hätte diese Anleihen gerne erworben, da sie auch im Weiteren noch genauer definiert werden, oder er will sie sich auszahlen lassen. Empfänger ist die Stadtkasse Mailand.

Ein interessanter Beleg, wie ich finde, und in Kürze werde ich einen weiteren Beleg vorstellen, meiner Ansicht nach mit einem sehr seltenen Stempel.

Liebe Grüße

10Parale


 
volkimal Am: 09.09.2025 17:35:18 Gelesen: 6180# 375 @  
@ frankobollo [#371]

Hallo Frank,

im Rundbrief der ArGe Generalgouvernement sehe ich gerade einen Brief in hebräischer Schrift mit Übersetzung. Dort steht unter Bezugname auf die abgebildete Karte:

Bisher war es mir allerdings nicht gelungen jemanden zu finden, der mir den Text übersetzen konnte; auch eine Anfrage an die jüdische Gemeinde in Braunschweig brachte keine Hilfe. Ohne große Hoffnung hatte ich Anfang Mai bei unserem Mitglied Tadeusz Jarawka nachgefragt, ob er nicht einen Sammlerfreund in Polen kennt, der weiterhelfen kann.

Zu meiner großen Überraschung hat Tadeusz tatsächlich über einen Bekannten die Karte an das „Jüdischen Historischen Institut“ in Warschau weiterleiten können und nach nur 2 Wochen habe ich nun die nachstehende Antwort erhalten:

Hallo Kurt, zwei Mitarbeiterinnen des Jüdischen Historisches Institut namens Emanuel Ringelblum in Warschau haben mir Deine Karte ungefähr übersetzt.

Ob du dich auch an das Jüdischen Historischen Institut wenden kannst, oder ob man dort jemanden kennen muss, weiß ich natürlich nicht.

Viele Grüße
Volkmar
 
10Parale Am: 10.09.2025 10:16:16 Gelesen: 6112# 376 @  
@ volkimal [#375]

Ein wunderbarer Hinweis. Ich hoffe und kann mir gut vorstellen, dass das Jüdische Historische Institut in Warschau eventuell bei der Übersetzung des Briefes behilflich sein wird. Spontan ist mir gerade eingefallen, dass ich am Freitag unter Umständen Leute treffen werde, die mir einen Ratschlag geben könnten wer den Text übersetzen könnte und werde die Karte einmal ausdrucken und mitnehmen. Melde mich dann wieder.

Unter Konsulatspost habe ich gestern schon eine Ganzsache P27 vorgestellt, über die ich sehr glücklich bin und die ich sehr wertschätze. Sie lief am 31. Mai 1896 von Galatz nach Zürich und trägt wunderschöne Abstempelungen und auch einen, - wie ich finde - sehr seltenen 2-zeiligen Stempel " Consulat de France à Galatz". Ob es der offizielle amtliche Stempel des Konsulats war, muss ich noch herausfinden. Vielleicht hat ein Kollege einen ähnlichen Stempel in seiner Sammlung oder Literatur zum Thema.

Ich habe mir nun mal die freudige Arbeit gemacht, den Text auf der Rückseite in französischer Sprache zu übersetzen und präsentiere das Ergebnis in zwei Sprachen.

Französisch:

J´ai l´honneur de vous informer que la Suisse ayant un Consul à Galatz, j´ai remis à Mr. Rychner la lettre que vous m´avez adressée sous la date du 24e Septembre. Mon collègue ne manqueraz pas de vous rendre le renseignement qui faisait l´objet de votre correspondence. Recevez, Monsieur, l´assurance de ma parfaite considération.

Deutsch:

Ich habe die Ehre, Ihnen mitzuteilen, dass die Schweiz einen Konsul in Galatz hat. Ich habe Herrn Rychner den Brief übergeben, den Sie mir am 24. September geschickt haben. Mein Kollege wird Ihnen die Informationen, die Gegenstand Ihrer Korrespondenz waren, nicht vorenthalten. Bitte empfangen Sie, Herr, die Gewissheit meiner vollsten Wertschätzung.

Ich denke am Schluss steht dann noch so etwas ähnliches geschrieben wie: "Im Auftrag (abgekürzt) des Konsuls "N A M E"...."V E R F A S S E R (Name)"

@ frankobollo:

Könntest du mir den Text per philaseiten Mail zusenden, damit ich ihn größer audrucken kann, danke.




 
10Parale Am: 29.10.2025 19:18:50 Gelesen: 3005# 377 @  
@ Heinz 7 [#81]

"dass die Ganzsachen in Einheiten gedruckt wurden, weiss man und gelegentlich findet man auch noch zusammenhängende Einheiten bei Streifbändern, siehe z.B. Beitrag 8, oder das Streifband anbei"

Da fand ich heute in meinem Briefkasten dieses wunderschöne Streifband mit 5 Einheiten zu 1 BAN, welche in Bukarest am 1. Mai 1914 nach Lausanne versandt wurde. Das Streifband ist komplett erhalten und das i-Tüpfelchen ist die Nachtaxierung mit 5 Rappen am 4.V.1914 in Lausanne Ouchy.

Empfänger ist ein Herr im Beau-Rivage Palace Hotel, ein geschichtsträchtiges Haus in Lausanne.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 29.10.2025 20:29:09 Gelesen: 2998# 378 @  
@ 10Parale [#377]

im Übrigen kann ich die Nachtaxierung noch nicht ganz verstehen. Lt.Tabelle Nr. 217 von Marinescu (blauer Band) war die Gebühr für eine HAE ZIARE SI PERIODICE bis 50 gramm (Streifband) 5 Bani. Also müsste die gelieferte Zeitschrift mehr wie 50 gramm gewogen haben, wie die präzisen Schweizer Briefwaagen konstatierten. Vielleicht gibt die blaue Taxierung mehr Auskunft darüber, aber ich kann sie trotz der großen Zahlen nicht dechiffrieren.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 08.11.2025 22:09:28 Gelesen: 2578# 379 @  
@ 10Parale [#377]

Ein Streifband aus Rumänien in die Schweiz von 1914 kostete nur 5 Bani, wie du ja schreibst, für eine Sendung bis 50 Gramm, nach Marinescu. Vielleicht liess sich der Herr Empfänger eine schwere Zeitung nach Genf ins Hotel schicken, wer weiss? Aber 467 Gramm wird die Sendung wohl nicht gewesen sein - jedenfalls bestimmte der Postbote "5" Nachgebühr, die oben vermerkt wurden.

Leider kann ich da auch nicht genau Auskunft geben.


Ich möchte vermelden, dass ein sehr umfangreicher Artikel im "The London Philatelist" veröffentlicht wurde (November 2025, Seiten 468-482), der sich mit Ganzsachen von Rumänien beschäftigt:

Romania's Foreign Postal Card UPU Rate Change and its Consequences 1876-79.
Autor ist Tim Huxley FRPSL

Der Tarif erhöhte sich von 10 auf 15 Bani, bevor er wieder gesenkt wurde auf wieder 10 Bani. Huxley zeigt u.a., was mit zu wenig frankierten Belegen geschah.

Heinz
 
10Parale Am: 15.11.2025 15:30:22 Gelesen: 2148# 380 @  
@ Heinz 7 [#297]

Während du im Jahr 2022 in Ulm mit einer P 37 I fündig wurdest, die echt gelaufen selten anzutreffen sind, wurde mir vor Kurzem auch das Glück zuteil.

Dies Karte wurde ebenfalls nach gregorianischem Kalender am 12. Januar 1900 (also 1 Tag vor Neujahr - julianisch) in Bukarest mit 5 Bani zusätzlich frankiert und nach Kopenhagen versandt. Ein Ankunftsstempel dort wurde auf dem grünen Wappen abgeschlagen (30. Februar ?).

Aus dem vorderseitigen Text erfahren wir etwas über den USUS und den kulturellen Gebrauch dieser Karte:

"...offizielle Neujahrsgrußkarte, die morgen bei uns überall zugestellt wird...."

Das weist darauf hin, dass der kleine rumänische Junge mit dem roten Schal und auf dem Stab befestigten Weihnachtsstern in den Händen in vielen Haushalten auf große Kinder- und Erwachsenenaugen geschaut hat.

Liebe Grüße

10Parale


 
Briefuhu Am: 30.11.2025 09:09:35 Gelesen: 493# 381 @  
Ganzsachenpostkarte P143 aus 1948, gelaufen am 31.03.1950 von Teremia Mare (deutsch Marienfeld) nach Hirschhorn Kreis Eggenfelden. Grüner Wertstempel 6 Lei und Zusatzfrankatur 3 Lei.



Schönen Gruß
Sepp
 
Heinz 7 Am: 30.11.2025 11:52:56 Gelesen: 478# 382 @  
@ Heinz 7 [#3]

Eddie Leibu besass eine grossartige Rumänien-Sammlung, die zweimal mit Grossgold belohnt wurde. 2015 in Athen, 2018 in Bangkok (Thailand). Das Buch zu seiner Sammlung (aus der Reihe der Edition d'Or) zeigt seine Sammlung in ihrer ganzen Pracht.



Eddie Leibu, FRPSL, RDP, war sehr stolz auf eine rumänische Ganzsache, die er 2018 aus der unvergleichlichen Sammlung von Eduardo Cohen erwerben konnte. Auf Seite 12 in seinem Buch hat er dieses Stück extra vorgestellt.

Wir wissen, dass Rumänien selber ihre erste Ganzsache erst 1870 herausgab (siehe z.B. mein Beitrag no. 3 von 2013). Aber schon vorher durften natürlich österreichische Postwertzeichen in den österreichischen Postverwaltungen auf rumänischem Gebiet eingesetzt werden. Österreichische Briefmarken mit rumänischen Stempeln findet man viele, doch die "Schwester der Briefmarke" (= die Ganzsache) wurde ganz offensichtlich kaum je eingesetzt.



Die Aufregung war daher gross, als 2018 im dritten Teil der Cohen Sammlung unseres Wissens die erste und einzige Ganzsache 1867 (Oesterreich) mit rumänischem Stempel angeboten wurde. Eddie wusste um die Bedeutung dieses Stückes und er kaufte es; der Zuschlag lag bei immerhin CHF 5'500 (+ 21 % Aufgeld; Los 4255).

Ganzsachen-Umschlag 1867 Franz Joseph 10 Soldi blau. Von Jassy nach Czernowitz, Abgangs- und Ankunftsstempel: beide österreichische Post, Jassy = Tchilinghirian fig. 757, verwendet im August 1868. Anbei das Album-Blatt von Eddie Leibu.



Heinz
 
Zinnenstadt Am: 30.11.2025 19:51:50 Gelesen: 449# 383 @  
@ 10Parale [#380]

Bei dem auf der geschmackvollen Ansichtskarte dargestellten Jungen handelt es sich um einen "colindator", das waren und sind Jugendliche, welche zu Weihnachten und Neujahr insbesondere im ländlichen Raum von Haus zu Haus ziehen, um gute Wünsche zu den Feiertagen zu verkünden ("colinde", siehe auch:)

https://www.rumaenienadventskalender.de/rak_05/2005_24/2005_colinde.html

Colinde der letzten Jahre können abgerufen werden unter

https://www.youtube.com/playlist?list=PL39z-AAkkatusz2cbNJ5TQCUxVzGhSxKR.

Meiner Erinnerung nach hat Romfilatelia Briefmarken zu diesem Brauch herausgegeben.

Schönen Sonntag,
Zinnenstadt
 

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