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Thema: Rumänien Ganzsachen
Das Thema hat 225 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 01.12.2017 00:35:45 Gelesen: 43746# 201 @  
@ Heinz 7 [#200]

Ich freue mich, dass wir mit diesem Thema nun auch bereits 200 Beiträge erreicht haben. Noch haben wir aber längst nicht alle Ganzsachen gezeigt.

Das beiliegende Beispiel zeigt eine Postkarte Michel P 67 b: 1921/22. Kopfbild König Ferdinands im Kreis ohne Krone darüber. 1 Leu karmin.



Nr.67 b ist auf grauem Karton. (67 a wäre weiss bis rahmfarben)

Heinz
 
10Parale Am: 01.12.2017 16:05:20 Gelesen: 43683# 202 @  
@ Heinz 7 [#201]

Bei Savoiu ist diese Karte aus den Jahren 1921/22, die du zeigst, als PC 69 registriert.

Ich zeige im Folgenden noch eine Zusammenfassung der ersten sieben Kartenbriefe (1-7), die Rumänien von 1891 bis 1900 herausgebracht hat. In einigen Beiträgen ab #173 ff. wurden sie teilweise schon in Ihrem postalischen Gebrauch vorgestellt.

Zur Karte Nr. 7 möchte ich eine Besonderheit am Rande erwähnen. Es soll eine Karte geben, bei der die zweite aufgedruckte grüne Marke zu 5 Bani nicht links aufgedruckt wurde, sonder kopfstehend auf der anderen Kartenhälfte. Savoiu bewertet diesen "ERROR" mit 1.000 Dollar.

Hab die Karte leider nicht.

Liebe Grüße

10Parale





 
10Parale Am: 01.12.2017 20:16:58 Gelesen: 43649# 203 @  
@ 10Parale [#202]

Der Kartenbrief K6, 15 Bani wird im Michel mit der Kartonfarbe schwarz/sämisch beschrieben.

Savoiu unterteilt in eine weitere Farbe schwarz / leicht rosafarben und nennt sie Letter Card (LC) 6a. Die Bewertung liegt dort bei 15 Dollar (im Michel Ganzsachenkatalog nicht genannt).

Schönen Abend

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.12.2017 15:15:17 Gelesen: 43619# 204 @  
@ 10Parale [#89]

Liebe Alle,

ich habe mir gestern die Postkarte P 78 von 10 Parale "ausgeliehen", mit anderen Worten: ich habe seine Postkarte gezeigt (im Ganzsachen Adventskalender).

Ich ahnte richtig, dass ich diese Karte auch in meinen Beständen habe, darum kann ich sie nun "zurückgeben". Was ich nicht wusste, dass auch MEINE Karte eine Zusatzfrankatur um 2 Lei hat, um das Gesamtporto auf 4 Lei zu erhöhen (für Ausland-Sendungen).



Es ist anzunehmen, dass die rumänische Post diese 4-Lei-Karten für ihre Kunden vorbereitete/bereitstellte. Da eine Ganzsache à 4 Lei damals fehlte, half sich die Post aus mit diesem 2+2 Lei-Wert. Vermutlich war die P 75 (Nominale: 4 Lei) nicht überall erhältlich.

Hübsch, finde ich.

Die P 78 gibt es auf weissem Karton (so katalogisiert), aber auch auf gelbem Karton (ohne Katalogisierung).

Heinz
 
Heinz 7 Am: 03.12.2017 15:35:55 Gelesen: 43615# 205 @  
@ 10Parale [#202]

Du zeigst uns gleich die Nummern 1-7 der Kartenbriefe Rumäniens 1891-1900; ich finde das sehr schön, sie ungebraucht so nebeneinander zu sehen. Herzlichen Dank!

Anbei noch eine spätere Ganzsache: die Michel P 80.



1928 kamen neue Ganzsachen heraus, mit dem Bild von König Michael als Kind.

Zu dieser Ausgabe gibt es eine interessante Notiz im Michel-GS-Katalog:

"Mit (diesem) Wertstempel ist 1928 auch eine Ausland-Postkarte mit einem Werteindruck von 4 Lei gedruckt worden, die aber dem damaligen Tarif (nach Österreich, Polen und Ungarn) von 4,50 Lei nicht entsprach. Es ist noch nicht geklärt, ob sie an die Postschalter gekommen ist. Gebrauchte Exemplare sind nicht bekannt."

Also, liebe Sammler: Augen auf! er diese 4 Lei-Postkarte findet, soll sie unbedingt kaufen.

Heinz
 
10Parale Am: 04.12.2017 20:49:03 Gelesen: 43592# 206 @  
@ Heinz 7 [#205]

Danke für den Geheimtipp. Savoiu´s Ganzsachenexpertise endet im Jahr 1927, so dass ich zu dieser Postkarte P 80 nichts hinzufügen kann.

Im Nachfolgenden zeige ich ein vertikales Paar der Michel P14 A hell-lilarosa aus dem Jahr 1879. Mich verwundert es, dass SAVOIU diese vertikalen Paare (P19) extra klassifiziert und ungebraucht immerhin mit 50 Dollar bewertet.

Des weiteren unterteilt er noch in verschiedene Zähnungsvarianten. Es soll auch eine Postkarte P 14 geben mit dem Aufdruck SPECIMEN, die mit Zähnung 13 1/2 immerhin mit 300 Dollar bewertet ist. Also auch hier Augen auf.

Lieber Heinz 7, du pflegst ja an anderer Stelle noch eine wunderbare Beitragsreihe, wo es um die sagenhaften berühmten und teueren Briefmarken der Welt geht.

Das hat mich nun angespornt, bei SAVOIU nachzuforschen, welche Ganzsache er denn nun am teuersten bewertet?

Tatsächlich ist es die Michel P3 mit Frage- und Antwortteil echt gelaufen, jedoch mit 4 mm dicken Kartonpapier (Typ B). Es gibt noch die Type A mit 0,28 mm dickem Kartonpapier, die er jedoch nur ungebraucht bewertet: Typ B: 5.000 Dollar.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.12.2017 20:18:27 Gelesen: 42666# 207 @  
@ 10Parale [#206]

Gerne geschehen!

Danke Dir auch für die Recherche im Katalog Savoiu. Ich sehe diese Werte mit Erstaunen.

Zur Erinnerung: Ich habe schon mehrfach gesagt, dass ich mehrere Ganzsachen im Michel als UNTERBEWERTET ansehe. Dass Savoiu dies anders sieht, ist offensichtlich. Ich empfehle aber, bei den katalogisierten Abarten Vorsicht walten zu lassen. Meines Wissens ist dafür "der Markt" sehr eng. Ich kenne kaum wirklich realisierte höhere Preise für Ganzsachen-Abarten.

Aber sicherlich sollten wir den Markt beobachten und die teuer katalogisierten Abarten werden sich bei manch einem Händler wohl günstig finden lassen. Man sollte sich danach nicht allzu optimistisch "reich rechnen", aber gute Anhaltspunkte sind diese Katalogisierungen auf jeden Fall!

Ist die Ganzsache wirklich 4 mm breit? Das ist ja ein Brett, und mit "Kartonpapier" noch immer "untertrieben" bezeichnet.

Ich zeige anbei eine meines Wissens seltene Ganzsache.



Es ist das Telegrammblatt TB 12 von 1906. Ungebraucht war es bewertet mit Euro 30 (im Ganzsachen-Katalog Europa Ost 2001/02). Spätere oder Bewertungen von anderen Katalogen habe ich keine vorliegen.

Heinz
 
10Parale Am: 14.12.2017 22:04:02 Gelesen: 42664# 208 @  
@ Heinz 7 [#207]

Hallo Heinz,

gratuliere zu dieser Rarität (meines Erachtens!).

Savoiu TT 12 - 75 Bani brown on white paper - f.p.

f.p. bedeutet "fara pretu" - ohne Preisangabe.

Dies bedeutet in der Regel einen sehr hohen Preis, ähnliche Telegrammblätter sind mit 250 Dollar bewertet.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 16.12.2017 20:29:18 Gelesen: 42599# 209 @  
@ 10Parale [#208]

Ganzsachen zwischen 1907 - 1916 wurden im typografischen Druckverfahren hergestellt. Dabei gab es 6 verschiedene Ausgaben inklusive der sehr seltenen Cluj Ausagabe (Überdruck einer ungarischen Postkarte mit rumänischen Typen) .

Bei der Letter Card Nr. 15 (Michel Kartenbrief K14) zeige ich den klitzekleinen Unterschied an Hand der Scans.



15 Bani auf weissem oder cremefarbenen Karton



AKZENT über dem A von ROM A NIA - und ohne AKZENT

Liebe Grüße

10Parale
 
nor 42 Am: 17.12.2017 20:03:11 Gelesen: 42571# 210 @  
Nochmals kurz zu [#195]:

Zu der dort gezeigten Seite (S 247 aus Indrumar al filatelistului) sei ergänzt, dass nur die Posthörnchen Stempel in Bukarest gebraucht wurden und die sind alle leicht erkennbar. Die anderen dort gezeigten Nummernstempel sind nur Beispiele für in anderen Städte gebrauchte Zusteller Stempel. Hier zwei Ganzsachen bzw. Zeitungsschleifen mit Posthörnchen Stempel. Diese wurden öfters zur nachträglicher Entwertung von den Zusteller benützt.

Um beim Thema zu bleiben auch die Abbildung eines Beleges mit vier verschiedene Posthörnchen Stempel auf einer Ansichtskarte aus Glauchau. Die eingehende Beschreibung aller Postvermerke und Stempel würde den Rahmen dieser Ergänzung sprengen. Doch sehen wir dabei, dass 1904 der Portier des Bristol Hotels dort eine bedeutende Persönlichkeit war, mit einem großen eigenen Stempel, mit dem er die Post quittierte.

nor 42


 
10Parale Am: 19.12.2017 19:33:55 Gelesen: 42542# 211 @  
@ nor 42 [#210]

Danke für den Hinweis, die oberen 2 Reihen Nummernstempel aus Beitrag [#195] sind natürlich aus anderen europäischen Städten. Sehr gut.

Der Beleg mit dem Posthörnchen und den Nummern 42, 78 und 86 begeistert mich. Vor allem der hauseigene links abgeschlagene, private Portiers-Stempel ist eine Rarität der besonderen Art. Das der Brief nach mehrmaligen Zustellversuchen wieder in Glauchau landete, macht das Briefstück zu einem richtigen Must have.

Der INCONNU (Necunoscut) 2-Zeiler-Stempel und der RETOUR - Abschlag macht den Brief begehrenswert.

Am Beispiel der 4. Ausgabe der Ganzsachen vom 1876 möchte ich bei der Postkarte Nr. 9 (Michel Nr. P7) zu 5 Bani zeigen, dass es davon eine Menge Variationen gibt. Ich habe hier wieder das Nachschlagewerk von Emanoil Alenxandru Savoiu "Romanian Postal Stationery" zu Rate gezogen.

1. Grosses D

serissa anstatt scrissa

ocrrespon-denta anstatt von correspon-denta

kein Akzent unter t von carti

kein Akzent über dem a von Posta

der 6.te und 7.te Buchstaben im Wort scrisorile sind schlecht geformt

scrj anstatt scri

die obere linke Ecke der eingedruckten Marke ist gebrochen


2. Kleines D

Cartile und Posta ohne Akzente über den Buchstaben a

plateste ohne Akzent

c von recommanda ist schlecht geformt

platinduse ohne Akzent über dem a

correspon-denta ohne Akzent über dem a

aducatorului ohne Akzent über dem 2.ten a

das Dächlein über dem letzten a von urmeaza steht auf dem Kopf

das zweite r in dem Wort inregistrare hat einen anderen Schrifttypus (roman)



Das ist natürlich für den Spezialisten und wird den Gelegenheitssammler kaum interessieren. Doch ist es interessant einmal die verschiedenen Variationen aufgelistet zu sehen. Ich zeige im Scan deshalb nur einmal das wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal:

D - in der Anschriftenzeile gross oder klein.

Wer genau hinschaut erkennt nun bei der Karte mit dem kleinen D, dass das zweite r von inregistrare in romanischen Letttern gedruckt wurde. Savoiu nennt diese Karte PC9 a4 Par.5

Grüße

10Parale




 
nor 42 Am: 21.12.2017 13:21:57 Gelesen: 42504# 212 @  
[#211]

Wenn man sich die Zeit nimmt und gut hinschaut sieht man auf dem Beleg auch den vierten Posthörnchen Stempel 120.

Alle Gute,
nor 42
 
10Parale Am: 22.12.2017 22:44:07 Gelesen: 42482# 213 @  
@ nor 42 [#212]

Na, jetzt haben meine Augen das 4. Posthörnchen auch gesehen, phantastischer Brief.

Im Folgenden zeige ich eine weitere Differenzierung der Ganzsache Michel Nr. 7 in Fortsetzung von Beitrag [#211]. Diese Variante kommt nur beim kleine "D" vor. Siehe rechte Textspalte im unteren Text.

Ich gebe zu, sehr speziell und detailliert, aber man sollte auch dies einmal gesehen haben.

Variante : scrisorjle
Variante : scrissorile

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 27.12.2017 15:25:42 Gelesen: 42247# 214 @  
Diese rumänische Ganzsache zu 5 Bani passt vielleicht ganz gut zum Jahreswechsel.

Im Michel habe ich sie leider nicht gefunden.

Bei Savoiu: PC37ASI - mit Text: LA MULTI ANI 1900 und dem Eintrag des Grafikers am unteren Rand der Karte.

Etwas rarer sind diese Karten ohne die Inskription des Grafikers. -Es gibt noch den Text; FELICITARE auf der Vorderseite.

Die Karte lief auch tatsächlich von TECUCI nach BRAILA, kleiner Einriss, Gebrauchsspuren, dennoch sehr selten.

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 28.12.2017 18:21:26 Gelesen: 42212# 215 @  
@ 10Parale [#214]

Im Michel Ganzsachen-Katalog Europa bis 1960 (mir liegt der Katalog mit blauen Deckeln vor )finden Sie die Karte unter P 37 I auf Seite 487. Auch für den Michel Katalog muss man sich Zeit nehmen.

Alles Gute,
nor 42
 
10Parale Am: 28.12.2017 19:56:31 Gelesen: 42206# 216 @  
@ nor 42 [#215]

Vielen Dank, nor 42.

Ich habe einen etwas jüngeren Katalog mit Euro Bewertung und sehe gerade eine magere Bewertung für 17 Euro für diese Ganzsache P 37 I gebraucht.

Savoiu bewertet sie mit 100 Dollar. Doch wie Heinz 7 tatsächlich zu Recht sagt, sind viele der älteren Ganzsachen Rumäniens sehr unterbewertet.

Vielleicht gibt es einen Unsicherheitsfaktor, weil die Rumänen selbst erst ihre Schätze entdecken und nach und nach in den privaten (gewerblichen) Handel einfließen lassen.

Liebe Grüße

10Parale
 
10Parale Am: 30.12.2017 19:14:24 Gelesen: 42032# 217 @  
@ Heinz 7 [#207]

Nachdem Heinz 7 uns ein sehr seltenes Telegrammblatt vorgeführt hat, zeige ich hier die Ganzsache TT 27 aus dem Jahr 1911, eingepresst mit 25 Bani im typographischen Druck. Auffallend tiefes Farbspektrum.

Bei Meister Savoiu mit 50 Dollar bewertet, echt gelaufen sogar 100 Dollar.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 31.01.2018 22:14:49 Gelesen: 35123# 218 @  
@ 10Parale [#40]

Ein Streifband S 5 von 1894/1896 kann ich ebenfalls beisteuern:

Solche Streifbänder sind zwar nicht wirklich selten, wenn sie aber saubere Stempel tragen und nicht beschädigt oder verschmutzt sind, dann sind die Stücke aber doch plötzlich rar.



Der blaue Doppelkreisstempel ist etwas schwach abgeschlagen. Aber der Stempel, der bei der Ankunft abgeschlagen wurde, ist wunderbar klar und schön lesbar.



Der Stempel ist zweimal der gleiche! "HUSI 25 FEB 895" war Abgang ...
... und Ankunftsstempel dieser Orts-Drucksache. Format: 42 Millimeter (stimmt mit Katalogangabe überein!).

Die Eigenheit, bei der Jahreszahl die "Tausend" wegzulassen, ist typisch für solche Stücke, also

1895 = 895
1903 = 903 u.s.w.

Ein wunderschönes Stück, finde ich. Es kostete mich nur CHF 3.00.

Heinz
 
10Parale Am: 10.03.2018 19:34:21 Gelesen: 31867# 219 @  
@ Heinz 7 [#218]

Diese Streifbänder gefallen mir auch immer wieder aufs Neue und ich liebe sie in meiner Sammlung zu hegen und pflegen.

Bin sehr froh, dass es noch günstige, gute Sachen gibt. Ein wenig mehr als CHF 3.oo (4 Euro) kostete mich dieses Streifband S4, welches die Zeitschrift "FOAIA POPULARA" beinhaltete, zu deutsch das "Volksblatt".

Wir erfahren auf dem Aufkleber auch, dass diese illustrierte Wochenzeitschrift 5 Lei im Jahr kostete.

Der Hinweis LOCO bedeutet, dass es innerhalb von Bukarest befördert wurde und man sieht am unteren Rand noch das Briefträgerstempelchen mit der Nr. 98.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 20.03.2018 14:49:56 Gelesen: 31372# 220 @  
@ 10Parale [#219]

Ich zeige ein weiteres Streifband Typ S4, gelaufen im Dezember 1900 von Ploesti nach Bukarest. Dort erhielt es ein komplettes Briefträgerstempelchen mit der Nummer 102 und rückseitig ein Stempel CURSA I, der die Stadtpostbeförderung in Bukarest dokumentiert.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 02.06.2018 20:08:12 Gelesen: 25460# 221 @  
@ 10Parale [#220]

Lieber Freund,

im Thema "Rumänien für Sammler" [#625] hast Du Dich über Los 4192 der Corinphila-Auktion geäussert. Das Streifband Nr. 2 wurde angeboten, aber nicht in einem Exemplar, sondern gleich in einem Neunerblock!



Der Ausrufpreis von CHF 120 war (sagen wir es deutlich, wie ein Auktionsteilnehmer: "ridiculous"). Du weist auf den Zuschlagpreis von CHF 850 hin, das ist - zugegeben - 7 mal mehr als der Ausrufpreis. Aber - ist es auch zu viel? Wer mag das festlegen? Ich denke, der Käufer hat das unglaublich seltene Stück NICHT überzahlt. - Selbst in grossartigen Sammlungen über Rumänien fehlen solche Ganzsachen oft, vermutlich auch, weil viele Sammler diese Ganzsachen heute weitgehend - fälschlicherweise* - vernachlässigen.

* meiner Meinung nach...

Die Kenner wissen aber, wie selten gewisse Ganzsachen sind.

Du schreibst, in Los 4192 sei die einzige Rumänien-Ganzsache versteigert worden (Einzellose). Das ist zwar nicht falsch, aber vielleicht auch nicht ganz richtig. Denn wir entdeckten noch eine andere Ganzsache, die dem Rumänien-Sammler (also mir) den Herzschlag erhöhten.



Man mag einwenden, es sei ja ein österreichischer GanzsachenUmschlag. ABER: die Verwendung war in Rumänien, wo damals die österreichische Post Auslandpoststellen betreiben durfte. Solche Stücke sind extrem selten!

Text Auktionskatalog:

Austrian Post Offices 1867: 10 soldi postal stationery envelope, a superb used example cancelled by JASSY datestamp (7/8) struck in blue (Tchilinghirian fig. 757) mailed to Czernowitz. Reverse with Czernowitz arrival cds (August 9, 1868) struck in blue. Extremely rare - no examples in the Jerger or Smith collections.

Die Rarität blieb nicht unerkannt. Ein an sich stolzer Ausrufpreis von CHF 750 wurde pulverisiert! Der Zuschlag lag bei auch von mir nie erwarteten CHF 5'500! Rechnet man die 21 % Kommission hinzu, so resultiert ein wahrlich hoher Preis, den sich nur wenige Sammler leisten können.

Ich möchte aber die Sammler ermuntern, Ganzsachen zu sammeln. Fast alle sind sehr tief bewertet, siehe z.B. Michel-Ganzsachen-Katalog. Aber viele Ganzsachen sind sehr attraktive Sammelstücke, philatelistisch oft hochinteressant, die manchmal nur sehr schwer zu finden sind.

Was will man mehr? Seltenheiten zu kleinen Preisen? - Auf geht's!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.09.2018 22:20:42 Gelesen: 16197# 222 @  
@ Heinz 7 [#207]

Ab 1900 gab es in Rumänien eine rasche Folge der Herausgabe von Telegrammblätter. 1906 wurden früher ausgegebene Ganzsachen überdruckt:

Telegrammblatt 11 (60 Bani) ist TB 8 mit dem roten Aufdruck der neuen Wortzahl "5" (anstatt "trei").



Schon ein Jahr später wurden neue Ganzsachen herausgegeben, die in kleinerem Format hergestellt wurden. Bei TB 11 sind es noch ca. 240 x 165 mm (oder 234 mm x 162 mm).

Solche Ganzsachen sind selten! Wer sie findet, sollte sie kaufen, wenn der Preis stimmt.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 24.03.2019 18:36:21 Gelesen: 4705# 223 @  
@ Cantus [#11]

Lieber Ingo,

Du hast uns vor längerer Zeit eine Feldpostkarte Nr. 2 gezeigt, ungebraucht. Ich habe nun ein ähnliches Stück gefunden:



Ich nehme an, es sei die Karte FP 3 (mit dem Wertzeichen n II = "Die Buchstaben von "ROMANIA" und "POSTA" sind kleiner (...)")

Wie Du siehst ist meine Karte deutlich heller als Deine (Frontseite). Das passt zur Michel-Notierung:

"Weisser, gelblicher oder grauer Karton".

Deine Postkarte wäre dann wohl die dritte Variante, meine die erste. Interessant bei Deinem Stück ist, dass die Rückseite auch weisser Karton zu sein scheint; Du hast also eine "gemischte Karte"; das gibt es gelegentlich bei Rumänien-Postkarten. Meines Wissens wird zur Farbbstimmung die Frontseite zur Farbbestimmung herangezogen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.06.2019 21:25:28 Gelesen: 2320# 224 @  
@ Heinz 7 [#223]

Dass Ganzsachen oftmals nicht besonders gefragt sind, haben wir an anderem Orte schon mehrfach festgestellt. Heute gab es einen weiteren Beweis für diese Feststellung.

Los 20150 bei David Feldman, Genf, waren zwei äusserst seltene Essais für Briefumschläge. Bei Edouard Cohen sind sie erwähnt in seinem Handbuch auf Seite 20.



Die Essays existieren in drei verschiedenen Farben (nach Cohen)

A) bleu
B) bistre (gelb)
C) carmin-lilas (rot)

Das gelbe Exemplar sei ein Unikat, steht im Katalog der "Cornelia" Auktion (Februar 2007). Es wurde 2007 angeboten, war nun aber nicht im Angebot. Aber auch die anderen Essays (rot und blau) sind selten.

Das Los mit den zwei Essays kostete in Genf heute nur Euro 550 plus Aufgeld. Ich bin sehr froh über diesen Erwerb. Ich habe einen deutlich höheren Preis erwartet.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.06.2019 19:19:19 Gelesen: 2010# 225 @  
@ Heinz 7 [#162]

Aus aktuellem Anlass zeige ich eine seltene Ganzsache mit Zusatzfrankatur:



Am 10.11.1919 sandte der Absender eine Postkarte "P 60" (Michel-Notierung). Eine "Timbru de Ajutor-Ausgabe" wurde auf die Ganzsache dazugeklebt, wie dies vorgeschrieben war (Kriegssteuer-Marke).

Dass man einen solchen Beleg in guter Erhaltung findet, ist ziemlich schwierig. Wenn ein Sammler aber einen solchen Beleg findet, soll er ihn kaufen, er ist in der Regel auch spottbillig. Und das meine ich genau so, wie ich es schreibe: spottbillig!

Interessant an dem Beleg ist auch, dass belegt ist, dass diese Postsendung zensuriert wurde. Dies zeigt der (etwas schwach abgeschlagene) Stempel "CENSURAT". Selten ist, dass der Stempel "MARASESTI" so sauber abgeschlagen wurde (15. NOV 919).

Übrigens: in Beitrag [#162] habe ich einen ähnlichen Beleg bereits gezeigt (Timbru de Ajutor).

Und - übrigens ZWEI - mit weit mehr als 200 Beiträgen haben wir hier auch gezeigt, wie vielseitig interessant (und sammelnswert) das Gebiet "Rumänien Ganzsachen" ist!

Heinz
 

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