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Thema: (?) (17/19) BPP Prüfer ohne BPP im Prüfzeichen
Algebra Am: 13.10.2012 22:07:03 Gelesen: 6905# 1 @  
Erich Herpichböhm BPP-Prüfung auf DDR-Marken

Bei der Durchsicht meiner DDR-Sammlung ist mir aufgefallen, dass Herpichböhm viele Marken mit seinem Prüfsignum versah. Unter anderem DDR-Mi.Nr. 577/85 A und verschiedene Werte der Ulbrichtserie. Vom BPP war er nur bestellt für das Prüfgebiet Thüringen. Warum fehlt bei den geprüften Marken im Signum das BPP?

Man fragt sich natürlich auch was hat er denn geprüft? Als Prüfer beim BPP war er 1984. Der Scan zeigt einige der geprüften Marken. Weiß da jemand warum das so ist?

MFG.
Algebra


 
Algebra Am: 22.07.2013 12:15:50 Gelesen: 6763# 2 @  
Erich Herpichböhm (Bundesrepublik) war als BPP-Prüfer vom BPP nur als Prüfer für das Gebiet Thüringen bestellt. Sein Prüfzeichen kommt aber auch auf Marken der Dauerserie Walter Ulbricht vor, was eigentlich nicht sein dürfte.

Was völlig unverständlich ist, wieso hat er auch die 9 Werte der Fünfjahrplanserie von 1957 (Mi.Nr.577A/585A) ohne Angabe des Wasserzeichens und ohne den Zusatz "BPP" geprüft. Wer hat hierfür eine plausible Erklärung?

Algebra.


 
Lars Boettger Am: 22.07.2013 15:50:17 Gelesen: 6696# 3 @  
@ Algebra [#2]

Wenn das Gebiet nicht durch einen BPP-Prüfer besetzt war, dann durfte ein BPP-Prüfer (ohne Zusatz BPP) diese Marken mit seinem Prüfstempel versehen. Das ist dann aber keine BPP-Prüfung gemäß Prüfordnung.

Die zweite Möglichkeit ist die missbräuchliche Verwendung des Signierstempels bzw. eine Signierstempelfälschung.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Kontrollratjunkie Am: 22.07.2013 16:13:41 Gelesen: 6676# 4 @  
Oder eine Händler-Kennzeichnung ? War Herr Herpichböhm auch als Händler tätig ? Ich weiß es nicht.

Ich habe z.B. Marken von Herrn Sturm, die er vor seiner Tätigkeit im BPP nur mit seinem Namensstempel signiert hat. Nach Aufnahme in den BPP lautete die Signatur dann Sturm BPP.

Gruß
KJ
 
hajo22 Am: 22.07.2013 16:22:18 Gelesen: 6662# 5 @  
@ Kontrollratjunkie [#4]

Ja, meines Wissens war Herr Herpichböhm auch als Händler tätig. Sein Spezialgebiet waren die Ausgaben Thüringens mit allen Besonderheiten 1945/1946.

Grüße
Jochen
 
Kontrollratjunkie Am: 22.07.2013 17:02:19 Gelesen: 6639# 6 @  
Danke für die Info, Jochen. Die OPD Erfurt war ja auch später dann sein Prüfgebiet.

Also könnte es sich m.E. um eine solche Signatur handeln.

Gruß
KJ
 
Detlev0405 Am: 04.12.2017 11:31:19 Gelesen: 3393# 7 @  
Ich stehe heute auch vor der Frage - Prüfstempel echt oder nicht ?

Herr Jungjohann war für dieses Sammelgebiet auch BPP Prüfer, ab wann entzieht sich meiner Kenntnis.

Nun kommt mir ein Beleg unter die Finger, der als geprüft mit Prüfstempel versehen wurde, aber nicht als BPP. Kann mir jemand zu dem Prüfstempel eine Auskunft erteilen oder wo muss ich mich dazu hinwenden ?



Vielen Dank im vorab
Detlev
 
Richard Am: 04.12.2017 15:11:25 Gelesen: 3329# 8 @  
@ Detlev0405 [#7]

Hallo Detlev,

Heinz Erwin Jungjohann aus St. Peter-Ording, geboren 1929, war von 1968 bis 2004 Prüfer BPP für Generalgouvernement, Polen und Mittellitauen.

Vielleicht liest und meldet sich dazu der Generalgouvernement Prüfer Michael Schweizer, BPP.

Schöne Grüsse, Richard
 
Ron Alexander Am: 04.12.2017 15:13:54 Gelesen: 3325# 9 @  
Hallo zusammen,

Prüfer kann man hier sehr gut suchen:

https://briefmarken-pruefer.de/de/

Grüße,
Ron
 
Detlev0405 Am: 04.12.2017 17:33:55 Gelesen: 3268# 10 @  
@ Ron Alexander [#9]

Hallo Ron,

genau wegen dieser Listung bin ich ja hellhörig geworden und habe meinen Beitrag an alle gerichtet. Es fehlt beim Prüfstempel das BPP wie dort gelistet.

Grüße Detlev
 
Generalgouvernement Am: 05.12.2017 06:55:09 Gelesen: 3201# 11 @  
Guten Morgen,

Herr Jungjohann war bis 2004 BPP Prüfer. Diesen Stempel auf dem Brief oben kenne ich von ihm nicht. Eigentumssignatur von ihm gibt es nicht. Sein BPP Prüfzeichen wurde meines Wissens nach einmal gefälscht, daraufhin hat er einen neuen Signaturstempel erhalten. Das hat aber nichts mit diesem Namensstempel oben zu tun.

VG
Michael Schweizer
BPP Generalgouvernement und Frank-Marke
 
Detlev0405 Am: 05.12.2017 09:01:02 Gelesen: 3180# 12 @  
@ Generalgouvernement [#11]

Erst einmal vielen Dank Herr Schweizer für Ihre Aussage.

Leider weiß ich nun immer noch nicht, womit ich es hier zu tun habe. Gibt es denn jemanden der diesen Beleg nachprüfen könnte ? In der Auflistung der BPP Prüfer finde ich das Sammelgebiet Polen nicht vertreten, wenn ich nicht allzu trottelig gesucht habe. Notfalls auch einen Prüfer aus Polen ?

Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Tag noch,
Detlev
 
Torsten Grunwald Am: 05.12.2017 10:01:45 Gelesen: 3159# 13 @  
Schau mal hier:

https://www.vphev.de/pruefer

Gruß
Torsten
 
Detlev0405 Am: 05.12.2017 10:58:42 Gelesen: 3133# 14 @  
Ich bedanke mich bei allen, die mich auf die richtige Spur geschickt haben, sowohl hier als auch per persönlicher Mail.

Fündig bin ich geworden bei Herrn Stefan Petriuk, der Polen fast komplett prüft. Er hat mir nach erstem Augenschein auch bestätigt, dass der "Prüfstempel Jungjohann" nicht existent ist, die rückseitige handschriftliche Notiz neben dem Stempel "Stempel" auch nicht von Herrn Jungjohann stammt. Er wird den Beleg prüfen und dann kann ich ihn hier mit Ergebnis vorstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Detlev
 
Detlev0405 Am: 20.12.2017 11:27:58 Gelesen: 2864# 15 @  
Heute kann ich euch eine endgültige Antwort zu dem ganzen Verwirrspiel auf meinem Luftpostbeleg geben.

Auf mein Bitten hat Herr Stefan Petriuk den Beleg begutachtet und ein ausführliches Attest (war mein Wunsch) dazu angefertigt [1].

1. Der auf der Rückseite angebrachte Prüfstempel "Jungjohann" ist privaten Ursprungs und hat nichts mit dem gleichnamigen BPP Prüfer zu tun. Das gleiche trifft auf den Vermerk zum Stempel zu.

2. Der links oben aufgebrachte Erstflugstempel auf der Vorderseite ist ein privat nachverwendeter Stempel mit veränderter Jahreszahl.



Im übrigen ist das ausgefertigte Attest für mich ein Beispiel für eine gelungene Kommunikation zwischen Sammler und Prüfer, es entspricht in allen Punkten meinen Vorstellungen an eine Belegprüfung.

Mit freundlichen Grüßen
Detlev

[1] http://www.briefmarken-atteste.de/atteste/suchen/ablage/55

[Redaktioneller Hinweis: War lassen das Attest, in welchem Petriuk als Prüfer des polnischen Verbandes attestiert, in diesem Thema, da der Prüfer auch von 1987 bis 2003 im BPP tätig war]
 
Ron Alexander Am: 20.12.2017 14:56:17 Gelesen: 2810# 16 @  
@ Detlev0405 [#15]

Hallo Detlev,

sehr schönes Attest und vor allem ausführlich beschrieben, gefällt mir auch sehr gut. Danke fürs zeigen!

Grüße,
Ron
 
spain01 Am: 30.06.2018 18:58:39 Gelesen: 684# 17 @  
Vor vielen Jahren hat mir Herr Schmidl, BPP für Markenheftchen, mehrere Marken der Bund MiNr. 1388 als DD signiert, aber ohne den Zusatz BPP. Dies war wohl möglich, weil er die Marken in seiner Eigenschaft als Sachverständiger und nicht als Bundesprüfer signiert hat, da das ja nicht sein Prüfgebiet ist.

Es bleibt nachzuprüfen, ob andere Prüfer ebenfalls zusätzlich als Sachverständige tätig waren und somit im Rahmen dieser Tätigkeit Marken außerhalb ihres eigentlichen Prüfgebietes mit ihrem Stempel ohne Zusatz "BPP" gekennzeichnet haben.

Gruß
Michael


 
Markus Pichl Am: 01.07.2018 15:43:01 Gelesen: 587# 18 @  
@ spain01 [#17]

Hallo Michael,

es ist sehr interessant zu sehen, was der einst sogen. "Bundesprüfer" Schmidl noch alles so zusätzlich unternahm, um Geld aus Dienstleistung zu vereinnahmen.

Wir werden uns doch bestimmt darauf einigen können, dass diese Marke keinen Doppeldruck im eigentlichen Sinne eines Doppeldrucks zeigt sondern nur einen sogen. Schmitzdruck und die von Herrn Schmidl angebrachte Signatur einem Philatelisten maximal nur ein Schmunzeln entlocken kann.

Beste Grüße
Markus
 
Richard Am: 12.07.2018 09:55:10 Gelesen: 189# 19 @  
@ spain01 [#17]

Hallo Michael,

als Ergänzung zu Deinem Beitrag:

Horst Schmidl war BPP Prüfer von 1982 bis Ende 2013. Zu diesem Termin musste er seinen BPP Prüfstempel zurückgeben.

Die Frage ist, ob er ab 2014 weiter als Prüfer ohne Mitgliedschaft im BPP geprüft hat. Darauf habe ich bisher keine Antwort gefunden.

Das Begriffslexikon des BPP schreibt zum Doppeldruck und Doppelbilddruck [1]:

Ein Doppeldruck liegt stets vor, wenn sich zwei deutlich voneinander abgesetzte Druckbilder auf der Vorderseite eines Postwertzeichens zeigen. Doppeldrucke werden signiert und entsprechend gekennzeichnet.

Der Doppelbilddruck ist kein Doppeldruck, sondern eine Erscheinung, die ausschließlich bei Offsetdruck vorkommt. Er entsteht nicht durch ein zweimaliges Einlegen des Bogens, sondern durch doppelten Auftrag des Druckbildes auf den Gummituchzylinder, wenn die Maschine kurz angehalten worden war, beispielsweise um einen beschädigten Bogen herauszunehmen. Doppelbilddrucke sind Druckzufälligkeiten.


Mit diesen Begriffsbestimmungen, die auch im Michel nachzulesen sind (Deutschland Spezial Band 2 auf Seite 8) gab und gibt es keinen Grund, bei Doppeldrucken ohne BPP im Prüfzeichen zu prüfen.

Schöne Grüsse, Richard

[1] https://www.bpp.de/de/Begriffslexikon.html#Doppeldruck_und_Schmitzdruck
 
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