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Thema: Frankreich: Briefe mit Frankatur in alter Franc Währung
Das Thema hat 27 Beiträge:
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christel Am: 01.08.2013 16:22:39 Gelesen: 11605# 3 @  
Ich habe in diesem Jahr aus Italien zwei Briefe erhalten, die auch noch mit alten Lire-Marken frankiert waren. Ich gehe davon aus, dass wir Deutschen wohl die "genappelten" sind. Ach nein, zumindest in Österreich sind die alten Marken auch nicht mehr gültig.
 
JFK Am: 01.08.2013 16:32:33 Gelesen: 11598# 4 @  
@ Göttinger [#1]

Ja, es ist so die "alten Franzosen" sind noch frankaturgültig, meines Wissens ab Mi. Nr. 1 - bis heute (ohne die "Petain-Ausgaben").

Lieben Gruß
Jürgen (JFK)
 
drmoeller_neuss Am: 01.08.2013 16:40:03 Gelesen: 11592# 5 @  
@ Göttinger [#1]

In Frankreich sind alle (!) erschienenen Marken noch gültig. Es können also 3 Währungen auf einer Sendung kombiniert werden: Alte Franc (bis 1961), neue Franc (1960 bis 2001) und Euro (ab 2002). Wer Lust hat, kleistert seinen Brief mit Napoleonmarken von 1860 zu.

Bei den Briefmarken gibt es aber wenige Ausnahmen aus politischen Gründen. So möchte man in Frankreich keine Marken mit dem Collaborateur Pétain aus der Zeit des Vichy-Regimes auf Briefen sehen.

Der Umrechnungskurs ist: 100 alte französische Franc = 1 neuer Franc = 0,152449 EUR

Achtung: Im Gegensatz zu Briefmarken ist altes französisches Geld nichts mehr wert. Münzen wurden nur bis 2005 und Scheine bis 2012 umgetauscht. In Frankreich gab es seit der Einführung des Franc im Jahre 1795 kurz nach der französischen Revolution keine Währungsreform mehr. Vor zwei Jahren konnte man noch einen über 200 Jahre alten französischen 5-Franc-Schein aus dem Napoleonischen Zeitalter in knapp einen Eurocent umtauschen.
 
Mondorff Am: 01.08.2013 20:50:19 Gelesen: 11532# 6 @  
@ Göttinger [#1]

Die alten Franc-Marken werden auch in Belgien noch fleißig verklebt. Keine Sendung eines Ebay oder Delcampe-Verkäufers, die nicht mit "haufenweise" alten Marken bedeckt ist.

Schönen Gruß
DiDi
 
T1000er Am: 03.08.2013 08:23:01 Gelesen: 11447# 7 @  
Hier ein Beispiel aus Frankreich. Habe ich diese Woche erhalten.



Gruß,
T1000er
 
drmoeller_neuss Am: 04.08.2013 13:44:18 Gelesen: 11407# 8 @  
@ T1000er [#7]

Dieser Brief war aber dramatisch unterfrankiert. Die 5-Franken-Marke ist zwar noch gültig, aber es sind eben 5 alte französische Franken, was 0,05 neuen Franken und weniger als einem Eurocent entspricht.
 
T1000er Am: 04.08.2013 15:09:02 Gelesen: 11398# 9 @  
@ drmoeller_neuss [#8]

Also in Deutschland hätte der Brief 1,45 Euro gekostet. Das Format ist 17 x 17 cm. Das dürfte doch auch zeigen das die französische Post hier selbst nicht mehr durchblickt mit ihren ganzen alten Briefmarken.

Wann ist diese 5-Franken Resistance-Marke in Frankreich den erschienen?

Gruß,
T1000er
 
Vernian Am: 04.08.2013 23:38:16 Gelesen: 11351# 10 @  
@ JFK [#4]

Hallo,

oftmals wird unter den "Petain-Ausgaben" nur ein bestimmter Satz verstanden, die Frankatur-Ungültigkeit bezieht sich aber auf eine gewisse Anzahl von Ausgaben (Marken und Sätzen) der "Petain"-Periode sowie ein paar weiteren Ausgaben, welche genau kann man dem MICHEL-Katalog bzw. entsprechenden französischen Katalogen entnehmen.

@ [#7] u.a.

Es ist inzwischen nicht nur sehr verbreitet in Frankreich oder auch in Belgien, mit der alten Frankatur zu frankieren - inzwischen wird selbst frankaturgültiges Markenmaterial zu 50% und weniger des Portowertes "verjubelt" (so werden immerhin Berge postfrischer Bestände abgebaut, was mit etwas Optimismus in einigen Jahren dazu führen könnte, daß postfrisches Material dieser Länder an Wert gewinnen könnte....) - dabei ist es aber auch sehr verbreitet, hoffnungslos "Falsch-" oder "Unter-"Frankatur zu nutzen. Gefördert offenbar durch das Unvermögen der französischen Post die Massen an Sendungen mit alter Frankatur zu prüfen auf den richtigen Gegenwert bzw. dem Unvermögen, Unkenntnis oder Zeitmangel der Schalterbeamten (bei am Schalter aufgegebenen Sendungen) alles richtig umzurechnen. Wer weiß schon ob eine Marke mit Nennwert 5 Franc vor 1960 verausgabt wurde oder vielleicht doch erst 1969 und rechnet dies entsprechend um.

Ich habe in den letzten Jahren zahlreiche Sendungen dieser Art erhalten, letztens erst wieder eine Büchersendung, frankiert mit einer Marke zu 2 alten Franc und einer zu 0,80 neuen Franc, beanstandungslos befördert und nach Deutschland zugestellt. Aber nicht nur die Frankatur stimmte vorne und hinten nicht, die Versandform an sich auch nicht. Neuere Bestimmungen verlangen nämlich für den sehr günstigen Versand "Livres et Brochures" (Bücher und Broschüren, nur im Auslandsverkehr), daß die Verpackung durchsichtig sein muss (was bei wertvolleren oder teureren Büchern natürlich ungern gemacht wird wegen der Diebstahlgefahr auf dem Postweg) - diese Sendung war aber (wie so oft) weder durchsichtig noch zur Kontrolle einfach zu öffnen - im Grunde ein normales Päckchen. Ganz korrekt hätte dieses Buch mindestens 12,85 € nach aktuellem Tarif gekostet.

Gruß

Vernian
 
Vernian Am: 07.08.2013 22:47:31 Gelesen: 11285# 11 @  
@ Vernian [#10]

Welche französischen Marken nicht mehr frankaturgültig sind, ist genauer unter folgendem Link sehr schön nachvollziehbar:

http://www.phil-ouest.com/Series.php?Nom_serie=TimbresDemonetises

Hier werden alle nicht mehr gültigen Marken mit Abbildung und Beschreibung, auch dem Gültigkeitsende, gezeigt.

Grüße

Vernian
 
T1000er Am: 06.09.2013 19:19:51 Gelesen: 11112# 12 @  
Hier mal wieder ein Neueingang von heute! Ein Briefumschlag C5 bis 20gr. Ist der Brief Portogerecht frankiert oder musste die französische Post mal wieder einen Betrag x in den Wind schießen?



Gruß,
T1000er
 
Lars Boettger Am: 06.09.2013 19:26:34 Gelesen: 11109# 13 @  
Hier ist ein Brief, der umgerechnet mit 1 Euro-Cent frankiert wurde. Das finde ich von dem Verkäufer bei Delcampe schon unverschämt, einem dafür das volle Porto abzuverlangen.

Die andere Seite: Die französische Post hat den Brief anstandslos befördert.

Beste Sammlergrüsse!

Lars


 
JFK Am: 06.09.2013 20:11:23 Gelesen: 11100# 14 @  
@ Lars Boettger [#13]

Hallo Lars,

da kannst Du ja froh sein, dass Du nicht mit dem Nachporto belastet wurdest.

Nette Grüße

Jürgen (JFK)
 
Lars Boettger Am: 07.09.2013 08:46:20 Gelesen: 11068# 15 @  
@ JFK [#14]

Guten Morgen Jürgen,

das bin ich in der Tat! Bei dem Brief handelte es sich um einen Kauf bei Delcampe, da hätte ich bei dem Verkäufer schon erwartet, dass er das Risiko, dass die Marken zu ihrem tatsächlichen Nennwert behandelt werden, nicht auf mich abwälzt. Die andere Seite ist, dass ich einen Brief mit einer Euro-Marke von Luxemburg nach Deutschland geschickt habe und der mit Nachporto belegt wurde. Da muss ich den Beleg einmal ansehen und dann reklamieren. =D

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
T1000er Am: 07.09.2013 09:04:26 Gelesen: 11066# 16 @  
Übrigens der von mir gezeigte Brief [#12] stammt auch aus dem Delcampe Dunstkreis.

Die fränzösische Post ist aber selbst Schuld an dem Dilemma. Sie sollte ihren "alten Mist" endlich mal für ungültig erklären oder ihre Angestellten in Portokunde unterrichten. Dann wäre das Problem auch erledigt. Solche falsch/fehlerhaft frankierten Briefe müssten doch eigentlich in der französischen Phila-Scene auch Thema sein. Hat Jemand hier nähere Informationen?

Gruß,
T1000er
 
Baber Am: 07.09.2013 09:19:46 Gelesen: 11058# 17 @  
Diese Erfahrung bei Delcampe mache ich auch laufend. Ich habe in den letzten 2 Jahren nicht einen einzigen Brief von französischen Anbietern bekommen, der mit einer französischen Euromarke frankiert war. Vielleicht einmal als Zusatz ein kleiner Marianne-Wert zur Vervollständigung des Portos.

Die französichen Postler müssen gut im Kopfrechnen sein um immer zu erkennen, ob die Frankatur auch portogrecht ist, denn der Umrechnungskurs war 1 FRF = 0,152449 Euro.

Gruß
Baber
 
JFK Am: 07.09.2013 09:56:14 Gelesen: 11053# 18 @  
@ T1000er [#16]

Bei Delcampe wird das Thema im Forum (francais) unter diversen Überschriften behandelt, z. B. unter:

affranchissement hors du temps et pas cher !

oder unter:

TIMBRE EN FRANC FRANCAIS

Ich habe versucht, den link hier einzugeben, der ist aber wohl zu lang und wird nicht komplett übernommen, daher kurze "Wegbeschreibung":

Delcampe->community->Forum->francais->Philatélie->dann bei suchen "francs" eingeben oder "affranchissement" und dann ein wenig stöbern.

Scheint zur Zeit aber kein richtig heisses Thema zu sein, da die Beiträge älter sind.

Nette Grüße

JFK
 
Lars Boettger Am: 07.09.2013 15:18:31 Gelesen: 11017# 19 @  
@ Baber [#17]

Hallo Baber,

die "alten" Francs werten nur ein Hunderstel der "neuen" Francs. Der Postler muss also unterscheiden, ob es sich bei den Marken um alte oder ganz alte Francs-Briefmarken handelt.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Göttinger Am: 07.09.2013 16:00:13 Gelesen: 11010# 20 @  
@ T1000er [#12]

Um auf die Frage zurückzukommen: Der Brief ist mit 8,90 neuen Franc frankiert, das sind nach Umrechnung rund 1,35 Euro. Wenn er nur 20 g gewogen hat ist er damit sogar überfrankiert, denn offensichtlich kostet in Frankreich auch ein etwas größeres Format bis 20 g nur 0,80 Euro-Cent (jedenfalls habe ich einen so frankierten Brief mit einer Euro(!!)- Marke unlängst erhalten).

Vielleicht gleicht sich das in dem allgemeinen Markenchaos unter dem Strich aus und die französische Post macht nicht immer nur Miese.

Allerdings ist die Unterscheidung von Marken in alten und neuen Francs natürlich schon wichtig!

Gruß Göttinger
 
T1000er Am: 07.09.2013 16:55:28 Gelesen: 11000# 21 @  
@ Göttinger [#20]

Danke für Deine Erläuterung!

Das heißt aber auch das alle verklebten Marken nach dem 31.12.1959, der Umstellung vom alten auf den neuen Franken, herausgegeben wurden. Bin kein Frankreich-Sammler und habe auch keine Nachschlagewerke, Michel-Kataloge, zu diesem Thema!

Gruß,
T1000er
 
JFK Am: 07.09.2013 17:07:21 Gelesen: 10994# 22 @  
@ T1000er [#21]

Das ist korrekt. Alle nach 1959 erschienen.

Nette Grüße
JFK
 
Göttinger Am: 08.09.2013 21:57:40 Gelesen: 10959# 23 @  
@ T1000er [#21]

Bei Frankreich ist das leicht rauszubekommen, da meistens die Jahreszahl mit draufsteht bei den Sondermarken zumindest. Zugegebenermassen muss man die Dauerserien einigermassen einschätzen können.

Gruß Göttinger
 
Seku Am: 07.07.2017 13:32:56 Gelesen: 5096# 24 @  
Seku Am: 07.07.2017 13:42:34 Gelesen: 5093# 25 @  
Heute eingetroffen mit Marke von 1964


 
HWS-NRW Am: 07.07.2017 14:11:55 Gelesen: 5076# 26 @  
@ Lars Boettger [#15]

Hallo Lars,

aber alles in Allem trotzdem doch ein toller Beleg für ein Exponat, wie anders kann man solche Portovarianten darstellen. Ich such derzeit solche Belege für mein neues Exponat über die Steuer-und Gebührenmarken Frankreichs.

Hier ein solch nettes Beispiel:



Rechnung aus dem Jahr 1962 "Bijouterie Joaillerie Horlogerie LA GERBE d'OR"
mit alten und neuen Francs= 6,30 Francs Gebühr

mit Sammlergruß
Werner
 
filunski Am: 09.02.2019 19:41:59 Gelesen: 148# 27 @  
Hallo zusammen,

mal wieder ein schönes Beispiel, dass auch bei unseren französischen Nachbarn die automatische Postverarbeitung so ihre Tücken hat und die großen Briefsortiermaschinen noch lange nicht optimiert sind.

Der folgende Brief nach Deutschland wurde erst im Januar anstandslos befördert und im französischen Briefzentrum regulär entwertet:



Frankiert ist er noch mit alten Francs Marken. Nun sind zwar in Frankreich Marken in Francs Währung noch gültig, aber diese auch nicht mehr. Frankiert wurde er mit insgesamt 9,10 Francs. Das wären heute ungefähr 1,40 €. Könnte passen für einen Auslandsbrief. Aber diese verklebten Francs sind alte Francs, damit entspricht das ca. 1,4 Eurocent, also so gut wie nichts! Zum Glück für den Absender und auch den Empfänger hat davon nicht nur in Deutschland kein Postangestellter eine Ahnung, sondern anscheinend auch in Frankreich keiner.

Viele Grüße,
Peter

Danke an Günther (seku) für die Überlassung des Belegs. :-)
 

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