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Thema: (?) (56) Österreich: Portobestimmung von Belegen
Das Thema hat 70 Beiträge:
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bignell Am: 27.07.2019 12:37:36 Gelesen: 9848# 46 @  
Hallo Franz,

es handelt sich um Gratzen [1], nicht Graz. Der Brief ging an an die Clam-Gallassche Verwaltung [2], somit kommt nur Burg Grabstejn [3] als Zielort in Frage, der Stempel rückseitig lautet Grottau [4].

Das korrekte Porto hätte also 15 Neukreuzer betragen, vielleicht ist eine 10-Kreuzer-Marke abgefallen, am Scan scheint der Brief beschnitten zu sein, deshalb kann ich das nicht sagen. Die Überschreibung der Marke erfolgte wohl vom Empfänger, der hier Notizen machte, mit fiskalischer Verwendung hat das nichts zu tun. Portofreiheit kann ausgeschlossen werden, es handelt sich um einen gewöhnlichen Geschäftsbrief.

Liebe Grüße, harald

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Nové_Hrady
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Clam-Gallas
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Grabštejn
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Hrádek_nad_Nisou
 
Franz88 Am: 27.07.2019 14:31:23 Gelesen: 9830# 47 @  
Hallo Harald,

herzlichen Dank für Deine Antwort. Super! Auf Gratzen und Grottau wäre ich nie gekommen. Auf Grabstejn (Grafenstein) in Tschechien wäre ich auch nicht gekommen. Beim nächsten mal werde ich mir den Empfänger genauer ansehen. Der Brief ist vollständig, ich habe beim Scannen nur ein Wort abgeschnitten. (Bild unten)

Bei der genauen Untersuchung des Briefes konnte ich keine Stelle finden, auf der eventuell eine Marke geklebt haben konnte.



Liebe Grüße aus der Steiermark
Franz
 
Franz88 Am: 27.07.2019 22:09:39 Gelesen: 9781# 48 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Auslandsbrief nach Florenz (Italien). Florenz gehörte ab 1861 zu Italien. Frankatur 2*3 Soldi +10 Soldi. Der Brief wurde im Dezember 1862 geschrieben. Leider kann ich das Aufgabedatum und den Aufgabeort nicht lesen. Auf der Siegelseite ist der Stempel Bologna am 12.12 und der Stempel Ferrara am?? erkennbar. Den dritten Stempel kann ich nicht lesen.

Meine Frage: Ist es möglich, trotz des unleserlichen Aufgabestempels das Porto zu bestimmen. Wie kommt man auf die 16 Soldi?

Bitte um eure Hilfe.





Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 27.07.2019 22:24:17 Gelesen: 9777# 49 @  
@ Franz88 [#48]

Hallo Franz,

16 Neukreuzer / Soldi für erste österreichische in die zweite sardische Sektion ist korrekt (siehe Handbuch Dr Ferchenbauer Seite 126). Aufgabeort könnte Treviso sein, aber das ist am Scan schwer zu erkennen. Dr Ferchenbauer bewertet den Brief mit 2.500 €.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 28.07.2019 12:28:22 Gelesen: 9747# 50 @  
@ bignell [#49]

Hallo Harald,

vielen Dank für Deine Antwort. Super!

Liebe Grüße
Franz
 
Martin de Matin Am: 28.07.2019 15:09:49 Gelesen: 9701# 51 @  
@ Franz88 [#48]
@ bignell [#49]

Ich hätte noch ein paar Ergänzungen zu dem Beleg bezüglich der Stempel.

Ich habe mir den Aufgabestempel genauer betrachtet, und habe beide Aufgabestempel gedreht und auf gleiche Höhe gebracht.



Bei dem linken Stempel sieht man vier Buchstaben(LINO ?) rechts meiner senkrecht eingefügten Linie. Links davon ist aber viel mehr Platz als für drei Buchstaben, wenn es Treviso wäre. Auf dem rechten Stempel sieht man Farbspuren, die auf einen längeren Namen hindeuten. Die Ortsnamen auf den Stempeln sind wohl symmetrisch mittig angeordnet. Also muss der Ort einen längeren Namen haben. Zur Hilfe kam mir der Text im Innern des Briefes.



Man kann die ersten zwei Buchstaben deutlich als "Ba" erkennen. Wenn man dann im Stempelhandbuch von Müller nach "BA" am Anfang und "LINO" am Ende sucht wird man schnell bei dem Ort Bardolino fündig. Bardolino liegt am Gardasee westlich von Verona. Das Aufgabedatum 10.12.1862 ist deutlich auf der rechte 3Soldi in Verbindung mit dem inneren Text erkennbar.

Nun zu den Stempeln auf der Rückseite. Der Stempel vom 12.12.(Dic-embre)aus Bologna ist klar ersichtlich. Schwieriger wird es mit den anderen zwei Stempeln. Zuerst betrachten wir den unteren Stempel (Ferrara ?)



Ich habe den Stempel gedreht und bei der rechten Abbildung alle Stempelteile die nur zu einem anderen Stempel gehören entfernt. Man sieht das die Buchstaben (PONTI?) links von Ferrra in anderer Richtung geschrieben sind. Das Wort Ponti oder Ponte bedeutet Brücke. Es sind noch weitere Buchstaben danach zu erkennen. Wenn man sich eine Karte der Umgebung von Ferrara ansieht, sieht man schnell das dort früher die Grenze zu Lombardei und Venezien verlief, Und ein Ort südlich am Fluß Po und nördlich von Ferrara fällt einem direkt auf. Es ist Pontelagoscuro in der Provinz Ferrara. Die Wortlänge und die vorhandenen Buchstaben im Stempel stimmen überein.

Es bleibt nur noch der Stempel in der Mitte.



Ich habe den Stempel wieder gedreht und soweit es möglich war Teile der anderen Stempel entfernt. Ich gehe davon aus das es ein Stempel von Firenze (Florenz) ist. Nur mit dem Ankunftsdatum (13 oder 15) bin ich mir nicht sicher.

Nun zum Weg des Briefes; ich vermute er ist in Bardolino aufgegeben worden, ging über Verona, Pontelagoscuro, Bologna nach Florenz.

Gruss
Martin
 
Franz88 Am: 29.07.2019 10:43:37 Gelesen: 9633# 52 @  
@ Martin de Matin [#51]

Hallo Martin,

herzlichen Dank für Deine Info. Du hast ja eine Menge herausgefunden. Super, damit hast du mir sehr geholfen.

Liebe Grüße
Franz
 
22028 Am: 30.08.2019 16:13:47 Gelesen: 9247# 53 @  
Overland Mail Haifa-Baghdad: Portozuschläge der Österreichischen Post

Ein Freund machte mich auf die Portozuschläge der Österreichischen Post für die Benutzung der Overland Mail Haifa-Baghdad aufmerksam, zumindest kenne ich nun die Zuschläge und Vorschriften ab 1929.

Kann mir jemand die Normalportis (bis 20 Gramm, je weitere 20 Gramm, Postkarte, Einschrieben etc. von Österreich ins Ausland (Irak/Persien) ab 1923 - ca. 1940 nennen?

Details zu den Zuschlägen melde ich schnellstmöglich nach.

Und, kennt jemand eine Onlinequelle mit scans der Österreichischen Postvorschriften?
 
buzones Am: 30.08.2019 17:50:48 Gelesen: 9231# 54 @  
Hallo Rainer,

versuch's mal bei ALEX, der Datenbank für Rechts- und Gesetzestexte der Österreichischen Nationalbibliothek!

Hier als Beispiel ein Link zum Bundesgestzblatt vom November 1923 mit den entsprechenden Postgebühren: [1].

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf

[1] http://alex.onb.ac.at/cgi-content/al...seite=00001879
 
22028 Am: 30.08.2019 18:02:35 Gelesen: 9226# 55 @  
Ralf,

Danke, da werde ich mich mal umsehen.
Die Redaktion hat beim Zusammenfügen der Beiträge scheinbar einen Link gekillt.., hier der funktionierende link:
http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=bgb&datum=19230004&seite=00001879

Evtl. kent jemand anderes ja noch weitere Quellen!
 
Baber Am: 30.03.2020 09:13:17 Gelesen: 7571# 56 @  
Kann jemand sagen, ob für den Inlandsversand dieser runden Ansichtskarte 1978 4,50S portogerecht war?

Ich weiß nur, dass für runde Postkarten ein Zuschlag verlangt wurde oder die Briefgebühr fällig war. Ein Brief hätte aber damals nur 3,00 S gekostet. 4,50 S wäre das Porto für einen Brief der 2. Gewichtsstufe gewesen.



Gruß
Bernd
 
Eric Scherer Am: 01.04.2020 10:34:27 Gelesen: 7536# 57 @  
Ich habe eine Österreichische-Antwortpostkarte 1971:

- Auslandsantwortkarte zu 2 Schilling mit Wertstempel "Klagenfurt - Lindwurmbrunnen"
- Zusatzfrankatur - sehr wahrscheinlich auch 2 Schilling "Klagenfurt - Lindwurmbrunnen"

Die Karte wurde von Indien zurückgesendet. Hier wurden 75 pies zufrankiert.

Kann mir jemand das österreichische Porto 1971 aufschlüsseln:

- Wie hoch war das reguläre Auslandpostkartenporto 1971? Für welchen Zeitraum galt dieses Porto?
- Wie hoch war der Luftpostzuschlag 1971? Für welchen Zeitraum galt dieses Porto?

Jeder Hinweis ist willkommen!


 
Baber Am: 01.04.2020 11:30:27 Gelesen: 7523# 58 @  
@ 8049home [#57]

Hallo,

1971 (vom 1.1.67-30.6 71) kostete eine Postkarte nach Indien 2,00 Schilling, der Luftpostzuschlag wäre nochmal 2,00 S gewesen.

Wenn die Karte nur mit 2,00 S frankiert ist, müßte sie auf dem Landweg nach Indien gelaufen sein. Ist es eine Antwortpostkarte?

Entweder der Luftpostaufkleber gilt nur für die Rücksendung aus Indien (er ist aber österreichisch) oder er wurde später aufgeklebt.

Gruß
Bernd
 
Eric Scherer Am: 01.04.2020 11:42:54 Gelesen: 7522# 59 @  
@ Baber [#58]

Vielen Dank für die Antwort.

Das ist der Antwortteil. Er war also mit 2 Schilling für das Auslandspostkartenporto und 2 Schilling für den Luftpostzuschlag vorfrankiert. Nach UPU-Richtlinien konnte man aber nur das Postkartenporto im Voraus entrichten. D.h. der Luftpostzuschlag hätte in jedem Fall in Indien mit indischen Wertzeichen bezahlt werden müssen.

Die Karte wurde in Indien mit 75 pies zufrankiert, was dem Postkartenporto plus dem Luftpostzuschlag entsprach. Die Karte ist also de facto überfrankiert. Leider kenne ich die Portoaufteilung von Indien noch nicht, daher kann ich im Moment nicht sagen, wie hoch die Überfrankatur war.

Danke!
 
Baber Am: 01.04.2020 13:14:28 Gelesen: 7507# 60 @  
@ 8049home [#59]

Hallo,

so wie Du das jetzt geschildert hast, funktioniert die Rechnung nicht ganz oder klebt auf der Antwortteil-Ganzsache zu 2,00 S noch zusätzlich eine 2,00S Briefmarke völlig nutzlos?

Beim Antwortteil ist die Rücksendung auf den Landweg vorausbezahlt. Wenn der Absender sich eine Rücksendung per Luftpost gewünscht hat, so konnte er dies nicht vorausbezahlen sondern war auf den Rücksender angewiesen, dass dieser den Zuschlag aus eigener Tasche bezahlt.

Gruß
Bernd
 
Eric Scherer Am: 01.04.2020 13:52:51 Gelesen: 7504# 61 @  
@ Baber [#60]

Wie ja oben geschrieben, klebt da noch eine 2 S Marke - völlig nutzlos. Das ist korrekt.
 
Baber Am: 01.04.2020 14:32:54 Gelesen: 7495# 62 @  
Das könnte ich auf dem Bild nicht sehen, daher meine dumme Frage. Nachdem damals die Länder ziemlich unterschiedliche Luftpostgebühren hatten war es vom Absender sehr naiv zu glauben mit 2 S könnte er die Rücksendung per Luftpost aus Indien bezahlen.

Gruß Bernd
 
Eric Scherer Am: 01.04.2020 14:46:14 Gelesen: 7491# 63 @  
@ Baber [#62]

Dass die Gebühren für Zusatzleistungen - Einschreiben, Express, später Luftpost - immer im Absendeland auffrankiert werden sollten, wurde schon 1878 beim UPU-Kongress von Paris festgelegt. Damals waren die Gebühren noch absolut einheitlich (bis 1922), da alles auf einer Goldfrankenkonvetierung basierte.

Das Vorfrankieren von Zusatzleistungen war ein häufiger Fehler des Kunden, der am Ende zum Einstellen dieses Dienstes geführt hat, da 1971 internationale Postkarten auf dem Landweg einfach kaum mehr Sinn machten.
 
alemannia Am: 11.08.2020 16:14:40 Gelesen: 6170# 64 @  
Hallo zusammen,

da Österreich nicht mein Sammelgebiet ist und ich auch keine Portotabelle besitze, habe ich eine sicherlich einfache Frage:

Wie hoch war im Januar 1948 die Postgebühr in Österreich für einen Fernbrief im Inland mit Zusatzleistung Einschreiben?

Da im Dezember 1947 aufgrund der österreichischen Währungsreform der alte Schilling 3:1 abgewertet wurde, musste natürlich in neuer Währung gezahlt werden.

Dank vorab und Gruß

Guntram
 
Baber Am: 11.08.2020 16:42:04 Gelesen: 6162# 65 @  
@ alemannia [#64]

Hallo Guntram,

die Postgebühren wurden schon vor der Währungsreform am 1.9.1947 massiv erhöht.

Die Briefgebühr für den Fernbrief stieg von 18 g auf 40 g und die Einschreibgebühr von 30 g auf 1,00 S.

Dies blieb dann bis 31.5.1949 unverändert. Nur war es dann nach der Währungsreform 3 mal teurer.

Gruß
Bernd
 
Baber Am: 22.11.2021 18:16:42 Gelesen: 396# 66 @  
Wer kann dieses österreichische Porto erklären ?

Am 13.12.1972 schickte die Ärztliche Kraftfahrervereinigung (was es alles gibt) eine Drucksache zu 70 Groschen an einen Tierarzt in Thomasroith. Der war aber wohl gerade beim Bundesheer auf dem Truppenübungsplatz in Hochfilzen.

Jemand hat auf dem Umschlag die neue Adresse geschrieben und die Sendung am 18. 12.72 mit 2 Schilling Porto wieder aufgegeben. Warum 2 S ? Als Brief hätte es 3 S gekostet und als Drucksache 70 Groschen. 2 S wäre das Porto für eine Drucksache bis 500 g gewesen. Der Beleg sieht aber nicht so aus als wenn so etwas Schweres dazugesteckt worden wäre.



Gruß
Bernd
 
Henry Am: 22.11.2021 19:03:30 Gelesen: 370# 67 @  
@ Baber [#66]

Hallo Bernd,

ich kann nicht mit einer fundierten Aussage dienen. Wie der zweite Scan erahnen lässt, wurde das Kuvert zugeklebt, dürfte deshalb wohl als Brief befördert worden sein. Meine Idee zur Umleitung auf den Truppenübungsplatz: Gibt es in Österreich evtl. so etwas wie einen "Feldposttarif", der hier angewendet worden sein könnte?

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Baber Am: 22.11.2021 20:28:22 Gelesen: 335# 68 @  
@ Henry [#67]

Hallo Henry,

im Prinzip gibt es Feldpost für Angehörige des Bundesheeres im aktiven Dienst. Dann müßte aber "Feldpost" auf dem Brief stehen und er wäre gebührenfrei.

Gruß
Bernd
 
Wachauer Am: 23.11.2021 22:56:50 Gelesen: 253# 69 @  
@ Baber [#66]

Postgebühr für einen Brief im Inlandsverkehr bis 20 Gramm betrug 2,- von 1.1.1967 bis 31.12.1975.

Die Drucksache wurde zugeklebt und als Brief portogerecht nachgesendet.

Herzliche Sammlergrüße
Wachauer
 
Baber Am: 24.11.2021 08:55:01 Gelesen: 227# 70 @  
@ Wachauer [#69]

Hallo Gerhard,

so einfach ist die Lösung, wenn man die richtige Information liest. Ich verlasse mich beim Suchen von österreichischen Posttarifen immer auf das Buch von Herbert Kotal: Die Gebühren der Briefpost der 2. Republik. Das ist viel übersichtlicher als in den Katalogen nachzuschauen. Aber wie immer bei Büchern mit Sekudärinformationen können Fehler passieren. Kotal hat die Erhöhung der Briefgebühr von 2 S auf 3 S bereits für die Gebührenperiode 1.10.71-31.12.75 verzeichnet und nicht erst ab 1.1.76. Möglicherweise wurden am 1.10.71 die Brieftarife für die höheren Gewichtsstufen angepasst, der Standardbrief bis 20 g blieb aber wie Du richtig schreibst auf 2S.

Gruß
Bernd
 

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