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Thema: Altdeutschland Bayern: Briefe bewerten
Das Thema hat 57 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 06.10.2013 19:17:16 Gelesen: 14527# 8 @  
@ Manne [#18]

Hallo Manne,

es ist keine BRIEF, es ist und war eine DRUCKSACHE, daher auch nur mit einem Kreuzer, dem Drucksachentarif, frankiert. Fernbriefe kosteten in Bayern immer 3 oder 6 Kreuzer bzw. ein Vielfaches davon.

Hier ist ein Text hektographiert, also vervielfältigt worden. Das ist nicht geschrieben, sondern gedruckt, daher auch kein Brief, sondern eine Drucksache.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Heinz 7 Am: 06.10.2013 22:53:47 Gelesen: 14488# 9 @  
@ bayern klassisch [#17]

Liebe Kollegen,

dass eine solche Einfärbung rückgängig gemacht werden kann, denke ich nicht. Man muss sich also mit dem Stück so abfinden, wie es ist. Aber man sollte es ganz lassen (Begründung unten).

Es ist offenbar eine Preisliste (als Drucksache) über chemische Substanzen.

Da der Ankunftsort nicht eingefärbt wurde, nur der Name, ist die Drucksache immerhin "ergiebig": Frankatur, Abgangssort, Ankunftsort, und alle Daten (Schreiben, Postabgang, Postankunft, Briefinhalt) sind erkennbar. Das macht das Ganze wieder etwas wertvoller. Aus optischen Gründen könnte man das violette Feld mit einem Papier zudecken, doch ein Nachzeichnen der Adresse (evtl. mit Phantasieangabe), wie man es manchmal antrifft, würde ich sicher nicht empfehlen.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
bayern klassisch Am: 07.10.2013 06:38:43 Gelesen: 14465# 10 @  
@ Heinz 7 [#20]

Hallo Heinz,

es gibt mehrere Briefe (diesmal keine Drucksachen), bei denen dieser Unfug so stark abgeschwächt wurde, dass man die ursprüngliche Adresse wieder erkennen kann. Völlig entfernen ließe sich das nur mit eigenem Papier des Belegs, in dem man die betroffene Stelle ausschneidet, das Eigenpapier einsetzt und den Adressaten darauf in typischer Schrift vermerkt. Das würde den Wert der Drucksache jedoch um ein mehrfaches überschreiten, aber in der Taunusklinik (Zieme in Oberursel) wurde das zigfach gemacht, weil es halt auch teure Belege gibt, bei denen sich das optisch und finanziell gelohnt hat.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Manne Am: 07.10.2013 10:06:03 Gelesen: 14443# 11 @  
@ bayern klassisch [#21]

Heinz 7

Hallo ihr zwei,

vielen Dank. Hier noch der Rest des Angebots.

Gruß
Manne








 
eswareinmal Am: 26.01.2015 14:25:38 Gelesen: 14015# 12 @  
Bayern Brief 1860 Fragen zu den Stempeln und Weg

Hallo Sammler,

ich habe hier einen Brief mit einer Bayern Mi. Nr. 4 II Stempelnr. 356 Nürnberg.

Er ging an die Porzellanfabrik Swain Hüttensteinach.

Der Brief ging von COBURG über SONNEBERG nach HÜTTENSTEINACH, hat vorne den Abschlag von NÜRNBERG.

Hier die Vorderseite des Briefes:



Die Rückseite:



Nach erstem aufklappen:



Hier meine Fragen:

Warum lief der Brief über Nürnberg ? Sonnenberg liegt doch direkt neben Hüttensteinach.

Warum wurden die Stempel von Sonneberg und Coburg innenliegend und nicht auf der Rückseite abgestempelt ?

Um welche Stempelform handelt es sich auf der Vorderseite ?

Nette Grüße
Mike
 
LK Am: 26.01.2015 15:34:37 Gelesen: 13987# 13 @  
@ eswareinmal [#12]

Hallo,

Aufgabeort Nürnberg (Bayern), Zielort Hüttensteinach bei Sonneberg (Sachsen -Meiningen)

Porto je angefangenes Loth, über 10 - 20 Meilen DÖPV 6 Kreuzer, dargestellt durch Mi 4 II

Entwertet OMR 356 Nürnberg, Aufgabestempel K2 Nürnberg.

Die innenliegenden Stempel sind auf eine nachträgliche andere Faltung zurückzuführen.

Warum ist nicht Coburg der Aufgabeort?

1. Coburg lag zu diesem Zeitpunkt im Herzogtum Coburg - Gotha

2. Für Coburg - Gotha war die Taxische Post zuständig

3. Das Porto hätte nur 4 Kreuzer betragen (Briefe unter 1 Loth 3- 15 Meilen), dargestellt durch Marken von T&T

Coburg gehört erst seit 1920 zu Bayern.

Gruß
 
eswareinmal Am: 26.01.2015 16:46:30 Gelesen: 13958# 14 @  
@ LK [#13]

Vielen Dank für die sehr detailierte Aufschlüsselung.

Egal, wie (vorsichtig) ich den Brief jedoch falte sind die Stempel von Coburg und Sonneberg immer innenliegend.

Siehe Scan:



Vollständig geöffnet:



2 offene Fragen hab ich nun noch:

Wenn ich bei google maps schaue, beträgt die Entfernung von Nürnberg nach Hüttensteinach ca 130 km. OMR 356 Nürnberg habe ich bei StampsX nur in rot gefunden.

Nette Grüße Mike
 
filunski Am: 26.01.2015 17:04:29 Gelesen: 13945# 15 @  
@ eswareinmal [#14]

"OMR 356 Nürnberg hab ich bei StampsX nur in rot gefunden"

Hallo Mike,

die vorgeschriebene Stempelfarbe war Schwarz, ganz so wie auf deinem Beleg.

Es sind aber aus der Zeit der Mühlradstempel ein paar Postämter bekannt bei denen sogenannte "Farbsünder" stempelten (u.a. in Kürn, Neuötting, Ochsenfurt u.a.). Diese verwendeten auch schon mal die Farben Blau, Blaugrün oder auch Rot. Dies war aber die absolute Ausnahme. Der von dir gezeigte Abschlag ist sicher authentisch! :-)

Beste Grüße,
Peter
 
eswareinmal Am: 26.01.2015 17:10:50 Gelesen: 13940# 16 @  
@ filunski [#15]

Hallo Peter,

die vorgeschriebene Stempelfarbe war Schwarz, ganz so wie auf deinem Beleg.

Und wo ist eine Bewertung dafür zu finden (OMR 356) schwarz ?

Nette Grüße Mike
 
LK Am: 26.01.2015 17:12:52 Gelesen: 13938# 17 @  
@ eswareinmal [#14]

Hallo,

die gängige Farbe für OMR 356 ist schwarz (Bewertung sehr häufig 0), rot wäre eine Besonderheit.

Die Portoberechnung Entfernung 10 - 20 Meilen

Berechnung erfolgte in Landmeilen (geographische) 7,420 Km, also passt.

Und mit der Faltung, noch etwas üben, dann passt auch das.

Gruß
 
filunski Am: 26.01.2015 17:22:07 Gelesen: 13931# 18 @  
@ eswareinmal [#16]

"und wo ist eine Bewertung dafür zu finden (OMR 356) schwarz ?"

Hallo Mike,

es gibt das sogenannte SEM-Handbuch von dem Bayernkenner und Auktionator Peter Sem. Darin werden die Mühlradstempel auf Marken und Briefen bewertet. Aber aus der einzelnen Bewertung dieses Mühlradstempels eine Bewertung für den Brief herzuleiten wäre sicher nicht ganz richtig, dazu muss man den kompletten Beleg betrachten.

Auch dürfte die Bewertung des Nürnberger Mühlrads nicht hoch ausfallen, da es relativ häufig vorkommt.

Beste Grüße,
Peter
 
eswareinmal Am: 26.01.2015 17:46:40 Gelesen: 13910# 19 @  
@ LK [#17]
@ filunski [#18]

Danke für die Hilfe.

Glaube ich weiß jetzt wie er gefaltet wurde. Aber das Papier ist mir einfach zu dünn, um ihn in den ursprünglichen Zustand zurück zu falten.

Was ich nun immer noch nicht verstehe ist warum es von Nürnberg nur mit 6 Kr frankiert ist.
 
LK Am: 26.01.2015 17:53:55 Gelesen: 13903# 20 @  
@ eswareinmal [#19]

Hallo,

aber jetzt zu letzten Mal.

Eine Meile geografisch 7,420 Km

10 Meilen 74 Km

20 Meilen 148 Km

Deine Berechnung 130 Km, also nach Adam Riese in der Entfernungsstufe 10 - 20 Meilen.

In dieser Entfernungsstufe betrug das Porto im DÖPV 6 Kreuzer.
 
Michael D Am: 26.01.2015 17:59:14 Gelesen: 13898# 21 @  
@ eswareinmal [#19]

Hallo,

die Entfernung (Luftlinie) beträgt 102 km.

Damals wurde in Meilen gemessen (1 Meile = 7,42 km).

Für die Entfernungsstufe zwischen 10 (74,2 km) und 20 Meilen (148,4 km) fielen 6 Kreuzer Franko an.

Gruß
Michael
 
eswareinmal Am: 26.01.2015 18:12:55 Gelesen: 13888# 22 @  
@ LK [#20]
@ Michael D [#21]

Jetzt hab ichs verstanden.

Vielen Dank auch an allen anderen bei den Erläuterungen und Hilfe.

Nette Grüße
Mike
 
bignell Am: 08.03.2015 15:08:36 Gelesen: 13743# 23 @  
Hallo,

bitte um Eure Einschätzung: Echt und portogerecht?

3KR+6KR Mi 2+4II OR Bamberg - Frankfurt




Danke, harald
 
bayern klassisch Am: 08.03.2015 15:37:21 Gelesen: 13730# 24 @  
@ bignell [#23]

Lieber Harald,

sowohl echt, als auch portogerecht.

Brief aus der Zeit um 1855. 9 Kr. für einen einfachen Brief über 20 Meilen in den Postverein (Frankfurt am Main = Thurn und Taxis).

Geschlossener Mühlradstempel 20 = Bamberg passt auch.

Wert m. E. 30 - 35 Euro.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 08.03.2015 15:45:26 Gelesen: 13726# 25 @  
@ bayern klassisch [#24]

Hallo BK,

vielen Dank für Deine Einschätzung.

Lg, harald
 
bignell Am: 09.03.2015 21:01:00 Gelesen: 13675# 26 @  
Hallo BK & Freunde der bayrischen Philatelie,

Rechnung 1866 Langstempel LINDAU 10 (? Januar) und Mühlradstempel schwer zu entziffern (683? bitte um Info) in die Schweiz, Ankunftsstempel Romanshorn / 11 / JAN. 66 / 6 A von einem Opticus an seinen "Freund", der offenbar nicht der schnellste Zahler ist ("Saldo-Vortrag" von 1864):



"Es liegen noch 2 Brillen bei mir, deren Repratur betrifft -.48. Willst Du solche durch Freund abholen lassen, ihrmit sie nicht ganz vergeßen werden."

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 10.03.2015 06:28:16 Gelesen: 13646# 27 @  
@ bignell [#26]

Hallo Harald,

da hast du einen sog. Grenzrayon - Brief, der nur 3 Kr. kostete bis 1 Loth (Postvertrag Bayern - Schweiz vom 1.10.1852 bis 31.8.1868), die allein Bayern zustanden.

Der offene Mühlradstempel hat die Nr. 289 und Lindau hatte einen Zweizeiler - Stempel.

Wenn die Marke vollrandig und fehlerfrei ist, kostet der 70 Euro. Wenn nicht, dann die Hälfte.

Dein Brief wurde übrigens über den Bodensee verfrachtet und nicht über Land in die Schweiz geschickt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 10.03.2015 18:17:32 Gelesen: 13604# 28 @  
@ bayern klassisch [#27]

Hallo BK,

danke für Deine Info, 289 passt gut, ist nur verkehrt herum aufgesetzt. Die Marke wäre an sich vollrandig, hat aber rechts oben einen Vortrennschnitt der in den Rand reingeht.

Woran erkennt man dass der Brief über den Seeweg und nicht über den Landweg befördert wurde? Oder war das allgemein so?

Danke, harald
 
bayern klassisch Am: 10.03.2015 18:26:29 Gelesen: 13602# 29 @  
@ bignell [#28]

Hallo Harald,

aus der Hüfte - es gab seit 1836 meine ich eine Schiffsverbindung zwischen beiden Orten. Über Land hätte ja geheißen, über Österreich und mit weitem Umweg. Der See war immer schneller zu überqueren, als um den See herum zu leiten. Das könnte heute noch so sein - du hast also einen Überseebrief! :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 10.03.2015 18:31:07 Gelesen: 13600# 30 @  
@ bayern klassisch [#29]

Ui - einen Überseebrief aus der Kreuzerzeit. *freu*
 
Manne Am: 26.01.2016 09:46:33 Gelesen: 12091# 31 @  
Hallo zusammen,

ein Amtsbrief aus Pocking vom 16.01.1871 - Stempel auf der Rückseite nicht mehr lesbar. Bewertung?

Gruß
Manne


 
bayern klassisch Am: 26.01.2016 12:21:20 Gelesen: 12070# 32 @  
@ Manne [#31]

Hallo Manne,

reiner Dienstbrief - evtl. mit Inhalt? Wenn dieser wider Erwarten interessant sein sollte, 5 Euro; wenn nicht, dann ist es ein 1 - Euro - Los in der Bucht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 

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