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Thema: EDV Freimachungen
Das Thema hat 49 Beiträge:
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DL8AAM Am: 08.05.2014 17:36:28 Gelesen: 26804# 25 @  
@ T1000er [#24]

Nee, der war schon korrekt, aber mit gesetztem Haken "Nur eigene", hier nun der ohne dem Haken

http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/570

Aber die meisten der EDVs waren auch im 569er-Link enthalten. ;-)

Nochimmergrüße aus Beijing ;-) BTW Thomas, wir sind für knapp 7 Tage hier und erlaufen uns auf eigene Regie die Stadt. Es kann zwar kaum einer Englisch, aber dafür ist die Metro auch für uns Analphabeten super übersichtlich gehalten. Auch geht das Internet super, an fast jeder Ecke gibts freies WiFi, da findet sich immer ein kleines Fenster um hier mitzulesen. Es ist nun hier aber weit nach Mitternacht, wir müssen ins Bett, morgen wartet Mao (oder Wachs?) im Maosoleum auf uns. ;-)

Thomas
 
Araneus Am: 01.07.2020 15:20:40 Gelesen: 11263# 26 @  
50 Jahre EDV-Freimachungen

Das heutige Jubiläum möchte ich zum Anlass nehmen, diese seit über 6 Jahren brach liegende Seite etwas wiederzubeleben. Heute vor 50 Jahren, am 01.07.1970, wurde – nach etwa vierjähriger Versuchsphase mit den Versendern Bertelsmann, Quelle und FAZ – die Freimachung „mit elektronischen Datenverarbeitungsanlagen“ offiziell für den Postbetrieb freigegeben. Im Amtsblatt des Postministeriums las sich das damals so:



Quelle: Bartmann, Peter in: ARGE EDV FREIMACHUNG, Leitung: Ekkehard Schiffhauer, Rundbrief Nr. 5: Oktober 1987

Gleichzeitig wurde das bekannte dreiteilige Rechteck als „EDV-Freistempelvordruck“ eingeführt. In der Versuchsphase hatte dieser noch eine freistempelähnliche Gestaltung, wie das von Henry in Beitrag [#4] gezeigte Beispiel zeigt.

Die Umstellung auf den neuen Vordruck erfolgte in der Praxis wohl erst im Laufe der nächsten Monate. Es wäre interessant, wenn hier vielleicht Belege aus dieser Zeit gezeigt werden könnten, aber es sind vermutlich nur wenige Belege übrig geblieben.

Anhand von Nachnahme-Paketkarten der Firma Quelle lässt sich die Umstellung nachvollziehen. Mindestens bis Ende Oktober 1970 wurde hier noch der alte Vordruck verwendet, wahrscheinlich wurden vorhandene Formulare aufgebraucht. Der rechteckige Vordruck fand auf jeden Fall schon im September 1970 Verwendung. Einige Wochen lang wurden also Formulare mit altem und neuem Vordruck parallel verwendet. Vermutlich gab es bei Quelle zu der Zeit mehrere Druckstationen, sodass es Belege vom selben Tag mit beiden Freimachungsvordrucken gibt, wie die folgenden Beispiele vom 01.10.1970 zeigen:



Bei Paketen (und Postgut) mit Nachnahme mussten die Gebühren auch auf der Paketkarte angegeben werden. Die DV-Freimachungsvordrucke auf Nachnahme-Paketkarten weisen allgemein die Besonderheit auf, dass das „Kennzeichnungsfeld“ mit Posthorn und Text „Deutsche Bundespost“ fehlt.

Der Begriff „EDV-Freimachung“ wurde von der Deutschen Bundespost übrigens nur in den Anfangsjahren verwendet. Seit Anfang der 1980er Jahre wurde er durch den Begriff „DV-Freimachung“ ersetzt.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 01.07.2020 17:26:21 Gelesen: 11241# 27 @  
@ Araneus [#26]

Schönes Thema! Hierzu nur kurz am Rande:

Zum Thema Quelle gibt es eine wirklich sehr interesse Artikelserie auf der Seite "Deutsche Postautomation" von Dr. Edo-Meino Eden [1].

Die einzelnen Artikel können links im Menue aufgerufen werden. Der passendste zum Einstieg in das aktuelle Thema EDV-Freimachung wäre dann [2].

Dort findet man sämtliche Stadien, vom ersten Versuch bis zum Regelbetrieb, inklusive etlicher Abbildungen.

Leider habe ich selbst nichts zum Zeigen und leider habe ich bei meinen diversen Durchstöberaktionen auf den Dachböden und Kellern bei meinen Eltern, Verwandten und Freunden bisher nichts finden können. Diese Dinger hat die Frau des Hauses damals wohl zeitnah entsorgt. Schade!

In [#21] hatte ich schon einmal einen Verweis auf diese Quelle-Artikelserie gebracht, nur leider ist der damals 2014 noch aktive Link mit der Endung 90.html inzwischen tot.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.postautomation.de/freimachung-mit-freistempel/quelle-ein-deutsches-versandhaus
[2] https://www.postautomation.de/freimachung-mit-freistempel/quelle-ein-deutsches-versandhaus/quelle-und-edv-versand
 
Araneus Am: 15.07.2020 16:06:02 Gelesen: 11054# 28 @  
Dass auch nach 50 Jahren das Sammelgebiet "DV-Freimachungen" in der klassischen Form keineswegs abgeschlossen ist, zeigen die beiden folgenden Belege. Obwohl sich mittlerweile weitgehend die DV-Freimachung mittels Datamatrixcode durchgesetzt hat, praktizieren die beiden hier gezeigten Versender auch im Jahr 2020 die DV-Freimachung noch mit dem dreiteiligen Rechteck.



Aufschriftzettel des VSB Verlagsservice Braunschweig mit der neuen Versandart "Bücher- und Warensendung 500"



Aufschriftzettel für einen Kompaktbrief des Versanddienstleisters PVS DVG in Meckenheim

Die DVG Deutsche Vertriebsgesellschaft für Publikationen und Filme GmbH verwendet seit vielen Jahren das Versandsystem "BIZERBA PSS" (Parcel Shipping System). Seit 2016 heißt die Firma nach Übernahme durch den PVS Verlags-Service "PVS DVG".

Kennt jemand weitere Versender, die aktuell noch DV-Freimachung mit dem herkömmlichen dreiteiligen Rechteck durchführen?

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 24.08.2020 10:34:54 Gelesen: 10542# 29 @  
Nun macht die Deutsche Post Schluss mit der "klassischen" DV-Freimachung. Auf der Homepage heißt es dazu:



Screenshot von der Seite https://www.deutschepost.de/de/d/dv_freimachung.html

Wie schon bei den Absenderfreistempeln duldet die Post demnächst auch bei dieser Freimachungsart keine Freimachung ohne Datamatrixcode mehr.

Auch in der neuesten Ausgabe der Post-Broschüre "DV-Freimachung - Ihr Vorteil mit System" (Stand: Juli 2020) [1] wird auf Seite 4 darauf hingewiesen.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.deutschepost.de/content/dam/dpag/images/D_d/DV-Freimachung/dp-handlingbroschuere-dv-freimachung-072020.pdf
 
Ichschonwieder Am: 24.08.2020 11:52:21 Gelesen: 10529# 30 @  
Hier noch 4 DV-Freimachungen in rot mit Werbeteil vom Kunden sowie ein weiterer Ausschnitt mit Datum und Porto.



VG Klaus Peter
 
DL8AAM Am: 24.08.2020 14:59:24 Gelesen: 10512# 31 @  
@ Ichschonwieder [#30]

Wenn man es genau nimmt, handelt es sich bei den oberen vier Beispielen nicht um eine DV-Freimachung, sondern das sind lediglich Informationseindrucke, die darüber Auskunft geben, wo die (eigentliche DV-) Freimachung zu finden ist bzw. wo diese ausgewiesen wird, nämlich per Eindruck im Fenster. Deshalb macht eigentlich das Sammeln dieses Teiles, ohne den eigentlichen Fensterinhalt, wenig bis keinen Sinn. Auf Briefmarken "umgerechnet" wäre das so, als wenn ich den Portoeindruck aus der Briefmarke rausschneiden würde und nur den restlichen Rahmen sammeln würde. ;-)



Ich habe hier den Teil mit der eigentlichen Frankaturausweisung per Bildbearbeitung mal in die Abbildung geschoben (für die Stempeldatenbank). In der Sammlung ist aber der Gesamtbeleg, inklusive dem oberen Drittel des Anschreibens, mit dem nötigen Fensterinhalt.

In den "frühen Jahren" der DV-Frankatur im Fenster findet man dort meist keine vollständige Postabrechnungsnummer, sondern nur die Ausweisung des Portos plus "Monat.Jahr" im Fenster:



Zu Deinem fünften Beispiel, auch bei dieser "Art" findet man neben der reinen Portoangabe im Rechteck selbst, oft (aber nicht immer) weitere Teile der Frankatur (d.h. die Postabrechnungsnummer) direkt unter dem Recheck, im Fenster oder anderswo auf dem Umschlag/Poststück, die (wenn) dann integrale bzw. zwingende Bestandteile der Frankatur sind.



Schade - ich habe die DV-Frankaturen "im Fenster" irgendwie immer gemocht. Ein weiteres Sammelgebiet kann somit abgeschlossen werden, aber das war die logische Konsequenz der zunehmenden Vermatrixkodisierung des Postalltags ;-) Denmächst kommen ja sogar die Briefmarklen selbst dran.

Beste Grüße
Thomas
 
Araneus Am: 23.12.2020 19:30:45 Gelesen: 9200# 32 @  
Hier noch einmal ein aktueller Beleg mit „klassischer“ DV-Freimachung mit alter Postabrechnungsnummer.



Die Freimachung entspricht mit 1,90 EURO der aktuellen Bücher- und Warensendung bis 500 Gramm (BüWa 500), allerdings trägt der Beleg die alte Sendungsbezeichnung Warensendung Entg. geprüft. Inhalt der Sendung war ein Buch, es wurde aber nicht die alte Bezeichnung "Büchersendung" verwendet.

Vermutlich konnte (oder wollte) man die neue Sendungsbezeichnung nicht in das Freimachungsprogramm einpflegen und verwendet stattdessen die alte Sendungsbezeichnung. Das Freimachungsprogramm ist ein Auslaufmodell und darf in dieser Form nur noch bis Ende nächsten Jahres verwendet werden (Siehe Beitrag [#29]).

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 02.02.2021 16:05:17 Gelesen: 8772# 33 @  
BüWa Überformat

Bei folgendem Beleg ist vor allem das Zusatzlabel von DHL interessant. Büchersendungen wurden bis vor einigen Jahren nicht durch den Briefzusteller, sondern über DHL zugestellt.



Die Sendung wurde vermutlich beim Briefzentrum Berlin Nord in 16761 Henningsdorf eingeliefert (siehe PLZ unter dem Freimachungsrechteck). Bearbeitet wurde die Sendung dann im Paketzentrum 14 in Nauen-Börnicke, wo sie ein Label mit Identcode erhielt.

Auffällig ist die hier angegeben Sendungsform „ BüWa Überformat“. Die Abkürzung „ BüWa“ für Bücher- und Warensendungen war also schon im Jahr 2012 gebräuchlich und ist somit keine neue Bezeichnung aus dem Jahr 2019. Unklar ist der Grund für das Überformat. Die Maße der Sendung lagen mit ca. 335 mm x 240 mm x 10 mm im Rahmen der „ Büchersendung Groß“ (Höchstmaße: 353 mm x 300 mm x 150 mm (L x B x H) [1]). Vielleicht war die Sendung schwerer als 500 Gramm. Ein Nachentgelt wurde beim Adressaten nicht erhoben. Ob dem Absender ein Nachentgelt berechnet wurde, lässt sich natürlich nicht feststellen

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] Leistungen und Preise, Stand 01.Januar 2010. Deutsche Post DHL, Mat.-Nr. 672-138-000
 
DL8AAM Am: 04.02.2021 17:34:41 Gelesen: 8705# 34 @  
Auch solche Formen sind noch in Verwendung.

Im Grundprinzip ist das eine aktuelle, moderne Variante des - in der von @ Stempelwolf [#16] zitierten Poststempelgilden-Veröffentlichung (Heft 90) - beschriebenen Typs J-3 (Eindruck eines dreigeteilten Rechtecks, wobei - statt des Frankatur- bzw. des Portoeindrucks in der Mittelzeile - sich dort nur ein Hinweis auf die Frankatur im Fenster gefindet), d.h. die Ausweisung der Frankatur im Fensterinhalt (Zitat) "ist somit gewissermassen der mittlere Teil des dreigeteilten Rechtecks.". Bedeutet das der Inhalt des mitteren Frankaturfelds einfach nur ins Fenster gewandert ist. Und diese Beschreibung passt auch hier bei den DV-Frankaturen mit Matrixkode noch immer. ;-)



DIALOGPOST-Sendung des Absenders Sparda-Bank Hannover eG mit DV-Frankatur im Fenster zu 30 Cent; Einlieferung gemäß der Angabe im dreigeteiltem Rechteck in Nürnberg unter der Kundennummer 33410.

Bei der eingedruckten Postleitzahl 90310 handelt es sich aber übrigens um die Großempfänger-PLZ der in Nürnberg ansässigen "TeamBank AG", dessen wesentlicher Vertriebskanal (gemäß Wikipedia") "die Genossenschaftsbanken in Deutschland sind", dabei tritt die Bank hier auch unter der Marke "easyCredit" auf [1].

Inhalt der Datenmantrix-Frankatur:

Post-Unternehmen: DEA - Deutsche Post AG
Frankierart und Version: 18 - DV-Freimachung, Version 1.3/1.5
Version Produkte/Preise: 48
Kundennummer: 5035747742
Entgelt oder Frankierwert: 0,30 Euro
DV-Bearbeitungsdatum: 28.01.2021
Produktschlüssel: 1601
Basisprodukt: Dialogpost Standard bis 20g
Zusatzleistung: Track&Match
Produkt-EKP: 250200001
Laufende Sendungsnummer: 108409
Teilnahmenummer: 20
Entgeltabrechnungsnummer: 1095
PREMIUMADRESS Ankündigung: nein
 

Beste Grüße
Thomas

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Teambank
 

Araneus Am: 04.02.2021 21:23:11 Gelesen: 8680# 35 @  
@ DL8AAM [#34]

Auch solche Formen sind noch in Verwendung.

Der „Freimachung im Fenster“-Vermerk wurde 1975 eingeführt. In einem alten „Merkblatt über das Freistempeln von Postsendungen mit DV-Anlagen, Stand: 1. Juli 1985“ heißt es knapp: „Bei Fensterbriefsendungen kann das Freimachungsfeld oberhalb der Aufschrift im Fenster erscheinen“. Mit Einführung der DV-Freimachung mit Datamatrixcode erübrigte sich die Verwendung des „DV-Freistempelabdrucks“ und damit auch der Variante „Freimachung im Fenster“. Dass der Vermerk in der Post-Broschüre „DV-Freimachung: Ihr Vorteil mit System“ nicht mehr vorkommt, wurde schon vor 10 Jahren auf der Seite „Thema: Moderne Postgeschichte: Freimachung (DV) im Fenster“ [1] hier auf den Philaseiten diskutiert.

Man wundert sich, dass der Freimachungsvermerk trotz Datamatrixcode überhaupt heute noch bei einigen (wenigen) Versendern auf den Fensterumschlägen zu finden ist. Ein möglicher Grund könnte sein, dass die jeweiligen Versender ihre alten Freimachungsanlagen (bzw. die entsprechende Software) noch nicht ausgemustert haben und bei Störungen oder in Spitzenzeiten noch zur Anwendung bereit halten oder auch anwenden.

Ein Beispiel dafür ist die Debeka-Versicherung. Sie praktiziert seit vielen Jahren DV-Freimachung mit Datamatrixcode, gelegentlich tauchen aber immer wieder Briefe auf, die die herkömmliche DV-Freimachung mit Postabrechungsnummer aufweisen. Im Folgenden zeige ich zwei Briefe vom Oktober 2019.



Brief der Debeka in Koblenz mit herkömmlicher DV-Freimachung im Fenster



Brief der Debeka in Koblenz mit Datamatrix-DV-Freimachung im Fenster.

Durch den Vermerk „Freimachung im Fenster“ können dieselben Umschläge bei beiden Verfahren benutzt werden, die Kuvertiermaschinen müssen nicht unterschiedlich bestückt werden.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=252157#M33
 
Araneus Am: 03.03.2021 11:02:00 Gelesen: 8355# 36 @  
Spätverwendung von Formularen aus der Versuchsphase

Im Jahr 1970 wurde die EDV-Freimachung allgemein zugelassen und das dreiteilige Rechteck als Freimachungsvordruck eingeführt (siehe Beitrag [#26]). Bei den Firmen, die an dem Versuch vorher teilgenommen hatten, kam es zur Umstellung der verwendeten Formulare.

Noch am 26. November 1971 verwendete die Firma Quelle Formulare aus der Versuchszeit, wie das folgende Beispiel zeigt:



Bemerkenswert an dieser „Spätverwendung“ ist, dass es zum 01.09.1971 eine Gebührenänderung bei der Bundespost gegeben hatte. Der Beleg stammt somit aus dieser neuen Portophase. Aus dieser Zeit dürften nur noch sehr wenige Belege mit dem Vordruck aus der Versuchszeit vorhanden sein.

( Portobestimmung: Postgut über 6 bis 7 kg, 2. Zone über 150 km bis 300 km: 3,40 DM)

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 19.03.2021 12:51:12 Gelesen: 8096# 37 @  
Korrektur Produkt

Bei DV-Freimachungen sind die postalischen Entgelte sowie Warengewichte und -größen und auch Verpackungsmaße abgespeichert, sodass Entgelte und postalische Vermerke in der Regel korrekt ermittelt und ausgedruckt werden. Nachträgliche Korrekturen findet man bei DV-Freimachungen daher nur selten. Probleme können sich aber beispielsweise dann ergeben, wenn eine vorgesehene Verpackung nicht verwendet werden kann und auf eine andere, z.B. größere, ausgewichen werden muss.

Im Beitrag [#33] hatte ich ein Beispiel vorgestellt, bei dem mittels eines Identcode-Labels eine Korrektur der Sendungsart vorgenommen wurde.

Bei dem folgenden Beispiel wurde eine Korrektur durch ein Leitcode-Label vorgenommen. Hierauf erscheint der Text " Korrektur Produkt". Der Produktcode lautet hier "39" (= die letzten beiden Ziffern vor der Prüfziffer am Ende).



Der Produktcode "39" steht für " Warensendung mit Überformat". Da der Absender die Sendung als Büchersendung versendet hat, müsste hier ursprünglich der Produktcode "59" aufgedruckt worden sein, das lässt sich unter dem Label leider nicht genau erkennen. In diesem wie in dem im Beitrag [#33] gezeigten Beleg waren anscheinend Verpackungsmaße jeweils für die Produktkorrektur ausschlaggebend.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Journalist Am: 17.05.2021 09:00:04 Gelesen: 7247# 38 @  
Hallo an alle,

beim Sortieren habe ich dieser Tage ein Einschreiben gefunden:



Es stammt aus dem Jahr 1997 von der Stadt Duisburg, zwar war der genutzte Fensterumschlag sowohl mit einem entsprechenden Blanko-DV-Freimachungsvermerk versehen und auch ein entsprechender Blanko-R-Zetteleindruck war vorhanden, da man die restlichen Angaben aber scheinbar nicht im Adressfenster drucken konnte oder wollte, benutzte man hier einen entsprechenden vorgedruckten Label, der mit den Sendungsdaten ergänzt wurde.

Viele Grüße Jürgen
 
Araneus Am: 17.05.2021 14:51:30 Gelesen: 7225# 39 @  
@ Journalist [#38]

DV-Freimachung über ein Versandsystem der Firma Pitney Bowes Deutschland

Hallo Jürgen,

an der Maschinenkennung PBD060 erkennt man, dass die Stadt Duisburg für die DV-Freimachung eine Anlage des Herstellers Pitney Bowes Deutschland verwendet hatte.

Pitney Bowes hatte etwa zu Beginn der 1990er Jahre ein computergesteuertes Versandsystem auf den Markt gebracht. Es trug den Namen „ISS Versandsystem“ (International Shipping System“) und konnte für alle damals gängigen Frachtführer eingesetzt werden, so auch für die Deutsche Bundespost. Die Bundespost verlangte für die DV-Freimachung wohl eine Kennzeichnung der Geräte. (Das gilt auch für die damals verbreiteten Versandsysteme der Firma Bizerba, deren Gerätekennung mit den Buchstaben BI begann.)

Die Gerätekennung mit der Nummer 001 war mehrere Jahre lang bei der Firma Verlagsservice Südwest (VSW) in 6833 Waghäusel (ab 1993: 68753 Waghäusel) im Einsatz. Die Kennung lautete hier zunächst PB0001 und wurde im Jahr 1991 umgeändert in PBD001 („PBD“ steht vermutlich für Pitney Bowes Deutschland“.)



DV-Freimachungslabel der Firma VSW in 6833 Waghäusel vom 29.04.1991 mit der Kennung PB0001



DV-Freimachungslabel der Firma VSW in 6833 Waghäusel vom 19.08.1992 mit der Kennung PBD001

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Journalist Am: 19.05.2021 09:23:52 Gelesen: 7127# 40 @  
@ Araneus [#39]

Hallo Franz-Josef,

danke für die ergänzenden Infos zu meinen Beleg. Ich habe nun dieser Tage auch noch eine DV-Freimachung in Form eines Nachnahmebriefes aus dem Jahr 1995 gefunden, der einen postalischen Nebenstempel enthält:



Viele Grüße Jürgen
 
philapit Am: 17.11.2021 14:21:40 Gelesen: 4498# 41 @  
Freistempel-/Porto-Aufkleber Bayer Leverkusen ?

Hallo Sammlerfreunde,

Um was handelt es sich-Freistempler Aufkleber ?

Danke schon mal !

Philapit


 
opti53 Am: 17.11.2021 16:27:00 Gelesen: 4467# 42 @  
Hallo Philapit,

dabei handelt es sich um Aufkleber für DV-Freimachung. So sah das komplett aus:



Meine beiden Beispiele sind von 1980 und 1982. Ich hatte das damals aufgehoben, weil ich das auch als neuartige Freimachung empfunden hatte.

Viele Grüße

Thomas
 
Araneus Am: 17.11.2021 21:02:11 Gelesen: 4419# 43 @  
@ philapit [#41]
@ opti53 [#42]

Derartige Aufkleber (Label) fanden Verwendung in den sogenannten „ Postgebührenermittlungsanlagen“. Sie kamen (wahrscheinlich) Anfang 1976 erstmals beim Baur Versand in Burgkunstadt zum Einsatz. Hersteller war die Firma Bizerba in Balingen.

Das neue an diesen Geräten war, dass hier die fertige Postsendung gewogen wurde und die angeschlossene DV-Anlage aus dem Gesamtgewicht das Porto berechnete (was heutzutage jede Frankiermaschine kann, damals aber neu war) und über einen Drucker ein solches Label ausdruckte. Bis dahin berechneten die Anlagen für DV-Freimachung das Porto durch Aufaddieren der im Computer gespeicherten Einzelgewichte der Waren und der Verpackung.

Derartige Geräte wurden in den 1980er Jahren von der Firma Bizerba weiterentwickelt, entsprechend der Entwicklung der Computerdrucker kamen dann zunächst Nadeldrucker, später auch Thermodrucker zum Einsatz. Auch andere Firmen (z.B. Toledo, Pitney Bowes) entwickelten Wägesysteme zur DV-Freimachung Deren Label unterscheiden sich im Format und im Druck von denen der Bizerba-Anlagen.

Um die Jahrtausendwende herum nahm die Verwendung dieser Anlagen schnell ab, weil die digitalen Freistempelmaschinen ihre Aufgaben übernehmen konnten.

Auf der Philaseiten-Seite „ Thema: EDV Freimachungen“ [1] findet man eine Reihe von Beispielen.

Meines Erachtens wären die Beiträge sinnvoller auf diese Forumsseite verschoben worden, da diese Label mit dem Thema Warenpost überhaupt nichts zu tun haben.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=242437#M29

[Beiträge [#41] bis [#43] wie gewünscht redaktionell verschoben]
 
Araneus Am: 18.12.2021 16:52:02 Gelesen: 3877# 44 @  
Label-Freimachung war eine Zeitlang bei DV-Freimachungen verbreitet (siehe z.B. die Beiträge [#41] bis [#43] auf dieser Seite).

Bei dem hier gezeigten Beleg der Firma Pfeifer & Langen („Kölner Zucker“) aus dem Jahr 1982 befindet sich die Freimachung allerdings nicht auf einem Label, sondern auf dem Adressaufkleber.



Der Freimachungsvermerk weist auf die „ Freimachung (DV) im Anschriftenfeld“ hin. Ungewöhnlich hierbei ist, dass diese Firma für diesen Freimachungsvermerk ein eigenes Label benutzte, das gestalterisch denen aus den Bizerba-Anlagen ähnelt. Der Vermerk „ Freimachung im Anschriftenfeld“ wurde üblicherweise wie der Vermerk „ Freimachung im Fenster“ direkt auf die Versandumschläge aufgedruckt.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 08.01.2022 21:20:53 Gelesen: 3572# 45 @  
Mit einer solchen DV-Freimachung hatte ich nicht mehr gerechnet.



Seit dem 01.01.2022 ist die Einlieferung von DV-freigemachten Sendungen mit alter Postabrechnungs-Nr. nicht mehr möglich. Ab diesem Zeitpunkt ist der Matrixcode im DV-Freimachungsvermerk (siehe Produktbroschüre) zwingend vorzusehen.

So steht es auf der Homepage der Deutschen Post [1] (vgl. auch Beitrag [#29] auf dieser Seite).

Möglicherweise sind die alten Bizerba PSS-Anlagen nicht umrüstbar und die Post ist hier kulant und hat die Frist verlängert. Immerhin erfolgte hier noch eine Einprogrammierung der neuen Entgelte, die seit dem 01.01.2022 gelten.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.deutschepost.de/de/d/dv_freimachung.html
 
filunski Am: 25.05.2022 23:52:58 Gelesen: 1449# 46 @  
Hallo zusammen,

ich habe mal dieses Thema gewählt, da ich das folgende "Label" momentan nicht einordnen kann.

Geschäftsbrief der Fa. Siemens aus Erlangen freigemacht mit einem "Label":



Um was für ein "Label", AFS oder Sonstiges handelt es sich hier?

Vielen Dank für eure Beiträge!

Viele Grüße,
Peter
 
Araneus Am: 26.05.2022 00:14:18 Gelesen: 1442# 47 @  
@ filunski [#46]

Hallo Peter,

diese Label stammen aus einer Postgebührenermittlungsanlage der Firma Bizerba und stellen eine frühe Form der DV-Freimachung dar.

Ende der 1970er Jahre kamen diese Anlagen auf den Markt. Eine Waage stellte das Gewicht der Sendung fest und über ein entsprechendes Computerprogramm wurde das Porto berechnet und auf einem Label ausgedruckt, das dann auf die Sendung geklebt wurde.

Viele andere Beispiele und weitere Informationen findet man auf der Seite „Thema: EDV Freimachungen“ [1] hier im Forum.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=242437#M29
 
filunski Am: 26.05.2022 00:26:07 Gelesen: 1433# 48 @  
@ Araneus [#47]

Hallo Franz-Josef,

vielen Dank für die prompte Antwort! Ich wusste, dass ich diese Label schon gesehen hatte, aber nicht mehr wo.

Viele Grüße,
Peter
 
DL8AAM Am: 26.05.2022 07:27:29 Gelesen: 1395# 49 @  
@ filunski [#46]

Und nur noch zur Ergänzung, auch diese frühe Form der DV-Frankatur gehört - vom Grundprinzip her - in den Großbereich der "Absenderfreistempelungen", auch wenn damals und heute keine echten Stempelgeräte mehr eingesetzt wurden/werden. ;-)

Ein wirklich schöner Beleg! Viele dieser - damals "langweilig" aussehenden - Umschläge haben leider nicht überlebt, so wie auch die "Quelle-Paket-AFS-Labels", die damaligen Pioniere der DV-Frankatur, die fast "im Tagestakt" immer wieder neue Innovationen testeten, so gut sie unbeachtet von der pilatelistischen Welt. Hier ist leider sehr, sehr viel verloren gegangen. :-( Schade.

Beste Grüße
Thomas

[Beiträge [#36] bis [#49] auf Wunsch von Peter redaktionell verschoben aus dem Thema "Label - Aufklebezettel auf Briefen und Karten"]
 

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