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Thema: Deutsches Reich: Porto bestimmen
Das Thema hat 51 Beiträge:
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stampmix Am: 22.04.2017 17:56:55 Gelesen: 14098# 27 @  
@ inflamicha [#26]

Gerne geschehen, ist es doch ein etwas komplexes Thema. Der Beitragersteller [#22], auf den du dich vor genau einem Jahr bezogen hast [#23], schrieb allerdings von RM. Im Kontext mit der Inflation muss man ausschließlich Mark (M) und Rentenmark (RM) abgrenzen. Die Reichsmark hatte mit der Inflation dann überhaupt nichts mehr zu tun.

Was auch immer wieder zu Irritationen führen kann, ist die in der Hyperinflation eingeführte "Millionenrechnung", bei der statt der "000.000" einfach "M" geschrieben wurde. Und dieses "M" (für 000.000) ist nicht vom M (für Mark) zu unterscheiden sondern ergibt sich erst im Kontext. Am einfachsten war dann noch "M M" ( für Millionen Mark).

besten Gruß
stampmix
 
10Parale Am: 03.10.2017 10:16:39 Gelesen: 13497# 28 @  
Die hier verwendete Privatpostkarte des Verlages Moritz Schauenburg in Lahr (DER LAHRER HINDENDE BOTE) wurde ursprünglich mit 3 Pfennig freigemacht und am 02.12.1930 nach Mulhouse verschickt.

3 Tage später wurde mit 2 Pfennig nachfrankiert, doch weshalb? Werde aus der Sache nicht ganz schlau.

Liebe Grüße

10Parale


 
sachsen-teufel Am: 03.01.2018 21:43:49 Gelesen: 11690# 29 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier einen Brief von Berlin, gestempelt am 19.02.1914, nach Steinort in Ostpreußen.

Der Brief ist mit 3 Pf. frankiert. Eine Absenderangabe gibt es nicht, die Briefrückseite ist völlig "weiß".

Der Brief ist an "Herrn Grafen Carol Lehndorff" in Steinort (Kreis Rastenburg, Ostpreußen) gerichtet.



Wenn ich von einem Inlandsbrief bis 20g ausgehe, sollte das Porto 10 Pf. betragen.

Kann mir jemand diese "Unterfrankierung" erklären ? Eine "Potoermäßigung für Adlige" wird es ja wohl nicht geben.

Schönen Abend noch

Michael
 
stampmix Am: 03.01.2018 21:54:42 Gelesen: 11683# 30 @  
@ 10Parale [#28]

Auslandsdrucksache war mit 3 Rpf. unterfrankiert und wurde im Postamt mit den erforderlichen 2 Rpf. nachfrankiert. Diese wurden dem Absender berechnet.

@ sachsen-teufel [#29]

Das Porto für eine Inlandsdrucksache betrug 3 Pf.
 
sachsen-teufel Am: 03.01.2018 22:10:59 Gelesen: 11669# 31 @  
@ stampmix [#30]

Danke für die schnelle Antwort.

Ich dachte, daß Drucksachen auch auf dem Beleg als "Drucksache" kenntlich gemacht sein müßte. So kann man sich irren.

Schönen Abend noch
Michael
 
muemmel Am: 03.01.2018 22:58:26 Gelesen: 11656# 32 @  
@ sachsen-teufel [#31]

Guten Abend Michael,

Ich dachte, daß Drucksachen auch auf dem Beleg als "Drucksache" kenntlich gemacht sein müßte.

Im Prinzip ja, aber wenn die Klappe des Couverts unverschlossen war, wurde die Versandart Drucksache von der Post auch toleriert. Voraussetzung war dabei aber, dass der Inhalt auch wirklich gedruckt oder sonst irgendwie vervielfältigt wurde.

Grüßle
Mümmel
 
mumpipuck Am: 04.01.2018 00:13:58 Gelesen: 11641# 33 @  
Ich habe für meine Heimatsammlung Herzogtum Lauenburg einen Nachnahmebrief von Mölln nach Schwarzenbe(c)k aus dem Jahre 1876 ergattert. Offensichtlich handelt es sich um ein Streifband, mit dem eine Zeitung versandt wurde. Besonders schön ist, dass sich darauf gleich vier Stempel aus meinem Sammelgebiet befinden. Ferner gefällt mir die geänderte Währung auf dem vorgedruckten Couvert.

Leider habe ich keine Portotabelle für Nachnahmesendungen gefunden. Kann mir jemand die 30 Pf. erklären ? Und warum gibt es noch eine rote "30" ?
Warum unterblieb die Entwertung der 10 Pf.-Marke ? Zufall ? Viele Fragen.



Herzliche Grüße
Burkhard
 
10Parale Am: 20.01.2020 21:15:43 Gelesen: 3060# 34 @  
@ mumpipuck [#33]

Leider konnte bislang noch kein Experte hier Burkhards Frage beantworten. Ein sehr schöner Nachnahmebrief. Die 10 Pfennige Marke, was hat sie links unten zu suchen, sie sieht in meinen Augen aus, als hätte sie jemand nachträglich draufgeklebt, ehrlich.

Das Deutsche Reich umfasst einen großen Zeit- und Geschichtsrahmen. Es beginnt eigentlich recht gut 1872 mit Kaiserreich und Brustschilden, durchlebt den 1. Weltkrieg und dann die Epoche der Weimarer Republik und der Wirtschaftskrisen bis hin zum 2. Weltkrieg mit all seinen europäischen Eroberungen und Niederlagen.

Da bleib ich mal bei der Heimatphilatelie. Das Klima war noch recht stabil im Jahr 1922 und wenn man die Bildpostkarte von Lörrach mit Blick in das Wiesental so eingehend betrachtet, versteht man sofort, weshalb der Basler Lehrer und Heimatdichter Johann Peter Hebel die Wiese als des Schwarzwalds liebstes Töchterchen bezeichnet hat. Die Besiedlung ist noch karg, die Textilindustrie dominiert die alten Dörfer rund um die Hügel. Doch schnell zurück zur Philatelie:

Da hat der Absender ja grad mal eine 1,50 Mark Reichspostamt Berlin (Michel Nr. 114) verklebt, um eine einfach Postkarte nach Wangen ins Allgäu zu befördern.

Würde mich wundern, wenn das Porto stimmt, oder war die Inflation schon zu spüren?

Liebe Grüße

10Parale


 
Martin de Matin Am: 20.01.2020 21:24:54 Gelesen: 3056# 35 @  
@ 10Parale [#34]

Die Postkartengebühr im Fernferkehr war ab 1.7.1922 1,50RM. Ab den 1.10.1922 betrug sie schon 3RM. Die Karte ist also portogerecht.

Gruss
Martin
 
inflamicha Am: 20.01.2020 21:57:23 Gelesen: 3041# 36 @  
@ Martin de Matin [#35]

Hallo Martin,

1922 hieß die Währung einfach nur Mark. Die Reichsmark (RM) gibt es als Währungsbezeichnung erst ab 1924.

Gruß Michael
 
mumpipuck Am: 24.11.2020 02:32:33 Gelesen: 1002# 37 @  
Liebe Sammlerfreunde,

das hier dargestellte Porto von 27 Rpf. kann ich mir nicht erklären. M.E. müssten es 25 Rpf. sein.

Der Tagesstempel mit Unterscheidungsbuchstabe "f" wurde in Geesthacht am Schalter verwendet. Im Briefabgang stets der mit dem Unterscheidungsbuchstaben "a". Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass das zusätzliche Porto zum Absenderfreistempel am Schalter aufgeklebt wurde. Sonst häten die Dynamit Werke Krümmel ja gleich den richtigen Betrag auf dem Freistempler einstellen können. Ich kann es mir nur so erklären, dass im Postamt Geesthacht 1 (immerhin eine Stadt) keine Briefmarken zu 1 Rpf. vorrätig waren.

Oder kann jemand das Porto erklären ?



Herzliche Grüße
Burkhard
 
mumpipuck Am: 24.11.2020 02:46:30 Gelesen: 1000# 38 @  
Vielleicht weiß auch irgendjemand die Antwort auf meine vielen Fragen aus Beitrag Nr. [#33] ?

An die zugeklebte 10 Pf. Marke [#34] glaube ich ehrlich gesagt nicht. Belege an die Pastoren im Kreis Herzogtum Lauenburg kursieren reichlich und sind nach meiner Erfahrung authentisch. Warum sollte da jemand eine beschädigte Marke zusätzlich aufkleben ? Wenn ich die Portosätze kennen würde, wüssten wir vielleicht mehr: Übergewicht ? Nachnahmegebühr ?

Herzliche Grüße
Burkhard
 
mumpipuck Am: 24.11.2020 17:54:57 Gelesen: 960# 39 @  
@ mumpipuck [#33]

Hier habe ich jetzt woanders eine Antwort bekommen, die ich gerne (ungeprüft) weiterreiche:

"Nachnahme war zu der Zeit Fahrpost,
bis 10 Meilen Entfernung 20 Pfennig
über 10 Meilen Entfernung 40 Pfennig

Je angefangene Mark NN 2 Pfennig, in der Summe aufgerundet auf einen Betrag der durch 5 teilbar ist, Mindestgebühr 10 Pfennig".

Damit stimmt das Porto 30 Pf.: Mölln - Schwarzenbek < 10 Meilen (20 Pf.) und die Mindestgebühr (10 Pf.). Die fehlende Entwertung der 10 Pf-Marke ist ein Versehen.

Herzliche Grüße
Burkhard
 
dr31157 Am: 10.12.2020 18:01:09 Gelesen: 697# 40 @  
Hallo,

ich bin hier bei der Gebührenbestimmung unsicher. Auslandsbrief vom 31.01.1874.



Nach dem Michel-Handbuch ist für den Nord. Bund u. Deutschen Reich für den Nördl. Bezirk für das Inland und den Postverein ab 01.07.1872 eine Porto für Briefe bis 15 g = 1 Gr. angegeben.

Das kann wohl nicht passen. Es ist etwas irreführend?

Da Köln im Rheinland liegt, könnte es vielleicht sein, das (obwohl hier das Deutsche Reich nicht mit angegeben ist) die Gebühren nach TuT für das Nördliche Gebiet im Postverein mit dem Tarif vom 01.04.1861 für Briefe unter 1 Loth über 20 Meilen = 3 Sgr berechnet wurden?

Kann mir bitte jemand den korrekten Sachverhalt mitteilen?

Gruß Detlef
 
dr31157 Am: 11.12.2020 12:07:34 Gelesen: 665# 41 @  
@ dr31157 [#40]

Hallo,

leider hat noch keiner geantwortet.

Wo kann ich detailliert nachlesen, wie die Postgebühren im Deutschen Reich ins Ausland von 1871 - 1875 geregelt waren.

Gruß Detlef
 
shields Am: 11.12.2020 12:32:20 Gelesen: 658# 42 @  
@ dr31157 [#41]

Hallo,

Porto für 10 gr. schwere Briefe nach Frankreich ab dem 15.5.1872 3 Groschen

Gruß Wilfried
 
dr31157 Am: 11.12.2020 12:51:11 Gelesen: 651# 43 @  
@ shields [#42]

Hallo Wilfried,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort und Hilfe.

Du scheinst Dich ja mit den Auslandstarifen gut auszukennen. Ich würde gern für künftig etwas dazulernen und das Auslandsporto für das Deutsche Reich von 1871 - 1874 eigenständig bestimmen können. Vom vielen Suchen ist man ja manchmal "blind". Würdest Du mir bitte einen Tipp geben und die Quelle nennen, wo ich das genau, wie z.B. im Michel-Gebührenhandbuch nachlesen kann.

Gruß Detlef
 
shields Am: 11.12.2020 13:18:05 Gelesen: 644# 44 @  
@ dr31157 [#43]

Hallo Dieter,

wenn Du das Gebiet Brustschilde bearbeiten möchtest, ist es nicht schlecht, Mitglied der entsprechenden Arge zu werden.

Ansonsten bekommst Du fast alle Informationen durch gezielte Abfragen im Internet.

Ich habe es mir jetzt einfach gemacht und ein kleines Mitteilungsblatt zur Hilfe genommen. Es wurde 2003 aufgelegt anlässlich der Briefmarkenschau in Harburg. Es trägt die Nummer 35 -2003. Wenn Du nur sporadisch etwas über Auslandsporti erfahren möchtest, kommst Du damit hin.

Gruß Wilfried
 
dr31157 Am: 11.12.2020 13:57:26 Gelesen: 631# 45 @  
@ shields [#44]

Hallo Wilfried,

ich sammle allgemein das Deutsche Reich. Das das Porto 3 Gr. beträgt reicht mir für meine Briefbeschreibung leider nicht aus. Das Mitteilungsblatt konnte ich im Internet nicht finden.

Deshalb noch einmal die Frage an Alle:

Wer kann mir bei der detaillierten Beschreibung des Briefes weiterhelfen. Wo finde ich eine Tabelle in der die Auslandstarife im Deutschen Reich von 1871 - 1874 aufgeführt werden. Im Internet habe ich nichts gefunden. Ich habe das Michel Postgebührenhandbuch. Was und wo könnte ich ggf. käuflich hierzu erwerben.

Über eine Nachricht würde mich sehr freuen.

Gruß Detlef
 
saintex Am: 11.12.2020 15:07:40 Gelesen: 621# 46 @  
@ dr31157 [#45]

Hallo Detlef,

ein Titel, den ich im Bestandsverzeichnis des Spezial-Antiquariats für Philatelie ud Postgeschichte [1] gefunden habe:

Steven, W.,
Zusammenstellung der Portosätze für die Correspondenz mit dem Ausland, Talerwährung 1846-1875, Erscheinungsjahr: 1985, 104 Seiten, übersichtlich in tabellarischer Form dargestellt, mit Angaben zu Leitwegen, Auszügen aus Verordnungen usw.

Preis: 30,00 Euro

Wolfgang

[1] http://www.philabooks.com
 
Lars Boettger Am: 11.12.2020 15:10:30 Gelesen: 618# 47 @  
@ dr31157 [#45]

Hallo Detlef,

es ist nicht böse gemeint, aber eine Grundvoraussetzung für die Portobestimmung ist die Folgende: Du musst wissen, in welches Gebiet ein Brief gelaufen ist und wann. Und für mich hapert es damit schon in deinem Beitrag [#40]. Du schreibst oben im Text "Auslandsbrief" und dann weiter unten "Inlandstaxe". Die Inlandstaxe ist für diesen Brief nach Frankreich irrelevant.

Der DASV hat in einem Projekt die Postverträge der einzelnen Staaten auf einer Internetseite zusammengestellt [1]. Eine kurze Suche meinerseits hat den Vertrag von 1872 zum Vorschein gebracht [2]. Da findest Du im Artikel 4 das einfache Porto von 3 Groschen. Nach meiner Erfahrung macht es besonders in der Vor-UPU-Zeit Sinn, sich die Originalunterlagen anzusehen.

Beste Grüße!

Lars

[1] http://www.dasv-postgeschichte.de/pv/pv_main.asp
[2] https://www.dasv-postgeschichte.de/pdf/18720214_DR_Frankreich.pdf
 
dr31157 Am: 11.12.2020 17:34:46 Gelesen: 576# 48 @  
@ Lars Boettger [#47]
@ saintex [#46]

Hallo,

vielen Dank für Eure Informationen.

Ich habe jetzt auch eine Quelle gefunden:

Im Michel Deutschland-Spezial stehen die Auslandstarife bis zum Inkraftreten des Allgemeine Postverein unter den Postgebühren vom 1.1.1875 - 31.03.1900. Leider nicht so im Postgebührenhandbuch.

Gruß Detlef
 
dr31157 Am: 13.12.2020 16:19:12 Gelesen: 548# 49 @  
Hallo zusammen,

ich zeige hier einen Brief vom 13.02.1876 beschwert mit 1500,00 M. frankiert mit 70 Pf.



Leider komme ich mit der Gebührenberechnung nicht klar. Wurde der Brief überfrankiert?

Meine Berechnung nach Michel Spezial:

Tarif vom 01.01.1875: Wertbriefe bis 250 g = Briefporto über 10 Meilen = 40 Pf. + Versicherungsgebühr (je 300 M. = 5 Pf.) = 25 Pf. (Insgesamt 65 Pf.)
Hier fehlen 5 Pf. zur Frankierung.
Es wurde vermerkt frei incl. Bestellgeld und Versicherung). Betreffen die 5 Pf. evtl. das Bestellgeld?

Nach dem Michel Gebührenhandbuch 3. Aufl. sieht die Berechnung etwas anders strukturiert aus:
Wertbriefe bis 250 g über 75 km und über 900 M. = 55 Pf. + (je weitere 300 M. = 5 Pf.) = 10 Pf. (Insgesamt 65 Pf.)
Ebenfalls 5 Pf. weniger evtl. für das Bestellgeld?

Kann mir bitte bei der Gebührenberechnung jemand weiterhelfen. Welche Berechnungsversion soltte man in die Briefbeschreibung übernehmen? Ist der Brief überfrankiert?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Gruß Detlef
 
Lars Boettger Am: 13.12.2020 16:57:07 Gelesen: 545# 50 @  
@ dr31157 [#49]

Betreffen die 5 Pf. evtl. das Bestellgeld?

Hallo Detlef,

ja, nach meinen Information kosteten Wertbriefe bis 1.500 Mark 5 Pfg. für die Zustellung in einer Stadt (Landzustellung mit anderen Sätzen).

Grundsätzliche Annahme: Die Postbeamten hatten mit der Portoberechnung immer recht. Wenn wir das Porto nicht verstehen, dann liegt das in der Regel an unserem unzureichenden Wissen.

Beste Grüße!

Lars
 
dr31157 Am: 13.12.2020 17:24:43 Gelesen: 540# 51 @  
@ Lars Boettger [#50]

Hallo Lars,

vielen Dank.

Gruss Detlef
 

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