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Thema: Vorphilatelie 19. Jahrhundert: Belege vorgestellt
Das Thema hat 181 Beiträge:
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Gauss Am: 07.04.2022 14:52:40 Gelesen: 10697# 157 @  
@ Briefuhu [#156]

Hallo Sepp,

der Brief ist die "Auskunft eines Bekannten" (also kein Arztbericht) für einen Lebensversicherungsantrag. Wenn ich Zeit habe, suche ich mal ein komplettes Exemplar raus.

TP ist twopenny post.
 
Briefuhu Am: 07.04.2022 16:30:04 Gelesen: 10674# 158 @  
@ Gauss [#157]

Vielen Dank für Deine Erklärung.

Schönen Gruß
Sepp
 
Gauss Am: 07.04.2022 18:58:15 Gelesen: 10656# 159 @  
@ Briefuhu [#158]

Gern geschehen.

Ich habe hier zwei Beispiele, bei denen Hin-und Herbrief noch zusammenhängen. Oft wurde das Anschreiben abgetrennt. Leider sind sie deutlich größer als mein A4-Scanner (die aus der Markenzeit sind meistens handlicher, aber die wären hier off topic). Die scans sind äußerst schlecht, geben aber einen Eindruck, wie das aufgebaut war.

Zunächst ein "private friend´s report". In die eine Richtung privat zugestellt, zurück zur Versicherungsgesellschaft mit der Post.



Und noch ein "medical report". Dieser beide Wege mit der Post.


 
Briefuhu Am: 07.04.2022 19:26:01 Gelesen: 10649# 160 @  
@ Gauss [#159]

Danke, sehr interessant was Du da zeigst.

Schönen Gruß
Sepp
 
Briefuhu Am: 03.08.2022 16:02:20 Gelesen: 6769# 161 @  
Habe hier einen Brief von 12.Juni 1818 von Passau nach Klagenfurt. Absender war ein Kapeller, es könnte sich um den Maler Johann Domnikus Kapeller handeln. Empfänger kann ich nur eine "Inspektion" in Klagenfurt lesen. Auf der Vorder- und Rückseite sind "Röteln" zu erkenne , die ich aber nicht deuten kann.



Schönen Gruß
Sepp
 
bayern klassisch Am: 03.08.2022 16:26:52 Gelesen: 6757# 162 @  
@ Briefuhu [#161]

Hallo Sepp,

der Absender in Hafnerzell gab seinen Brief auf der Post in Passau ab und bezahlte dort 3 Kreuzer rheinisch (hinten schwarze Tinte) bis zur österreichischen Grenze. Das n nannte man einen Teilfrankobrief, weil der Absender in Bayer nur bis zur österr. Grenze frankieren konnte.

Österreich setzte 14 Kreuzer Conventionsmünze ab der Grenze bis zum Empfänger an, die vorne in Rötel notiert wurde und der Empfänger hatte diese zu zahlen (Wert damals: 3 Mittagessen!).

Hinten lese ich 6 und 18, die sich mir nicht erschließen.

Adresse: An die Franz Graf von Eggerscher Güter- und Gewerks-Inspection.

Hinten: Hafnerzell 11/18 Juni beantwortet 20 Juni.
Herrn Kapeller avvisirt
Tiegelsendung.

Liebe Grüsse,Ralph
 
Magdeburger Am: 03.08.2022 16:32:07 Gelesen: 6755# 163 @  
@ bayern klassisch [#162]

Lieber Bayern Klassisch,

vielleicht steht die 6 18 für Juni 18.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Briefuhu Am: 03.08.2022 16:39:29 Gelesen: 6753# 164 @  
@ bayern klassisch [#162]

Hallo Ralph,

Du hast mir wieder mal weiter geholfen, vielen Dank dafür. Das Obernzell früher einmal Hafnerzell geheißen hat war mir als geborener Passauer gänzlich unbekannt.

Schönen Gruß
Sepp
 
bayern klassisch Am: 03.08.2022 16:52:18 Gelesen: 6745# 165 @  
@ Magdeburger [#163]

Lieber Magdeburger,

das kann gut sein - es würde passen vom Datum her und kommt hin und wieder auf österreichischen Briefen vor, wohl wenn der Empfänger die Briefe auf der Post abholen sollte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 03.08.2022 16:53:27 Gelesen: 6742# 166 @  
@ Briefuhu [#164]

Hallo Sepp,

was glaubst du, wie lange ich bei einem Lokalbrief von Passau vor dem Internet nach einem Ort namens St. Nicola gesucht habe? :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Briefuhu Am: 03.08.2022 17:22:58 Gelesen: 6735# 167 @  
@ bayern klassisch [#166]

Hallo Ralph,

das hätte ich vielleicht eher gefunden, da ich die Nikolastraße in Passau kenne und erst gestern dort war. Nochmals herzlichen Dank, wird nicht das letzte mal sein, dass ich deine Hilfe benötige.

Schönen Gruß
Sepp
 
Manne Am: 13.01.2023 11:14:26 Gelesen: 445# 168 @  
Hallo,

nachdem ich gestern den Einzeiler von Dürrheim, heute Bad Dürrheim, in die Stempeldatenbank eingestellt habe, zeige ich heuten den Brief dazu damit alles seine Richtigkeit hat.

Dürrheim-Einzeiler vom 18.11.1840, Datum nach Briefinhalt.



Nachdem der Brief aufgesetzt wurde ging dieser nach Schwenningen.



Nach der Bearbeitung in Schwenningen am 24.11.1840 zurück nach Dürrheim.



Hier noch der Brief als Ganzes, der die Doppelverwendung zeigt.



Gruß
Manne
 
volkimal Am: 13.01.2023 11:26:09 Gelesen: 435# 169 @  
@ Manne [#168]

Hallo Manne,

du schreibst: "Nachdem ich gestern den Einzeiler von Dürrheim, heute Bad Dürrheim, in die Stempeldatenbank eingestellt habe, zeige ich heute den Brief dazu damit alles seine Richtigkeit hat."

Ich mache es immer umgekehrt. Zuerst zeige ich den Brief auf Philaseiten und anschließend stelle ich den Stempel bei Philastempel ein. Dadurch kann ich in der Datenbank einen Link zum Beleg angeben. So kann jeder das Datum des Briefes sehen und liest nicht nur bei Philastempel "Das Datum geht aus dem Briefinhalt hervor."

Was hältst Du von dieser Reihenfolge?

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 13.01.2023 14:09:14 Gelesen: 423# 170 @  
@ volkimal [#169]

Das war mir so nicht bekannt.

Zukünftig kann ich so vorgehen, bei Bad Dürrheim geht das nicht mehr, weil ich schon zwei weitere Stempel eingestellt habe.

Gruß
Manne
 
volkimal Am: 13.01.2023 14:17:43 Gelesen: 419# 171 @  
@ Manne [#170]

Hallo Manne,

in der Stempeldatenbank ist es kein Problem, nachträglich einen Link auf den Brief einzugeben. Am besten klickst du bei Philaseiten auf das Druckersymbol oben beim Beitrag vom Brief. Den Link, den du dann bekommst kannst du bei Philastempel eingeben, indem du auf "Ändern" klickst.

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 13.01.2023 14:38:53 Gelesen: 415# 172 @  
@ volkimal [#171]

Danke für den Hinweis, werde es versuchen.

Habe den Link gesetzt.

Gruß
Manne
 
Manne Am: 14.01.2023 12:17:10 Gelesen: 373# 173 @  
Hallo,

ein weiterer Amtsbrief als Doppelverwendung Bad Dürrheim-Schwenningen und zurück vom 13.06.1844. Im Schriftteil wurde der Gemeindestempel mit DÜRHEIM abgeschlagen.



Gruß
Manne
 
Zeitlos Am: 14.01.2023 22:35:39 Gelesen: 348# 174 @  
Hallo an alle,

diesem Thema möchte ich etwas hinzufügen und ich habe auch ein Paar Fragen.

Ein urkundliches Schreiben von 1850 und drei weiter zusammenhängende Urkunden mit 36 Seiten u.a. mit bekannten Persönlichkeiten.

Herr Ebner von Fiskalphilatelie schrieb: Wie Sie aber richtig erkannt haben ist der Inhalt und der Notar nicht uninteressant. Richtig beschrieben kann so was in Ebay oder Delcampe deutlich mehr bringen, da es immer wieder Historiker und Heimatforscher gibt, die an so etwas direkt Interesse haben. Verblüfft bin ich etwas über das letzte Photo mit dem Rolandschlüssel. Das kannte ich so von der Hanse - vor allem Bremen nicht ?!?

Notarbrief:





Es geht um ein Grundstück und einige Regelungen - besonders macht diese Schreiben den Unterzeichner der Urkunde und die historisch bekannte Geschichte. z.B.

Diedrich Wilhelm Andreas Augspurg (* 2. Dezember 1818 in Bremervörde; † 29. Juni 1898 in Bremen) war ein deutscher Politiker der Nationalliberalen Partei und Mitglied des Reichstages. 1845 wurde Augspurg Teilhaber und 1849 bis 1864 Vorsteher des englisch-deutschen Geschäftshauses in Guadalajara in Mexiko. Am selben Ort war er nebenamtlich französischer Vizekonsul von 1855 bis 1864. Im Jahr 1864 kehrte er nach Bremen zurück. 1870 war Augspurg Mitglied der Kaiserdeputation in Versailles.

5 Kinder

Anita Augspurg wird am 22. September 1857 im niedersächsischen Verden an der Aller geboren. Sie ist das fünfte und mit Abstand jüngste Kind der liberalen Familie. Siehe Google Anita Augspurg Frauenrechte

Vater Wilhelm Augspurg ist Obergerichtsanwalt und war wegen seiner Beteiligung an der 1848er Revolution in Haft gewesen. 

In den weiteren Urkunden finden wir "Caroline Turnau geb. von Uslar" ein sehr altes Adelsgeschlecht.



Weiter es geht um eine Mühle Meierbrief und Windgeld in Gold und eine Ehevertrag mit der Tochter von Harm Haake dem Grönlandfahrer.

Einiges konnte ich lesen und den Zusammenhang verstehen aber halt nicht alles.
Für eine Auktions-Beschreibung könnte ich etwas Unterstützung gebrauchen und welche Auktion ist empfehlenswert und welchen Mindestpreis würde Ihr denn für angemessen halten. Eine Drehbuchvorlage ist auch denkbar.

Fiskalphilatelie und Postgeschichte



Vielen Dank für eure Anregungen - ich habe nur diese Brief-Urkunden zu diesem Thema.

Mit besten Grüßen
Helmut
 
Zeitlos Am: 16.01.2023 22:39:12 Gelesen: 316# 175 @  
@ Zeitlos [#174]

Ich ergänze meinen Beitrag zur "Vorphilatelie" mit weiteren Informationen, die genau die bremische und hannoversche Postkurse Dez 1850 1851 betrifft. Wer hat die Postbeförderung durchgeführt ?

Ich habe mir die Seiten für Schreibweisen der Zeit Ausgedruckt und für einige kurze Sachen ist das wunderbar - für lange Texte braucht man eben Zeit und manchmal kann ich das nicht zuordnend lesen.

Der Zielort ist auf alten Karten zu finden. Mühle zu Marßel



Mit einem Teil der spannenden Einzelheiten aus dem Gesamtbild der Urkunden ergänze ich gern



seit 1845 auch noch die 1830 in Frankreich gebaute, 170 Lasten große Bark „Grönland“



Was denkt Ihr ist das für ein Wort vor ......brief?



Vielen Dank für eure Hinweise

Beste Grüße
Helmut aus


 
Wachauer Am: 16.01.2023 22:46:56 Gelesen: 313# 176 @  
@ Zeitlos [#175]

Was denkt Ihr ist das für ein Wort vor ......brief?

Hallo Helmut,

ich würde das Wort "Erbenzinsbrief" [1] lesen.

Herzliche Sammlergrüße
Wachauer

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Erbzins
 
Zeitlos Am: 16.01.2023 23:44:23 Gelesen: 305# 177 @  
@ Wachauer [#176]
@ Zeitlos [#175]
@ Zeitlos [#174]

Hallo Wachhauer,

Danke - das ist spannend .. tolles Wort .. ich ergänze mit weiteren Zusammenhängen.

Dabei spielt Erbenzinsbrief wohl eine Rolle

Der Brief ist ja an Christian Meyerholz adressiert und der Brief mit Urkunden verbindet die geschichtlichen Personen und auch Erbrechtangelegenheiten, sowie die geregelte Ehestiftung mit Metta Haake Tochter von Harm Haake den Grönlandfahrer,

Caroline Turnau geb. von Uslar lebte in Marßel - Burgdamm - Blumenthal Postbezirk Hannover / Bremen 1850/51





Fehlt nur der Briefkasten



Herzliche Grüße
Helmut
 
Zeitlos Am: 17.01.2023 09:20:30 Gelesen: 281# 178 @  
@ Zeitlos [#177]

Ich ergänze den Beleg mit der "Entstehungsgeschichte der Postadresse"

Die POSTADRESSE Windmühle Marßel - auf dem Burgdammer Berg

Die erste Windmühle in Marßel ließ der bremische Bürgermeister Diedrich Hoyer (1583 - 1625), der am 2. April 1618 das Gut Marßel erworben hatte, bauen. 1652 heißt es darüber, dass dieselbe „auf der Höhe des Geestlandes erbaut“ worden sei. Noch 1857 mußte der Müller an Gut Marßel jährlich 70 Thlr (Thaler) „Windgeld“ zahlen“.

Aus der beglaubigten Abschrift des alten, vom Erzbischof Friedrich von Bremen erteilten Mahlbriefes vom 27. März 1620 geht hervor, daß dem Bürgermeister D. Hoyer und seinen Erben feierlichst der Wind zum Mahlen „in Gnaden erstattet und verliehen“ und zugesichert, daß „Niemand anders auf eine halbe Meile Weges rund herum dergleichen aufstellen und haben mögte.“ Die um 1620 errichtete Windmühle war eine Bockmühle, die gewiß nach niederländischem Vorbild gebaut wurde.

Urkundlich erwähnt ist schließlich Johann Wilhelm Meyerholz (1762 - 1823) aus Embsen bei Achim, verheiratet mit Beke Voller (1779 - 1851), dessen „Meierbrief“, ausgestellt am 1. Januar 1794 vom Baron von Lilienburg, „Erb- und Gerichtsherr des Adlich freies Guts zu Marßel“, noch in Kopie vorhanden ist. Unter ihm vollzog sich im Betrieb der Windmühle ein rascher Aufschwung, der ihr Wesen grundsätzlich veränderte. 1796, so berichtet Heinrich Hopps „wurde dem Müller J. W. Meyerholz zu Marßel, die Anlegung eines Grütze-, Graupen- und Schell-Gersten-Ganges in seiner – an das dasige Gut gehörenden Mühle“ gestattet.

1804 wurde die fast 200 Jahre alte Bockmühle durch eine für die damalige Zeit moderne Holländermühle ersetzt.

Lüder Meyerholz hinterließ keine letztwillige Verfügung. Das Erbe fiel ungeteilt an den ledigen ältesten Sohn und letzten Windmüller Christian Meyerholz (1864 - 1917). Hier beginnt die Geschichte von Christian Meyerholz

Nach seinem Tod verkaufte die Erbengemeinschaft den gesamten Grundbesitz an den Müller Johann Röben in Aumund Lobbendorf. Die Motormühlen waren erfunden und war man nicht mehr vom Wind abhängig und vor allem entfiel die Nachtarbeit. 1926 wurden die Flügel der Mühle entfernt, und am 13.02.1964 genügten 5 kg Dynamit, um das einstige Burgdammer Wahrzeichen innerhalb von Sekunden in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. (Heimatverein Lesum)

"Lord Varys" sagte mal: Der Inhalt eines Briefes kann mehr Wert sein als der Inhalt eines Geldbeutels"

Beste Grüße
Helmut
 
Stephan Sanetra Am: 17.01.2023 10:51:31 Gelesen: 274# 179 @  
Zum besseren Verständnis der damaligen Verhältnisse empfehle ich noch folgende Literatur:



GLÄBE, FRIEDRICH [Bearbeiter]: Bremen Einst und Jetzt, 148 S., EILERS & SCHÜNEMANN VERLAGSGESELLSCHAFT MBH, BREMEN, 1962

und



GLÄBE, FRIEDRICH: Die Unterweser, 164 S, EILERS & SCHÜNEMANN VERLAGSGESELLSCHAFT MBH, BREMEN, 1963

Beste Grüße
Stephan
 
Manne Am: 20.01.2023 16:21:00 Gelesen: 214# 180 @  
@ volkimal [#169]

Hallo,

nachdem mir Volkmar den Hinweis gegeben hatte, wie ich vorgehen soll, stelle ich die Briefe zuerst ein und verlinke dann den Beitrag zu den zugehörigen Stempeln.

Den einen oder anderen Brief hatte ich schon mal gezeigt, nur nicht offen mit allen Stempeln und den Laufwegen.

Heute ein Amtsbrief vom 10.07.1843 der von Schwenningen an das Hochlöbliche Bürgermeisteramt in Villingen lief, Ankunftsstempel vom 11.07.
Nach der Bearbeitung von Villingen am 15.07. zurück an das Königlich Württembergische Amtsnotariat in Schwenningen.









Gruß
Manne
 
Manne Am: 24.01.2023 10:28:53 Gelesen: 113# 181 @  
Hallo,

heute ein weiterer Amtsbrief vom 09.09.1851 der von Schwenningen an das löbliche Bürgermeisteramt in Villingen lief, Ankunftsstempel vom 10.09.







Nach der Bearbeitung von Villingen am 18.09. zurück an das Königlich Württembergische Schultheißenamt in Schwenningen.



Gruß
Manne
 

Das Thema hat 181 Beiträge:
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