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Thema: Schweiz Dauerserie Sitzende Helvetia
Das Thema hat 626 Beiträge:
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bignell Am: 05.08.2019 22:00:39 Gelesen: 10503# 602 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#601]

Hallo Kevin,

für eine weitere Marke ist der Stempel zu gerade "abgeschnitten", ich würde eher annehmen, der Postbeamte hat einen weiteren Brief daraufgelegt und übergehend gestempelt, deshalb die gerade Kante.

Liebe Grüße, harald
 
briefmarkenwirbler24 Am: 05.08.2019 22:38:59 Gelesen: 10494# 603 @  
@ bignell [#602]

Hallo Harald,

das klingt doch sehr plausibel, daran habe ich gar nicht gedacht.

Dann kann ich ja beruhigt schlafen gehen:D

Liebe Grüße,

Kevin
 
SH-Sammler Am: 06.08.2019 07:55:25 Gelesen: 10462# 604 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#601]

Hallo Kevin,

ich bin der gleichen Ansicht wie Harald, dass Dein Brief beim Stempeln unter einem anderen Brief lag. Nur war Dein Brief noch nicht so ausgerichtet, dass die 30-er Marke links oben, die Schrift normal lesbar war. Der Brief lag verdreht vor. Daher ist der Teil-Stempelabschlag oben kopfstehend. Nachdem der obere Brief gestempelt war, hat der Postbeamte Deinen Brief in die korrekte Position gedreht und den Stempelabschlag auf die Marke (und den Brief) aufgebracht.

Mit anderen Worten, er hat sicher nicht den Stempel in seiner Hand gedreht.

Du kannst also beruhigt sein, da ist m.E. nichts falsch.

Liebe Grüsse
Hanspeter
 
briefmarkenwirbler24 Am: 06.08.2019 13:01:36 Gelesen: 10435# 605 @  
@ SH-Sammler [#604]
@ bignell [#602]

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure Erläuterungen, so ergibt es Sinn!

Liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 09.08.2019 15:12:01 Gelesen: 10137# 606 @  
Hallo zusammen,

ich möchte euch gerne einen neu erworbenen Brief vorstellen:

Aufgegeben wurde der Beleg am 10.11.1867 in Thun und wurde adressiert nach Aarau. Die Taxe setzt sich wie folgt zusammen:

20 Rappen für einen Brief der 2. Gewichtsstufe (<10 bis 250 g) im Fernverkehr laut Tarif vom 01.07.1862 bis zum 31.08.1871 und 10 Rappen für eine Nachnahme bis 10 Franken laut Tarif vom 01.08.1862, macht zusammen 30 Rappen, die auch portogerecht frankiert und so vom Postbeamten auch in Rötel vermerkt wurden (einmal "30" Rappen für die Frankatur und "300" Rappen für den gesamten Nachnahmebetrag). Eine Besonderheit liegt darin, dass die Nachnahme vom Adressaten verweigert (refüsiert) wurde und so der Brief wieder Retour zum Absender geschickt wurde. Für die Retoure sind keine zusätzlichen Gebühren angefallen.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Marke und zwar handelt es sich um die seltene "b"-Farbe "reinblau" (im Zumstein) bzw. "preußischblau" (im Michel). Laut Befund ist ein Zahn der Marke zerrissen, was ich aber so nicht bestätigen würde

Vielleicht kann jemand den Namen des Adressaten entschlüsseln (ich lese bloß "Brast") ?



Liebe Grüße,

Kevin
 
SH-Sammler Am: 09.08.2019 15:34:38 Gelesen: 10135# 607 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#606]

Hallo Kevin

nicht schlecht, Dein Brief. Muss man erst mal finden.

Zur Adresse kann ich nur sagen, "Wer lesen kann, ist besser dran". Aber ich kann's eben auch nicht und brauche immer wieder Hilfe.

Wer jedoch nicht probiert, der verliert… ist noch so ein Spruch mit einer gewissen Wahrheit. :-)

Also los, Buchstabe um Buchstabe entziffern.

Ich lese 2 unterschiedliche Begriffe hinter dem Namen: Es könnte Waffen und Wein sein. Darunter, in der nächsten Zeile ist dann noch das Wort "Handlung".
Es könnte in meinen Augen auch Kaffee und Klein Handlung sein. Was jetzt?

Es gibt sicher jemanden (wir kennen ihn beide dem Namen nach) der das noch besser kann und meine Annahmen korrigiert.

Ich bin gespannt auf die Auflösung

Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 09.08.2019 17:22:28 Gelesen: 10118# 608 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#606]
@ SH-Sammler [#607]

Wie wäre es mit "Wasser- und Wein-Handlung?"

Heinz
 
bignell Am: 09.08.2019 19:25:47 Gelesen: 10100# 609 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#606]

Hallo Kevin,

also ich lese Waffen- und Weinhandlung. Der Herr A. Brast ist hier erwähnt [1].

Lg, harald

[1] http://www.schweizinfo.ch/files/Repertorium_band1_1848.pdf
 
briefmarkenwirbler24 Am: 09.08.2019 21:05:03 Gelesen: 10081# 610 @  
@ SH-Sammler [#607]
@ Heinz 7 [#608]
@ bignell [#609]

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Mithilfe, manchmal ist es doch ganz schön schwierig alleine auf den richtigen Namen zu kommen, mit Teamwork klappt es doch meistens super!

Im Parallelforum wurde auch "Waffen und Weinhandlung" gesagt, dann nehme ich doch mal an, dass dies wohl die richtige Adresse sein wird!

Vielen Dank und liebe Grüße,

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.09.2019 20:12:14 Gelesen: 6347# 611 @  
Hallo zusammen,

nach längerer Pause in diesem Thema, mal wieder ein neuer Brief der Sitzenden Lady:



Aufgegeben wurde der Brief am 22.02.1878 in Luzern und wurde adressiert an das Luftlinie weniger als 5 km entfernte Emmen, wo der Brief bereits am darauffolgenden Tag angekommen ist.

Tarif vom 01.09.1876 - 01.11.1884: 5 Rappen für einen Brief der 1. Gewichtsstufe (bis 15 g) im Ortskreis (bis 10 km)
Tarif vom 01.09.1876 - 01.11.1884: 20 Rappen für die Chargé-Gebühr
 

Ergibt in summa also 25 Rappen, die auch in Form einer hübschen Buntfrankatur verklebt worden sind.

Eingeschriebene Brief im Ortsverkehr sind nicht häufig, einen so schönen wie den, muss man dann auch erst mal finden. :)

Liebe Grüße,

Kevin
 

bayern klassisch Am: 10.09.2019 20:36:48 Gelesen: 6343# 612 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#611]

Hallo Kevin,

feines Stück - "Botenweibel" hieß der Empfänger. Mehr dazu [1].

Ausdrücke, die es sonst auf der Welt wohl nicht gibt.

Liebe Grüsse,
Ralph

[1] https://query-staatsarchiv.lu.ch/detail.aspx?ID=1229658
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.09.2019 20:55:28 Gelesen: 6337# 613 @  
@ bayern klassisch [#612]

Hallo Ralph,

die sog. "Botenweibelbriefe" waren eine Eigentümlichkeit des Kanton Luzerns.

Ich zitiere aus dem Buch "Über die Frankaturen der Sitzenden Helvetia gezählt" vom SSV:

Diese [Botenweibel-Briefe] waren auf den Rechtsbetrieb bezogen und enthielten oft Bareinlagen von Privaten zur Begleichung gewisser Gebühren; sie wären demnach wie Wertbriefe als Fahrpoststücke zu behandeln gewesen. Da die große Zahl solcher Korrespondenzen die Fahrpostexpediton unverhältnismäßig erschwerte, bewilligte die Postbehörde speziell für den Kanton Luzern deren Beförderung als gewöhnliche Chargé-Briefe, jedoch unter der Bedingung, dass sie keine Wertangabe trugen.

Zitation aus dem Buch "Altschweiz- was nicht im Katalog steht" von Josua Bühler:

Als Besonderheit sieht der Sammler oftmals mit 20 Rp. frankierte Briefe, die an Botenweibel adressiert sind. Wir entnehmen der Verfügung 7/1866: <<Im Kanton Luzern werden die auf Rechtsbetrieb und gerichtliche Liquidation bezüglichen Sendungen und Mitteilungen mittels Chargébriefen bewerkstelligt. Es werden einerseits von Privaten an Rechtsbetriebsbeamte (Botenweibel) Chargébriefe mit Einlagen der entsprechenden Gebühren, andererseits von Rechtsbetriebsbeamten und Gerichtskanzleien Chargébriefe an Private aufgegeben, auf denen der Wert der verwendeten Marken per Nachnahme erhoben wird.

Ich finde es relativ interessant, dass diese Regelung bloß für den Kanton Luzern gültig gewesen ist und nicht für die anderen Kantone. Bzw. in anderen Worten, warum hatte ausgerechnet Luzern einen so großen Korrespondenzverkehr solcher Schriftstücke.

Liebe Grüße,

Kevin
 
bayern klassisch Am: 10.09.2019 21:34:01 Gelesen: 6327# 614 @  
Hallo Kevin,

wieder etwas dazu gelernt - wow!

Luzern war schon zuvor, was das Reco - Verfahren anging, etwas eigen. Statt Chargé - bzw. Recommandirt - Stempel machten man dort einfach mit der Chargé - Raute weiter und pinselte munter in rot und blau drauflos.

Macht die Briefe aber hübscher, von daher hat dieser Kanton auch die schönsten Briefe hinterlassen. Freuen wir uns darüber, dass das üble Gleichmachertum nicht auch den letzten Winkel der Schweiz erreicht hat. Lang lebe der Individualismus!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
matze1958 Am: 18.09.2019 21:46:44 Gelesen: 5765# 615 @  
Nach langer Pause mal wieder ein kleiner Beitrag von mir. Die beiden abgebildeten Belege von Genf nach (Schloss-) Ritzebüttel (bei Cuxhaven, 1869 zu Hamburg und damit zum Thurn- und Taxischen Postgebiet gehörend) habe ich Abstand von ca. einem Jahr für kleines Geld bei Ebay ersteigert.

An sich nichts Besonderes, aber interessanterweise einmal mit 50 Rp. (nach meiner Meinung korrekt für Sendungen aus dem 2. Schweizer Rayon in den 3. Rayon des T&T Postgebiets in der Tarifperiode 01.11.1852 bis 31.08.1868) und das zweite Mal lediglich (unbeanstandet) mit 40 Rp. frankiert.

Hat die Post das einfach übersehen oder liege ich mit meiner Taxerklärung falsch? Bin gespannt auf Eure Kommentare.

Matze


 
bayern klassisch Am: 18.09.2019 22:26:07 Gelesen: 5757# 616 @  
@ matze1958 [#615]

Hallo Matze,

der 1. Brief war korrekt frankiert mit 20 Rappen für die Schweiz und 30 Rappen für den Norddeutschen Bund.

Der 2. Brief war unterfrankiert - aber die Schweiz hat trotzdem 30 Rappen als Weiterfranko den Norddeutschen Bund bonifiziert, so dass die Aufgabepost 10 Rappen verschenkt hatte. Da man dummerweise "P.D." gestempelt hatte, galt der Brief als geprüft voll frankiert und die Abgabepost in Deutschland durfte ihn nicht nachtaxieren.

Thurn und Taxis ging am 30.6.1867 unter. Preußen hatte übernommen als Folge des Krieges von 1866, so dass dein 1. Satz nicht richtig ist.

Ein schönes Paar, mit dem man einen kleinen Vortrag halten kann.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
philaworld Am: 22.09.2019 16:40:15 Gelesen: 5588# 617 @  
Rar und unbekannt, gehört aber zu England und nicht zu USA:

Dieser Charge Brief nach England sucht seinesgleichen. Es sind gemäss englischen Kollegen nur maximal 5 Belege aus der Schweiz bekannt, ich kenne nur drei, mit diesem Charge Eingangsstempel aus London:



Registered-London ... from Switzerland. Der Stempel wurde nur kurze Zeit verwendet, von 1869-1870. Für die Schweiz ist er in rot und in schwarz bekannt.

Den Stempel gibt es auch mit anderen Länderbezeichnungen wie: Belgium, Belgium via France, Bremen, Denmark, France, Hamburg, Holland, Italy, Malta, Prussia, Spain

Siehe hierzu die Quelle: Postvertragsstempel von James van der Linden, Verlag SOLUPHIL

1. Suplement zum Katalog von 1993.

Die Bücher: Ausgabe + Supement sind bei Philabooks zu bekommen. wer also Postgeschichte ins oder aus dem Ausland sammlet, sollte sich diese zulegen [1].

Lieber Gruss Rene

[1] https://www.philabooks.com/pages/suche.asp?L=SU&AB=1&A=QS

[Redaktionell verschoben aus dem Thema "Auslandsdestination: Schweiz -> USA bis zum Jahr 1900", da England nicht in den USA liegt]
 
philaworld Am: 28.09.2019 01:13:35 Gelesen: 5255# 618 @  
@ Pepe [#37]

Diese Frankaturen zeigen etwas besser was unter Farbnuancen zu verstehen ist.







Nicht alle Belege sind aus meiner Sammlung.

Lieber Gruss Rene
 
bayern klassisch Am: 28.09.2019 07:35:03 Gelesen: 5236# 619 @  
@ philaworld [#617]

Hallo Rene,

ganz wichtig bei deinem super Brief aus Lausanne wäre das Datum zu erwähnen gewesen - 12.9.1870. Da konnte man von der welschen Schweiz nicht mehr über Frankreich nach England schreiben, weil die Franzosen an allen Fronten verloren hatten und sich die deutschen Armeen Richtung Paris zubewegten.

Bei der Leitung über Kriegsgebiet waren alle chargierten Briefe (Wertbriefe, Einschreiben, Express usw.) nicht mehr versichert, das bedeutete, dass die Postverwaltungen keine Ersatzleistungen mehr anerkannten im Falle des Verlusts oder des Untergangs dieser Poststücke, was ja nur zur verständlich war.

Von daher war es nur logisch, dass Schweizer ihre wichtige Post nach England über das sichere Deutschland schickten, vor allem, wenn sie recommandirt sein sollte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 17.10.2019 19:02:25 Gelesen: 4037# 620 @  
Liebe Freunde,

von einem lieben Freund habe ich die Erlaubnis, die folgenden Seite zu zeigen: Schweiz wegen Unterfrankatur via Frankreich in den Kirchenstaat.



Solch eine Seite hat sicher nicht jeder - der geschichtliche Hintergrund beim 2. Brief ist noch besser, als beim ersten - die französische Militärschutzmacht war aus Rom ausgezogen und wurde im Krieg 1870/71 gegen die Deutschen benötigt, daher war der Kirchenstaat ab September 1870 militärisch verwaist - Gott-sei-Dank ging die Eingliederung in das Königreich Italien unblutig von statten und dieser Brief (der 2.) zeigt schön, dass man zwar große politische Umwerfungen hatte, aber postalisch 1 zu 1 mit dem 1. Brief handelte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
SH-Sammler Am: 18.10.2019 02:45:55 Gelesen: 3997# 621 @  
@ bayern klassisch [#620]

Hallo Ralph, hallo unbekannter CH-Sammler,

interessant, diese 2 Briefe. Wieder etwas dazugelernt. Bitte mehr davon, auch wenn von meinem Sammelgebiet Schaffhausen nicht so viel Post in den Kirchenstaat existiert wie zB. aus katholischen und grenznäheren Orten.

Liebe Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 18.10.2019 10:50:31 Gelesen: 3967# 622 @  
@ SH-Sammler [#621]

Hallo Hanspeter,

wenn du mir eine Mail schickst, schicke ich dir die E-Mail Adresse meines Freundes. Er hat mehr Alben Schweiz, als viele Schweiz Sammler alte Briefe.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
matze1958 Am: 30.10.2019 12:28:31 Gelesen: 3176# 623 @  
Hallo liebe Sammelfreunde,

heute möchte ich Euch den folgenden Brief vorstellen. Vielleicht kann mir jemand bei der Taxerklärung helfen? Zu den Kosten für die Wertangabe habe ich leider keine , bzw. Infomationen die nicht passen (Zumstein). Die Kosten wearen ja wohl im Fahrposttarif geregelt, wenn ich mich nicht irre. Passen würden 15 Rp, pro 50 Fr. Wertangabe, kann das jemand bestätigen bzw. widerlegen? Kann ich irgendwo im Netz Informationen dazu finden?

Aber nun zum Brief:

Chargebrief 2. Periode (01.09.1876 – 31.03.1879) mit Wertangabe von 150 Fr.vom 29.07.1878 von Genf nach Bourges (Frankreich)
Frankatur von 1,15 Fr. (Tarif UPU)

Taxerklärung:

- 20 Rp. Chargegebühr;
- 50 Rp. für Brief der zweiten Gewichtsstufe; (19,5g notiert)
- ??? 45 Rp. für den Wert von 150 Fr. (15 Rp. pro 50 Fr.) ????;

(Auf der Rückseite wurde ja auch notiert: 70+45 = 115)

Freue mich über Eure Meinung zu dem Brief.

Viele Sammlergrüße,
Matze


 
SH-Sammler Am: 31.10.2019 06:18:20 Gelesen: 3091# 624 @  
@ matze1958 [#623]

Hallo Matze,

ich habe zur Bestimmung der Brieftaxe meine Unterlagen zu Hilfe genommen, siehe Kopien aus dem Sonderdruck ZACK nachstehend. Die aufgeführten Tarife sind identisch zu den Ausführungen im Zumstein Spezial-Katalog.

Die Taxe für den Brief von Genf nach Bourges sollte sich folgendermassen zusammensetzen:

Normale Brieftaxe Ausland (25 Rp. pro 15 Gramm) = 50 Rappen
Zuschlag Wertbrief, Versicherung 20 Rp .pro 100 Fr. = 40 Rappen.
Zuschlag für Einschreiben, Chargeegebühr = 20 Rappen

Eine Abstufung von 15 Rappen pro 50 Fr Wertangabe gab es nicht.




Die Brieftaxe müsste also dem Gesamtbetrag von 1.10 Fr. entsprechen. Warum 1.15 Fr. verklebt und rückseitig notiert wurden, kann ich nicht nachvollziehen. Eine Verwechslung mit der Inlandtaxe von 3 Rp. / 100.- Fr. ist ebenfalls nicht möglich.

Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
Heinz 7 Am: 10.12.2019 10:04:59 Gelesen: 48# 625 @  
@ SH-Sammler [#624]

Gut gemacht, Hanspeter!

@ bayern klassisch [#620]

Ralph hat mich gebeten, vielleicht den einen oder anderen Brief zu zeigen aus der Erivan-Haub-Schweiz-Sammlung. Ich will dies gerne tun, obwohl es hier Leute gibt, die das noch besser könnten, als ich.

Los 7039 ist ein seltener sehr schöner Brief frankiert mit Briefmarken der Ausgabe "Sitzende Helvetia gezähnt". Genau genommen ist es aber eine "Ganzsache mit Zusatzfrankatur", weil ein Briefumschlag mit Werteindruck verwendet wurde (ein "Tübli-Brief"). Da die eingedruckten 10 Rappen aber nur für das Inland genügten, verklebte der Absender noch zusätzlich 190 Rappen. Das war also ein teurer Brief: 2 Franken! Dies war, weil der Brief schwer war und darum als doppelter Brief frankiert werden musste.



Dieser Brief wurde 1868 in Basel aufgegeben (am 20. November), ging zuerst nach Westen (Paris) und dann nach Süden ans Mittelmeer (Marseille) und trat dann die lange Schiffsreise an. Die Rückseite zeigt uns wunderbar, dass der Brief lange unterwegs war: erst am 8. Januar 1869 erhielt der Brief den Ankunftstempel, also erst 49 Tage nach der Aufgabe!

Ein prächtiger Brief, bei dem wohl manch ein Sammler gerne mitbieten würde. Ein Ausruf von "nur" CHF 1'500 ist für einige unter uns vielleicht auch nicht das Ende aller Träume, also vielleicht versucht man ja sein Glück ?

Ich bin überzeugt, der Käufer IST glücklich, denn er musste für diesen wunderschönen Brief nur CHF 3'000 bezahlen (plus Aufgeld 21 %). Das können sich einige Sammler noch leisten (im Gegensatz zum Strubel-Brief, Los 7038, den ich gestern besprach, und der CHF 130'000 kostete (plus Aufgeld)).

Warum der Brief Los 7039 nicht mehr kostete, könnte damit zusammenhängen, dass gleich 5 Briefe nach China mit "Sitzende Helvetia gezähnt" angeboten wurden: auch die Lose 7040, 7041, 7042 und 7043! Da hat wohl der eine oder andere Sammler "sein Pulver noch nicht verschiessen" wollen, und ist bei Los 7039 schon früh "ausgestiegen". Den Käufer des Loses wird es freuen! Er hat ein Super-Stück zu einem eher tiefen Preis.

Heinz
 
bayern klassisch Am: 10.12.2019 10:37:25 Gelesen: 45# 626 @  
@ Heinz 7 [#625]

Lieber Heinz,

für den würde ich glatt auf einen Urlaub verzichten, so toll ist der. Der Preis ist wirklich moderat, da kann der Käufer nicht meckern - aber vielleicht der Verkäufer ?

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse,
Ralph
 

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