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Thema: Ebay: Änderungen im Bewertungssystem
johenry. Am: 21.05.2008 18:29:36 Gelesen: 10605# 1 @  
Ebay gibt eben "Wichtige Änderungen im Bewertungssystem" heraus. Offensichtlich haben die betrügerischen Käufer immer noch bei ebay die bessere Lobby.

Es heißt bei Gründen für diese Änderungen, Abs. 2 "Wie schützen wir unsere Verkäufer vor ungerechtfertigten ... Bewertungen?" unter den 4. roten Dreieck.: "Abgegebene negative oder neutrale Bewertungen von Käufern, die nicht auf einen nicht bezahlten Artikel reagieren, werden gelöscht."

Nun meine Frage: Wie will oder kann eine Bewertung reagieren? Sollte es Germanisten in unserer Runde geben, erbitte ich deren Meinung.

MfG Johenry
 
Jürgen Witkowski Am: 21.05.2008 18:56:03 Gelesen: 10600# 2 @  
@ johenry [#1]

Das kommt davon, wenn Wort für Wort Übersetzungen aus anderen Sprachen durchgeführt werden, ohne den Charakter einer Sprache verstanden zu haben. Ich hätte den Satz so formuliert:

Negative oder neutrale Bewertungen, die von Käufern abgegeben werden, die nicht auf einen nicht bezahlten Artikel reagiert haben, werden gelöscht.

Du darfst aber auch nicht zu viel erwarten. Immerhin ist der Satz in ganzen Wörtern formuliert. Wenn ich mich auf Gewinnmaximierung spezialisiert habe, kann ich mich nicht noch um die Feinheiten der jeweiligen Landessprache bemühen. Das ist in hohem Maße unproduktiv.

Meint Jürgen, der kein Germanist ist, aber im Bereich des ehemaligen Germanien lebt.
 
ugak Am: 21.05.2008 19:07:46 Gelesen: 10598# 3 @  
Und sachlich finde ich das neue Bewertungssystem von ebay voll in Ordnung.

So bleibt den Verkäufern in Zukunft die Möglichkeit einer Rachebewertung versperrt, wenn man den gelieferten Mist bemängelt.
 
- Am: 21.05.2008 19:30:36 Gelesen: 10591# 4 @  
Die Änderungen im Überblick

Verkäufer können Käufer zukünftig nur noch positiv bewerten. Für Verkäufer ist die Abgabe einer Bewertung auch weiterhin wichtig und sinnvoll, da sie ein unverzichtbares Dankeschön an jeden Käufer darstellt, der seinen gekauften Artikel pünktlich bezahlt und sich dem Verkäufer gegenüber fair verhalten hat.

Wiederholte Bewertungen durch einen Handelspartner werden mehrfach gezählt, wenn sie in verschiedenen Kalenderwochen erfolgen. Dies greift bereits seit einigen Wochen für laufende Transaktionen. Ab 22. Mai werden nun solche Mehrfachbewertungen auch rückwirkend gezählt.

Hierdurch wird sich die Anzahl der Bewertungen bei vielen Mitgliedern erhöhen.

Negative oder neutrale Bewertungen von gesperrten Mitgliedern werden gelöscht.

Negative und neutrale Bewertungen werden im Bewertungsprofil des Verkäufers gelöscht, wenn der Käufer nicht auf eine gemeldete Unstimmigkeit wegen eines nicht bezahlten Artikels reagiert.

Der Zeitraum, in dem eine Bewertung abgegeben werden kann, wird geändert: eine Bewertungsabgabe wird nun bis zu 60 Tage (statt bisher 90 Tage) nach der Transaktion möglich sein.

Das Bewertungsprofil basiert zukünftig auf den zurückliegenden 12 Monaten. Die Bewertungspunkte werden weiterhin ab der Erstanmeldung eines Mitgliedskontos gezählt, während der Prozentsatz positiver Bewertungen sich zukünftig nur noch auf die jüngere Vergangenheit bezieht

Bei der Berechnung des Anteils an positiven Bewertungen werden alle erhaltenen Bewertungen einbezogen - also neben den negativen und positiven auch die neutralen Bewertungen.

PowerSeller, die länger als 12 Monate bei eBay angemeldet sind, können frühestens 7 Tage nach Angebotsende negativ oder neutral bewertet werden.

Der Prozess zur einvernehmlichen Rücknahme von Bewertungen wird mit der Einführung der Neuerungen abgeschaltet.

---

Na ja, öfter mal was Neues.

Nun zu der Frage von johenry: Wenn ein Käufer eine Bewertung abgibt die negativ ist, dann reagiert sie folgendermaßen. Der Ruf des jenigen wird in den Dreck gezogen. Denn die anderen die die Bewertungen lesen, wissen ja nicht, dass der Käufer eigentlich der Schuldige ist, der nicht bezahlt hat. Und bis die gelöscht wurde von ebay auf Antrag des Verkäufers gelöscht wurde, ist der Ruf bereits ruiniert. Wenn ich als Käufer, sehe der hat erst kürzlich eine negative Bewertung bekommen, dann überlege ich mir dreimal ob ich bei dem kaufe oder nicht.

Der Käufer wird von ebay angeschrieben, das heißt er bekommt eine Zahlungserinnerung und wenn er darauf nicht reagiert und dann noch dem Verkäufer eine negative Bewertung verpasst, dann wird diese gelöscht. Weil diese nicht der Wahrheit entspricht. Aber die Löschung muss der Verkäufer bei ebay beantragen.

Viele zackige Sammlergrüße aus Nürnberg

jacqueline5726
 
Richard Am: 27.05.2008 12:19:17 Gelesen: 10540# 5 @  
Kritik an neuen eBay-Regeln

T-Online (26.05.08) - Neuer Ärger für eBay: Nachdem das Auktionshaus vergangene Woche sein Bewertungssystem reformiert hat, hagelt es massenhaft Kritik. Verkäufer sind aufgebracht, fühlen sich von eBay im Stich gelassen und drohen bereits mit Boykott und Weggang. Hauptstreitpunkt ist das Verbot von Negativbewertungen durch Verkäufer. Händler klagen, Käufer würden sie seitdem mit der Androhung einer Negativbewertung erpressen, um so Rabatte rauszuschlagen.

Seit vergangener Woche gelten für Bewertungen bei eBay neue Regeln. Verkäufer können Käufer nur noch positiv bewerten. Bislang waren gegenseitige Bewertungen ohne Einschränkungen möglich. Diese Änderung soll nach Aussage von eBay Rachebewertungen verhindern. Die Verkäufer sehen das allerdings anders: Sie fühlen sich der Willkür von Käufern ausgesetzt und verschaffen ihrer Wut in eBay-Foren Luft. Der Vorwurf: Händler sind durch die Regeländerung gegenüber schwarzen Schafen machtlos. Manche Verkäufer berichten sogar von Erpressungsversuchen durch Käufer, die so Spezialkonditionen durchzusetzen versuchen.

eBay-Powerseller verlieren Sonderstatus

Eine weitere Änderung betrifft die Gewichtung der abgegebenen Bewertungen. So werden nur noch Beurteilungen der vergangenen zwölf Monate einbezogen. Daneben fallen neutrale Bewertungen viel stärker ins Gewicht, da sie in die Berechnung des Bewertungsprofils miteinbezogen werden. Und auch hier hagelt es Kritik: Verkäufer berichten von einer Verschlechterung ihres Bewertungsprofils. Manch ein Powerseller verlor sogar seinen Sonderstatus, da durch die Einbeziehung der neutralen Bewertungen der Prozentsatz an positiven Bewertungen gesunken ist. Dagegen profitierten auch eine Reihe von eBay-Kunden von der Umstellung, da negative Bewertungen aus der Berechnung verschwanden.

eBay-Kundenservice soll Streit klären

Insgesamt fühlen sich viele Verkäufer von eBay im Stich gelassen, da sie gegen Käufer künftig nichts mehr direkt unternehmen können. So schreibt Nutzer klaus_pothoff: "Ich habe nicht den Ansatz der Möglichkeit, mich zu wehren." Es könne nicht sein, Käufer auch dann positiv bewerten zu müssen, wenn sie nicht zahlen. Anstatt säumigen Käufern mit einer negativen Bewertungen einen Denkzettel zu verpassen, müssen sie nun den Umweg über den eBay-Kundenservice gehen. Dort sollen etwa Kunden gemeldet werden, die Verkäufer erpressen. Dazu wurde zudem die Funktionen "Käuferkreis einschränken" und die "Liste gesperrter Käufer" erweitert. Dazu meint klaus_pothoff: "Lasse ich ihn durch eBay mahnen, erhalte ich von dem schlechten Käufer aus 'Dankbarkeit' eine negative Bewertung."

Weggang und eBay- Boykott

Als erste Reaktion auf die Regeländerung drohen viele Händler mit einem Weggang von eBay. Sie fühlen sich von dem Auktionshaus betrogen, da es schließlich die Verkäufer seien, die mit ihren Einstellgebühren das Online-Portal finanzierten. Daneben würden professionelle Verkäufer bevorzugt, da bei der Masse der verkauften Artikel negative und neutrale Bewertungen nicht so schnell ins Gewicht fielen. Der Nutzer the*guardian*of*forever befürchtet Nachteile für Gelegenheitsverkäufer: "Man kann sich als kleiner Verkäufer kaum noch eine neutrale oder negative Bewertung erlauben [...]. Wenn man wenig verkauft, reichen schon zwei negative und man ist weg vom Fenster." Ob die Nutzer ihre Drohungen umsetzen, scheint allerdings fraglich. Bereits im Februar drohten eBay-Verkäufer weltweit mit Boykott - ein merklicher Nutzerschwund folgte allerdings nicht.

(Quelle: http://computer.t-online.de/c/15/14/03/48/15140348.html)
 
Richard Am: 29.05.2008 23:26:08 Gelesen: 10504# 6 @  
Reaktion auf Beschwerden: Ebay begrenzt Versandkosten

n-tv.de (29.05.08) - Die Masse hat doch eine gewisse Macht. So könnte man jedenfalls die Reaktion deuten, dass Ebay den Händlern nicht mehr freie Hand bei der Gestaltung der Versandkostenpreise einräumt.

Ab dem 15. Juni gelten in immerhin 34 Warenunterkategorien Obergrenzen von fünf bis acht Euro. Der Versandkostendeckel gilt vor allem bei kleinen und leichten Dingen wie Schmuck, Handys, MP3-Playern, USB-Sticks, Digitalkameras, usw.

Anfang des Jahres hatte Ebay noch versucht, die Versandkostenproblematik über das Bewertungssystem zu beseitigen. Angebote von Händlern, die bei "Versand und Verpackung" schlechte Bewertungen bekamen, wurden bei Suchergebnissen automatisch weiter unten einsortiert. Offensichtlich brachte dies nicht den gewünschten Erfolg.

In der Vergangenheit hat es immer zahlreiche Kundenbeschwerden gegeben, dass Händler einen Teil des Auktionspreises über die Versandkosten subventionieren, um günstiger zu erscheinen.

(Quelle: http://www.n-tv.de/Reaktion_auf_Beschwerden_Ebay_begrenzt_Versandkosten/290520083214/971596.html)
 
Richard Am: 01.07.2008 10:58:01 Gelesen: 10440# 7 @  
Schafft eBay die neutralen Bewertungen ab ?

Von Axel Gronen

Wortfilter.de (30.06.08) - In amerikanischen eBay-Foren kam in den letzten Tagen in inzwischen gelöschten Beiträgen das Gerücht auf, eBay wolle die neutralen Bewertungen abschaffen: Künftig sollen Käufer nur noch wählen können, ob sie positiv oder negativ bewerten wollen. Dieses Gerücht wurde von jemandem gestreut, der seine Quellen angeblich im eBay-Management hat. Da seine anderen Behauptungen aber sehr verschwörungstheoretisch und wenig überzeugend wirken, muss man wohl auch dieses Gerücht mit Vorsicht genießen.

Seine Behauptung steht im Kontext zu anderen Behauptungen, mit denen er belegen will, dass eBay alle kleineren und mittleren Verkäufer loswerden will.

Mir gefällt die Idee sehr und ich glaube auch nicht, dass damit den Verkäufern geschadet würde. Im Gegenteil: Viele Käufer wissen nicht, dass neutrale Bewertungen von eBay neuerdings als negativ gewichtet werden und sie vergeben daher manchmal auch für völlig normal verlaufende Transaktionen ein "neutral". Wenn man als Käufer in Zukunft nur noch positiv oder negativ bewerten könnte, würden wahrscheinlich die meisten heute neutralen Bewertungen eher positiv ausfallen.

Fazit: Ich nehme die Abschaffung der neutralen Bewertungen in meine Liste von Verbesserungsvorschlägen für eBay auf. Diese Liste werde ich Mitte Juli veröffentlichen und Ende Juli bei meinem nächsten Besuch in Dreilinden mit der Geschäftsführung eBays diskutieren.

(Quelle: http://www.wortfilter.de/News/news2827.html)
 
AfriKiwi Am: 01.07.2008 11:40:52 Gelesen: 10436# 8 @  
@ Richard [#7]

Hallo Richard,

>>Seine Behauptung steht im Kontext zu anderen Behauptungen, mit denen er belegen will, dass eBay alle kleineren und mittleren Verkäufer loswerden will.<<

Das soll gut definiert werden.

Ein Problem mit einem großen Verkäufer oder einem kleinen Verkäufer hat die gleiche Art von Probleme, nur massenweise bei den kleinen und da steckt vielleicht ein Grund der Verminderung.

Ironisch haben gerade die Maßen Kleinen gesorgt für die Größe eBay's.

Erich
 
- Am: 01.07.2008 12:33:43 Gelesen: 10431# 9 @  
Das ebay-Bewertungssystem wird immer mehr zur Farce: Wenn ich als Verkäufer die Käufer nicht mehr bewerten darf (es ist ja nur noch das Ankreuzen eines "positiv"-Kästchens möglich), wenn ich also gar keine Wahlmöglichkeit mehr habe, dann verzichte ich als Verkäufer völlig auf Bewetungen.

Ich weiß nicht, warum ebay die Verkäufer pauschal verteufelt. Natürlich gibt es da schwarze Schafe - aber unter den Käufern eben auch! ebay ist mit seiner Geschäftspolitik, die darauf zielte, die "wenig"-Verkäufer zugunsten der "powerseller" zurückzudrängen völlig gescheitert. Jetzt versucht man - im Bewertungsbereich mit untauglichen Reparaturversuchen - das Ruder herumzureißen.
 
Briefmarken-Museum Am: 01.07.2008 21:28:56 Gelesen: 10411# 10 @  
@ all juten Abend & moin moin für die Ostfriesen

Wenn man in der Vergangenheit bereits mehrere ebay-accounts hatte, z.b. einen fürs Verkaufen und einen fürs Einkaufen, dann konnte man/frau da in der Vergangenheit bei schlechten Verkäufern, schlechter Ware, schlechter Lieferzeit usw. bereits ohne der "Angst" fürs versaute Profil durch negative feed-back Bewertungen operieren.

Das Bewertungssystem hat für mich eine abstrakte Ähnlichkeit mit dem Michel-Katalog, es ergibt sich über die Punktzahl eine tendenzielle Aussage. Bei hoher Punktzahl schaue ich mir kurz die letzen Kommentare an, bei niedriger Punktzahl <50 und gleichzeitig negativen feedback, schaue ich durch in welchem Zusammenhang und wann der Minuspunkt für welches Produkt/Ware vergeben worden ist.

Seit heute hat übrigens die ebay-Sammlerwelt mit archäologischen Funden schlechte Karten - der Verkäufer muß die Bürokratie küssen und Belege (z.B. Behördliche Genehmigung(en) der Denkmalschutzbehörde bei Ausgrabungsgegenständen wie alte Münzen bzw. Kaufurkunden mit ausgeblendetem Kaufpreis) mit in die Auktion lesbar einstellen.

/!/ Hoffentlich kommt bei ebay niemand auf die Idee jede geerbte oder gesammelte Briefmarken-Antiquität mit einem Prüfzertifikat auszustatten. Die Unsitte überall Stempel anzubringen schändet das gute Stück auf der Rückseite für immer. Nach ein paar überschaubaren Jahren ist der Prüfer tot, der nächste Prüfer signiert wieder die Altsignatur usw.

Mit Sammlergruß
Jochen
 
Richard Am: 09.07.2008 14:42:53 Gelesen: 10346# 11 @  
Unser Mitglied Jürgen Kraft vom StampsX.com Forum hat sich kritisch mit den Bewertungen der Verkäufer auf Ebay beschäftigt:

Nach dem das neue System nun schon über einen Monat alt ist, hier eine kleine Zwischenbilanz. Während früher die Bewertungen, im Schnitt, zu gut aussahen, sind sie nun zu schlecht. Die Ursache ist einfach. Bei ein bis fünf Sternen scheint ein korrekt abgewickeltes Geschäft auch mit drei Sternen richtig bewertet zu sein. Für 5 Sterne erwarten viele etwas ganz extravagantes.

So hat ein Verkäufer der jeden Artikel für 1,- Euro anbietet und die Versandkosten selbst trägt, nur 4,8 Punkte bei "Versand- und Verpackungskosten". Was soll der Anbieter machen? Noch einen Euro zur Ware legen? Alleine die Formulierung ist schon wieder ein Beleg dafür, dass es Ebay schwer fällt, logisch denkende Menschen zu beschäftigen. Die Versandkosten setzen sich für mich aus Porto, Verpackung und Handling zusammen. So wird das jeder Kaufmann sehen. Ebay weiß offensichtlich nicht, dass Versandkosten der Oberbegriff ist.

Kommen wir zu den anderen Punkten. Ich kenne mehrere deutsche, gewerbliche Anbieter, die mit hochqualifiziertem und motiviertem Personal ausgestattet sind. Jeder dieser Anbieter verschickt zwischen Montag und Freitag die Artikel am Tag des Geldeinganges. Niemand hat mehr als 4,8 Punkte bei "Versandzeit". Wann sollen die Artikel verschickt werden? Vor dem Anbieten?

Unter Kommunikation kann ich mir nicht wirklich etwas vorstellen. Meine Frau verschickt ein Mail sofort nach dem Verkauf, ein Mail beim Geldeingang, ein Mail beim Warenausgang und beantwortet jedes Mail sofort, höflich und sachlich, wenn es sein muss in vier verschiedenen Sprachen. "Kommunikation" = 4,8. Was muss man tun um 5,0 zu haben? Standleitung zum Käufer?

Zu letzt noch der erste Punkt, "Artikel wie beschrieben". Hier hat kein seriöser, gewerblicher Anbieter mehr als 4,8 Punkte. Die Erklärung dafür ist bekannt. Die meisten Käufer können die Ware nicht richtig beurteilen. Woran soll der durchschnittliche Käufer also feststellen können, ob die Ware der Beschreibung zu 100% entspricht?
 
reichswolf Am: 09.07.2008 16:13:52 Gelesen: 10339# 12 @  
Richard Am: 12.07.2008 09:09:17 Gelesen: 10295# 13 @  
Veränderungen am Bewertungssystem bei eBay werden angepasst

Onlinemarktplatz.de (11.07.08) - Im Januar hatte eBay tiefgreifende Veränderungen am Bewertungssystem angekündigt. Im Mai wurden diese Veränderungen vollzogen. Das Ziel ist und war es, die Aussagekraft des Bewertungssystems zu stärken. Käufer sollen fair und ehrlich und ohne Angst vor Rachebewertungen bewerten können. Die ersten Ergebnisse dieser Änderungen sind lt. eBay positiv: “Mehr und mehr Verkäufer konnten ihre detaillierten Verkäuferbewertungen verbessern und immer weniger Käufer berichten uns von schlechten Erfahrungen, die sie beim Einkaufen auf eBay gemacht haben.”

Gleichwohl berichtet eBay überviele fundierte Rückmeldungen zu den Änderungen am Bewertungssystem: “Wir sind uns bewusst, dass wir als Marktplatz und als Geschäftspartner der Verkäufer auf eBay eine große Verantwortung tragen. Wir haben verstanden, dass Verkäufer einen noch besseren Schutz benötigen, um sich vor dem Missbrauch des Bewertungssystems durch Käufer zu schützen. Hierzu haben wir bereits eine Reihe von Maßnahmen für Verkäufer geschaffen.”

Folgende Anpassungen, wird eBay in Kürze umsetzen:

* Anzeige des Prozentanteils positiver Bewertungen: Ab voraussichtlich Ende August werden wir neutrale Bewertungen nicht mehr in die Kalkulation des prozentualen Anteils positiver Bewertungen einbeziehen. Dies bedeutet auch, dass PowerSeller wegen der im Mai veränderten Berechnung ihren Status als PowerSeller nicht verlieren werden.

* Korrigieren von Bewertungen: Wir werden eine Möglichkeit für Käufer schaffen, irrtümlich oder vorzeitig abgegebene Bewertungen im Bewertungsprofil eines Verkäufers zu revidieren bzw. anzupassen. Mit diesem Instrument haben Verkäufer - selbst wenn ein Käufer enttäuscht wurde - die Möglichkeit, die negative Kauferfahrung wieder gut zu machen und negative oder neutrale Bewertungen zu korrigieren. Diese Möglichkeit werden wir voraussichtlich noch im 3. Quartal schaffen.

eBay weiter: “Wir werden die Einflüsse der Veränderungen am Bewertungssystem auf dem Marktplatz weiterhin sehr genau beobachten. Wir führen den Dialog mit Käufern und Verkäufer zu diesen Veränderungen fort. Sollte es notwendig werden, werden wir auch weitere Anpassungen durchführen. Das Bewertungssystem bei eBay ist das Instrument, welches Käufern bei der Kaufentscheidung verlässliche Informationen zu Service und Qualität eines Verkäufers gibt.”
Mit Details zu den Ankündigungen ist im Herbst zu rechnen.

eBayInk, respektive Richard Brewer-Hay hat die Ankündigung wie folgt kommentiert:

“Was mich interessieren würde, ist, warum Käufer, die ihre Artikel nicht bezahlen, immer noch überhaupt ein Feedback abgeben dürfen (positiv, negativ oder überhaupt). Die Neuberechnung des Feedbacks, das Entfernen von neutralen Beurteilungen ist ein guter Schritt, und besser jetzt als nie. Ich muss mir allerdings auch erst einmal die letztendlich gültige Fassung im Oktober anschauen, bevor ich mir eine feste Meinung darüber bilde.”

(Quelle: http://www.onlinemarktplatz.de/12590/veraenderungen-am-bewertungssystem-bei-ebay-werden-angepasst/)

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Richard Am: 28.08.2008 23:55:04 Gelesen: 10187# 14 @  
Ebay löscht wieder unfaire Bewertungen - zwei im Monat

Von Helmut Merschmann

Der Spiegel (28.08.08) - Händler waren empört: Sie dürfen bei Ebay Kunden nicht mehr bewerten und können nichts gegen unfaire Noten tun. Nun erlaubt Ebay die Rücknahme unangemessen negativer Bewertungen - auf Antrag, nach Prüfung und nur zweimal monatlich.

Ein Sturm der Empörung brach los, als Ebay im Mai sein Bewertungssystem umgestellt hatte. Vorher gehörten zu einer Bewertung immer zwei Parteien. Das hatte oft genug zu unschönen Rachefeldzügen geführt: Gibst du mir schlechte Noten, gebe ich sie dir zurück. Seit Mai dürfen nur noch Käufer die Händler bewerten, denen dieses Instrument der Kräftebalance aus der Hand genommen wurde.

Einer der Betroffenen, denen Ebays Praxis gründlich gegen den Strich geht, ist der Cuxhavener Powerseller Lars Warncke. "Ebay ist zu groß und zu kommerziell geworden, es gibt definitiv keinen Kundensupport mehr", lautet sein Fazit nach vielen Jahren, in denen er auf der Auktionsplattform Lichtmaschinen, Nockenwellen und blitzende Chromteile für amerikanische Straßenkreuzer verkauft hat. Was ihn besonders ärgert: "Käufer drohen mir mit einer schlechten Bewertung und wollen Preisnachlass oder frachtfreie Lieferung." Warncke fragt empört: "Wer schützt die Verkäufer?"

Ganz wehrlos wollten sich einige Ebay-Händler nicht ergeben und schickten Kunden, die sich mit einer schlechten Bewertung unbeliebt gemacht hatten, Anwälte auf den Hals. Nachdem selbst Ebay zugegeben hatte, dass das Bewertungssystem problematisch ist, wurde die Revision jetzt erneut revidiert.

Per Antrag ist es nunmehr möglich, eine ungerechtfertigt erscheinende negative oder neutrale Bewertung durch den Kundensupport löschen zu lassen. Ebay verkündet dazu: "Die Möglichkeit zur Bewertungsrücknahme ist ein deutsches Pilotprojekt, das ständig weiterentwickelt wird."

Nur zwei Löschanträge pro Monat

Für den Antrag auf Rücknahme einer Bewertung sind dabei einige Voraussetzungen notwendig, wie Ebay klarmacht:

* Käufer und Verkäufer müssen bei Ebay registriert sein
* der Löschantrag muss innerhalb von 30 Tagen nach der Bewertung erfolgen.
* Ein Verkäufer kann pro Transaktion nur eine Löschung beantragen.
* Maximal zwei Löschanträge sind pro Monat erlaubt.
* Der Käufer muss der Bewertungsrücknahme zustimmen.
* Tut er dies nicht oder ignoriert er die Aufforderung, bleibt die Bewertung bestehen.

Damit sind einige Händler nicht recht zufrieden. "Es kann nicht sein, dass ein Gewerbetreibender für jeden Zehn-Euro-Artikel aufwendig Anträge stellen muss", sagt Lars Warncke, "für Powerseller ist das nicht zu realisieren." Außerdem findet er, dass die ganze Richtung nicht stimmt: "Da werde ich schon wieder als Lügenbaron behandelt."

Die Gängelung der Ebay-Händler findet auch Anwalt Arndt Joachim Nagel ungeschickt. "Das nun von Ebay eingeführte Verfahren zur Rücknahme von Bewertungen stellt einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar", schreibt er in einem Kommentar. "Allerdings werden Verkäufer im Vergleich zur früheren Möglichkeit der einvernehmlichen Rücknahme von Bewertungen immer noch benachteiligt." Nagel schlägt deshalb eine Schlichtungsstelle bei Ebay vor, die sich mit Einzelfällen auseinandersetzt.

Händler wandern ab

Ob Ebay eine solche Schlichtungsstelle einführt und ob sie noch rechtzeitig kommt, erscheint angesichts einer massiven Abwanderungsbewegung fraglich. Hunderte von Händlern haben Ebay bereits entnervt den Rücken gekehrt und sich mit alternativen Auktionsplattformen angefreundet.

Sie sind zu Auxion.de, Hood.de oder Amprice.de abgewandert - Auktionsplattformen, die mit deutlich günstigeren Konditionen locken. Mehr als 4300 ehemalige Ebay-Händler sind beispielsweise zu Auxion.de gewechselt, wie Betreiber Lothar Fuchs verrät. Auch Lars Warncke hat dort einen Shop mit 5700 Artikeln eingerichtet, während in seinem Ebay-Shop nur noch 670 Artikel lagern. "Es gibt für mich keinen Grund mehr, einen Mitbewerber wie Auxion zu vernachlässigen", sagt Warncke. "Die Zeiten sind vorbei."

Für den bisherigen Quasi-Monopolisten Ebay sind das unliebsame Einzelfälle. Von einer Migrationsbewegung will Ebay-Geschäftsführer Stefan Groß-Selbeck zumindest nichts wissen: "Das Angebot hat insgesamt zugenommen, deshalb mache ich mir keine Sorgen."

Verkäufer wie Willi Wulff, der mit Zippo-Feuerzeugen handelt, hat er indessen verloren. Seitdem vergangene Woche Einzelheiten über Ebays neues Geschäftsmodell bekannt geworden sind, hat Wulff sich die Mühe gemacht, alles einmal durchzurechnen. Sein Fazit: "Wir müssten die Produkte um zehn Prozent verteuern. Es lohnt sich für mittelgroße Händler kaufmännisch einfach nicht."

Ob sich freilich woanders das Hickhack um die Bewertungen verbessert, ist ungewiss.

(Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,574755,00.html)
 
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