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Thema: Philatelistische Literatur: Zu teuer, zu billig ?
Heinz 7 Am: 05.05.2014 14:04:45 Gelesen: 5686# 1 @  
[Redaktionell auszugsweise aus dem Thema "Schweiz: Stehende Helvetia" kopiert]

Philatelistische Literatur findet man zuhauf, viel second-hand, zu oftmals sehr tiefen Preisen. Wenn man bedenkt, wie viel Arbeit und Kosten es verursacht, ein Buch zu SCHREIBEN, dann wundert man sich, dass selbst sehr aufwändig hergestellte Literatur oft sehr günstig angeboten wird (selbst Neuware). In der Regel rechnen ja die Autoren ihre Arbeitszeit gar nicht ein, sondern wollen höchstens einen Teil der Druckkosten mit dem Verkaufspreis decken. Früher war das noch viel teurer (ein schönes Buch mit Farbseiten); heute, mit den Scannern und den IT-Programmen ist das viel, viel günstiger geworden!

Man könnte sogar sagen: Es ist im Gegenteil so, dass philatelistische Literatur heute ZU BILIIG ist. Weil selbst wertvolle Bücher, Zeitschriftenbände u.s.w. kaum mehr "anständige Preise" erzielen bei Verkäufen, haben sich viele Literaturhändler zurückgezogen und handeln nicht mehr mit philatelistischer Literatur. Die Konsequenz davon ist, das vieles im Altpapier landet. In späteren Jahren werden wir vielleicht feststellen, dass zur Zeit (2010-2014) ein grosser Teil der Literatur verloren geht, weil sich (zur Zeit) zu wenige Leute professionell darum kümmern, weil die Preise so tief sind.

Das hat auch mit der "Gratis"- und "Geiz ist geil"-Mentalität zu tun - klar, für Leute, die gar kein Geld HABEN, ist das natürlich schön, wenn fast alles fast zum Nulltarif (trotzdem) konsumiert werden kann. Dass dafür aber andere "den Preis zahlen", sollte dabei nicht vergessen werden.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
taro Am: 05.05.2014 18:54:08 Gelesen: 5624# 2 @  
@ Heinz 7 [#1]

Hallo Heinz,

eigentlich schon seltsam: Auf der einen Seite ist, wie du sagst, philatelistische Literatur zu billig, auf der anderen Seite scheint sie immer noch zu teuer zu sein, um ausreichend Verbreitung zu finden - man schaue sich nur die bekannten Handelsplattformen an.

Wer ein Buch über ein philatelistisches Thema verfasst, sollte eigentlich weniger den wirtschaftlichen sonder eher den ideellen Aspekt in der Vordergrund stellen: Wissen verbreiten. Es ist und bleibt schließlich ein Hobby und jeder Autor ist doch auch nur ein Sammler/Philatelist. Das die zwangsläufig anfallenden Kosten gedeckt sein sollten, steht aber natürlich außer Frage - aber mit dem Ziel, Gewinne zu erwirtschaften sollte nicht vorrangig publiziert werden.

Weil selbst wertvolle Bücher, Zeitschriftenbände u.s.w. kaum mehr "anständige Preise" erzielen bei Verkäufen

Nun, das würde ich jetzt nicht so direkt unterschreiben. Der Markt macht den Preis (immer diese ewige Floskel). Und um nur mal ein Beispiel zu nennen: Für einen gebunden Jahrgang des Illustrierten Briefmarken-Journal mit Original Einband kannst du schnell mal eben 50 € zahlen. Das ist meiner Meinung nach ein vernünftiger Preis. Von zu billig keine Spur.

Was aktuelle Jahrgänge einschlägiger "Fachzeitschriften" betrifft, sofern man sie so nennen will: Qualität und Inhalt haben eben ihren Preis - oder in diesem Fall eher das Gegenteil.

Viele Grüße
Sven
 
gründi Am: 05.05.2014 21:29:23 Gelesen: 5566# 3 @  
@ Heinz 7 [#1]

Hallo Heinz,

ich habe dich bis jetzt als stiller Mitleser als einen kompetenten Sammler im Bereich Rumänien sowie Schweiz Klassik kennen gelernt. Was du hier allerdings schreibst, entbehrt jeder sachlichen Grundlage.

Du schreibst, Literatur sei zu billig, bzw. wird zu billig gehandelt. Mich interessieren deine Beweise zu diesen Pauschalaussagen. Literatur wird meist über die entsprechenden Argen oder Eigenverlage der Autoren herausgegeben, dies zu sehr hohen Preisen. Will man den Briefmarkensammler zu neuen Erkenntnissen, auch zu mehr Literatur bringen, so sollte man nicht vergessen, dass nicht jeder Sammler zu den oberen zehntausend gehört. Das Sammeln ist und bleibt ein Hobby für Jedermann, ob reich, ob arm (was das ist, ist auch wieder sehr subjektiv).

Vielleicht ist dein finanzieller Hintergrund ein anderer, allerdings solltest du dich dann auch entsprechend vorstellen.

Mit kopfschüttelnden Grüßen

gründi
 
jahlert Am: 05.05.2014 22:44:36 Gelesen: 5528# 4 @  
@ gründi [#3]

Hallo gründi,

wenn Du den kompletten Beitrag als Antwort zum o.a. Thema 'stehende Helvetia' liest, dann wirst Du vermutlich anders urteilen.

Es ist nach meiner Einschätzung ungünstig, wenn ein Teil eines Beitrages zum Start eines neuen Themas wird.

Kopf hoch
Jürgen
 
Heinz 7 Am: 06.05.2014 00:09:21 Gelesen: 5492# 5 @  
@ gründi [#3]

Hallo Gründi,

ich nehme es Dir nicht übel, wenn Du anderer Meinung bist als ich, aber ich bleibe bei meiner Meinung (siehe Schweiz: Stehende Helvetia). Dort habe ich einem jungen Sammler geraten, sich Literatur zu kaufen, vielleicht am besten ein Sammellos, wie es hin und wieder angeboten wird. Da kriegt man oft für sagen wir 100 Euro 20-30 Bücher, die einzeln natürlich viel mehr kosten würden (neu). Mit solch einer Grundbibliothek kann man schon sehr gut arbeiten. Ausleihe aus Bibliotheken sind zwar eine gute Sache, aber oft benötigen wir ja die Bücher als Nachschlagewerke auch später, darum empfehle ich, die Bücher zu kaufen. Leider gibt es aber heute nur noch wenig Händler, die sich die Mühe machen, philatelistische Bücher anzubieten. Grund: siehe oben.

Beweisen muss ich Dir nichts, da kannst Du Dir selber ein Bild machen, wenn Du das willst.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
philapit Am: 06.05.2014 07:35:13 Gelesen: 5457# 6 @  
Hallo Heinz,

das Auktionshaus Schwanke in Hamburg führt 1 oder 2 mal im Jahr eine reine Philatelistische Literatur-Auktion durch. Wäre für einige, die sich über zu hohe Literaturpreise beschweren, vielleicht eine Option. Den kostenlosen Auktionskatalog per e-mail bestellen und evtl. fündig werden. Ich habe das Glück in Hamburg zu wohnen und bin Mitglied der Philatelistischen Bibliothek. Eine Fernleihe ist immer möglich. Die wichtigsten Sachen kann man für den Eigenbedarf auch kopieren. Das ist meiner Meinung nach kein Verstoß gegen Gesetze. Über eins sind wir uns ja einig, wer nicht nur bunte Bildchen sammeln will, braucht Spezialliteratur seines Gebietes.

Mit freundlichem Gruß
philapit
 
muemmel Am: 06.05.2014 20:32:24 Gelesen: 5309# 7 @  
Guten Abend,

wenn es gestattet ist, möchte ich zu diesem Thema mal meinen Senf abgeben und ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Im Oktober 2011 erschien aus meiner Feder im Rahmen der INFLA-Bücherei der mit 2,7 kg schwergewichtige und knapp 500 Seiten umfassende Band 67 zur Rosettenausgabe (Dt. Reich MiNrn. 313-330).

Die Arbeitszeit ist in Stunden nicht erfassbar, aber es waren knapp sieben Jahre, bis alles in trockenen Tüchern war. Während dieser Zeit habe ich einige Sammler besucht und deren Sammlungen gesichtet. Das summierte sich mit Fahrt- und Übernachtungskosten locker auf einen dreistelligen Betrag. Auch die Scans der Museumsstiftung für Post und Telekommunikation wollten bezahlt werden. Die Belege habe ich zwar nicht alle aufbewahrt, aber insgesamt dürften zwischen 500 und 600 Euro dafür angefallen sein. Soviel an dieser Stelle zu den vorbereitenden Kosten.

Nachdem alles druckreif war, ging es nun darum, die Auflagenhöhe abzuschätzen und danach die Kosten zu ermitteln. Es stand zwar fest, dass die Gotwin-Zenker-Stiftung (GZS) zur Förderung philatelistischer Literatur einen Zuschuss gewähren würde, aber die Größenordnung wurde zunächst nicht beziffert. Schließlich war der Konsens, dass 250 Exemplare in Druck gehen sollten und auch gedruckt worden sind. Zieht man davon die Pflichtexemplare an diverse Bibliotheken und die Belegexemplare des Verfassers ab, standen letztendlich 210 bis 220 Bücher für den Verkauf zur Verfügung. Letztendlich kostete das Gesamtwerk 57,—€ für Mitglieder von INFLA-Berlin und 67,—€ für Nichtmitglieder. Ohne die Bezuschussung der GZS wären Preise von 90.– bzw 100,—€ fällig geworden.

An dieser Stelle komme ich nicht umhin, die "Wohltaten" der GZS lobend zu erwähnen. Ohne diese Stiftung wäre mit Sicherheit das eine oder andere philatelistische Buch nie erschienen. So z.B. nicht das Buch von Dieter Sejak zu den Kreis-Obersegmentstempeln (KOS), das Buch von Jürgen Winkelmann zum Übergang der Bayrischen Post auf die Deutsche Reichspost, um nur zwei Werke zu erwähnen.

Da es im Vorfeld zwischen dem damaligen Vorstand von INFLA-Berlin und mir bzgl. der Ausgabe (Loseblattform, Vierfachlochung, 150g-Papier, Format DIN A4 im Vierringordner) Differenzen gab, hatte ich auch eine Alternative im Eigenverlag in Erwägung gezogen. Dazu hätte es nun meinerseits noch der Genehmigung des Schwaneberger Verlags bedurft, seine Michelnummern zu verwenden (Kosten unbekannt, da keine Notwendigkeit mehr bestand). In dem Fall hätte ich dann das Buch für etwa 130,–€ verkaufen müssen. Allerdings wäre bei diesem Preis eine Auflage von 250 Exemplaren illusorisch gewesen.

Bleibt schlussendlich die Frage: "Welchen Nutzen habe ich davon?".

Materiell: Keinen. Der Verkaufserlös geht an die Infla-Verlags-GmbH, die mit jedem verkauften Buch einen Gewinn macht, der somit wiederum der Vereinsarbeit für INFLA-Berlin zugute kommt.

Ideell: Jede Menge. Nicht nur Sammler der Rosettenmarken fragen bei mir an, sondern dann und wann auch Infla-Prüfer.

Fazit:

Für mich war es einfach wichtig, das von den Altvorderen und meinen "Mitarbeitern" (ein solches Werk kann man nicht ohne Helfer erstellen) erworbene Wissen, weiter zu geben, damit es nicht in der Versenkung verschwindet. Im Grunde also Idealismus in Reinform.

Schöne Grüße
Mümmel
 
Altdeutschland Am: 06.05.2014 22:03:41 Gelesen: 5247# 8 @  
@ muemmel [#7]

Ich kann muemmel nur zustimmen, vieles ist nur mit persönlichen ideellem Einsatz möglich und ohne die Gotwin Zenker Stiftung wäre vieles nicht möglich. Das Kapital dieser Stiftung stammt ja wohl aus den Prüfgebühren nach seiner Finanzierung, wenn ich mich recht erinnere.

Vielleicht dieses noch zur Ergänzung: Der Versand und Druck der Rundbriefe bei der ArGe Hannover/Braunschweig kostet einen (größeren) vierstelligen Betrag pro Rundbrief

Viele Grüße
Altdeutschland
 
Heinz 7 Am: 07.05.2014 14:38:07 Gelesen: 5144# 9 @  
@ philapit [#6]

Hallo Philapit,

danke für den Hinweis! Schwanke ist auch für mich eine ganz wichtige Adresse geworden, ich bin praktisch "Stammkunde" bei ihnen. Mit viel Liebe zum Detail werden dort noch philatelistische Literatur-Auktionen durchgeführt, aber wo sonst noch? - Und auch bei Schwanke sind die Preise oft sehr tief, was aber kein "Vorwurf" ist, sondern eine nüchterne Feststellung. Da Schwanke immer wieder aber auch wirklich tolles Material anbieten kann, kommen manchmal auch spektakuläre Preise (hohe Preise) zustande, was zwar die Literatursammler, Auktionatoren und die Öffentlichkeit freut, aber dann auch wieder nicht überall gerne gesehen wird (siehe auch dieses Forum).

So gilt denn heute: wer als aktiver Sammler gute Literatur sucht, der kann durchaus (noch) sehr preis-wertes Material finden. Das sollte eigentlich Anreiz sein, die Bibliotheken etwas auszubauen. Und damit wäre dann allen geholfen.

@ muemmel [#7]

Hallo Mümmel,

schön gesagt, bravo! "Idealismus in Reinform", das ist das, was viele Philatelisten leisten! Auch im Bund Deutscher Philatelisten, wage ich hier anzumerken, im Bewusstsein, hier ein weiteres "Minenfeld" zu betreten, wo viele negative Meinungen bestehen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
uli Am: 07.05.2014 15:27:08 Gelesen: 5122# 10 @  
@ muemmel [#7]

Hallo Mümmel,

verstehe ich richtig, dass der Druck von 250 Exemplaren des Buchs um die 20.000 Euro gekostet hat?

Gruß
Uli
 
Heinz 7 Am: 22.12.2017 21:35:04 Gelesen: 3458# 11 @  
@ Heinz 7 [#1]

Zu diesem Titel haben wir längere Zeit nichts mehr geschrieben oder gelesen.

Ich konnte dieses Jahr wieder unerwartet meine Bibliothek um wichtige Stücke ergänzen. Mehrere Jahre habe ich praktisch kaum mehr etwas gefunden. Entweder ich sah die Angebote nicht, oder es gab sie nicht? Dieses Jahr war es anders.

Ein grosser Anlass für Literatur-Liebhaber war sicher die Köhler Auktion im März 2017, über die in der philatelisten Presse viel berichtet wurde. Ich habe einige Lose gekauft.

Auch Ende Jahr gab es eine bemerkenswerte Auktion in Grossbritannien, auf die ich im letzten Moment aufmerksam wurde. Vor allem das hier abgebildete Los hat mich sehr interessiert:



1906-1907 wurde die riesige Sammlung des französischen Händlers Erard Le Roy d'Etiolles verkauft. Die Auktionskataloge sind dazu sind sehr selten. Jules Bernichon, Paris, bot die Sammlung in 9 Verkäufen in 12668 Losen an (siehe auch: Carlrichard Brühl, "Geschichte der Philatelie", Band 1, Seite 394).

Ein kompletter Satz dieser Kataloge wurde zu nur GB£ 100 angeboten! Natürlich blieb es nicht bei diesem Preis, aber ich bin mit dem Ergebnis immer noch günstig weggekommen (GB£ 460). Für die 9 Kataloge hätte ich auch problemlos mehr bezahlt.

Auch Zeitschriften waren zum Teil günstig zu haben. Aber allgemeine Aussagen sind schwer möglich; einzelne Angebote wurden auch teurer verkauft, als ich jetzt erwartet hätte.

Geduld und Aufmerksamkeit helfen auch bei diesem Sammelgebiet, Seltenheiten zu finden, die sicher nicht zu teuer sind.

Heinz
 
fdoell Am: 24.12.2017 00:22:47 Gelesen: 3298# 12 @  
Wer philatelistische Literatur zu günstigen Preisen sucht, muss nicht nur auf Auktionen schauen. Auch philatelistische Antiquariate wie z.B. philabooks.com bieten - je nach Sammelgebiet - öfters mal durchaus reizvolle Angebote.

Gruss
Friedhelm
 
lolli Am: 24.12.2017 11:02:16 Gelesen: 3231# 13 @  
Hallo Fiedhelm,

danke für den Tipp.

Dort bin ich gerade fündig geworden nach einem Buch, das ich schon länger suche.

schöne Feiertage

Stefan
 
Olilux Am: 24.12.2017 15:31:42 Gelesen: 3171# 14 @  
@ Heinz 7 [#11]

Hallo Heinz,

auch bei der Auktion in Grossbritannien bin ich fündig geworden, aber Glückwunsch an Dich für diesen Kauf. Dieser Katalog war mir nicht aufgefallen.

Anbei ein Bericht des Verkaufs vom Luxemburg-Teil der Auktion Le Roy d'Etiolles, entnommen aus dem Moniteur du Collectionneur von der Mai Ausgabe 1907:



Leider kann ich bei diesen Beschreibungen keine bekannte Stücke zuordnen, da keine Abbildungen und/oder detaillierte Beschreibungen vorhanden sind.

Wäre es möglich einen Scan des Luxemburg-Teils aus dem Auktionskatalog zu bekommen ?

besten Dank und schöne Feiertage

Olivier
 
ebuphil Am: 24.12.2017 16:34:44 Gelesen: 3141# 15 @  
Hallo miteinander!

Wer im philatelistischen Bereich ein Thema bearbeiten will, sollte sich zuvor fragen: Schreibe ich für ein breites Publikum oder eher nur, weil mich das Thema interessiert? Denn auch für philatelistische Literatur dürfte die ökonomische Nasenweisheit gelten: Die Nachfrage bestimmt den Preis! Je spezialisierter die publizierte Thematik ist, desto weniger Interessenten wird es für ein Buch geben. Hinzu kommt: Philatelistische Verlage haben oft nicht die Mittel für eine breit angelegte Werbung, und im Internet sind viele Informationen zeitnah und kostenlos abrufbar.

Im Grunde ist es mit dem Publizieren in der Philatelie ähnlich wie beim Briefmarkensammeln selbst: Man steckt viel Energie und Zeit in das Hobby und weiß nicht, was eines Tages mit der Hinterlassenschaft geschehen wird. Wenn aber das Sammeln bzw. das Schreiben Spaß macht, zählt der Aufwand (subjektiv) nicht.
 
Heinz 7 Am: 27.12.2017 14:04:44 Gelesen: 2956# 16 @  
@ Olilux [#14]

Lieber Oliver,

vielen Dank für die Rückmeldung.

Dein Bericht aus dem "Moniteur" ist sehr interessant! Gerade der 7. Verkauf interessiert auch mich persönlich am meisten (Rumänien-Teil!) und da sind doch tatsächlich ein paar wichtige Resultate besprochen! Super!

Ich werde auch einzelne zeitgenössische Zeitschriften konsultieren, um noch mehr über diese Auktion zu erfahren. Die Anordnung in den Auktionskatalogen ist etwas seltsam und einige Gebiete sind auf mehrere Auktionen verteilt.

Heinz

@ fdoell [#12]

Hallo Friedhelm,

das ist natürlich richtig! Auch Vereinsauktionen oder Verkäufe anlässlich von Jubiläen, Ausstellungen, u.s.w., sind oft sehr "chancenreiche" Möglichkeiten, etwas zu finden. An der Briefmarken-Ausstellung in Burgdorf (Schweiz) diesen Herbst kam ein grosser Literatur-Posten einzeln zum Verkauf; das war in der Regel äusserst günstig und der Verkaufserfolg war dementsprechend: die Bestände schmolzen innert kurzer Zeit auf die "altbekannten Ladenhüter"!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 27.12.2017 23:45:28 Gelesen: 2850# 17 @  
@ Olilux [#14]

Lieber Oliver,

Dein Bericht ist wirklich sehr willkommen, denn ausgerechnet der 7. Verkauf dieser Sammlung ist relativ gut dokumentiert. Der Auktions-Katalog umfasste 3 Fototafeln. 42 Lose wurden abgebildet, und Du lieferst mit Deinem Bericht nun einzelne Ergebnisse; das ist natürlich sehr interessant!

In der Zeitschrift "Le Timbre-Poste, Journal des Collectionneurs. Editeur: Ch. Mendel" wurde sogar mit einer Farb-Fototafel auf die Auktion hingewiesen! 19 Marken waren abgebildet, in Farbe! Das ist für diese Zeit eine grosse Seltenheit!

Diese Farbseite aus der Zeitschrift ist auch in dem gebundenen Buch der d'Etiolles-Verkäufe eingebunden! Ich habe die Seite gescannt, aber wegen der Bindung sind die 5 Marken links nur ansatzweise zu erkennen.



Wir sehen u.a.

a) eine schöne ungebrauchte Doppelgenf!
b) eine schöne ungebrauchte Neapel-Nr. 8 (Weisses Savoyer-Kreuz)
c) zwei Toskana 3 Lire-Marke gestempelt
d) eine 27 und eine 81 Parale-Marke von Rumänien!

Fast alle dieser Marken werden in der Mai-Ausgabe Deiner gezeigten Zeitschrift erwähnt! Das Spitzenresultat war offenbar die 81 Parale-Marke mit FRF 4'482.50, und das für eine Marke, die zwei Nadel-Löcher aufweist!

Im Auktions-Katalog habe ich den Luxembourg Teil gefunden, es sind immerhin 51 Lose (Lose 8764-8814). Ich werde von den Seiten 43-47 des Kataloges je ein Foto machen können, die ich Dir dann zusenden werde. Der Auktionator hat keine der Lose abgebildet.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Olilux Am: 28.12.2017 12:44:50 Gelesen: 2788# 18 @  
@ Heinz 7 [#17]

Lieber Heinz,

auch Danke für deine Antwort,

anbei auch noch ein kleines Resumé dieser Versteigerung, entnommen aus der Juli 1907 Ausgabe des Moniteur du Collectionneur.



Wie dort erwähnt findest du eher einen Bericht der Versteigerung in der Echo de la Timbrologie. Leider habe ich den Jahrgang 1907 nicht,

beste Grüsse

Olivier
 
Heinz 7 Am: 07.02.2019 20:50:50 Gelesen: 245# 19 @  
@ Olilux [#14]

Frankreich & Belgien waren im XIX. Jahrhundert extrem wichtig für die Entwicklung des Briefmarkensammelns. Carlrichard Brühl schreibt dazu was folgt:

"Grossbritannien hatte die ersten philatelistischen Zeitschriften herausgebracht, (...), doch die führenden Blätter der 60er Jahre wurden dennoch in Brüssel und Paris veröffentlicht. Nach Alter und Bedeutung steht hier das von J.-B. Moens verlegte "Le Timbre-Poste" an erster Stelle, das ohne jeden Zweifel die führende philatelistische Zeitschrift des 19. Jahrhunderts gewesen ist. Die erste Nummer erschien am 15. Februar 1863 (...)". siehe Brühl, Band 2, Seite 772.

Etwas weiter hinden finden wir folgende Information:

Da das "Timbre-Poste" in französischer Sprache gedruckt wurde, bestand zunächst kein Bedarf nach einem weiteren französischen Blatt. So kam es, dass die erste philatelistische Zeitschrift Frankreichs relativ spät - im Sommer 1864 - Premiere hatte: am 15. Juli 1864 veröffentlichte der gerade erst 20jährige Arthur Maury die erste Nummer von "Le Collectionneur de Timbres-Poste" (...) => siehe Brühl, Seite 777.

und weiter...

"Die zweite französische Zeitschrift war nur wenig jünger als der "Collectionneur": am 15. November 1864 erschien die erste Nummer von "Le Timbrophile. Journal de la collection timbro-postale (et fiscale)" von Pierre Mahé. Es gelang Mahé in wesentlich grösserem Umfang als Maury, die bedeutendsten Philatelisten jener Jahre - an der Spitze Dr. A. Legrand - als ständige Mitarbeiter zu gewinnen, die den "Timbrophile" zum führenden Blatt der 60er Jahre machten. Fast alle grossen philatelistischen Probleme der Frühzeit wurden hier wenn nicht sogar zuerst, so doch zumindest am ausführlichsten und gründlichsten besprochen. (...). Leider erlebte dieses vorzügliche Blatt nur sieben Jahrgänge zu je zwölf Nummern, die durchpaginiert waren und insgesamt 606 Seiten umfassten. Im Dezember 1871 kam es für die beste Zeitschrift der Pionierjahre der Philatelie zu einem viel zu frühen Ende." => siehe Brühl, Seite 777+781.

Ich staunte nicht schlecht, als kürzlich folgendes Buch angeboten wurde.



Wir haben also nichts anderes als "die beste Zeitschrift der Pionierjahre der Philatelie" vor uns, und gemäss Losbeschreibung gleich die ersten vier Jahrgänge, in einen Band gebunden. Das Bild deutet auf gute Erhaltung hin.

Sooo alte philatelistische Literatur findet man nur selten.

Nun die Gretchenfrage: Wieviel darf solch ein Juwel kosten?

500 Euro? - Doppelt so viel? - Zahlt ein Liebhaber vielleicht noch mehr? Wieviel muss man bieten, um überhaupt Chancen zu haben?

Der Ausruf liegt bei... ? Wagen wir den Blick in die Preisspalte...

Nun staunte ich nochmals nicht schlecht. Euro 50 steht da...

Viel Vergnügen...

Heinz
 
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