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Thema: (?) (305/316) Deutsches Reich Dauerserie Hitler
chuck193 Am: 25.06.2014 19:14:42 Gelesen: 174589# 1 @  
Hallo die Hitler Marken Sammler,

schade, dass wie aus verschiedenen Beiträgen ausgesprochen (besser geschrieben) ist, da sammeln nicht viele von euch diese Marken. Hier mal verschiedene Tönungen der 6 Pf Marke. Da ich einige der Marken postfrisch habe, geht es mit dem Gummi jetzt wieder weiter. Diese Serie, wie alle anderen Marken zwischen 1936 und 1945, gehören ja auch in die Philatelie.

Schöne Grüsse,
Chuck


 
Claudius Kroschel Am: 25.06.2014 19:37:49 Gelesen: 174582# 2 @  
@ chuck193 [#84]

Hallo Chuck,

wenn Du da bei den Dauerserien Hitler Hilfe oder Infos brauchst, dann kannst Du gerne Peter Stastny anschreiben. Peter ist ebenfalls hier angemeldet. Peter prüft 3. Reich für den VPEX und eines seiner Spezialgebiete ist die Dauerserie Adolf Hitler.

Bei Felzmann wird jetzt ein Sahnestückchen aus dem Bereich der Dauerserie Hitler versteigert. Aktuelle Felzmann Auktion Los Nr. 4259, MiNr. 785 Pa z auf dunkelbläulichviolettem Papier. So ein Ding ist deutlich seltener als die blauen und roten Mauritius von der 1. Platte. Geschätzte Gesamtmenge kleiner 10 Stück, von den Mauritius sind über 20 bekannt. Peter hat dazu das Attest geschrieben, da die Schlegels dazu keine Vergleichsstücke haben. Ich bin mal gespannt, ob das Ding weg geht oder liegen bleibt, denn die Hitler Dauerserie ist ein wirkliches Stiefkind der Philatelie des 3. Reichs.
 
chuck193 Am: 25.06.2014 23:39:14 Gelesen: 174550# 3 @  
@ Claudius Kroschel [#2]

Hi Claudius,

leider habe ich noch keine weiteren Beiträge über diese Hitler Serie hier gesehen, also wenn man sich nicht um Stiefkinder interessiert, na das ist schade.

Die Marken vom dritten Reich sind nach meiner aussenstehenden Meinung sehr schön. Auch viele sind nicht gerade billig in postfrisch.

Schöne Grüsse,
Chuck.
 
Marcello Am: 25.06.2014 23:42:16 Gelesen: 174548# 4 @  
@ chuck193 [#3]

Hallo Chuck,

ich habe von dieser Serie ein paar in postfrisch und gestempelt. Auch auf Paketkarte bzw. auf Brief. Zwar nicht viel, aber ein wenig zumindest. Wenn du möchtest, kann ich es hier nach und nach einstellen.

Gruß
Marcel
 
chuck193 Am: 26.06.2014 02:30:28 Gelesen: 174534# 5 @  
@ Marcello [#4]

Hallo Marcello,

ja, diese Seite braucht ja auch viele Bilder.

Schöne Grüsse,
Chuck
 
Marcello Am: 26.06.2014 13:07:41 Gelesen: 174497# 6 @  
@ chuck193 [#5]

Hallo Chuck,

dann wollen wir das mal in Angriff nehmen. :o) Starten möchte ich mit einer Paketkarte, frankiert mit einer 60 Pfg und 5 Pfg. Leider ist die 60er und die Paketkarte beschädigt, was mich aber im Angesicht der interessanten Adresse nicht stört.

Paketkarte von 5 - 6 Kg + Zustellgebühr. Entfernung von 75 - 150 km. 50 Pfg + 15 Pfg = 65 Pfg Porto. Adresse: Hitlerjugend Bann 767



Werde so nach und nach meine Sachen zu dem Thema einstellen.

Grüße
Marcel
 
chuck193 Am: 26.06.2014 20:38:41 Gelesen: 174458# 7 @  
@ Marcello [#6]

Hi Marcello,

ich glaube, dass ich zwei solche Karten auf meinem Schreibtisch habe, mit den Details bin ich leider nicht vertraut (Porto usw.).

Schöne Grüsse,
Chuck
 
Marcello Am: 27.06.2014 11:55:20 Gelesen: 174418# 8 @  
@ chuck193 [#67]

Hallo Chuck,

Details sind nicht unbedingt wichtig. Ich habe eben so einen Spleen, die Karten und Belege so deutlich wie möglich zu beschreiben. :o) Aber nun will ich mal mit unseren Thema weitermachen. Zuerst mal die Marken, etwas postfrisch und gestempelt.





Dann mein einziges Paar, das als Gummiabart von Schlegel geprüft ist.



Grüße
Marcel
 
Marcello Am: 27.06.2014 12:04:58 Gelesen: 174415# 9 @  
Eine portogerechte 6 Pfg Frankatur auf Postkarte.



und die Rückseite



Grüße
Marcel
 
Briefmarkentor Am: 27.06.2014 18:57:46 Gelesen: 174334# 10 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 14. Januar 1944 aus Neuenhagen in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Stettin in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin). Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 12 Rpf (Mi.-Nr. 827) freigemacht.

Laut dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in der Ortschaft Neuenhagen, in welcher im Jahr 1946 zusammen mit der Gemeinde Altenhagen und der Ortschaft Philipshof 1.107 Einwohner lebten, eine Poststelle II. Dies erkennt man auch an dem Rechteckstempel mit gerundeten Ecken, Strich und zwei Zeilen (L16) "Neuenhagen / über Altentreptow". Dieser Stempel neben dem Postwertzeichen wurde auf der Poststelle II abgeschlagen. Anschließend wurde der Brief dem zuständigen Postamt zugeleitet, bei dem dann das Postwertzeichen mit dem Zweikreisstegstempel ALTENTREPTOW / c abgeschlagen wurde.

Bedingt durch die Rohstoffarmut Deutschlands, die Ausrichtung der kompletten Wirtschaft auf die Kriegsproduktion und den seit 1939 anhaltenden Krieg herrschte im normalen Leben ein Mangel an allem Notwendigen. Auch Papier und Briefumschläge waren knapp. An obigen Brief erkennt man, das es findige Unternehmer gab, welche Zettel herstellten, mit denen gebrauchte Briefumschläge wiederverwendet werden konnten.


 
Briefmarkentor Am: 27.06.2014 19:00:00 Gelesen: 174331# 11 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 1. Januar 1944 aus Beggerow in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Stettin in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin). Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 12 Rpf (Mi.-Nr. 827) freigemacht.

Laut dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in der Gemeinde Beggerow, in welcher im Jahr 1946 zusammen mit den Ortschaften Gatschow, Glendelin und Johannenhöhe 1.447 Einwohner lebten, eine Poststelle II. Dies erkennt man auch an dem Rechteckstempel mit gerundeten Ecken, Strich und zwei Zeilen (L16) "Beggerow / über Demmin". Dieser Stempel neben dem Postwertzeichen wurde auf der Poststelle II abgeschlagen. Anschließend wurde der Brief dem zuständigen Postamt zugeleitet, bei dem dann das Postwertzeichen mit dem Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten DEMMIN / LAND abgeschlagen wurde.


 
Briefmarkentor Am: 27.06.2014 19:02:29 Gelesen: 174327# 12 @  
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 2. Januar 1944 aus Greifswald in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Estebrügge in der preußischen Provinz Hannover (RPD Hamburg). Die Karte wurde portorichtig mit 6 Rpf (Ganzsache P 299 I) freigemacht.


 
Briefmarkentor Am: 28.06.2014 21:22:47 Gelesen: 174209# 13 @  
Inlandsdrucksache bis 20 g vom 17. Januar 1944 aus Freiberg im Freistaat Sachsen (Reichspostdirektion Dresden). Die Drucksache wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 3 Rpf (Mi.-Nr. 782) freigemacht.


 
stampmix Am: 29.06.2014 12:53:12 Gelesen: 174152# 14 @  
Hallo,

für die Verwendung von Markwerten dieser Dauerserie waren auf Brief nicht viele Möglichkeiten gegeben.

Hier ein mit der 1RM-Marke DR-799A und 5Pf DR-784portogerecht frankierter Eilboten-Einschreiben-Auslandsbrief von Wien nach Montreux (Schweiz) am 6.10.1942. Der Trauerbriefumschlag ließ nichts Gutes ahnen und wurde ungeduldig aufgerissen.



Grüsse
stampmix
 
LOGO58 Am: 29.06.2014 13:59:01 Gelesen: 174128# 15 @  
Hatte ich noch in einer meiner Kisten und will ich nicht vorenthalten:



Wenn nötig, können die Spezialisten dazu gerne noch ein paar Angaben machen.

Viele Grüße aus dem Norden
Lothar
 
westfale1953 Am: 29.06.2014 15:08:59 Gelesen: 174109# 16 @  
Ich bin auch nicht unbedingt ein Fan dieser Serie, zeige aber trotzdem einige Briefstücke, die ich wegen der sauberen Stempel aufbewahrt habe.

Bernhard


 
Marcello Am: 30.06.2014 15:22:52 Gelesen: 174046# 17 @  
Hallo miteinander,

heute will ich mal weitermachen, wie am Freitag angekündigt. Heute eine Postkarte, frankiert mit einer 6 Pfg. Im grunde nichts besonderes, jedoch ist die Rückseite interessant. Dort ist von einer Lieferung für das Panzerprogramm der SS die Rede.



Grüße
Marcel
 
Briefmarkentor Am: 30.06.2014 22:39:35 Gelesen: 173989# 18 @  
Inlandsdrucksache bis 20 g vom 16. Februar 1944 aus Stavenhagen Siedlung im Land Mecklenburg (RPD Schwerin) nach Chemnitz im Freistaat Sachsen (RPD Chemnitz). Die Karte wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 3 Rpf (Mi.-Nr. 782) freigemacht.


 
Zacken-willi Am: 01.07.2014 17:33:42 Gelesen: 173923# 19 @  
Ich habe meinen Briefbestand mal zu diesen Thema durch gesehen und einige Stücke gefunden.

Interessant finde ich die beiden Postkarten, mit den beiden Farben.





Viele Grüße

Wilfried
 
Jürgen Zalaszewski Am: 02.07.2014 18:14:12 Gelesen: 173868# 20 @  
Irgendwann kam ich mal in den Besitz des nachfolgenden Beleges. Seit dem schaue ich immer nach Belegen mit der 30 Pf-Frankatur der Hitler-Dauerserie. Was da so zusammen gekommen ist, werde ich hier nach und nach zeigen. Wo sonst kann man Belege mit dieser verpönten Dauerserie zeigen, wenn nicht auf den Philaseiten.

Arbeiter-Urlauberkarte vom 14.5.1944 mit 30 Pf-Hitler-Dauerserie als Gebührenmarke

In der 16. Verordnung des Reichsarbeitsministers zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit wurde festgelegt, dass für Arbeiter, die in einem Industrie- oder Handwerksbetrieb des Baugewerbes oder eines Baunebengewerbes tätig waren, eine Arbeiter-Urlauberkarte angelegt werden musste, die durch den Betriebsführer zu führen war. Der Arbeitgeber war verpflichtet, für Arbeiter jede 16. Lohnwoche eine Urlaubskarte anzulegen und für jede Lohnwoche Urlaubsmarken im Wert von 2 % des Lohnes einzukleben und zu entwerten. Die Reichspost wurde mit der Ausgabe dieser Urlaubskarten und dem Vertrieb der Urlaubsmarken beauftragt und zahlte den angesammelten Betrag an den Arbeitgeber aus, sobald der Arbeiter den ihm zustehenden Urlaub in Anspruch nahm. Der Arbeitgeber zahlte dann unter Einbehaltung der gesetzlichen Abzüge das Urlaubsgeld aus. Die Gebühr für die Bearbeitung der Urlauberkarte betrug zunächst 10 Pf und ab dem 1. Februar 1941 30 Pf und mußte vom Arbeitgeber entrichtet werden.


 
Briefmarkentor Am: 02.07.2014 20:08:25 Gelesen: 173835# 21 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr über 20 bis 250 g vom ?. Februar 1944 aus Prislich im Land Mecklenburg (RPD Schwerin) nach Berlin (RPD Berlin). Der Brief wurde portorichtig in Mischfrankatur mit 54 Rpf (1 x Mi.-Nr. 794, 2 x Mi.-Nr. 827) freigemacht.

Laut dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in der Gemeinde Prislich, in welcher im Jahr 1946 zusammen mit der Ortschaft Kaltehof 641 Einwohner lebten, eine Poststelle II. Dies erkennt man auch an dem Rechteckstempel mit Strich und zwei Zeilen (L6) "Prislich / über Grabow (Meckl)". Dieser Stempel neben dem Postwertzeichen wurde auf der Poststelle II abgeschlagen. Anschließend wurde der Brief dem zuständigen Postamt zugeleitet, bei dem dann das Postwertzeichen mit dem Zweikreisstegstempel GRABOW (MECKL) / a abgeschlagen wurde.


 
sotos Am: 02.07.2014 20:26:23 Gelesen: 173829# 22 @  
@ Claudius Kroschel [#2]

Hallo Claudius Kroschel,

hättest Du vielleicht einen Scan oder eine Abbildung der Marke ?

Grüße
 
Marcello Am: 02.07.2014 20:34:44 Gelesen: 173821# 23 @  
@ sotos [#22]

Hallo Sotos,

einfach auf http://www.felzmann.de gehen und dort das oben beschriebene Los suchen.

Grüße
Marcel
 
sotos Am: 02.07.2014 20:47:23 Gelesen: 173815# 24 @  
@ Marcello [#23]

Danke, habe das Los gesehen.

Grüße
 
KaraBenNemsi Am: 02.07.2014 21:15:12 Gelesen: 173804# 25 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#20]

Hallo Jürgen,

das ist ja ein interessanter Beleg. Ich kannte die 30 Pfg.-Marke bisher hauptsächlich zur Abdeckung der Einschreibegebühr. So habe ich sie noch nicht gesehen.

Viele Grüße

Carsten
 
KaraBenNemsi Am: 02.07.2014 21:35:36 Gelesen: 173799# 26 @  
Pauline, nicht öffnen

schrieb ein Sammler als Botschaft an seine Frau auf die Rückseite seines mühevoll beklebten Satzbriefes mit den Ausgaben Ostland 1-18 aus Minsk (heute Belarus, seinerzeit Reichskommissariat Ostland, Generalbezirk Weißruthenien).

Nicht dass Pauline etwa die Marken beschädigt! :-) Immerhin kommt man nach der Nominale doch auf ein hübsches Sümmchen.



Wenn man, wie ich, Weißrußland unter deutscher Besetzung im 2. Weltkrieg sammelt, dann trifft man auf Sendungen aus (heute) weißrussischen Orten der Deutschen Dienstpost Ostland und der Deutschen Dienstpost Ukraine zu 90 % Frankaturen mit Hitlerkopfausgaben der Aufdruckausgaben für das Ostland und die Ukraine an. In meinen Augen ist das ein Brief, der von der Sammelleidenschaft unserer Vorgänger zeugt (ohne die wir heute viele, viele Belege gar nicht hätten). Er ist zudem noch philatelistisch interessant, denn er hat anstelle eines R-Zettels einen provisorischen Einschreibevermerk vorzuweisen, den man auch nicht so häufig findet.



Grüße

Carsten
 
Jürgen Zalaszewski Am: 02.07.2014 21:35:47 Gelesen: 173798# 27 @  
@ KaraBenNemsi [#25]

Hallo Carsten,

obwohl diese Arbeiter-Urlauberkarten schon häufiger zu finden sind. Aber in der Anlage noch eine interessante Einzelfrankatur der 30 Pf, diesmal tatsächlich nur die Gebühr für einen Einschreiben-Feldpostbrief.



Aufgabe in Oberflintsbach über Rosenheim am 27.5. 1943 mit provisorischem R-Zettel, Ankunftsstempel von Berlin C 2 am 18.5.43. Zustellung in einem Tag und das zu diesen Zeit, Respekt.

Viele Grüße
Jürgen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 03.07.2014 10:53:27 Gelesen: 173739# 28 @  
@ KaraBenNemsi [#25]

Hallo Carsten,

auch bei diesem Feldpostbrief wollte der Absender auf Nummer sicher gehen und hat ihn unter Einschreiben verschickt. Die Einschreibgebühr von 30 Pf musste extra bezahlt werden und fiel nicht unter die Feldpostbefreiung.



Hat noch wer die 30 Pf aus der Dauerserie Hitler als Einzelfrankatur oder Mehrfachfrankatur und kann sie uns hier zeigen?

Philatelistische Grüße
Jürgen
 
rostigeschiene Am: 03.07.2014 11:20:12 Gelesen: 173732# 29 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#28]

Einen einzigen Feldpostbrief, als Einschreiben von Uelze nach Erfurt, habe ich in meiner Kiste gefunden. Scheint wohl nicht so häufig zu sein. die Einzelfrankatur der Nr. 794.



Gruß Werner
 
Jürgen Zalaszewski Am: 03.07.2014 11:42:08 Gelesen: 173729# 30 @  
@ rostigeschiene [#29]

Hallo Werner,

da scheinst Du recht zu haben, jetzt haben wir schon dreimal die Einzelfrankatur der Mi-Nr. 794 auf Feldpostbrief. Bin mal gespannt, was noch so kommt.

Gruß
Jürgen
 
HenryG Am: 03.07.2014 14:20:44 Gelesen: 173694# 31 @  
Paketkarten mit der 794 als Einzelfrankatur



794 EF auf Auslandsbrief von Königsberg nach Finnland



802 als EF auf Wertbrief von Berlin nach Wien



Hitler mit Warze auf der Stirn
 
Jürgen Zalaszewski Am: 04.07.2014 11:00:01 Gelesen: 173634# 32 @  
@ HenryG [#31]

Hallo HenryG,

schöne Belege und der Herr mit der Warze auf der Stirn, Klasse. Der Brief nach Finnland ist meiner Meinung nach überfrankiert, 25 Pf hätten ausgereicht. Ab dem 1.4.1942 betrug das Porto für einen einfachen Brief bis 20g 12 Pf.

Beste Grüße
Jürgen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 04.07.2014 11:43:35 Gelesen: 173621# 33 @  
Hallo in die Runde,

hier möchte ich noch eine Einzelfrankatur der Mi-Nr. 794 präsentieren: Ein Dienstbrief des Amtsgerichtes Waltershausen, versandt mit dem Ablösevermerk sowie unter Einschreiben mit Rückschein. In diesem Fall steht die 30-Pf-Marke für die Rückscheingebühr, die Einschreibgebühr war mit dem Ablösevermerk "Frei durch Ablösung" abgegolten.



Viele Grüße
Jürgen
 
Sachsendreier53 Am: 04.07.2014 13:47:58 Gelesen: 173601# 34 @  
"Auch die Hitler-Briefmarken sind Zeitzeugen deutscher Geschichte"



Einschreiben aus Nürnberg (Die Stadt der Reichsparteitage) nach Saalfeld in Thüringen vom 13.9.1944, mit MiNr.794 30 (Pfg).



Briefstück mit MiNr.794, BERLIN SO / 26.2.1942 und Briefstück BERLIN SO 36 / 1.9.1943



MiNr.794 v, postfrisch, heller, glänzender Gummi und abgelöst LEIPZIG / 10.2.1945



MiNr.794 30 (Pfg), mit schwarzen Aufdruck, heller, matter Gummi

Wer kann über diese Marke berichten ?

mit Sammlergruß,
Claus
 
KaraBenNemsi Am: 04.07.2014 16:18:51 Gelesen: 173566# 35 @  
@ Sachsendreier53 [#34]

Hallo Claus,

zu Deiner Frage zur Aufdruckmarke:

Die Inschrift lautet CSR / Volks / Komitee / Rumburk. Im Internet sind solche Marken als Lokalausgaben für die Stadt Rumburg (heute in Tschechien [1]) für April 1945 verzeichnet.

Zitat: " Local stamps for the Czechoslovakian town of Rumburk were produced shortly after its liberation and the Allied occupation in April 1945. This former Sudetenland town of Rumburg, Rumburk in Czech, is situated on the northern edge of Bohemia, and it shares a border crossing with the nearby German town of Seifhennersdorf in Saxony." [2]

Zur Echtheit des Aufdrucks kann ich nichts sagen.

Viele Grüße

Carsten

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Rumburk
[2] Weitere Informationen und Quelle: http://www.stamp-collecting-world.com/localstamps_rumburk.html
 
Jürgen Zalaszewski Am: 05.07.2014 11:56:19 Gelesen: 173472# 36 @  
Paketkarten mit einer Einzelfrankatur der Mi-Nr. 794 haben wir ja schon oben gesehen, hier zur Abwechslung eine mit einer Mehrfachfrankatur der 30 Pf Dauerserienmarke. Gelaufen von Wien nach Linz.



Viele Grüße
Jürgen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 05.07.2014 12:01:18 Gelesen: 173469# 37 @  
@ KaraBenNemsi [#26]

Hallo Carsten,

hier ein Beleg aus Deinem Sammelgebiet. Wie mir scheint ein schöner Bedarfsbrief, der von Minsk nach Riga gelaufen ist. Sehr schön auch der Handrollstempel von Riga als Ankunftstempel auf der Rückseite.



Viele Grüße
Jürgen
 
HenryG Am: 05.07.2014 12:55:31 Gelesen: 173455# 38 @  
@ Jürgen Zalaszewski

Ja, der Brief ist überfrankiert, hier noch die Rückseite, darunter eine Auslandspostkarte in die Schweiz zu 15 Pfg mit EF 789.



Hier noch ein Auslandsbrief zu 25 Pfg mit EF 793 von Wien nach Genf



und eine 794 in MiF auf Reichsbahn Einschreiben BHF Krementschung Deutsche Dienstpost Ukraine nach Berlin.

Gruß
Henry
 
Jürgen Zalaszewski Am: 06.07.2014 12:33:21 Gelesen: 173389# 39 @  
Einen habe ich noch mit der Mi-Nr. 794, diesmal wieder als Mehrfachfrankatur:

Bahnhofszeitung über 30 Stück der Sonntagsausgabe der Pariser Zeitung, befördert von Paris nach Duisburg mit Feldpost-Normstempel entwertet. Die Gebühr von 60 RPfg. musste für ein Gewicht von über 1,5 kg bis 2,0 kg bezahlt werden.



Grüße in die Runde
Jürgen
 
zockerpeppi Am: 06.07.2014 18:31:24 Gelesen: 173377# 40 @  
Liebe Freunde,

hier ein Beleg, den ich nur wegen der beiden Hitlermarken mit Zusatz „werde Postscheck-teilnehmer!“ gekauft habe. Ansonsten ist der Umschlag aus Diekirch irgendwie komisch. Es scheint, als hätte der Absender alles verklebt was er so auftreiben konnte. Es gibt viele Handschriftliche Vermerke und Klebezettel: Per Einschreiben, mit Rückschein, Eilboten – das gekritzelte unterhalb von R Klebezettel kann ich nicht eindeutig entziffern (postpflichtig?), 14/2 , Rohrpost und Eilbote, Eilbote express

Das Porto mit 124 Rpf passt auch nicht. Brief 12 + Eilsendung 80 + Einschreiben 30 macht 122.

Abgestempelt in Diekirch am 4.11.41, Ankunft in Luxemburg 1 am selben Tag, und es gibt noch einen Stempel womöglich wieder Diekirch (?) vom 6.11.

Vielleicht habt ihr ja eine zündende Idee.



und Tschü, hier geht gerade ein Gewitter runter.

Lulu
 
Mondorff Am: 06.07.2014 19:12:08 Gelesen: 173365# 41 @  
@ zockerpeppi [#40]

Salü Lulchen,

bei einem Gewicht von 20g währe das korrekte Porto 82 Rpf gewesen:

Brief 12 Rpf
Einschreiben 30 Rpf
Eilsendung 40 Rpf.

Rückschein ist wohl handschriftlich angegeben, postalisch jedoch nicht angezeigt. Den Text unter dem R-Zettel lese ich als persönlich.

Der rückseitig angebrachte Stempel LUXEMBURG 1 d ist der Durchgangstempel.
Einen Tagesstempel mit Unterscheidungsbuchstaben z hat es in Luxemburg während der Zeit der deutschen Besetzung nicht gegeben,
es könnte also ein Ankunftstempel sein.

Die Verwendung eines Aufklebers Rohrpost und Eilbote ist mir aus Luxemburg nicht bekannt. Der R-Brief müsste dann nach Hamburg, Berlin oder vielleicht Prag adressiert gewesen sein.

Das Unwetter ist jetzt hier bei mir.

DiDi
 
hajo22 Am: 06.07.2014 19:14:49 Gelesen: 173365# 42 @  
@ zockerpeppi [#40]

Das "Gekritzelte" heißt: "Persönlich". Rohrpost mit Eilboten-Zettel, da müßte der Empfangsort Berlin, Wien, Prag oder München sein. Aber die Ankunftsstempel sind nicht lesbar. Evtl. Hamburg? Aber da gab`s keine Rohrpost für die Öffentlichkeit (meines Wissens).

Viele Grüße und schönen Sonntagabend.
Jochen

[Beiträge [#40] bis [#42] redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg: Deutsche Besetzung 1940 bis 1944"]
 
KaraBenNemsi Am: 07.07.2014 22:03:04 Gelesen: 173281# 43 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#37]

Lieber Jürgen,

da hast Du wirklich Recht! Das ist ein zeitgeschichtlich interessanter Firmenbrief.

Viele Grüße

Carsten
 
Jürgen Zalaszewski Am: 08.07.2014 21:30:54 Gelesen: 173234# 44 @  
Noch eine Einzelfrankatur der Mi-Nr. 794, diesmal ganz anders:

Postanweisung vom 3.8.45 aus Falkenau nach Flöha/Sachsen mit einer sächsischen Schwärzung



Beste Grüße

Jürgen
 
volkimal Am: 09.07.2014 15:37:49 Gelesen: 173184# 45 @  
Hallo zusammen,

am 13.03.1947 waren die Hitler-Marken natürlich nicht mehr gültig:



Bei dieser Karte an Großmutter wurde die Marke unkenntlich gemacht. Links daneben steht in rot "Unzulässig". 1947 betrug das Postkartenporto 12 Pfg. Die Karte wurde mit dem 1½-fachen Portofehlbetrag - also mit 18 Pfg. - Nachporto belegt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Marcello Am: 09.07.2014 20:11:52 Gelesen: 173133# 46 @  
Servus,

dann will ich auch wieder weitermachen. War leider nicht so am PC, deswegen keine Beiträge von mir zu diesem Thema. Weitermachen möchte ich mit einer Mehrfachfrankatur der 6 Pfg. Er wurde in Deilingen aufgegeben und ging an die Kreissparkasse nach Spaichingen. Portogerecht frankiert mit 12 Pfg für einen Brief der 1. Gewichtsstufe. Das tolle an diesem Beleg ist, das die Marken mit ein Altwürttembergstempel entwertet wurde. Und zwar mit dem Einkreiser von Deilingen.



Grüße
Marcel
 
Marcello Am: 12.07.2014 15:53:07 Gelesen: 173011# 47 @  
Hallo,

dann möchte ich mal weitermachen. Heute stelle ich eine Ganzsache zu 6 Pfg vor. Portogerecht als Postkarte gelaufen und mit einem Teil-Wellenstempel entwertet. Der Beleg, passt auch in den Thread "Beleg aus der eigenen Familengeschichte".

Meine Großmutter schrieb die Karte an einen Teil ihrer Familie (Onkel/Tanten) wo, meine Urgroßmutter nachdem sie in Stuttgart ausgebomt wurde, unterkam aus dem Reichsarbeitsdienst.



Grüße
Marcel
 
volkimal Am: 12.07.2014 22:25:46 Gelesen: 172971# 48 @  
@ Marcello [#47]

Hallo Marcel,

schön, dass auch Du noch alte Belege von Deiner Familie hast! Wenn Du noch mehr hast, zeige sie doch beim Thema "Belege aus der eigenen Familiengeschichte". Zur Zeit bin ich dort Alleinunterhalter - ich fände es aber gut, wenn auch andere etwas zeigen würden.

Schöne Grüße
Volkmar

[Beiträge [#46] bis [#47] auf Wunsch von Marcel und Volkmar in das Thema "Belege aus der eigenen Familiengeschichte" kopiert]
 
Marcello Am: 13.07.2014 11:37:13 Gelesen: 172932# 49 @  
Schönen Mittag allerseits,

heute eine Ganzsache zu 6 Pfg. Die Karte ging von meiner Großmutter aus dem Reichsarbeitsdienst an meinen Urgroßvater Karl Braun. Mein Urgroßvater weilte noch in Stuttgart, den er war bei Deutschen Reichsbahn beschäftigt.



Schönen Sonntag.

Grüße
Marcel
 
Sachsendreier53 Am: 17.07.2014 13:13:26 Gelesen: 172815# 50 @  
Aus den letzten Wochen des 3. Reiches:

Geschäftspostkarte aus Dresden/Bannewitz vom 18.3.1945 mit Freimarken-Ausgabe von 1941, Adolf Hitler, MiNr. 784 5(Pfg) Buchdruck



mit Sammlergruß,
Claus
 
Jürgen Zalaszewski Am: 19.07.2014 18:53:39 Gelesen: 172687# 51 @  
Hallo zusammen,

heute mal wieder ein Beleg von mir, wie sollte es anders sein spielt auch hier eine Mi-Nr. 794 des Deutschen Reiches eine Rolle:

Luftpostbrief von Berlin nach Antwerpen vom 23.1.42. Porto: Auslandsbrief 25 Rpf und Lp-Porto 10 Rpf, zusammen 35 Rpf.



Der Brief wurde in der Auslandsbriefprüfstelle Köln überprüft (Verschlusszettel, Handprüfstempel und Prüferstempel) und wurde auf eventuell vorhandener Geheimschrift auf dem Umschlag untersucht (chemische Zensur). Sehr interessant auch der Absender. Hier handelte es sich um einen Bediensteten oder Zwangsarbeiter (?) bei der Transportflotte Speer.

Infos zur Transportflotte Speer fand ich unter dieser Adresse: [1]

Über den Zusammenhang NSKK und OT Todt schrieb Franz Seidler "NSKK und OT Todt im 2.Weltkrieg" (1984 Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte) [2]:

"Seit Mitte 1942 besaß die Organisation Todt auch eine eigene Flotte. Sie erhielt den Namen „Transportflotte Speer" und hatte ursprünglich die Aufgabe, als Binnenflotte die Versorgung Berlins mit Kohle und anderen Rohstoffen über das Flüsse- und Kanalnetz zu bewerkstelligen. Als ihr auch die Versorgung der OT-Einsatzgruppe Wiking in Norwegen übertragen wurde, übersiedelte der Stab nach Groningen, weil in den Niederlanden Schiffsmaterial und ausgebildetes Binnenschifferpersonal zur Verfügung stand. Einsatzleiter war Großkapitän Seyd. Der Umfang der Transportflotte Speer wuchs bis auf etwa 10 000 Mann. Ihr oblagen die Materialzufuhr und der Gerätetransport für alle Baustellen in Dänemark und Norwegen. Ein Großteil des Personals rekrutierte sich auch aus norwegischen Seeleuten, die in der Speer-Schule in Sandefjord ausgebildet und geschult wurden."

Grüße aus dem heißen Bayern
Jürgen

[1] http://www.geschichtsspuren.de/forum/betonschiffe-und-transporterflotte-speer-t681-90.html

[2] http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1984_4.pdf
 
muemmel Am: 19.07.2014 20:44:04 Gelesen: 172662# 52 @  
Guten Abend,

hier ein eingeschriebener Brief vom 6.2.45 aus Honnef a. Rhein nach Krefeld:



Tarifrichtig mit 42 Pfg. frankiert und am 9.2.45 am Zielort angekommen. In Friedenszeiten wäre der Brief spätestens am 7.2. in Krefeld gelandet. Unsauber geöffnet, aber in den letzten Wochen des III. Reichs erwartete man meist keine guten Nachrichten.

Langsam schmilzend
Harald
 
hajo22 Am: 19.07.2014 21:24:40 Gelesen: 172651# 53 @  
Kommen wir zu den hohen Hitler Werten, die auf Brief nicht so leicht zu finden sind.

Ich zeige eine 5 RM AH Einzelfrankatur (Mi.Nr. 802A) auf einem Wertbrief über 21.500 RM aus Ingolstadt nach Mindelheim vom 15.7.1944 (Ankunft Mindelheim 16.7).

Portoberechnung: Brief über 20 gr = 24 Pfg. + Behandlungsgebühr (Wert über 100 RM) = 50 Pfg. + Versicherungsgebühr (je 500 RM = 10 Pfg.) = 430 Pfg. = gesamt 5 RM 4 Pfg. Der Brief ist also um 4 Pfg. unterfrankiert, was anscheinend nicht aufgefallen ist.



Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 20.07.2014 10:33:49 Gelesen: 172579# 54 @  
Wertbrief mit Adolf Hitler: 3 RM (Mi.801A), 1 RM (799A), 50 Pfg. (796), 40 Pfg. (795) über 20.000 RM (Gewicht 446 gr) entwertet mit Rollstempel Berlin W 8 bb vom 6.3.1945 nach Lorsch/Hessen, Ankunft 12.3.1945.

Wenn man die Zeitumstände bedenkt, z.B. zerstörte/defekte Gleisanlagen, Tieffliegerangriffe auf Bahnzüge, eine sehr schnelle Beförderungszeit. Absender ist die "Briefmarkenhandlung des Westens, Hans Bibeljé", Berlin W 8, Jägerstraße 62a.

Wertbriefe aus Berlin in der "Endzeit des 3. Reiches" sind nicht häufig anzutreffen.



Portoberechnung: Fernbrief (446 gr*) = 40 Pfg., Behandlungsgebühr (Wert > 100 RM) = 50 Pfg., Versicherungsgebühr (je 500 RM = 10 Pfg.) = 400 Pfg. Gesamtgebühr 4,90 RM.

* = Das Gewicht des Briefes wurde handschriftlich (blaue Schrift mit Namenskürzel) auf 445 gr korrigiert.

Schönen Sonntag.
Jochen
 
hajo22 Am: 21.07.2014 15:52:15 Gelesen: 172497# 55 @  
Die 5, 3 und 1 RM habe ich auf Wertbriefen schon gezeigt. Bleibt noch die 2 RM übrig:



Wertbrief zu 10.000 RM aus Berlin W 8 vom 5.3.45 entwertet mit Rollstempel nach Lorsch/Hessen (Ankunft 10.3.45).

Portoberechnung: Fernbrief (463 gr) = 40 Pfg. + Behandlungsgebühr (Wert > 100 RM) = 50 Pfg. + Versicherungsgebühr (je 10 Pfg. pro 500 RM) = 200 Pfg., Gesamt 2,90 RM.

Frankatur: Mi.Nr. 800, 786(2), 792, 796.

Schönen Tag.
Jochen
 
Richard Am: 01.08.2014 09:32:37 Gelesen: 172275# 56 @  
Einschreibebrief vom 18.9.1942 von Friedrichshafen am Bodensee nach Leutkirch im Allgäu.

Der Empfänger Max Drexler gründete in 1945 den Schwäbischen Verlag mit seinem Flaggschiff Schwäbische Zeitung und einer derzeitigen Auflage von 171.000 verkauften Exemplaren. [1]



Schöne Grüsse, Richard

[1] http://www.cyclopaedia.de/wiki/Schw%C3%A4bischer_Verlag_GmbH_%26_Co._KG_Drexler,_Gessler
 
hajo22 Am: 01.08.2014 11:16:38 Gelesen: 172245# 57 @  
Auch zum Sparen wurden die Hitlermarken verwendet.

Hier eine Postsparkarte (für 3 RM), ausgestellt in Lübeck am 25.11.1942. Bespart mit Hitler- und Hindenburgmarken zu insgesamt genau 300 Pfg. Der Betrag der Postsparkarte von 3 RM wurde am 20.1.43 in Lübeck auf das Postsparbuch übertragen.

Komplett erhalten gebliebene Postsparkarten sind nicht häufig.



Schönen Tag.
Jochen
 
Pete Am: 02.08.2014 09:15:50 Gelesen: 172186# 58 @  
In meiner Sammlung zum Thema Abstimmungsgebiet Oberschlesien (1920-1922) finden sich als Beiwerk auch drei Paketkarten aus Kattowitz (1), Rybnik (2) und Sucha (3) aus der Zeit nach der Abstimmung. Diese drei Orte wurden Mitte 1922 als Ergebnis der Volksabstimmung vom 20.03.1921 an Polen übergeben. 1939, nach der deutschen Besetzung Polens, erfolgte die Wiedereingliederung ehemals deutscher Gebiete in das Deutsche Reich, u.a. auch der seinerzeit an Polen übergebene Teil Oberschlesiens (1922/23 als Ostoberschlesien philatelistisch bekannt geworden).



Paketkarte vom 29.09.1942 aus Kattowitz nach Coburg, Porto zu 1,75 RM



Paketkarte vom 16.05.1942 aus Rybnik nach Coburg, Porto zu 1,75 RM



Paketkarte vom 02.06.1942 aus Sucha (Oberschlesoen) nach Ludwigsstadt (Oberfranken), Porto zu 2,00 RM

Der polnische Fischer-Katalog (Band 2) bewertet separat deutsche Briefmarken, entwertet mittels deutschem Stempel, auf dem Gebiet der heutigen Republik Polen, u.a. für die Zeit von 1939-1944/45. Nach derartigen Stücken müsste man bereits etwas suchen bzw. sind nicht so häufig zu finden.

Gruß
Pete

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Kattowitz
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Rybnik
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Sucha_%28Strzelce_Opolskie%29
 
hajo22 Am: 02.08.2014 17:39:01 Gelesen: 172154# 59 @  
Die HJ (Hitler-Jugend) hatte ihre eigene Postsparkarte zu 3 RM. Hier eine gebrauchte Karte mit 23x12 Pfg. und 4x6 Pfg. AH = 300 Pfg., gestempelt Warnsdorf 3 vom 20.12.1944. Die Karte ist in der typischen Gebrauchs-Erhaltung (unterer Teil der Karte komplett abgeschnitten). Dabei hätte der untere Abschnitt auf Seite 4, der für das Postsparkassenamt Wien vorgesehen war, genügt.

Hier die gebrauchte Karte:



Und hier die 1. und 4. Seite einer ungebrauchten Karte, damit man sieht was auf diesen Seiten weggeschnitten wurde:



Schönen Samstagnachmittag.
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 02.08.2014 20:18:59 Gelesen: 172108# 60 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 05. April 1945 aus Bergen auf Rügen in der Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Mölln in der Provinz Schleswig-Holstein (RPD Hamburg). Der Brief wurde portorichtig in Mehrfachfrankatur mit zwei Freimarken zu 6 Rpf der Dauerserie mit dem Abbild Adolf Hitlers vom 1. August 1941 (2 x Mi.-Nr. 785) frankiert.




 
Briefmarkentor Am: 04.08.2014 20:32:47 Gelesen: 172022# 61 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 12. April 1945 aus Torgelow in der Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Berlin (RPD Berlin). Der Brief wurde portorichtig in Mehrfachfrankatur mit zwei Freimarken zu 6 Rpf der Dauerserie mit dem Abbild Adolf Hitlers vom 1. August 1941 (2 x Mi.-Nr. 785) frankiert.



Der Inhalt des Briefes ist erhalten geblieben:



Und hier noch einmal der Text für alle, die die Schrift nicht lesen können:

Torgelow, den 12.4.45

Liebe Tochter,

ich muß auch einmal wieder ein paar Zeilen schreiben, und denke, daß ihr gesund seid. Könnt ihr das (Leben?) in Berlin noch ertragen? Ich glaube kaum, kommt lieber raus aus Berlin, hier ist es bis jetzt noch ruhig, und wenn wir noch raus müssen, können wir höchstens im Wald flüchten und Deckung suchen, aber ich denke, so weit wird es ja nicht mehr kommen, daß sie hier noch kämpfen dann. Ist doch schon alles vorbei.
Die Flüchtlinge sind alle noch hier.

Ich habe gehört, die Leute flüchten auch schon aus Berlin raus. Da gibt es keine Kartoffel, kein Gas, gar nichts. Hier ist ja auch alles knapp, aber bis jetzt haben sie hier noch keine Bomben geschmissen. Alarm haben wir ja auch öfter, aber sie fliegen immer rüber, es kann ja noch kommen, man weiß es ja nicht. Wir wollen es nicht hoffen. Wenn doch das mal erst ein Ende hätte. Wenn ihr auch noch raus müsst, wo wollt ihr dann hin? Dann kommt doch hierher zu uns, wo ihr bleibt, da bleiben wir alle.
Liebe Kinder, jetzt muß ich schließen. Ich bin noch gesund, viele herzliche Grüße und Küsse an alle, Mutter.
Schreibt bald.

Die Gemeinde Torgelow wurde am 28. April 1945 durch Truppen der Roten Armee besetzt.
 
juni-1848 Am: 06.08.2014 00:44:59 Gelesen: 171954# 62 @  
Lange gesucht und endlich gefunden:

Mit besagter Dauerserie portogerecht frankierter Wiener Rohrpotsbrief nach Frankreich:



Ob es sich um Interniertenpost handelt, konnte ich noch nicht eruieren.

Dennoch freut sich das Sammlerauge!
 
hajo22 Am: 06.08.2014 10:08:45 Gelesen: 171915# 63 @  
@ juni-1848 [#62]

Ein sehr schöner Beleg. Ich zeige demnächst einen Beleg Front-Heimat mit vorausbezahlter Rohrpostgebühr auf einem Feldpostbrief, dann allerdings nach Berlin.

Viele Grüße
Jochen
 
hajo22 Am: 06.08.2014 18:15:41 Gelesen: 171873# 64 @  
Hier der in [#63] angekündigte Feldpostbrief Front-Heimat mit 2x5 Pfg. Hitler für die Rohrpostgebühr in Berlin. Die Marken sind entwertet mit dem 2-Zeiler "Bei der Feldpost/eingeliefert".

Der Brief zeigt auf der Rückseite den Rohrpoststempel von Berlin-Tempelhof, 29.10.42, 19.40 h.





Schönen Tag.
Jochen
 
hajo22 Am: 07.08.2014 09:58:53 Gelesen: 171831# 65 @  
Punktverrechnungsstelle Berlin

Bei den Punktverrechnungsstellen im Reich wurden Geschäfte mit rationierten Rohstoffen (Textilstoffe) abgewickelt/verrechnet. Dafür gab es eigene Formularvordrucke.

6 Pfg. AH auf Punktverrechnungskarte (Fernpostkarte) aus Berlin. Entwertet mit Maschinenwerbestempel SW 11 v. 24.12.1941 nach Böblingen (Eingang 27.12.41).



Schönen Tag.
Jochen
 
hajo22 Am: 07.08.2014 10:39:10 Gelesen: 171823# 66 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#28]

Hier eine 30 Pfg. Hitler Einzelfrankatur auf einer Postsache per Einschreiben aus Sosnowitz v. 8.11.1943, Ankunft 9.11.43.

Ein etwas ungewöhnliches Stück. Postsachen waren ja generell portobefreit. Den Brief schickt aber ein Postangestellter offensichtlich als Privatperson, also hätte eigentlich das Fernbriefporto dazu bezahlt werden müssen. Um das zu vermeiden, hat er deshalb (vermutlich) neben "Postsache" den Vermerk "Einsatz Osten" angebracht, also so eine Art "Pseudo-Feldpost" geschaffen. Wohl eine Eigenkonstruktion des Postangestellten. Ging reibungslos durch.



Lieber Sfr. Jürgen, ich kenne Deinen Namen im Zusammenhang mit dem verstorbenen Rolf Ritter, mit dem ich auch korrespondiert habe. Es ging damals um Versandstellen.

Viele Grüße
Jochen
 
hajo22 Am: 07.08.2014 10:58:13 Gelesen: 171814# 67 @  
Hier eine Postanweisung über 900 RM, Gebühr 1,20 RM, entrichtet durch 1 RM und 2x10 Pfg. AH. Gestempelt Freital 1.5.45 an eine Adresse im Kreis Rumburg (Sudetengau). Es geht um Gehaltsvorauszahlungen für Mai und Juni (45).

Rückseitig kein Eingangsstempel des Postamts und keine Unterschrift des Geldempfängers. Die Postanweisung blieb wohl schon in Freital liegen, da sie nicht mehr weiterbefördert werden konnte.



Schönen Tag.
Jochen
 
Marcello Am: 09.08.2014 17:19:08 Gelesen: 171727# 68 @  
Hallo miteinander,

nach langer Zeit auch mal wieder was von mir zu diesem Thema.

Heute ein paar Belege mit einer 25 Pfg Hitlermarke





Grüße
Marcel
 
hajo22 Am: 09.08.2014 17:55:02 Gelesen: 171720# 69 @  
Von der Heimat mit der Berliner Rohrpost über die Luftfeldpost an die Front.

Luftfeldpostbrief in Berlin per Rohrpost aus Berlin W30 vom 14.9.42 an die FP-Nummer 13075. Rohrpostleitvermerk "42".

Frankiert mit AH 1 und 3 Pfg. sowie 6 Pfg. Wehrkampftage der SA (Mi.Nr. 818) sowie der obligatorischen Luftfeldpostmarke.

Keine häufige Verwendungsart.



Schönen Samstagnachmittag und weiterhin viel Spaß an der zeitgeschichtlichen Philatelie.

Jochen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 09.08.2014 22:47:07 Gelesen: 171671# 70 @  
@ hajo22 [#66]

Hallo Sfr Jochen (?),

ein schöner Beleg, den Du hier zeigst. Der würde mir noch in meiner 30-Pfg-Hitler-Dauerserie-Sammlung fehlen. Also, wenn Du den mal loswerden willst, ich würde mich erbarmen. ;-)

Noch ein Wort zur Versendungsform "Postsache - Einsatz Osten": Nach meinen Informationen war die Versendungsform "Postsache - Einsatz Osten" eine genehmigte Maßnahme der Reichspost. Da die in den Ostgebieten abgestellten Postbeamten die Feldpost nicht benutzen konnten (sie waren keine Militärangehörigen), richtete die Reichspost diese Möglichkeit für ihre Bediensteten ein. Es können auch die Bezeichnungen "Postsache - Einsatz Ostraum" vorkommen und später kam auch noch "Postsache - Einsatz Westen" für die in den Westgebieten eingesetzten Postbeamten hinzu. Im Gegensatz zur normalen Postsache war aber nur der einfach Brief bzw. Karte gebührenfrei, Zusatzleistungen wie Einschreiben, Eilboten, Luftpostgebühren usw. mussten bezahlt werden.

Danke für die Erinnerung an Rolf Ritter. Er war wirklich ein Ausnahme-Philatelist, der nie mit seinem Wissen hinter dem Berg gehalten hat. In der Poststempelgilde haben wir versucht sein Andenken durch die Herausgabe eines Gildebriefes zu wahren (GB 229 vom Oktober 2009), in dem Weggenossen nur über Ihn und sein Philatelie-Wissen geschrieben haben. Gäbe es nur mehr solcher Leute in der Philatelie.

Viele Grüße
Jürgen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 09.08.2014 23:22:18 Gelesen: 171663# 71 @  
Hallo in die Runde,

dann möchte ich auch noch einen neuen Beleg aus der Reihe Dauerserie Hitler zeigen. Ein Einschreibe-Brief gelaufen von Gera nach Hermsdorf / Thüringen, Aufgabestempel unleserlich. Zusätzlich ein Vermerk, dass der Brief nach Gera "zurück" gehen soll, dazu eine Anschrift in rot "Viktoria Versicherung / Geschäftstelle 579 / Gera / ??? 33", dazu noch ein Stempelabdruck eines Poststempels (?) von "Branst???r / Gera". Da zusätzlich in den Segmenten des Stempels die Zahl 579 angegeben ist, vermute ich mal, dass es sich hier nicht um einen Poststempel sondern um einen Posteingangsstempel der angegebenen Versicherungsagentur handelt.



Das eigentlich Interessante findet sich auf der Rückseite des Briefes: Obwohl in einem neutralen Umschlag verschickt, hat der Empfänger die "Annahme verweigert", er wusste wohl, wer ihm da aus Gera geschrieben hatte. Der Ankunftsstempel von Hermsdorf zeigt das Datum 31.3.44 wie auch der Annahmverweigerungs-Hinweis. Der Brief ging dann zurück nach Gera und wurde dort schon am nächsten Tag abgestempelt. Nun versuchte man den Absender zu ermitteln, dass man diesen anhand der Handschrift nicht konnte, zeigt uns der zweizeilige Hinweis-Stempel an, der am 3.4. abgeschlagen wurde. Zur Ermittlung des Absenders wurde der Brief jetzt der "Rückbriefstelle der Reichspostdirektion Erfurt" überlassen, die den Brief "amtlich geöffnet" haben um dann auf der Vorderseite die Anschrift des Absenders einzutragen. Der Brief wurde mit der amtlichen Verschlussbanderole verschlossen und versiegelt. Zusätzlich wurde noch ein vierzeiliger Hinweisstempel mit folgendem Text abgedruckt: Zur Vermeidung von Verzö / gerungen durch Öffnung bei / Zustellung ist der Absender auf / der Aussenseite anzugeben. Der Brief wurde dann am 5.4.44 dem Absender wieder ausgehändigt.



Freundliche Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 10.08.2014 18:51:25 Gelesen: 171610# 72 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#70]

Hallo Jürgen,

ja, Du hast vollkommen recht. Ich habe vor Jahren einen Artikel über den "Einsatz Osten" gelesen und er müßte auch in meinem Archiv sein, aber wo? Es verhält sich so, wie Du es schilderst.

Zur Untermauerung hier ein Beleg mit Stempel "Postsache Einsatz Ostraum und Dienststempel "Der Generalpostkommissar Ukraine/Der Postkommissar West".

Privatbrief "Durch deutsche Dienstpost Ukraine" aus Luzk vom 31.10.43 nach Bad Wildungen. Absender ist der Postschaffner W.H. beim Postkommissar.

Also sorry für meine Fehlinterpretation, ich hatte den Sachverhalt schlichtweg vergessen.



Schönen Restsonntag.
Jochen
 
Holzinger Am: 10.08.2014 20:17:31 Gelesen: 171588# 73 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#71]

Die Straßenadresse ist: "SORGE 33"

Ein Ortsteil "Branstxxx" ist mir in Gera und Umgebung - auch nur annähernd - nicht bekannt. Den oberen Teil würde ich als "Branst ern" lesen. Wenn es etwas hilft. :-)

Der Brief mußte ja zurück gehen, da der "Kurt Dölz" in "Oberndorf/(bei Hermsdof) wohnte.

siehe unter D--- http://www.hermsdorf-regional.de/kriegswirren/teil11.htm
 
Jürgen Zalaszewski Am: 10.08.2014 21:10:26 Gelesen: 171572# 74 @  
@ hajo22

Ist doch nicht schlimm, dafür sind wir ja hier und helfen uns gegenseitig mit Informationen. Ich suche übrigens auch schon seit zwei Tagen die entsprechende Verfügung bzw. einen Hinweis darauf. Habe das auch irgendwo.

@ holzinger

Danke für die zusätzlichen Informationen bzw. Hinweise. So genau habe ich den Sachverhalt bislang noch nicht überprüft gehabt. Zu Deinem Hinweis zu Kurt Dölz: Die Adresse ist in der Übersicht eine andere, wie die auf dem Brief. Und einen Sportplatzweg scheint es in Hermsdorf auch gegeben zu haben, wie man in der Liste "Kriegswirren" sehen kann. Vielleicht gab es zwei Personen mit diesem Namen? Auf jeden Fall danke für die Hinweise.

Freundliche Grüße
Jürgen
 
Sachsendreier53 Am: 11.08.2014 09:34:19 Gelesen: 171526# 75 @  
Ungewöhnliches versenden eines Aktenbelegs aus OBERLEUTENSDORF (Tschechien) vom 24.2.1944 nach Dresden.

12 (Pfg) Adolf Hitler, MiNr.827, Buchdruck



mit Sammlergruß,
Claus
 
hajo22 Am: 11.08.2014 15:52:26 Gelesen: 171483# 76 @  
@ Sachsendreier53 [#75]

Schade, daß die Marke bei dem wertvollen Beleg einen Zahnfehler hat.

Beste Grüße
Jochen
 
muemmel Am: 11.08.2014 17:29:20 Gelesen: 171471# 77 @  
Belege der Versandart "Geschäftspapiere" landeten größtenteils in der kreisrunden Ablage.



Hohenlimburg, jetzt nach Hagen (Westf.) eingemeindet, war früher eine Hochburg der Drahtherstellung.

Grüßle
Harald
 
ginonadgolm Am: 11.08.2014 18:34:48 Gelesen: 171448# 78 @  
@ muemmel [#77]

Hallo Harald,

leicht vertan, oder?

Das ist Hindenburg, nicht Hitler!

Gruß von
Ingo aus dem Norden
 
hajo22 Am: 11.08.2014 19:01:15 Gelesen: 171442# 79 @  
@ muemmel [#77]

Da ist aber keine Hitlermarke drauf. Vielleicht hast Du den falschen Scan ausgewählt?

Aus dem Europa-Tarif hier ein Einschreiben (30 Pfg.)-Eilboten (Ausland 50 Pfg.)-Fernbrief (12 Pfg., Porto wie Inland), gesamt 92 Pfg. Gestempelt München 27.2.43, Zensurvermerke OKW (d= München) an den Gardasee (Ankunft - gerade noch lesbar - Sirmione 8.3.43).

Da die Hitlerserie über Jahre hinweg gültig war, ist es - auch mit bescheidenen Mitteln - heute noch möglich eine aussagekräftige Portostufen-Sammlung aufzubauen.



Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 11.08.2014 19:31:31 Gelesen: 171432# 80 @  
Dann zeige ich schnell noch einen Europa-Luftpost (10 Pfg.)-Auslandsbrief (25 Pfg. bis 20 gr.) aus B-Charlottenburg v. 29.7.1944, frankiert mit 30 und 5 Pfg. AH nach Luzern. Zensiert "Ad" (= Zensurstelle München). Portostufe 35 Pfg.

Der 2. Stempel von Charlottenburg 4 und das Namenskürzel bestätigen, daß der Brief am Schalter eingeliefert worden war.



Schönen Abend.
Jochen
 
muemmel Am: 11.08.2014 19:57:25 Gelesen: 171418# 81 @  
@ ginonadgolm [#78]
@ hajo22 [#79]

Uups, da hat Mümmel schief jekiekt. Asche über mein Haupt.
 
hajo22 Am: 12.08.2014 08:04:51 Gelesen: 171352# 82 @  
Der in den letzten Tagen vor Zusammenbruch des 3. Reiches in Berlin aufgegebene Einschreibbrief im Europa-Tarif nach Amsterdam konnte infolge der Kriegslage nicht mehr weiterbefördert werden.

RBf. mit 42 Pfg. (Einschreiben 30 Pfg., Fernbriefporto 12 Pfg.) gestempelt Berlin W8 e vom 9.4.45, 12-13 (h) und (Prüf)Stempel Berlin W8 qq 9.4.45 15 (h) sowie gestempelter Rücksende-Vermerk "Zurück!/Unzustellbar.".

Rückleitung an den Absender, Ankunftsstempel rückseitig Berlin-Lankwitz 14.4.45. Der Brief lag nicht der Zensur vor.



Das Deutsche Reich hatte, beginnend mit dem 1.1.1942 (mit Italien und den Niederlanden) und nach Gründung des "Europäischen Post- und Fernmeldevereins" im Oktober 1942 in Wien (Sondermarken Deutsches Reich Mi. 820-825 sowie Sonderganzsachen Mi. P 294/295) im allgemeinen Postverkehr mit 14 Ländern (als letztes Land kam Frankreich ab 25.8.1944 dazu) den Inlands-Tarif für Briefe bis 1000 gr. und für Postkarten sowie teilweise auch für Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben, Mischsendungen, Zeitungen sowie Päckchen und Pakete eingeführt.

Dies nur als ganz knappe Darstellung.

Die Schweiz hatte lediglich einen Beobachter zum Postkongress 1942 nach Wien entsandt. Sie wurde nicht Teilnehmer des gegründeten Europäischen Postvereins. Dies nur zur Info, weil viel Post aus dem Reich in die Schweiz lief.

Schönen Tag.
Jochen
 
volkimal Am: 12.08.2014 14:55:25 Gelesen: 171302# 83 @  
Hallo zusammen,

solche Belege sind ist vermutlich meistens in der Ablage "P" gelandet. Ortsbrief der zweiten Gewichtsstufe (20-250g) aus Berlin mit einem Handrollstempel des Postamtes W 11:



Interessant finde ich auch die Änderung von der "Fachuntergruppe Serienmöbelindustrie der Fachgruppe Möbelindustrie" in den "Produktionsunterausschuss Rüstzeugbehälter".

Viele Grüße
Volkmar
 
diva Am: 14.08.2014 20:33:23 Gelesen: 171242# 84 @  
Einschreibebrief von Hanau nach Frankfurt

Dieser Umschlag benötigt eigentlich keine Erklärung, die Anschrift sagt alles aus.

Das Einschreiben ist Tarifgerecht frankiert.


 
diva Am: 14.08.2014 20:49:38 Gelesen: 171236# 85 @  
Fernbrief Spättage 1000jähriges Reich

Hier war das Papier knapp, der Stempel dafür um so prächtiger.

Mit freundlichem Gruß
Diva


 
hajo22 Am: 14.08.2014 23:26:08 Gelesen: 171187# 86 @  
@ diva [#85]

Das mit dem Papier verstehe ich nicht. Was meinst Du damit?

Am 30.1.45 kann man noch nicht von "Spättagen" reden, der Krieg war in der Endphase, dauerte aber noch über 3 Monate.

Hier ein Brief gestempelt München vom 27.4.45 (im Original besser lesbar als auf dem scan), also keine 2 Wochen vor der "Stunde Null". Die Amerikaner hatten gerade München besetzt. Der Brief ist mit 12 Pfg. als Fernpost freigemacht, der Absender wohnte in Bergen/Obb. Er oder ein Reisender nach München, der den Brief mitnahm, gab ihn in München zur Post. Das erschien dem Absender wahrscheinlich sicherer, denn es ging ja wohl um Geld und da sollte die Post schon ankommen. Doch die Post wurde zu spät aufgegeben, der Brief "überrollt" und zensiert. Wann die Zustellung nach Kriegsende erfolgte, kann man nicht ersehen.



Schönen Abend.
Jochen
 
LK Am: 15.08.2014 00:00:11 Gelesen: 171181# 87 @  
@ hajo22 [#86]

Hallo Jochen,

mit Zensur ohne Schwärzung wurden Briefe in den westlichen Zonen schon ab Ende April 1945 zugestellt.

Gruß

LK
 
hajo22 Am: 15.08.2014 00:19:44 Gelesen: 171179# 88 @  
@ LK [#87]

Das wäre ja für den Dentisten dann super gewesen. Allerdings wurde Hitler gelegentlich, aber nicht generell geschwärzt. Eher nach Lust und Tages-Laune.

10.4.45 von Regensburg stromaufwärts nach Ulm/Donau. Irgendwo auf dem Weg "überrollt".

Geschäftsbriefe wurden vorrangig freigegeben (außer Rüstungs-/Partei-/Wehrmachtsangelegenheiten).



Viele Grüße.
Jochen
 
diva Am: 15.08.2014 07:49:16 Gelesen: 171156# 89 @  
@ hajo22 [#86]

Hallo und guten Morgen,

ich wollte Dir nur kurz erklären, wie ich zu der Aussage mit dem Papier gekommen bin. Es ist alles ein Stück, ich habe das nur etwas umständlich mit dem scannen gemacht. Also Vor und Rückseite in einem Stück und dafür der Werbestempel ziemlich groß. Sollte ich mit dieser Aussage nicht ganz richtig liegen, bitte ich das zu entschuldigen, ich werde mich bessern.

Liebe Grüße
Diva
 
hajo22 Am: 15.08.2014 08:38:30 Gelesen: 171146# 90 @  
@ diva [#89]

Guten Morgen,

jetzt habe ich's kapiert. Ist aber nicht unpraktisch, man spart sich damit das Couvert und das Eintüten.

Schönen Tag.
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 17.08.2014 17:46:30 Gelesen: 171005# 91 @  
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 28. Februar 1944 aus Grabow in Mecklenburg (RPD Schwerin) nach Berlin (RPD Berlin). Die Karte wurde portorichtig mit 6 Rpf in Einzelfrankatur (Ganzsache P 312/08) freigemacht.


 
Sachsendreier53 Am: 18.08.2014 16:20:45 Gelesen: 170922# 92 @  
AK-aus Ebingen (Baden-Württemberg), gestempelt in EBINGEN am 30.7.1942, MiNr. 785 6 (Pfg)





AK-Ober-Langenbielau (Niederschlesien), gestempelt in LANGENPIELAU 1 am 16.3.1943, 2x MiNr.782 3 (Pfg). (im Tagesstempel P statt B)



AK-Wien, Tegetthoffdenkmal am Prater, gestempelt in WIEN 1 am 24.11.1944, MiNr.785 6 (Pfg)

mit Sammlergruß,
Claus
 
Briefmarkentor Am: 18.08.2014 20:30:03 Gelesen: 170888# 93 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 16. März 1944 aus Kartlow in der Provinz Pommern (RPD Stettin) über Demmin nach Stettin in der Provinz Pommern (RPD Stettin). Der Brief wurde portorichtig mit 12 Rpf in Einzelfrankatur (Mi.-Nr. 827) freigemacht.



Laut dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in Kartlow eine Poststelle II. Dies erkennt man auch an dem Rechteckstempel mit Strich und zwei Zeilen (L6) "Cartlow / über Demmin". Dieser Stempel neben dem Postwertzeichen wurde auf der Poststelle II abgeschlagen. Anschließend wurde der Brief dem zuständigen Postamt zugeleitet, bei dem dann das Postwertzeichen mit dem Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten DEMMIN / LAND abgeschlagen wurde.

Der Umschlag dieses Briefes wurde zweimal genutzt. In der oberen rechten Ecke erkennt man unter dem Postwertzeichen einen Freistempel.
 
hajo22 Am: 19.08.2014 09:46:10 Gelesen: 170843# 94 @  
Die Dauerserie Adolf Hitler bot eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten.

Hier 2x 50 Pfg. AH als Gebühr für den Dauerbezug von Sonder- und Dienstmarken. Der Sammler erhielt dafür den abgebildeten Ausweis mit dem er die von ihm georderten 2 Sätze Sonder- und Dienstmarken bei seinem Postamt abholen konnte. Die Bedingungen gehen aus dem gedruckten Text hervor.

Die (Gebühren-)Marken sind gestempelt Berneck/Fichtelgebirge 7.2.44. Jede Markenabholung wurde durch Poststempel auf der Rückseite des Ausweises dokumentiert. Letzter Eintrag: 6.2.45 (da hat er wohl die "Volkssturmmarke" abgeholt). Dann war Schluß.



Schönen Tag.
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 19.08.2014 20:55:09 Gelesen: 170776# 95 @  
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 20. März 1944 aus Karnin auf Usedom in der Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Königslutter im Freistaat Braunschweig (RPD Braunschweig). Die Karte wurde portorichtig mit 6 Rpf in Einzelfrankatur (Mi.-Nr. 785) freigemacht.



Verwendet wurde eine im Februar 1943 gedruckte Feldpostkarte. Diese weist in der linken unteren Ecke eine zeittypische Durchhalteparole auf, mit welcher die Moral der deutschen Bevölkerung gestärkt werden sollte.
 
Kontrollratjunkie Am: 19.08.2014 21:18:29 Gelesen: 170764# 96 @  
Paketkarte für ein Paket mit dem Gewicht von 1 1/2 Kg von Löbau (Sachsen) nach Marburg (Untersteiermark)

Die portorichtige Frankatur zu 60 Rpf wurde mit drei Werten der Dauerserie Hitler zu 20 Rpf (Nr. 791) dargestellt. Das Paket wurde am 23.11.1944 in Löbau aufgegeben und kam erst am 19.12.1944 in Marburg an der Drau an. Offenbar war es nicht kriegswichtig.



Gruß
KJ
 
Briefmarkentor Am: 20.08.2014 21:42:19 Gelesen: 170681# 97 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 24. März 1944 aus Malchow im Land Mecklenburg (RPD Schwerin) nach Beelitz in der Mark Brandenburg (RPD Berlin). Der Brief wurde portorichtig mit 42 Rpf in Mischfrankatur (1 x Mi.-Nr. 794, 1 x Mi.-Nr. 827) freigemacht.


 
dorwal2015 Am: 21.08.2014 10:39:08 Gelesen: 170630# 98 @  
Hallo hier im Forum,

beobachte und lese diese Seiten schon seit einiger Zeit und finde sie super.

Bei der Durchsicht meiner Marken und Briefstücke bin ich auch auf einige Stücke gestoßen, die ich euch heute zeigen möchte:



Es sind keine besonderen Stücke, aber gelaufen nach Österreich.

Weiters möchte ich Euch noch zwei Farbserien der 6 Pfennig Marke zeigen:



Man soll es nicht glauben, aber es gibt sehr viele Farbunterschiede und Gummiunterschiede. Weiters Verschiebungen des Markenbildes in alle
Richtungen.

Hoffe es gefällt.

Gruß
Walter
 
HenryG Am: 21.08.2014 11:25:41 Gelesen: 170614# 99 @  
@ dorwal2013 [#98]

Zu den Farben habe ich auch noch etwas. Einmal ein waagerechtes Walzendruck Oberrandpaar in 2 Farben und einen 3er Steifen hell/dunkel/hell. Kann jemand etwas zu deren Entstehung sagen ?


 
stampmix Am: 24.08.2014 10:18:49 Gelesen: 170477# 100 @  
Hallo zusammen,

anbei eine nicht allzu häufige Portostufe als Luftpost-Auslands-Doppelbrief durch eine MeF 2*Mi.794 portogerecht mit 60RPf. frankiert.

Entwertet mit dem Innendienststempel BERLIN C 25 n / 16.11.43 und Zensurbanderole, sowie Stempel "4157" und "5169". Rückseitig wurde Name und Anschrift des Einlieferers nachträglich ergänzt.



beste Grüsse
stampmix
 
hajo22 Am: 24.08.2014 15:25:14 Gelesen: 170408# 101 @  
35 Pfg. Luftpostbrief in die Schweiz mit AH 20 und 15 Pfg. Die Marken entwertet mit Tagesstempel 17.2.45, 14 h. Der 2. Stempel dokumentiert die Auflieferung am Schalter. Benutzt wurde hier der Innendienststempel von Falkenstein ohne Stundenangabe.

Auslandspost mußte am Schalter aufgeliefert werden. Es gab dafür auch ein Kontrollkärtchen, das ich bei Gelegenheit zeige.



Schönen Tag.
Jochen
 
volkimal Am: 25.08.2014 15:43:22 Gelesen: 170333# 102 @  
Hallo zusammen,

diese Karte habe ich schon an einer anderen Stelle im Forum gezeigt. Sie ist ein schönes Dokument dafür, dass schon früher gezielte Stempeldokumentation betrieben wurde. Da inzwischen alle Fragen geklärt sind, zeige ich sie entsprechend der Hitler-Marke jetzt noch einmal mit kompletter Beschreibung bei diesem Thema.

5-Pfg. Ortspostkarte mit Antwortkarte als Drucksache verwendet. Damit ist sie natürlich um 2 Pfg. überfrankiert.



Die Karte diente dazu, einen Stempelwunsch an das Postamt Jaski über Fellin zu richten. Fellin ist eine alte Hansestadt in Estland und trägt heute den Namen Viljandi. Jaski heißt heute Jaska und ist eine Bauernschaft ca. 20 km nördlich von Viljandi. Die Karte sollte mit der Deutschen Dienstpost Ostland befördert werden.

Auf der Karte nach Jaski heißt es: "Die Marke auf der anhängenden Antwortkarte bitte ich möglichst mit Behelfsstempel entwerten...".

Viele Grüße
Volkmar
 
hajo22 Am: 25.08.2014 18:04:09 Gelesen: 170299# 103 @  
Brief vom 3.3.45 gestempelt Donaueschingen mit 10 und 15 Pfg. AH und beigesetztem Landpoststempel 17a Aselfingen an das Rote Kreuz/Vermisstenstelle in Genf.

Der Brief wurde von der Zensurstelle in München beanstandet "Zurück an Absender!" und roter Kastenstempel "Begründung inliegend".

Leider ist der Beanstandungszettel in diesem Fall nicht erhalten geblieben. Verboten waren z.B. Einlagen in die Briefe wie Fotos, Bildkarten, Briefe Dritter oder Kurzschrift (Steno) und Weiteres.



Schönen Tag.
Jochen
 
hajo22 Am: 27.08.2014 14:29:03 Gelesen: 170072# 104 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#28]

Einen Einschreibbrief mit 30 Pfg. Adolf Hitler Einzelfrankatur für R-Gebühr habe ich noch gefunden. Gestempelt 15.8.44 aus (9a) Sosnowitz, Ankunft Netzschkau 16.8. Man beachte die Postleitzahl (PLZ) 9a im Stempel. Die umgerüsteten (neuen) Stempel mit PLZ bis Kriegsende sind ein eigenes Sammelgebiet. Diese Stempel sind nicht häufig und sehr gesucht.

Postsache/Einsatz Osten

Diesmal sogar mit Inhaltsangabe "Brief an Schwester".



Viele Grüße
Jochen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 27.08.2014 17:08:12 Gelesen: 170051# 105 @  
@ hajo22 [#104]

Hallo Jochen,

ein sehr schöner Beleg, sowie die anderen auch, die Du unter versch. Themen gepostet hast. Kann mich nur wiederholen, würden meiner Sammlung auch gut zu Gesicht stehen.

Danke fürs zeigen.

Gruß
Jürgen
 
Briefmarkentor Am: 27.08.2014 18:43:57 Gelesen: 170020# 106 @  
Inlandsdrucksache bis 20 g vom 25. März 1944 aus Olbernhau im Freistaat Sachsen (RPD Chemnitz) nach Oberneuschönberg im Freistaat Sachsen (RPD Chemnitz). Die Drucksache wurde portorichtig mit 3 Rpf in Einzelfrankatur (1 x Mi.-Nr. 782) freigemacht.


 
Briefmarkentor Am: 27.08.2014 18:45:18 Gelesen: 170017# 107 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 31. März 1944 aus Neubrandenburg im Land Mecklenburg (RPD Schwerin) nach Berlin (RPD Berlin). Der Brief wurde portorichtig mit 42 Rpf in Mischfrankatur (1 x Mi.-Nr. 794, 1 x Mi.-Nr. 827) freigemacht.


 
hajo22 Am: 27.08.2014 21:27:27 Gelesen: 169983# 108 @  
In [#103] zeigte ich einen von der Zensur beanstandeten und zurückgeschickten Brief an das Rote Kreuz in Genf.

Heute zeige ich einen beanstandeten Brief aus Alsfeld vom 15.1.45 in die Schweiz, zensiert in München und an den Absender zurückgeschickt. Diesem Brief lag der gedruckte Beanstandungszettel der Auslandsbriefprüfstelle noch bei.

Der Brief war zu lang (mehr als 2 Seiten). Die Beanstandung wurde unterstrichen.

Aus dem Zettel ist ersichtlich was alles nicht erlaubt war. Mein lieber Mann!



Schönen Abend.
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 28.08.2014 11:57:45 Gelesen: 169931# 109 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 4. April 1944 aus Torgelow in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Elster an der Elbe in der preußischen Provinz Sachsen (RPD Leipzig). Der Brief wurde portorichtig mit 12 Rpf in Mehrfachfrankatur (2 x Mi.-Nr. 785) freigemacht.


 
Briefmarkentor Am: 30.08.2014 14:30:04 Gelesen: 169810# 110 @  
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 8. April 1944 aus Gamehl im Land Mecklenburg (RPD Schwerin) über Wismar nach Lensian in der preußischen Provinz Hannover (RPD Hannover). Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 6 Rpf (Mi.-Nr. 785) freigemacht.



Laut dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in der Gemeinde Gamehl, in welcher im Jahr 1946 zusammen mit der Ortschaft Preensberg 388 Einwohner lebten, eine Poststelle II. Dies erkennt man auch an dem Rechteckstempel mit gerundeten Ecken, Strich und zwei Zeilen (L16) "Gamehl / über Wismar.". Dieser Stempel neben dem Postwertzeichen wurde auf der Poststelle II abgeschlagen. Anschließend wurde der Brief dem zuständigen Postamt zugeleitet, bei dem dann das Postwertzeichen mit dem Zweikreisstegstempel WISMAR / ? abgeschlagen wurde.
 
hajo22 Am: 31.08.2014 17:40:17 Gelesen: 169749# 111 @  
Ortspostkarte mit 5 Pfg. Adolf Hitler aus München-Pasing vom 19.1.1945 an das Amtsgericht München (Eingangsstempel 24.1.45).



5 Pfg. Postkarten im Ortsverkehr sind zwar keine Seltenheiten, aber in guter Erhaltung nicht leicht zu finden.

Hier dürfte der Bedarf außer Zweifel stehen.

Schönen Sonntagnachmittag.
Jochen
 
volkimal Am: 05.09.2014 22:14:25 Gelesen: 169588# 112 @  
Hallo zusammen,

hier eine 6 Pfg. Hitler-Marke auf einer Ansichtskarte aus Krakau:



Die Marken des Deutschen Reiches waren im Generalgouvernement nur bis zum 31.03.1940 gültig.

Diese Karte aus dem Jahr 1942 wurde deshalb mit 9 Pfg. Nachporto belegt. Das entspricht dem 1 1/2 fachen des fehlenden Portos.

Viele Grüße
Volkmar
 
Sachsendreier53 Am: 08.09.2014 11:02:39 Gelesen: 169500# 113 @  
Brief im Ortsverkehr bis 20 g = 8 Reichspfennig, LEIPZIG W 35 / a / REICHSMESSESTADT vom 1.2.1944, MiNr.786



mit Sammlergruß,
Claus
 
Briefmarkentor Am: 01.10.2014 10:33:34 Gelesen: 169071# 114 @  
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 5. August 1944 aus Ueckermünde in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Düsseldorf in der preußischen Rheinprovinz (RPD Düsseldorf). Die Karte wurde in Einzelfrankatur portorichtig mit 6 Rpf (1 x Mi.-Nr. 785) freigemacht.



Absender der Karte ist die Landesheilanstalt in Ueckermünde. Galt diese zu Anfang des 20. Jahrhunderts als sehr fortschrittlich, diente sie unter den Nationalsozialisten als Zentrum der systematischen Tötung psychisch Kranker und Behinderter in Vorpommern.
 
Briefmarkentor Am: 01.10.2014 11:01:37 Gelesen: 169063# 115 @  
Brief nach dem Ausland bis 20 g vom 19. September 1944 aus Torgelow in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Genf in der Schweiz. Der Brief wurde in Einzelfrankatur portorichtig mit 25 Rpf (1 x Mi.-Nr. 793) freigemacht.



Der Brief durchlief die deutsche Zensur, wovon der Verschlusszettel auf der linken Seite und diverse Stempel auf dem Beleg zeugen.

Der Brief wurde vom Absender aus einem Gemeinschaftslager in Torgelow an das Internationale Rote Kreuz in Genf gesendet. Vermutlich handelte es sich bei dem Absender um einen Fremd- bzw. Zwangsarbeiter in dem Rüstungswerk der Deutschen Sprengchemie DSC Torgelow/ Spechtberg oder der Luftwaffenmunitionsanstalt 1/III Torgelow.

Kann jemand mehr zu diesem Beleg sagen?
 
stampmix Am: 03.10.2014 08:22:51 Gelesen: 168941# 116 @  
Hallo zusammen,

ein Eilboten-Einschreiben-Fernbrief von Kaufbeuren nach München am 30.9.42 gesandt. Die Zusatzleistungen wurden mit den 30RPf. und 40Rpf. Marken auffrankiert.



mit bestem Gruss
stampmix
 
Sachsendreier53 Am: 10.10.2014 10:52:41 Gelesen: 168716# 117 @  
Nachnahmekarte vom 8.10.1942 über 36,20 Reichsmark, aufgegeben in BERLIN-CHARLOTTENBURG 2 / 08.10.42 / c, Ankunft in Wermsdorf am 10.10.1942.

Freigemacht mit MiNr.782 3(Pfg.) + MiNr.791 20(Pfg.)



mit Sammlergruß,
Claus
 
HenryG Am: 28.10.2014 15:12:20 Gelesen: 168390# 118 @  
1 RM auf Ausweis über den Dauerbezug von Sonderwertzeichen Ende 1944 ausgestellt. Zum Bezug von Sondermarken 2 Wochen vor dem Ausgabetag. Bis zu 20 x konnte diese Angebot genutzt werden, dann waren erneut 1 RM zu entrichten. In diesem Fall konnte der Besitzer das Angebot allerdings nur noch 4 x in der Zeit vom 20.9.1944-20.01.45 nutzen.


 
hajo22 Am: 28.10.2014 18:37:58 Gelesen: 168346# 119 @  
@ HenryG [#118]

Zeige doch bitte auch die Rückseite des Ausweises mit den Stempeln.

Da hast Du was völlig falsch verstanden: Die Marken müssen innerhalb von 2 Wochen nach Erstausgabe beim Postamt abgeholt werden. Länger werden Sie für den Ausweisbesitzer nicht reserviert.

Von wegen 2 Wochen vor Ausgabe, guter Scherz!

Gruß
Jochen
 
HenryG Am: 29.10.2014 10:27:04 Gelesen: 168278# 120 @  
@ hajo22 [#119]

Stimmt natürlich, es muss lauten "vom 1.Ausgabetag" nicht "vor dem" :) - die Rückseite reiche ich später noch nach.

Gruß
Henry
 
volkimal Am: 30.10.2014 21:42:43 Gelesen: 168207# 121 @  
Guten Abend zusammen,

10 km von Saarbrücken entfernt liegt Forbach (Moselle) als der erste Ort in Frankreich. Forbach liegt im Departement Moselle, dementsprechend trugen die Stempel bis zum Krieg den Namen Forbach (Moselle). Gleich zu Beginn des Krieges wurde Lothringen besetzt und Forbach bekam den Namen Forbach (Lothringen).



Aus dieser Zeit stammt der Einschreibezettel. Aus dem Zusammenschluss der Pfalz mit dem Saarland und Lothringen entstand 1941 der Reichsgau Westmark. Der Stempel trägt dementsprechend den Ortsnamen Forbach (Westm).

Nach Wikipedia [1] ist der Reichsgau Westmark formell nicht mehr zustande gekommen. Dessen ungeachtet gibt es in verschiedenen Stempeln diese Bezeichnung.



Saarbrücken macht sogar Reklame damit, die Gauhauptstadt der Westmark zu sein.

Viele Grüße
Volkmar

[!] http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsgau
 
hajo22 Am: 31.10.2014 10:01:19 Gelesen: 168178# 122 @  
@ volkimal [#121]

Weißt Du wie lange der Maschinenwerbestempel von Saarbrücken, den Du hier zeigst, in Verwendung war? Interessieren würde mich, ob er noch 1945 im Einsatz war.

Gruß
Jochen
 
volkimal Am: 31.10.2014 10:38:30 Gelesen: 168173# 123 @  
@ hajo22 [#122]

Hallo Jochen,

ich habe nur diesen einen Abschlag des Stempels. Laut Bochmann wurde der Stempel von 1942 bis 1944 verwendet.

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Zalaszewski Am: 02.11.2014 23:13:48 Gelesen: 168080# 124 @  
Hallo zusammen,

hier mal die Verwendung einer 40 Rpfg-Marke der Dauerserie "Hitler" auf einer Auslandspostanweisung von Berlin-Tempelhof nach Rotterdam, Holland. Die Gebühr für eine Auslandspostanweisung über 30 bis 40 Reichsmark betrug 40 Rpfg, eingezahlt wurden 39,81 Reichsmark, das entsprach 30 Gulden. Auf der Rückseite ist noch der damalige Umtauschkurs vermerkt.



Viele Grüße

Jürgen
 
hajo22 Am: 04.11.2014 15:32:55 Gelesen: 167978# 125 @  
Einen Tag vor dem 20.Juli 1944 (Attentat auf Hitler) ging dieser Brief vom Herder Verlag in Freiburg/Breisgau nach Como/Italien. Er weist den Durchlauf-Zensurstempel Ad (= Zensurstelle München) und den Zensorenstempel "7212" auf.

Der Brief wurde im Europatarif mit 12 Pfg. AH frankiert. Die Marke zeigt die Firmenlochung (Perfin) "H".

In Como wurde der mit "postlagernd" deklarierte Brief nicht abgeholt/nicht nachgefragt ("non chiesta/non réclamé) und deshalb wieder zurückgeschickt ("Al Mittente").

Beidseitig: Maschinen-Wellenstempel von Como ohne Datumsangabe.





Gruß
Jochen
 
volkimal Am: 05.11.2014 19:19:17 Gelesen: 167476# 126 @  
Hallo zusammen,

was finde ich an diesem Brief interessant ?



1) den Propagandastempel „Mehr als 32 Millionen BRT sind weg“: Typisch für die Propaganda der damaligen Zeit sind die Übertreibungen. Wenn ich die Zahlen von Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Krieg) zusammenzähle, so sind es bis 1943 keine 20 Millionen BRT. Allerdings kann ich diese Zahl nicht nachweisen.

2) die Adressenänderung. Der Brief ging an die „Berufsgenossenschaft für gewerbsmäßige Fahrzeughaltungen, Neubertstraße 1 in Hamburg“. Die neue Adresse war „An der Markuskirche 4 in Hannover“. Weshalb soll eine Berufsgenossenschaft von Hamburg nach Hannover umziehen?

Für mich ist der Brief ein Dokument über die Zerstörungen durch die Alliierten Luftangriffe auf Hamburg im Jahre 1943. Beim zweiten Großangriff der Royal Air Force in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1943 wurden 739 Bomber eingesetzt. Die Stadtteile Rothenburgsort, Hammerbrook und Borgfelde wurden fast völlig zerstört; auch in Hamm, Eilbek, Hohenfelde, Barmbek und Wandsbek gab es größere Zerstörungen. Etwa 30.000 Menschen starben bei diesem Angriff. Die Neubertstraße liegt im Stadtteil Hohenfelde. (Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Gomorrha).

Viele Grüße
Volkmar
 
Briefmarkentor Am: 08.11.2014 17:14:56 Gelesen: 166961# 127 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 22. Juni 1943 aus Pätschow in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Stettin in der preußischen Provinz Pommern. Der Brief wurde in Einzelfrankatur portorichtig mit 12 Rpf (1 x Mi.-Nr. 827) freigemacht.



Nach dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in der Gemeinde Pätschow eine Poststelle II. Von dieser Poststelle II zeugt der links neben dem Postwertzeichen abgeschlagene Rechteckstempel mit abgerundeten Ecken und Strich Pätschow / über Anklam. Von Pätschow aus wurde der Brief zur Postanstalt in der Stadt Anklam weitergeleitet, wo das Postwertzeichen mit dem Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten ANKLAM / LAND abgeschlagen wurde.

Nach dem Gemeindeverzeichnis des Landes Mecklenburg lebten zum 29. Oktober 1946 in der Gemeinde Pätschow, der auch die Ortschaft Vitense zugeordnet war, insgesamt 546 Einwohner.
 
Cantus Am: 08.11.2014 17:24:53 Gelesen: 166954# 128 @  
@ Marko Haucke [#127]

Hallo Marko,

ein schöner Poststellenstempel. Ich habe mal in meinem Gemeindelexikon von 1911 nachgeschaut, danach hatte der Ort damals 167 Einwohner.

Viele Grüße
Ingo
 
hajo22 Am: 08.11.2014 18:03:50 Gelesen: 166943# 129 @  
Drucksache bis 250 gr. tarifrichtig frankiert mit 15 Pfg. AH Einzelfrankatur aus Darmstadt vom 23.12.1942 nach Berlin ins Regierungsviertel der Wilhelmstraße.



An Weihnachten 1942 waren die Soldaten der 6. Armee in Stalingrad bereits eingekesselt. Der Versuch, die Armee aus der Luft zu versorgen, scheiterte. Die Katastrophe nahm ihren Lauf.

Nach dem Buch von Heinz Schröter "Stalingrad..bis zur letzten Patrone" gingen 123.000 Soldaten in Gefangenschaft, wovon lediglich 5.000 Mann viele Jahre nach Kriegsende heimkamen.

Gruß
Jochen
 
hajo22 Am: 09.11.2014 09:44:56 Gelesen: 166838# 130 @  
Firmen-Auslandsbrief (bis 40 gr.) mit 40 Pfg. AH Einzelfrankatur vom 28.3.1944 nach Schweden. Der 2. Poststempel dokumentiert die Aufgabe des Briefes am Schalter.

Durchlauf-Zensurstempel (Ab) von Berlin. Der Brief blieb von der Zensur ungeöffnet (vermutlich von der Zensurstelle als undenklich eingestuft, da bekannte Firmenkorrespondenz).



Gruß
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 09.11.2014 11:41:56 Gelesen: 166812# 131 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 8. Juni 1943 aus Hohendorf in der preußischen Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Stettin in der preußischen Provinz Pommern. Der Brief wurde in Einzelfrankatur portorichtig mit 12 Rpf (1 x Mi.-Nr. 827) freigemacht.



Nach dem Ortsverzeichnis I von 1944 befand sich in der Gemeinde Hohendorf eine Poststelle II. Von dieser Poststelle II zeugt der links neben dem Postwertzeichen abgeschlagene Rechteckstempel mit abgerundeten Ecken und Strich Hohendorf / über Anklam. Von Hohendorf aus wurde der Brief zur Postanstalt in der Stadt Anklam weitergeleitet, wo das Postwertzeichen mit dem Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten ANKLAM / LAND abgeschlagen wurde.

Nach dem Gemeindeverzeichnis des Landes Mecklenburg lebten zum 29. Oktober 1946 in der Gemeinde Hohendorf, der auch die Ortschaft Zarnitz zugeordnet war, insgesamt 875 Einwohner.
 
hajo22 Am: 09.11.2014 15:53:33 Gelesen: 166761# 132 @  
Luftpost-Auslandsbrief mit Leitvermerk "via Lissabon nach Nordamerika" aus München vom 15.8.1941 nach New York. Gewicht (links oben vermerkt) 5 gr. = Luftpostzuschlag 40 Pfg. + Briefgebühr 25 Pfg. jeweils mit passenden AH-Marken frankiert.

Doppelzensur: Deutsche OKW-Zensur "e" = Frankfurt a.M. und britische Zensur (vermutlich auf den Bahamas).



Gruß
Jochen
 
hajo22 Am: 10.11.2014 14:28:22 Gelesen: 166334# 133 @  
Einschreibbrief aus Gabelsbach über Kempen (Posen) portorichtig frankiert mit 30 und 25 Pfg. AH an das Rote Kreuz in Genf.

Die Marken entwertet mit einem 2-zeiligen Gummistempel "Gabelsbach/(Kr. Kempen, Posen) ohne Datum.

Der normale Poststempel war wohl in Verlust geraten. Postablagestelle kann nicht sein, da diese keine R-Zettel führten, sondern nur das übergeordnete Postamt.

Zensurstreifen "d" = Zensurstelle München. Ankunftsstempel Genf 26.4.1943. Damit wissen wir, daß der Brief im April 1943 aufgegeben wurde.





Gruß
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 10.11.2014 19:49:30 Gelesen: 166220# 134 @  
Hallo Sammlerfreunde,

kann jemand die nachfolgend abgebildete Paketkarte beschreiben?


 
guy69 Am: 11.11.2014 16:46:40 Gelesen: 166026# 135 @  
Hallo,

gerade eingetroffen, aber nichts besonderes. Fand ich aber ganz nett für meine Heimatsammlung HOCHHEIM AM MAIN.


 
roteratte48 Am: 18.11.2014 12:22:09 Gelesen: 165625# 136 @  
Paketkarten habe ich in diesem Thread etliche gesehen - eine komplette Päckchenadresse ist mir vielleicht entgangen. Hier ein solcher Beleg; entwertet mit einem alten L1 CALW (von Bild und den Maßen her identisch mit dem Vorphila L1 Feuser 544-5).



Gruß - Rolf
 
hajo22 Am: 21.11.2014 12:02:25 Gelesen: 165130# 137 @  
@ roteratte48 [#136]

Ein recht niedlicher Beleg. Der Langstempel "CALW" ist bei Grobe "Altdeutschland" gelistet (ohne Abbildung).

Der Nachteil eines solchen Stempels: Es ist kein Datum erkennbar. Der L.Stempel ist nur auf der Marke abgeschlagen, er geht nicht auf den Beleg über, es könnte sich daher auch um eine Vorausentwertung handeln. Daß der Absender das "A" in NSDAP kleingeschrieben hat, irritiert, denn es steht ja für das Substantiv "Arbeiter" und das müßte eigentlich bekannt gewesen sein bei einer "Reichsarbeitsgemeinschaft". Ein wenig merkwürdig.

Generell bin ich immer skeptisch, wenn ein damals schon über 100 Jahre alter Stempel auf einer modernen Marke auftaucht. Da muß jemand schon in die allerunterste Schublade gegriffen haben. Und "Notstempel" in Calw? Na ja.

Hier eine Päckchenadresse eines Berliner Verlages mit der 40 Pfg. AH, mit Rollstempel Berlin SW 77 (Paketpostamt) vom 18.10.41 entwertet nach Freudenstadt an das Landratsamt. Dabei ist dankenswerterweise ein großer Päckchenabschnitt erhalten geblieben. Die Marke trotz Rollstempel sehr sauber und lesbar entwertet.



Allen einen schönen Tag.
Jochen
 
drmoeller_neuss Am: 21.11.2014 17:45:19 Gelesen: 165044# 138 @  
@ roteratte48 [#136]

1. Das beanstandete "a" kann ein grosses "A" in Sütterlinschrift sein. Ab ca. 1941 wurde Sütterlin durch die lateinische Ausgangsschrift ersetzt, viele handgeschriebene Adressen weissen eine Mischung aus beiden Schriften aus.

2. Die Päckchenadresse, die Beschriftung und das Papier erscheinen mir zeitgemäss.

3. Das Päckchen ist vielleicht bei der Landpost in Calw aufgegeben worden. Möglicherweise stand kriegsbedingt (?) der Stempel "Calw-Land" nicht zur Verfügung, weswegen man sich dieses Stempels bedient hatte, den man in einer Schublade im Postamt noch liegen hatten.

In den Notzeiten nach dem Krieg wurde noch so mancher Altdeutschland-Stempel wieder reaktiviert.

Der Beleg kann nicht geprüft werden, da die Datumsangabe fehlt und der Stempel nicht auf das Papier übergeht. Trotzdem halte ich ihn für echt.
 
roteratte48 Am: 21.11.2014 18:19:49 Gelesen: 165027# 139 @  
@ drmoeller_neuss [#138]

Ich halte das Stück ebenfalls für echt - der Stempel 544-5 CALW ist auf Postschein bis in die letzten Kriegsjahre hinein belegt. Aber es geht mir nicht um eine Prüfung - ich wollte den Beleg lediglich zeigen; er ist für mich (völlig andere Baustellen) ohne jeden finanziellen Wert. Dir als auch Jochen aber Danke für eure Kommentare!

Liebe Grüße - Rolf
 
hajo22 Am: 21.11.2014 18:40:37 Gelesen: 165009# 140 @  
@ drmoeller_neuss [#138]

Zu 1.: Das ist dasselbe "a" wie in "Bad". Aber egal.

Zu 3.: Der Beleg stammt deutlich nicht aus "den Notzeiten nach dem Krieg". Oder bist Du da anderer Meinung?

Der Beleg ist vermutlich echt, es lohnt sich nicht so was zu fälschen, das wäre läppisch.

Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 21.11.2014 18:48:20 Gelesen: 165001# 141 @  
@ roteratte48 [#139]

Das wäre interessant. Kannst Du einen Postschein (Du meinst vermutlich Einlieferungsschein) mit dem Stempel aus den letzten Kriegsjahren zeigen? Da müßte dann noch ein Datumsstempel abgeschlagen sein, sonst haben wir die gleiche Situation.

Viele Grüße
Jochen
 
hajo22 Am: 22.11.2014 17:15:17 Gelesen: 164883# 142 @  
In [#129] habe ich eine Drucksache bis 250 gr. mit 15 Pfg. AH-Einzelfrankatur gezeigt.

Die 15 Pfg. war hauptsächlich vorgesehen zur Frankierung von Auslandspostkarten. Da bisher noch keine gezeigt wurde, will ich das nachholen.



Postkarte gestempelt Berlin-Charlottenburg 5 vom 27.2.45 nach Basel. Geprüft "Zensurstelle" (SS-Zensur). Nach dem 20.Juli 44 übernahm m.W. die SS die Überwachung der Zensurstellen.

Im Text zu lesen: "da ich in Dresden nicht mehr bleiben konnte" (hier wird Bezug genommen auf die Zerstörung Dresdens im Feb. 45 durch alliierte Bomber).

Seltener als auf Drucksachen oder Auslandspostkarten ist die Einzelfrankatur der 15 Pfg. AH auf Zahlkarten zu finden.

Hier eine Zahlkarte über 15,30 RM aus Krems/Donau (Ostmark) vom 5.5.45, frankiert mit 15 Pfg. AH.

Der Einlieferungsschein (rechter) Abschnitt wurde abgetrennt und dem Einzahler übergeben.

Keinerlei Weiterleitungsvermerke. Die Zahlkarte blieb liegen, sie wurde mangels Beförderungsmöglichkeiten, "überrollt" und nach dem Zusammenbruch auch nicht mehr ausgeführt. Krems war jetzt wieder Österreichisch und nicht mehr Teil der Ostmark.





Die Gebühr für eine Zahlkarte bis 25 RM betrug 15 Pfg. (siehe Tabelle).

Schönen Samstagabend.
Jochen
 
hajo22 Am: 23.11.2014 19:17:56 Gelesen: 164764# 143 @  
Drucksachenkarte zu 3 Pfg. AH gestempelt 5.8.43 Berlin-Charlottenburg 2 mit Maschinen-Werbestempel "Kriegshilfswerk 1943/Die Heimat hilft!".



Auch die kleinen Belege können interessant sein.

Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 25.11.2014 20:16:37 Gelesen: 164621# 144 @  
46 Pfg.-Frankatur AH (40 + 6 Pfg.) auf Ortseinschreibbrief über 20 gr. Postamt München 20 vom 2.6.1944.

Rückseitig: München 2 BZ (Postamt am Hauptbahnhof/Stempel in Form eines Bahnpoststempels) vom 2.6. und Postamt 7 vom 3.6.44.



Schönen Abend.
Jochen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 25.11.2014 23:04:54 Gelesen: 164578# 145 @  
@ hajo22 [#144]

Hallo Jochen,

schöne Portostufen, die Du hier vorstellst. Die verschiedenen 15-RPfg-Frankaturen haben mir auch sehr gut gefallen. Danke fürs Zeigen.

Beste Grüße
Jürgen
 
Richard Am: 26.11.2014 12:32:28 Gelesen: 164418# 146 @  
Im Bereich "außerhalb der Philatelie" ist ein Beitrag zu finden, der sich mit den aus diesem Thema verschobenen Beiträgen beschäftigt.

Bitte hier in diesem Thema nur philatelistische Beiträge, andere werden umgehend entfernt oder verschoben.

Dieser Hinweis wird nach 24 Stunden automatisch entfernt.

Schöne Grüsse, Richard
 
hajo22 Am: 26.11.2014 19:31:34 Gelesen: 164346# 147 @  
Hier eine Paketkarte mit 80 und 25 Pfg. AH für ein Paket mit 10 kg Gewicht, Gebühr 1,05 RM, gestempelt 27.5.1944 aus Graz (Stempel: "Stadt der Volkserhebung") nach Rann/Save an die Molkerei. Handschriftlicher Zustellvermerk 30.5. und Empfangsbestätigung.

Die Stadt Rann war damals ein Ort in der Untersteiermark (Postleitzahl 12a), heute in Slowenien an der Grenze zu Kroatien gelegen.



Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 27.11.2014 17:17:46 Gelesen: 164270# 148 @  
Firmenbrief 12 Pf. AH aus Würzburg vom 14.2.1944 mit Maschinenwerbestempel nach Zürich.

Der Absender glaubte wohl, die Schweiz hätte gegenüber dem Deutschen Reich auch den Europatarif eingeführt. Dem war nicht so. Daher 35 Rappen Nachgebühr (Zürich 19.2.1944) für fehlende 13 Pfg.

Zensurdurchlaufstempel "Ad"= München, 2 Nummernstempel der Zensoren. Großer handschriftlicher "T"-Vermerk (Taxe).

Der Brief ist offensichtlich nicht - wie die Zensurbestimmungen bei Auslandsbriefen es vorschrieben - am Schalter aufgegeben worden. Trotz dieses Verstosses gegen die bestehenden Bestimmungen hat die Zensurstelle nicht eingegriffen.



Schönen Abend wünscht
Jochen
 
hajo22 Am: 29.11.2014 19:07:33 Gelesen: 164147# 149 @  
Einschreibbrief aus Kutno mit Sonderstempel vom 1.9.1942 nach Halle/Saale. Philatelistisch inspiriert mit drei waagrechten und einem senkrechten Zusammendruck AH sowie Sondermarke zu 6 Pf.

Mit 44 Pf. um 2 Pf. überfrankiert. Ankunftsstempel am gleichen Tag.



Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 02.12.2014 18:07:35 Gelesen: 163982# 150 @  
Eilbotenbrief mit senkrechtem Dreierstreifen der 25 Pf. AH, entwertet Berlin-Charlottenburg 28.6.1943 (Stempel ohne Stundenangabe = Innendienststempel) nach Paris. Ohne weitere Postvermerke (weder Ankunfts- noch Durchleitstempel). Der Absender wohnte im Gemeinschaftslager 25 in Berlin, zuständiges Postamt NW 87 lt. seinen Angaben.

OKW-Zensur "e" = Zensurstelle Frankfurt/a.M. Der Briefinhalt vom 27.Juni 1943 ist erhalten geblieben und ging an das Fräulein S.

Ein chemischer Zensurstreifen (Prüfung auf Geheimschrift/unsichtbare Tinte) ist auf dem Brief noch deutlich erkennbar.

Der französische Absender war entweder "angeworbener Fremdarbeiter" oder Zwangsarbeiter.

Portoberechnung: 25 Pf. für Auslandsbrief bis 20 gr. und 50 Pf. Eilbotengebühr Ausland = gesamt 75 Pf.



Wer weiß mehr über das "Gemeinschaftslager 25" (Straße Gebauer Wiese, lese ich) in Berlin im Jahre 1943 (Standort/Lagerbewohner)?

Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 03.12.2014 22:31:22 Gelesen: 163895# 151 @  
Ganzsache 6 Pf. AH (Mi. P299I) mit Zusatzfrankatur 30 Pf. AH als Einschreibkarte nach Utrecht/Niederlande. Gestempelt Schömberg am 28.8.1944. Text in holländischer Sprache. Der Absender war vermutlich Patient im Sanatorium Schwarzwaldheim in Schömberg (siehe Adresse).

Mit 36 Pf. portorichtig im Europa-Tarif frankiert: Auslandskarte zum 6 Pf. Inlandstarif + 30 Pf. Einschreibgebühr.

Zensiert: "Ac" = Durchlaufzensur der Zensurstelle in Köln.



Die Ganzsache wurde beidseitig eng beschrieben. Der Absender hätte bei dem umfangreichen Text auch einen Brief verwenden können. Es ist jedoch anzunehmen, daß Postkarten die Zensurstellen schneller durchliefen. Der zeitliche Aspekt war ihm anscheinend wichtiger.

Schönen Abend.
Jochen
 
hajo22 Am: 06.12.2014 17:04:54 Gelesen: 163739# 152 @  
Ich zeige heute eine P 314aII, eine im Katalog billige Ganzsache.

Dieses Stück aber ist interessant. Der Maschinenwerbe-Stempel Berlin SW 11 datiert vom 13.4.1945. Eine Woche später war Berlin von der Roten Armee eingekesselt und Post nach auswärts nicht mehr möglich. Diese Karte lief aber noch unbehelligt die weite Strecke bis nach Bad Reichenhall. Sie zeigt keine "Überroller-Merkmale".



Schönen Samstagabend.
Jochen
 
Fips002 Am: 06.12.2014 18:14:51 Gelesen: 163720# 153 @  
Von mir ein Firmenbrief mit 1 Pfg. Mehrfachfrankatur von Echterdingen,28.01.1944, an das Luftzeugamt Travemünde-Pödenitz.

Roter Firmenstempel: Reichseigenes Lager/bei der Firma/Daimler-Benz A.G./ Werkflugerprobung/Echterdingen (Württ.)



Gruß Dieter
 
juni-1848 Am: 10.01.2015 22:15:51 Gelesen: 162874# 154 @  
Ein Monat Sendepause ist genug.

Dann zeige ich jetzt mal zur 1 Pf Mehrfachfrankatur (MeF) von Fips002 [#153] die gleiche Portostufe zu 12 Pfennig - nur mit einem 12er-Block:



Entwertet mit Zweikreisbrückenstempel von BERLIN O 17 mit Unterscheidungsbuchstaben vv vom 1.2.1944.

Und gleich noch zur Ergänzung auf Fernpostkarte die MeF mit 6 Marken vom 26.2.44 ab Staßfurt:



Ein geruhsames Wochenende
Werner
 
roteratte48 Am: 13.01.2015 10:21:16 Gelesen: 162719# 155 @  
@ hajo22 [#137]

Hallo Jochen,

trotz öfteren Stöberns in den württembergischen Postscheinen aus dem Nachlaß meines Vaters konnte ich den Stempel CALW bis jetzt nicht finden - aber es gibt dazu eine Veröffentlichung im Rundbrief 169 der ARGE Württemberg. Nachfolgend die Grafik und der zugehörige Text:



Abbildung 1: Einzeiliger Langstempel CALW in schwarz auf Vorbundzettel für Feldpostbriefe (ca. 30er-/40er-Jahre) nach Stuttgart. Der ca. 1849 eingeführte Stempel war demnach ungefähr 90 Jahre im Gebrauch.

Schönen Tag allen Forumlern - Rolf
 
juni-1848 Am: 15.01.2015 01:09:58 Gelesen: 162611# 156 @  
Moin zusammen,

eine attraktive Doppelverwendung - nicht als Wendebrief und auch nicht rückseitig:



Nach der ersten Verwendung als Fernbrief vom 4.5.1943 mit Kreisbrückenstempel von Achenmühle über Rosenheim wurde die 12 Pf. Hitler einfach überklebt mit einem senkrechten Paar der 1 Pf., ergänzt mit einer Marke zu 10 Pf., und am 29.11.43 ab Rosenheim wiederum nach Hameln auf den Postweg gegeben.

Sammlergruß
Werner
 
juni-1848 Am: 18.01.2015 00:42:43 Gelesen: 162453# 157 @  
Moin zusammen,

die Hitler-Werte ab 60 Pf sind - ausgenommen auf Paketkarten - nicht ganz so häufig zu finden:



Hier als Päckchen-Adressauschnitt (40 Pf) per Einschreiben (30 Pf) eine "zeitgemäß braune" Mischfrankatur der 60 Pf mit der 10 Pf. Leider zeigt der scan einen leichtem Blaustich.

Sammlergruß
Werner
 
stampmix Am: 01.02.2015 16:59:42 Gelesen: 161994# 158 @  
Hallo zusammen,

hier ein Auslands-Luftpost-Einschreibebrief, der am 26.4.1944 von Lüdenscheid nach Tureberg (S) gesandt wurde. Portogerecht frankiert mit den Marken zu 25 Rpf (Auslandsbrief), 30 Rpf (Einschreiben) und 10 Rpf (Luftpost). Rückseitig Zensurstreifen und -stempel.



mit bestem Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 15.02.2015 17:05:05 Gelesen: 161528# 159 @  
In [#101] hatte ich angekündigt, gelegentlich eine Kontrollkarte für den Auslandsbriefverkehr zu zeigen, was ich heute nachhole:





VG, hajo22
 
hajo22 Am: 15.02.2015 18:00:53 Gelesen: 161513# 160 @  
17 Pfg.-Luftpost-Brief mit AH 12 und 5 Pfg. frankiert aus Gleiwitz vom 8.5.1942 nach Reval/Estland adressiert.

Von der Zensurstelle "a" = Königsberg beanstandet und zurückgewiesen. Aus dem im Couvert beigelegten Zettel geht die Beanstandung hervor: "Druckschriften darf nur der Verlag versenden" (ergänzender Kastenstempel).





VG, hajo22
 
Manne Am: 12.04.2015 12:34:49 Gelesen: 160368# 161 @  
Hallo zusammen,

habe beim letzten Tauschabend den zweiten Teil einer zweiteiligen Postkarte erhalten. Im ersten Teil geht um eine Krankmeldung einer Ostarbeiterin an die Fa. Christian Schlenker Söhne Uhrenfabrik in Schwenningen. Absender war die Allgemeine Ortskrankenkasse Schwenningen. Im zweiten Teil wird die Person wieder gesund gemeldet, ist aber in einer Woche ein Jahr älter geworden. Seltsam, beide Postkartenteile wurden am 14.9.44 in Schwenningen abgestempelt.

Gruß
Manne


 
Heidelberg Collector Am: 26.07.2015 18:04:43 Gelesen: 157040# 162 @  
Hier auch noch ein paar sammelwürdige Bogenränder:



Mi.Nr. 826/27 mit Bogenrandnummer

Dann noch die Michelnummer 800 mit verschiedenen Zähnungsvarianten im Bogenrand:



Man sieht deutlich, dass die Ränder variieren. Oben links ist der Oberrand zwischen den Ziffern "40,00" und "50,00" Mark nicht durchgezähnt - rechts daneben durchgezähnt - gilt auch für die Unterrandstücke. Bei den seitlichen Rändern scheint es auch einige Varianten zu geben.

Beste Grüße,

Yoska
 
cilderich Am: 24.12.2015 15:18:41 Gelesen: 146469# 163 @  
1945 Auslandsüberroller

Hallo,

hier mal ein sehr schönes Stück, das das Jahr 1945 vom März bis Dezember abdeckt. Die verwendete Marke (Mi Nr A 795) erschien erst 1944 (wohl 2. Hälfte des Jahres), somit sind Frankaturen hiermit kaum 1 Jahr möglich.

Dementsprechend sind solche Stücke schon im Inland spannend, zunehmend dann wenn sie nach ehemals Österreich (oder von dort), ins Protektorat oder ins Generalgouvernement liefen und im hohen Maße als Stücke ins "befreundete" Ausland. Dies ist besonders spannend, da ja zB Belgien oder Frankreich ab 44 zunehmend befreit wurden und ein geordneter Postverkehr nach Süd- und Südosteuropa auch immer schwerer wurde.

Aber dieser Brief "konnte" noch mehr. Er wurde in Berlin am 20.3.45 gestempelt und hätte dann der Auslandszensur zugeführt werden müssen, lt. H. Landsmann war das bis 1943 Köln, und dann? Jedenfalls zeigt der Brief keine Anzeichen deutscher Zensur, sondern es erfolgte ein Stempel bezüglich Rücksendung.

Spätestens ab 3.3.45 fanden Kämpfe um den Haag statt. Vermutlich blieb der Brief in Berlin und wurde zum Überroller, was die amerikanische Zensur und der rückseitige Berliner Stempel vom 4.12.45 nahelegen. Aber dann wird es nochmals spannend: Der Absender wohnte nicht mehr im Bereich des amerikanischen Sektors, sondern im sowjetischen und dort dürfte auch (denn im Prinzip erfolgte es nur im sowjetischen Einflußbereich) die Schwärzung des Konterfeis Hitlers und der Auswurf der Nachgebühr erfolgt sein. Jedenfalls kam der Brief dann in Babelsberg an (sonst gäbe es ihn wohl nicht mehr). Und noch etwas: der Absender war Patentanwalt, es hätte also wohl auf jeden Fall eine Berliner "Spezialzensur" durch Patentzensoren stattfinden müssen, aber da es eh keine Weiterleitungsmöglichkeit mehr gab?

Hat jemand ähnliche Belege? Kann jemand weitere Belege mit dieser Marke ins Ausland zeigen etc. Bin immer interessiert an entsprechenden Belegen oder zumindest Kopien (eine adäquate Entrichtung ist selbstverständlich).

Beste Grüße cilderich



So ein Beleg ist "Absolut, extrem, maximal, höchst, ultra selten". Sollte jemand etwas Ähnliches (das absolute Maximum wäre eine Verwendung während der Portoreduktion nach Frankreich, anbieten können, böte ich für eine solche, nachvollziehbar, eine mittlere 3 stellige Notation).

[Auf Wunsch von cilderich redaktionell kopiert aus dem Thema "Zensurpost: Auslandsüberroller 1945"]
 
cilderich Am: 28.01.2016 18:15:47 Gelesen: 150827# 164 @  
Hallo,

also erstmal Respekt für Hajo für seine sensationellen Belege hier. Diese interessieren mich auch. Ich möchte hier auch einige spannende Stücke zeigen, meist ins Ausland, da diese Versendungsform meine favorisierte ist, aber manches auch innerhalb des Reiches. Hier als Anfang mal eine 15 pf Auslands Doppelganzsache mit Zensur.


 
cilderich Am: 28.01.2016 18:25:32 Gelesen: 150825# 165 @  
Hallo,

hier noch ein ah Brief. Die Marken erschienen 1941. Belege mit reiner ah Frankatur ins "feindliche" Ausland sind nicht so häufig, hier mal einer in die USA von 11/1941, ab 12/41 gab es keine offizielle Verbindung mehr.


 
cilderich Am: 28.01.2016 18:34:02 Gelesen: 150823# 166 @  
Natürlich gibt es auch die Luftpost Kriegsgefangenenpost ab 11/44 mit Marken frankiert natürlich dann primär 40rpf ah. Aber auch 80 rpf waren möglich, somit auch jede denkbare MEF (da gibt es theoretisch noch einiges, was ich bisher nicht gesehen habe). Hier mal die häufigste der gar nicht so oft zu findenden.


 
cilderich Am: 28.01.2016 18:43:27 Gelesen: 150818# 167 @  
Hier nochmal das gleiche als 80 rpf EF:


 
cilderich Am: 28.01.2016 18:58:29 Gelesen: 150801# 168 @  
Und dann möchte ich noch etwas ganz spektakuläres einstellen. Eine EF der 10 rpf im Stichtiefdruck, sowieso nicht so häufig. Hier als Gebühr für lp aus einem deutschen Oflag in die Türkei. Der Absender war der Sohn des damaligen Vizekönigs von Indien, der Adressat seine Frau. Als der Brief die Türkei erreichte war sie aber nicht mehr dort, sondern zu ihrem Schwiegervater nach Indien abgereist; und der Brief über Ägypten (nachfrankiert und zensuriert) hinterher.


 
cilderich Am: 28.01.2016 19:52:21 Gelesen: 150777# 169 @  
Hier ein Beleg, der ein quasi Überroller wurde, eine Postanweisung ins Protektorat, aber als sie ankam, gab es wieder die Tschechei, was mittels neuem Gummistempel belegt wurde (s violetter Stempel auf der Rückseite) eine EF der 60 rpf, die wahrlich selten zu finden ist.


 
cilderich Am: 28.01.2016 20:28:54 Gelesen: 150757# 170 @  
Hier mal etwas "anderes". Deutsche Dienstpost Ukraine. Ein echt verwendetes Eckrandstück der sonst eher häufigen 12 rpf.


 
cilderich Am: 28.01.2016 20:44:46 Gelesen: 150748# 171 @  
Ich schreite weiter. Etwas normales gänzlich beeindruckendes. 12 rpf ah? how awesome? Hier haben wir einen österreichisch-schweizer Grenzverkehr, wie schon vor dem Anschluß. Es galt noch. aber der Brief hatte über die zuständigen Zensur zu laufen, das war München. ein paar Kilometer weiter und 25 rpf wären völlig korrekt für die zurückgelegte Strecken.


 
Sachsendreier53 Am: 29.01.2016 09:47:49 Gelesen: 150679# 172 @  
Deutsche Dienstpost UKRAINE, Brief im Fernverkehr 20-100g = 24 Rfg., gestempelt in ALEXANDRIA am 15.6.1942, auf 2x MiNr.8 12(Pfg.) kaminrot,(788), aus Freimarken Ausgabe 1941/14.November, MiNr.781-789 mit waagerechtem, schwarzen Aufdruck UKRAINE.



Absender rückseitig: Feldpost 45861

mit Sammlergruß,
Claus
 
cilderich Am: 09.04.2016 14:55:35 Gelesen: 146441# 173 @  
Mef schönes Stück. Auch von mir mal wieder etwas Neues. Post mit "Hitler" nach Irland. Nicht so häufig. Doppelte Zensur.


 
cilderich Am: 09.04.2016 15:11:01 Gelesen: 146430# 174 @  
Jetzt mal eine eher seltene MiF. Feldpost der Finnen aus Deutschland ins finnische Feldpostnetz. Umgekehrt handelt es sich um eine begehrte Feldpostspezialität, aber es gibt eben auch die Variante aus dem Deutschen Reich nach Finnland, was meiner Übersicht gemäß sogar eher seltener ist als von Finnland ins Deutsche Reich.


 
cilderich Am: 09.04.2016 15:29:14 Gelesen: 146420# 175 @  
@ cilderich [#174]

Eine neue Einstellung. 5 rpf Postkarte, hier nach Frankreich. Mit entsprechender Zusatzfrankatur und entsprechender "Einstellung" (s. Kopie).


 
cilderich Am: 09.04.2016 15:45:14 Gelesen: 146417# 176 @  
Und noch etwas Ungewöhnliches mit "Hitler-Frankatur": Ein Auslandsbrief nach Algerien (umgekehrt: "geht so" in dieser Richtung: " mindestens ungewöhnlich"). Dieser Brief wurde in der "Schnellprüfstelle" der Auslandsprüfstelle Frankfurt direkt aufgegeben, daher Stempel dieser Stelle (zao), untypisches Prüfziel (Algerien, zu dieser Zeit eher Köln oder Paris) und keine "Öffnungsschnitte". Der Brief wurde also in der Prüfstelle geprüft und verschlossen ohne sekundäre Öffnung. Hier gilt: Selten.


 
cilderich Am: 09.04.2016 16:17:08 Gelesen: 146405# 177 @  
@ cilderich [#164]

Man beachte die späte Verwendung und den Zensurpost Stempel: Selten.
 
cilderich Am: 09.04.2016 16:27:58 Gelesen: 146402# 178 @  
Eine Neuerwerbung: 24 Rfp Hitler ins Ausland mit Zensur. Das klappt nur nach der "Ermäßigung" für entsprechende Länder. Ich erlaube mir hier zu behaupten Überblick zu haben und halte eine solche Mehrfachfrankatur für "extrem selten"


 
cilderich Am: 09.04.2016 17:10:59 Gelesen: 146373# 179 @  
Natürlich gab es Marken mit dem Konterfei von Hitler auch aus den annektierten Gebieten: Hier eine MiF aus Polen nach Frankreich, dort zur Organisation Todt, somit in die Feldpost eingeschleust, das ist so nicht so häufig, zusätzlich mit Zensur und Feldposteingangsstempel.

,
 
cilderich Am: 09.04.2016 17:18:23 Gelesen: 146372# 180 @  
Und noch eine Ef mit Hitler Konterfei aus Böhmen. Hier als Einzelfrankatur der 1,50 CKR. Hat schon mal jemand versucht, diese EF zum Michelpreis zu erhalten? Und wem ist es gelungen? Soll heißen, in dieser Variante "VIEL SELTENER" als vermutet, sogar in die Schweiz, andere portogerechte Destinationen: Viel Erfolg!, sogar nach Frankreich von "Arbeitern". Wer so etwas hat, bitte jederzeit anbieten.


 
cilderich Am: 09.04.2016 17:37:54 Gelesen: 146356# 181 @  
Und zur Abwechslung mal wieder etwas aus den Ostgebieten. Speziell Ostland. 12 Rpf Ef aber hier mit Zensur. "Inlandszensur" somit als estnische Zensur, die Esten waren für das "Inland" zuständig. Das war insgesamt gar nicht so selten, aber bisher "hinreichend" unbeachtet. So kann eine solche Zensur jedenfalls aussehen:


 
hajo22 Am: 09.04.2016 17:48:51 Gelesen: 146350# 182 @  
Böhmen und Mähren Ganzsache 50h (P14) + 2K (Nr.99) als Luftpostkarte gestempelt Prag 7 vom 4.2.45 nach Luzern. Roter Zensurstempel "geprüft Zensurstelle" (= SS-Zensur) München. Post aus Prag in die Schweiz lief regelmäßig über die Münchner Zensur.

Die Absenderin teilt den Verlust ihrer Lebensmittelmarken mit.



BG, hajo22
 
cilderich Am: 09.04.2016 17:51:12 Gelesen: 146347# 183 @  
@ hajo22 [#182]

Super! Tolles Exemplar. Portogerechte Sendungen aus BuM sind immer und absolut sammelnswert. Danke fürs Zeigen.
 
hajo22 Am: 09.04.2016 18:25:09 Gelesen: 146336# 184 @  
Aber auch geringfügig überfrankierte Bedarfspost ist m.E. sammelwürdig.

Böhmen und Mähren Ganzsache 60h (P15I)+ 1K und 5K (Nr.95+104) als Eilbotenkarte gestempelt Prag 8 vom 6.5.44 nach Luzern, Ankunft 15.5.44. Karte mit chemischer Zensur.

Die Karte ist mit 6,60K um 0,10K überfrankiert. Vermutlich hatte die Absenderin gerade keine 50h-Ganzsache zur Hand.



BG, hajo22
 
cilderich Am: 09.04.2016 19:37:19 Gelesen: 146313# 185 @  
Da gebe ich Ihnen gänzlich Recht. Ich muß meine Bestände mal durchsehen, aber da habe ich auch einen Beleg mit 1,60 CKr statt 1,50. Ich denke auch, dass so etwas gänzlich sammelwürdig ist. In Böhmen und Mähren sowie im Generalgouvernement war Portorichtigkeit relativ. Darüber hinaus ein sehr schönes Stück.
 
cilderich Am: 10.04.2016 13:32:50 Gelesen: 146194# 186 @  
Hallo,

mittlerweile habe ich die angesprochene Karte gefunden und zeige sie hier. Auch die Rückseite wegen des zeitlich beschreibenden Textes. Ein eigentlich schönes Stück, aber eben überfrankiert.


 
cilderich Am: 10.04.2016 13:53:14 Gelesen: 146189# 187 @  
Und dann noch eine hübsche Versendungsform als Zeitungsdrucksache ins Ausland. Interessanterweise läuft sie von Prag in die Schweiz, portogerecht für 1 Zeitung, obwohl der Verlag in Frankfürt a.M. beheimatet ist. Man hat wohl ein "Outsourcing" des Drucks vorgenommen.


 
cilderich Am: 10.04.2016 13:58:05 Gelesen: 146188# 188 @  
Ich hatte ja die 40 Rpf als primäre Frankatur der KGF LP benannt. Bisher wurde sie aber noch nicht gezeigt. Hier also mal solch ein Beleg.


 
hajo22 Am: 10.04.2016 17:55:36 Gelesen: 146136# 189 @  
HJ-Postsparkarte pfenniggenau mit 4x6 RPfg. + 23x12 RPfg.= 3 RM bespart. Aufgegeben beim PA in Warnsdorf 3 am 20.12.1944.

Der untere Teil der Sparkarte wurde i.d.R. abgetrennt.



Ich zeige außerdem eine ungebrauchte Karte, so daß man den Text des abgetrennten Teils ersehen kann.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 12.04.2016 18:20:04 Gelesen: 145900# 190 @  
Firmenbrief mit defekter 12 RPfg.-Marke AH aus Pfedelbach (Einkreis-St.) v. 28.3.45 nach Berlin-Köpenick.

Unterwegs "überrollt" und von der US-Zensur geöffnet. Der Brief erreichte vermutlich gegen Ende 45/Anfang 46 Berlin.

Dort handschriftlicher Vermerk "Zurück in Köpenick 7.1.46". Auf der Rückseite des Couverts keine weiteren Vermerke.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 12.04.2016 18:52:10 Gelesen: 145887# 191 @  
Drucksache über 100 bis 250 gr., frankiert mit 15 RPfg. Hitler aus Darmstadt v. 23.12.42 nach Berlin ins Regierungsviertel der Wilhelmstraße.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 13.04.2016 20:22:27 Gelesen: 145750# 192 @  
Späte Postanweisung (PAw) gestempelt 2.5.1945 aus Krummau über 30 RM an einen OGL in Pernek. Tarifrichtig frankiert mit 40 RPfg. (2x8 und 2x12 RPfg. AH) für eine PAw über 25 bis 100 RM. Kein Zustellungsvermerk.



VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 12:47:16 Gelesen: 145664# 193 @  
Hallo,

auch von mir mal etwas mit aus dieser Freimarkenserie:



Einlieferungsbescheinigung (Doppel) über ein Telefon-Gespräch, geführt am 29.10.1944, die Gebühr von 10 Pfennig ausgewiesen mit dem 10-Pfg-Wert (MiNr 787), gestempelt im Postamt Gera.



Einlieferungsschein über einen eingeschriebenen Brief, aufgegeben im Postamt Klagenfurt (Ostmark), die Gebühr wurde hier m.E. falsch berechnet, da auch in "Österreich" nur 10 Pfennig als Gebühr für das Doppel anfielen, verklebt wurde am 26.08.1944 aber ein 20-Pfg-Wert (MiNr 791)

mit Sammlergruß
Werner
 
hajo22 Am: 14.04.2016 13:18:38 Gelesen: 145656# 194 @  
2 Einlieferungsscheine aus dem Protektorat jeweils mit 1K (= 10 RPfg.) AH frankiert:

links: Druckvermerk III-1941
rechts: Druckvermerk II-1942



BG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 13:52:54 Gelesen: 145651# 195 @  
Hallo,

aus der "dunklen" Geschichte unseres Landes kann ich aus etwas beisteuern;



Einlieferungsschein über eine Paketsendung in das Konzentrationslager Ravensbrück, die Gebühr von 10 Pfg., ausgewiesen mit einem Wert der MiNr 787 und am 2.11.1944 im Postamt Wien entwertet.
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 14:02:03 Gelesen: 145648# 196 @  
Hallo,

hier weitere Einlieferungsscheine von Paketsendungen, die in der Ostmark sowie in Böhmen und Mähren in Konzentrationslager verschickt wurden;



Frauen-KZ Ravensbrück



KZ Theresienstadt

Zur dauernden Erinnerung !
Werner
 
hajo22 Am: 14.04.2016 14:54:37 Gelesen: 145629# 197 @  
Zahlkarte über 15,30 RM aus Krems/Donau vom 5.5.1945 nach München. Tarifgerecht frankiert mit 15 RPf. (Gebühr bei 10-25 RM).

München wurde Ende April 1945 von den Amerikanern besetzt.



BG, hajo22
 
Erdinger Am: 14.04.2016 14:55:44 Gelesen: 145627# 198 @  
@ hajo22 [#194]
@ HWS-NRW [#195]

Dunkle Seiten unserer Geschichte, wie wahr.

Nicht ganz zu diesem Thread gehörig, aber in den Zusammenhang passend und heute weitgehend vergessen:



Einlieferungsschein für eine Sendung an den tschechischen »Fremdarbeiter« Václav Týl, der bei der Moorkulturstelle in Erding arbeitete.

Und weil wir gerade dabei sind, wieder näher beim Thema: Postkarte eines Tschechen aus Erding nach Kunratitz bei Prag vom 14. März 1945 (geschrieben am 3. März). Interessanterweise ist keinerlei Zensurmerkmal erkennbar.

Vielleicht kann jemand mit einer Übersetzung helfen?



Weiterlesen (u.a.):

http://www.zwangsarbeit-in-goettingen.de/texte/tschechen.htm
http://web.nacr.cz/zw/de/index.htm
 
hajo22 Am: 14.04.2016 15:05:43 Gelesen: 145623# 199 @  
@ Erdinger [#198]

Die Karte ging ja nicht ins Ausland, sondern ins Protektorat Böhmen und Mähren. Warum sollte sie zensiert werden?

BG, hajo22
 
Erdinger Am: 14.04.2016 15:16:54 Gelesen: 145621# 200 @  
@ hajo22 [#199]

Ist mir bewusst, aber ich hätte eigentlich erwartet, dass Zwangsarbeiterpost in irgendweiner Form zensiert worden wäre.

Viele Grüße aus Erding!
 
hajo22 Am: 14.04.2016 15:41:28 Gelesen: 145611# 201 @  
@ Erdinger [#200]

Da wäre dann vermutlich eine Lagerzensur infrage gekommen. Der Absender hat aber keine Lagernummer oder Ähnliches vermerkt, zumindest kann ich auf dem scan nichts Entsprechendes erkennen. Vielleicht auf der Rückseite der Karte?

War das wirklich ein Zwangsarbeiter oder vielleicht nur ein angeworbener Arbeiter? Ich spreche kein Tschechisch und kann es nicht übersetzen.

BG, hajo22
 
hajo22 Am: 14.04.2016 18:58:33 Gelesen: 145570# 202 @  
Eilboten-Postkarte aus Oelsnitz/Vogtland vom 15.2.1945 nach Zürich, portogerecht frankiert mit 15 und 50 RPf. AH.

Bedarfskarte ohne Zensurvermerke und ohne Ankunftsstempel. Der Auslands-Eilbotendienst war wohl schon eingestellt, die Karte ist vermutlich unterwegs irgendwo liegen geblieben oder nicht mehr vom PA weitergeleitet worden, weil keine Beförderungsmöglichkeiten bestanden. Es kann/darf spekuliert werden.



VG, hajo22
 
cilderich Am: 14.04.2016 19:12:50 Gelesen: 145563# 203 @  
Na das läuft ja jetzt wirklich gut. Zur HJ-Sparkarte habe ich noch die "übliche" Variante beizusteuern. 3 Reichsmark konnten gespart werden, aber im Überschwang hatte wohl jemand alle 32 Felder mit 10 RPF beklebt, 2 Marken wurden jedenfalls wieder entfernt und dann alles am gleichen Tag) das Postsparbuch "gutgeschrieben und entwertet, abgetrennte Ecke. Diese Sparbücher (HJ oder auch regulär) waren damals wohl recht beliebt, aber erhalten haben sich nicht so viele.


 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 20:08:00 Gelesen: 145537# 204 @  
Hallo,

bei diesen beiden Postsparkarten wurde der "Ansparsinn" wohl übergangen und gleich drei 1-RM-Werte verklebt. Vielleicht hatte man im Ostsudentenland auch nicht sooo viele Hitler-Einzelwerte am Schalter liegen oder es wurden "Geldgeschenke" gleich gebunkert.



(MiNr 799) FREIWALDAU-GRÄFENBERG (Ostsudetenland) 16.3.1944



(MiNr 799) THOMASDORF über FREIWALDAU (Ostsudetenland) 24.1.1944

mit bestem Gruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 20:13:56 Gelesen: 145533# 205 @  
Hallo, habe noch eine weitere Abbildung aus meinem Bildbestand der eigenen Formulare entdeckt.



Vor-und Rückseite einer HJ-Postsparkarte, zur Verwendung kamen je ein 1 + 2 RM-Wert (MiNr 799+800), eingereicht im Postamt JUNGFERNDORF

beste Grüße
Werner
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:28:49 Gelesen: 145525# 206 @  
Sehr schön. Bin gespannt, ob jemand sogar die 3 RM Einzelfrankatur zeigen kann. Ich suche sie schon eine Weile, aber bisher ohne Erfolg.
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:32:07 Gelesen: 145523# 207 @  
Bezüglich der Einlieferungsvermerke auch noch einige Exemplare aus Böhmen und Mähren in verschiedene KZ. Auch mit Abbildung der zweisprachigen Rückseite.

,
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:34:47 Gelesen: 145522# 208 @  
Hier auch noch eine doppelte "AH" Verwendung 1x als Freimarke und 1x als Zulassungsmarke. Ich bilde auch das Attest ab, dort wird der Sachverhalt perfekt erläutert.

,
 
cilderich Am: 14.04.2016 20:37:45 Gelesen: 145521# 209 @  
@ hajo22 [#202]

Hallo,

wahrscheinlich irgendwo liegengeblieben, resp. gestoppt. In Beitrag [#164] zeige ich eine Karte in die Schweiz, die noch im März zensiert und wohl befördert wurde.

mfg cilderich
 
HWS-NRW Am: 14.04.2016 22:50:08 Gelesen: 145471# 210 @  
@ cilderich [#206]

Hallo,

ich kann Dir nur ein Bild einer Postsparkarte aus dem Net präsentieren, verklebt wurde der 5-RM-Wert.



MiNr 308



Und dann noch eine weitere Sparkarte zu 3 RM, die Gesamtsparsumme mit mehreren Marken ausgewiesen und ... wieder aus dem Ostsudetenland.

mfg
Werner
 
hajo22 Am: 15.04.2016 11:45:17 Gelesen: 145401# 211 @  
Auch im Protektorat Böhmen und Mähren wurden Postsparkarten zum Sparen von 30 K (= 3 RM) ausgegeben.

Postsparkarte mit 10 AH-Marken zu insgesamt 30 K entwertet Postdirektion Brünn 20.2.1943. Der untere Teil wurde abgeschnitten. Ich zeige demnächst in einem anderen thread über das Spezialthema Postsparkasse eine ungebrauchte komplette Postsparkarte des Protektorats.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 15.04.2016 12:07:25 Gelesen: 145386# 212 @  
@ HWS-NRW [#210]

Geschenkpostsparkarten sind selten. Sie wurden erst nach einer Verfügung im Jahre 1943 herausgegeben. Der Druck erfolgte in 2 Typen bei der Staatsdruckerei in Wien. Laut einer Statistik wurden vom 3. Quartal 1943 bis zum 3. Quartal 1944 keine 10.000 Stück im ganzen Reich eingelöst. Ich habe noch kein eingelöstes Exemplar gesehen. Die von Dir gezeigte Karte ist die Type II (Druckvermerk 7.43).

Sollte ein Leser eine dieser Postsparkarten übrig haben, bitte bei mir melden.

VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 15.04.2016 12:42:54 Gelesen: 145374# 213 @  
@ hajo22 [#212]

Hallo,

besten Dank für Deine Info, die kann ich noch gut in meinem neuen Buch unterbringen.

Gruß

Werner
 
HWS-NRW Am: 15.04.2016 14:06:47 Gelesen: 145351# 214 @  
1943 wurde im Deutschen Reich eine sogenannte "Geschenkpostsparkarte" eingeführt. Diese konnte bei den Postämtern auf den Namen des Beschenkten ausgestellt und mit Postwertzeichen im Gesamtbetrag von 3 bis 100 RM versehen werden. Der Beschenkte konnte dann die Karte mit weiteren Briefmarken bis zu 100 RM weitersparen oder den eingeklebten Betrag seinem Postsparbuch übertragen lassen. Einen Hintergedanken verfolgte diese Sparform natürlich auch. Hatte der Beschenkte kein Postsparbuch, mußte sich dieser ein neues ausstellen lassen, da eine Barauszahlung des Betrages nicht möglich war.



Dieses Formular (Drucknummer Spk 64 DIN A6 Typ II) zählt zu den seltensten Sparkarten, da von ihnen äußerst wenige Exemplare, hier versehen mit 25 Werten der MiNr 800 und am 22.12.1944 eingelöst, erhalten blieben.

Weiß jemand aus dem Forum, ob die Karten, nach dem Herausschneiden der Adressdaten durch den Schalterbeamten, danach an die Sparer ausgehändigt oder irgendwo zentral gelagert wurden ?

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 15.04.2016 16:49:27 Gelesen: 145310# 215 @  
Hallo,

diese Sparkarten sind für mich ein relativ neues Gebiet, da ich sie bisher primär nur nach Kriterien wie "Einzel- oder Mehrfachfrankatur" betrachtet habe, aber da gibt es soviel mehr zu wissen, sehr spannend. Um welches Buch wird es sich handeln? Postsparthematik? Ist das Erscheinen absehbar?

Ich zeige jetzt mal wieder "normale Post" Hier eine hübsche Einzelfrankatur der 20 Pfennig in die Slowakei, als noch das "ermäßigte" Porto, einst für die gesamte Tschechei eingerichtet, noch eben in die Slowakei galt. Ab dem 01.09.1942 dann das "ermäßigte Europa Porto", für einen Brief also 12 Rpf, somit sind die 20 Rpf als solche EF eher nicht so häufig. Hier 29.1.42.


 
cilderich Am: 15.04.2016 16:53:40 Gelesen: 145309# 216 @  
Hier auch noch andere 20 Rpf EF Varianten. Diese sind nicht so selten, eher der Stempel, die Zeit o.ä. machen sie dann evtl. wirklich beachtenswert.

Hier mal 20 Rpf für ein Feldpostpäckchen bei der Feldpost eingeliefert und die Adresse auf einem, eigentlich, Feldpostbriefformular, nun man verwandt was man vorfand.


 
cilderich Am: 15.04.2016 16:57:21 Gelesen: 145308# 217 @  
Das gab es übrigens auch aus den annektierten Gebieten hier aus dem Ostland, das ist nicht so häufig.


 
cilderich Am: 15.04.2016 17:11:01 Gelesen: 145303# 218 @  
Und noch einmal 20 Rpf EF. Auf einer Zahlkarte vom 5.5.45 aus Gmünd/ Niederdonau nach Zlabings, wo die Karte am 7.5.45 sogar ankam, aber nicht mehr ausgezahlt wurde. Nun, die "Rote Armee" war auch schon im "Wohnzimmer". Aber immerhin die AOK hielt es, evtl. dem, einst sprichwörtlichen, deutschen Beamtengeist gemäß, für angebracht auch unter diesen Umständen einen korrekten Ablauf zu gewährleisten.


 
hajo22 Am: 15.04.2016 17:24:52 Gelesen: 145301# 219 @  
@ HWS-NRW [#214]

Sehr schöne Geschenkpostsparkarte. Sie wurde lediglich mit AH-Marken bespart, aber nicht eingelöst. Zum Einlösen hätten die Marken entwertet und die Einzahlung im Postsparbuch bestätigt werden müssen (siehe Vordruck Postvermerk).

Laut Amtsblattverfügung Nr. 276/1943 vom 14.5.1943 bezüglich Aushändigung der Geschenkpostsparkarte erfolgte nachstehende Regelung (ich zitiere aus der Verfügung): " Etwaige Ersuchen von Sparern um Überlassung der entwerteten Geschenkpostsparkarte zum Andenken oder für Sammelzwecke sind mit dem Hinweis darauf abzulehnen, daß die entwertete Geschenkpostsparkarte als Verrechnungsbeleg nicht entbehrt werden kann."

Die Type I der Geschenkpostsparkarte (Druckvermerk 5.43) ist seltener als die Type II, weil sie nur ganz kurz am Schalter war. Sie unterscheidet sich von Type II auch vom Text her. Type I erlaubte auch Freistempler als Eintrag in die Karte, während Type II nur das Einkleben von Freimarken vorsah.
Eine Karte der Type I habe ich noch nicht gesehen.

BG, hajo22
 
cilderich Am: 15.04.2016 17:28:39 Gelesen: 145299# 220 @  
@ Erdinger [#198]

Hallo,

es ist im Grunde wirklich nach "Zwangsarbeitern" und "Fremdarbeitern" zu unterscheiden. Nur weil ein Ausländer in Deutschland arbeitete bedeutete das noch nicht automatisch, dass er dazu gezwungen wurde. Viele taten es freiwillig, teils aus politischen, aber primär natürlich oftmals aus pekuniären Überlegungen. Nach Ende des Krieges wurden alle "Auslandsarbeiter" zu Zwangsarbeitern erklärt, aber Deutschland und die Achsenmächte hatten auch den Krieg verloren, somit erklärten sich solche Arbeiter oft auch erst ab den 1980er Jahren als freiwillig. Hierzu gibt es mittlerweile diverses Material einzusehen. Eine perfekt Zusammenstellung ist über die ARGE Zensurpost im Rundbrief 101/2002 Anlage zu erhalten.

Ich zeige mal einen Brief eines internierten Arbeiters in einem "Umerziehungslager" aus Salaspils/Lettland. Hier wurden unliebige Personen untergebracht. Die Zensur war trotzdem recht dezent, nämlich nur auf dem Briefbogen und zwar durch das Lager.


 
cilderich Am: 15.04.2016 17:30:26 Gelesen: 145296# 221 @  
@ cilderich [#220]

Da war ich zu voreilig, die entscheidende Ansicht hier:


 
hajo22 Am: 15.04.2016 17:40:04 Gelesen: 145280# 222 @  
@ HWS-NRW [#214]

Ergänzung: Die eingelösten Geschenkpostsparkarten dürften vermutlich zentral beim Postsparkassenamt in Wien als Belege gelagert worden sein.

BG, hajo22
 
cilderich Am: 15.04.2016 17:59:50 Gelesen: 145269# 223 @  
Ich mache derweil mal mit Briefpost weiter. Hier mal ein frankierter Feldpostbeleg. Dieser wurde frankiert, da die gebührenfreie Feldpostversendung nach Rumänien erst ab dem 29.!.2.44 zugelassen war. Dieser Brief wog also über 20 Gramm, somit korrekt 40 Rpf. Ich versuche nach so etwas stets Ausschau zu halten, aber bisher ist das derjenige den ich kenne/habe.


 
cilderich Am: 15.04.2016 18:26:13 Gelesen: 145259# 224 @  
@ cilderich [#163]

Für Frankreich 1944 wären auch 1000 ok.
 
cilderich Am: 15.04.2016 19:01:10 Gelesen: 145242# 225 @  
Da habe ich noch eine 20 Rpf MEF. Hier dann die KGF Variante, statt mit den üblichen 40 RPF mit 2x 20. Das ist schon deutlich schwieriger zu finden.


 
hajo22 Am: 15.04.2016 19:29:10 Gelesen: 145230# 226 @  
Einschreibbrief aus Berlin 8 vom 9.4.1945 nach Amsterdam, frankiert mit 42 RPf. AH (Europa-Tarif). Der Brief wurde nicht weiterbefördert und erhielt den 2-Zeiler: "Zurück!/Unzustellbar."

Wahrscheinlich bestand keine sichere Beförderungsmöglichkeit mehr, obwohl Berlin zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der Roten Armee eingekesselt war. Amsterdam war noch von der Deutschen Wehrmacht besetzt (Befreiung erfolgte erst am 5.5.45).

Rückseite Rück-Ankunftsstempel Berlin-Lankwitz 14.4.45.

Zu beachten sind die 2 unterschiedlichen Stempel: W 8e 12-13 h auf der Marke und W 8 qq 15 h (an diesem Schalter wurde anscheinend dann entschieden, ob der Bf. nun befördert wird oder nicht). Briefe ins Ausland mußten immer einen 2. Stempel zeigen als Nachweis dafür, daß man sie am Schalter eingeliefert hatte.



Wer kann noch spätere Einschreibbriefe aus Berlin adressiert ins Ausland zeigen?

VG, hajo22
 
cilderich Am: 15.04.2016 19:39:04 Gelesen: 145223# 227 @  
Hallo,

das ist genau das was ich seit geraumen suche. Geben Sie den ab? Ich habe dazu ja auch schon einiges eingestellt.

Bitte um konkrete Antwort.
 
HWS-NRW Am: 15.04.2016 19:42:11 Gelesen: 145214# 228 @  
@ cilderich [#215]

Hallo,

bei dem Buch handelt es sich um die Bearbeitung von Gebühren (also nicht Portostufen) die es bei allen Postverwaltungen gab und gibt (z.B. Spätgebühr, Schreibgebühren usw.). Ich hatte vor ca. 20 Jahren ein Exponat über die Thematik "Wozu deutsche Briefmarken noch verwendet wurden" und jetzt möchte ich das auf Papier bringen. Leider habe ich die Originalbelege nicht mehr, hab aber zum Glück von fast Allen Bilder Dateien abgespeichert.

mfg
Werner
 
hajo22 Am: 15.04.2016 19:43:54 Gelesen: 145211# 229 @  
@ cilderich [#227]

Bedauere, nein.

VG, hajo22
 
cilderich Am: 15.04.2016 19:45:12 Gelesen: 145209# 230 @  
@ HWS-NRW [#228]

Na trotzdem. Jede Information zu dieser Zeit ist höchst interessant, wenn das Buch ansteht, geben Sie es bitte bekannt.

lg cilderich
 
cilderich Am: 15.04.2016 19:46:35 Gelesen: 145207# 231 @  
@ hajo22 [#229]

Schade, aber falls doch irgendwann, Sie wissen, wen es interessiert.

Hg cilderich
 
hajo22 Am: 15.04.2016 22:02:18 Gelesen: 145170# 232 @  
Auslandsbrief aus Altusried vom 20.4.1945 adressiert nach Luzern. Portorichtig frankiert mit 1 RPf. AH + 2x12 RPf. Volkssturmmarke.

Der Brief ging zunächst nach München zur Zensurstelle. 2 Zensoren-Nummernstempel belegen die Vorlage bei der Überwachungsstelle. Der Brief wurde aber nicht mehr geöffnet, möglicherweise war die Zensurstelle in Auflösung (Rückseite nur Absenderadresse). Ob der Brief die Schweiz noch vor dem Zusammenbruch erreichte, kann nur spekuliert werden. Am 30.4.45 besetzten Einheiten der 7. US-Armee München. Kurz vorher war die Freiheitsaktion Bayern in München gescheitert (28.4.). Es waren sicherlich sehr turbulente Tage.

Die Volkssturmmarke ist auf Auslandsbriefen generell selten, da sie speziell als Durchhalte-Propagandamarke für das Inland vorgesehen war.



MHG, hajo22
 
cilderich Am: 16.04.2016 18:35:05 Gelesen: 145054# 233 @  
Hallo,

ein wieder sehr schönes Stück. Ich habe in meiner Sammlung eine Volkssturmmarke vom März 45 mit Zusatzfrankatur in die Schweiz, diese Sondermarken ab 1944 auf Auslandspost sind insgesamt recht selten: Und die letzte offiziell ausgegebene Sondermarke ist da nochmals etwas Spezielles. Für alle Auslandsbriefprüstellen kann man zum Ende ihrer Zeit eine erstaunliche "Nachlässigkeit" verzeichnen. Die bei hajo`s Brief zu sehenden Prüfvermerke sind so auch erst ab Anfang 1944 vermerkt mit den 7000ern Nummern, vermutlich Niveau 1 zu diesem Zeitpunkt, aber vorher 2. Rechts unten wurden vorher stets die Niveau 1 Vermerke angebracht (Postsortierer). Und evtl. wurde solch ein Beleg dann auch einfach "durchgewunken", denn das Ende stand, wohl doch klar ersichtlich, bevor.

Für die assoziierten Gebiete sind natürlich auch die zuletzt ausgegebenen Marken, respektive Sondermarken, in Auslandsverwendung recht selten. Ich zeige mal die letze Sondermarke des Protektorats ins Ausland (quasi: "natürlich Schweiz", das war doch am Häufigsten). Zwar deutlich früher als 4/45, aber im Protektorat war man generell noch restriktiver. Interessant ist auch, dass diese Marken für den Prager Dom zu den Auslandssätzen: Auslandspostkarte resp. -brief ausgegeben wurden, obwohl dieser Versendungsweg seit Kriegsbeginn generell reglementiert wurde und zunehmend seltener war.



Die Zusatzfrankatur 0,50 Kr AH
 
hajo22 Am: 16.04.2016 19:11:32 Gelesen: 145046# 234 @  
Überfrankierte Bedarfskarte vom 1.2.1945 aus Göppingen nach Bern. Geprüft Zensurstelle (SS-Zensur). Frankiert mit dem Satz "Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst".

Aus dem Kartentext: "Soeben sah ich die schönen Marken und sende Dir daher wieder einen Kartengruß. Eine der vier Karten wird wohl ankommen...".

Auf der Vorderseite der Karte rechts seitlich hat der Absender "Einschreiben" vermerkt, dann aber Abstand davon genommen (zu wenig Platz für weitere Marken).



VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 16.04.2016 19:45:21 Gelesen: 145038# 235 @  
@ hajo22 [#234]

Hallo, - und wo ist denn hier der Adolf verklebt ?

Aber kein Problem, hier gibt es Ihn mal "kopfstehend" als Gebühren-Nacherhebung auf speziellem Formular verklebt.



Ob man ihn bewußt so verklebt hat, läßt sich nicht mehr ermitteln.

Beste Grüße
Werner
 
HWS-NRW Am: 16.04.2016 19:54:25 Gelesen: 145036# 236 @  
Hallo,

in der Ostmark hatte man wohl des öfteren Problemen mit der Berechnung der Postgebühren der Deutschen Reichspost, wenn man sieht, wieviel an fehlenden Gebühren je Sendung nacherhoben wurden.



MiNr 798 auf Nachgebühr-Post-Dokument aus Amstellen, gest. 7 WIEN 19.VIII.42



Beste Grüße
Werner
 
hajo22 Am: 16.04.2016 19:59:24 Gelesen: 145034# 237 @  
@ HWS-NRW [#235]

Ja, das sollten die AH-Marken für das Einschreiben sein, die nicht aufgeklebt wurden. Sorry, Thema verfehlt.

BG, hajo22
 
hajo22 Am: 16.04.2016 20:05:52 Gelesen: 145032# 238 @  
Dann nehme ich mal schnell einen Überroller aus Gammertingen vom 17.4.1945 nach Hailtingen adressiert. Da ist er wieder drauf.

Laut handschriftlichem Vermerk kam der Brief erst am 20.12.45 an.



BG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 16.04.2016 20:11:08 Gelesen: 145029# 239 @  
Hallo, kein Problem.

Ich hätte da auch noch einen "fehlenden Hitler-Wert" !



1945, Postausweiskarte, 1942 in Berlin-Mahlsdorf ausgestellt, am 21.8.45 verlängert, die Hitlermarke zu 50 Pfg. wurde entfernt und das Siegel des 258. Polizeireviers aufgesetzt.

Diese Ausweise waren grundsätzlich drei Jahre gültig und mit der Entfernung der 50-Pfg-Hitler-Marke konnte der UPU-Postausweis vom Postkunden noch drei weitere Jahre genutzt werden.

Das nennt sich im Philatelie-Sprachgebrauch auch "Entnazifizierung".

Eine schönen Sonntag wünscht
Werner
 
hajo22 Am: 16.04.2016 22:34:14 Gelesen: 145002# 240 @  
Zum Tagesausklang noch ein Einschreibbrief mit 42 RPf. AH aus Laibach vom 3.4.1945 durch Deutsche Dienstpost Adria/Laibach nach Ringelsdorf/Post Walpertshofen, dort Ankunft am 8.4.45.

Handschriftlicher Vermerk des Empfängers v. 10.4.45. Die Zahl 110 deutet auf eine langjährige Korrespondenz hin.

Es ist schon erstaunlich wie schnell dieser Brief noch sein Ziel erreichte.



VG, hajo22
 
cilderich Am: 17.04.2016 11:58:50 Gelesen: 144930# 241 @  
Ich hätte da noch einen Nachtrag zu den 20ern, die ich vor einiger Zeit vorstellte. Und zwar eine MEF auf einer Feldpostanweisung von Ende März 1945.

Das vor allem geschichtlich interessante verbirgt sich hinter der Kennnummer des Feldpoststempels. Es ist die 256, die zu dieser Zeit für Villach/Kärnten/Ostmark belegt ist. Und zu dieser Kennnummer gehörte auch der teils legendäre XV. Kosaken-Kavallerie-Korps mit seiner Feldpost. Dieser Beleg ist wohl von keinem Kosaken, sondern von einem Fleischer, aber viel näher an diesen besonderen Verband der "Ausländer in der Wehrmacht" zu der Zeit kurz vor der vertragswidrigen Repatriierung heranzukommen, ist vermutlich sehr schwierig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lienzer_Kosakentrag%C3%B6die, https://de.wikipedia.org/wiki/1._Kosaken-Division


 
HWS-NRW Am: 17.04.2016 12:22:18 Gelesen: 144921# 242 @  
@ cilderich [#241]

Hallo,

das ist ein schöner und sehr interessanter Beleg, doch Deine Angaben zu den Kosaken kann man so nicht stehen lassen.

Die FP-Nummer wurde vergeben:

27.1.1942-14.7.1942 Stab II und 5.-8. Kompanie Schützen-Regimen 129. 15.7.1942-24.1.1943 Stab II und 5.-8. Kompanie Panzergrenadier-Regiment 129. 25.1.1943-31.7.1943 nicht verwendet, 22.5.1944 Schlächterei-Kompanie 596

Ob es sich beim Einlieferer der FP-Anweisung tatsächlich um einen Soldaten der Schlächter-KP handelt, läßt sich leider auch nicht so richtig bestätigen. Aber das mit der "256. (was auch immer für eine Einheit) ist schon recht unklar.

Beste Grüße
Werner
 
HWS-NRW Am: 17.04.2016 12:33:58 Gelesen: 144915# 243 @  
Hallo,

hätte da auch noch eine weitere Postanweisung vom April 1945.



Postanweisung über 80 RM, eingezahlt im Postamt ORLAU (Oberschlesien) vom 27.4.1945 mit MeF der MiNr 787

Beste Grüße
Werner
 
Erdinger Am: 17.04.2016 13:09:54 Gelesen: 144902# 244 @  
@ hajo22 [#240]

Der Zielort ist Ringelsdorf bei Walperts kirchen (siehe auch rückseitigen Ankunftsstempel). Diesen sehr kleinen Ort in meiner näheren Umgebung kenne ich ganz gut. Den Brief hätte ich für meine Heimatsammlung auch genommen!

Viele Grüße aus Erding!
 
hajo22 Am: 17.04.2016 14:42:37 Gelesen: 144868# 245 @  
@ Erdinger [#244]

Das kommt davon, wenn man um 22.34h noch was einstellt. Weiß auch nicht, hab' nicht so genau hingesehen.

---

Hier nochmals eine Postanweisung (Druckvermerk 11.36) in Spätverwendung vom 4.5.1945 aus Dallwitz bei Karlsbad über 100 RM nach Prag an ein Reservelazarett adressiert und tarifgerecht mit 40 RPf. frankiert (2x20 RPf. AH).

Rückseite ohne Vermerke, also nicht mehr ausbezahlt. Ich spare mir daher einen Scan.



VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 18.04.2016 13:15:30 Gelesen: 144714# 246 @  
@ hajo22 [#219]

Hallo und Danke für die Information.

Da fragt man sich immer wieder, wo die Belege dann herkommen, die auf dem philatelistischen Markt angeboten werden.

Beste Grüße
Werner
 
hajo22 Am: 18.04.2016 13:41:52 Gelesen: 144699# 247 @  
Karte eines (Fremd-)Arbeiters aus Frankreich an seine Frau in Paris. Der Absender wohnte im "Gemeinschaftslager KWS Cosse" (Kosse = Stadtteil von Königsberg). Karte frankiert mit 15 RPf. AH, gestempelt Königsberg/Preussen 14.7.1944, Durchlaufzensur "Ae" (Auslandszensur Frankfurt a.M.). Kein Ankunftsstempel, aber handschriftlicher Vermerk: "recu (erhalten) le (den) 31. juillet (Juli) 44".

Sechs Wochen nach Versand der Postkarte marschierten die Amerikaner und die französische Befreiungsbrigade (DeGaulle) in Paris ein nach vorhergehenden wochenlangen Kämpfen der Résistance gegen die Deutsche Wehrmacht.



Die Karte ist Teil einer Korrespondenz von der mir insgesamt 9 Karten aus 1944 vorliegen, davon eine Karte mit chemischer Zensur.

VG, hajo22
 
cilderich Am: 20.04.2016 08:22:19 Gelesen: 144243# 248 @  
Ein paar Beispiele von "Auslandszeitungen" die per deutscher Dienstpost verschickt wurden. Am häufigsten aus Belgien oder den Niederlanden, meist für 1 Stück mittels 5Rpf aber auch höhere Porti sind zu finden, teils auch aus annektierten Gebieten, wie hier bei den Stücken 2 und 3 aus der Ukraine.




 
cilderich Am: 20.04.2016 13:13:26 Gelesen: 144205# 249 @  
Eine gewöhnliche 6 Pfennig, aber hier auf Nachsendeantrag nach Prag. Geschrieben 18.4.45, bearbeitet 25.4.45, und gelten sollte der Antrag vom 5.5.45 bis 5.6.45. Das Ansinnen hatte sich zwischenzeitig sicherlich "erledigt".


 
cilderich Am: 20.04.2016 13:22:40 Gelesen: 144203# 250 @  
Und eben noch etwas schönes mit einer 6 Rpf Marke. Diesmal aus dem Ostland nach Italien zu ermäßigtem Europa-Porto. Das ist nicht sehr häufig, denn die meiste Post blieb im "Inland" (baltische Staaten) oder ging ins Deutsche Reich (Hierzu zähle ich auch das "Protektorat" und die "Ostmark").


 
cilderich Am: 20.04.2016 13:36:13 Gelesen: 144198# 251 @  
Hier hätte ich noch etwas aus dem Ostland, diesmal mit "normalen" Reichsmarken freigemacht, allerdings fast als Massenfrankatur als Einschreiben ins Reich (immerhin 14 Stück).


 
cilderich Am: 20.04.2016 18:52:35 Gelesen: 144160# 252 @  
@ HWS-NRW [#242]

Ich gebe zu die Behauptung es handele sich um einen Fleischer, ist unter Umständen tendenziös, aber mit Absicht, denn auch die Kosaken waren alles andere als "sozial" orientiert gerade in ihrer Zeit in Kroatien haben sie diverse "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begangen, zumindest im heutigen Sinne. Die kosakischen Divisionen waren nach 1943 generell schwer faßbar, natürlich gab es diverse Hinweise, aber mit den "Nachweisen" tut man sich bis heute schwer. Da sage ich Ihnen als Kenner der Feldpostproblematik nichts Neues. Ich hatte in meiner Zeit in Kärnten (2001-2011) mit gutem Kontakt zur Landeshauptmannschaft, einige Einsichtsmöglichkeiten, und diese waren erstaunlich "leer". Es gibt nahezu kaum etwas zu den Kosaken in Tirol oder Kärnten. Hier ist viel "subversiv" , allerdings ergibt sich die Option der Unterordnung mancher Kosakeneinheiten unter den Postleitpunkt Villach (eher als Klagenfurt), und da die vorgenannte Einheit sich unter der Zuständigkeit der genannten Kennnummer befand, erhob ich meine Einstellung.(Nach Kennnummern nach Böhm)
 
HWS-NRW Am: 20.04.2016 23:32:58 Gelesen: 144111# 253 @  
@ cilderich [#252]

Hallo,

grundsätzlich hatte jeder größere Verband meist ein Bäcker- und eine Schlächter-Kompanie, die halt für die Verpflegung ihrer Truppenteile zuständig waren. Ich habe mich in meinem zweiten FP-Buch mit den Verpflegungs-Truppen intensivst befaßt, deshalb kann ich da wohl "etwas" mitreden.

Beste Grüße
Werner
 
cilderich Am: 21.04.2016 08:03:16 Gelesen: 144078# 254 @  
@ HWS-NRW [#253]

Hallo,

ich zweifele nicht im geringsten Ihre Kenntnisse an. Aber wir haben bisher wohl aneinander vorbeigesprochen. Ich meinte nicht, dass die Schlächterei Kompanie mit dieser Feldpostnummer zu den Kosaken gehörte. Die hatten natürlich andere. Ich sage nur, dass es eben für die Kennnummer 256 die Postleitzuordnung zu Villach gab. Somit ergibt sich der Hinweis, das organisatorisch und geographisch eine "Nahebeziehung" der Kosaken und der "Schlächterei" bestand. Eben nur über übergeordnete Strukturen sonst hatten sie inhaltlich nichts miteinander zu tun. Ich hoffe, ich konnte mich erklären und wir konnten das Missverständnis ausräumen.
 
cilderich Am: 21.04.2016 10:25:44 Gelesen: 144049# 255 @  
Einfach wieder mal ein Beleg. Auch nach dem Kriegsende und der Auflösung des "Groß"deutschen Reiches wurden ja Hitlermarken noch eine Zeit lang verwendet. Aus Deutschland sind z.B. die s.g. sächsischen Schwärzungen bekannt.

Hier eine solche Weiterverwendung aus Österreich, genauer ein "Privater Propaganda Überdruck" (ANK - Lokalausgaben) aus Steyer in Oberösterreich. Die bedarfsmäßige Verwendung darf angezweifelt werden, auch das haben diese Ausgaben mit ihren deutschen Pendants gemein. Es gab etliche dieser privaten Ausgaben, diese nur beispielhaft.



Und der Vollständigkeit halber noch ein Beispiel für einen offiziellen Überdruck der s.g. "I. Wiener Aushilfsausgabe" mit zusätzlichem Klecksüberdruck, wie die sowjetischen Besatzungsorgane es zum 4.6.45 verfügten. Die hier gezeigte 8Rpf Ortsbriefverwendung ist die mit Abstand häufigste Verwendung der "Kleckse".


 
HWS-NRW Am: 21.04.2016 17:26:28 Gelesen: 143995# 256 @  
Hallo,

auch von mir mal zwei "Sächsische Schwärzungen", die sehr oft auf Postanweisungen vorkommen.



Beste Grüße
Werner
 
HWS-NRW Am: 21.04.2016 17:36:58 Gelesen: 143994# 257 @  
Hallo, ich hätte hier wieder mal etwas "Besonderes".

Nachdem durch einen Fliegerangriff in der "Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse" das Telefonbuch vernichtet wurde, bat die Geschäftsstelle um die außerplanmäßige und damit gebührenpflichtige Lieferung eines aktuellen Exemplares. Die Gebühr für diesen Dienst wurde mittels Hitler-Postwertzeichen verrechnet und auf dem Antwort-Formular verklebt und entwertet.



Beste Grüße
Werner
 
cilderich Am: 22.05.2016 16:00:17 Gelesen: 141196# 258 @  
@ HWS-NRW [#239]

Ich bilde die "normale" Variante mit der noch verbliebenen Marke ab, nur der Vollständigkeithalber. Schönes WE

,
 
cilderich Am: 22.05.2016 16:03:46 Gelesen: 141193# 259 @  
Hier auch noch eine Verwendung, die wir bisher, soweit ich es sah, nicht vorgestellt hatten. Ein Sammlerausweis zum Bezug der Sonderpostwertzeichen. Das war also nicht erst die Idee der DDR-Post. Weshalb der Berechtigte nur 1 Ausgabe abholte, darüber ließe sich sicher trefflich spekulieren.

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HWS-NRW Am: 22.05.2016 20:38:13 Gelesen: 141108# 260 @  
@ cilderich [#259]

Hallo, ich denke mal, die einfachste Antwort wird die Einberufung des Sammler sein.

Hier ein Ausweis von 1943-1945.



Sammlerausweis, ausgestellt vermutlich für einen Briefmarkenhändler in Graz (je Ausgabe zehn Ganzsachen bzw. zwanzig vollständige Sätze), die Gebühr wurde mit dem 1-Reichsmark-Wert (MiNr 799) verrechnet.

Da in Graz wohl keine Original-Formulare vorlagen, stellte das Postamt eigene Formulare mit dem Hinweis „Muster 3 zu Amtsbl. VF. Nr 53/1943“ her, verwendete aber ein andersfarbiges Papier.



Mit diesem Ausweis wurden beim Postamt die Ausgaben „Braunes Band“ vom 27. Juli 1943 bis zur letzten Ausgabe „Parteiformationen“ im April 1945 abgeholt, die Ausgaben wurden jeweils mit dem Kreisstegstempel von „GRAZ – Stadt der Volksbewegung“ bestätigt.
 
cilderich Am: 26.05.2016 10:40:13 Gelesen: 140604# 261 @  
Hallo,

wieder mal ein paar hübsche Versendungsformen. Als 1. ein Neuzugang den ich kürzlich erwerben konnte. Die 24 Pf als EF nach Finnland im Europatarif. Diese Variante ist zwar nicht so selten aufzufinden wie die entsprechende MEF die ich vor einiger Zeit vorstellte, aber doch auch in der Auslandsverwendung eher schwierig zu finden.


 
cilderich Am: 26.05.2016 10:47:12 Gelesen: 140601# 262 @  
Und als nächstes noch eine Ef, diesmal als Postkarte nach Bulgarien. Auch hier galt der Europatarif. Hier als Oberrandstück. Auch hier gilt: So etwas ist weit schwieriger zu finden, als man evtl. initial meint. Einige Europatarifverwendungen sind relativ "häufig" zu finden, so Dänemark, Niederlande oder Belgien, wobei andere, als da z. B. wären Kroatien, Bulgarien, Rumänien oder Finnland eher seltener sind. Diese sind sogar seltener als voll bezahlte Auslandsverwendungen z.B. in die Schweiz oder nach Frankreich.


 
cilderich Am: 26.05.2016 10:50:07 Gelesen: 140600# 263 @  
Nun etwas was mit dem Versandziel Niederlande schon hin und wieder zu finden ist, aber als reine Auslands-MEF dann doch nicht so häufig. Ein portobegünstigter Einschreibebrief:

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cilderich Am: 30.05.2016 13:48:00 Gelesen: 140128# 264 @  
@ cilderich [#259]

Eben sah ich, dass hajo einen entsprechenden Beleg doch schon vorstellte. Nun, dann muß man ggf den Sachverhalt wie die Bundespost sehen: 1991 und 2016 Nelly Sachs u.ä.

LG cilderich
 
cilderich Am: 31.05.2016 18:30:32 Gelesen: 139942# 265 @  
Weiter geht es. Ab dem 1.9.1942 galt der Europatarif nach Bulgarien. Wie ich ja vorstehend anmerkte sind Belege nach Bulgarien nicht so häufig. Hier mal etwas noch zurückhaltender zu findendes. Eine MEF der 12 Rpf aber aus der Ukraine. "Echte" Auslandspost aus dem Ostland, und noch mehr aus der Ukraine, ist nicht häufig. Dieser Brief ist allerdings mit Nachporto ausgeworfen, aber dann wohl nicht eingelöst worden. Warum? Nun er ging am 22.04.1942 auf die Post, da galt zwar das Europaporto nach Italien, Dänemark oder Finnland; aber nicht das nach Bulgarien! Ein nettes Beispiel für politisch gewollte Vorgehensweise. Natürlich war seit der Planung des Wiener Postkongress zur Beschließung des Europatarifs bekannt wer daran teilnehmen werde, und so wurde dieser Beleg, obwohl um 16 Rpf unterfrankiert, "durchgewunken". Ich halte diesen Brief für recht selten und durchaus sammelwürdig, genau aus den o.g. Gründen. Nebenbei sei angemerkt: er hat wohl definitiv sein Ziel erreicht, denn 2012 fand ich ihn bei einem bulgarischen Händler in Sofia.


 
cilderich Am: 31.05.2016 18:42:53 Gelesen: 139936# 266 @  
Hier nun ein ebenso kurioser, wie attraktiver Beleg aus dem besetzten Gebiet Lothringen. Eine italienische Auslandsarbeiterin in Lothringen schreibt an einen Soldaten bei den italienischen Streitkräften. Diese Richtung: Deutsches Reich ausländische Feldpost ist nicht so häufig. Allerdings war die Dame sich wohl nicht sicher bezüglich des Portos. Sie verklebte eine 25 RPF Hindenburg Überdruck, die aber nur bis 31.12.1941 gültig war, somit wurde eine gültige Frankatur nötig. Nebenbei hatte Italien ab 01.01.1942 das "Europaporto" eingeführt, also 12 Rpf, und zum gleichen Datum galten ab Lothringen nur reichsdeutsche Marken. ALSO 12 Rpf Hitler. Trotzdem beides gestempelt. Mir persönlich gefällt dieser Brief sehr, denn er zeigt, so nebenbei, Geschichte.


 
cilderich Am: 26.06.2016 14:00:48 Gelesen: 137092# 267 @  
Ich stelle mal wieder etwas ein. Hier eine vermeintlich unspektakulärere Drucksachenkarte nach Frankreich. Allerdings ist diese gar nicht so ohne, denn Drucksachen durften ab Beginn der Zensur nur im geschäftlichen Verkehr versandt werden, dieser liegt hier allerdings vor. Ich bilde die entsprechende Karte und einen Zensurstempel, der die vorgenannte Drucksachenverfügung darstellt ab. Der Beleg ist eine Einzelfrankatur der 5 Rpf. Häufig waren zugelassene Drucksachen schwerer, somit ist die 5 Rpf Variante nicht so leicht zu finden.





Auch der Text ist, wie ich finde, interessant. Eine Französin hatte ihre Schlafwagennutzung annuliert.
 
cilderich Am: 26.06.2016 14:26:36 Gelesen: 137084# 268 @  
Hier noch etwas Neues. Das ist ebenfalls im ersten Aspekt nicht sonderlich eindrucksvoll, hat es aber wirklich in sich. Diese Karte trägt eine Mehrfachverwendung der 1 Rpf zu insgesamt 5 Rpf, was der Straßenbahnpostgebühr in Hamburg entsprach. Diese Portostufe gab es nur dort, und somit auch den Stempel "Strassenbahnpost", den der Beleg trägt. Man konnte Post in entsprechende Briefkästen, die an Straßenbahnen angebracht waren einwerfen, und diese wurden, quasi Express, durch Hamburg zur Hauptpost befördert. Da die Karte von einem Teilnehmer der "Ablösung Reich", der Universität in Hamburg, entstammte, mußte nur die Zusatzleistung frankiert werden, nicht die Postkartengebühr. MEF der 1 Rpf sind nicht so häufig, nicht mal als Drucksache innerhalb des Reiches, was Auslandsdrucksachen betrifft, verweise ich auf meinen Beitrag zuvor. Ortspostkarten sind auch nicht häufig, aber reine Straßenbahnverwendungen!? Nicht nur ich kenne bisher keine weitere, aber das sollte anspornen zu suchen!

Interessant auch, dass während des Krieges eben auch "gänzliche Normalität" stattfand, nämlich ein Skikurs der Universität. Und man war sehr bemüht ihn stattfinden zu lassen, denn "Fräulein" Rodewald wird doch sehr genau instruiert wie ihre Teilnahme sicherzustellen ist.


 
cilderich Am: 05.07.2016 13:36:56 Gelesen: 136148# 269 @  
Hier ein in mehrfacher Hinsicht interessantes Stück. Es ist eine Mehrfachfrankatur der 60 Rpf. Das Ganze wird aber erst spannend durch das Stempeldatum: 08.05.1945 10 Uhr. Da trat für das Deutsche Reich und die Westmächte die Kapitulation in Kraft. Aber Liezen liegt an der Enns, welche die Demarkationslinie zwischen den Amerikanern und den Sowjets bilden sollte. Das offizielle Treffen fand am 11.05.1945 statt, somit gab es in der Zeit vom 08.05. - 11.05.45 das sogenannte Ennstaler "Niemandsland".

Die Amerikaner ihrerseits trafen in ihrem Gebiet am 08.05.1945 um ca. 13:45 Uhr ein. 3 3/4 Stunden vorher hatte, in quasi noch "freiem" Reichsgebiet, der Kurator der Universität Graz an Herrn Professor Stumpff (auf dem Beleg liegt ein Schreibfehler vor, der Herr hieß tatsächlich Stumpff und war Professor für Astronomie in Graz und später in Göttingen) dessen Bezüge "April-Juni" angewiesen!

Man beachte: Die Kapitulation war am 07.05.45 für den Westen von Generaloberst Jodel unterzeichnet worden, Radio gab es und meist funktionierte es, und der Herr Kurator ist noch so zuversichtlich die Bezüge für die Tätigkeit des Herrn Prof. Stumpff einschließlich Juni anzuweisen. Auf jeden Fall sollte wohl alles seine Richtigkeit haben. Ich hatte ja ein ähnliches Beispiel vor geraumer Zeit bereits vorgestellt.

Unabhängig davon war der Professor nicht so zuversichtlich und war als, in der Tat, Reichsdeutscher nach Göttingen abgereist (wie auf der Rückseite vermerkt). Die Anweisung wurde natürlich nicht eingelöst, sie unterlag letztlich der britischen Zensur (ab 09.07.1945 wurde die Ennsregion britische Zone); blieb also wohl so lange liegen, und wurde dann, wie alle so betroffenen Stücke, in Wien eingelagert.

Ich denke das Stück darf man als Beleg besonderer "Zeitgeschichte" bezeichnen.


 
cilderich Am: 10.08.2016 14:31:41 Gelesen: 133377# 270 @  
Hallo,

ich will das Thema hier mal wieder etwas illustrieren. Als erstes eine EF der 40 Heller Böhmen und Mähren auf Streifband in das Generalgouvernement. Theoretisch könnte man den Beleg, da der Absender aus der Gegend von Krakau stammt, für ein "Remailing" halten, allerdings wären aus Krakau 8 Grozy fällig geworden, und das wäre umgerechnet der gleiche Betrag, somit war der Absender wohl gerade auf Reisen. Nichts desto Trotz ist eine EF der 4 Rpf, 40 Heller oder 8 Grozy relativ selten, da es sich um die Gebühr für schwerere Drucksachen auch in die assimilierten Gebiete handelte, was selten aufgehoben wurde.


 
cilderich Am: 10.08.2016 14:58:25 Gelesen: 133365# 271 @  
Und hier eine portogerechte Verwendung der 1 RM in Linienzähnung, als Auslandseinschreiben über 20 Gramm mit Rückschein. Ungewöhnlich ist der Rückschein, diese Versendungsform wurde im 2. WK relativ selten gewählt, zumal auch Auslandsbriefe tatsächlich auf ihre Versendungsform hin, und damit auf die "Belastung" der Postler geprüft wurde, und, sollte ein vermeintliches Missverhältnis vorliegen, beanstandet wurden. Hier bieten die Rundbriefe der ARGE Zensurpost Einsicht bzgl solch seltener Einlagezettel. Nun gut, aber dieser Brief lief über die Münchner Zensur (mit der selteneren Zensurvariante Durchlaufstempel DD1.1.1; als Zensurstempel DP5.1.1 (lt. Landsmann) und Verschluß DVB1.4), und zeigt rückseitig Anheftungen die zu einem Rückschein paßten, somit ist er mit 40 RPF für den Auslandsbrief über 20- 40 Gramm + 30 Rpf Einschreiben und 30 Rpf Rückschein korrekt frankiert. Portogerechte EF oder MEF ins Ausland auf Brief (wesentlich seltener als Paketkarten) sind schwierig zu finden. Und amüsant: ein Auslandsbrief mußte in diesen Jahren am Schalter unter Vorlage des Ausweises eingeliefert werden: dieser Vorgang wurde im Verlauf durch einen 2. Stempel auf dem Umschlag bescheinigt. Hier hatte wohl aber der Annahmebeamte dieses unterlassen und der 2. Stempel wurde etwas später angebracht. Hierfür sprechen die unterschiedlichen "Unterscheidungsbuchstaben" in den Stempeln, oder es sollte hierdurch besonders diese Maßnahme betont werden.

Beste Grüße cilderich


 
cilderich Am: 17.09.2016 17:25:27 Gelesen: 131074# 272 @  
Hallo,

wir hatten hier schon einige frankierte Einlieferungsscheine mit Hitler Frankatur, allerdings sah ich noch keinen mit der Variante "Ukraine". Somit möchte ich einen solchen über die Deutsche Dienstpost Kiew einstellen. Es handelt sich um die Stichtiefdruckversion. Aber die Einzelfrankatur der 10 Rpf ist portogerecht generell nicht häufig.

Gruß cilderich


 
hajo22 Am: 19.09.2016 18:05:53 Gelesen: 130943# 273 @  
Komplette Zeitungsschleife (Drucksache über 100 bis 250 gr) aus Amsterdam mit 8 Pf. Hitler nach Heilbronn. Die Marke wurde mit einzeiligem Gummistempel vom 26.11.1941 entwertet.

Die Leitangabe "Durch deutsche Dienstpost Niederlande" sowie die Sendungsart "Eilige Zeitungsdrucksache" sind auf der Schleife eingedruckt. Beim "Europa-Kabel" handelte es sich um eine deutsch-niederländische Wochenzeitung, die sich mit wirtschaftlichen Problemen befasste.



VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 20.09.2016 17:19:31 Gelesen: 130829# 274 @  
@ cilderich [#272]

Hallo,

das ist ein feines Stück, einen ähnlichen Beleg werde ich in meinem neuen Buch präsentieren.

Aber bitte, es ist keine Portostufe, also auch keine "Frankatur", sondern die Verrechnung der Post in Form einer "Schreibgebühr".

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 23.09.2016 19:42:18 Gelesen: 130530# 275 @  
Hallo,

die 8 Pfg Frankatur ist in vielerlei Hinsicht interessant. Es war eine "Nieschenfrankatur" (Frankatur = Freimachung nach geltenden Gebühren- Entgeltordnungen). Die übliche Freimachung nach der entsprechenden Ordnung betraf den generellen Inlandsverkehr. Hier waren 8 RPf für den Ortsbrief vorgesehen aber es gab Ausnahmen, auch Auslandsvariationen, wie hajo sie zeigt.

Die 8 Rpf ist, wie die 16 Rpf in jeder Hinsicht interessant (das betrifft auch ein Vielfaches von, 1, 3, 4, 6, 12, 24 etc Rpf). Es gab einige Einzel, oder auch Misch- und besonders MEF die selten bis höchst selten einzuschätzen sind. Ich hoffe, dass wir es im Laufe der Zeit schaffen vieles, oder alles davon, einzustellen. Von mir gibt es heute die 8 Rpf als Warenprobe:


 
HWS-NRW Am: 23.09.2016 21:08:59 Gelesen: 130506# 276 @  
Ich hätte hier noch einen Wert mit Aufdruck "Ostland", verklebt auf einem russischen Einlieferungsschein mit lettischem Stempel von Riga.

mit Sammlergruß
Werner


 
hajo22 Am: 23.09.2016 22:51:26 Gelesen: 130493# 277 @  
Deutsche Firmen in den Besetzten Gebieten konnten ihre Post ins Reich zu den deutschen Inlandsgebühren aufgeben, wenn sie ihre Geschäftsbriefe bei der "Deutschen Dienstpost" oder der "Deutschen Feldpost" einlieferten. Dabei spielten Sicherheitsgründe vorrangig eine wichtige Rolle.

Hier ein Firmenbrief mit 12 Pf. Hitler aus Belgien "Durch Deutsche Feldpost" befördert:



VG, hajo22
 
cilderich Am: 03.11.2016 19:17:05 Gelesen: 126888# 278 @  
@ HWS-NRW [#276]

Tolles Stück. Danke für die Präsentation.
 
HWS-NRW Am: 03.11.2016 19:38:28 Gelesen: 126881# 279 @  
Hallo, hier noch zwei Exemplare aus meinem früheren Exponat:



MiNr 781+786 und MiNr 781+782+785

Die Postbeamten in diesem österreichischen Postamt in Tirol hatten damals wohl Freude daran, die "Schreibgebühr" von 10 Pfennig auch mal mit verschiedenen Hitler-Werten auszuweisen, es gab damals neben 2 x 5 Pfennig auch weitere "Varianten", Hauptsache, die Gebühr paßte auf die Vorderseite des Formulars C 62.

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 03.11.2016 20:31:54 Gelesen: 126864# 280 @  
Auch ich möchte mal wieder einen Beleg zeigen. Mal wieder eine Ef der 10 Rpf. Das Ungewöhnliche an diesem Stück ist, da es als Feldpostbrief eigentlich gebührenbefreit war, die Freimachung mit Marke, da eine Zusatzleistung doch zu zahlen war. Es handelte sich um die Berliner Rohrpostgebühr und die betrug eben 10 Pfennig. Anhand des s.g. Minutenstempel von Tempelhof kann man auch die Beförderung per Rohrpost ablesen.


 
cilderich Am: 04.11.2016 10:12:14 Gelesen: 126803# 281 @  
@ HWS-NRW [#276]

Neben der schönen Verwendung der Ef der 10 RPF ist ja die doch relativ späte Verwendung des sowjetischen Beleges das eigentlich spannende. Estland war ja bis zum Molotow-Abkommen ein eigenständiger Staat und wurde erst durch dieses Abkommen in die UdSSR implementiert. Als die "Kriegserklärung" (der Begriff mußte, auf Hitlers Weisung, Molotow gegenüber unterbleiben) am 22.6.1941 initial durch Bombardierungen erfolgte wurde die estnische SSR rasch besetzt und zum Ostland umfunktioniert. Somit sind solche Zeugen der sowjetischen Besetzung des Estlandes nicht so häufig. Auch wie bei der Feldpost sollten Formulare der vorherigen Administrationen nicht verwendet werden. Allerdings sind ja z.B. bei der Feldpost s.g. "Beuteganzsachen" bekannt, die, eben weil sie da waren auch verwendet wurden (Ganzsachen der UdSSR, Frankreichs, Belgiens etc). So wurde auch mit anderen Formularen verfahren, wenn auch klassischerweise seltener. In Riga hat also wohl jemand so etwas aufgehoben und noch 1942 gab es einen Engpaß, der die Verwendung notwendig machte.
 
cilderich Am: 21.11.2016 16:17:05 Gelesen: 124497# 282 @  
Und wieder mal etwas zum Anschauen: Eine Antwortganzsache 6 Rpf findet man schon des Öfteren, auch wenn der Michelpreis hierfür sehr niedrig angesetzt ist werden solche Stücke immer wieder angeboten. Allerdings handelt es sich um Versendungen innerhalb des Reichsgebietes.

Hier also die, wirklich nachhaltig schwierig zu findende Variante ins "ermäßigte" Ausland, hier Niederlande. Diese Versendungsform ist um ein vielfaches seltener als die innerdeutsche Variante!


 
HWS-NRW Am: 21.11.2016 18:18:54 Gelesen: 124468# 283 @  
Heute mal eine Einlieferungsseite mit Hitler-Verwendung:



Auf dieser Seite wurde die Aufgabe von fünf und mehr Paketsendungen ausgewiesen, für ein bis fünf Sendungen mußten 5 x 10 Pfennig entrichtet werden, die Höchstgebühr betrug auch bei Abgabe von z.B. acht Paketen (siehe oberer Eintrag) 50 Pfennig.

mit Sammlergruß
Werner
 
hajo22 Am: 22.11.2016 16:32:02 Gelesen: 124397# 284 @  
22 Pf. Auslands-Luftpostbrief mit AH 20 und 2x1 Pf. aus Berlin-Wittenau nach Kopenhagen vom 19.5.1944.

Porto: Brief bis 20gr. im Europatarif 12 Pf. (wie Inlandsfernbrief) + 10 Pf. Europa-Luftpostgebühr bis 20gr.

Firmenpost mit Berliner Durchlaufzensur "Ab", Schalteraufgabe vormittags 9-10h, Weiterleitung nachmittags 16h.

Kein Ankunftsstempel.



VG, hajo22
 
HWS-NRW Am: 27.11.2016 18:34:00 Gelesen: 124014# 285 @  
Sitze gerade beim Einscannen meiner Feldpost-Belege, die ich bei Ebay einstellen möchte und finde da einen netten Beleg:



FP-Nr 21022 Propaganda-Kompanie 689 auf Paketabschnitt (MiNr Ukraine 11) an Herrn Prof. Dr. Rudolf von Laun, Völkerrechtler, Rechtsphilosoph und Pazifist, der sich trotz seiner politischen Haltung im 3. Reich lehrstuhlmäßig behaupten konnte

mit Sammlergruß
Werner
 
HWS-NRW Am: 27.11.2016 18:38:31 Gelesen: 124011# 286 @  
Und noch ein weiterer Beleg aus dieser Serie:



FP-Drucksachen-Streifband vom 13.11.1944 mit 18 Pfg. Nachporto belegt (MiNr 827).

Für die Drucksache mußte bei einem Gewicht von 250-500 g bereits dreißig Pfennig entrichtet werden.

mit Sammlergruß
Werner
 
hajo22 Am: 27.11.2016 18:50:45 Gelesen: 124009# 287 @  
Feldpost-Päckchenausschnitt mit 20 Pf. AH/Ostland aus Majorenhof 1942 nach Bitterfeld durch Deutsche Dienstpost Ostland.

Für den Transit hat der Herr Obergefreite die Leitstelle Tilsit angegeben.



VG, hajo22
 
cilderich Am: 05.12.2016 17:22:51 Gelesen: 123464# 288 @  
@ HWS-NRW [#285]

Dieser Beleg ist super. Prof von Laun ist eine interessante Persönlichkeit, und dient als Beispiel für schwierige Zeiten. Sehr schöner Beleg und einer jeden Veröffentlichung zu dem Thema würdig.

Ganz herzlichen Dank für die Abbildung.

Gruß cilderich
 
cilderich Am: 03.02.2017 14:56:14 Gelesen: 118285# 289 @  
Hallo,

da habe ich etwas gefunden, was sich wieder erst dem 2. Blick erschließt. Eine EF der 3 RPF, die reklamiert wurde, da es sich laut Portoordnung eben um eine Postkarte und nicht um eine Drucksache handelte. Es war ein Bestätigungsschreiben zum Erhalt eines "Liebesgaben Pakets" aus der Schweiz.

Es gab die Möglichkeit aus dem befreundeten oder neutralen Ausland solche Pakete zu erhalten. Diesen lagen die Karten zur Bestätigung des Erhalts bei und sie waren nach Hamburg zu senden. Dort wurde der untere Teil abgetrennt, der Erfassungsstelle zugesendet, und von dort dem Absender der Erhalt mitgeteilt. Sehr aufwändig, aber den katastrophalen Zeiten damals entsprechend. Somit ist dieser Beleg in mehrfacher Hinsicht interessant.

,
 
cilderich Am: 05.02.2017 18:28:31 Gelesen: 118110# 290 @  
Hallo,

Pakete, Päckchen natürlich kennt man sie, aber eine ähnliche Versendungsform war das Postgut. Gut auch das kennen viele, denn das gab es auch bei der Bundespost zur Versendung von z.B. Versandhäusern für deren Sendungen an Besteller aus den entsprechenden Katalogen. Allerdings wurde diese Sendungsart schon 1933 eingeführt, dann aber während des 2. Weltkrieges wieder eingestellt (kennt jemand den genauen Termin?) Im August 1943 gab es die Sendungsform immerhin noch. Diese Belege sind eher schwerer zu finden, es bieten sich auch nette Portovarianten an. Bisher habe ich diese MEF der 6 RPf und eine EF der 30 RPF.

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cilderich Am: 25.02.2017 13:39:50 Gelesen: 116504# 291 @  
Hallo,

bisher sind die Stücke aus dem Generalgouvernement etwas auf der Strecke geblieben. Ich möchte hier mal das eigentlich unspektakulärste Stück zeigen. Die 24 Groschen EF. Die gibt es in Masse. Sie war halt das Gegenstück zur 12 Rpf für einen gewöhnlichen Brief. Allerdings gibt es auch hier seltenere Verwendungen und eine davon ist diejenige ins Ostland, also die ehemaligen Baltischen Republiken nach der deutschen Besetzung. Post dorthin durchlief die Auslandsbriefkontrolle in Königsberg.

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HWS-NRW Am: 25.02.2017 17:08:51 Gelesen: 116458# 292 @  
Wo ich gerade wieder diese Serie sehe, bemerke ich "mit Schrecken", daß ich Euch ja noch nicht das Spitzenstück meiner "Radfahr-Feldpost"-Sammlung präsentiert habe. Durch Zufall fand ich eine Abbildungen des Beleges bei Ebay und suchte mir die Info zu der angegebenen Feldpostnummer heraus und es war tatsächlich ein Soldat der Radfahr-Truppe, der seiner Mutter wohl zwei Päckchen nach Hause geschickt hatte, die beide auch mit dem entsprechenden Hinweiszettel (auf den kommt es ja hier an) versehen waren.



Päckchen (bis 1000 Gramm) -Ausschnitt , verschickt von einen Angehörigen der „6. Kompanie des Radfahr-Regiments 4“ mit zwei Hitler-Freimarken (MiNr. 787) für die ermäßigte Freigebühr sowie eine vorgeschriebenen „Kuban“ - Zulassungsmarke „ MiNr. 14 (Type I), entwertet mit dem Päckchen-Stempel „Bei der Feldpost eingeliefert“

Der Kuban-Brückenkopf (auch Gotenkopf) war eine deutsche Auffangstellung auf der Taman-Halbinsel in Südrussland, die von Januar bis Oktober 1943 bestand. Sie war nach dem Rückzug der deutschen Truppen aus dem Kaukasus ursprünglich gehalten worden, um einen erneuten Angriff auf die Ölquellen des Kaukasus zu ermöglichen.
Die 17. Armee stellte für diesen Rückzug eine Auffangstellung am Unterlauf des Flusses Kuban auf der Taman-Halbinsel Ende Januar 1943 fertig und hielt sie gegen die sowjetische Nordkaukasusfront bis zum 9. Oktober 1943, als die letzte Einheit die „Straße von Kertsch“ in Richtung Krim überquerte.

Die Aufgabe des Brückenkopfes war am 3. September 1943 von Hitler aufgrund der geänderten Gesamtsituation an der Ostfront beschlossen worden, nachdem die Rücknahme der Heeresgruppe Süd auf die „Dnepr-Linie“ unausweichlich geworden war. Trotz wiederholter sowjetischer Angriffe während dieser Zeit konnte der Kubanbrückenkopf noch gehalten werden, um den Transport von 239.669 Soldaten, 16.311 Verwundeten, 27.456 Zivilisten sowie Wehrmachtsgut und 74.657 Pferden auf die Krim ermöglichen.

Das Exponat ist Ende März bei der Rhein-Ruhr-Posta 2017 in Leverkusen wieder zu sehen.

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 25.02.2017 17:10:33 Gelesen: 116458# 293 @  
Hallo, hier etwas was, wie der Kartentext erläutert, sammlerisch beeinflußt ist, aber trotzdem eine interessante Dokumentation. Ein senkrechter Zusammendruck aus Heftchen der 5+1 Rpf. Auch interessant die zusätzliche Vignette. Meist ist sie auf Feldpost zu finden.


 
cilderich Am: 25.02.2017 17:16:03 Gelesen: 116456# 294 @  
@ HWS-NRW [#292]

Hallo. Sehr schönes Stück. Herzlichen Glückwunsch dazu.

Beste Grüße cilderich
 
cilderich Am: 25.02.2017 17:28:27 Gelesen: 116451# 295 @  
Ich möchte dann noch eine auf Brief nicht häufige Einzelfrankatur der 60 Rpf als Luftpostbrief über 20 Gramm nach Schweden vorstellen.

Interessant ist, dass der Absender in Lübeck seinen Sitz hatte, der Brief aber in Berlin gestempelt wurde, aber, soweit ersichtlich, nicht in der Auslandsbriefprüfstelle, was die Beförderung beschleunigt hätte.

Allerdings erhielt er eine Durchlaufzensur, und zwar nicht mit einem der üblichen "Ab" Stempel, sondern mit BP4.13 nach Landsmann. Als Durchlaufstempel ist er in seinem Katalog nicht gelistet. Also eine Frankatur- und Zensurpostbesonderheit.


 
briefefan Am: 25.02.2017 23:28:16 Gelesen: 116381# 296 @  
@ cilderich [#290]

Hallo,

zu deiner Frage:

Der Postgutverkehr wurde im Krieg am 12.8.1944 eingestellt.

Quelle: Rainer E. Lüttgens 1986, Deutsches Reich Postgebührenkatalog 1923 bis 1945.

Grüße von briefefan
 
cilderich Am: 26.02.2017 16:31:56 Gelesen: 116238# 297 @  
Hallo, prima, vielen Dank für die Auskunft.

Gruß cilderich
 
Seku Am: 26.02.2017 17:05:55 Gelesen: 116267# 298 @  
"Lernt Deutschland kennen" - war ein frommer Wunsch auf dieser Postkarte mit der Zahnradbahn zum Wendelstein
.


[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Motiv Eisenbahnen"]
 
cilderich Am: 15.04.2017 14:47:17 Gelesen: 110958# 299 @  
@ cilderich [#269]

Ich hatte ja ein recht interessantes Stück aus den letzten Zügen des Reiches gezeigt und angemerkt, dass der Empfänger "Reichsdeutscher" war: Was aber wenn er "Österreicher" war. Dazu nun diese Variante einer Ef der 0,60 RM aus Böhmen. Diese Variante wurde zwar deutlich früher aufgegeben, aber unterlief letztlich doch die Behandlung wie sie nach der Kapitulation stattfand. Es war sicherzustellen, dass der Empfänger nicht nur auf österreichischem Gebiet wohnte, sondern möglichst auch dort bereits vor der "Angliederung" siedelte. Interessanterweise galt auch ein "Heimatschein des Gatten" als solcher Nachweis. Solche Anweisungen wurden, mit entsprechendem anhängenden Nachweis, ausgezahlt. Das Ganze ist, vor allem mit anhängendem "Einbehaltnachweis (linker Abschnitt)" eher selten.

Gruß cilderich

,

 
cilderich Am: 20.04.2017 17:28:27 Gelesen: 110435# 300 @  
@ cilderich [#290]

Hallo,

die Postgüter des Deutschen Reiches hatte ich ja schon einmal in vorstehendem Beitrag angesprochen. Mittlerweile ist mein Bestand etwas angewachsen und ich möchte noch weitere Stücke in verschiedenen Portostufen, aber auch in verschiedenen Druckvarianten (s. je die Druckvermerke) vorstellen, sowie auch eine Variante mit der Zusatzleistung "Wert". Die jeweilige Abbildung der Rückseite anbei, bezüglich der verschiedenen Varianten.







Beste Grüße cilderich
 
cilderich Am: 20.04.2017 17:45:32 Gelesen: 110427# 301 @  
Herzliche Grüße,

hier möchte ich eine schöne MeF der 16 Pfennig zeigen als Fernbrief-Nachnahme (0,12 + 0,20 RM Porto). Auch nett: Die Einlieferung über eine Poststelle.



cilderich
 
cilderich Am: 21.04.2017 12:48:21 Gelesen: 110328# 302 @  
@ cilderich [#289]

Hier der Vollständigkeit halber eine "Liebesgaben-Postkarte" tarifgerecht mit 6 Rpf freigemacht.



Grüße cilderich
 
HWS-NRW Am: 21.04.2017 13:39:45 Gelesen: 110321# 303 @  
Von mir auch noch ähnliche Karten, die aber auch teilweise als Drucksache zu 3 Rpfg. durchgingen:



Empfangsbestätigung, Aachen 1 1942 3 RPfg. ohne Nachporto



Empfangsbestätigung, Bonn 1942 DS 3 Rpfg. ohne Nachporto



Empfangsbestätigung, Steg-K2 Rhöndorf 1943

mit Sammlergruß
Werner
 
Pete Am: 23.04.2017 18:07:51 Gelesen: 110132# 304 @  
Auf dem heutigen Tauschtag fanden sich in einer Krabbelkiste die zwei nachfolgenden Paketkarten. Von der Frankatur her dürfte es sich um nichts Besonderes handeln. Seitens des Absenders (oder des Postamtes?) wurde bereits mit den seinerzeit neuen Postgebietsleitzahlen gearbeitet. Der Ort der Paketaufgabe dürfte vermutlich eher etwas seltener zu finden sein. Es handelt sich hierbei um Marburg an der Drau, als Maribor im heutigen Slowenien gelegen. Die Stadt [1] wurde im April 1941 während des Einmarsches in Jugoslawien von deutschen Truppen besetzt und war bis (Mai?) 1945 mehr oder weniger Bestandteil des Deutschen Reiches.



Paketkarte aus Maribor (Postgebietsleitzahl 12a, heute Slowenien) vom 11.09.1944 nach Gutenstein in Kärnten (Postgebietsleitzahl 12b, heute zu Österreich gehörend), rückseitig Ankunftsstempel vom 13.09.1944



Paketkarte aus Maribor (heute Slowenien) vom 23.09.1944 nach Krainburg in Südkärnten (Postgebietsleitzahl 12b, heute Kranj in Slowenien), rückseitig handschriftlicher Vermerk vom 26.09.1944

Gruß
Pete

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Maribor
 
cilderich Am: 24.05.2017 12:35:58 Gelesen: 107065# 305 @  
Hallo,

mir ist ein Beleg untergekommen, der mir Fragen aufgibt. Ich hoffe jemand kann helfen, vielleicht HWS-NRW?

Eine vollzogene Postzustellungsurkunde aus der "Ostmark" 27.1.1942 aus Wörgl retour nach Kufstein. Was mir nun nicht recht klar ist, ist die 0,12 Rpf Marke die nicht mit dem Poststempel, sondern einem L1 Stempel "Jahresgebühr" entwertet wurde. Eigentlich wurde ja die Gebühr für die Rücksendung der Urkunde schon vorab bezahlt, also als Porto fraglich, oder? Könnte es sich um so etwas wie eine Postlagergebühr handeln, weil die Urkunde zuerst auf der Post verblieb? Und wofür wurde der L1 normalerweise verwandt?

Ganz herzliche Grüße cilderich


 
cilderich Am: 09.07.2017 16:14:31 Gelesen: 101995# 306 @  
Hallo,

da sich hier nichts tut, stelle ich mal einen Beleg ein. 28 Pfennig für eine Ortsnachnahme, diese Portostufe dürfte es nur so, oder ähnlich (2x10+2x4, 4x6 +4 etc) geben, denn Mef wären 28 x 1 Rpf (falls es das gäbe: Sensation) und EF: Nein.

Schönen Sonntag cilderich


 
cilderich Am: 27.07.2017 20:38:16 Gelesen: 99921# 307 @  
Hallo,

vor Kurzem wurde eine 0,42 RM in MEF auf Wertbrief zu 520 Euro in einer Auktion zugeschlagen. Der Beleg ist wahrlich spektakulär. Sollte der Erwerber dieses lesen, bitte ich ihn um Einstellung. Dieser entsprechende Beleg dürfte vermutlich einzigartig sein.

Nun gut, ich möchte auch einen schönen Beleg zeigen. Eine recht seltene EF auf Urlaubsschein der 0,30 RM. Solche "Formularverwendungen" werden hervorragend in HWS-NRW`s Buch erläutert!


 
cilderich Am: 28.07.2017 12:21:51 Gelesen: 99792# 308 @  
Hallo,

hier eine Anschriftenprüfung aus dem August 1944. Diese Versendungsform hat sich nicht so häufig erhalten und wurde, da z.B. von Versicherungen verwandt, gelocht und abgeheftet. Diese Erhaltung ist also normal. Es galt ein Sonderporto von 3 Pfennig. Das im Besonderen interessante an dieser Karte ist ihre beidseitige Frankatur. Einmal vom 5.8.44 (auch solcher Eingangsstempel der Post) und darüber eine ebensolcher Werbestempel vom 25.8.44, und auf der Rückseite eine 2. 3Pfennig Frankatur ebenfalls am 25.8. gestempelt. Es gibt dann auf der Vorderseite noch einen nicht recht leserlichen Eingangsstempel vom 26.8..

Ich kann mir das eigentlich nur so erklären, dass die Karte warum auch immer am vermutlich 8.8. (auch Eingangsstempel Vorderseite) wieder, nicht hinreichend bearbeitet, an den Absender zurück lief. Man war dort mit der Auskunft nicht zufrieden und setzte die gleiche Anfrage auf gleichem Formular am 25.8. nochmals ab. Jedenfalls ungewöhnlich für eine sowieso seltenere Verwendung.

Beste Grüße cilderich


 
cilderich Am: 10.10.2017 20:18:03 Gelesen: 90758# 309 @  
Hallo,

ich möchte hier mal wieder etwas vorstellen. Erneut eine 3 Rpf Verwendung, als Drucksache, also die generelle Standardverwendung; aber hier als Verrechnungs-Scheck. Zusätzlich interessant ist die Stempelung in Metz, also einem "reichsintegrierten" Besatzungsgebiet. Auch hier ist die Lochung als typisch zu werten. Es gilt: Eher ungewöhnlich.

Herzliche Grüße cilderich


 
HWS-NRW Am: 10.10.2017 21:10:24 Gelesen: 90739# 310 @  
@ cilderich [#307]

Hallo,

herzlichen Dank für das Kompliment.

Bei Formularen gibt es keine "Frankatur" sondern es nennt sich "Ausweisung einer Gebühr".

Mal sehen, wie viele Jahre die Begriffe EF oder MeF noch in den derzeitigen Auktionskatalogen verwendet werden.

Und zur Ergänzung noch folgender Beleg:



Antrag für ein neues Telefonbuch, das alte ging nach einem Fliegerangriff wohl in Flammen auf.

Und die Post kassierte auch in diesen schlimmen Zeiten eine Gebühr für die Nachlieferung, diese ausgewiesen mit mehreren Hitler-Werten.

mit Sammlergruß
Werner
 
cilderich Am: 10.10.2017 21:24:56 Gelesen: 90734# 311 @  
@ HWS-NRW [#310]

OK, das ist sicher richtig, vielleicht sollte es in solchen Fällen einzelne Verwendung heißen? Nur so ein Gedanke. Aber natürlich: "Ehre wem Ehre gebührt".

Gruß cilderich
 
Manne Am: 11.10.2017 10:24:18 Gelesen: 90629# 312 @  
Hallo,

eine Drucksache als Einschreiben von Schwenningen vom 04.04.1944.

Gruß
Manne


 
hajo22 Am: 11.10.2017 16:44:54 Gelesen: 90563# 313 @  


Komplette Postsparkarte für 3 RM bespart mit 30x10 Pf. AH, alle Marken gestempelt Gurschdorf (Ostsudeten) vom 20.1.1944.

hajo22
 
Cantus Am: 28.09.2018 02:40:16 Gelesen: 31321# 314 @  
Heute kann auch ich mich hier einmal beteiligen.

Am 4.4.1943 wurde in Boruschin, einem Ortsteil der Landgemeinde Güldenau in der Provinz Posen, Reichsgau Wartheland, ein Paket mit Ziel Luxemburg Stadt aufgegeben.





Viele Grüße
Ingo

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Luxemburg Eingehende Briefe"]
 
GSFreak Am: 11.11.2018 22:19:41 Gelesen: 25683# 315 @  
Hier ein sehr später Beleg mit Mi-Nr. 785 aus GÖRLITZ vom 29.04.1945 nach Dornstedt (Kr. Sangerhausen, Thüringen) mit Zusatzstempel "Zurück / keine Postverbindung". Gemäß Buro: "Daten alliierter Besetzung deutscher Orte am Ende des Zweiten Weltkrieges" [1} war der Kreis Sangerhausen bereits seit 19.04.1945 von den Amerikanern besetzt.



Gruß Ulrich

[1] Sonderschrift 20 der Arbeitsgemeinschaft "Deutsche Notmaßnahmen ab 1945 e.V.", http://www.deunot.de
 
mumpipuck Am: 20.03.2019 21:17:21 Gelesen: 13504# 316 @  
Heute möchte ich hier einen interessanten Beleg zeigen, den ich mit einem kleinen Belegeposten und einer Restsammlung vor „dem Ofen“ gerettet habe. Ich weiß natürlich, dass Halbierungen mit großer Vorsicht zu genießen sind, halte diesen Beleg aber aus zahlreichen Gründen für echt.



Geschichtlicher Hintergrund:

Vom 24.07. - 03.08.1943 zerstörten britische und amerikanische Bomber in der „Operation Gomorrha“ ganze Stadtteile Hamburgs. Ca. 40.000 Menschen sterben bei dieser Katastrophe, ca. 750.000 werden obdachlos.

Zum Beleg:

- Der Beleg trägt eine waagerecht halbierte 6 Pf. Dauerserienmarke Adolf Hitler, die das Drucksachenporto von 3 Pf. abdeckt.
- Handschriftlich datiert 13.08.43.
- Poststellenstempel der Poststelle II aus dem Börnsener Ortsteil Neu-Börnsen als Entwerter benutzt (Ortsbrief).

Warum halte ich den Beleg für echt ?

- Der Stempel ist mir als Heimatsammler bekannt und ich besitze zeitnahes Vergleichsmaterial. Stempelabnutzung und -farbe sind zeitgerecht.
- Der Beleg trägt den Briefstempel des Bürgermeisters und seine Originalunterschrift.
- Die Sendung ging „an alle Bewohner und Siedler“. Es handelt sich sozusagen um eine „Wurfsendung an alle Haushalte“, was auch die Adresse aus dem Setzkasten nahelegt. Börnsen hatte 1939 ca. 1.200 Einwohner. Sicher waren viele Fremdarbeiter (es gab ein Barackenlager in Börnsen)und Flüchtlinge aus Hamburg hinzugekommen (s.u.).
- Der Beleg trägt das handschriftliche Datum 13.08.1943. Er lädt zu einem Termin am 14.08.(1943). Folglich mussten Hunderte von Belegen am selben Tag erstellt und zugestellt werden. Da ist es recht wahrscheinlich, dass die kleine Poststelle nicht ausreichend der auf dem Land sicher nicht so gebräuchlichen 3 Pf.-Marken hatte. So kurzfristig konnten sie eventuell auch nicht beschafft werden.
- Gegen die eigentlich vorgeschriebene Barfreimachung könnte der Zeitfaktor sprechen, wenn kein geeigneter Stempel vorhanden war. Offensichtlich gab es ja noch nicht einmal einen Datumstempel. Hunderte von handschriftlichern Vermerken hätten wohl länger gedauert, als die Halbierungen. Vielleicht war die Vorschrift auch gar nicht bekannt.
- Es könnte die Frage aufkommen, warum nicht die größere Poststelle I in Börnsen die Belege bearbeitet hat. Möglicherweise haben beide Poststellen solche Belege bearbeitet, jeweils für den betreffenden Ortsteil. Vielleicht findet sich noch einmal einer von Börnsen.
- Aus dem Inhalt geht hervor, dass umfassend erhoben werden sollte, wie viele Menschen in der Gemeinde untergekommen waren. Diese mussten versorgt werden. Ich vermute mit Lebensmittelmarken und dann natürlich auch mit Lebensmitteln. Das Datum 13.08.1943 liegt eine Woche nach dem Ende der Aktion Gomorrha, was die chaotische Eile erklärt. Vermutlich war eine große Anzahl von Menschen aus Hamburg in Börnsen, die keine Lebensmittel hatten.
- Der Großvater des Börnseners, von dem ich den Beleg habe, ist selbst in diesem Zusammenhang aus Hamburg-Altona nach Neu-Börnsen gekommen. Das untermauert auch die These, dass die Neu-Börnsener diese Sendung von der Poststelle des Ortsteils erhielten.

Nun würden mich Meinungen und Ergänzungen aus dem Forum interessieren. Wie könnte man einen solchen Beleg wohl bewerten ?

Kann eventuell jemand vergleichbare Belege aus dem August 1943 aus anderen Gemeinden rund um Hamburg zeigen. Der Flüchtlingsstrom hat ja das gesamte Umland betroffen.

Burkhard
 
zeepmonnik Am: 06.04.2019 22:15:21 Gelesen: 12593# 317 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#71]

Hallo Jürgen,

ich weis das dein Beitrag schon viele Jahre hier steht und vielleicht bist du auch schon hinter die gesamte Adresse der Viktoria Versicherung gekommen.

Falls nicht, hier ein paar weitere Hinweise:

Als gebürtige Gersche Fettgusche (nicht lachen, aber so nennen wir uns) Fiel mir als erstes die Strasse ins Auge. Das ist eine der bekanntesten Adressen in Gera. Es ist die Sorge 33.

Jetzt noch die Erklärung warum diese Adresse so bekannt ist bei den Gerschen.

"Die Firma Hermann Tietz, gegründet von Oscar Tietz mit dem Kapital seines Onkels Hermann Tietz, eröffnete ihr erstes Geschäft am 1. März 1882 in Gera. Es nannte sich „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz“ und hatte bereits einige Merkmale moderner Warenhäuser, wie festgelegte Preise, keine Stundung oder Anschreibenlassen und ein vielfältiges, branchenübergreifendes Angebot." (Das stammt aus Wikipedia.)

Die Firma Hermann Tietz ist später Deuschland weit bekannt als Hertie. Also die gesuchte Adresse ist das Stammhaus von Hertie.

Hier sieht man die Situation im Jahre 1950. Das Kaufhaus wurde damals vom der Konsum Genossenschaft der DDR betrieben.



Vielleicht war im Jahre 1944 auch eine Filiale der Viktoria Versicherungen dort untergebracht.

Im "Einwohnerbuch der Stadt Gera: mit den eingemeindeten Vororten, Ernsee, Frankenthal, Leumnitz,Lusan, Milbitz, Pforten, Rubitz, Scheubengrobsdorf, Thieschitz, Tinz, Untermhaus, Windischenbernsdorf und Zwötzen, Band 46" aus dem Jahre 1934 ist jedenfalls ein Heyde P.F. als Subdirektor der Victoria Versicherungen Sorge 33 vermeldet.

Ich nehme an das der Stempel Branst??r 579 der Posteingangsstempel der Versicherungsagentur ist da ja die Geschäftsstelle mit der Nummer 579 in der roten handschriftlichen Adresse vermeldet steht.

Ich hoffe dir damit ein paar neue Informationen gegeben zu haben.
 
alexandria Am: 18.08.2019 15:24:58 Gelesen: 5097# 318 @  
Hallo in die Runde,

mir liegt ein kurioser Beleg vor:

Ganzsache 6 Pfg von Essen nach Essen-Bredeney vom 2. Februar 1946 (kein Tippfehler!), gestempelt am selben Tag. Eine Klavierlehrerin bestätigt ihrem Schüler einen Unterrichtstermin.

Am rechten Rand der Marke könnte man den Hauch eines äusserst halbherzigen Schwärzungsversuchs vermuten. Aber das eher mit viel Phantasie.




Über überstempelte, überkleckste Lokalausgaben der direkten Nachkriegszeit gibt es ja reichlich Literatur. Soviel weiß, kamen diese doch meistens in Mitteldeutschland vor. Auch handschriftliche Zusätze wie 'ungültig' aus den Wochen nach Kriegsende sind ja durchaus bekannt. Daß aber noch im Jahr nach Kriegsende Ganzsachen des 'Dritten Reichs' unbeanstandet befördert wurden, war mir nicht bewußt.

Wie ist der Beleg einzuschätzen? Authentisch? Einzigartig? Rumpelkammer der Geschichte?

Über Hinweise würde ich mich freuen.

Freundliche Grüße,

RK
 
achim11-76 Am: 18.08.2019 18:10:17 Gelesen: 5044# 319 @  
Die Karte ist maschinengestempelt. Warscheinlich ist die einfach durchgerutscht, Essen war damals ja auch kein kleines Dorf, ausserdem gab es Materialknappheit und die Leute hatten wahrscheinlich besseres zu tun als jede einzelne Karte durchzuschauen ob da auch kein Hitler drauf ist. Ausserdem sind ja auch genug Belege bekannt, die vor Kriegsende in den Briefkasten geworfen wurden und erst nach Kriegsende, oft Monate oder Jahre später zugestellt wurden - ohne Schwärzung usw.

Wenn es auf dem Postamt jemand gesehen hat dann hat er entweder weggeschaut weil die Gebühr ja vor Kriegsende bezahlt wurde oder man ist in der Eile davon ausgegangen, dass es vielleicht ein Überroller war.

Einzigartig ist der Beleg mit Sicherheit, aber meiner Meinung nach eher halt als Kuriosum einzustufen. Wenn man mal schaut was so alles in den 80er oder 90er Jahren mit 60er Jahre Marken durchgerutscht ist, in der Wendezeit in der DDR mit 60er Jahre Westmarken und auch teilweise im Westen mit DDR Briefmarken, und vielleicht heute auch noch durchrutscht mit DM Briefmarken oder sonstigen Marken die nicht mehr gültig sind, dem wird auch kein besonderer Wert zugemessen. Vielleicht fragt genau so etwas jemand auch mal in 80 Jahren wenn er einen Umschlag aus der jetzigen Zeit findet mit Marken die eigenlich schon lange ungültig waren.
 
alexandria Am: 18.08.2019 23:15:54 Gelesen: 4966# 320 @  
Als Nachtrag und zwecks Vollständigkeit hier noch die Textseite zur 6-Pfg-Ganzsache 1946:



Es war übrigens Cellounterricht und nicht Klavier.

@ achim11-76

Klingt technisch und umständehalber völlig plausibel, wobei die politische Komponente hier doch sicherlich ganz besonders pikant ist.

Besten Dank,

RK
 
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