Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: USA: Feldpost: Army Post Office APO vor und nach dem 2. Weltkrieg
Das Thema hat 59 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2   3  oder alle Beiträge zeigen
 
drkohler Am: 18.06.2024 00:12:18 Gelesen: 7613# 35 @  
@ Shinokuma [#33]

APO Nr. 09102 und APO Nr. 09403 stehen beide für Heidelberg (Army-Hauptquartier für Europa). Gestempelt wurde der Brief in Heidelberg. Der Brief ist korrekt adressiert ohne Länderangabe und geht an eine nicht-militärische Person, deshalb die 15c Marke. (Keine Ahnung warum im Absender New York steht).
 
DL8AAM Am: 18.06.2024 03:29:24 Gelesen: 7599# 36 @  
@ drkohler [#35]

Keine Ahnung warum im Absender New York steht

Vermutlich weil "man" das so musste. ;-)

Als kleine Anekdote, als ich als kleiner wehrpflichtiger Panzergrenadier 1986 eine Übung in Hohenfels im Bayern machen durfte, hatte ich die Chance mich in den amerikanischen Teil zu schleichen und mit meinem "Green Baret" auf dem Kopf Einlass in das dortige Recreation Center (ein Festzelt mit bayerischer Volksmusik für übende Nationalgardisten) zu erlangen. Mein Grünes Berett dient hier wohl als eine Art von Eintrittskarte, denn selbst Offiziere grüßten mir (als kleinem pickeligen Panzergranadier) "zackig" zu. ;-) Dazu muss man wissen, dass im US Militär die Green Barets Mitglieder eines Spezialkräfte-Kommandos, des 1st Special Forces Command - Airborne, sind. Das ist dort die "Elite, der Elite der Kämpfer" [1]. Da wollte mir keiner den Zutritt verwehren ;-)

Dort befand sich direkt neben der Bühne, neben der Theke, eine kleine temporäre Außenstelle eines US Army Feldpostamts, bei dem ich viele Briefmarken kaufen und auch direkt Sendungen aufgeben konnte. Der US-Militärpostler gab mir damals auch den Absender vor, den ich anzugeben hätte, nämlich die APO 09173 "in" New York (heute ist das AE 09173).



Sendungen, die ich im Festzelt abgegeben hatten, erhielten den Feldpoststempel mit dem Namen Station 5 (d.h. "Postamt 5"), APO NY 09114, wobei der ZIP-Code 09114 dem Mutter-Feldpostamt in Grafenwöhr gehört.

Der Stempel, den der Postler vor Ort im Festzelt führte (und mir für 'Gefälligkeitsentwertungen' sogar auslieh) trug übrigens die Bezeichnung APO NEW YORK 09657 UNIT 4, wobei ich bis heute keine sinnvolle Zuordnung dieser APO gefunden habe, außer für 1990 einen Eintrag für Saudi Arabien, aber keinerlei Verweise zu Hohenfels ... ?



Beste Grüße
Thomas

[1] https://youtu.be/8kj9qv6rmG8 ;-)
 
drkohler Am: 18.06.2024 12:27:33 Gelesen: 7549# 37 @  
@ DL8AAM [#36]

APO 09657 wurde nur während Operation Desert Storm gebraucht.

09657 gehörte:

The 1st Corps Support Command from Fort Bragg: APO 09657.
 
DL8AAM Am: 18.06.2024 16:22:23 Gelesen: 7514# 38 @  
@ drkohler [#37]

Super, vielen Dank! Verweise zu Saudi Arabien für die Jahre 1990/1991 hatte ich bereits im Netz gefunden.

Dann hat wohl einfach nur "jemand" im Rahmen einer Übung (in Hohenfels übten damals recht viele US Army Einheiten, wir waren nur geduldete Gäste) temporär einen "Unter-Stempel" aus dem Bestand von Fort Bragg mitgebracht, um die eigenen, übenden Leute im Hohenfelser "Festzelt" zu beglücken. UNIT 4 spricht ja auch für eine kleineres "Detachment". Und 90/91 ging dann die "gesamte" APO 09657 zusammen mit der gesamten Einheit mit nach Saudi Arabien.

Sieht also aus, wie ein "seltener" - bisher wohl auch nicht dokumentierter - Einsatz dieses Stempels ;-)

Interessant war ja auch, dass der Armeepostler meine abgegebenen Sendungen nicht mit diesem Stempel entwerten wollte, sondern diese ungestempelt in den "Kasten" gingen (und dann wohl über Grafenwöhr abgefertigt wurden). Der APO 09657-Stempel diente hier im Zelt nur für die Gefälligkeitsentwertung meiner vor Ort gekauften Briefmarken. Was sonst mit diesem Stempel passierte, kann ich nicht sagen. Innendienst für die Abrechnung? ;-)

Nochmals besten Dank
Thomas
 
Journalist Am: 18.06.2024 18:06:25 Gelesen: 7467# 39 @  
Hallo an alle,

dieser Tage ist mir beim Sortieren die folgende Einschreib-Postsendung aus Panama nach Deutschland aus dem Jahr 2007 aufgefallen:



Auf den ersten Blick hat die Sendung nichts mit APO zu tun, aber aufgrund des amerikanischen Stempels, bei dem falsche Adresse angekreuzt ist, habe ich auch die Rückseite betrachtet:



Hier findet man einen Stempel Army Postal Service - APO AE09165STA.2

Wo das allerdings liegt, ist mir nicht bekannt, kann hier jemand weiterhelfen ?

Viele Grüße Jürgen
 
lueckel2010 Am: 18.06.2024 20:44:35 Gelesen: 7446# 40 @  
@ Briefuhu (#28) und [#30]

Guten Abend, Sepp,

"Asche auf mein Haupt!" APO 791 war natürlich falsch, APO 997 wäre richtig gewesen (Redaktion: Falls möglich, bitte korrigieren).

@ drkohler [#31]

Zwar wurden Sie kürzlich in einem anderen Thema zur USA-Philatelie von Richard als Fachmann "beweihräuchert", doch lassen Ihre Korrekturversuche zu meinem Post bei mir sehr starke Zweifel aufkommen, ob Sie wirklich ein solcher für die Thematik, über die hier geschrieben wird, sind. Ich kann es aus nachvollziehbaren Gründen nicht glauben!

Ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen die Verfahrensabläufe zur Arbeit der US-Feldpost noch einmal lang und breit "vorkauen" soll. Da in diesem Thema bereits einige Male darüber berichtet wurde, habe ich letztendlich davon abgesehen, da mir einfach die Lust dazu fehlt!

Vielmehr empfehle ich Ihnen, den nachfolgenden Scan* intensiv zu lesen. Dort wird das Procedere ausführlich und hoffentlich auch für Sie leicht verständlich erläutert!



* Aus A. Meschenmoser "Die Amerikaner in Deutschland" (meiner Meinung nach die "Bibel" für deutschsprachige Sammler dieses hochinteresssanten Teilgebietes der USA-Philatelie, leider nur noch antiquarisch erhältlich).


Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
drkohler Am: 18.06.2024 21:58:10 Gelesen: 7426# 41 @  
@ Journalist [#39]

APO AE 09165 STA.2 bedeutet:

AE: Europa, Mittlerer Osten, Afrika, Kanada
09165: Hanau
STA 2: Zweite Stempelstation im Postamt
 
DL8AAM Am: 20.06.2024 17:04:35 Gelesen: 7148# 42 @  
@ drkohler [#41]

STA 2: Zweite Stempelstation im Postamt

Wobei Station hier weniger einen Schalter oder gar einen Stempel-UB beschreibt, als eine räumlich abgesetzte, separate "postalische (Sub-) Entität". Station übersetzt sich im US-"Postsprech" in etwa wie ein Postamt bzw. auch in ein untergeordnetes Tochterpostamt.

Namen bzw. Benennungen von Stations können echte Postamtsnamen, einzelne Buchstaben oder auch Ziffern und Nummern sein. Wobei - was wir in einem anderen Thema bereits thematisiert hatten - die Ansprache bei Ziffern in Stempeln (ohne den Zusatz "Station") nicht immer leicht ist, das können Stempelunterscheidungskennzeichen sein (und sind sie in aller Regel auch, gefühlt zu 99%), aber (in "speziellen" Fällen) können das auch (selten mal) Postamtsbezeichnungen selbst darstellen.

Beste Grüße
Thomas
 
drkohler Am: 20.06.2024 19:59:19 Gelesen: 7120# 43 @  
@ DL8AAM [#42]

Die Unterscheidung ist wahrscheinlich fliessend.

Ramstein hat z.B. eine Northside Post Office, eine Southside Post Office und eine Kapaun Post Office. Die sind für verschiedenes Personal/Militärische Hierarchien zuständig, nicht jeder kann in irgend eine PO gehen.
 
DL8AAM Am: 20.06.2024 20:57:45 Gelesen: 7111# 44 @  
@ drkohler [#43]

Jou, und ich gehe ebenfalls davon aus (auch auf Grund meiner seinerzeitigen Beobachtungen in Hohenfels), dass gerade diese "STATION xx"- oder "UNIT xx"- Sub-Entitäten einer APO auch mal temporärer Natur sein können, "umherwandern" oder einfach mal bei nach Bedarf aus der Schublade geholt werden und für den Rahmen einer Übung dann auch mal um die halbe Welt reisen können. ;-)
 
Briefuhu Am: 30.10.2024 08:38:11 Gelesen: 6119# 45 @  
Postkarte als Drucksache vom 29.06.1987 von den Pinder Barracks in Zirndorf APO NY 09070 nach Buttenwiesen. Stempel APO NY 09105, frankiert mit 14 Cent.



Schönen Gruß
Sepp
 
DL8AAM Am: 28.11.2024 20:09:36 Gelesen: 5720# 46 @  
Nur zur Information: In der Wayback Machine ist ein offzielles 140-seitiges PDF-Dokument des US Verteidigungsministeriums mit einer APO-Liste ("Military Post Office Mail Distribution Scheme, AD-A267 938") aus April 1990 geleakt ;-)

https://web.archive.org/web/20140824081014/http://www.dtic.mil/get-tr-doc/pdf?AD=ADA267938
 
phornung Am: 10.12.2024 09:40:00 Gelesen: 5569# 47 @  
@ DL8AAM [#36]
@ drkohler

"New York" steht im Absender, weil das damals das Leitpostamt für Europa, Afrika und den Nahen Osten war. Es gab damals eben NY, MIA (Miami) für die Karibik, Mittel- und Südamerika sowie SF (San Francisco) für den pazifischen Raum. Ich habe jetzt nicht meine Literatur zur Hand, aber wenn ich mich recht entsinne, wurden Anfang der Neunziger neue Abkürzungen eingeführt. AE (Armed Forces Europe) statt NY, AA (Armed Forces Americas) für MIA und AP (Armed Forces Pacific) für SF.

Das APO NY 09102 war das stempelführende APO in Heidelberg, wo sich verschiedene Hauptquartiere befanden (CENTAG, USAREUR). Es hatte mehrere Filialen, u.a. in den Campbell Barracks, in der Patrick-Henry-Village und im Shopping Center am Czernyring ("PX"). Die Bezeichnung APO NY 09403 gab es seit den 60ern nicht mehr in Poststempeln, es war nur noch eine sogenannte MAO ("Mailing Address Only") für das HQ USAREUR (https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_Army_Garrison_Heidelberg )

Bis zum 1. Golfkrieg waren in Heidelberg übrigens die amerikanischen Wohngebiete und das Shopping Center frei und ohne Kontrolle zugänglich. Man konnte mit US-marken frankierte Post in die blauen USPS-Briefkästen werfen - und auch in die APOs konnte man rein. Wenn ich Glück hatte, haben die Postler selbst Registered- und Certified-Briefe angenommen (wenn sie eine Absenderadresse trugen, die einigermaßen korrekt aussah).
 
phornung Am: 10.12.2024 10:02:52 Gelesen: 5564# 48 @  
@ DL8AAM [#36]

Dass APOs Poststempel mit "Zweit"-ZIP Codes hatten, war nicht ungewöhnlich. Oft finden sich beide Stempel auf Einschreibsendungen: Die Marken wurden mit dem einen entwertet, auf der Rückseite waren rote Doppelringstempel mit dem anderen.

Die Zuordnung der APO-Nummern ist am einfachsten, wenn man die entsprechenden Listen des War Cover Club/ der Military Postal History Society hat. Es gab zwar deutsche Publikationen (u.a. Meschenmoser). Die sind aber leider häufig unpräzise und gelegentlich falsch.

Und zum Thema "STA." (Station) - das kann alles sein: Filiale/Schalter, Unterscheidungsbuchstabe, Untereinheit. Der Army & Air Force Postal Service war da nie so genau, was man auch an den vielfältigen Stempelformen sieht. Poststempel wurden nicht selten vor Ort zusammengesetzt, Rechtschreibfehler inklusive. Es gab ja auch deutsche Ortsbezeichnungen, also Klarnamen, oder die Namen von Kasernen in Poststempeln - was sicher nicht ganz im Sinne des Erfinders war. Sprich: Die haben lange gemacht, was sie wollten - zu unserem, der Sammler Glück.

Bis heute gibt es übrigens diese Klarnamen/Ortsbezeichnungen in Poststempeln der sog. DPOs (Diplomatic Post Offices), die sich in diplomatischen Vertretungen (Botschaften/Generalkonsulaten) befinden, quasi als Nachfolger der dort früher befindlichen APOs (in Deutschland z.B. in Frankfurt am Main und München - siehe Abbildung). Hintergrund: Dem Pentagon wurde es irgendwann zu teuer, Militärpostämter auch für Diplomaten zu betreiben. Und so musste das US-Außenministerium (Department of State) selbst Postämter in Zusammenarbeit mit dem US Postal Service einrichten.


 
Holzinger Am: 10.12.2024 11:03:10 Gelesen: 5543# 49 @  
@ phornung [#48]

Kleine Ergänzung zu "DPO", weil es eine doppelte Bedeutung hat. Es steht auch für:

"DEATH"-PO, also auch für ehemalige - außer Betrieb befindliche - Postämter, meist in nicht mehr bewohnten Orten.
 
phornung Am: 10.12.2024 12:41:22 Gelesen: 5523# 50 @  
@ Holzinger [#49]

Aber sicher nicht im Kontext der US-Post für Militär und Botschaften.

Ehrlich gesagt scheint mir diese Bezeichnung ("Death Post Office") auch in anderen Zusammenhängen nicht logisch. Die Übersetzung wäre "Todespostamt". Ich kann mir am ehesten noch vorstellen, dass es den Begriff "dead post office" gibt, das hieße dann im übertragenden Sinne geschlossenes oder nicht mehr funktionierendes Postamt. Was ich kenne, ist "dead letter (post) office", die Rückbriefstelle.
 
Holzinger Am: 10.12.2024 14:31:00 Gelesen: 5509# 51 @  
@ phornung [#50]

Danke für den Hinweis und die Ergänzung.

Es kann sein, daß ich vor vielen Jahren - als ich mir eine Liste der Abkürzungen zusammen gesucht habe - einen Flüchtigkeits- (oder auch Gedankenfehler :-() geleistet habe. Ich habe meine Liste korrigiert.
 
drkohler Am: 10.12.2024 14:43:10 Gelesen: 5508# 52 @  
@ Holzinger [#49]

USPS kennt diese Abkürzungen für Militärpost:

Military – This is a Military/Embassy specific ZIP Code for an APO/FPO/DPO (Air/Army Post Office, Fleet Post Office or Diplomatic Post Office). Eine "Dead Post Office" gab es nie.

In den Postal Bulletins wird/wurde jeweils angekündigt, wenn und wann eine PO zugeht/zuging.

Briefe an nicht mehr existierende PO werden an den Sender zurückgeschickt. Früher gab es mal ein Dead Letter Office. Dort landeten unleserliche/falsche/kuriose Briefe/Pakete. Diese durften geöffnet werden, wenn der Adressat/Absender nicht herausgefunden werden konnte. Wenn der Absender verloren ging oder sich niemand meldete, wurden die Briefe nach einer gewissen Zeit vernichtet. Pakete entweder versteigert oder im Museum gesammelt wenn es kurios genug war. Nicht verkloppte Pakete wurden dann vernichtet. Evtl. Bargeld in Briefen/Paketen ging/geht an die Treasury.
 
JanClauss Am: 11.12.2024 11:37:30 Gelesen: 5402# 53 @  
@ phornung

"Bis zum 1.Golfkrieg waren in Heidelberg ... amerikanische Wohngebiete und das Shopping Center frei und ohne Kontrolle zugänglich. Man konnte mit US-Marken frankierte Post in die blauen USPS-Briefkästen werfen - und auch in die APOs konnte man rein."

Dasselbe kann ich für "Klein Amerika" in Bonn bestätigen: Als Klein-Amerika galt ein Unterunterunterstadtteil von Bonn-Bad Godesberg-Plittersdorf, nämlich die nach dem II. Weltkrieg gebaute erste fernbeheizte Siedlung für Angehörige der US-Amerikanischen Botschaft in Mehlem - samt CIA-, FBI- und NSA-Agenten (die übrigens teilweise noch heute in Godesberg-Mehlem stationiert sind): Da gab es neben dem legendären PX-Laden und (damals noch) Kentucky Fried Chicken (Name heute nur noch als Kürzel KFC vorhanden) auch ein US-Kino und natürlich das (Militär-) Postamt mit denselben Eigenschaften, wie sie mein Sammlerfreund (und Vorgänger als Jugo-Vorsitzender) Peter Hornung für Heidelberg beschrieb. In meiner Erinnerung war das Patrick-Henry-Village allerdings noch wesentlich "geschlossener" angelegt als Klein Amerika in Bonn.

Seltsam, dass nach meiner Kenntnis heute niemand mehr echte Bedarfsbelege aus diesem Postamt sammelt bzw. zum Sammeln sucht; ich hatte 1 Dutzend davon jahrzehntelang wie Sauerbier angeboten.
 
epem7081 Am: 27.06.2025 22:39:16 Gelesen: 3029# 54 @  
Hallo zusammen

aus einem erworbenen Fundus kann ich hier eine Feldpostkarte der US Army vom 8. Juni 1948 einbringen mit Urlaubs- oder Einsatzgrüßen aus Japan. Eine APO Nummer ist offenkundig nicht im Stempel enthalten. Der Absenderstempel lässt als (regulären?) Einsatzort Fort Mason Kalifornien vermuten.



Mit freundlichen Grüßen zum herannahenden Wochenende
Edwin
 
DL8AAM Am: 28.06.2025 01:02:11 Gelesen: 3022# 55 @  
@ epem7081 [#54]

Hallo Edwin,

Eine APO Nummer ist offenkundig nicht im Stempel enthalten.

jein, keine APO Nummer, stattdessen findet sich unter dem Monat JUN aber die Kennung 7 BPO, dass steht für das 7th Base Post Office.

Leider habe ich auf die Schnelle keine Information gefunden, wo dieses 7 BPO im Juni 1948 beheimatet war. In einem anderen Thema [1] wurde ein Beleg vom 4. Dezember 1943 gezeigt, da war dieses "Base" Postamt wohl auf der Insel Biak, Niederländisch-Neuguinea (heute Indonesien) stationiert.

Bei JF-Stamps wird aktuell ein weiterer Beleg vom November 1943 angeboten, hier wird aber Australien als Standort angegeben [2]. Andere Beispiele aus 1944 [3] verweisen auf Port Moresby bzw. Nadzab im heutigen Papua-Neuguinea. Also zumindest während des Krieges dürfte das 7BPO im Bereich der Insel Neuguinea seine(n) Standort(e) gehabt haben.

Die "c/o Angabe" Fort Mason bzw. SFPE (=San Francisco Port of Embarkation, ein Beiname für Fort Mason) in Kalifornien dient hier lediglich für den Leitweg, für den zivilen Zweig des Postweges, dort wird die Post von der zivilen US Post an die "Militärpost" abgeleitet (und umgekehrt).

Wikipedia sagt dazu, Zitat während des Zweiten Weltkrieges wurde Fort Mason zum Hauptquartier des San Francisco Port of Embarkation, über welches das Geflecht von militärischen Transportstationen in der Bay Area abgewickelt wurde. 1,6 Mio. Passagiere und 23,5 Mio. Tonnen Fracht wurden von hier in den Pazifikkrieg geschickt, was zwei Dritteln aller von den USA im Pazifik eingesetzten Soldaten und mehr als der Hälfte aller Fracht an der Westküste entspricht. Die Höchstzahl wurde im August 1945 erreicht, als 93.986 Soldaten von Fort Mason aus transportiert wurden. [4]. Heisst hierüber liefen auch ein Großteil der Feldpostsendungen in den bzw. aus dem Pazifikraum.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/365820
[2] https://jf-stamps.dk/de-de/lot/39037/australien-1943-us-army-7th-base-post-office-nov-13-1943-army-examiner-australia
[3] https://www.postalhistory.com/results.asp?group=20&sort=3&cs=ng-pt
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Mason
 
epem7081 Am: 28.06.2025 09:00:20 Gelesen: 3001# 56 @  
@ DL8AAM [#55]

Hallo Thomas,

vielen Dank für Deine aufschlußreichen Informationen und Hinweise. Ich hatte hinter der von Dir nun entschlüsselten Kennung 7 BPO eher eine schlecht abgeschlagene Zeitangabe 7 8 ?? vermutet. Dank Deiner Forumsunterstützung wieder etwas dazu gelernt. Nochmals herzlichen Dank und schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
drkohler Am: 28.06.2025 15:05:42 Gelesen: 2974# 57 @  
In der Libray of Congress gibt es ein Photo:

Title

Central Mail Directory Room in the 7th Base Post Office, where WAC Sgt. Sara Polio from Hazelhurst, Penn. checks on the progress of a Japanese employee, Yokohama

Created / Published
1949 Nov. 18.

Demnach wäre das 7th Base Post Office in Japan (installiert in 1948)

---

Redaktionell eingefügt:

Titel

Zentrale Poststelle im Postamt der 7. Basis, wo WAC-Sergeant Sara Polio aus Hazelhurst, Pennsylvania, den Arbeitsfortschritt eines japanischen Mitarbeiters, Yokohama, überprüft.

Erstellt/veröffentlicht
18. November 1949.

 
DL8AAM Am: 06.10.2025 22:03:39 Gelesen: 1224# 58 @  
Und auch die US "APO-Feldpost" beteiligt sich an der Kartonphilatelie ;-)



Sonderumschlag zum 20. Jubiläum des Endes der Berliner Luftbrücke am 12.05.1969, mit (Hand-) Schmuckstempel 20 TH / ANNIVERSARY / MAY 12 / 1949 – 1969 / ENDING OF THE BERLIN AIRLIFT / APO 09742 / – BERLIN –, mit den passenden Motiven, dem Luftbrückendenkmal in Berlin-Tempelhof und einen Rosinenbomber, einer Douglas Dakota (DC-3/C-47). Scheinbar setzte man seinerzeit postalische "Sonderfeldpoststempel" in den APOs aber (noch?) nicht so einfach ein, also gab's eine passenden, großen Zusatzstempel (von wem auch immer initiert) daneben ... echte APO-Sonderstempel gab's dann ja zum 50jährigen Jubiläum der Luftbrücke im Jahr 1998 ;-)

- freigemacht mit 6 Cent (Franklin D. Rossevelt; Scott #1284 von 1966),

- entwertet mit einem normalen (Standard-) Hand-Duplexstempel des Feldpostamts der US Armee "APO 09742" in Berlin (im 'Berlin Brigade Compound'): ARMY POSTAL SERVICE / 09742 / APO vom 12.05.1969.

Beste Grüße
Thomas
 
Münchensammler Am: 05.11.2025 20:37:17 Gelesen: 691# 59 @  
Servus zusammen,

mal ein etwas neuerer Feldpoststempel des Army Post Office in den Rose Barracks in Vilseck.


 

Das Thema hat 59 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2   3  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.