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Thema: (?) (1) Bund: Fluoreszenzversuche um 1960
1 Pf Am: 28.07.2014 20:58:14 Gelesen: 2635# 1 @  
Fluoreszenzversuche um 1960 zBs. auf 226 z

Hallo,

wer kann mir erklären, was es mit diesen 1 Pf Marken auf sich hat?

Es ist eine 226 xv - geriffeltes Gummi -



Um 1960 sollen Versuche gelaufen sein, bei denen die Fluoreszenzfarbe im PTZ manuell aufgetragen wurde. Das dürfte das - Wischbild - erklären. Rückseitig ist KEINE Fluoreszenz. Es ist aber an den Zahnrändern klar zuerkennen, daß Material auf die Rückseite gelaufen ist.

Auch liefen ab etwa 1965 Versuche mit der 226 yw.

Klare und große Bilder, auf denen alles zu erkennen ist, schicke ich auf Anfrage (Email adresse schicken).

Die unteren Marken sind die normalen Typen xv - xw - yw zum Vergleich

Gibt es Literatur zu diesem Thema ?

DANKE schon mal.

Gruß
Axel
 
Rainer HH Am: 29.07.2014 08:25:33 Gelesen: 2578# 2 @  
1 Pf Am: 29.07.2014 14:30:38 Gelesen: 2514# 3 @  
@ Rainer HH [#2]

Hallo Rainer,

DANKE für den Tipp. Werde mal sehen, ob ich das Buch in München einsehen kann.

Was ist denn Deine Meinung zu den beiden Marken ?

Prüft Schlegel das ?

Gruß
Axel
 
sentawau Am: 09.10.2018 17:49:57 Gelesen: 868# 4 @  
Fluoreszenzversuche in Darmstadt um 1960

Dass ich nach langer Zeit diesen Faden weiterspinne, daran ist eine Neuerwerbung schuld, die mich überraschte.

Eigentlich sammle ich nur Ganzsachen, in diesem Zusammenhang interessieren mich aber auch die Darmstädter Versuche zur automatisierten Briefbearbeitung. Deshalb ersteigerte ich unlängst bei Ebay für stolze 5 Euro die nachfolgend abgebildete Karte.



Die Karte ist mit der Sondermarke Mi. 311 beklebt, die damals bereits außer Kurs war. Diese Marke ist hier fluoreszierend eingefärbt und leuchtet im UV-Licht gelblich. Außer den senkrechten Codierungsbalken im Anschriftenfeld der Karte sind dort noch fluoreszierende Punkte angebracht. Die Karte ist nummeriert. Sie trägt anscheinend die Signatur eines mir unbekannten Altprüfers mittig unter der Marke.

Um ganz sicher zu gehen, legte ich sie Herrn Hans-Dieter Schlegel BPP zur Prüfung vor. Seine Antwort verblüffte mich:

Ein Spezialist auf dem Gebiet der Briefautomation war Herr Dr. med. H. W. Angel. Er hatte seinerseits gute Kontakte zum PTZ Darmstadt und konnte dort seine Recherchen betreiben. Dies hatte er wohl ausgenutzt, und es soll zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Ein Spezialkatalog zur Briefautomatisation ist m. E. nicht über das Entwurfsstadium hinaus gekommen. Von den nummerierten Versuchskarten sind mir auch Karten mit Marken aus der Heuss-Dauerserie bekannt, Kopie anbei.

Ob die mit Lumogenfarbe überstrichenen Marken tatsächlich beim PTZ hergestellt wurden oder der Fantasie Dr. Angels entstammen, lässt sich wohl heute nicht mehr klären. Aus diesem Grund prüfe ich derartige Karten nicht.


Die Moral von der Geschichte: Glauben ist gut, prüfen lassen sicher. Aber auch aus einer guten Fälschung kann man lernen, zumal wenn man sie nicht teuer gekauft hat.
 
sentawau Am: 13.10.2018 16:12:10 Gelesen: 801# 5 @  
Bund: Fluoreszenzversuche um 1960

Von den Darmstädter Versuchen besitze ich einen weiteren Brief. An seiner Echtheit habe keinen Zweifel, deshalb ist er ungeprüft.



Das Rechteck rechts oben, das eine Briefmarke vertritt, fluoresziert hellgelb. Links daneben ist ganz schwach der farblose Abdruck der Wellenlinien eines Stempels zu erkennen.

In den Zusammenhang mit diesen Stempelversuchen gehört auch die mit „Entwertet“ ungültig gemachte Postkarte P 55, die ungebraucht fast nur mit diesem Stempel zu finden ist. Eine kleine Anzahl wurde aber auch an Postschaltern verkauft und kommt bedarfsmäßig verwendet vor. Das abgebildete Exemplar ist von Herrn Hans-Dieter Schlegel geprüft.


 
sentawau Am: 14.10.2018 12:34:26 Gelesen: 753# 6 @  
Bund: Fluoreszenzversuche um 1960

Als ich den vorstehenden Beitrag schrieb, habe ich nicht bedacht, dass die meisten Leser wahrscheinlich keine Ganzsachensammler sind. Deshalb muss ich erklären, warum die beiden abgebildeten Heuss-Postkarten P 55 so selten sind.

Von dieser Zehnpfennigkarte gibt es vier verschiedene, die sich nur geringfügig unterscheiden, nämlich

P 37 ohne fluoreszierenden Beidruck. Sie ist häufig.
P 43 I, P 43 II mit fluoreszierenden Beidruck in zwei verschiedenen Ausführungen. Nicht häufig, besonders P 43 II
P 49 ohne den Beidruck. Im Vordruck „Postfachnummer“ statt „Postschließfachnummer“. Häufig.
P 55 wie P 49, aber mit fluoreszierenden Beidruck. Sehr selten.

Kompliziert, aber die Suche kann lohnen.
 
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