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Thema: (?) (311) Postverhältnisse Bayern - Österreich
Das Thema hat 323 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 16.10.2018 20:22:59 Gelesen: 9738# 299 @  
@ Gernesammler [#298]

Hallo Rainer,

ein schöner Brief aus einer Riesenkorrespondenz.

Hinten hat der Absender 21 Kreuzer (nicht 12 Kreuzer) bis zur Grenze bei Passau frankiert. Ab da kostete er 28 Kreuzer Conventionsmünze bis Wien.

Mittig oben steht "1 Loth", was Österreich notiert hatte, denn es war ein Brief in der 2. Gewichtsstufe (über 1/2 bis 1 Loth).

Bayern also 14+7 = 21 Kreuzer und Österreich 14+14 = 28 Kreuzer (Bayern gab also 50% je Gewichtsstufe dazu, Österreich verdoppelte sein Porto, so unterschiedlich waren die internen Regulative).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 20.10.2018 11:32:35 Gelesen: 9380# 300 @  
Liebe Freunde,

hoch war er in der Bucht (eBay) angesetzt und doch habe ich ihn günstig bekommen - die eierlegende Wollmilchsau aus Lindau nach Wien vom 19.4.1955, dessen Anschrift lautete:

Herrn Carl von Seutter
mit Briefen d(es) Herrn L. E. Smekal
Wien



Was macht den Brief so besonders?

1. Unten rechts neben der kleinen 9 eine Beschädigung der mittigen Randlinie.

2. Leitung von Lindau im Bodensee aus nach Wien via Sachsen und Bodenbach belegt durch Transitstempel von Bodenbach vom 21.4.1855 und Ankunftsstempel vom 23.4.1855, also innerhalb von 4 Tagen.

3. Brief mit Briefen, also der Einlage von Briefen des Herrn Smekal aus Wien, nach Wien, was ich so kaum einmal gesehen habe.

4. Frankovermerk in Bayern vorgeschrieben - hier aber vergessen.

Darüber hinaus ist der Brief sehr nett anzusehen und hat noch den Brief zum Inhalt, der der eigentliche Grund der Absendung war, wohingegen die Briefe von Herrn Smekal heute mangeln. Briefe mit Briefen sind sehr selten.

Der Brief beweist, dass Bayern wegen der fehlenden Eisenbahnverbindung 1855 nach Wien im direkten Austausch sogar von dem sehr weit entfernten Lindau im Bodensee sein Briefepaket auf Bodenbach fertigte ("encartirte"), wo es dekartiert wurde und weiter nach Wien ging. Bisher hatte ich nur Augsburg und Würzburg als entfernteste Aufgaben via Bodenbach nachweisen können, jetzt kam als "ultima ratio" der causa Bodenbach Lindau dazu, womit ich unterstelle, dass man aus ganz Bayern und der Pfalz alles in den frühen 1850er Jahren via Bodenbach nach Böhmen, Wien und Ungarn leitete, auch wenn das nicht immer so leicht und schön bewiesen werden kann, wie an diesem Brief.

Liebe Grüsse von bayern klassisch, sehr glücklich diese Granate zu besitzen :-)
 
bayern klassisch Am: 28.11.2018 15:49:37 Gelesen: 6026# 301 @  
Liebe Freunde,

heute ein simpler Brief mit 1 bis unter 2 Loth vom 20.12.1862 aus Rosenheim an das k. k. Bezirksamt Kitzbichl (heute: Kitzbühel) Brixenthal Tirol, der treffend mit 6 Kreuzern frankiert wurde.



Hinten sehe ich Kufstein und Kitzbichl, aber auch einen Stempel, den ich nicht deuten kann. Kann es einer von euch?

Der Inhalt ist interessant: Zur Conkursmasse des Sebastian Ruedorfer Lebzelte (= Lebkuchner) in Kitzbichl - Rechnung der Kunstmühle in Rosenheim.

Benutzt wurde bayerisches Stempelpapier mit der Nominale von 3 Kreuzern, aber darunter klebt eine 15 Neukreuzer Stempelmarke Österreichs und etwas rötlich 12 (Neu-?)Kreuzer leicht angedruckt. Wer kennt sich hier aus?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 11:09:54 Gelesen: 5698# 302 @  
Liebe Freunde,

wir lieben ja alle diese ganz besonderen Briefe, von denen man i. d. R. ein Leben lang träumt und von denen, wenn man großes Glück hat, ab und zu einer seine Aufwartung in der eigenen Sammlung macht.

Heute ist so einer hier eingeflogen und ich möchte ihn euch gerne vorstellen, zeigt er doch 3 Besonderheiten, wovon jede Einzelne schon einen Beitrag wert wäre.



Der Absender, die Gebrüder Kindervater aus Wien, hatten einen einfachen Brief unter 1 Loth zu versenden an die Firma Müller & Lapp nach Kitzingen in Bayern. Doch wollten sie diesem Brief noch ein paar Anlagen spendieren in Form von Mustern ohne Wert(h), die sie ihm angehängt hatten. Das treffende Franko hatten sie sicher selbst ausgerechnet, denn Firmen wussten oft besser über die Besonderheiten von Versendungen Bescheid, als Postler, deren Fehlerquote bei allem, was nicht gerade alltäglich war, oft nur zu dramatisch anstieg.

Weil man aber demjenigen, der den Brief zur Post tragen sollte, vlt. nicht 100%ig traute, überstempelte man die 3 benötigten 9 Kreuzer Conventionsmünze (CM) mit dem großen, blauen Firmenstempel, so dass ein Ablösen durch den Überbringen (oft der Stift des Betriebes) sinnlos gewesen wäre. Auch eine Art der Vorausentwertung.

Man ververmerkte auch "Kitzingen a(m) M(ain) via Leipzig"a n diesem 19.6.1858, weil man nicht den langsameren, direkten Weg nach Unterfranken präferierte, sondern den schnellen via Prag - Bodenbach - Leipzig - Hof - Nürnberg und Würzburg, wie wir siegelseitig an dem Kitzinger Ankunftsstempel vom 21.6.1858 sehen. Luftlinie waren es ab Wien 485 km, bei direkter Postversendung wohl ca. 600 km und hier knapp 1.000 km.

Da die Postaufgabe um 17.00 Uhr erfolgte und der Brief von Würzburg aus erst reexpediert nach Kitzingen werden musste, ist die Leistung aller Beteiligter nicht hoch genug einzuschätzen.

Die Aufgabepost verwog ihn mit 4 1/4 Loth, so dass sich das Franko wie folgte berechnete: Brief unter 15,625 g mit Muster bis 2 Loth über 20 Meilen = 9 Kreuzer, bis 4 Loth = 18 Kr. und wie hier über 4 bis 6 Loth = 27 Kr. CM.

Sind schon Briefe im 1. Gewicht als Muster ohne Wert(h) anhängend nicht gerade häufig, so sind jene über 4 bis 6 Loth m. E. große Seltenheiten.

Briefe aus Österreich nach Bayern mit Firmenstempel - Vorausentwertung kannte ich bisher gar nicht.

Leitungen via Bodenbach habe ich Dutzende - schneller als dieser hier war aber bisher kein nachgewiesener Brief, zumal innen der Empfänger den Erhalt am 21.6. bestätigte und hinzu fügte, dass er den Brief sogar noch am selben Tag beantwortete (also noch zur Post brachte). Das war dann vor 19 Uhr in Kitzingen der Fall.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 11:19:05 Gelesen: 5697# 303 @  
Liebe Freunde,

gerade bei Dienstbriefen galt das Hauptinteresse hinsichtlich der postalischen Behandlung bayerischer Briefe in Österreich der Befreiung von Porti. Da es den Grenzfrankozwang gab, war die bayerische Strecke uninteressant und interessierte die österreichische Post gar nicht.



Sollte aber ein bayer. Dienstbrief in Österreich auch gebührenfrei bleiben, bedurfte es schon einiger Arbeit, um dies zu erreichen und oft verfehlte dieser Aufwand sein Ziel.

Hier schrieb das Kreis- und Stadtgericht Regensburg an den Magistrat von Wien am 17.2.1842 - und zahlte bis zur Grenze nichts. Weil dies aber keine Garantie war, dass Österreich auch auf eigenem Territorium eine wie auch immer geartete Postportofreiheit akzeptiert hätte, fügte man in Regensburg hinzu: "Ex Officio in Dienstsachen portofreyer Justizgegenstand" und erhoffte sich so auch die Portofreiheit bis Wien, welche hier auch gewährt wurde.

Bei allem Eifer - eine in Bayern vorgeschriebene Franchise wurde dadurch aber unterlassen.



Siegelseitig habe ich den Brief gedreht, so dass man lesen kann, was der Absender für die Post notiert hatte: "Am Siebenzehnten Februar 1842 Postübergabe, Welter". Das war ein Insinuationsvermerk, mit dem das Gericht in Regensburg in Rechtsdingen gerichtsverwertbar die Zustellung an die Post notiert hatte. Auf Auslandsbriefen sind diese Insinuationsvermerke selten und von Insidern gesucht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 11:27:45 Gelesen: 5696# 304 @  
Liebe Freunde,

das halbe Jahr der bayerischen Kreuzerzeit, also der 1.7.1875 bis zum 31.12.1875, als beide Länder im Weltpostverein waren, ist in der Darstellung trotz sehr hohen Postaufkomemns, schwierig. Sind schon Drucksachen, Rekobriefe oder ähnliche Kleinstbesonderheiten hüben wie drüben kaum einmal zu finden, sind die Besonderheiten, die es schon Jahrzehnte vorher gab, kaum einmal für diesen engen Zeitraum zu finden.



Eine glückliche Fügung (eBay) ergab hier aber eine Linderung meiner Pein, konnte ich doch einen Brief aus Lindau vom 15.7.1875 nach Wien schießen, dessen Adresse lautet:

"Hochwohlgeboren Herrn Carl Seutter von Loetzen mit Briefen d. Herrn Seutter u. Comp(agnie) Wien".

Das mit 3 Kreuzern frankierte Kuvert war mit den es beinhaltenden Briefen nur maximal 15g schwer, da eine Unterfrankatur nicht ersichtlich ist. Am 17.7. kam es in Wien an.

Ausweislich des Empfänger - Rötelvermerks wurde es aber erst am 21.8.1875 beantwortet.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 11:44:55 Gelesen: 5695# 305 @  
Liebe Freunde,

Briefe entgegen des Postzwanges sind immer Highlights einer jeden Sammlung, so auch hier. Therese, die Schwester des Empfängers, war eine sehr umtriebige Frau und sie hatte nur wenig Zeit, diesen Brief an den Baron von Malsen in Marzoll bei Bad Reichenhall aufzugeben. Auf die Post zu gehen, oder jemanden nach dorthin zu schicken, war ihr auch zu viel, daher notierte sie unten: "durch eigenen Bothen" und gab für einen unbekannten Betrag jemandem diesen Brief verschlossen mit.



Die Strecke Salzburg, wo sie gerade war, bis Marzoll, betrug gut 18 Kilometer und so hätte der Brief vom 2.6.1845 nach dem Postvertrag Österreichs mit Bayern vom 1.10.1842 ein Franko von 6 Kreuzern Conventionsmünze bzw. ein Porto beim Empfänger von 7 Kreuzern rheinisch gekostet. Ob es der uns leider heute unbekannte Expresse = eigener Bote günstiger machte?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 14:03:20 Gelesen: 5676# 306 @  
Liebe Sammelfreunde

nachdem Bayern Klassisch wunderbare Belege zeigte, vor allem den super Muster ohne Wert in der 3. Gewichtsstufe, etwas recht einfaches:



Am 23.05.1863 in Vilsbiburg aufgeben ging es nach Neusiedl am See komplett portofrei. Wie die Siegelseite zeigt, lief er über Passau - Kettsee - Wien - zu Ziel.

Ob er von Passau erst nach Wien dann nach Kettsee retour Wien lief, kann ich nicht sicher sagen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 14:51:44 Gelesen: 5665# 307 @  
@ Magdeburger [#306]

Lieber Magdeburger,

auch simple Dienstbriefe können schön sein - deiner ist der Beweis dafür.

Bei den vielen, gleich- oder ähnlichnamigen Orten in der k. u. k. Monarchie wage ich keine Leitwegsprognosen zu geben.

Ein schöner Brief, den ich auch gerne hätte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 01.12.2018 16:12:40 Gelesen: 5653# 308 @  
@ Magdeburger [#306]

Hallo Ulf,

Kittsee, nicht Kettsee.

Lg, harald
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 16:29:59 Gelesen: 5649# 309 @  
@ bignell [#308]

Hallo Harald,

danke - hatte ich auch zuerst, aber doch falsch geschrieben.

Was meinst du zum Laufweg?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bignell Am: 01.12.2018 17:08:08 Gelesen: 5642# 310 @  
@ Magdeburger [#309]

Hallo Ulf,

Vilsbiburg - Passau - Wien - Kittsee - Wien - Neusiedl würde ich sagen, warum die Fehlleitung nach Kittsee ist mir aber nicht klar.

Lg, harald
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 17:50:07 Gelesen: 5628# 311 @  
@ bignell [#310]

Hallo Harald,

ist ja auch meine Vermutung. Ist in den Wien-Stempeln unten 8 F die Uhrzeit 8 Uhr früh?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 10:31:59 Gelesen: 5546# 312 @  
Lieber Magdeburger,

ja F = Früh und A = Abend.

Liebe Freunde,

manchmal bekommt man Briefe, die man "abbusseln" möchte, so schön und lieblich sind sie. Das hier ist einer davon und wie so oft stammt er aus dem wundervollen Österreich.



In Neumarkt (am Wallersee) am 9.3.1843 aufgegeben als Frankobrief (hinten: 6 Kreuzer Conventionsmünze für einfache Briefe bis 10 Meilen) nach Marzoll bei Bad Reichenhall, stempelte die Aufgabepost artig "FRANCO" und brachte noch das "X" als Zeichen der Frankatur an. Allerdings nahm eine andere Post die Stempelung mit O.B.C. vor, da man in Neumarkt kaum 2 Stempelkissen parallel geführt haben dürfte (Salzburg?).

Aber wunderschön wird es erst, wenn man die Rückseite betrachtet, wo zwei farblich verschiedene, gummierte Siegelwäppchen den guten Verschluss zeigen - herzallerliebst sage ich da nur.

Absender war übrigens Peter Paul Krämmerer, Zolloberbeamter in Neumarkt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 10:38:43 Gelesen: 5543# 313 @  
Liebe Freunde,

am 2.10.1835 sandte man von Salzburg aus ein Briefchen "fco Grze" also franco Grenze nach Klebing bei Mühldorf an den Freiherrn (Baron) Erasmus von Malsen. Zur Dokumentation, es gab ja den Frankozwang, schlug man den Stempel "Salzburg Franco" in rot ab, der Farbe des Bezahltseins.



Allerdings lässt sich keine Frankotaxe auf dem Brief finden - statt dessen sehen wir den Grenzübergangsstempel von Burghausen vom Folgetag und die Taxe von 4 Kreuzern rheinisch für die bayerische Strecke.

Natürlich ging es Bayern nichts an, ob jemand in Österreich seine Briefe bezahlte, oder nicht, aber Transitstempel waren niemals auf der Frontseite der Briefe abzuschlagen, da dieses ja dokumentiert hätte, dass sie auch dort aufgegeben worden waren, was nicht der Fall war. Ein Ankunftstempel, damals nicht vorgeschrieben, mangelt daher zurecht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.12.2018 20:56:23 Gelesen: 5369# 314 @  
Liebe Freunde,

poste restante gestellte Belege sind nicht häufig, auch nicht im bilateralen Verkehr zweier Staaten bzw. Postgebiete. Jedoch darf man unterstellen, dass sich sicher 99% davon auf Briefe bzw. Postkarten bezogen, wo es sie denn schon gab.



Heute kann ich aber eine Drucksache aus Triest nach Landshut zeigen, die auch Poste restante gestellt wurde und eine zweite zwischen diesen Ländern dürfte schwer zu finden sein (wer eine aus Bayern nach Österreich abzugeben hat, melde sich jetzt, oder schweige ein Leben lang). :-)

Diese datiert vom 12.3.1872 und kam am Folgetag schon an - Glückwunsch an 2 perfekt arbeitende Posten. Heute kann man davon nicht mal träumen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 31.12.2018 12:58:17 Gelesen: 3452# 315 @  
Liebe Freunde,

ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, das ich mir selbst gemacht habe, damit meine kleine 1851er Sammlung wieder einen kleinen Zulauf bekommt:



Passau, 2.8.1851, nach Unterzeyring bei Möderbrugg in Österreich, mit 9 Kreuzern treffend frankiert. 3 Tage später kam er an und der Ankunftsstempel ist mit seinen Zierstücken eine kleine Augenweide.

Liebe Grüsse und guten Rutsch von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 26.01.2019 15:45:37 Gelesen: 2095# 316 @  
Liebe Sammelfreunde,

von mir heute mal dies:



Der Brief lief am 31.08.1860 von Lindau über Bregenz nach Feldkirch. Unter 10 Meilen reichten die 3 Kreuzer Franco selbstverständlich aus.

Schaut man auf den Inhalt:



Wir sehen, dass es eine Rechnung aus Wien ist, welche am 27.08. geschrieben wurde. Auch vorderseitig sehen wir den Absenderstempel aus Wien.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 26.01.2019 15:50:43 Gelesen: 2094# 317 @  
@ Magdeburger [#316]

Lieber Magdeburger,

der Wiener Absender zeigt an, dass er gestern die Waren für den Empfänger an das Handelshaus Martin Spengelin in Lindau hat abgehen lassen. Prinzpiell war es also ein Begleitbrief. Als gewöhnlicher Brief von Wien hätte er 9 Kreuzer Conventionsmünze = 11 Kreuzer rheinisch gekostet.

So hat man ihn dem Paket beigefügt und jetzt kostete er bis Lindau im Bodensee gar nichts und ab da 3 Kr. rheinisch = 2,5 Kr. CM.

Aus dieser Korrespondenz gibt es einige Briefe, die genau so laufen - ich finde sie alle sehr interessant und postgeschichtlich sehr gut.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 26.01.2019 15:55:14 Gelesen: 2092# 318 @  
@ bayern klassisch [#317]

Lieber Bayern Klassisch,

ein wenig hatte ich gehadert, den Beleg zu kaufen, weil die 3-Kreuzer Marke angeschnitten ist und auch der Stempel mehr als optimal ist. Wenn es noch mehr solcher Belege gibt, habe ich ja die Chance, einen besseren zu bekommen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 26.01.2019 16:32:05 Gelesen: 2082# 319 @  
@ Magdeburger [#318]

Lieber Magdeburger,

ich habe einen oder maximal 2 aus dieser Korrespondenz und vielleicht total ein halbes Dutzend gesehen (alle mit Nr. 2 frankiert). Es mag aber noch mehr geben, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Man zahlt dafür, wenn alles richtig eingeordnet und vom Anbieter erkannt wird, ca. 50 Euro bei guter Marke und Stempel. Darunter wird es manchmal zum Schnäppchen - und das gönne ich dir.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 27.01.2019 08:40:44 Gelesen: 2034# 320 @  
Liebe Freunde,



Dienstbrief des Landgerichts Wolfstein mit Postaufgabe in Freyung am 20.12.1844 nach Fünfhaus und Sechshaus in Wien (?). Die bayerische Behörde benutzte statt der üblichen Franchise R. S. "Ex officio" (in Österreich oft abgekürzt mit Ex offo) - und tatsächlich blieb der Brief portofrei, etwas, was man nicht bei allen Dienstbriefen Bayerns nach Österreich behaupten kann. Der Diagonalstrich zeigte ja nur die teilweise Frankaturfreiheit an, das liegende X sollte die gänziche Frankaturfreiheit symbolisieren, aber hier hat ein halbes X wohl ausgereicht. Siegelseitig der Ankunftsstempel von Wien vom 22.12.1844, sonst nichts.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 04.02.2019 16:24:37 Gelesen: 1232# 321 @  
Liebe Freunde,





heute ein Brief aus dem wunderschönen Wien vom 29.7.1853 über Prag und Bodenbach nach Haunsheim bei Gundelfingen. Der gegen 15.00 Uhr ("3 Uhr Abends") aufgegebene Brief kam mit der Bahnpost aus Sachsen am 31.7. schon in Bayern an und wurde am 1.8. in Gundelfingen Ankunft gestempelt. Der Empfänger war Freiherr von Goltz, der sicher ein Postfach in Gundelfingen hatte, so dass irgendwann ein Lakai daher kam und die Post für seinen Herrn abholte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.02.2019 15:01:36 Gelesen: 462# 322 @  
Liebe Freunde,

es gibt Briefe, von denen träumt man nur, weil man nicht glauben kann, dass es sie tatsächlich geben könnte. Und doch gibt es sie ...

Das folgende Stück ist eine wirkliche, eierlegende Wollmilchsau, wie ich nie glauben konnte, dass es das mal gegeben haben könnte.



Ein Brief vom 23.7.1850 mit einer 5aa (Erstauflage) zu 9 Kreuzer auf einem Brief "mit Briefen" der Herren Bianchi & Rotter nach Wien. Sind schon Briefe mit Juli - Stempeln große Seltenheiten, so kenne ich keinen Brief dergleichen als Brief mit Briefen.

Liest man den Inhalt, schrieb der Absender, dass er noch ein Muster von Vitriol ungarischer Art beifügte. Da die Entwertung erst am 24.7. erfolgte, las ich weiter und stellte fest, dass der Absender dem Brief später das angehängte Muster wieder entnahm und dafür Briefe mit Briefen beifügte, sonst hätten wir noch einen Muster-ohne-Werth - Brief dazu.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.02.2019 15:14:08 Gelesen: 460# 323 @  
Liebe Freunde,



eine Schönheit sieht anders aus, aber eine 4. Gewichtsstufe frankiert sieht man auch nicht an jedem Tag - hier 24 Kreuzer (4 mal 6) aus München vom 20.2.1857 nach St. Martin an die Graf Arco´sche Rentenverwaltung (damals das Finanzamt) mit interessantem Leitvermerk "via Schärding". Der Leitvermerk war deshalb notwendig geworden, weil es zahlreiche St. Martin in Österreich gab und fast alle davon in der 3. Entfernungszone über 20 Meilen zu München lagen - da wollte man vermeiden, dass der Brief wegen vermeintlicher Unterfrankatur nachtaxiert werden würde und die Folgen unabsehbar waren.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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