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Thema: Postverhältnisse Bayern - Österreich
Das Thema hat 451 Beiträge:
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Gernesammler Am: 14.06.2020 17:02:40 Gelesen: 8015# 427 @  
@ bayern klassisch [#426]

Hallo Ralph,

cool gemacht das Schreiben - muss man bestimmt vorher auf Papier bringen, um es so aussehen zu lassen aber perfekt gegen die Neugier.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 14.06.2020 17:20:07 Gelesen: 8014# 428 @  
@ Gernesammler [#427]

Hallo Rainer,

vielleicht waren es beide Telegraphisen? Dann hätten sie auch in Silben schreiben können, ohne auf die Worte achten zu müssen.

Al so in et wa so.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 26.06.2020 10:08:06 Gelesen: 7618# 429 @  
Liebe Freunde,

auch kleine Damenbriefe können eine Bombe sein, jedenfalls wenn sie so aussehen, wie dieser hier.

Aufgegeben am 17.8.1850 in Napajedl, 50 km östlich von Brünn in Österreich, und gerichtet an: "Son Excellence Madame la Comtesse de Thee (??) né Comtesse de Lemberg a Francfort sur Main - Österreichische Gesandschaft". Die Absenderin verklebte 9 Kreuzer CM als Franko, weil ja ab 1.7.1850 Briefe über 20 Meilen unter 1 Loth nach "Deutschland" 9 Kreuzer CM kosteten. Aber halt nicht nach Thurn und Taxis bzw. die Freie Reichsstadt Frankfurt am Main, welche erst zum 1.5.1851 dem DÖPV beitrat, so dass wir hier einen Brief nach dem alten Gemeinschaftsvertrag Österreich - Thurn und Taxis von 1843 vor uns haben, der Marken natürlich gar nicht erst kannte.





Folgerichtig notierte die Aufgabepost unter der Marke: "Ungenügender Stempel 12 / 8". Mit Stempel war die Freimarke gemeint und 12 / 8 war die Taxe ohne Anrechnung des Wertes der Marke, also 12 Kreuzer Conventionsmünze als Gemeinschaftsporto halbscheidig zwischen Österreich und TT zu teilen und 8 Kreuzer CM Transitzuschlag für Bayern, in summa also 20 Kr. CM, die den später in Frankfurt am Main notierte 24 Kreuzern rheinisch entsprachen.

Siegelseitig der Distributionsstempel von FFM vom ??.9.1850, 1. Zustellung an diesem Tag.

Leider bin ich beim Namen der Empfängerin nicht sicher, bzw. habe gar nichts im Netz gefunden. Für Hilfe wäre ich sehr dankbar. Ein Schloß in Napajedl gab es - aber gehörte unsere Absenderin/Empfängerin irgendwie dazu?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 26.06.2020 11:27:09 Gelesen: 7612# 430 @  
@ bayern klassisch [#429]

hallo Ralph

das ist das einzige wás ich gefunden habe (mit dem Schloß hat die Dame nichts zu tun vielleicht war Sie mal da)

Von 1815 bis 1866 entsandte Österreich diplomatische Vertreter an den Bundestag des Deutschen Bundes in Frankfurt am Main, ab 1871 an den kaiserlichen Hof des Deutschen Reichs in Berlin.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_%C3%B6sterreichischen_Botschafter_in_Deutschland

https://books.google.de/books?id=068ArSKiCM8C&pg=PA93&lpg=PA93&dq=comtesse+von+lemberg&source=bl&ots=zgkPwW2F_c&sig=ACfU3U0DD8GUVJ2F0hOznxolaaRi1MOccg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwinueP6kp_qAhUECewKHfMCA9MQ6AEwAXoECAwQAQ#v=onepage&q=comtesse%20von%20lemberg&f=false

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 26.06.2020 11:37:12 Gelesen: 7609# 431 @  
@ Gernesammler [#430]

Hallo Rainer,

super - das müsste er gewesen sein:

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Thun_und_Hohenstein

Friedrich von Thun und Hohenstein, geb. 08.05.1810, gestorben 24.09.1881. Aber seine Frau scheint es nicht gewesen zu sein, die hieß leider anders.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 26.06.2020 13:33:29 Gelesen: 7596# 432 @  
@ bayern klassisch [#431]

hallo Ralph

schau mal hier in dem Link [1], die Dame war Gräfin Thun Hohenstein, geborene Lamberg das sollte jetzt passen denke ich.

Gruß Rainer

[1] http://www.thunweb.com/?p=biografien&ID=86
 
bayern klassisch Am: 26.06.2020 20:49:39 Gelesen: 7585# 433 @  
@ Gernesammler [#432]

Hallo Rainer,

vielen Dank - wow, was für eine Familie, da kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wenn ich jetzt noch diese ganzen Korrespondenzen von denen hätte, könnte ich ds Forum für die nächsten Jahre verwöhnen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 03.07.2020 21:08:11 Gelesen: 7409# 434 @  
Liebe Freunde,

ein hübscher 9 Kreuzer Brief vom 18.7.1856 aus Augsburg nach Wien kam 3 Tage später dort an.



Kennt jemand den Laufweg, auch wenn es nur einen Wien 21.7.1856 Stempel gibt? Alle Möglichkeiten dürfen hier besprochen werden ... nur Mut!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 03.07.2020 21:22:00 Gelesen: 7408# 435 @  
@ bayern klassisch [#434]

Hallo Ralph,

entweder hat man den Brief direkt spediert Augsburg - München - Wien oder die zweite Variante die meiner Meinung aber unwahrscheinlich ist Augsburg - Salzburg - Wien und die dritte Variante die am wahrscheinlichsten, weil der längste Weg Augsburg - Landshut - Passau - Wien.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 03.07.2020 21:39:43 Gelesen: 7404# 436 @  
@ Gernesammler [#435]

Hallo Rainer,

danke für die 3 Möglichkeiten - es war die 4. über Nürnberg - Bamberg - Plauen - Leipzig - Dresden - Bodenbach - Prag nach Wien.

Warum dieser Riesenunweg? Weil alles mit der Bahn laufen konnte, 1856 bis 1857 aber noch kein durchgängiges Eisenbahnnetz zwischen Bayern und Österreich existierte und die Kutsche den Verzögerungsfaktor 15 hatte (also 1 Stunde Bahn kam so weit wie 15 Stunden Kutsche).

Oft hat Bodenbach hinten seinen Einkreisstempel abgeschlagen, aber hin und wieder auch nicht. Hier hatte die Stadt Augsburg viele Briefe nach und über Wien und keine nach Böhmen, daher kam die Beutelfahne "Wien" auf das Briefepaket und lief durch, ohne geöffnet zu werden.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 09.08.2020 14:31:04 Gelesen: 5764# 437 @  
Liebe Freunde,

ein Kuvert, das hinten nicht mehr vollständig ist, lässt die Kriegszeit 1866 wiederaufleben.



Mit 25 Neukreuzern treffend frankiert für max. 1-löthige Briefe aus Österreich nach der Schweiz wurde es am 23.6.1866 in Teplitz verfasst, jedoch zeigt der Stempel der Aufgabepost von Schönau bei Teplitz schon den 26.6.1866 an und 3 Tage brauchte man sicher unter normalen Bedingungen nicht für die Strecke eines Fußmarsches.

Wie dem auch sei, die Post in Schönau notierte das Weiterfranko für die CH korrekt mit 10 Neukreuzern.

Empfänger des Briefes war Monsieur H. Durien chez Monsieur Z´Graggen in Altdorf, Kanton Uri in der Schweiz.

Siegelseitig sehen wir den badischen Bahnpoststempel vom 28.6.1866 Zug 7, der in Heidelberg um 01.30 Uhr abfuhr und am selben Tag um 09.35 Uhr in Basel eintraf. Ausweislich der Empfängernotiz hinten kam er wohl noch am selben Tag in Altdorf an.

Die badische Bahnpost erhielt von Österreich 10 Neukreuzer (paritätisch 7 Kreuzer rheinisch, postalisch nur 6 Kreuzer für den 2. Rayon der CH) und bonifizierte 20 Rappen der Schweizer Postverwaltung, die damit zufrieden war. Baden hatte einen Kreuzer Gewinn gemacht.

In wieweit der Krieg seine Auswirkungen auf den Postlauf des Briefes hatte, weiß ich nicht, aber Kenner der Materie wissen sicher mehr darüber, als ich.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 14.08.2020 12:21:33 Gelesen: 5498# 438 @  
​Liebe Sammelfreunde,

hier ein netter Brief vom 20.09.1855 aus dem schönen Wien an "Seiner Wohlgeboren Herrn Dr. Krafft Königlicher Advocat in Nürnberg".



Siegelseitig gibt es nur den Ankunftsstempel.

Frankiert wurde mit einer 9-Kreuzer blau tarifgerecht.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 14.08.2020 12:49:02 Gelesen: 5496# 439 @  
@ Magdeburger [#438]

Lieber Magdeburger,

solche Briefe kannst du jeden Tag zeigen - wunderschöne 9 Kreuzer blau der Erstausgabe und dann noch nach Bayern, da freut sich das Herz und es lacht das Auge.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 14.08.2020 18:21:59 Gelesen: 5471# 440 @  
@ bayern klassisch [#439]

Lieber Bayern Klassisch,

leider wird momentan daraus nichts mehr. Aber kommt Zeit kommt Rat wie es so schön heißt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
siegfried spiegel Am: 16.08.2020 11:10:09 Gelesen: 5323# 441 @  
In meiner Sammlung aus Langenfeld befindet sich eine Briefhülle, gelaufen von Langenfeld (Mittelfranken, Landkreis Neustadt a.d. Aisch) nach Ofen in Ungarn. Ofen ist der Deutsche Name für Buda, einem Stadtteil von Budapest mit, lt. Wikipedia, von fast ausschließlich Deutschen bewohntem Stadtteil. Der Brief trägt den Tax-Begünstigungsstempel B.O.C. für Briefe nach Österreich, der bis 1850 verwendet wurde.

Mit der Taxierung kenne ich mich bisher überhaupt nicht aus. Ferner habe ich keine Ahnung, wie man so einen Brief bewerten kann. Im Sem stehen zwar Angaben zur Bewertung des B.O.C. Stempels (vermutlich gelten die 75,-- für Nebenstempel auf Brief), aber wie kann man den Beleg insgesamt bewerten?

Viele Grüße aus Mittelfranken,
Siegfried


 
bayern klassisch Am: 16.08.2020 12:56:50 Gelesen: 5311# 442 @  
@ siegfried spiegel [#441]

Hallo Siegfried,

B.O.C. war kein Taxbegünstigungsstempel, sondern ein Vertragsstempel des PV Bayern - Österreich vom 1.10.1842, dem ersten Gemeinschaftsvertrag, den diese beiden Staaten abgeschlossen hatten.

Im Rundbrief Nr. 74 auf S. 5577 ff habe ich mit einem Sammlerfreund diesen Postvertrag aufgearbeitet. Die Darstellung dieses PV inklusive der Besonderheiten, wobei dein Brief auch darunter fällt, würde hier den Rahmen sprengen.

Nur kurz: Der Absender der Partei - Sache zahlte 22 Kreuzer rheinisch für beide Postgebiete und 8 Kreuzer rheinisch für Bayerns Zuschlag gegenüber gewissen Gebieten in Österreich, das nur als Grobes.

Briefe mit B.O.C. - Stempeln gibt es wie Sand am Meer; diese ganzen Katalogpreisangabe für die Vormarkenzeit sind Schall und Rauch; ein Brief ist immer genau das wert, was der Käufer für ihn bezahlt. Die meisten Katalogpreisangaben dienen Laien zum Reichrechnen - ein Kenner wird sich kaum an ihnen orientieren, weil es viele Faktoren gibt, die die tatsächlichen Werte bestimmen und keine Katalognotiz.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 18.08.2020 19:59:29 Gelesen: 5162# 443 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Franko Brief vom 9.4.1872 von einem Kolonialhändler aus Triest "Gentilomo & Covacich" an Herrn J.G. Wieninger in Passau geleitet über Wien, wenn ich es richtig interpretiere wurde die Angebotsliste der Waren als Drucksache spediert.

Für das Franko nahm man eine Österreich 35 Id orangegelb zu 2 Kreuzer gestempelt mit Ovalstempel von Triest, auf der Rückseite der Einkreisstempel von Wien am 11.4.1872 und zur Ankunft Einkreisstempel von Passau, hier ist leider kein Datum auszumachen aber ich gehe vom 12.4.1872 aus.

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 18.08.2020 20:38:56 Gelesen: 5160# 444 @  
@ Gernesammler [#443]

Hallo Rainer,

sehr schön - aber schreibe bitte nicht Franko Brief, denn der hätte 15 Neukreuzer gekostet, die DS nur 2 Nkr. wie hier und DS sind 100 mal seltener, als Briefe, jedenfalls meiner Beobachtung nach.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 02.09.2020 17:51:46 Gelesen: 3850# 445 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier eine Ganzsache aufgegeben am 11.04.1867 an "Sr ??? Wohlgeborenen Herrn Herrn Docktor Paur in Weilheim Oberbaiern"



Laut Siegelseite lief er über München zum Ziel.

Der Brief gehört in die 1. Entfernungsstufe und so reichten auch die 5 Neukreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 02.09.2020 18:19:09 Gelesen: 3837# 446 @  
@ Magdeburger [#445]

Lieber Magdeburger,

Seiner dem wohlgebornen Herrn Herrn Docter Paur in Weilheim Oberbaiern" lese ich.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 03.09.2020 12:30:51 Gelesen: 3768# 447 @  
​Liebe Sammelfreunde,

hier eine nette Briefhülle aus München:



Dort am 28.08.1860 aufgegeben, ging es an "Herrn M. Loewe (in) Innsbruck" , wo er am 30.08. ankam. Frankiert mit 2x 3 Kreuzer blau, korrekt für die Entfernung von ca. 13 Meilen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Gernesammler Am: 04.10.2020 17:13:28 Gelesen: 1885# 448 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Wertbrief vom 8.1.1892 von der Adolf Schmitt Comp. in Wien als Einschreiben an Edmund Nicklas in München wo der Brief am 15.1. zur Ausgabe kam.

Für das Franko nahm man 4x die 5 Kreuzer Marke aus der Kaiserkopfserie mit Faserpapier von 1890 ANK Nr.53, gestempelt wurde mit Einkreisstempel von Wien 1 und zur Ankunft auf der Rückseite der Einkreisstempel von München.

Zur Kenntlichmachung des Einschreiben wurde der R Zettel von Wien No.1195 verklebt und die Manualnummer 404 vermerkt, auf der Rückseite 5 Siegel der Dolf Schmitt Comp.

Auf der Vorderseite wurde dann am 15.1.92 die Auszahlung über 584,63 wahrscheinlich in Mark handschriftlich vermerkt.

Gruß Rainer


 
Magdeburger Am: 10.10.2020 10:16:56 Gelesen: 1299# 449 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier ein Beleg, welcher in Weilheim am 30.10.1864 aufgegeben wurde:



Adressiert ist er an "Herrn Heinrich Kohner & Brüder (in) Pest Ungarn" - vorderseitig nicht der Hit - jedoch entschädigt ein wenig die Siegelseite. Dort Transit-Stempel von Wien vom Folgetag und schon abends war er am Ziel.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 14.10.2020 16:32:30 Gelesen: 800# 450 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich weiss nicht, ob ich diesen schon einmal gezeigt habe:



Am 13.07.1863 ging es von Wien (Neustadt) an „Sr. Wohlgeboren Herrn P. A. Lang k. Major & Comandant der ????, Guts & Analitäten Besetzer (in) Kehlheim Baiern". Gelaufen ist er über Wien und Regensburg.

Wie lautet die Anschrift richtig?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 14.10.2020 17:30:17 Gelesen: 792# 451 @  
@ Magdeburger [#450]

Lieber Magdeburger,

ich lese: S(eine)r Wohlgeboren Herrn C. A. Lang K(öniglicher) Major & Commandant der ?? Guts- und Realitätenbesitzer Kehlheim Baiern.

Ein hübscher Brief - gut gekauft.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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