Thema: (?) (8) Irland: Portobestimmung von Belegen
sammler-ralph Am: 22.10.2014 17:42:18 Gelesen: 2722# 1 @  
Hallo,

die beiden Luftpostbriefe aus Irland habe ich kürzlich erworben: Oben ein Luftpostbrief (Aerogramm) nach Österreich, Aufgabestempel vom 16.VIII.73, Porto als Aerogramm vom 01.07.71 bis 30.09.74 7 Pence. Darunter ein Luftpostbrief nach Liechtenstein, der mit 12 Pence freigemacht ist. Der gewöhnliche Auslandsbrief kostete 7 Pence, das Aerogram ebenfalls 7 Pence. Wie kommen nun die 12 Pence zusammen? Der Umschlag ist nicht besonders groß, so daß ich nicht an eine höhere Gewichtsstufe glaube. Gab es einen Luftpostzuschlag von 5 Pence?

Ich bedanke mich für Antworten im Voraus.



Gruß Ralph
 
sammler-ralph Am: 29.10.2014 12:46:54 Gelesen: 2639# 2 @  
Habe gerade gesehen, dass die Forschungsgemeinschaft Irland kürzlich ein Buch über die Postgebühren Irlands herausgebracht hat, und mir dieses natürlich gleich bestellt. Melde mich dann hier, wenn ich es erhalten habe.

Gruß
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 29.10.2014 19:34:45 Gelesen: 2613# 3 @  
@ sammler-ralph [#1]

Hallo Ralph,

ich gehe auch mal davon aus, dass es einen Luftpostzuschlag gegeben haben muss, da sonst die Frankatur keinen Sinn ergibt.

Passend dazu ein ebenfalls ganz toller Luftpostbeleg:



Der Brief wurde am 26.06.1939 in Luimneach (Limerick) aufgegeben und ist adressiert an Mr.G.P Fitzpatrick (?), 204 Pennington Avenue, New Jersey, USA, wo er dann auch am (?) ankam.

Frankiert wurde der Brief mit Michelnummer 49A (9Pg, Wasserzeichen 1, da 1939), Michelnummer 66 (3Pg) und Michelnummer 70 (3Pg), also insgesamt 15 Pingin, für einen Luftpostbrief nach USA.

Außerdem trägt der Brief einen Zusatzstempel, anlässlich zum ersten Nordatlantik Flug.

Hinsichtlich der Kombination der Marken und des schönen Stempel ein sehenswerter Beleg!

MfG

Kevin
 
sammler-ralph Am: 06.11.2014 09:30:00 Gelesen: 2555# 4 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#3]

Das FAI-Buch (Schriftenreihe Nr. 31) ist nun bei mir eingetroffen. Damit ist eine der wesentlichen Lücken bei meiner Irland-Literatur geschlossen.

Nun zu den hier vorgestellten Briefen in meinem ersten Beitrag :
Der obere Brief ist mit 7 Pence als Auslandsbrief korrekt frankiert. Zwischen 1951 und 1998 wurden Briefe nach Zielen innerhalb Europas zuschlagfrei per Luftpost befördert.

Der zweite Brief ist überfrankiert, 7 Pence hätten gereicht. 12 Pence kostete ein Luftpostbrief bis zu 1/2 Unze (das sind etwa 14 Gramm) nach Zielen außerhalb von Europa. Vermutlich hat der Absender oder der Postler Liechtenstein nicht als in Europa liegend angesehen. Liechtenstein war sicherlich kein häufiges Ziel von Briefen aus Irland, was man auch an den Schreibfehlern in der Anschrift (Schann statt Schaan, Forstentum statt Fürstentum)erkennen kann. Ich lasse den Brief in meiner Sammlung als Beispiel für eine irrtümliche Überfrankatur.

Der von Dir gezeigte LP-Brief ist wirklich sehr nett anzuschauen. Bis 1951 gab es je nach Zielland unterschiedliche Luftpostzuschläge, die in dem FAI-Buch jedoch nicht detailliert enthalten sind. Damit ist der "Beweis" der Portorichtigkeit noch offen.

Gruß
Ralph
 
briefmarkenwirbler24 Am: 06.11.2014 10:33:08 Gelesen: 2545# 5 @  
@ sammler-ralph [#4]

Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Ausführungen zu den von dir oben gezeigten Briefen. Ich gehe auch mal davon aus, dass Liechtenstein eine eher seltenere Destination war, denn dieses Land ist ja kaum größer wie manche Stadt in Deutschland. :)

Ich habe von Herrn Michelson auch einige sehr interessante Werke von der FAI bekommen, was mich natürlich besonders freut, denn wer beschäftigt sich denn heute sonst noch so rührselig um die irische Philatelie?

MfG

Kevin
 
saintex Am: 07.11.2014 17:31:51 Gelesen: 2508# 6 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#3]
@ sammler-ralph [#4]

Bei dem von Kevin gezeigten Luftpostbrief aus dem Jahr 1939 kann ich Euch mit einer Portoinformation behilflich sein. Der Brief ist mit 1s3d portogerecht frankiert. In Irland galt damals (ebenso wie in Großbritannien) ein kombiniertes Auslands-Lp.-Porto. Dieses betrug im Zeitraum Mai 1939 bis 1942 für die auf der Nordatlantik-Route der Pan Am beförderten Lp.-Briefe ab Irland mit einem Gewicht bis 1/2 oz. (ca. 14 Gramm) 1s3d [1]. Irland hatte übrigens bis 14.2.1971 die gleichen Währungseinheiten wie Großbritannien 1 Pfund=20 Scilling; 1 Scilling(Shilling)=12 Pingin(Pence) [2].

saintex

[1] Edward B. Proud, Intercontinental Airmails Vol. 1: Transatlantic and Pacific, Heathfield/GB 2008 Seite 132
[2] Michel Europa-Katalog West 1994/95 (A-L); Internet
 
sammler-ralph Am: 09.11.2014 08:37:37 Gelesen: 2454# 7 @  
@ saintex [#6]

Vielen Dank, nun kann unsere Vermutung hinsichtlich der Portorichtigkeit durch eine Quelle bestätigt werden.

Gruß Ralph
 
sammler-ralph Am: 14.03.2019 20:10:45 Gelesen: 287# 8 @  
Hallo,

wer kann mir bei folgendem Einschreibeumschlag die Portozusammensetzung erklären:



Es handelt sich um den Einschreibeumschlag Mi.-Nr. EU3c B (Jung EU 2c GI) gelaufen mit Luftpost und Express von Dublin College Green nach Berlin-Wilmersdorf, Aufgabestempel FAITCHE ANCHOLAISTE A. CLIATH 21.DEC 32, Ankunftstempel: BERLIN-WILMERSDORF 1c 23.12.32.

Neben dem Wertstempel zu 5 P sind 9,5 P zusätzlich frankiert, insgesamt also 14,5 P.

Folgende Portoangaben kenne ich:

Ein Auslandsbrief bis 1 oz kostete von 01.04.1920-28.02.1951 3 P, für jede weitere Unze 1,5 P.
Die Einschreibgebühr in das Ausland betrug von 01.01.1922-31.01.1949 3 P in der niedrigsten Stufe, danach 6 P.
Seit 1925 betrug die Zusatz-Gebühr für Express-Sendungen in das Ausland 6 P.
Für Luftpost gab es bis 1951 keine einheitlichen Tarife, der Brief dürfte über die Luftpost London-Hamburg-Berlin gelaufen sein, hierfür galt wohl ab 02.06.1930 ein Tarif von 4 P je Unze (Porto + Luftpostzuschlag).

Egal wie ich es auch rechne, ich komme nicht auf 14,5 P. Wer kann mir helfen?

Danke und Gruß
Ralph