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Thema: Altdeutschland Bayern Amtliche Ganzsachen bewerten
roman Am: 29.10.2014 19:20:24 Gelesen: 7368# 1 @  
Dienstpost Postkarte DP 8 mit Zusatzfrankatur

Hallo,

ich kann die Dienstpostkarte DP8 (wenn sie es ist) nicht richtig beschreiben, die Ur-karte sollte eigentlich einen Aufdruck haben oder nicht? Im Michel steht sie gelaufen ohne Bewertung. Kann sie mir jemand klassifizieren und bewerten? Ist der Prüfstempel noch gültig und wenn nicht, lohnt es sich sie noch einmal zu prüfen?




 
muemmel Am: 29.10.2014 19:39:02 Gelesen: 7354# 2 @  
@ roman [#1]

Hallo roman,

die Urkarte DP 8 hat keinen Aufdruck. Hier wurde eine bildgleiche Dienstmarke der Abschiedsserie von Bayern zufrankiert, da das Porto für eine Fernpostkarte im Juli 1920 statt 15 nun 30 Pfennig betrug.

Geprüft ist das Stück von Dr. Helbig 1978.

Grüßle
Mümmel
 
roman Am: 29.10.2014 19:50:29 Gelesen: 7344# 3 @  
Aber sollte die Urkarte nicht auch einen nachträglichen Aufdruck bekommen? Da das Gültigkeitdatum der DP 8 den 30.6.1920 hatte, Stempeldatum aber 29.7.20. Im Michel steht, dass die Restbestände mit Aufdruck versehen wurden.

Ist das hier nun eine Rarität oder aus Altbeständen des Amtsgericht? Warum ist es denn nicht bewertet im Michel?
 
muemmel Am: 29.10.2014 20:18:01 Gelesen: 7335# 4 @  
@ roman [#3]

Die von dir gezeigte Karte ist eine Bayern-Dienstpostkarte DP 8. Mit Aufdruck "Deutsches Reich" ist sie im Ganzsachenkatalog unter Dt. Reich als DP 6 aufgeführt.

Kann ja durchaus sein, dass es in Landshut noch Restbestände der DP 8 gegeben hatte und später aufgebraucht worden sind.
 
roman Am: 29.10.2014 21:38:16 Gelesen: 7306# 5 @  
Die DP 6 hat den "Deutsche Reich Aufdruck", meine nicht. Wie soll ich sie denn jetzt bewerten und lohnt sich solch ein Stück noch einmal prüfen zu lassen?
 
muemmel Am: 29.10.2014 22:03:03 Gelesen: 7299# 6 @  
@ roman [#5]

Deine ist ja auch eine Bayern-Dienstpostkarte DP 8, wie ich unter [#4] bereits schrieb.
 
roman Am: 30.10.2014 16:03:41 Gelesen: 7241# 7 @  
Laut dem Auktionshaus Gärtner wurde diese Dienstpostkarte zum Schaden der Post verwendet. Gültigkeitsdatum bis 30.6.20, danach hätte die Karte einen Überdruck bekommen müssen, oder im Falle einer Verwendung ohne Überdruck wären die 15 Pf. der Ganzsache nicht mehr gültig. Wurde aber in diesem Falle mit eingerechnet und von der Post übersehen.
 
bayern klassisch Am: 01.11.2014 18:00:38 Gelesen: 7193# 8 @  
@ roman [#7]

Weil ich mal die allgemeinen Bayern - Dienstausgaben viele Jahre spezialisiert gesammelt habe: Das hat damals niemanden gestört, dass eine Postkarte ohne Überdruck verwendet wurde.

Auch wenn, wie schon erörtert, postalisch unsauber gearbeitet wurde, war eine Aufdeckung unwahrscheinlich, blieb die Karte doch am Ort und konnte keine Reklamation nach sich ziehen.

Solche "missbräuchlichen" Verwendungen kenne ich aus ganz 1920 noch und sogar 1921 konnte ich noch das ein oder andere Ausreißerle auffinden.

Früher argumentierte man, dass bayerische Royalisten dies vorsätzlich gemacht hatten, aber diesen hohen Anspruch kann man den Belegproduzenten wohl nur ausnahmsweise unterstellen.

Einer zweiten Prüfung bedarf es hier sicher nicht - der Achim prüft das heute nicht anders, als früher.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
roman Am: 01.11.2014 20:07:45 Gelesen: 7177# 9 @  
@ bayern klassisch [#8]

Als was wird sie denn jetzt bewertet, als DP 8 von Bayern, oder DP aus dem Deutschen Reich?
 
bayern klassisch Am: 02.11.2014 09:07:27 Gelesen: 7152# 10 @  
@ roman [#9]

Hallo Roman,

es ist natürlich eine Postkarte von Bayern, keine des Reichs. Lediglich die Zufrankatur einer gültigen Reichspostmarke gibt ihr eine besondere Note, die den Umständen der Zeit geschuldet ist.

Außerdem prüft Achim ja kein Reich, sondern nur die Pfennigzeit Bayerns, das nur als kleiner Hinweis.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 31.07.2017 19:38:41 Gelesen: 6128# 11 @  
Liebe Freunde,

nichts besonderes, aber die gefiel mir als Pfälzer in Oldenburg recht gut und einen geneigten Heimatsammler kenne ich auch von Grünstadt - zum Preis einer Pizza habe ich da hoffentlich nichts falsch gemacht.



10.1.1885 nach Leer in Ostfriesland (hübsches Städtchen, schöner Hafen!) für 10 Pfg. portogerecht frankiert.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 09.04.2020 21:02:04 Gelesen: 4082# 12 @  
@ bayern klassisch [#11]

Ebenfalls für ca. eine ½ Pizza konnte ich diese Ganzsache zu 10 Pfennig ergattern. Abgeschlagen am 12. September 1879 in Kaiserslautern und rückseitiger Ankunftsstempel von Bienne. Bienne ist der französische Name von Biel im Kanton Bern, der Schweizer Uhrenmetropole. Ausgerechnet auf dem Name des Empfängers hat sich ein Tintenfleck gebildet, der das Aussehen einer ausgestreckten Hand hat. Meine Recherchen ergaben, dass es sich dabei um Louis Tschopp handelt, ein Uhrenfabrikant aus Biel, der später technischer Direktor des IWC (International Watch Company Schaffhausen - Schweizer Luxusuhrenmanufaktur) unter Johannes Rauschenbach-Vogel wurde.

Das rückseitige P.P. finde ich auch interessant als Anrede.

Postkarte aus Deutschland, BAYERN

Liebe Grüße

10Parale


 
Lars Boettger Am: 09.04.2020 21:58:22 Gelesen: 4072# 13 @  
Ich meine nicht, dass die Karte mehr wie 1 Euro gekostet hat. Inlandspostkarte von Godramstein nach Luxemburg. Im August 1884 wären dafür 10 Pfennig notwendig gewesen, das hat aber der Sender nicht gewusst oder ignoriert. Für den Empfänger wurde es teuer, der hat nicht nur Differenz von 5 Pfg. = 6 1/4 Centimes Unterfrankatur zu bezahlen, er musst 15 Centimes löhnen. Obwohl der Tarif von 10 Pfennig vom Deutschen Reich nach Luxemburg seit dem 1. Mai 1878 galt, wurde er oft nicht beachtet.

Beste Grüße!

Lars


 
bayern klassisch Am: 09.04.2020 23:07:48 Gelesen: 4054# 14 @  
Liebe Freunde,

2 feine Karten zum (fast) Nulltarif - so macht Sammeln Spaß! Jedenfalls mir als Bayernsammler. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
volkimal Am: 16.04.2020 09:53:22 Gelesen: 3989# 15 @  
Hallo zusammen,

wenn ich die Karte richtig bestimmt habe, ist es eine P 8 II:



Die Karte vom 7.4.1878 kommt aus Speyer und geht an die Stanniol Kapselfabrik in Wiesbaden. Ich musste erst einmal nachschlagen. Stanniolkapseln sind die Abdeckungen aus Zinn, die über die Korken von Weinflaschen kommen.



Von den Einkreisstempeln aus Speyer gibt es einige verschiedene Ausführungen.

Viele Grüße
Volkmar
 
hajo22 Am: 16.04.2020 10:45:49 Gelesen: 3974# 16 @  
Zuerst muß ich hier ein bißchen "mosern": Sollen alle bay. Ganzsachen gezeigt werden (also die amtlichen und die privaten GS)? Der Thread-Titel sollte exakt Auskunft geben.

Ich zeige eine ganz billige amtliche 5 Pf.-GS, die P 87 I/01, gestempelt München 25.9.1911 mit Zusatzfrankatur 5 Pf. in die USA.

Die Ganzsache steht in meinem Ganzsachen-Katalog von 2007 mit 1 €. Wie bewerten? Scherzfrage: Etwa mit 20 Cents oder eher mit 20 €?



hajo22
 
bayern klassisch Am: 16.04.2020 11:08:56 Gelesen: 3964# 17 @  
@ hajo22 [#16]

Hallo hajo22,

die Anzahl der bayerischen Ganzsachensammler ist minimal, von daher sind Katalogpreise aus besseren Zeiten (2007 oder vorher) imaginär, denn sie wurden schon damals nicht bezahlt, wenn es die Pfennigzeit betraf.

Ob der Realwert 10 Cents, oder 1 - 2 Euro beträgt, ist doch nicht wichtig - wenn man Spaß an einem Kärtchen mit Auffrankatur hat, gibt man auch 1 - 2 Euro, wenn nicht, gibt man auch keine 10 Cents.

Wenn Ganzsachen keine Besonderheiten aufweisen, sind sie fast wertlos, weil sie in Mengen vorhanden sind, denen kein Kaufwunsch gegenüber steht.

Diese Karte läge natürlich in einer ganz anderen Größenordnung, wenn es a) die letzte Fahrt vor dem 1. Weltkrieg wäre, b) der Empfänger in den USA ein späterer Präsident wäre, c) die Karte unterfrankiert gewesen wäre und der Empfänger nach Hawaii verzogen wäre usw.. Dann reden wir über die optisch praktisch identische Karte in ganz anderen Größenvorstellungen.

Wer Stempel sammelt, ist bei Ganzsachen gut aufgehoben - diese kosten fast nichts und zeigen ob ihrer Planheit oft gute, deutliche Abschläge - daher kann man unter dieser Prämisse wenig verkehrt machen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
olli0816 Am: 16.04.2020 11:34:22 Gelesen: 3958# 18 @  
Hallo hajo,

es gibt auch ein Thema private Ganzsachen von Bayern.

Aber so ganz akribisch wird es nicht betrieben, denke ich mal. Wie Bayern klassisch richtig schreibt, gibt es wenig Interessenten zu dem Thema. Die Preise sind nur theoretischer Natur und ich kaufe z.B. immer mal wieder für kleines Geld solche Karten. Primär wegen der Stempel, das ist ziemlich perfekt dafür. Gilt aber sicher nicht nur für bayrische Ganzsachen.

Ich habe letztes Jahr ein paar Briefe/Ganzsachen/Paketkarten aus der Pfennigzeit primär in Nachverkäufen bei Auktionen erworben. Diese Zeit ist wohl mit das unbeliebteste aus Bayern, deshalb hast Du praktisch keine Konkurrenz. Das liegt sicherlich an die viel zu vielen Wertstufen und Marken in gezähnt/ungezähnt. Aber eigentlich sind solche Poststücke aus der Zeit ganz hübsch. Manches sogar richtig selten, die z.T. hohen Preise bei den gestempelten Marken kommen nicht zufällig. Aber die Standard-Ganzsachen gibt es wirklich häufig, selbst bei höherer Nachfrage würde sich wohl nicht viel ändern.

Grüße Oliver
 
Richard Am: 16.04.2020 12:06:02 Gelesen: 3948# 19 @  
@ hajo22 [#16]

Zuerst muß ich hier ein bißchen "mosern": Sollen alle bay. Ganzsachen gezeigt werden (also die amtlichen und die privaten GS)? Der Thread-Titel sollte exakt Auskunft geben.

Hallo Hajo,

der Titel Altdeutschland Bayern Ganzsachen bewerten sagt exakt aus, dass es um die Bewertung von Ganzsachen aus Bayern geht und NUR um diese. Hier soll angefragt werden, wenn sich jemand nicht sicher ist, wie er den Katalog- oder Handelswert von Ganzsachen aus Bayern bestimmen soll.

Bleib gesund, Richard
 
hajo22 Am: 16.04.2020 17:18:01 Gelesen: 3917# 20 @  
@ Richard [#19]

M.E. sollte es im Titel korrekterweise lauten: AD Bayern amtliche Ganzsachen

hajo22

[Titel redaktionell um "amtliche" ergänzt am 16.04.2020]
 
hajo22 Am: 16.04.2020 17:43:04 Gelesen: 3908# 21 @  
@ bayern klassisch [#17]

Ob der Realwert 10 Cents, oder 1 - 2 Euro beträgt, ist doch nicht wichtig

Tja, meine feine Ironie hast Du nicht verstanden. Ich habe mich an dem Wörtchen "bewerten" gestossen. Was soll man denn da " bewerten"?

Nun gut, hier eine P 24 II WZ 5 W [92] im Jahr 1894 gestempelt via New York und Hamilton/Canada nach Elmira Provinz Ontario, Kanada.

Diese Postkarte mit Antwort hat mir gefallen und ich habe sie deshalb gekauft. Der Kaufpreis war nicht unerheblich (obwohl es sich um eine Pfennig-Ganzsache handelt) und überstieg den damaligen Katalogwert.



hajo22
 
bayern klassisch Am: 16.04.2020 18:20:43 Gelesen: 3894# 22 @  
@ hajo22 [#21]

Hallo hajo22,

das mit der "feinen Ironie" ist immer so eine Sache - man sitzt sich im Internet ja nicht gegenüber und die Masse der Leser und Mitglieder hier wird sicher gerne wissen wollen, welche Stück wie hoch zu taxieren sind, daher habe ich meine Einschätzung gegeben - auf Basis von über 40 Jahren Bayernsammelei und ganz ohne Ironie.

Doppelkarten nach Kanada sind nicht häufig, auch dann nicht, wenn sie nicht zurück geschickt wurden. Da sind normale Katalogpreise natürlich wenig hilfreich (s. mein vorheriger Beitrag im Post 17 a) bis c), dort allerdings ohne Ironie).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hopfen Am: 08.08.2022 20:21:13 Gelesen: 417# 23 @  
die P 4 II im kleineren Format: anstatt 140x90 wie im Michel angegeben -> NUR 137x88 mm - eine Kürzung ist meinerseits nicht feststellbar!



"Hallo Horst, stelle bitte noch Deine Frage zur Bewertung ! Grüsse, Richard"

Frage also: ist eine Bewertung möglich?
Mit phil. Grüßen Horst
 
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