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Thema: Deutsches Reich Generalgouvernement: Bedarfsbriefe
Das Thema hat 142 Beiträge:
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Jürgen Zalaszewski Am: 24.07.2016 13:27:21 Gelesen: 63916# 118 @  
@ Pete [#117]

Hallo Pete,

bei der Karte könnte es sich um die Nachricht eines Eisenbahners (?) oder ähnliches handeln (kann leider nicht alles lesen und auch die Dienstgradabkürzungen nicht entziffern), der auf dem Weg, wie auf der Vorderseite aufgeführt, Richtung Lemberg war. Ich komme auf Eisenbahner, weil überall exakte Zeitangeben gemacht wurden und wer hat schon immer genaue Ankunfts- und Abfahrtszeiten angegeben wenn nicht diese Berufsgruppe. Außerdem war es bei Eisenbahnern durchaus üblich, dass sie, da immer unterwegs, ihre Post auf Bahnhöfen der Städte aufgegeben haben, in denen sie sich gerade befanden. Stimmt meine Annahme, dann war der Schreiber just zu dem Zeitpunkt auf dem Weg nach Lemberg, als die russische Sommeroffensive lief und die Rote Armee bereits in Galizien eingefallen war. Lemberg soll am 27. Juli 1944 von der roten Armee befreit worden sein.

Beste Grüße

Jürgen
 
Pete Am: 24.07.2016 16:12:23 Gelesen: 63886# 119 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#118]

Ich komme auf Eisenbahner, weil überall exakte Zeitangeben gemacht wurden und wer hat schon immer genaue Ankunfts- und Abfahrtszeiten angegeben wenn nicht diese Berufsgruppe

Dank dir für die Information! Ich war auch etwas über die Zeitangaben unterhalb der Absenderangaben irritiert, konnte den Text selbst auf der anderen Kartenseite kaum lesen.

Galt für Behördenmitarbeiter (Bsp. Eisenbahner) eine Ausnahmeregelung, dass Marken/Ganzsachen des Deutschen Reiches in den besetzten Gebieten verwendet werden durften oder scheint die an sich für das Generalgouvernement unzulässige Frankatur eher durchgerutscht (alternativ: vom Postbeamten toleriert) worden zu sein?

Gruß
Pete
 
Jürgen Zalaszewski Am: 24.07.2016 21:14:39 Gelesen: 63856# 120 @  
@ Pete [#119]

Hallo Pete,

meines Wissens gab es keine Ausnahmeregelungen für wen auch immer. Aber offensichtlich wurde alles nicht so genau genommen, vor allem wenn Deutsche im Spiel waren. Es gibt aber auch genügend Beispiele, wo jeder fehlende Groschen oder jedes nicht zulässige Postwertzeichen mit Nachgebühr belegt wurde. Eisenbahner hatten ja den Vorteil, dass Sie auch öfters nach dem Reich fuhren bzw. ihre Post einem Kollegen mitgeben konnten.

Übrigens: Eisenbahner ist nur meine Vermutung, vielleicht kann aber jemand den Text der Karte aus Beitrag [#117] genauer entziffern und diese bestätigen oder berichtigen.

Beste Grüße
Jürgen
 
Jürgen Zalaszewski Am: 19.08.2016 13:11:28 Gelesen: 62932# 121 @  
Hallo Zusammen,

was etwas geht, wenn man nur will, zeigt das nachfolgende Beispiel.

Eine Reichspostkarte zu 6 Pfg wurde von einem Soldaten in Krakau am 22.8.43 beschrieben und aufgegeben. Tags drauf wurde die Karte bearbeitet, diese als nicht gültig im Generalgouvernement erkannt (blauer Kasten um das Wertzeichen) und mit 9 Pfg Nachgebühr belegt sowie mit beigesetztem Tagesstempel von Krakau 1 versehen.

Im Postamt Leck in Schleswig hatte ein anderer Postler ein Herz für den Soldaten bzw. seine Familie und dachte sich, das der Absender sicherlich nur vergessen hatte, das Wörtchen "Feldpost" anzugeben. Es ist ja auch noch ein schwach abgeschlagener Briefstempel einer Einheit zu erkennen. Flugs wurde der Nachgebührbetrag mehrfach durchgestrichen, das zuvor ungestemplt gebliebene Wertzeichen abgestempelt und mit einem "N" für "Nachträglich entwertet" mit Blaustift versehen. So konnte die Karte ohne Zusatzkosten zugestellt werden, die Arbeit hatte die Reichspost.



Beste Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 19.08.2016 17:29:57 Gelesen: 62899# 122 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#121]

Den Hitler in Krakau für ungültig zu erklären, da gehörte damals schon Mut dazu. Wurde auch gleich im Reichsgebiet korrigiert. Das war ja schon eine halbe "Wehrkraftzersetzung". Und die Reichspost hatte nicht nur die Arbeit, sondern 6 Pf. vorher eingenommen.

VG, hajo22
 
Jürgen Zalaszewski Am: 22.08.2016 19:43:01 Gelesen: 62729# 123 @  
Hallo Hans-Joachim,

hier mal einen Fensterbriefumschlag mit einem Selbstbucher-R-Zettel der Creditanstalt in Krakau, abgestempelt in Krakau 2.



Beste Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 22.08.2016 22:08:50 Gelesen: 62700# 124 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#123]

Außergewöhnlich schönes Stück. Gratuliere.

VG, hajo22
 
hajo22 Am: 19.09.2016 19:19:23 Gelesen: 61933# 125 @  
Päckchen-Ausschnitt mit 80 Gr.-Marke gestempelt beim PA Lancut 1941 (Stempel auf der dunkelvioletten Marke schwer lesbar) nach Markowa adressiert. Handschriftliche Gewichtsangabe "0'800 kg". Das Päckchen wurde beim Poststützpunkt Czarna Lanccucka (siehe auch Absender) abgegeben. Pakete (und auch Päckchen) bis 5 kg kosteten 30 Groschen. Hier verrechnet mit einem Eck-Randstück der 30 Gr.-Marke vom Unterrand mit Druckdatum 1.XI.1940.



VG, hajo22
 
Jürgen Zalaszewski Am: 20.09.2016 14:31:20 Gelesen: 61889# 126 @  
@ hajo22 [#125]

Hallo Hans-Joachim,

ja ein schönes Stück, wenn da nicht so ein ungutes Gefühl wäre. Die Poststützpunkt- oder Zustellungsmarken gehören zu den großen Unbekannten im Sammelgebiet Generalgouvernement. Von allen anderen Marken und Ganzsachen gibt es Belege zuhaufe in allen Variationen, sei es als "gemachte" Sammlerpost, bei denen keiner auf das richtige Porto geachtet hat, sei es als normale Bedarfspost. Dabei fällt natürlich auch auf, dass z.B. Belege mit Sondermarken so gut wie nie bedarfsgebraucht vorkommen.

Ähnlich verhält es sich mit den Marken MiNr.: Z 1 bis Z 4, die ja immerhin 15 Monate, vom 1.12.40 bis 28.2.42, gültig waren. So richtige Bedarfspost ist wirklich sehr selten zu finden, wahrscheinlich schlummern sie in den großen Sammlungen der Leute, die sowieso immer die Rosinen besitzen.

Die meisten Belege die ich kenne, haben immer etwas mit der Stadt Lancut und den Poststützpunkten Czarna Lancucka, Wysoka und Wasola zu tun. In der Abbildung zeige ich einen Brief mit Vorder- und Rückseite, der auch den Poststützpunkt-Stempel Czarna Lancucka sowie auf der Vorderseite den Tagesstempel von Lancut, UB a vom 20.4.41 trägt.



Dazu kenne ich noch mindestens drei verschiedene Päckchen-Adressen, die Deinem sehr stark ähneln. Allen Belegen ist gemein, dass sie "wie aus dem Ei gepellt" aussehen. So auch mein Brief, der noch nicht einmal verschlossen wurde. Das läßt doch bei allen Belegen den Gedanken nach "Mache" aufkommen.

Neben den gezeigten dürften noch zusätzlich die Formblätter "Benachrichtigung über eine Postsendung" bekannt sein, bei denen die je nach angekündigtem Gegenstand verklebten Gebühren mit ellipsenförmigen zweisprachigen Poststützpunktstempel entwertet wurden. Es ist bekannt, dass diese Belege durch die Versandstelle für Sammlermarken in Krakau gefertigt und verkauft wurden.



Beste Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 20.09.2016 20:14:24 Gelesen: 61846# 127 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#126]

Ja, da war sicher Philatelie im Spiel. Die Bautenmarke als Eckrandstück und die Poststützpunkt-Marke mit Druckdatum. Geht's noch schöner?

Die unschöne Registraturlochung stammt nicht von mir. Der Päckchen-Ausschnitt wurde wohl vormals vom "Philatelisten" in einem Aktenordner aufbewahrt. Immerhin hat der Ausschnitt ansonsten die Zeit gut überdauert.

Philatelistisch beeinflußt, aber dennoch kann man das Stück in die Sammlung aufnehmen und sei es nur als Kuriosum. Das Porto mit 80 Gr. stimmt immerhin.

Zu den Ellipsenstempeln auf den Zustellungsmarken: Stammen diese nicht ausschließlich von der Versandstelle?

Hier eine Z4 mit Ellipsenstempel "PRZEWROTNE":



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 20.09.2016 20:29:14 Gelesen: 61838# 128 @  
@ Jürgen Zalaszewski [#126]

Solche Formblätter "Benachrichtigung über eine Postsendung" wurden vor einiger Zeit in der "Bucht" angeboten und erzielten gute bis sehr gute Preise. Ich habe keines beboten.

VG, hajo22
 
Michael Mallien Am: 26.09.2016 18:11:18 Gelesen: 61658# 129 @  
Ich weiß nicht, ob der Beleg unten hier richtig aufgehoben ist?

Eine Ganzsache Deutsches Reich auffrankiert auf 7 Pf mit Sonderstempel Krakau vom 7.11.1939.



Ist das schon eine Verwendung im Generalgouvernement?

Wie sieht es mit der Portostufe aus? Sind 7Pf für eine Postkarte nach Neumünster korrekt?
 
hajo22 Am: 26.09.2016 19:27:15 Gelesen: 61644# 130 @  
@ Michael Mallien [#129]

6 Pf. als Fernkarte hätten genügt. Ist eine Generalgouvernement-Verwendung. Steht doch auf der Textseite: Krakau, den ...

Und Krakau war nie Deutsches Reich.

VG, hajo22
 
Jürgen Zalaszewski Am: 27.09.2016 13:15:51 Gelesen: 61580# 131 @  
@ hajo22 [#130]
@ Michael Mallien [#129]

Dem kann ich nur zustimmen, eine hundertprozentige Verwendung im Generalgouvernement. Eigene Marken gab es erst ab dem 1.12.1939. Der Sonderstempel wurde vom 7. bis 11.11.39 in Krakau abgegeben. Die Karte ist leider um einen Reichspfennig überfrankiert, aber es ging ja auch um den Stempel (siehe auch [#8] in diesem Thema).

Beste Grüße
Jürgen
 
Martinus Am: 31.01.2017 11:39:16 Gelesen: 55231# 132 @  
600 Jahre Stadt Lublin

Am letzten Sonntag auf dem Briefmarken Tauschtag in Dortmund habe ich diesen Beleg in der Krabbelkiste (es war kein Euro) gefunden und freue mich nun diesen hier zeigen zu dürfen. Der Brief ist wirklich sehr gut erhalten und ich frage mich - ob er überhaupt gelaufen ist? Die Adresse gibt es in Coburg! Dennoch ein wirklich schöner sauberer Sonderstempel aus der Zeit!



Generalgouvernement 1942 Mi.Nr. 95 mit sauberen Sonderstempel Lublin 3.-4.X.42



In gleicher Krabbelkiste fand ich auch diesen Beleg mit einer MeF Mi.Nr. 75 dieser dagegen scheint echt gelaufen!

mit Sammlergruß Martinus
 
cilderich Am: 25.02.2017 13:39:50 Gelesen: 54060# 133 @  
Hallo,

bisher sind die Stücke aus dem Generalgouvernement etwas auf der Strecke geblieben. Ich möchte hier mal das eigentlich unspektakulärste Stück zeigen. Die 24 Groschen EF. Die gibt es in Masse. Sie war halt das Gegenstück zur 12 Rpf für einen gewöhnlichen Brief. Allerdings gibt es auch hier seltenere Verwendungen und eine davon ist diejenige ins Ostland, also die ehemaligen Baltischen Republiken nach der deutschen Besetzung. Post dorthin durchlief die Auslandsbriefkontrolle in Königsberg.



[Reaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsches Reich Dauerserie Hitler"]
 
cilderich Am: 02.09.2017 15:44:44 Gelesen: 42410# 134 @  
Hallo,

eigentlich ist hier schon fast alles interessante mal irgendwie gezeigt worden, aber ich glaube ich hätte hier noch ein sehenswertes Stück.

Es war ja schon angemerkt worden, dass nach Aufnahme des Postverkehrs unter deutscher Hoheit zuerst deutsche Marken galten und von der polnisch-stämmigen Bevölkerung, sowohl für Fernbriefe, wie auch für Auslandspost der deutsche Auslandstarif (also 25 Rpf) zu bezahlen war. Man wollte dadurch das Postaufkommen am Beginn der Wiederaufnahme des Postverkehrs reduzieren. Hier kann man natürlich fragen, warum für den Auslandspostverkehr, dann das Porto nicht auch erhöht wurde, allerdings ging man wohl davon aus, dass es solche Post nicht so häufig geben werde. Und in der Tat; "echte" Auslandspost aus der Zeit bis zum Ende der Gültigkeit der deutschen Marken (offiziell der 15.12.1939) ist nicht häufig.

Genau ein solches Stück möchte ich hier zeigen. Am 05.12.1939 aus der Nähe von Warschau (Zyrardow) in die USA. Interessant ist auch, dass Frankfurt oder Berlin (je nach Transportweg oder Ursprung) für die Zensur zuständig war. Ab 12./39 wurden Briefe dort zumindest mit einem Verschlußstreifen gekennzeichnet. Diesen weißt der Brief aber noch nicht auf, sondern handschriftlich den Vermerk "geprüft mit Paraphe". Dieses Vorgehen ist durchaus glaubwürdig in der Zeit des Aufbaus der Prüfstellen.

Herzliche Grüße cilderich


 
sentawau Am: 07.09.2017 12:11:35 Gelesen: 42134# 135 @  
Erweiterte Kinderlandverschickung 1940 - 1945

Als die Luftangriffe auf deutsche Städte zunahmen, wurden viele Schulkinder klassenweise in weniger gefährdete Gebiete ausgelagert. Zahlreiche derartige Heime befanden sich im Generalgouvernement. Diese KLV-Post ist inzwischen ein eigenes Sammelgebiet geworden. Manche Heime besaßen eigene Absenderstempel, oft ist diese Post aber nur an den handschriftlichen Absenderangaben und an der Schrift zu erkennen.

Ich zeige drei Karten als Beispiele. Eine Karte ist von einem anscheinend noch sehr jungen Schüler verfasst, dem jemand beim Schreiben half. Zwei andere stammen von Begleitpersonal.



Ein Betroffener (aus Kassel) hat sehr lesenswerte Erinnerungen als Taschenbuch veröffentlicht: Jost Hermand, Als Pimpf in Polen. 1993.
 
sentawau Am: 07.09.2017 12:27:12 Gelesen: 42130# 136 @  
Erweiterte Kinderlandverschickung

In meinem Beitrag fehlten 2 Abbildungen. Sorry! Hier sind sie.


 
cilderich Am: 08.09.2017 15:34:42 Gelesen: 42021# 137 @  
@ hajo22 [#100]

Hallo,

na ja "Massenware" sind die vollzogenen Zustellungsurkunden auch nicht unbedingt. Ich denke, nur weil Du recht viele davon hast hat sie nicht jeder in der Menge. :-)

Ich zeige einfach mal, der Vollständigkeit halber das gesamte Formular mit Vor - und Rückseite.

Beste Grüße cilderich


 
cilderich Am: 25.11.2017 13:51:28 Gelesen: 37325# 138 @  
Hallo,

ich möchte heute einen Beleg zeigen, der philatelistisch gesehen nicht sehr imposant ist, aber geschichtlich betrachtet stellt er etwas ganz Außergewöhnliches dar. Die Marke ist eine Michel Nummer 48 und das Zielland ist Schweden, es handelt sich um eine "normale" Zensur aus dem Oktober 1940. Soweit nichts Besonderes. Was den Umschlag allerdings schon beachtenswerter erscheinen läßt ist der Absender aus Petrikau in der Ostlandstrasse. Hier bestand seit 8.10.1939 das erste Ghetto im ehemaligen Polen und im Rahmen der "Endlösung" erfolgte die Auflösung des Ghettos zum 21.10.1942. Annähernd 20.000 Menschen aus diesem Ghetto wurden ermordet in Treblinka und Auschwitz.

Soviel zu den nackten Zahlen. Jetzt wird es aber höchst interessant, denn der Briefbogen ist auch noch vorhanden und in diesem erfährt man höchst Seltenes. Ein Insasse des Ghettos schreibt an eine Schwedin mit der Bitte um Hilfe in seinem Fall. Das per se ist auch noch nicht so ungewöhnlich. Das eigentlich Herausragende ist der Fakt, dass der Schreiber eigentlich türkischer Staatsbürger ist und um Vermittlung seines Anliegens (schlichtweg die Errettung vor der Ermordung) an die türkische Botschaft in Stockholm ersucht. Die Türkei, wie auch Schweden hatten eine Art von "Stillhalteabkommen" mit dem Deutschen Reich, zumal 1940 die "deutsche Sache" noch erfolgreich zu sein erschien. Somit war es sicherer über ein Drittland zu versuchen einen Einfluß zu erreichen.

Um die Seltenheit dieses Sachverhaltes zu erläutern sei erwähnt, dass neben Jakob Bascha Witorsch nur noch ein weiterer "Jude" in Petrikau ghettoisiert wurde, der eine ausländische Staatsbürgerschaft besaß (Diese als solche ist mir leider unbekannt).

Ich habe eine Anfrage nach Israel, nach Yad Vashem, bzgl. des weiteren Schicksals von Jakob Bascha Witorsch gestellt, allerdings noch keine Auskunft erhalten. Auch in anderen Ghettos sind nur wenige Menschen mit klar ausländischen Staatsangehörigkeiten bekannt. Es sei noch zusätzlich angemerkt, dass bis in die frühen 1940er Jahre "ausländische Juden" außerhalb des Ghettos wohnen durften, dann allerdings wurden auch diese beiden Personen in das Ghetto gezwungen. Es hatte also bis dato keine Intervention der Heimatstaaten stattgefunden. Somit ging man wohl von deutscher Seite davon aus, dass diese Personen unwichtig seien, und es kein besonders Aufhebens gäbe, so sie "verschwänden". Immerhin hielt sich der Absender ja auch schon seit 1935 in Polen auf.

Briefe mit solcher Ausssage und solchem Hintergrund sind allerhöchste Seltenheiten. Allerdings müssen sie natürlich auch erst als solche erkannt werden.

Herzliche Grüße cilderich





[Anmerkung der Redaktion: Ev. Antwortbeiträge bitte in diesem Thema: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11007&CP=0&F=1 ]
 
sentawau Am: 28.11.2017 12:43:40 Gelesen: 37060# 139 @  
Erweiterte Kinderlandverschickung

[#135] und [#136]

Die nachfolgend abgebildete Postkarte der Kinderlandverschickung machte mich zunächst ratlos. Belege ins Altreich aus Lagern der KLKV im Generalgouvernement besitze ich mehrfach, aber wie ist eine Karte aus dem Generalgouvernement an ein Lager im Altreich möglich? Warum ist der Vater des Jungen der deutschen Sprache kaum mächtig?

Nach dem Hinweis eines befreundeten Sammlers und mit Hilfe des Buches von B. Kock (1997) über die KLV habe ich gelernt, dass auch Kinder volksdeutscher Eltern aus dem Generalgouvernement, dem Protektorat und den besetzten Westgebieten zwecks Eindeutschung in Lager in Sachsen und Bayern verbracht wurden, wo sie deutsche Sprache und nationalsozialistische „Kultur“ erlernen sollten.


 
10Parale Am: 14.01.2018 20:09:19 Gelesen: 32585# 140 @  
Bei einem Trödler im zugeschnürten Briefpaket fand ich dieses "durch Eilboten" zugestellte Einschreiben vom 23.4.1940, abgeschlagen in Krakau. Der mit insgesamt 190 Groschen freigemachte Brief ist mit 3 Marken des Deutschen Reichs (Hindenburg-Medaillon) mit Aufdruck Deutsche Post Osten (Michel Nr. 9-11) beklebt.

Für 2,-- Euro musste ich diesen Brief unbedingt haben. Auffällig ist nur, dass die mit einem schwarzen Balken versehenen Oberränder der Marken nicht mehr auf dem Briefpapier kleben. Ein weiterer Briefmarkensammler der mit mir wühlte, meinte, eventuell wurden die Marken zu Prüfzwecken einmal entfernt. Ein Prüfzeichen kann ich jedoch nirgends entdecken.

Rückseitiger Ankunftsstempel von Rastatt vom 27.4.40.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 15.01.2018 21:24:51 Gelesen: 32381# 141 @  
@ hajo22 [#37]

Zu dem Stempel "DURCH DEUTSCHE DIENSTPOST OSTEN", den du in Beitrag [#37] in Varianten präsentiert, habe ich hier noch eine weitere Variante in roter Druckfarbe gefunden. Frankierungspflicht bestand hier, der Brief aus Tarnow wurde mit 3 Marken Hindenburgmedaillon mit Aufdruck freigemacht (wie in Beitrag [#140]).

Liebe Grüße

10Parale


 
hajo22 Am: 15.11.2018 19:35:45 Gelesen: 6464# 142 @  
Dienstbrief vom "Polizei-Regiment Krakau" an das Kommando der Schutzpolizei in Wien.

Gestempelt Krakau 1 vom 14.1.1940, Leitvermerk "Durch Deutsche Dienstpost Osten".

"Frei durch Ablösung Reich", daher keine Frankierung erforderlich.



hajo22
 

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