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Thema: Belege Grossbritannien nach Deutschland
Das Thema hat 72 Beiträge:
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10Parale Am: 11.10.2019 20:43:39 Gelesen: 2282# 48 @  
@ 10Parale [#47]

endlich mal wieder ein lesbarer, schöner britischer Stempel aus Seaside Eastbourne vom 09.OC.19. Seltenheitswert vorprogrammiert.

Dieser Brief ist mit 2 St. 20 ½ Pence frankiert. Die Marke zu 13 Pence mit dem Magnetfeld und den Elektronenbahnen scheint des Stempel geformt zu haben, hat man den Eindruck.

Liebe Grüße

10Parale


 
London-Dieter Am: 11.10.2019 22:24:41 Gelesen: 2263# 49 @  
@ 10Parale [#48]

Herzlichen Glückwunsch zu einem sauberen Stempel auf dem Umschlag. Habe diese schon Jahre nicht mehr gesehen! Warum der Postler die anderen Marken nicht auch gestempelt hat, bleibt nur ihm verborgen.

Diese Art von Stempel soll laut Auskunft von meinem Postamt um die Ecke nur für amtliche Dokumente, wie Bescheinigungen, etc. auf Formularen eingesetzt werden. Man weigerte sich mir damit auf blankem Papier aufgeklebte Marken sauber abzustempeln, welche dann ins Album gewandert wären.

Man muss die englische Mentalität verstehen, ich habe es seit mehr als 20 Jahre aufgegeben.
 
Quincy Am: 23.10.2019 16:31:46 Gelesen: 1974# 50 @  
Solch übler Umgang mit philatelistischen Frankaturen habe ich auch schon einmal in diesem Forum im Thread "Philatelistische Frankatur - Freude oder Ärgernis" [1] beschrieben. Dass es auf dem Weg nach Deutschland vor ca. 150 Jahren schon einmal besser war zeigt eine Ganzsache aus der Zeit "Great Britain used in Ireland":

Ein Brief, versandt am 12. März 1867 von Dublin über London und Aachen nach München.

Schön ist auch der Transitstempel aus Aachen vom 14. März 1867: "FRANCO (AUS ENGLAND PER AACHEN)". Da die Ganzsache nicht den notwendigen Frankaturwert hatte, wurde noch heftig nachfrankiert. "186" ist übrigens der Nummernstempel von Dublin. Alle britischen Postämter hatten Nummern - auch die in Irland. Die irischen Nummernstempel kann man von den schottischen und englischen Stempeln an der Rautenform ("Diamond") erkennen. Man beachte neben diversen anderen zusätzlichen Stempeln auch den kleinen roten Londoner Transitstempel auf der Rückseite. Den kann man freilich nur durch Vergleich mit Stempelliteratur identifizieren.

Diesen Beleg habe ich auch schon einmal in dem Thread "Irland: Ganzsachen" [2] gezeigt, obwohl er genau genommen, zu Großbritannien gehört, da Irland bis 1922 Teil von Großbritannien war. Ich habe den Beleg jetzt noch einmal neu gescannt, um den Ankunftsstempel auf der Rückseite etwas besser herauszuarbeiten. Er ist weiterhin nicht besonders gut lesbar, aber mit etwas Phantasie kann man erkennen: "MÜNCHEN 15 MAR 1867 11". Immerhin brauchte der Brief vor über 150 Jahren nur drei Tage von Dublin nach München. Das klappt heute oft nicht mehr.



Viele Grüße
Quincy

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/137825
[2] https://www.philaseiten.de/beitrag/198870
 
jmh67 Am: 23.10.2019 19:15:10 Gelesen: 1961# 51 @  
@ London-Dieter [#49]

Es ist einfach außer Rand und Band geratene Bürokratie mit den britischen Stempeln, und vor allem die nebenberuflichen Postler haben eine Scheissangst, etwas falsch zu machen und begehen dadurch paradoxerweise noch mehr Fehler. So war mein Eindruck um 2010 herum.

Ohne Garantie: Die Handstempel an den Postschaltern sollen - oder sollten jedenfalls vor etwa fünf Jahren noch - auch verwendet werden, wenn a) eine Mischfrankatur aus Marken und Horizon-Aufklebern vorliegt oder b) eine mit Marken frankierte nicht maschinengerechte Sendung (z. B. ein Päckchen oder bei passender Laune des Postlers auch ein C4-Umschlag) aufgeliefert wird oder c) bei auf irgendeine Weise versicherten Sendungen. Gewöhnliche Briefe in C5-Umschlägen sind aber maschinentauglich und sollten also normalerweise nicht von Hand gestempelt werden - allenfalls im Sortierpostamt mit den bekannten großen Kreisstempeln, wenn sie noch existieren. Der von 10Parale in [#48] gezeigte Brief aber ist so'n Zwischending. Einerseits C5, also maschinentauglich, andererseits steif wie ein Brett, also nicht maschinentauglich. Armer Postler, der das entscheiden muss.

Manchmal half es, wenn man sagte: "Would you please cancel the stamps? They tend to forget that in the mail centre, and we'd rather not cheat Royal Mail" ("Stempeln Sie bitte die Marken? Im Briefzentrum vergessen sie das oft, und wir wollen die Post lieber nicht betrügen"). Das hat mir bei einem gründlichen Postler in Yorkshire auch schon mal mehr Stempelabschläge als Marken beschert. Dem schien es richtig Spaß zu machen ;-)

-jmh
 
bayern klassisch Am: 23.10.2019 19:47:37 Gelesen: 1952# 52 @  
@ Quincy [#50]

Hallo Quincy,

schöner Brief aus Irland nach Bayern - der Brief war so schnell, weil er die komplette Landroute mit der Eisenbahn lief.

Heute schafft die Post das i. d. R. nicht mehr, wenn ich mir die Laufzeiten von Post aus Irland zu mir hier (400 km näher als München) anschaue.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Quincy Am: 26.10.2019 09:07:19 Gelesen: 1872# 53 @  
Noch einmal ein klassischer Beleg aus der Zeit, als Irland noch zu Großbritannien gehörte. Diese Ganzsache benötigte sogar nur zwei Tage von Queenstown an der Südküste Irlands nach Frankfurt am Main, wie am Ankunftsstempel - 27.11.01 - zu erkennen ist. Queenstown ist heute die kleine Hafenstadt Cobh in der Nähe von Cork. Wer die Adresse durchgestrichen hat, ist unbekannt. Die Adresse ist immer noch entzifferbar. Da der Beleg älter als 70 Jahre ist, kann sie hier auch gezeigt werden.



Viele Grüße
Quincy
 
10Parale Am: 19.12.2019 21:26:11 Gelesen: 1096# 54 @  
@ Quincy [#53]

Den Namen Queenstown erhielt Cobh anlässlich eines Besuches von Queen Victoria, zuvor hieß der prosperierende Ort Cove. Lt. Wikipedia sind von diesem Ort 2,5 Millionen Iren ausgewandert.

Es wäre nun interessant zu wissen, wie lange die Postämter dieser irischen Stadt unter "Queenstown" firmierten. Der Name Queenstown war schon ab 1849 offiziell. Gab es den Namen so bis zum 18. April 1949, als Irland aus dem Commonwealth austrat? Gibt es Belege zu dieser Zeit?

Ich zeige hier nun eine Mischfrankatur von 8 verschiedenen Marken mit einem Gesamtnominalwert von 155 Pence, der kürzlich in meinem Briefkasten landete. Ich freue mich immer wieder über solche farbenfrohe Umschläge, die aus dem Brexit-Land stammen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Quincy Am: 20.12.2019 08:23:25 Gelesen: 1078# 55 @  
@ 10Parale [#54]

Meinst du das mit dem Freuen wirklich oder ironisch? Ich ärgere mich über solche Belege aus Brexitannien, weil sie nur in den seltensten Fällen sauber abgestempelt sind. Sie sind in zweifacher Hinsicht philatelistisch wertlos: Erstens, weil sie nicht bestimmungsgemäß behandelt worden sind (Entwertung durch Abstempeln), und zweitens, weil sie eben wegen der fehlenden Stempeldaten (mindestens Ort und Zeit) keinen Beleg eines postalischen Transports darstellen.



Das ist ein Beleg, den ich am 29.10.2016 schon einmal im Thread "Philatelistische Frankatur - Freude oder Ärgernis" [1] gezeigt habe.

Viele Grüße
Quincy

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=106
 
10Parale Am: 20.12.2019 20:11:40 Gelesen: 1053# 56 @  
@ Quincy [#55]

Aus philatelistischer Sichtweise darf ich nicht widersprechen. Zeigst du solche Belege allerdings Leuten, die das weniger interessiert, sind sie dennoch begeistert, einfach mal ausprobieren.

Na, die Philatelie ist noch weit entfernt von Kunst. Vielleicht ist die britische Post dem am nächsten! Aber ein Beleg, wie Du ihn zeigst, würde mich auch ärgern, da einige Marken zerstört sind.

Liebe Grüße

10Parale
 
London-Dieter Am: 20.12.2019 21:05:11 Gelesen: 1045# 57 @  
@ 10Parale [#56]

Richtig ! Die britische Post ist der Kunst am nächsten. Es handelt sich dabei um abstrakte Kunst, so könnte man den Beleg auch interpretieren. Sollte für den Turner-Preis vorschlagen werden.

Ich ärgere mich täglich über die eingehende Post. Falls nicht mit Kugelschreiber großzügig "entwertet" (im wahrsten Sinne des Wortes!) sind erst gar keine Stempel auf den Belegen.

Dies wird zur täglichen Routine.

Vielleicht ist daher die Mehrheit der Sammler hier in GB dazu übergegangen postfrische Marken zu sammeln.

Gestriger Posteingang:


 
Manne Am: 21.12.2019 09:32:01 Gelesen: 1023# 58 @  
Hallo,

ein Brief vom 16.02.1967 an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim.

Gruß
Manne


 
22028 Am: 21.12.2019 10:18:40 Gelesen: 1017# 59 @  
Aus meiner ebay Post kam gestern auch so ein Brief mit einem "vogelschwarmartigen Wellen-Stempel" / Nachträglich Entwertet"-Stempel an.


 
filunski Am: 21.12.2019 19:12:35 Gelesen: 981# 60 @  
Hallo zusammen,

stimmt leider, die nicht gestempelten Belege sind heute schon die Regel und nicht nur aus dem UK.

Umso erfreulicher, wenn man dann mal ein schön gestempeltes "Ausnahmeexemplar" erhält, wie dieses hier:



Welche besonderen Beziehungen der Absender zu dieser Postagentur hat oder haben muss, um solche schönen Stempel zu bekommen, ist mir aber nicht bekannt. ;-)

Viele Grüße,
Peter
 
Shinokuma Am: 21.12.2019 20:02:49 Gelesen: 970# 61 @  
@ filunski [#60]

Hallo Peter,

tatsächlich ist in etwa die Hälfte der Briefe aus GB, die uns hier erreichen, ungestempelt. Aber an guten Beziehungen liegt das sicher nicht; eher an gutwilligen Mitarbeitern in der jeweiligen Poststelle. Denn der von Dir gezeigte Brief ist wohl kaum von einem Sammler abgeschickt worden. Weder die Marken noch deren Anordnung lassen darauf schließen.

Beste Grüße

Gunther
 
filunski Am: 22.12.2019 11:41:04 Gelesen: 943# 62 @  
@ Shinokuma [#61]

Denn der von Dir gezeigte Brief ist wohl kaum von einem Sammler abgeschickt worden.

Hallo Gunther,

nein nicht von einem Sammler, aber von einem Philatelie-Händler und der wollte wohl mit einer schönen Abstempelung glänzen. ;-)

Solche fast perfekten Abstempelungen, auch noch von Hand, sind ja inzwischen fast weltweit kaum mehr anzutreffen und wenn abgestempelt aus dem UK, dann höchstens mit Maschinenstempel. Ich meine schon, dass der Absender da die Finger mit im Spiel hatte und darauf hingewirkt hat, dass der Brief so sauber handgestempelt wurde. ;-)

Egal wie, ich habe mich jedenfalls darüber gefreut ihn so zu erhalten.

Viele Grüße,
Peter
 
London-Dieter Am: 22.12.2019 11:46:09 Gelesen: 942# 63 @  
@ 22028 [#59]

Hallo,

wie schon berichtet handelt es sich bei dem gezeigten "Stempel" um die nachträglichen Entwertungsstempel, mit denen die Sorting Offices (Sortierpostämter) auch auf massive Sammlerbeschwerden hin (Kugelschreiber, Filzstifte - entwertungen etc.) ausgerüstet wurden. Wahrscheinlich haben die Postler diese Stempel an ihre Kinder weitergegeben, damit diese Kinderpost spielen können.

London-Dieter
 
London-Dieter Am: 22.12.2019 11:51:38 Gelesen: 941# 64 @  
@ filunski [#62]

Hallo Gunther,

dieser Stempel wurde auf den Postämtern eigentlich nicht für die Marken-Entwertung eingesetzt, sondern zur Abstempelung von behördlichen oder amtlichen Dokumenten. Die Royal Mail hat in ihren Filialen viele staatliche Zusatz-Dienstleistungen, das geht von Führerschein bis hin zum Reisepass.

Einen sauberen Markenabschlag damit zu erhalten wurde mir in meinem eigenen Postamt/nun Postagentur um die Ecke, schon mehrfach von verschieden anwesendem Personal verweigert.

Deine Stempel sind (verglichen mit meinem eigenen täglichen Posteingang) schon kleine Raritäten.

Beste Weihnachtsgrüße,
Dieter Obrecht,
London
 
22028 Am: 22.12.2019 14:00:23 Gelesen: 931# 65 @  
@ London-Dieter [#63]

Tut mir leid, aber was hat das mit Kinderpost zu tun? Mein Beleg ist ganz normal gelaufen und hat sicher keine Kinderhände von Postlern berührt.
 
London-Dieter Am: 22.12.2019 23:06:02 Gelesen: 888# 66 @  
@ 22028 [#65]

Lange Leitung? Na, dann noch einmal etwas genauer:

Natürlich ist der Beleg ganz normal gelaufen und hat sicher keine Kinderhände von Postlern berührt. Auch hier in GB ist die Kinderarbeit verboten!

Mit Kinderpost war gemeint, dass die Postler schon seit langem diese Stempel einfach nicht mehr benutzen, sondern eben schnell und tödlich einen Kuli oder Filzstift. Damit war ironisch gemeint, daß die Postler die Stempel einfach sehr selten benutzen, weil sie sie an ihre Kinder weitergegeben haben, "das die Kinder damit Kinderpost spielen". Das ist englischer Humor, den verstehen viele nicht, weil es oftmals um viele Ecken geht.

Noch einen schönen Abend aus Brexitannien.
 
Seku Am: 13.01.2020 13:40:53 Gelesen: 407# 67 @  
Schö is er net, aber selten (?) - *SINGLE USE ONLY* Abgesandt in Preston (Grafschaft Lancashire)



Mit freundl. Gruß

Günther
 
Setubal Am: 13.01.2020 19:42:52 Gelesen: 377# 68 @  
Guten Abend Nigel (doktorstamp),

zum Zeigen habe ich da auch einen Brief für Dich:



MfG

Rolf-Dieter
 
jmh67 Am: 14.01.2020 14:23:15 Gelesen: 350# 69 @  
@ Seku [#67]

Bemerkenswert ist vor allem angesichts der allgemeinen Stempelfaulheit auf der großen Insel, dass ein Brief mit Horizon-Label noch gestempelt wurde. Das soll eigentlich gar nicht getan werden, das Datum steht ja schon auf dem Aufkleber.

-jmh
 
doktorstamp Am: 14.01.2020 16:27:40 Gelesen: 338# 70 @  
@ Seku [#67]

Selten ist er nicht. Entwertungen mittels Stempelautomat kommen aber vor. Mischfrankaturen (Marken und labels zusammen) sind Postintern untersagt, ist eigentlich Gang und Gebe geworden, vor allem bei Teilvorfrankierungen, die vom Absender am Schalter dann aufgegeben werden. Wenn noch etwas zu entrichten ist, greifen sie immer auf die Labels zurück.

mfG

Nigel
 
jmh67 Am: 14.01.2020 17:24:31 Gelesen: 326# 71 @  
@ doktorstamp [#70]

Hat sich das mit den Mischfrankaturen neulich geändert? Vor ein paar Jahren war es so, dass dabei die Marken mit dem am Schalter vorhandenen Stempel entwertet werden mussten (was natürlich in der allgemeinen Konfusion nicht immer geschah).

-jmh
 
10Parale Am: 19.01.2020 21:58:58 Gelesen: 180# 72 @  
WORLDS GREATEST HOBBY - ein hoher Anspruch an die Philatelie! Dieser runde Stempel sitzt haarscharf auf dem Royal Opera House zu 13 ½ P (Michel Nr. 838).

Der echte Poststempel ist allerdings weiter links, abgeschlagen am 7. Juli 1980 in South Devon. South Devon ist nun meines Wissens eine Grafschaft und kann es sein, dass Grafschaften ihre eigenen Stempel besitzen, keine Ahnung.

Auf jeden Fall ein schöner Beleg in Richtung Ostfriesland, nach Sprakebüll.

Liebe Grüße

10Parale


 

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