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Thema: (?) (72) Japan: Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 73 Beiträge:
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hajo22 Am: 13.04.2018 17:27:47 Gelesen: 4170# 49 @  
@ Dudley [#47] und [#48]

Einfach eine tolle, zeitgeschichtlich wertvolle Ansichtskarte.

hajo22
 
Schmidtkutzhof Am: 14.04.2018 10:38:27 Gelesen: 4134# 50 @  
@ Dudley [#48]

Nur Kleinigkeiten:

1. Absender war der Maschinenquartiermeister Friedrich Drobil.
2. Das neue Lager wurde am 10. April 1918 bezogen.
 
hajo22 Am: 15.04.2018 11:11:56 Gelesen: 4081# 51 @  
Postkarte an einen Kriegsgefangenen in Japan, gestempelt Hamburg am 25.4.1916 nach Nagoya, Ankunft 16.7.1916.



Frage: Wurden den Kriegsgefangenen bei Ausreise nach Kriegsende nicht alle Schrift-/Poststücke abgenommen?

hajo22
 
Schmidtkutzhof Am: 16.04.2018 11:09:35 Gelesen: 4010# 52 @  
@ hajo22 [#51]

Nein, weder bei der "Ausreise" von Tsingtau nach Japan (Ende 1914) noch bei der Entlassung aus der Gefangenschaft (Ende 1919).
 
hajo22 Am: 16.04.2018 13:27:00 Gelesen: 3999# 53 @  
@ Schmidtkutzhof [#52]

Danke für die Info.

In [#51] hatte ich eine Postkarte nach Nagoya gezeigt, hier eine aus dem Lager vom 14.6.1918. Dankeskarte mit farbiger Ansicht Kamigamo (Schrein) in Kyoto für den Erhalt eines Paketes "in gutem" Zustand.



hajo22
 
Dudley Am: 16.04.2018 22:15:32 Gelesen: 3968# 54 @  
@ hajo22 [#53]

Interessant ist die "Rattenpost" von Nagoya.

Im November 1916 herrschte in Nagoya die Pest. In dieser Zeit erhielt jeder Gefangene, der 3 tote Ratten auf dem Revier ablieferte, eine zusätzliche Karte zugestanden!

Ein Beleg aus dieser Zeit liegt mir vor:



Beste Grüße
Gerhard
 
hajo22 Am: 17.04.2018 20:07:13 Gelesen: 3924# 55 @  


Postkarte aus Göttingen vom 6.7.1916 in das Lager Kurume an OLt. Dr. Meyermann (vormals Direktor der Sternwarte in Tsingtau).

In Deutschland und Japan zensierte Karte mit Leitvermerk "Über Sibirien". Eine Beförderung mit der Transsibirischen Eisenbahn kann ich mir aber kaum vorstellen, denn Rußland befand sich 1916 noch im Krieg mit dem deutschen Kaiserreich.

hajo22
 
hajo22 Am: 18.04.2018 09:57:55 Gelesen: 3865# 56 @  
Dankeskarte eines Kriegsgefangenen für 2 Dosen Zigaretten aus dem Lager Bando vom 5.9.1917 nach Tientsin.

Ab 1.9. konnte wieder geraucht werden.



hajo22
 
ligneN Am: 18.04.2018 17:07:31 Gelesen: 3834# 57 @  
@ hajo22 [#55]

Zivilpost ja, aber Kriegsggangenenpost war davon ausdrücklich ausgenommen. Lief in beiden Richtungen, über Skandinavien. Begann ca. März 1915. Via Sibirien wurde wegen des Bürgerkrieges September 1918 komplett eingestellt.
 
hajo22 Am: 18.04.2018 18:06:59 Gelesen: 3825# 58 @  
@ ligneN [#57]

Zivilpost ja, aber Kriegsggangenenpost war davon ausdrücklich ausgenommen

Mit anderen Worten: Die Karte lief nicht via Sibirien, da Kriegsgefangenen-Post.

Leider kein Ankunftsstempel, so daß man über die Laufzeit keine Aussage treffen kann. Ich könnte mir aber 1 bis 2 Monate vorstellen (mit neutralen Dampfern über die See).

Aus der Korrespondenz an OLt. Meyermann kann ich noch 2 weitere Postkarten zeigen und zwar vom:

14.2.1916: Ohne Poststempel, nur jap. Lager-Zensurstempel
6.8.1916: Stempel Göttingen mit deutscher und japanischer Zensur.

Bei beiden Postkarten ist ein Sibirien-Vermerk nicht ersichtlich.





hajo22
 
Dudley Am: 18.04.2018 18:07:14 Gelesen: 3824# 59 @  
Fragen zu einem Heimkehrer-Beleg:

Könnte dieser Beleg von einem Japan-Heimkehrer sein?

Wenn ja, dann müßte er mit der Hofuku Maru am 25.02.1920 in Wilhelmshaven angekommen sein.



Stempel sind

Kriegsgefangenen-Sendung
(Sendung aus Feindesland Heimgekehrter)

Truppenübungsplatz HEUBERG vom 28.02.1920

Briefstempel DURCHGANGSLAGER HEUBERG

Warum Stempel eines Durchgangslagers?

Gruß Gerhard
 
hajo22 Am: 18.04.2018 18:18:01 Gelesen: 3823# 60 @  
@ hajo22 [#58]

Leider kann ich meinen Beitrag nicht mehr ändern. Es müßte wohl so sein: Kriegsgefangenen-Post lief über Sibirien nach Fernost via Skandinavien (Schweden) et vice versa, Zivilpost aber nicht.

So richtig?

hajo22
 
ligneN Am: 19.04.2018 16:27:42 Gelesen: 3781# 61 @  
@ hajo22 [#60]

Kriegsgefangenenpost wurde bis 1917 *auch* via USA geleitet, besonders wenn "via Sibirien" unterbrochen war; da gab es einige Phasen ab 1916. Rußland ließ Zivilpost aus Feindstaaten via Sibirien grundsätzlich nicht zu. Gebührenfreie Kriegsgefangenen-, Zivilinternierten- und Rotkreuzpost wurde dagegen transportiert. Das war international vereinbart und lief auch ja auch auf Gegenseitigkeit.

Die Laufzeit via Sibirien nach Kriegsbeginn war viel länger als die ca. 2 Wochen in Friedenszeiten, denn Militärtransporte hatten immer Vorrang.

Der Laufweg war Dänemark-Schweden-Finnland usw.
 
Dudley Am: 23.04.2018 01:15:18 Gelesen: 3562# 62 @  
@ ligneN

Heute benötige ich jemanden der sich mit japanischen Schriftzeichen auskennt.

Ich habe einen Brief von Dr. jur. Richard Goldschmidt an den Oberlandesgerichtspräsidenten des Oberlandesgerichts Frankfurt / Main
mit rotem Papiersiegel der Kriegsgefangenen-Auskunftstelle in Tokyo und der japanischen Adressfahne mit Stempel vom Postamt Kojimachi vom 25.01.1919.

Frage: Stimmen meine Übersetzungen der japanischen Stempel, z. B. Stempel 3 für Einschreiben (blauer Stempel ganz links)?



Stempel:

1: Längsstempel Bando Kriegsgefangenenlager
2: Zensurstempel von Herrn Suwa
3: Stempel für Einschreiben in blauer Farbe
4: Lokaler Poststempel von Kojimachi
5: Leicht abgeschlagener Stempel des Auslandspostamtes TOKIO vom 27.01.1919
6: Einsprachiger Rundstempel des Auskuftsbüros über die Kriegsgefangenen
 
ligneN Am: 23.04.2018 19:15:49 Gelesen: 3511# 63 @  
@ Dudley [#62]

Der senkrechte L1 ganz links in blau besagt "Taisho 8. Jahr 1. Monat 24. Tag" = 24. Januar 1919. Wegen der Farbe stammt er wohl vom Auskunftsbüro.

Sonst alles i. O.
 
Dudley Am: 24.04.2018 15:59:34 Gelesen: 3470# 64 @  
@ ligneN [#63]

Klasse Info. Danke und Gruß

Gerhard
 
hajo22 Am: 26.04.2018 18:45:40 Gelesen: 3397# 65 @  


Ansichtskarte vom 15.10.1919 aus dem Lager Nagoya nach Pirna.

Ist es heutzutage noch möglich mit überschaubarem finanziellen Aufwand eine Kriegsgefangenen-Sammlung der "Tsingtauer" aufzubauen, die aus jedem japanischen Gefangenenlager zumindest durch einen Beleg dokumentiert werden kann?

Die hier gezeigte KGF-Karte aus dem Jahr 1919 kostete mich beispielsweise vor 6 Jahren 40 €.

Es ist auch alles Notwendige erkennbar: Lagerstempel, Lagerzensurstempel, die Han des Prüfers und ein 2-Zeiler-Stempel mit Hinweis auf die KGF-Situation. Ein Ankunftsstempel wäre dann noch ein Sahnehäubchen gewesen, aber leider, leider, nicht vorhanden.

Mich würde die Meinung der hier mitlesenden Spezialisten zu dieser Frage interessieren.

hajo22
 
Dudley Am: 27.04.2018 10:31:29 Gelesen: 3362# 66 @  
@ hajo22 [#65]

Zu Deiner Frage:

Ja, es ist mit auch überschaubaren finanziellen Mitteln machbar.

Nicht so günstig zu haben sind z.B. Koradai, Tempellager Kurume, Himeji, Asakusa; bei diesen Lagern bewegen sich die Preise eher über 100,- €, bei den anderen Lagern eher unter 100,- €.

Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, einer ist die Zeitdauer der Lager, die doch sehr unterschiedlich ist.

Hier eine grobe Übersicht dazu:

Kurume (1914 - 1920) (Tempellager 260 Tage, Koradai 210 Tage, Barackenlager 1670 Tage)
Kumamoto (1914 – 1915, 210 Tage)
Nagoya (1914 – 1920, 1600 Tage)
Fukuoka (1914 – 1918, 1100 Tage)
Osaka (1914 – 1917, 780 Tage)
Asakusa (1914 – 1915, 290 Tage)
Matsuyama (1914 – 1917, 870 Tage)
Marugame (1914 – 1917, 870 Tage)
Himeji (1914 – 1915, 330 Tage)
Shidzuoka (1914 – 1918, 1310 Tage)
Oita (1914 – 1918, 1310 Tage)
Tokushima (1914 – 1917, 840 Tage)
Narashino (1915 – 1920, 1600 Tage)
Aonogahara (1915 – 1920, 1590 Tage)
Ninoshima (1917 – 1920, 1440 Tage)
Bando (1917 – 1920, 1006 Tage)
 

Es grüßt Dich
Gerhard
 

hajo22 Am: 27.04.2018 13:38:44 Gelesen: 3352# 67 @  
@ Dudley [#66]

Vielen Dank für die Übersicht. Mal sehen, ob sich da was machen läßt. Es fehlt halt sehr viel.

hajo22
 
ligneN Am: 03.05.2018 17:06:41 Gelesen: 3171# 68 @  
@ hajo22 [#65]

Ja, ist machbar. Die großen Preise und die großen Sammler der 1980er/90er Jahre mit Steinmetz, Jäckisch, Fontana, Seitz usw. sind Vergangenheit. Es ist viel Material am Real-Auktionsmarkt. Geldbriefe aus den Lagern sind aber preislich stabil geblieben.
 
hajo22 Am: 03.05.2018 23:28:55 Gelesen: 3145# 69 @  
@ ligneN [#44]

"For permission": war von der Dez. 1916 in Japan eingeführten Zivilzensur für Post an/von "Feindstaaten" oder "Feindstaatenangehörige" vorgeschriebene Vermerk für zu zensierende Post.

Die Weiterleitung wurde dadurch ebenso beschleunigt wie durch die Verwendung von englischem Text.


Kannst Du mir noch die Quelle für diese Regelungen benennen?

Vielen Dank im Voraus.

hajo22
 
ligneN Am: 08.05.2018 13:55:20 Gelesen: 2961# 70 @  
@ hajo22 [#69]

Im Rundbrief der AGZ (Arge Zensurpost):

"Japans Zivilzensur im 1.Wk." Autor: Florian Eichhorn BPP. Anlage zu Heft 62 von 1989.

Beruht auf Eichhorns mehrteiliger Serie über Japanische Zivilzensurstempel im 1. Weltkrieg in den "Japan-Berichten" der Arge Japan in den 1980er Jahren.

Die genauen Quellenangaben stehen im AGZ Artikel, der ja nur einen zusammengefassten Nachdruck der Arge Japan-Serie darstellt.
 
hajo22 Am: 08.05.2018 15:47:46 Gelesen: 2946# 71 @  
@ ligneN [#70]

Herzlichen Dank.

hajo22
 
Dudley Am: 12.07.2018 21:03:48 Gelesen: 501# 72 @  
@ ligneN [#70]

Heute benötige ich einen Rat zu einem Zensurstempel.

Die Karte lief von Aonogahara nach Barmen, aber was bedeutet der große rote Stempel?



Für eine Hilfe bedanke ich mich,

Gruß Gerhard
 
Dudley Am: 21.07.2018 19:43:01 Gelesen: 61# 73 @  
@ Dudley [#72]



Die chinesischen Schriftzeichen wurden wie oben angegeben übersetzt.
Demnach ist der Stempel auf der Karte kein Zensurstempel, sondern ein Erinnerungsstempel für Touristen vom berühmten Schloss Fukuoka, Najima Chikuzen, das von Wasser umgeben ist.

Hier die Kartenvorderseite



Gruß Gerhard
 

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