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Thema: (?) (31) Österreich Ganzsachen
Das Thema hat 33 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 23.04.2017 10:15:58 Gelesen: 6700# 9 @  
Lieber Ingo,

damit du mit deinen Ganzsachen nicht gar so allein da stehst, will ich dir meinen gestrigen Auktionsfang nicht vorenthalten, auch wenn hier die Ganzsache mit ihrer netten Zusatzfrankatur nur der Mittel zum Zweck waren, was ich dich mir nachzusehen bitte.

Liebe Freunde,



wenn man Post seiner beiden Lieblingsländer Österreich und Frankreich (die beiden anderen sind die Schweiz und England) historisch und brieflich miteinander verbinden kann, sollte man es tun. Dass dabei das zugrunde liegende Material schöner aussehen sollte, als dieses Entlein, versteht sich von selbst und so bin ich gerne bereit, ihn gegen einen besseren auszutauschen, wenn der dasselbe bieten kann, wie dieser hier.

Eine 15 Neukreuzer Ganzsache aus Triest wurde, um alles passend zu machen, mit einer 10 Nkr. Marke am 17.7.1870 auffrankiert, denn der Zielort war Paris. Absender war die Filiale der Union - Bank in Triest - ein Inhalt ist leider nicht mehr vorhanden, wie bei den allermeisten Ganzsachen.

Empfänger war I. E. Kann, 14 rue de Gramont.

Erinnern wir uns: Frankreich erklärte Preußen den Krieg am 19.7.1870 und Bayern am selben Tag den Franzosen, wie die Preussen auch. Bereits am 15.7.1870 erfolgte in Bayern die Mobilmachung, einen Tag später in Preussen und Baden, am 17.7.1870 war auch Württemberg an der Reihe. Der Brief fällt also genau in die Zeitspanne zwischen Mobilmachung und Kriegserklärung und diese betrug ja nur 2 bis 4 Tage.

Selbstverständlich hatte Österreich Frankreich nicht den Krieg erklärt et vice versa ebenso wenig. Doch standen nun für die Sendungen aus Österreich keine Leitungsmöglichkeiten mehr über deutsches Gebiet offen und ab dem 19.7.1870 hatte Bayern verfügt, dass es keine gemeinsame Postgrenze mehr zu Frankreich geben würde und Briefe nach/über dorthin via München und die Schweiz zu leiten waren.

Da Strasbourg und Forbach demnach ausfielen, blieb nur der Serienleitweg über Italien, mit dem man sich österreichischerseites kurz zuvor bekriegt hatte, also quer durch Venetien und die Lombardei Richtung Culoz, welches südlich der Schweiz liegt. Es waren daher ca. 800 km Wegstrecke zurück zu legen in westliche Richtung.

Vorne weist der blaue Stempel "AUTRICHE 3 CULOZ" den genommenen Grenzübergang aus, auch wenn dieser Stempel der Ankunftsstempel von Paris war und NICHT in Culoz abgeschlagen worden war.

Siegelseitig erkennen wir den Stempel "PARIS POSTE RESTANTE", den wir hauptsächlich auf Bankbriefen an Rothschild kennen, wo er zig-tausendfach vorkommt.

Wie man an der geringen Laufzeit von nur 3 Tagen erkennen kann, gab es wohl noch keine merklichen Auswirkungen des bevorstehenden Krieges - noch funktionierte alles bestens. Aber es sollte alles anders kommen ...

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Cantus Am: 23.04.2017 14:58:23 Gelesen: 6684# 10 @  
@ bayern klassisch [#9]

Hallo Ralph,

ein schöner Beleg, den du als Postgeschichtler natürlich anders beschrieben hast als ich das tun würde. Mir ist an deinen Zeilen aber etwas anderes aufgefallen, nämlich deine Vorliebe für die Länder Österreich, Schweiz, Frankreich und Großbritannien. Das deckt sich auch mit vielen meiner Schwerpunkte, allerdings ruhen meine Ganzsachensammlungen von Frankreich, Großbritannien und der Schweiz, da ich mich ja nicht nur auf die Klassik beschränkt habe, sondern versucht war, das gesamte Material von Anfang an bis in die Neuzeit zusammenzutragen. Das klappte mit fortschreitender Dauer aus Zeitgründen irgendwann einfach nicht mehr und so habe ich statt dessen meine Bemühungen beim Markenland Österreich stark intensiviert und Anderes dafür zurückgestellt.

Viele Grüße
Ingo
 
Manne Am: 23.04.2017 15:57:33 Gelesen: 6679# 11 @  
Hallo,

eine Karte aus Wien vom 30.09.1879 nach Erlangen, Ankunftstempel vom 01.10.1879.

Gruß
Manne


 
bayern klassisch Am: 23.04.2017 17:49:02 Gelesen: 6662# 12 @  
@ Cantus [#10]

Hallo Ingo,

das ist ja das reizvolle, dass jeder sein Glas mal halb voll, mal halb leer sieht.

Mir geht es um die Postgeschichte (PO) allein - aber ich kann gut nachvollziehen, wenn man mit der PO nichts am Hut hat und seine Schwerpunkte anders legt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 12.07.2017 22:43:10 Gelesen: 6409# 13 @  
Hallo,



Ganzsache zu 10 Soldi 1861 mit Zusatzfrankatur 2x3 Soldi grün 1858 Type II. Treviso 1863-06-22 - Brescia 1863-06-24 - nachgesendet Torino 1863-06-24. Signiert Diena und eine andere Signatur, kann mir jemand sagen, von wem? Gesendet wurde der Brief an Leopardo Martinengo, italienischer Politiker [1]

Vielen Dank,
harald

[1] https://it.wikipedia.org/wiki/Leopardo_Martinengo
 
Max78 Am: 13.07.2017 13:50:31 Gelesen: 6379# 14 @  
@ bignell [#13]

Hallo Harald,

äusserst schwer zu deuten, für einen deutschsprachigen ;-). Eines verstehe ich nicht ganz: Wo liest Du signiert Diena?

Ich bezweifle, dass es sich bei dem unten durchgestrichenen Wort um einen Namen eines Absenders handelt. Es ergäbe keinen Sinn, diesen durchzustreichen, auch wenn die Post weitergeleitet wurde. Eine Ortsangabe/postalische Angabe ergäbe mehr Sinn. Eventuell kann man über das rückseitige Siegel mehr über den Absender erfahren. Man bräuchte für Siegel und durchgestrichenen Vermerk eine Lupe. :-)

Die Lombardei (inklusive Brescia) ging 1859 wieder zurück an Italien. Eventuell bedeutet der durchgestrichene Vermerk d' Austria oder ähnliches ?

mit Grüßen Max
 
bignell Am: 13.07.2017 18:29:47 Gelesen: 6349# 15 @  
@ Max78 [#14]

Hallo Max,

Eines verstehe ich nicht ganz: Wo liest Du signiert Diena?

Unterhalb des Wertstempel ist die Paraffe von Alberto Diena. Emilio, Alberto und Enzo Diena sind bekannte Prüfer für Italien. [1] Daneben steht eine weitere Signatur, die ich nicht kenne - David Feldman auch nicht, nachstehend die Losbeschreibung.

1861 10c Brown small-format entire uprated with well-centred vert. pair of the 1858-62 3s Green (Sass. 35) all tied by Treviso cds (22/6) and sent first to Brescia, then readdressed to Torino, numerous transits and bs incl. Brescia cds (24 GIU 63) and italic P.D. on face, final arrival 24 June (wonderful service!), pair with fresh colours and good perfs, entire with couple trivial stains else very fine, signed A. Diena and another.

Ich bezweifle, dass es sich bei dem unten durchgestrichenen Wort um einen Namen eines Absenders handelt.

Der Vermerk lautet vermutlich "d'Ofa" (üblicher: d'uffo) - entspricht ex offo. Der Vermerk ist auf einer Ganzsache recht sinnfrei.

Was ich oben nicht erwähnt habe, die Frankatur 16 Soldi ist korrekt für das erste italienische Rayon. Für die Weiterleitung nach Torino hätten weitere 10 Soldi berappt werden müssen, darauf wurde verzichtet, vielleicht aufgrund der Bedeutung des Empfängers.

Lg, harald

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Alberto_Diena
 
Max78 Am: 13.07.2017 20:52:21 Gelesen: 6331# 16 @  
@ bignell [#15]

Servus Harald,

jetzt ich verstehen! Hatte nicht gecheckt, dass es sich um einen signierten (geprüften) Beleg handelt. Das mit dem ex offo Vermerk hatte ich mir auch kurz überlegt, dachte dann aber auch, was er auf einer Ganzsache mit Wertstempel sucht.

Mit dem zweiten Kürzel kann ich Dir natürlich nicht weiterhelfen. Dachte anfangs, es wäre nur 1 Signatur. ;-) Folgenden Link wirst Du wahrscheinlich schon kennen:

http://www.lafilatelia.it/certificati-firme-e-timbrini-peritali/81-raybaudi-experts

Ansonsten kann ich nur auf die Initialen E. M. tippen. Leider habe ich keine vergleichbaren Belege bei mir zu Hause rumliegen. ;-)

mit Grüßen Max
 
Gernesammler Am: 09.12.2017 17:24:33 Gelesen: 5742# 17 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Ganzsachen Brief zu 5 Kreuzer der Ausgabe "Franz Joseph" von 1867 mit Zusatzfrankatur von einer weiteren 5 Kreuzer Marke Nr.37 (ANK).

Der Brief vom 8.3.1873 wurde von einem Herrn Karl Mann, für einen Nedvedik in Tabor aus Prag nach Berlin an H.Berthold Messingfabrik spediert und kam dort am 9.3. an kam aber nicht zur Ausgabe sondern erst am nächsten Tag am 10.3.1873 und das auch erst beim zweiten mal zwischen 1-2 Uhr Nachmittags. Gestempelt wurde mit Einkreisstempel von Prag und auf der Rückseite sind noch die 3 Ankunfts-Ausgabestempel von Berlin. Auch ist ein sehr gut erhaltenes Papiersiegel von Karl Mann auf der Rückseite.

Gruß Rainer


 
roteratte48 Am: 23.06.2018 14:36:25 Gelesen: 3964# 18 @  
Hallo ins Forum,

ein paar Ganzsachen aus den österreichischen Kronländern; die von Cantus angeregten Themen habe ich leider nicht gefunden und stelle sie daher hier ein.

1. Correspondenzkarte aus dem Kronland Bukowina von Österreichisch-Nowosielitza nach Zwickau 1901



2. Karte aus Böhmen von Smichow (heute zu Prag gehörend) nach Coburg 1890



3. Zwei Karten aus dem Küstenland; die eine lief 1898 von Triest nach Rottenburg, die zweite zeigt die Verwendung einer küstenländischen Karte in Vorarlberg, gelaufen von Feldkirch über Lindau nach Zell im Wiesenthal 1882



4. Und als letztes für heute ein "Gelbling" aus Galizien, gelaufen von Woynilow nach Pest 1873



Gruß - Rolf
 
bignell Am: 23.06.2018 16:47:24 Gelesen: 3950# 19 @  
Hallo,

die Verwendung von Ganzsachenausschnitten war zwar nicht erlaubt, wurde jedoch meist geduldet.



Hier der Wertstempel einer 15-Kreuzer-Ganzsache von 1861, im selben Jahr verwendet auf Auslandsbrief von Triest nach Turin.

Stempel:

TRIEST | 2 | 4
DA MILANO A DESENZANO | 4 | APR. | 61 | (1)
ARRIVO TORINO | 4 | APR | 61 | 10 S

Vermerke:

Ferma in Posta (postlagernd)
2 (Portoanteil Toskana)

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 23.06.2018 17:44:15 Gelesen: 3946# 20 @  
@ bignell [#19]

Lieber Harald,

bist du dir sicher mit 2 für die Toskana? Ich denke, das war schon Italien und dann wären es 2 Decimi gewesen - also unterfrankierter Brief.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 23.06.2018 18:05:02 Gelesen: 3940# 21 @  
@ bayern klassisch [#20]

Hallo Ralph,

war das 1861 schon Italien? Ich kenn die Briefe aus den 1860ern immer nur mit der Taxe 2. Aber Du hast da sicher recht.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 23.06.2018 18:41:03 Gelesen: 3931# 22 @  
@ bignell [#21]

Lieber Harald,

ab 1861 nach dem Risorgimento gab es nur noch Sardinien (Königreich, später Italien, Königreich) und den separierten Kirchenstaat, der ja keine Rolle mehr spielte.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 23.06.2018 19:37:24 Gelesen: 3921# 23 @  
@ bayern klassisch [#22]

Hallo Ralph,

ich sehe, ich sollte mich mal mit der Geschichte Italiens beschäftigen.

Hier eine weitere Besonderheit österreichischer Ganzsachen: der Nadelpunkt. Wie auch die Druckbögen der ersten Markenausgabe mit Nadeln fixiert wurden, die manchmal miteingefärbt wurden (und man heute noch welche mit Nadelpunkt bei Randstücken finden kann) kann man diese Druckzufälligkeit auch bei den Ganzsachenumschlägen finden, besonders häufig bei der Ausgabe 1867.



5-Kreuzer-Ganzsache ca 1865 aus Wien an Eduard Ritter von Troll am Gutenhof, heute ein Reitsportzentrum [1]. Trolle gibt es nicht nur im Fantasy-Roman und im Internet. ;)

Lg, harald

[1] http://www.gutenhof.at/reitsportzentrum/historie
 
bayern klassisch Am: 23.06.2018 19:50:41 Gelesen: 3917# 24 @  
@ bignell [#23]

Lieber Harald,

sehr schönes Stück - und durch dich habe ich wieder etwas dazu gelernt - Nadelpunkte. Mal sehen bei Gelegenheit, da ich ja auch solche Ganzsachen habe, ob ich da auch etwas zeigen kann (glaube es aber eher nicht).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 23.06.2018 21:06:57 Gelesen: 3911# 25 @  
Eine andere schöne Ganzsache, Retourbrief:



Vorderseite:

Firmenstempel blau ENRICO SORTSCH | TRIESTE
Herrn Paul Perauer
Vulgo Peintner zu Weitendorf
Spital a/ Pührn
Stempel TRIEST | 12 | 3 | * ?

Vermerke:

"retour Triest"
"Post: Wildon"
"vielleicht bei Spital am Semmering"

Rückseite:

VILLACH | 14 | 3
LAIBACH | Stadt | 15 | 3
SPITAL | 15.MAR.
SPITAL | B.H. | 17 | 3
SPITAL | 20 | 3 | AM PYHRN
LIEZEN | 21 | 3
BRUCK a/d M. | 22 | 3
WILDON | 23 | 3
TRIEST | 3 | 4
Vermerk "bei Spital in Kärnten unbekannt"
"? Wil(don) unbekannt"

Der Pseudostempel Pforzheim dürfte ein Besitzerzeichen sein.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 23.06.2018 22:20:05 Gelesen: 3897# 26 @  
@ bignell [#25]

Ich liebe solche Briefe. :-)

Danke fürs Zeigen dieses Schmankerls.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Cantus Am: 24.06.2018 18:37:32 Gelesen: 3870# 27 @  
Wie ich sehe, wollt ihr mich unbedingt zwingen, alle notwendigen Themen zu den österreichischen Ganzsachenarten zu gründen und mit Leben zu erfüllen. Ich hätte doch gedacht, dass jemand wie roteratte48 nach so langer Mitgliedschaft im Forum in der Lage wäre, ein passendes Thema selber zu gründen, wenn es noch nicht vorhanden ist, allerdings geht er in seinem Beitrag [#18] tatsächlich überhaupt nicht auf die Unterschiede der gezeigten Ganzsachen ein, sondern zeigt nur Postkarten und beschreibt Postwege. Gleiches gilt für bignell, der interessante Postgeschichte zeigt, aber nicht die Ganzsache als solche beschreibt. Beide Arten von Beiträgen können gerne in diesem (aus meiner Sicht unsäglichen) Mischmaschthema vorgestellt werden, denn Postgeschichte und das Sammeln und Beschreiben von Ganzsachen sind, wenn man es intensiv betreibt, zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Ralph ist ein Postgeschichtler, was nachvollziehbar macht, dass ihn Beiträge wie die von bignell besonders ansprechen. Ich bewundere sein umfangreiches Fachwissen, das ich selber in seinen Spezialgebieten niemals erreichen werde. Ich dagegen bin im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten zu einem Ganzsachensammler mit vertieftem Fachwissen zu Ganzsachen und ihren Unterschieden aus einer ganzen Reihe von Ländern aus allen Erdteilen geworden, dabei ist im Laufe dieser vielen Jahre mein Hauptinteresse auf Österreich fokussiert worden mit der Folge, das ich mit Sicherheit hier im Forum, aber auch im Berliner Ganzsachensammlerverein der größte Sammler österreichischer Ganzsachen bin.

Bisher habe ich hier im Forum fast ausschließlich Dinge gezeigt, die mir geeignet erschienen, um entweder mit Anderen zum Thema kommunizieren zu können, oder aber, um auf immer wieder neue oder andere Themen hinzuweisen, die zu sammeln oder in einer bereits bestehenden Sammlung zu berücksichtigen Freude bereiten oder Spannung erzeugen kann. Von meinem Spezialgebiet Österreich dagegen habe ich bisher fast nichts gezeigt.

Vor rund vier Jahren hatte ich im Tauschforum das erste Mal die Schwerpunkte meiner österreichischen Ganzsachensammlungen veröffentlicht und dadurch gehofft, auf Gleichgesinnte zu stoßen, aber die Reaktion darauf ging gegen Null. Das zeigte deutlich, dass sich hier im Forum offensichtlich niemand wirklich für diese Themen interessiert, also habe ich mich wieder anderen Themen zugewandt.

Ich bin unter anderem auch Mitglied bei der ARGE Österreich, wo ich eine ähnliche Veröffentlichung initiiert hatte. Bei rund 60 Mitgliedern bekam ich insgesamt drei Zuschriften. Zwei Personen boten mir nur Material zum Verkauf an, mit einer weiteren bin ich noch in Kontakt, aber dieser Sammler interessiert sich nur für Material aus der Zeit nach 1945, was sich nicht mit meinen Schwerpunkten deckt.

Bei der PPA hier im Forum taucht ab und zu Ganzsachenmaterial von Österreich auf, aber ganz überwiegend ist es nur Massenware oder stammt aus der Neuzeit, aber Ganzsachenumschläge wie die von bignell gezeigten habe ich da z.B. noch nie als Angebot gesehen.

Obwohl Österreich eines der Hauptreiseländer der Deutschen ist, sammelt hier im Forum kaum jemand Themen der österreichischen Philatelie, statt dessen werden häufiger Beiträge zu Rumänien, Frankreich, der Schweiz, zu Belgien oder Großbritannien gebracht, wenn man mal bei Europa bleibt. Das finde ich doch sehr merkwürdig, denn neben den umfangreichen Ganzsachenthemen gibt es eine Vielzahl interessanter anderer philatelistischer Schwerpunkte, die mit Briefmarken, Postgeschichte, Stempelkunde und Weiterem zu tun haben.

In der Zeit zwischen 1861, als die ersten Ganzsachen von Österreich erschienen, bis hin zum Jahr 1938, als der von Hitler erzwungene Anschluss von Österrech ans Deutsche Reich erfolgte, erschien eine Vielzahl unterschiedlicher Ganzsachen, die sich in die folgenden Arten unterscheiden lassen.

a) amtliche Ganzsachen (nach Michel-Katalog):

Umschläge
Rohrpost-Umschläge
Luftpost-Umschlag
Kartenbriefe
Rohrpost-Kartenbriefe
Streifbänder
Postkarten
Bildpostkarten
Rohrpost-Postkarten
Paketkarten
Nachnahme-Paketkarten
Postauftragskarten
Postnachnahmekarten
Postsparkarten
Postanweisungen
Steuer-Postanweisungen
Telegrammblätter
Telegrammaufgabescheine
Telefonkarten
Zeitungs-Adresszetttel
Zeitungs-Postanweisungen
Anschriftenänderungskarten


b) amtliche Ganzsachen mit privaten Zudrucken:

Umschläge
Kartenbriefe
Streifbänder
Postkarten
Bildpostkarten

c) Privatganzsachen:

Umschläge
Kartenbriefe
Streifbänder
Postkarten
Zeitungs-Adresszettel

d) ganzsachenähnliche Formulare
(in Deutschland = Michel-Ganzsachen-Katalog = keine Ganzsache,
in Österreich = ANK-Ganzsachenkatalog = Ganzsache):

Frachtbriefe (für Transporte mit Kutsche oder per Boten)
Post-Begleitadressen

e) ergänzend zu d) gbt es auch noch

Eisenbahnfrachtbriefe
Schiffsfrachtbriefe

Auf der Grundlage des Michel-Ganzsachen-Kataloges beträgt die Anzahl dieser vielen verschiedenen amtlichen Ganzsachenarten einschließlich der verschiedenen Bildpostkarten bereits weit über tausend verschiedene, auf der Grundlage des ANK-Kataloges noch etwa hundert mehr, auf der Grundlage des Kataloges von Dr. Ascher, der erheblich mehr ins Detail geht, nochmals etwa hundert weitere. Und wenn man dann noch die diversen Arten von Zudruckganzsachen und Privatganzsachen hinzurechnet, kommt man leicht auf mindestens viertausend verschiedene Ganzsachen zuzüglich der ganzsachenähnlichen Formulare.

Und das alles soll unter der einen Überschrift „Ganzsachen Österreich“ sachgerecht vorgestellt werden können? Wohl kaum. Ich besitze nicht alle diese Ganzsachen, aber ich kann fast alle Ganzsachenarten im Bild vorstellen, womit ich nun wohl in Kürze nach und nach beginnen werde, damit Menschen, die sich für die Ganzsachenphilatelie von Österreich interessieren, sich später gezielt Fachinformationen zu einzelnen Ganzsachen besorgen können, ohne sich dabei im Forum in nur einem einzigen Thema durch eine unübersichtliche Masse von unterschiedlichsten Beiträgen hindurcharbeiten zu müssen.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kommen noch weitere amtliche und private Ganzsachenarten hinzu, auf die will ich heute aber nicht näher eingehen.

In einem anderen Forum wurde ich nach der Grobvorstellung meiner österreichischen Sammelgebiete aufgefordert, „zeig uns doch was Schönes“. Wie aber hätte ich das angesichts der Komplexität dieses Sammelthemas ohne nähere Angaben tun können?

Viele Grüße
Ingo
 
bayern klassisch Am: 24.06.2018 18:48:10 Gelesen: 3868# 28 @  
@ Cantus [#27]

Lieber Ingo,

um auf deinen letzten Satz zurück zu kommen: Es gibt bei jedem Sammelgebiet optische Knaller und Massenware, die weniger zu entzücken vermag.

Wenn man (s)ein Sammelgebiet in einem Forum, egal welchem, vorstellt, macht man Werbung damit - gut, oder schlechte, je nachdem, wie man die Sache angeht.

Wenn es sehr viele, vlt. zu viele Ganzsachen von Österreich gibt, wäre eine zeitliche oder sachliche Abgrenzung sinnvoll, weil niemand über 1.000 verschiedene Ganzsachen sehen will, oder sammeln kann.

Warum also nicht besonders schöne und interessante aus einer Epoche kaufen und auf Hunderte anderer, die einem nicht so nah am Herzen liegen, verzichten bzw. diese veräußern?

Oder, um [#25] von Harald aufzugreifen, warum nicht nachgesandte, oder unterfrankierte, oder unzustellbare Ganzsachen sammeln? Dann ist jedes Stück ein Unikat, jedes Stück es wert, individuell besprochen und hier gezeigt zu werden und dadurch wirst du vlt. auch anderen Lust machen, sich um solche Stücke zu bemühen.

Aber dies setzt auch eine fachkundige Beschreibung voraus, was wiederum eine Auseinandersetzung mit der Materie als Bedingung hat. Allein das Zeigen von vielen Belegen macht noch keine Werbung für ein Sammelgebiet aus.

Schau mal bei Bayern hier herein - da zeige ich alles, was ich gekauft habe und versuche die Belege verständlich so zu erklären, dass man alles nachvollziehen kann, was sich vom Absender bis zum Empfänger vor 150 Jahren abgespielt hat. Das Feedback hierfür ist auch eher gering, aber wenn man sein Tun in einem Forum allein vom Feedback abhängig machen würde, würde man nur im "Mainstream" herum sammeln und ob ich das einem empfehlen würde, glaube ich nicht.

Mut zur Lücke ist die Devise und wenn man das gut macht, kommt auch mal der ein oder andere Mitstreiter = Mitsammler dazu und aus einem Monolog wird ein Duo, Trio oder noch mehr.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Arge-Ungarn Am: 05.09.2018 22:56:36 Gelesen: 3190# 29 @  
Guten Abend zusammen,

ein Beispiel aus meiner Ungarnsammlung wie eine Massenganzsache zur Rarität wird:

2 Kr. Korrespondenzkarte mit ungarischem Wappen, deutscher Text, mit Nr. 38 I als Zufrankatur rekommandiert von NAGY SZEBEN nach Vajda Hunyad vom 16.11.1869. Die Postkarte ist an sich nicht selten, aber eingeschrieben gibt es nur ein paar Stücke aus Ungarn. Hier handelt es sich außerdem um die früheste eingeschriebene Ganzsachenpostkarte Österreichs und Ungarns.

Gruß
Martin


 
Manne Am: 09.09.2018 10:55:51 Gelesen: 3105# 30 @  
Hallo,

eine Ganzsache aus Wien mit Tagesstempel vom 12.04.1934 nach Kirnach bei Villingen.

Gruß
Manne




 
henrique Am: 17.01.2019 16:06:39 Gelesen: 1840# 31 @  
Hallo Forumteilnehmer!
Hallo Cantus!

Bin dabei meine "Österreich URALT-Belege" ab 1853 zu sortieren um sie nach und nach ins Forum stellen zu können.

Beim Einlesen zu diesem Thema wurde ich aber nur verwirrt!

Zum Beispiel habe ich im Beitrag [#7] über die ausgegebenen Größen der Umschläge im Kleinformat gelesen.

Habe folgende Umschlaggrößen bei den Ganzsachen-Belegen, die andere Formate haben, mit dem Kopfbild Kaiser Franz Josef Typ I und II von 1867/74 zu 5 Kreuzer.

Vorhandene Größen 144 x 86, 150 x 84, 153 x 84, 156 x 84,

Das würde mich aber nicht so stören.

Kann aber nicht festlegen wo ich einstellen soll.

Wer gibt HILFE und sagt, welche Themen-Bereiche vorhanden sind und wo was hinpasst.

Besten Dank im Voraus

Henrique
 
henrique Am: 06.02.2019 18:09:36 Gelesen: 1612# 32 @  
Anbei 2 Ganzsachen mit Freimarke 5 Kreuzer / Kaiser Franz Josef / Ausgabe 1867



Kremsmünster nach Randegg / Rückseite Ankunftsstempel von Randegg



TRUTNOV nach PRAG



Rückseite Ankunftsstempel PRAG / PRAHA 14.11.

Henrique
 
Cantus Am: 10.02.2019 16:02:54 Gelesen: 1490# 33 @  
@ henrique [#32]

Hallo Henrique,

du hast gefragt, wo du etwas veröffentlichen solltest. Bei Ganzsachen ist das so, dass sie in den Katalogen, zum Beispiel bei Michel, zuerst nach der Art des Wertstempels und dann dort nach der Ganzsachenart sortiert werden. So sehr ins Detail wollen wir hier im Forum zwar nicht gehen, aber eine minimale Orcnung muss schon sein. Das, was du zuletzt gezeigt hast, waren zqwei Umschläge; dafür gibt es bereits das Thema "Österreich Ganzsachen Umschläge", zu finden bei https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=11739&CP=0&F=1#newmsg.

Am 9.9.2018 hatte Manne dagegen eine Postkarte gezeigt, aber, auch wenn es dafür noch kein spezielles Thema gab, hätte Manne selbsrverständlich problemlos das passende Thema gründen können, das dann "Österreich Ganzsachen Postkarten" heißen müsste. Warum er statt dessen seine Karte einfach irgendwohin hochlädt, ist mir unbegreeiflich, denn er zeigt ja schließlich seine Motivbelege auch nicht unter so einer allgemeinen Überschrift wie "Deutschland Belege" oder "Deutschland Motive".

Und am 6.9.2018 zeigte jemand, der sich Arge-Ungarn nennt, eine Ganzsachenpostkarte, die nach seiner Beschreibung etwas Besonderes darstellt, gleichzeitig möchte der Autor aber nicht, dass seine Karte zu späterer Zeit von Interessenten wiedergefunden wird, denn wäre es anders, hätte er nicht hier veröffentlicht. Wenn jemand, der sich für die frühen Ganzsachenpostkarten von Österreich interessiert, danach hier im Forum sucht, wird er mit Sicherheit nicht in so einem bunt gemischen Thema nachschlagen.

Diesse ausgeprägte Missachtung des philatelistischen Zweiggebietes Ganzsachen empfinde ich immer wieder als einen Angriff auf mich. Es mag ja sein, dass das nicht wirklich beabsichtigt ist, aber wollt ihr wirklich zukünftig mit den Briefmarken genauso umgehen? Dann können wir fast alle Briefmarkenthemen zusammenfassen zu dem so einfachen Thema

DEUTSCHLAND BRIEFMARKEN

Ist diese extreme Vereinfachung von Themen wirklich das, was hier gewollt wird?

Um zukünftig möglichst weitgehend so einen Mischmasch wie hier unter dieser Überschift zu vermeiden, werde ich heute noch zwei Themen zu den Ganzsachenhauptarten Postkarten und Streifbänder/Adresszettel gründen. Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn du zukünftig Ganzsachen ganz allgemein und insbesondere solche von Österreich nach ihrer Grundzuordnung am passenden Ort zeigen würdest.

Viele Grüße
Ingo
 

Das Thema hat 33 Beiträge:
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