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Thema: (?) (31/35) Polen: Port Gdansk (1924-1939)
Das Thema hat 35 Beiträge:
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Pete Am: 29.08.2015 13:22:35 Gelesen: 26745# 1 @  
Bei diesem Gebiet handelt es sich um ein Thema, welches sowohl für polnische als auch für deutsche Sammler von Interesse sein dürfte. Der Michel-Katalog listet die Ausgaben der drei polnischen Postämter im Freistaat Danzig (1920-1939) im Anhang nach den Dienst- und Portomarken (Michel Deutschland Spezial Band 1) bzw. im Anhang zu Polen (Michel Osteuropa). Zum Gebiet einführende Informationen werden im Vorwort des Michel Deutschland Spezial aufgeführt. Der polnische Fischer-Katalog (Band 2) widmet sich ebenfalls diesem Gebiet.

In den Jahren 1924 bis 1937 wurden 33 polnische Dauermarken mit einem meist zweizeiligen Aufdruck „PORT GDANSK“ versehen. Teilweise handelt es sich um neu produzierte Auflagen, welche anschließend überdruckt wurden. Als Aufdruckfarbe wurde meist schwarze Farbe verwendet. Je nach Farbe der Urmarke sind die Aufdrucke teils sehr deutlich, teils auch eher schlecht erkennbar (Bsp. Nr. 10).



Im November 1938 erschienen erst- und letztmalig vier Sondermarken, welche neben der Inschrift „POCZTA POLSKA“ zusätzlich auch den Verweis „PORT GDANSK“ tragen.



Der Betrieb polnischer Postämter wurde laut o.g. Vorwort am 05.02.1925 aufgenommen, die erste Briefmarkenausgabe (Mi-Nr. 1-11) erschien am 05.01.1925 (Januar oder Februar? Druckfehler im Katalog?). Neben dem Betrieb eines Post-, Telegraphen- und Telefondienstes wurde gleichzeitig die Zustellung eigener Sendungen in Teilen Danzigs aufgenommen. Die drei Postämter in Port Gdansk waren für den Verkehr zwischen Danzig und Polen sowie der Gegenrichtung zuständig.

Die Tätigkeit in den polnischen Postämtern endete zum 01.09.1939 mit der Eingliederung des Freistaates Danzig an das Deutsche Reich. Die blutige Stürmung des polnischen Hauptpostamtes durch deutsche Angehörige der SS in Danzig bzw. des Militärs [2] wird in dem Film „Die Blechtrommel“ [2] nach einem Roman des kürzlich verstorbenen Schriftstellers Günter Grass (1927-2015) gezeigt.

In einem Absatz erwähnt der Michel-Katalog, dass neben den Ausgaben von Port Gdansk ebenfalls polnische Briefmarken aus der Zeit nach der Inflation (1924-1939) zur Frankatur zugelassen waren. Derartige Verwendungen (Mitläufer) sind lediglich an den Stempeln zu erkennen. Es war zur postalischen Verwendung neben Dauer- und Sondermarken (einschließlich Blocks) auch die Nutzung von Dienst- und Portomarken zulässig. Ab dem Jahr 1933 verausgabte Briefmarken von Port Gdansk konnten auch in Polen zur Frankatur verwendet werden.



Polen Block Nr.4 mit Stempeldatum vom 27.09.1937 des polnischen Postamtes Nr. 1 in Danzig (Gdansk)



Polen Mi-Nr. 319 mit Stempeldatum vom 01.08.1938 des polnischen Postamtes Nr. 1 in Danzig (Gdansk)

Gruß
Pete

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Gefecht_um_das_polnische_Postamt_in_Danzig
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Blechtrommel
 
hajo22 Am: 29.08.2015 15:02:34 Gelesen: 26724# 2 @  
Ein reizvolles, aber auch sehr anspruchsvolles Teilgebiet der Danzig-Philatelie. Briefe der polnischen Hafenpost aus dem betreffenden Zeitraum sind nicht leicht zu beschaffen.

Aus meiner Sammlung ein Eilboten-Einschreibbrief aus Gdansk 1 vom 21.8.1939, Ankunft am gleichen Tag in Tczew 1. Frankiert mit 1 Zl.35 Gr. (Port Gdansk Mi.Nr. 36 und 2x37). Der Krieg lag schon in der Luft.

Portoberechnung:

Brief bis 20 gr. = 25 Gr.
Einschreiben = 30 Gr.
Eilboten = 80 Gr.
----------------------------------
gesamt = 135 Gr. oder 1 Zl. 35 Gr.
 



BG, hajo22
 

Meinhard Am: 30.08.2015 09:14:21 Gelesen: 26651# 3 @  
Hallo Zusammen,

ich hänge mich mal hier an, gestempelte Besonderheiten habe ich leider nicht in meiner Sammlung. Ich habe vor einigen Jahren eine Sammlung von Port Gdanks erworben, in den Hauptnummern kpl. Im Michel sind nur bei 2 Nummern Aufdruckfälschungen vermerkt. Nr. 23 und 25 (Aufdruck schwarz falsch). Zeige einfach mal beide Marken nachstehend.

LG, Meinhard


 
hajo22 Am: 30.08.2015 20:24:11 Gelesen: 26601# 4 @  
Den Brief, den ich in [#2] gezeigt habe, ist insofern eine Besonderheit als er nur wenige Tage vor Ausbruch des (II. Welt-)Krieges bei der polnischen Hafenpost in Danzig aufgegeben wurde.

Keine Besonderheiten sind Mischfrankaturen zwischen polnischen Marken und Marken der polnischen Post in Danzig. Im Michel-Spezial-Katalog Deutschland sind die entsprechenden Möglichkeiten (die Marken + der Zeitraum) angegeben.

Aus meiner Sammlung ein R-Bf. vom polnischen Hafenpostamt in Danzig, gestempelt 25.4.1935, frankiert mit 55 Gr. (Brief bis 20 gr.= 25 Gr. + R-Gebühr = 30 Gr.) mit den Marken Polen (Mi.Nr. 290) + Port Gdansk (Mi.Nr. 22) nach Torun, Ankunft 26.4.35.



Bevor ich jetzt noch weiter hier möglicherweise verkehrt poste, meine Frage an den Thread-Leader: Was verstehst Du hier unter Besonderheiten? Geht es hier um Abarten/Aufdruckverstümmelungen oder Fälschungen oder ?

VG, hajo22
 
Pete Am: 31.08.2015 21:46:56 Gelesen: 26549# 5 @  
@ hajo22 [#4]

Bevor ich jetzt noch weiter hier möglicherweise verkehrt poste, meine Frage an den Thread-Leader: Was verstehst Du hier unter Besonderheiten? Geht es hier um Abarten/Aufdruckverstümmelungen oder Fälschungen oder ?

Ursprünglich wollte ich auf Sachen hinaus, welche nicht im Katalog stehen. Die normalen Marken sowie vor allem Belege sind definitiv nicht zu verachten. Dafür ist das Sammelgebiet "Port Gdansk" m.E. zu selten bzw. scheinbar recht wenig Material vorhanden.

Gruß
Pete
 
hajo22 Am: 01.09.2015 00:17:40 Gelesen: 26528# 6 @  
@ Pete [#5]

Sachen, die nicht im Katalog stehen, habe ich nicht. Also bin ich hier doch verkehrt.

BG, hajo22
 
Meinhard Am: 01.09.2015 07:58:30 Gelesen: 26514# 7 @  
@ Pete [#5]
@ hajo22 [#6]

Stellt mal die 36 ausgegebenen Marken ein.

Würde gerne mit meiner Sammlung die Aufdrucke bzw. Prüfzeichen vergleichen, ob echt oder Fälschungen.

LG, Meinhard
 
Pete Am: 01.09.2015 21:38:42 Gelesen: 26468# 8 @  
@ hajo22 [#6]

Sachen, die nicht im Katalog stehen, habe ich nicht. Also bin ich hier doch verkehrt.

Bitte nicht wegrennen, sondern hierbleiben und bitte weiter schöne Belege bzw. Stücke zeigen. :-)

@ Richard

Bitte das Wort "Besonderheiten" im Thementitel streichen - dann passt der Inhalt wieder.

@ Meinhard [#7]

Stellt mal die 36 ausgegebenen Marken ein. Würde gerne mit meiner Sammlung die Aufdrucke bzw. Prüfzeichen vergleichen, ob echt oder Fälschungen.

Ich habe lediglich wenige Marken von Port Gdansk vorliegen, bisher auch nicht mein Sammelgebiet. Ein Sammlerkollege hat mir ein Lagerbuch Polen zur (Stempel-)Durchsicht gegeben. Darin befindliche interessante Stücke kann ich hier zeigen - ein Ergebnis siehe oben.

Gruß
Pete
 
Kontrollratjunkie Am: 02.09.2015 01:04:38 Gelesen: 26452# 9 @  
Dann will ich auch gerne einen bescheidenen Beitrag leisten und die Marken Port Gdansk Nr. 32 und 33 zeigen.

05.06.1937 Freimarken Polens mit Buchdruckaufdruck durch die Polnische Staatsdruckerei Warschau, Urmarken Polen Nr. 315 und 317, Wertstufen 5 und 15 Groschen

Auflage 567.500 / 400.000 Exemplare

Gruß
KJ


 
hajo22 Am: 02.09.2015 12:36:53 Gelesen: 26412# 10 @  
Am Postschalter der polnischen Hafenpost wurde auch eine nicht amtliche (also private) Werbemarke zu 10 Gr. zugunsten des polnischen Schulvereins verkauft. Die Vignette hatte natürlich keine Frankaturkraft. Sie ist im Michel Deutschland-Spezial-Katalog 2012 auf Seite 919 erwähnt.



BG, hajo22
 

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