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Thema: Japan Ganzsachen bestimmen
lonerayder Am: 31.08.2008 21:50:45 Gelesen: 13558# 1 @  
Japan: Ganzsachen Postkarte aus 1876/1884

Hallo zusammen,

weiß von Euch jemand, was das ist ?

mit unwissendem Gruß

Andreas


 
Jürgen Witkowski Am: 31.08.2008 22:17:12 Gelesen: 13552# 2 @  
@ lonerayder [#1]

Es handelt sich um die Hälfte eine japanischen Ganzsachen-Postkarte zu 5 Rin. Im Ascher-Katalog hat sie die Nr. 11. Verausgabt wurde sie zwischen 1876 und 1884.

Die Ganzsache ist recht häufig und wird in einwandfreiem Zustand einen Katalogwert von 1-2 € haben. Die letzte mir vorliegendes Katalognotierung aus dem Jahr 1976 betrug 0,60 DM. Falls der Stempel nicht eine Besonderheit aufweist, ist das Stück nahezu wertlos. Früher hat man Ganzsachenausschnitte mal gesammelt, heute will sie niemand mehr haben.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
AfriKiwi Am: 01.09.2008 01:11:37 Gelesen: 13537# 3 @  
@ lonerayder [#1]

Hallo Andreas,

eine ganze Postkarte habe ich hier gezeigt. Die Art und Weise der Abstempelungen ist den Japan Sammlern sicher besser bekannt.

Erich


 
lonerayder Am: 01.09.2008 07:48:22 Gelesen: 13531# 4 @  
@ AfriKiwi [#3]

Hallo Erich,

danke fürs zeigen. Sieht ja gut aus.

Ich habe sowas bisher noch nicht gesehen. Daher war ich etwas verwundert, wie ich den Abschnitt in einer Kiloware gefunden habe.

Mit bestem Dank

Andreas
 
ligneN Am: 10.08.2009 16:24:59 Gelesen: 13188# 5 @  
Hallo,

das ist die 5 Rin ocker von 1876. Verwendet für den Stadtposttarif in Tokyo, Osaka, Kyoto usw.

Katalogwert für einwandfrei (nicht vergilbt, verbräunt) mit Stempel einer Großstadt 300 yen = 3 US Dollar.

Der Stadtposttarif wurde zum 1.1.1883 aufgehoben.

Die Lagerbestände an 5 rin ocker Karten wurden amtlich mit 5 rin grau Marken Mi-Nr. 40A auffrankiert und am Schalter als 1 sen Karten (Einheitstarif ab 1.1.83) verkauft.

Die amtliche Auffrankierung war unten rechts anzubringen. Scherentrennung ist häufig.

Katalogpreis: US-$ 40.

Private Auffrankierung (Marke nicht unten rechts) ist seltener und etwa $ 50 zu bewerten.

Natürlich konnte man auch vorher 1/2 sen Marken (Mi Nr. 9, 18, 28, 40) aufkleben und die Karte landesweit versenden.
Erkennbar am Stempeldatum. Katalogwert je nach Beifrankatur und Stempel $60-120.

Ausschnitte: bis etwa 1900 wurden GAA regelmäßig gesammelt. Es gab entsprechende Vordruckblättern in den Alben von Schubeck u. a.

Nach dem 1. Weltkrieg hörte das auf. Die abgelösten GAA landeten nun in Tüten, Schachteln - oder bei ebay.

Gruß
LigneN
 
Cantus Am: 05.11.2009 01:51:56 Gelesen: 13047# 6 @  
Hallo,

auch wenn ich dieses Gebiet nicht sammle, so reizt mich solch ein Thema doch, einige Ganzsachen dazu zu zeigen. Sie sind alle nicht besonders schön erhalten, da es aber für mich nur Dubletten sind, werde ich mir mit Sicherheit keine besseren Stücke zulegen.

Alle gezeigten Stücke sind nach Ascher bestimmt, mehr kann ich dazu aber nicht sagen; vielleicht kann LigneN weiterhelfen.

Beste Grüße
Cantus



Dieser Kartenbrief wurde seitlich aufgeklappt und sieht dann so aus:



Es handelt sich hierbei um den ersten Kartenbrief Japans, Ascher K 1



Zwei gleiche Ausgaben, aber unterschiedlich gestempelt, Ascher P 11 I



Ascher P 12 I



Ascher P 24

Bei dem nachfolgenden Beleg bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sich tatsächlich um einen Umschlag handelt. Wenn ja, ist er mindestens an zwei Seiten beschnitten.

Dann handelt es sich um Ascher U 1 oder U 4, je nach abgeschnittenem Klappenstempel.





Vorder- und Innenansicht
 
ligneN Am: 08.11.2009 02:06:22 Gelesen: 13012# 7 @  
Cantus [#6]

Hallo,

Kartenbrief Nr. 1 von 1900, gelaufen von ?Kajiya nach Tokyo Oktober 1901,
Kw. ca. 8.- Euro.

Die beiden orangen Karten sind die Stadtpostkarte P11 1876-82, wie oben beschrieben.

Die landesweite Version 1876/98 war blau, hier mit Negativstempel (sog. "Bota") K = Kobe 1887. Kw. 2.-

Die Ascher P24, Abgangsstempel nicht lesbar. Kw. 1.-

Der Beleg unten ist kein Umschlag, sonder eine Faltpostkarte P6 von 1873.
Damals gab es in Japan noch keine moderne Papierfabrik, die Kartonpapier für Karten herstellen konnte. Man behalf sich mit Zeitungspapier, faltete die Karten und druckte auf die eine Innenseite eine "Gebrauchsanweisung" für das neue Medium.

Gelaufen 1875 von Osaka nach Nara. Kw. 30.-, das gezeigte Stück ist aber ziemlich mit Stockflecken behaftet, also erheblicher Abschlag.

Gruß
ligneN
 
Cantus Am: 09.11.2009 00:39:52 Gelesen: 12990# 8 @  
Danke für die fachkundigen Antworten. Auf die Definition "Faltpostkarte" wäre ich bei dem so sehr dünnen Papier nie gekommen.

Beste Grüße
Cantus
 
ligneN Am: 11.11.2009 14:48:02 Gelesen: 12960# 9 @  
Hallo,

"Faltpostkarte" ist die Übersetzung des in Japan verwendeten Begriffs.

Es ist aber üblich (gerade bei den e-bay Keksperten) das mit Umschlägen zu verwechseln. ;-)

Gruß
ligneN
 
Cantus Am: 15.11.2009 02:33:28 Gelesen: 12928# 10 @  
Ich habe noch eine Postkarte bei mir gefunden, diesmal mit rotem oder rotbraunem Stempel.

Gruß
Cantus



Ascher P 12 II
 
ligneN Am: 16.11.2009 19:48:29 Gelesen: 12903# 11 @  
Hallo,

diese Karte wird im Japankatalog mit $1.50 bewertet. Stempel Koriyama (Provinz Yamato) 1892 nach Osaka. Kein Aufschlag für Seltenheit.

Stempelfarbe der japanischen Inlandsstempel war 1887-98 braun (Töne von schwarz bis oliv je nach Ölanteil) bis rotbraun.

Vorher und nachher schwarz. Manche Ämter hatten weniger Verkehr und brauchten ihre braunen Vorräte noch bis 1902-03 auf.

"Richtige" rote Stempel sind in Wirklichkeit zinnoberrot und wurden nur von Feldpostämtern 1894/95 sowie von Telegraphenämtern verwendet.

Bei ebay wird natürlich jeder übliche rotbraune Stempel auf diesen Ganzsachen Wst 1876/98 als "ROT RRRR" angeboten ;-)

Gruß
von der LigneN
 
M.P.D. Am: 20.03.2020 12:50:30 Gelesen: 2188# 12 @  
Hallo,

könnte mir evtl. jemand etwas zu diesen japanischen Ganzsachen sagen? Sie stammen aus der Sammlung meines Opas und sind in einem Kuvert aus Kobe gelaufen.

Konnte die Karten nirgendwo finden.

Für eine Antwort bin ich dankbar.

Gruß
Mike


 
ligneN Am: 25.03.2020 14:46:59 Gelesen: 2137# 13 @  
@ M.P.D. [#12]

Sowohl die blaue Karte von 1876 wie der rote Antwortkartenteil von 1885 sind weiter oben schon besprochen worden.

Die blaue lief von Akashi nach Osaka, die rote von Yokohama nach Kobe.

Keine Stempelraritäten.

Katalogwert für die blaue 300 Y, die rote 500 Y, wegen der Mängel müssen aber deutliche Abstriche gemacht werden.
 
M.P.D. Am: 25.03.2020 17:12:52 Gelesen: 2127# 14 @  
Vielen Dank für die Antwort.

Kurios ist, wie die in die Sammlung gelangt sind.

Gruß
Mike
 
London-Dieter Am: 11.11.2020 00:26:01 Gelesen: 1458# 15 @  
Im Nachgang zu der gezeigten Faltkarte P6 von Cantus [#6] möchte ich auch eine beisteuern.

Mit der Bitte um evtl. Erklärung der vorhandenen Stempel. Auch wenn der Abschlag auf dem Wertstempel fast unleserlich ist, würde mich der Weg und das Jahr dieser Faltkarte interessieren.

Danke im Voraus.

Desweiteren würde ich gern wissen, wo die in meinem alten Ascher erwähnten Kontrollzeichen auf der Karte zu finden sind - aber deren Fundstelle leider nicht angemerkt ist. Meine Vermutung habe ich mit einem roten Pfeil markiert.

London-Dieter








 
Koban Am: 11.11.2020 02:49:39 Gelesen: 1447# 16 @  
@ London-Dieter [#15]

Bild 4: 豊橋 = Toyohashi
Bild 5: Lage des Kontrollzeichens ist korrekt
Bild 6: 大阪 = Osaka, 明治八 = Meiji 8 = 1875

Der Kreisstempel auf dem Wertzeichen könnte ein Kiban (Nummernstempel) sein.

Gruß,
Koban
 
London-Dieter Am: 11.11.2020 04:41:54 Gelesen: 1436# 17 @  
@ Koban [#16]

Hallo Koban,

ich danke Dir ganz herzlich für Deine Erläuterungen. Nun kann ich ein kleines Schildchen mit Informationen zur Karte in meine Sammlung einfügen.

Ich liebe diese alten, historischen Karten, meine Sammlung geht weltweit und bis 1900. Nur mit den asiatischen Schriftzeichen hapert es. Griechisch kann ich entziffern, aber der östliche Sprachraum bleibt für mich mysteriös. Auch sind in den westlichen Sprachen die Zahlen zu deuten, somit kann man sich selbst weiterhelfen. Zum Glück gibt es hier im Forum Spezialisten, die hilfsbereit sind.

Und dafür noch einmal ein dickes Danke!

Vielleicht noch eins bitte, der größere rechteckige Stempel auf der Rückseite. Welche Bewanntnis hat es wohl damit und was kann man daraus entziffern?

London-Dieter
 
ligneN Am: 11.11.2020 11:35:10 Gelesen: 1413# 18 @  
Der Ra. 1 mit zwei Zeichen = "Gebühr bezahlt", privater Stempel.

Der Ra. 3 = Absenderstempel der Firma, eines Gemischtwarenladens aus Toyohashi.

Ganz oben waagerecht links und rechts Firmenname, in der Mitte unter den gekreuzten L-förmigen (oder bei uns Germanen: Dachfirstbeilen...)Zeichen das Firmenlogo. So etwas gibt es heute noch, auf Schildern, auf Stirnbändern zB im Sushiladen usw.
 
London-Dieter Am: 11.11.2020 18:24:46 Gelesen: 1388# 19 @  
@ ligneN [#18]

DANKE !
 
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