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Thema: (?) (839) Aptierte Stempel
Das Thema hat 856 Beiträge:
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Nordluchs Am: 12.07.2021 14:27:16 Gelesen: 15587# 832 @  
@ volkimal [#830]

Hallo Volkmar,

ich muss leider etwas korrigieren. Mein vorheriger Beitrag [#829] enthielt schon eine besondere Aptierung. Die ist sehr interessant mit den ausgebrochenen (o.ä.) Flügeln. Mein Anliegen war die Auslagerung der Behörde.

Es handelt sich in meinem Fall um die (Dürst/Eich) D/E E - 13 G



Dein gezeigter Beleg mit der Aptierung ist die E – 13 J. Anmerkung: Katalog Nr.in Klammern sind die aus dem alten D/E von 1980.

Damit ich hier keinen reinen Schriftverkehr hinterlasse, ein weiteres schönes Beispiel einer seltenen Aptierung. Mit der Katalog Nr. E - 11 L sind nur die beiden Rahmen mit Mäanderzeichnung des ehemaligen Wertrahmen Rechteck zu beachten.



Die Werbung darunter (TEXTILFACHBÜCHERVERLAG / ROB.BIRKNER) ist ein eignes Klischee und fest aufgeschraubt.

Viele Grüße
Hajo
 
volkimal Am: 12.07.2021 14:33:49 Gelesen: 15583# 833 @  
@ Nordluchs [#832]

Hallo Hajo,

danke für die Korrektur -da habe ich nicht richtig hingesehen.

Die Aptierung Nr. E - 11 L habe ich noch nie gesehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
epem7081 Am: 12.07.2021 20:52:18 Gelesen: 15461# 834 @  
@ JohannesM [#831]

Hallo Eckhard,

ich kann Dir hier nur recht geben. Vermutlich gibt es zu diesem Unternehmen kein Archiv mehr, das eine Lösung des „Zahlenrätsels“ zum Gründungsjahr zweifelsfrei bieten könnte.

Wenn ich nichts übersehen haben, dann kann ich aus meinem Fundus hier eine Aptierung aus OBERAUDORF, Luftkurort + Wintersportplatz im Inntal, vorstellen.



Der Stempel vom 25.10.1959 enthält noch die PLGZ (13b), die aber beim Stempel vom 7.3.1962 gänzlich entfernt wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
volkimal Am: 20.07.2021 13:41:16 Gelesen: 13061# 835 @  
Hallo zusammen,

die Stadt Rheinberg feierte 1983 ihr 750-jähriges Bestehen mit einer Festwoche vom 11.6. bis zum 19.6.



Schon im Oktober 1982 machte die Stadt mit ihrem Absenderfreistempel Reklame für die Festwoche. 1989 war die Festwoche schon lange vorüber. Daher hat man die Werbung für die Festwoche aus dem Werbeklischee entfernt. Es blieb nur noch die Abbildung des Schlüssels vor der Stadtansicht übrig. Dadurch, dass der untere Text fehlt, befindet sich die Abbildung ungewöhnlich weit oben.

Viele Grüße
Volkmar
 
Nordluchs Am: 22.07.2021 19:27:52 Gelesen: 12102# 836 @  
@ volkimal [#835]

Hallo zusammen,

diese Aptierung ist mir gerade übers Display gelaufen. Die Aptierung (E - 11 K) zeigte ursprünglich den Wertrahmen Rechteck.



Barchfeld / (Werra) / Kauft / Pallas / Fahrradteile vom 08.01.1946

Viele Grüße
Hajo
 
filunski Am: 04.08.2021 23:46:20 Gelesen: 8784# 837 @  
Hallo zusammen, insbesondere Volkmar,

mal wieder etwas zu diesem Thema, diesmal ein Maschinenstempel:



SCHWARZENBERG 1 / 943 / q vom 22.12.1976

Zum Einen, selbst für die DDR, sehr später Einsatz einer alten Universal/Standard Maschine. Die Angabe von PLZ war bei diesen nie vorgesehen. Hier steht aber die PLZ 943 unter der Ortsangabe drin. M.E. wurde die PLZ aptiert (nachträglich hinzugefügt). Leider konnte ich keine Vergleichsabschläge dieses Stempels aus früheren Jahren finden.

Kann jemand vielleicht diesen Stempel ohne PLZ zeigen?

Viele Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 07.08.2021 10:47:25 Gelesen: 8233# 838 @  
@ filunski [#837]

Hallo Peter,

ein interessanter Stempel, der mir bisher nicht bekannt war. Leider kann ich den Stempel ohne PLZ nicht zeigen.

Von mir eine Aptierung eines Absenderfreistempels aus Dülmen:



Die Änderung des Wertrahmens zählt nicht zu den Aptierungen. Das Entfernen des linken Teils des Werbeklischees schon:



Daneben gab es auch noch den passenden Maschinenstempel. Damit gehören die Stempel zu den sogenannten analogen Stempeln.

Weshalb man den linken Teil im Werbeklischee des Absenderfreistempels entfernt hat weiß ich nicht. Vielleicht passte er nicht mehr in die Zeit. Das Segelfluggelände und die Wildpferdebahn gibt es zumindest auch heute noch. Wir kommen öfter mit dem Fahrrad dort vorbei.

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 08.08.2021 11:58:06 Gelesen: 8045# 839 @  
Hallo,

habe diesen Freistempel von Hettstedt vom 08.02.1946. Wurde dieser aptiert?

Werbung der Fa. Mansfeld A.G. Kupfer-u. Messingwerke.

Gruß
Manne


 
volkimal Am: 09.08.2021 15:28:39 Gelesen: 7928# 840 @  
@ Manne [#839]

Hallo Manne,

dieser Wertrahmen ist nur von den Mansfelder Kupfer- und Messingwerken bekannt. Im Katalog Der deutschen Post- und Absenderfreistempel Band 1 (Dürst/Eich) hat er die Nummer 252 (Typ E-17-F). Er steht unter der Überschrift "Vereinzelte neuen Wertrahmen". Dort heißt es "Vereinzelt wurden nicht nur Reichsrahmen unverändert oder aptiert weiterverwendet. Vereinzelt wurden auch neue Wertrahmen geschaffen, wobei man sich zumeist in der Gestaltung an die aus der Reichszeit bekannten Muster anlehnte bzw. alte Rahmen umgestaltete".



Es ist also nicht ganz sicher, ob der Wertrahmen aptiert wurde oder ob es sich um eine Neuanschaffung handelt. Zum Vergleich mit deinem Stempel (links) ein normaler Wertrahmen (rechts).

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 09.08.2021 18:29:28 Gelesen: 7908# 841 @  
Hallo zusammen,

beim Werbeklischee dieses Absenderfreistempels gehe ich davon aus, dass er aptiert wurde:





Die Angabe "Postfach 53" ist nachträglich in den Stempel eingefügt worden. Meine Begründung ist:

1) Der Rest der beiden Stempel ist exakt gleich (Größe, Abstände ...). Der zweite Stempel ist aber stärker abgenutzt.

2) Der erste Buchstabe "G" hat bei beiden Stempeln dieselbe ungewöhnliche Form
3) Der Buchstabe "w" in Nordwalde ist nicht symmetrisch. Diese Asymmterie ist bei beiden Stempeln gleich. Links ist der Originalbuchstabe, rechts dessen Spiegelung.

Viele Grüße
Volkmar
 
Manne Am: 09.08.2021 20:30:43 Gelesen: 7884# 842 @  
@ volkimal [#840]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für Deine Antwort.

Wenn ich die beiden Stempel vergleiche, dann sieht es so aus, als ob der alte Wertrahmen weiter verwendet wurde.

Gruß
Manne
 
volkimal Am: 09.08.2021 20:36:20 Gelesen: 7881# 843 @  
@ Manne [#842]

Hallo Manne,

ich vermute auch, dass es sich eher um eine Aptierung handelt als um eine Neuanschaffung.

Viele Grüße
Volkmar
 
Nordluchs Am: 10.08.2021 17:52:55 Gelesen: 7699# 844 @  
@ volkimal [#843]

Hallo Volkmar, hallo Manne,

habe das erst gestern gesehen. Stimme zu das der Wertrahmen oben und unten umgestaltetet wurde, somit Deutsches Reich entfernt. Korrekt ist auch der genannte Typ E – 17 F -. Ist bisher nur bei dieser Maschine bekannt! Nachfolgend meine Vergleichsstücke zu diesem Thema.



Laut Archivkarte wurde die Maschine am 17.02.1933 in Betrieb gesetzt. Eine neue Maschine hätte andere, nämlich gotische, also eckige Wertziffern erhalten. Wurden bei Neuanschaffung ab ca. 1936/37 eingesetzt und sollten angeblich härter somit verschleißfreier hergestellt sein.

Viele Grüße
Hajo
 
volkimal Am: 11.08.2021 09:32:38 Gelesen: 7530# 845 @  
@ Nordluchs [#844]

Hallo Hajo,

sehr schön! Damit ist der Fall eindeutig geklärt. Es ist eine etwas umfangreichere Aptierung, da nicht nur Teile des Wertrahmens entfernt wurden sondern zusätzlich die Linien oben und unten hinzugefügt wurden.

Von mir heute eine Aptierung, die man leicht übersehen kann:





Das Postfach der Stadtverwaltung Münster hatte ursprünglich die Nummer "1436", später hatte es die Nummer "5909". Bei diesem Stempel kann man an der Schrift gut erkennen, dass die Zahl nachträglich eingefügt wurde. Die Ziffern sind etwas kleiner und schmaler als bei dem Wort "Postfach". Bei einer Neuanschaffung (dritter Stempel) passen sie besser zusammen.

Nach den mir vorliegenden Stempeln muss die Aptierung der Postfachnummer zwischen April 1969 und Juni 1970 vorgenommen worden sein.

Viele Grüße
Volkmar
 
Nordluchs Am: 17.08.2021 19:34:54 Gelesen: 5919# 846 @  
@ volkimal [#845]

Hallo zusammen!

Nach der Durchsicht dieser Rubrik den Beitrag [#118] entdeckt. „…einen Stempel den neuen Erfordernissen anzupassen, um ihn weiterhin benutzen zu können". Kürzlich hatten wir es ja schon mit derartigen Freistempel zu tun [#839] [#840].

Unter dem Titel „Vereinzelt neue Wertrahmen“ ist mit der Katalognummer - E -17 R - der folgende neu gestaltete AFS einzuordnen.



Weiterer Hinweis im Katalog: „Nur Bürgermeister, Eichwalde bekannt“

Viele Grüße
Hajo
 
Nordluchs Am: 21.08.2021 11:29:25 Gelesen: 4929# 847 @  
Hallo zusammen,

wieder mal etwas aus der ehemaligen Ausstellungssammlung. Neben der Aptierung (E – 12 D) ist in diesem Fall das „Provisorium“ durch handschriftliche Streichung der alten Ortsangabe und die Änderung durch einen Handstempel von Bedeutung.



Provisorien dieser Art sind nur wenige bekannt. Zum Vergleich noch der ursprüngliche Absenderfreistempel.

Dieses Provisorium entstand durch die drohende Verstaatlichung in der sowjetisch besetzten Zone. Von Probstzella setzte sich der Betrieb nur wenige Kilometer weiter in die amerikanische Zone nach Ludwigsstadt ab.


Viele Grüße
Hajo
 
Journalist Am: 13.09.2021 18:05:17 Gelesen: 273# 848 @  
Hallo an alle,

die folgende Frage ist eine Arbeitsansatz, der zu beweisen wäre.

Es geht um die wenigen Tagesstempel mit Zusatz Fliegerhorst oder Flugplatz, die circa Ende 1937 / 1938 auf den entsprechenden Poststellen oder Postämtern von einigen Fliegerhorsten eingerichtet wurden.

Da zum 1. September 1939 der 2. Weltkrieg begann, wurden diese Stempel entweder durch andere Stempel ohne Zusatzangabe ersetzt, oder sie wurden teilweise oder mehrmals aptiert.

Dies könnte meiner Meinung nach auch auf dem Fliegerhorst Greifswald passiert sein ?

Vor dem Krieg bekam dieser Fliegerhorst den Stempel "Greifswald Flugplatz" mit dem UB "b"



Hier wurde nun eventuell aus dem neuen Stempel der Name "Greifswald Flugplatz" entfernt und durch "Greifswald 4" ersetzt ?



Diesen Verdacht habe ich, da es sich um den selben Unterscheidungsbuchstaben "b" handelt.

In anderen Fällen, wo der Stempel durch eine Ortsangabe ersetzt wurde, gab es dann auch einen anderen Unterscheidungsbuchstaben.

Lässt sich so etwas eventuell beweisen ?

Ich bin schon jetzt gespannt auf mögliche verschiedene Antworten zu dieser nicht ganz so einfachen Frage.

Viele Grüße Jürgen
 
drmoeller_neuss Am: 13.09.2021 18:17:11 Gelesen: 270# 849 @  
@ Journalist [#848]

Das halte ich doch für ein bisschen aufwendig. Nach der Entfernung von "Greifswald Flugplatz" wäre nicht mehr viel von dem alten Stempel übrig geblieben.

Dann hätte man nur "Flugplatz" entfernt, und durch eine "4" ersetzt.
 
bernhard Am: 14.09.2021 23:45:00 Gelesen: 207# 850 @  
@ Journalist [#848]

Lässt sich so etwas eventuell beweisen ?

Hallo Jürgen,

ein interessanter Fall. Ich teile deine Vermutung über die beiden Stempel.

Nachfolgend ein Auszug aus dem OV I 1944:



Auffällig hier, dass bei der Poststelle 4 keine Strassen- oder örtl. Bezeichnung angegeben ist. Dies werte ich als Hinweis, dass sich die Poststelle evtl. am Flughafen befand.

Greifswald 4 wird erstmals im OV I von 1940 aufgeführt. Greifswald Flughafen wird im OV I von 1938 und 1939 (und auch später) überhaupt nicht aufgeführt.

Das Rätsel zu lösen wird dich schon einige Mühen kosten!

- Herausbekommen wo der Standort von Greifswald 4 war (z.B. Stadt oder Postamt um Auskunft bitten)
- Mit einem Heimatsammler kontakt aufnehmen, vielleicht gibt es weitere Erkenntnisse und weitere Stempeldaten. (hätte eine emailadresse für dich)
- in Literatur suchen (z.B. Fliegerhorstkommandaturen und Flugplätze der deutschen Luftwaffe 1935-1945, Dr. Ing. Mattiello; div. Feldpostbeiträge ...)
- Archive (wird Glücksache)

Möglicherweise wird dies auch keine 100% ige Auflösung, aber eine Erhärtung deiner These. Die Lage von Greifswald 4 wäre ein starker Hinweis. Aber auch dann bleibt noch: war der Stempel "Greifswald 4 b" nur der Ablöser vom Stempel "Greifswald Flughafen" oder wurde er aptiert? Den 100% igen Beweis bekommst du nur mit der Glücksache Archivalie.

Viele Grüße
Bernhard
 
filunski Am: 14.09.2021 23:58:00 Gelesen: 204# 851 @  
@ Journalist [#848]

Hallo Jürgen,

die Vermutung, dass es sich bei Greifswald 4 um den Flugplatz handeln könnte, teile ich durchaus. Nach Kriegsbeginn wurden nach und nach alle diese Tagesstempel mit Inhalt "Flugplatz/Fliegerhorst" aus Verschleierungs-/Geheimhaltungsgründen aus dem Verkehr gezogen oder aptiert. Von einem anderen Fliegerhorst kenne ich diese Umbenennung von "Fliegerhort" in Ortsname + PA Nr. auch.

Das von Bernhard [#850] genannte Werk "Fliegerhorstkommandaturen und Flugplätze der deutschen Luftwaffe 1935-1945, Dr. Ing. Mattiello" habe ich und kann darin mal nachforschen (aber erst in 14 Tagen wenn ich wieder Zuhause bin).

Dass es sich um eine Aptierung handeln könnte, bezweifle ich stark, ich halte den Greifswald 4 für eine Neuanfertigung. Zu dieser Zeit sparte man noch nicht bei der Ausstattung mit neuen Stempelgeräten.

Viele Grüße,
Peter
 
Journalist Am: 15.09.2021 09:04:05 Gelesen: 184# 852 @  
@ Journalist [#848]
@ bernhard [#850]
@ filunski [#851]

Hallo Bernhard und Peter und an alle,

zur Ergänzung der Diskussion möchte ich erst einmal die ganzen Briefe dieser beiden Stempel zeigen:



Dies ist Brief mit dem Stempel mit der Bezeichnung Greifswald Flugplatz kurz vor Kriegsbeginn.

Dem folgenden Brief kann man eindeutig durch den Dienststempel entnehmen, das er vom Fliegerhorst stammt:



Hier ist dem Dienststempel gut zu entnehmen "Fliegerhorstkommandantur Greifswald".

Ich habe hier von diesen Fliegerhorsten noch einige weitere Orte, wo es ähnlich aussieht.

Die Idee mit dem Heimatsammler ist sehr gut, vielleicht kann der ja hier weiterhelfen.

Gibt es denn Unterlagen von Stempelherstellern aus damaliger Zeit, was hier neu angefertigt wurde, um eventuell so eine Klärung zu ermöglichen ?

Weiter wäre natürlich an Stempelexperten für Aptierungen die Frage, was sind denn eindeutig überhaupt die größten nachweisbaren nachträglichen Ergänzungen bei Stempeln gewesen ? (also nur einige Buchstaben und Zahlen oder auch lange Worte ? - wäre so eine doch größere Neueinsetzung überhaupt technisch machbar und haltbar ?)

Bei vielen Fliegerhorsten, die solche Stempel hatten, wurden in der Regel scheinbar neue Stempel auch mit anderen UB neu angeschafft, falls sie nicht aptiert wurden.

Soweit einige Ergänzungen, schon jetzt vielen Dank für weitere Anmerkungen oder mögliche Antworten.

Viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 15.09.2021 10:10:25 Gelesen: 176# 853 @  
@ Journalist [#852]

Hallo Jürgen,

du fragst: "was sind denn eindeutig überhaupt die größten nachweisbaren nachträglichen Ergänzungen bei Stempeln gewesen?". Ich beziehe die Frage einmal darauf, welches die größten eingefügten Texte sind, denn aptiert (entfernt oder ausgegossen) wurde z.B. in Kriegszeiten zum Teil der komplette Stempeltext. Zum Beispiel hier:



Es ist manchmal aber erstaunlich, was alles eingefügt worden ist. Auch hierzu ein Beispiel:



In einem alten abgenutzten polnischen Stempel hat man den Ortsnamen "POZNAN" und das Unterscheidungszeichen (unten) entfernt und durch "POSEN" bzw "3" ersetzt. Man sieht es sofort aufgrund der Linienbreite.



Einige sehr aufwändige Aptierungen aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg stammen aus dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Beim Stempel aus Kalkfeld hat man das "DEUTSCH" komplett entfernt. Zusätzlich wurden die Buchstaben "ÜD" und "EST" entfernt und durch Punkte ersetzt. In "AFRIKA" hat man das "K" gegen ein "C" ausgetauscht.

Auch wenn es so aufwändige Aptierungen gibt, glaube ich nicht, dass dein Stempel aptiert wurde. Ich kenne kein Beispiel, in dem man einen Text entfernt hat und durch einen gleichlautenden Text an anderer Stelle ersetzt hat. Hätte man deinen Stempel aptieren wollen, so hätte man das "Greifswald" stehen gelassen und nur den "Flugplatz" gegen die "4" ausgetauscht. Auch hierzu ein Beispiel:



Einen eindeutigen Nachweis, ob es sich um eine Neuanschaffung handelt, ist meiner Meinung nach nur aus den Unterlagen des Stempelherstellers zu entnehmen. Ein Heimatsammler hat vielleicht weitere Abschläge des Stempels, wird aber auch nicht wissen, ob es eine Neuanschaffung oder Aptierung ist. Nur wenn sich die Verwendungszeiträume der beiden Stempel überschneiden würden, wäre es eindeutig eine Neuanschaffung.

Ich habe deine beiden Abschläge am Bildschirm einmal überlagert um festzustellen, ob man irgendwelche Unterschiede sieht. Der einzige Unterschied war die Länge des "b". Im Stempel von 1939 war es etwas kürzer, das hat aber nichts zu bedeuten. Alle anderen Abstände stimmten überein. Das ist aber kein Wunder, denn die Stempelhersteller hatten fertige Rohlinge, die natürlich alle gleich waren.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 15.09.2021 14:13:10 Gelesen: 152# 854 @  
@ Journalist [#852]

Hallo Jürgen,

dein zweiter Beleg mit dem Tagesstempel GREIFSWALD 4 und dem Dienststempel "Fliegerhorstkommandantur Greifswald", belegt für mich schon sehr sicher, dass es sich bei Greifswald 4 um den Fliegerhorst handelt. Nachdem der Fliegerhorst schon vorher ein eigenes Postamt, nicht nur Poststelle hatte, hat er das auch nach 1939 behalten. Für Greifswald 4 ist ja auch in dem Ausschnitt des OV [#850] ein Zweigpostamt (ZdA) angegeben.

"Gibt es denn Unterlagen von Stempelherstellern aus damaliger Zeit, was hier neu angefertigt wurde, um eventuell so eine Klärung zu ermöglichen?"

Ja, die gibt es, die Auslieferungsbücher der Stempelhersteller. Die müsste man danach durchforsten. Das könnte für dich sogar ein gar nicht so schwer zu realisierendes Unternehmen sein. Die Auslieferungsbücher der Firmen Gleichmann und Braungardt (die haben damals die meisten der Handstempel gefertigt) befinden sich im Depot der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Dies ist vor Jahren von Nürnberg umgelagert worden (u.a. auch diese Auslieferungsbücher) nach Heusenstamm bei Frankfurt. Also fast vor deiner Haustür. ;-) Vor Corona konnte man dort auch Termine zur Besichtigung ausmachen und früher (noch zu Nürnberger Zeiten) bekam man auch Kopien von ausgesuchten Seiten. Versuch es doch mal, als Leiter einer "einschlägigen ArGe" ;-) sollte das immer noch möglich sein.

Viele Grüße,
Peter
 
filunski Am: 15.09.2021 14:34:34 Gelesen: 146# 855 @  
@ Journalist [#848]
@ filunski [#854]

Nachtrag zu Greifswald 4 = Fliegerhorst

Hallo Jürgen,

zur Ortsangabe bin ich inzwischen fündig geworden und damit dürfte der letzte Zweifel ausgeschlossen sein. Greifswald 4 ist der Fliegerhorst Ladebow. Vor Juni 1937 Poststelle Fliegerhorst Ladebow (der Fliegerhorst wurde nach Baubeginn 1934 im Jahre 1936 fertig gestellt), ab 15.6. 1937 Postamt GREIFSWALD FLUGPLATZ, ab 1940 Postamt GREIFSWALD 4 (Fliegerhorst Ladebow), hier nachzulesen [1].

Zumindest dieser Punkt sollte damit eindeutig geklärt sein.

Viele Grüße,
Peter

[1] http://www.greifswald-wieck.de/greifswald/post.html
 
bernhard Am: 15.09.2021 22:14:04 Gelesen: 109# 856 @  
@ Journalist [#852]
@ volkimal [#853]
@ filunski [#854]

Die Braungardt-Bücher aus 1939-40 habe ich durchgeschaut - kein Treffer. Hier war auch kein positives Ergebnis zu erwarten, da zu dieser Zeit fast nur für bayerische Postanstalten gefertigt wurde.

Bei Gleichmann habe ich diese Zeit nur unvollständig vorliegen. Aus den vorhandenen Unterlagen ebenfalls kein Treffer.

Noch eine Bemerkung zu den Gleichmann-Büchern: Diese befinden sich nicht in Heussenstamm sondern bei der Prüferfamilie Schlegel.

Die Aufstellung von Jan Gloger weicht im Status der Postämter sehr von den Ortsverzeichnissen ab. Es ist übrigens der Sammler, den ich im Beitrag [#848] mit der vorhandenen Email-Adresse gemeint habe. Man kann in seiner Aufstellung sehen, dass er im Prinzip zum gleichen Ergebnis kam (Greifswald Flughafen = Greifswald 4).

Viele Grüße
Bernhard
 

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