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Thema: Schweizer Eisenbahnmarken
Richard Am: 08.09.2008 13:15:48 Gelesen: 11203# 1 @  
Filamaxo schrieb im Briefmarken Cafe zu Eisenbahnmarken der Schweiz einen kleinen Beitrag.

Vielleicht kann jemand den Beitrag ergänzen und Abbildungen anfügen ?

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Die Schweizer Eisenbahnmarken dienten zur Frankierung von Frachtbriefen. In dem Sinn nicht fiskalisch sondern quasi bahnpostalisch.

Man konnte früher bei der Bahn Pakete und anderes direkt aufgeben, vor allem unverpackte Sendungen, die die Post so nicht angenommen hätte. Der Empfänger musste die Sendung dann aber auch auf den nächst liegenden Bahnhof mit Güterumschlag abholen, oder gegen eine zusätzliche Gebühr von einem Cammioneur liefern lassen. Bei unserem Bahnhof (Distanz 4km)wurde per Cammion zB nur mittwochs ausgeliefert.

Mein Bruder schickte jeweils auf diese Art Sommerszeit 2 Körbchen Kirschen zu 10 Kilo frisch geerntet aus der Ferne nach Hause.

Er war/ist Lehrer. Deshalb konnte er die Kirschen nur am Mittwoch nachmittag auf seine Station bringen, da der Mittwoch Nachmittag schulfrei war.

Ich war dann jeweils verdonnert, diese zu Fuss holen zu gehen, da sie eben am Auslieferungstag Mittwoch vorbei schrammten und sonst wohl auf der Bahnstation verfault oder vom Bahnpersonal verköstigt worden wären. Einen Veloanhänger, mit dem ich sie bequem hätte transportieren können, hatten wir leider nicht. Auto schon gar nicht.

Die Frachtbriefe dazu waren jeweils auch mit diesen Marken voll gepappt. Kannst Dir vorstellen, wie mich als kleiner Briefmarkengier-Junge das jeweils ärgerte, dass ich nur den Frachtbriefteil-Teil ohne Marken ausgehändigt bekam.

Der Verkauf der ungebrauchten Eisenbahn-Marken an Privatpersonen war untersagt, also verboten.
 
Harald Zierock Am: 26.10.2009 09:16:48 Gelesen: 10814# 2 @  
@ Richard [#1]

Hallo Richard,

Dein Bericht ist zwar schon über ein Jahr her, und ich wollte schon lange darauf antworten, habe das aber immer verschoben.

Nun, so dachte ich, müsste ich Dir doch endlich unter die Arme greifen und Dir ein Bild dazu schicken !

Viele Grüsse,

Harald


 
Pete Am: 26.10.2009 18:26:28 Gelesen: 10801# 3 @  
@ Harald Zierock [#2]

Danke, dass du diesen Beitrag wieder nach oben gebracht hast :-)

Unabhängig von diesem Beitrag erwarb ich gestern auf einem Tauschtag einen Frachtbrief (A5-Format) mit 2 Fiskalmarken für 1,00 Euro, da ich vorher etwas derartiges noch nicht gesehen hatte. Am 17.07.1958 wurde eine leere Kiste mit Gewicht von 52kg von 4533 Attisholz (Schweiz) zum Bahnhof Schlieren in Zürich transportiert.

Nachfolgend die Vorderseite (Scan bei 300 dpi):



Die Rückseite ist sicherlich etwas weniger interessant, daher als kleinerer Scan (100 dpi):



Die verwendeten Marken selbst:



Gruß
Pete
 
Harald Zierock Am: 01.11.2009 13:21:18 Gelesen: 10770# 4 @  
@ Pete [#3]

Hallo Pete,

Ich nehme an, dass es noch mehrere Sammler gibt, die so etwas sammeln.

Es wäre interessant, wenn diese Personen etwas in diesem Bericht beisteuern könnten, dann würden wir in der Philatelie auch weiterkommen.

Harald
 
Pete Am: 01.11.2009 16:29:03 Gelesen: 10760# 5 @  
@ Harald Zierock [#4]

Ich gehe davon aus, dass sich mehrere Sammler mit dieser Thematik befassen; frage mich allerdings, wie solch ein Auflierferungsschein in Sammlerhand geraten konnte.

In Beitrag [#1] wird geschrieben:

>>Die Frachtbriefe dazu waren jeweils auch mit diesen Marken voll gepappt. Kannst Dir vorstellen, wie mich als kleiner Briefmarkengier-Junge das jeweils ärgerte, dass ich nur den Frachtbriefteil-Teil ohne Marken ausgehändigt bekam.<<

Demnach wurden die mit Briefmarken frankierten Stammteile nicht an den Abholer (Empfänger bzw. Angehöriger usw.) abgegeben.

Da ich Eisenbahnmarken aus der Schweiz eigentlich nicht sammle, kann ich meinerseits leider nicht mehr zu dem Thema beisteuern. Ich hatte den Beleg nur mitgenommen, da dieser nicht teuer war und ich derartiges vorher noch nicht gesehen hatte.

Gruß
Pete
 
Harald Zierock Am: 03.11.2009 16:38:09 Gelesen: 10734# 6 @  
@ Pete [#5]

Hallo Pete,

hier ist ein Link zu einem Verkäufer. Es soll keine Reklame für den Verkäufer sein. Siehe nur einmal die Preise!

Harald

http://www.marken-mueller.ch/shop/katalog/sammelgebiet/eisenbahnmarken.html
 
Heinz 7 Am: 15.10.2015 23:18:46 Gelesen: 5397# 7 @  
@ Richard [#1]

Hallo Kollegen,

seit fast 6 Jahren ist zu diesem Thema nichts mehr geschrieben worden. Eisenbahnmarken fristen in der Schweiz meist nur ein "Mauerblümchendasein". Auch ich habe nur wenige davon.

Umso mehr hat es mich gefreut, als ich einst den beiliegenden Frachtbrief von 1947 entdeckte, der von Bonstetten nach Wald (Kanton Zürich (hier abgekürzt: "Zch.")) gesandt wurde. Zweimal sehr sauber gestempelt, das ist bei diesen Stempeln alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Eine 30 Kilo schwere Kanne wurde auf die Reise geschickt. Wie sich die Frankatur von CHF 1.30 ergibt, ist auf dem Formular vermerkt (wie praktisch!).



Postgeschichte pur. Oder ist jemand anderer Meinung? Es gibt Leute, die rümpfen die Nase, wenn sie Eisenbahnmarken sehen.

Gute Nacht - Heinz
 
skribent Am: 16.10.2015 09:09:21 Gelesen: 5366# 8 @  
Guten Morgen Zusammen,

jawohl, sechs Jahre hat dieses Thema geruht, aber schon 2009 wurde gebeten, doch mal einen Bericht über die Eisenbahnmarken der Schweiz beizusteuern. Gemeldet bzw. aufgerafft hat sich bisher niemand. Es ist aber auch nicht nötig, denn der Multiprint Verlag hat den "Schweizerischer Eisenbahnmarken Katalog" aufgelegt, für den die Philatelisten Brenzikofer und Stutz verantwortlich zeichneten. Es handelt sich nicht um einen Katalog im klassischen Sinne, das Buch müsste eigentlich "Handbuch" heißen. Wer es gelesen hat - weiß bestens Bescheid!



Einen schönen Tag wünscht
Franz
 
Heinz 7 Am: 14.12.2015 23:12:43 Gelesen: 5074# 9 @  
@ skribent [#8]

Das Buch ist wirklich bahnbrechend.

Schön ist, wenn man ab und zu einen Beleg findet, der in die Sammlung passt.



Frau Witwe Seeholzer aus Affoltern am Albis sandte Herrn Jean Mühlematter in Cortaillod, Weingrosshändler, 1 Kiste irgendwas, Gewicht 20 Kilo. Angeblich war die Kiste leer, das Bruttogewicht wird mit nur 11 Kilo angegeben. Bei der Abrechnung wurden dann aber 20 Kilo abgerechnet, was den Hauptteil des errechneten Preises ausmachte: Fr.1.40, dazu Grundgebühr von 10 Rappen und eidg. Stempel auch 10 Rappen = 1.60. Diese wurden verklebt mit Eisenbahnmarken. Schön: der 60 Rappen-Wert ist eine Bogenecke und BEIDE Marken sind ausnehmend schön gestempelt.

Am Bahnhof von Colombier wurde die Sendung dann abgefertigt. Vielleicht musste der Empfänger die Sendung dort abholen, denn beim Vermerk: Frankaturvermerk des Absenders: "franco" wurde handschriftlich ergänzt: "Colombier".

Ich finde diesen Versand sehr teuer. Es war keine Eilsendung (Formular "Gewöhnliche Fracht"); sie benötigte dann auch drei Tage (Aufgabe 5. Juni).

Heinz
 
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