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Thema: Alliierte Besetzung: Allgemeine Ausgaben, außergewöhnliche Belege
hajo22 Am: 12.06.2016 17:53:00 Gelesen: 11356# 1 @  
Alliierte Besetzung: Allgemeine Ausgaben für die amerik./brit./sowjet. Zone

Ich zeige einen mit 3x25 Pfg. Ziffernserie (Nr. 927) portorichtigen Brief (bis 20 gr.) aus Fürth vom 31.8.1946 an einen Rechtsanwalt in New York.

Interessant ist hier der Absender: Property Control Office (Amt für Vermögenskontrolle) OMGB (= Office of Military Governement Bavaria) in Fürth. Die Dienststelle hatte die APO Nr. 170 (Army Post Office).

Trotz des Absenders durchlief der Brief die amerikanische Zensur. Hier haben sich die Amerikaner selbst zensiert. Das lag vermutlich daran, daß der Brief der deutschen Post zur Weiterleitung übergeben worden war und nicht der Army-Feldpost.

Keine weiteren Vermerke auf der Rückseite des dunkelbraunen Couverts.



Wer kann ähnliche Belege zeigen?

VG, hajo22
 
hajo22 Am: 16.06.2016 14:26:56 Gelesen: 11280# 2 @  
Einschreib-Päckchen-Ausschnitt aus Starnberg vom 28.3.1946 nach Besigheim. Frankiert mit 1,40 RM (20x5 Pfg. AM-Post + 40 Pfg. Zifferserie). Das Porto setzt sich zusammen aus 60 Pfg. für Einschreiben und 80 Pfg. für das Päckchen.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 17.06.2016 11:44:05 Gelesen: 11220# 3 @  
Drucksache per Nachnahme aus Niebüll/Schleswig nach Heilbronn vom 20.2.1948. Frankiert mit 45 Pfg. + 25 Pfg. Zifferserie (Nr. 927 + 931) = 70 Pfg.

Portoberechnung: Nachnahme 40 Pfg. und Drucksache (über 100gr bis 250gr) 30 Pfg.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 18.06.2016 14:07:38 Gelesen: 11175# 4 @  
Einschreibbrief der 2. Gewichtsstufe vom 21.5.1948 aus Walheim nach Besigheim, Ankunft am selben Tag. Frankiert mit 20x1 Pfg. und 2x2 Pfg. Zifferserie sowie 84 Pfg. Arbeiterserie. Die Marken wurden entwertet mit einem "Altwürttemberg"-Einkreisstempel.

Ob der Absender Philatelist war? Ich glaube eher nicht. Denn als Sammler hätte er die HAN der 1 Pfg. Marken nicht zertrennt, was wirklich schade ist. Doch man siehe selber:



Auch großformatige Briefe haben ihren Reiz.

VG, hajo22
 
hajo22 Am: 19.06.2016 10:49:12 Gelesen: 11135# 5 @  
Eilbotenbrief aus Unterwössen vom 21.6.1948 nach Wolfratshausen, Ankunft 22.6. (scan: Ausschnitt Rückseite)

Währungsreform-Mischfrankatur (alte/neue Währung):

25x24 RPfg. Stephan = 600 RPf.(= 60 DPfg.) + 3 RMark Taube (= 30 DPfg.) + Überdruck 6 und 8 DPfg. = 104 DPfg.
für Eilboten 80 DPfg. + 24 DPf. für den Brief bis 20 gr.



VG, hajo22
 
stampmix Am: 19.06.2016 22:20:50 Gelesen: 11105# 6 @  
Hallo hajo22,

schöne und auch außergewöhnliche Briefe zeigst du uns hier.

Aus der ersten Portoperiode bis 28.2.1946 kann ich einen beisteuern, auch wenn er definitiv nicht schön ist.

Am 27.2.1946 wurde in Stuttgart ein Eilboten-Einschreiben-Fernbrief nach Nürnberg aufgegeben. Das fällige Porto für den Einschreibebrief wurde mit der Kontrollrats-Ziffernmarke 42 Rpf. (AB-930), der Eilbotenzuschlag mit 4mal 10 Rpf. (BiZ-6) der Bizonemarke Mi.6 frankiert:



Das Eilboten-Porto hätte sich der Absender allerdings sparen können:



mit bestem Gruß
stampmix
 
stampmix Am: 22.06.2016 20:44:51 Gelesen: 11042# 7 @  
Hallo zusammen,

ein außergewöhnlicher Beleg? Das hängt sicher von der Sichtweise ab.

Das Stempeldatum vom 21.6.1948 ist schon Währungsreform mit Aufbrauch der alten Marken zu 1/10 ihres Wertes. 6 Uhr morgens war die erste Leerung und damit die allerletzte Chance auf Verwendung zum vollen Wert der alten Reichsmark Briefmarken.

Das Porto für Auslandsdrucksachen <50g. betrug 10 Rpf. und ist mit der Marke aus der Arbeiterserie freigemacht. Die Werbekarte wurde an eine Postfach-Adresse nach Long Island City adressiert und von dort nach Glens Falls weitergeleitet, wo sie - für Drucksachen äusserst ungewöhnlich - einen Eingangsstempel am 17.7.1948 erhielt.



mit bestem Gruß
stampmix
 
hajo22 Am: 22.06.2016 22:44:08 Gelesen: 11018# 8 @  
Wertbrief (Gewicht 84 gr) über 4.000 Mark aus Penzberg vom 22.12.1947 nach Besigheim, Ankunft 23.12.47.

Portoberechnung:

Wertbf. > 20 gr. = 48 Pf. + Behandlungsgebühr > 100 Mark = 100 Pf. + je 500 Mark 20 Pf. = 8x20 Pf. = 160 Pf. = gesamt 308 Pf.
Frankatur: 4x75 Pf Zifferserie und 8 Pf. Arbeiterserie



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 23.06.2016 09:37:46 Gelesen: 10988# 9 @  
Einschreibbrief aus Dresden vom 7.3.1946 nach Mettlach/Saar, Ankunft 20.3.46.

Frankiert mit 15,25 und 42 Pf. Zifferserie sowie SBZ 6 u. 12 Pf. Ost-Sachsen sowie 8 Pf. Provinz Sachsen. Gesamt 108 Pf.

Porto: 48 Pf. für den Brief > 20 gr. + Einschreibgebühr 60 Pf.

Der Adressat Fritz Paulus war ein überregional bekannter Briefmarkenhändler in Mettlach.

Das Saarland wurde erst ab 1.10.1948 für Westdeutschland und Westberlin postalisches Ausland. Post aus der SBZ bzw. später aus der DDR wurde stets mit Inlandsporto verschickt, da das Saarland als Inland angesehen wurde ("Postkrieg" Saarland-SBZ/DDR; Nachgebührenerhebung durch die saarländische Post).



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 10.08.2016 16:13:19 Gelesen: 10796# 10 @  
I. Kontrollratsausgabe Ganzsache 12 Pf. (P 934) mit Zusatz 8 und 25 Pf. Ziffernserie auffrankiert zu 45 Pf. für eine portorichtige Auslandskarte nach Jerusalem. Gestempelt Alsfeld 8.11.1946. Amerikanische Zensur 21526.



VG, hajo22
 
mausbach1 (RIP) Am: 11.08.2016 08:38:41 Gelesen: 10760# 11 @  
@ hajo22 [#1]

Die Amerikaner zensierten ihre Feldpost häufig, auch wenn sie in die "Heimat" ging. Mir ist das von Feldpost aus Iran bekannt.

Schöne Stücke, die Du hier zeigst.

Beste Grüße
Claus
 
hajo22 Am: 11.08.2016 18:11:18 Gelesen: 10726# 12 @  
II. Kontrollratsausgabe Ganzsache 12 Pf. (P962) mit Zusatz 10 Pf. Zifferserie (ZS) und 8 Pf. Arbeiterserie (AS) auffrankiert zu 30 Pf. für eine portogerechte Auslandskarte (ab 19.9.1947) nach den USA. Gestempelt Coburg 28.9.1947. Keine Zensurvermerke.



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 01.02.2017 21:48:30 Gelesen: 10160# 13 @  
Zehnfachfrankatur vom 22.6.1948 auf Orts-Einschreibbrief der 2. Gewichtsklasse innerhalb Besigheims. Sehr bunt, aber dennoch portogenau mit 760 Reichspfennige = 76 neue Pfennige frankiert (Einschreibgebühr = 60 Pf. + Ortsbrief > 20gr = 16 Pf.).



VG, hajo22
 
hajo22 Am: 03.02.2017 00:19:30 Gelesen: 10113# 14 @  
Ortspostkarte innerhalb Münchens zu 10 Pf. (Ziffer-Ganzsache P 952) gestempelt am Montag den 21.6.1948 noch zum alten Reichsmarktarif ohne Beanstandung befördert. Geschrieben wurde die Karte laut Text am 19.6.48. Möglicherweise wurde der Briefkasten jedoch erst am Montag geleert. Es wurde keine Nachgebühr erhoben.



VG, hajo22
 
Eilean Am: 17.04.2017 22:57:07 Gelesen: 9673# 15 @  


Eine 912 mit HAN 4014.46 1

Nicht so häufig, aber schöne Mehrfachfrankatur.

Gruß
Andreas
 
klinhopf Am: 18.04.2017 10:06:08 Gelesen: 9637# 16 @  
@ hajo22 [#14]

Lt. Michel-Ganzsachen-Katalog 2003 gültig in der amerikanischen und britischen Zone bis 22.6.1948 !

Mithin alles korrekt stellte fest mit phil. Gruß
Ingo Pfennig
 
klinhopf Am: 18.04.2017 10:07:54 Gelesen: 9636# 17 @  
@ Eilean [#15]

Frage: Was bedeutet das blaue 10/7 ?
 
hajo22 Am: 18.04.2017 10:21:08 Gelesen: 9631# 18 @  
@ klinhopf [#17]

Ich bin zwar nicht der "Eilean", will aber trotzdem schnell antworten: Der Brief ist "(bahn)postlagernd". Der 10.7. dürfte den Ablauf der Lagerfrist für die Abholung des Poststücks (verschickt 24.6.47) bedeuten. Postlagernd m.W. damals maximal 14 Tage.

BG, hajo22
 
hajo22 Am: 18.04.2017 11:06:34 Gelesen: 9613# 19 @  
Ganzsache zu 12 Pf. AS (Arbeiterserie) + 6 und 12 Pf. AS = 30 Pf. für eine Auslandskarte nach Linz aus Passau vom 13.3.1948.

Zensurstempel (Kastenstempel) "Freigestellt" der in der Amerikanischen Besatzungszone Österreichs verwendet wurde.

Der Adressat konnte nicht ausfindig gemacht werden, daher: "Adresse ungenügend!" und "Ausgerufen!/den Bestellern unbekannt". Roter Pfeil auf den Aufgabestempel Passau und zurück.



VG, hajo22
 
alemannia Am: 18.04.2017 14:32:35 Gelesen: 9571# 20 @  
@ hajo22 [#18]

Hallo zusammen,

eine kleine Ergänzung aus der Postordnung vom 30.1.1929 (gültig bis 31.7.1964):

§ 42 Postlagernde Sendungen

II Die Aufbewahrungsfrist beträgt

bei Sendungen mit lebenden Tieren 48 Stunden nach dem Eintreffen;

bei Sendungen mit Postnachnahme 7 Tage vom Tage nach dem Eintreffen;

bei sonstigen Sendungen 14 Tage vom Tage nach dem Eintreffen

Gruß

Guntram
 
GR Am: 17.04.2018 14:22:28 Gelesen: 6922# 21 @  
01.07.1946 Einschreibebrief innerhalb Bayerns von Sandbach (Niederbayern) nach Freising (Oberbayern) mit Nr. 929 und 931, einen Pfennig überfrankiert. In dieser Zusammensetzung sicher nicht alltäglich.

Gruss
Gerhard


 
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