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Thema: Alliierte Besetzung Französische Zone Bedarfsbelege
Das Thema hat 293 Beiträge:
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Ron Alexander Am: 08.02.2018 17:52:00 Gelesen: 8064# 269 @  
Schönen guten Abend,

so mal wieder das Thema aus der Versenkung holen.

Brief aufgegeben am 22.06.1948 in Ravensburg und lief nach Ravensburg. Also ein Brief im Ortsverkehr, zu entrichten wären hierfür 16 Pf gewesen. Freigemacht wurde der Brief jetzt aber mit 236 RPf. Folglich ist der Brief, auch für eine Zehnfachfrankatur überfrankiert. Nehme an es handelt sich dabei um ein philatelistisches Machwerk, das aber doch sehr schön die Übergangszeit der Zehnfachfrankatur dokumentiert. Es wurde wohl das Porto für einen Brief im Fernverkehr angenommen, hier hätte es dann auch (fast) gepasst.



Also haben wir erst mal eine philatelistische, überfrankierte Zehnfachfrankatur. Dafür haben ich ihn jetzt aber nicht erworben, schauen wir uns jetzt mal die Marken auf dem Beleg etwas genauer an. So erkennen wir drei Plattenfehler auf einem Brief! Das sieht man jetzt auch nicht so oft:



Grüße,
Ron
 
Manne Am: 08.02.2018 17:56:10 Gelesen: 8061# 270 @  
@ Ron Alexander [#269]

Schau Dir den Zahlendreher an, müsste doch 1948 heißen und schon korrigiert.

Da warst Du schneller als ich.

Gruß
Manne
 
Ron Alexander Am: 08.02.2018 17:59:36 Gelesen: 8056# 271 @  
@ Manne [#270]

Hallo Manne,

ja Danke, hatte auf absenden geklickt und ist mir dann aufgefallen. Manchmal geht es einfach etwas zu schnell.

Grüße,
Ron
 
Manne Am: 08.02.2018 18:09:08 Gelesen: 8051# 272 @  
Hallo,

ein Brief aus Schwenningen vom 18.07.1949 der nach Rottenburg am Neckar lief.

Gruß
Manne


 
bovi11 Am: 08.02.2018 18:22:30 Gelesen: 8041# 273 @  
@ Manne [#272]

Wohnungsbaumarke = 2a CZ - Doppelkammzähnung 12.
 
Manne Am: 08.02.2018 18:25:56 Gelesen: 8039# 274 @  
@ bovi11 [#273]

Danke für die Ergänzung.
 
hajo22 Am: 08.02.2018 19:00:15 Gelesen: 8030# 275 @  


Versuchte "Mischfrankatur" neue/alte Währung und das am 30.6.48! Das funktionierte auch nicht mehr: Die 120 RPf.-Marken wurden umrahmt und "0" = "wertlos" danebengesetzt. Die gültige 12 DPf.-Marke entwertet. Der Brief ist nach Saarbrücken adressiert. So dieser Zeit genügte noch das Inlandsporto von 24 Pf. für einen Brief bis 20 gr.

Eine Nachgebühr wurde mit "18" (= 1,5-fache des Mankos von 12 DPf.) vermerkt (Blaustift direkt neben dem Nachgebühr-Stempel). Zunächst war mit Blaukreide "0" vermerkt worden, dann erkannte man jedoch die gültige rote 12 DPf.-Marke und strich die Null.

hajo22
 
hajo22 Am: 06.03.2018 17:47:40 Gelesen: 6177# 276 @  


Einschreibbrief aus Rottweil vom 15.1.1946 nach Frankfurt a.M. Amerikanische Zensur und Zurück-Vermerk, da nicht zustellbar (Straße unbekannt). Portorichtig frankiert mit 42 Pf. u.a. mit einem Unterrandstück der 10 Pf.-Marke Allgemeine Ausgabe.

Diese 10 Pf.-Marke ist auf Bedarfsbrief nicht leicht zu finden.

hajo22
 
Ron Alexander Am: 06.03.2018 20:07:31 Gelesen: 6154# 277 @  
@ hajo22 [#276]

Nabend hajo22,

schöner Brief. Was mich wundert ist, dass der Gebühr Bezahlt Stempel verwendet wurde und dennoch Marken verklebt wurden. Mit der Wiederzulassung des zivilen Postverkehrs in Südwürttemberg - Hohenzollern (Juli/August 1945) und Verwendung von Gebühr Bezahlt Stempeln war dann die Gebührenangabe vorgeschrieben (Rottweil hatte damals durchaus auch "normale" Poststempel). Jetzt wurde der Brief im Fernverkehr mit 12 Pf und Einschreiben 30 Pf freigemacht, noch nach den alten Postgebühren (bis zum 28.02.1946), daher wirklich sehr schön freigemacht und sieht man nicht oft! Die Erstausgabe der ersten Marken der Allgemeinen Ausgabe war am 17.12.1945.

Kurzum, das muss schon sehr frühe Verwendung der ersten Allgemeinen Ausgabe sein und ein Postbeamter muss beim Stempelabschlagen geschlafen haben. Glückwunsch!

Grüße,
Ron
 
hajo22 Am: 07.03.2018 09:53:04 Gelesen: 6127# 278 @  
@ Ron Alexander [#277]

Die Verwendung des "Gebühr bezahlt"-Stempels bewerte ich nicht als Besonderheit. Vermutlich hatte der Postbeamte den Stempel vor sich liegen, weil Markenfrankierungen im Januar 46 in der Französischen Zone noch nicht gang und gäbe waren. Ich gehe auch davon aus, daß der Einschreibbrief bereits frankiert am Schalter vorgelegt wurde.

Frankierte Postsendungen aus der Französische Zone vom Dezember 1945 sind nach meinen Erfahrungen rar. Es ist auch fraglich, ob an allen Postämtern in der Französischen Zone die Marken schon zur Verfügung standen.

Ich besitze lediglich den nachfolgend mit 1 RM (über)frankierten R-Bf. aus Friedrichshafen vom 29.12.1945 nach Oberstdorf, Ankunft 5.1.1946.

Der Vermerk "Abs" links oben neben der Marke, wurde mit großer Sicherheit vom Postbeamten angebracht und bedeutete: Die Marke wurde vom Absender verklebt und nicht von mir, dem Postbeamten, ich kenne die genaue/richtige Gebühr.

Das war bei Überfrankaturen gängige Praxis zur damaligen Zeit.



hajo22
 
Ron Alexander Am: 07.03.2018 10:11:16 Gelesen: 6123# 279 @  
Morgen hajo22,

ja gebe ich Dir Recht, daher ja auch meine Anmerkung, es ist definitiv etwas besonderes. Ich frage mich immer wie Privatpersonen an Marken gekommen sind und die Postämter noch mit Barfrankierungen arbeiten mussten. Dies ging ja noch bis 1947 rein, bis schlussendlich die Länderausgaben verausgabt wurden.

Gibt leider keine Informationen darüber, wann welches Postamt mit welchen Markenbeständen beliefert wurde. War auch eine sehr "umtriebige" Zeit voller Provisorien, denen wir heute aber tolle Stücke wie die von Dir gezeigten, verdanken!

Grüße,
Ron
 
Manne Am: 07.03.2018 17:21:25 Gelesen: 6091# 280 @  
Hallo,

ein Ortsbrief aus Schwenningen vom 21.10.1946. Der Brief ging an die Fa. Irion & Vosseler, Absender war die Reichsbank.

Gruß
Manne


 
GSFreak Am: 07.03.2018 18:10:55 Gelesen: 6074# 281 @  
@ hajo22 [#276]

Hier ein portogerechter Auslandsbrief vom 22.10.46, der ebenfalls diesen Tagesstempel Rottweil mit "Gebühr bezahlt" aufweist.



Gruß Ulrich
 
Manne Am: 08.03.2018 10:09:03 Gelesen: 6038# 282 @  
Hallo,

eine veränderte Paketkarte als Nachnahme vom 09.05.1949 aus Schwenningen, der Adressat in Rottenburg verweigerte die Annahme.

Gruß
Manne


 
hajo22 Am: 08.03.2018 11:07:14 Gelesen: 6025# 283 @  


Brief aus Lindau/Bodensee vom 7.11.1949 nach München. Frankiert mit 20 Pf. Sondermarke zum 75-jährigen Bestehen des Weltpostvereins.

Die Verschlußstreifen auf dem Brief bestehen nicht aus Tesafilm, sondern sind Cellophan-Klebestreifen, die keine Spuren auf dem Couvert hinterlassen.

Besonderheit: Stadt und Kreis Lindau waren von der Zwangszuschlagsmarke für den Wohnungsbau ausgenommen (1.7.-31.12.49).

hajo22
 
bovi11 Am: 08.03.2018 12:40:54 Gelesen: 6011# 284 @  
@ hajo22 [#283]

Die Angaben zur Notopferpflicht in Lindau stimmen nicht ganz.

Richtig ist:

1. abgabefreier Zeitraum - 1. Dezember 1948 bis zum 9. Januar 1949

Verwendungspflicht in Lindau - 10. Januar 1949 bis zum 31. Mai 1949

2. abgabefreier Zeitraum - 1. Juni 1049 bis zum 31. Dezember 1949.

Grüße Dieter
 
hajo22 Am: 08.03.2018 13:01:10 Gelesen: 6008# 285 @  
@ bovi11 [#284]

Ich sprach von der Wohnungsbauabgabe, nicht vom Notopfer Berlin.

1.7. - 31.12.49 Wohnungsbauabgabe-Marken in Südwürttemberg-Hohenzollern, aber nicht für Stadt und Landkreis Lindau!

hajo22
 
bovi11 Am: 08.03.2018 13:25:17 Gelesen: 5994# 286 @  
@ hajo22 [#285]

Asche auf mein Haupt.
 
hajo22 Am: 08.03.2018 14:09:40 Gelesen: 5985# 287 @  
@ bovi11 [#286]

Asche auf mein Haupt.

Macht nix.

Um Dich zu erfreuen, hier eine Postkarte vom 31.12.1949, dem offiziellen Letzttag der Wohnungsbauabgabe.



Ich besitze auch noch Belege mit der Wohnungsbau-Abgabe von Anfang Januar 1950. Suche ich mal gelegentlich heraus.

Sind sicher keine Seltenheiten, da ja eine Übergangsfrist eingeräumt wurde (eine oder zwei Wochen?).

Frage: Konnten Wobau-Abgabe-Marken gegen Notopfer-Berlin-Marken (1:1) umgetauscht werden oder blieb man auf den Wobau-Abgabe-Marken sitzen?

hajo22
 
Manne Am: 08.03.2018 17:14:58 Gelesen: 5967# 288 @  
Hallo,

ein Brief aus Schwenningen vom 30.03.1946 der nach Nürnberg lief. Da das Haus zerstört war und der Adressat nicht ermittelt werden konnte, kam der Brief zurück an den Absender.

Gruß
Manne


 
bovi11 Am: 08.03.2018 17:46:05 Gelesen: 5956# 289 @  
@ hajo22 [#287]

Nach Auslaufen des Gesetzes zur Wohnungsbauabgabe war die Weiterverwendung der Wohnungsbaumarken anstatt der Notopfermarken bis zum 5. Januar 1950 erlaubt. Es gibt jedoch Abstempelungen von Wohnungsbaumarken bis weit in den Januar 1949 hinein, bei denen die Verwendung unbeanstandet blieb.

Daneben habe ich etliche Belege, auf denen sowohl Wohnungsbau, als auch Notopfermarken (gleichzeitig) verklebt wurden. Schließlich gibt es Verwendungen von Notopfermarken als Wohnungsbaumarken und umgekehrt.
 
hajo22 Am: 08.03.2018 18:11:57 Gelesen: 5950# 290 @  
@ bovi11 [#289]

Meine Frage war: Konnte man nach Ablauf der Gültigkeit der Wohnungsbau-Marken diese in Notopfer-Berlin-Marken umtauschen/umwechseln?

Ich habe heute zu dieser Frage Kontakt mit der Arge Französische Zone aufgenommen. Bin mal gespannt was dabei herauskommt. Erhaltene Infos teile ich dann hier mit.

hajo22
 
bovi11 Am: 08.03.2018 18:29:24 Gelesen: 5943# 291 @  
@ hajo22 [#290]

Umtauschen konnte man sie nicht.
 
hajo22 Am: 08.03.2018 18:52:29 Gelesen: 5938# 292 @  
@ bovi11 [#291]

Umtauschen konnte man sie nicht

Nach Auskunft der Arge FZ konnte man sie weder gegen Notopfer-Berlin-Marken noch gegen Erstattung in Geld umtauschen.

hajo22
 
bovi11 Am: 09.03.2018 23:11:52 Gelesen: 5880# 293 @  
@ hajo22 [#292]

Ich weiß, ich bin in der ARGE Notopfer- und Wohnungsbaumarken. ;-)

Was man eine kurze Zeit umtauschen konnte, waren die Provisorien der Wohnungsbaumarken (die mit den roten Aufdrucken). Diese konnten vom 13. bis zum 30. September 1949 gegen die gelben Wohnungsbaumarken umgetauscht werden.

Schalterbestände der Provisorien wurden am 13. September 1949 verbrannt.

Grüße

Dieter
 

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