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Thema: Italien: Bedarfspost 1945 bis heute
Das Thema hat 115 Beiträge:
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cilderich Am: 17.06.2017 15:13:26 Gelesen: 23068# 91 @  
@ fogerty [#90]

Hallo,

na ja das ist schon richtig, ich habe mich unklar ausgedrückt. Ich versuche es zu erklären: Zu meiner Zeit gab es ganz klar die Gruppe der deutschsprachigen und der italienischsprachigen, das war auch Mittels des s.g. bilinguismo (Zweisprachigkeitsprüfung) nachzuweisen; und bestimmte, vor allem öffentliche Posten, waren im sogenannten Proporz zu besetzen und im Privaten wetterten beide Seiten durchaus auf die andere denn der ging es ganz klar besser (so meinte man jedenfalls). Auch hatte ich mehrere Bekannte und Freunde, südlich von Trento stammend, die erklärter Maßen nicht auf die Idee gekommen wären, obwohl sie mittlerweile in Südtirol ansäßig waren, jemals die SVP (Südtiroler Volkspartei) zu wählen, denn "die wollten ja eh nur an das italienische Geld, und sonst zu Österreich". Ich habe es auch selber erlebt, dass in einem "deutsch" geführten Hotel ostentativ weiter deutsch gesprochen wurde, obwohl jemand der nur italienisch sprach an die Rezeption trat und dort über einige Minuten versuchte wahrgenommen zu werden, obwohl ich weiß, dass die Frau damals an der Rezeption sehr wohl italienisch konnte (diese Dame stand aber auch für die südtiroler Freiheitlichen, die ähnlich unterwegs waren wie die FPÖ unter J. Haider).

Andererseits kann ich mich an einen italienischen Herren auf einer Berghütte erinnern, der sich lautstark beschwerte, warum "mitten in Italien" (es war Südtirol) überhaupt deutsch gesprochen werden dürfe. Das, wie gesagt waren eigene Erlebnisse, somit ist es zu der Zeit nicht gänzlich abwegig gewesen in einem Stempel "offene Handesrechnung", Fattura aperta" oder eben beidem eine gewisse Richtung zu sehen.

Es geht mir nicht um die Poststempel als solche, sondern eben diese Nebenstempel.

Insgesamt ist das Leben in Südtirol mittlerweile definitiv ein Miteinander, und das ist gut so, denn Strommasten zu sprengen oder umzusägen oder ähnliches wie z.B. in den 60ern noch sehr häufig, gibt es nicht und das will wohl auch niemand mehr.

Ich hoffe ich konnte mich erklären.

Gruß cilderich
 
fogerty Am: 17.06.2017 16:09:13 Gelesen: 23061# 92 @  
@ cilderich [#91]

Vorerst mal, was die "Nebenstempel" betrifft, es handelt sich hier bei den Absendern ausschließlich um Unternehmen deutscher Muttersprache. Und daß hier einfach der erstbeste Stempel genommen wurde, ist augenscheinlich. Ich erlebe aber genau in diesem Falle hier, dass man immer wieder von aussen ganz gerne etwas hinein interpretiert. Als "echter" Südtiroler, der in seinem nunmehr 63jährigen Dasein, nie nennenswerte Probleme mit der anderen Sprachgruppe hatte, reagiere ich in solchen Fällen dann doch etwas heftig.

Mit den letzten drei Zeilen, Cilderich, bin ich vollkommen einverstanden.

Grüße
Ivo
 
Maler Am: 17.06.2017 16:46:37 Gelesen: 23056# 93 @  
Ich habe einen schönen Bedarfsbrief aus meiner Europa-Sammlung von Pavia nach Hamburg:



Bedarfspost ist schön.

Günther, der Maler
 
cilderich Am: 17.06.2017 16:57:43 Gelesen: 23051# 94 @  
@ fogerty [#92]

Hallo,

ok als "falscher" Südtiroler, will ich mich jetzt auch gar nicht aus dem Fenster lehnen, und dass ich selber zu allen ein gutes Verhältnis hatte, glaube ich ist ja auch meinem Text zu entnehmen. Lassen wir es einfach beim: vivi e lascia vivere, leben und leben lassen, okay? ;-)

Gruß cilderich
 
cilderich Am: 17.06.2017 17:26:09 Gelesen: 23046# 95 @  
@ Maler [#93]

Na Hallo, der ist wirklich schön! Ich möchte auch wieder einen Brief zeigen. Er zeigt den weiter oben angesprochenen Kleinbogen in MiF nach Rom. Die Empfängerin war nicht vor Ort, so war der Brief auf das Postamt zur Lagerung zu geben, da wurden Gebühren von 300 Lire fällig, wie auf der Rückseite ausgewiesen.

Beste Grüße cilderich


 
GSFreak Am: 14.07.2017 11:02:51 Gelesen: 22445# 96 @  
Hier ein Express-Einschreib-Brief aus 61023 MACERATA FELTRIA (Pesaro) vom 14.01.1975 nach Köln, frankiert insgesamt mit 430 Lire (u.a. Achterblock der Mi-Nr. 1261). Der R-Zettel weist keinen eingedruckten Ortsnamen auf. Der ist vom Postamt beigesetzt (wirkt dann immer eher wie so ein Provisorium).

Auf der Rückseite dann zwei Durchgangsstempel:

5 KÖLN/BONN FLUGHAFEN UB a vom 17.01.1975, 23:00 Uhr (Handstempel)
5 KÖLN 1 UB ca vom 18.01.1975, 01:00 Uhr (Handrollstempel)

Eingangsstempel beim Empfänger Deutsche Bank 18.01.1975, 08:39 Uhr (roter Einzeiler unterhalb der Marken). Der 18.01.1975 war allerdings ein Samstag, da war wahrscheinlich nur ein Pförtner da. Deshalb am Montag ein weiterer "offizieller" Eingangsstempel 20.01.1975, 06:23 Uhr (roter Einzeiler auf dem Achterblock)

Den Expresszuschlag hätte man sich m.E. schenken können.



Gruß Ulrich
 
Michael Mallien Am: 12.09.2017 20:30:15 Gelesen: 20663# 97 @  
Eilbrief aus Solaro nach Bremen vom 11.11.1993. Die Freimachung beträgt 3.850 Lire.



Ankunft in Bremen am 15.11.1993. Zu sehen ist noch ein kleiner rechteckiger Stempel mit der Nummer 67.



Viele Grüße
Michael
 
Manne Am: 12.09.2017 21:00:16 Gelesen: 20655# 98 @  
Hallo,

ein Express-Einschreib-Brief aus Bozen vom 27.12.1963 an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim, Bahn-Poststempel vom 29.12.1963. Leider ohne Ankunftstempel von Bad Dürrheim.

Gruß
Manne


 
Gaius_Caligula Am: 14.09.2017 18:10:56 Gelesen: 20592# 99 @  
@ Michael Mallien [#97]

Falls die Zusammensetzung des Portos interessiert:

Portostufe 42, Auslandtarif (16.01.1992 - 31.05.1995)
Einfacher Brief (Lettera) bis 20 g = 850,00 Lire
Gebühr für Express (Espresso) = 3000,00 Lire

Ergibt zusammen exakt die verklebten 3850,00 Lire.

@ Manne [#98]

Auch hier für alle Interessierten die Zusammensetzung des Portos:

Portostufe 22, Auslandtarif (01.12.1963 - 31.07.1965)
Einfacher Brief (Lettera) bis 20 g = 60,00 Lire
Gebühr für Express (Espresso) = 100,00 Lire
Gebühr für Einschreiben (Raccomandata) = 90,00 Lire

Ergibt zusammen 250,00 Lire. Bei Deinem gezeigten Brief, der mit 260,00 Lire frankiert wurde ergibt sich somit eine zuviel entrichtete Gebühr von 10,00 Lire. Trotzdem ein sehenswerter Beleg, allein schon wegen der doch sehr sauber abgeschlagenen Stempel.

Beste Sammlergrüße
Gaius_Caligula
 
Manne Am: 14.09.2017 20:34:45 Gelesen: 20579# 100 @  
@ Gaius_Caligula [#99]

Vielen Dank für Deine Aufstellung!

Bei vielen Firmen waren 10 Lire sicherlich zu verschmerzen.
 
Manne Am: 14.09.2017 20:46:20 Gelesen: 20577# 101 @  
Hallo,

bei diesem Eilbrief hat der Postbeamte den Stempel ausprobiert.

Wieder ein Eilbrief an die Fa. Schmid-Schlenker vom 14.02.1974 aus Verona.

Gruß
Manne


 
fogerty Am: 15.09.2017 09:47:43 Gelesen: 20540# 102 @  
Pedross, ein kleiner Weiler, auf 1670 m hoch gelegen im Langtauferer Tal, diese Schule gibt es heute noch und wird von den 28 Kindern des Tales besucht.



Grüße
Ivo
 
fogerty Am: 08.02.2018 17:12:22 Gelesen: 13778# 103 @  
Offene Handelsrechnung zum Sondertarif von Genova nach Meran aus dem Jahre 1961. Interessant ist hier vielleicht der Werbestempel der italienischen Post.

"PT-helft uns euch besser zu bedienen. Wenn der Stempel nicht klar ersichtlich abgeschlagen ist, sendet den Brief oder Karte in einem unfrankierten Umschlag an die Kontrollstelle für Abstempelungen des italienischen Postministeriums".

Herrliche Zeiten, wo man sich in Italien um den Postkunden noch bemühte. Heute hört man bei uns in Südtirol täglich von Weihnachtspost,die so nach und nach zugestellt wird!



Grüße
Ivo
 
fogerty Am: 08.02.2018 17:27:22 Gelesen: 13769# 104 @  
Einschreiben mit Rückantwort von Meran ins 10km entfernte Lana aus dem Jahre 1972. Wie immer bei Grundbuchs- oder Gerichtsakten zu Lasten des Empfängers!



Grüße
Ivo
 
DERMZ Am: 25.03.2018 08:20:23 Gelesen: 12559# 105 @  
Guten Morgen,

vor wenigen Stunden begann die Sommerzeit - Sommer, Zeit für Blumen.



Ich zeige ein Streifband von 1963 aus San Remo nach Bremen - Europa Borsa Fiori - Europas Blumenbörse

Viele Grüsse

Olaf
 
Manne Am: 25.03.2018 12:08:42 Gelesen: 12542# 106 @  
Hallo,

ein Brief aus Rom vom 04.01.1966 an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim.

Gruß
Manne


 
Michael Mallien Am: 01.06.2018 12:55:27 Gelesen: 9761# 107 @  
Eine moderne Freimachungsvariante zeigt dieser Auslandsbrief vom 16.12.2015 aus Palermo nach Telsiai, Litauen. Der Brief ist portorichtig mit 1,- Euro frankiert.



Um was für eine Art Freimachung handelt es sich hier? Eine Digitalmarke, etwas vergleichbares zu einer Internetmarke oder ein Freistempel?

Viele Grüße
Michael
 
filunski Am: 02.06.2018 00:07:24 Gelesen: 9702# 108 @  
@ Michael Mallien [#107]

Eine Digitalmarke, etwas vergleichbares zu einer Internetmarke oder ein Freistempel?

Hallo Michael,

Postfreistempel dürfte wohl der richtige Begriff sein, auf jeden Fall keine Marke/Label. In den italienischen Postämtern stehen die entsprechenden kleinen Schaltermaschinen die diesen "Stempel" direkt auf den Beleg drucken.

Viele Grüße,
Peter
 
Apn Am: 11.07.2018 10:44:36 Gelesen: 7544# 109 @  
Als ich meine italienischen Bahnpoststempel in die Stempelsammlung Philastempel hochladen wollte, bin ich auf einen Beleg gestossen, der mich etwas verwirrt zurücklässt:



Es handelt sich um eine Ansichtskarte, geschrieben am 15. September 1969 in Serra San Bruno in Kalabrien, damals Provinz Catanzaro, heute Provinz Vibo Valentia. Abgeschlagen wurde darauf ein relativ deutlicher Stempel "SERRA SAN BRUNO - CATANZARO"; von der Machart her ein Bahnpoststempel. Nun hatte aber nach den mir vorliegenden Informationen Serra San Bruno niemals einen Bahnhof.



Was ist davon zu halten? Eine Fehlproduktion des Stempels?
 
DERMZ Am: 11.07.2018 18:54:06 Gelesen: 7508# 110 @  
@ Apn [#109]

Hallo Apn,

vor einiger Zeit bin ich auf einen ähnlichen Stempel gestoßen, der mir auch heute noch nicht ganz klar ist. Abgeschlagen 1961 auf einer Ansichtskarte aus Venedig



Zu lesen ist CESAROLO - BIBIONE - VENEZIA



Geographisch geht es von Cesarolo erst einmal südlich nach Bibione, um dann der Küste westwärts nach Venedig zu folgen. Nach meinem Wissenstand gab es weder in Cesarolo noch in Bibione einen Bahnhof. Daher schließe ich Bahnpost aus. Ich vermute daher, daß es sich um eine Art der Überlandpost handelt, vielleicht einen Postbus? Aber wissen tue ich es nicht.

Vielleicht kennt ja jemand die Lösung für unsere beiden Stempel?

Viele Grüße

Olaf
 
Apn Am: 12.07.2018 08:55:23 Gelesen: 7467# 111 @  
@ DERMZ [#110]

Ja, eine Bahnpost scheidet wohl aus, jedenfalls wäre mir auch keine Bahnlinie von Cesarolo nach Bibione bekannt. Und Postbus erscheint mir auch eher unwahrscheinlich, insbesondere ist mir nicht klar, wie ein solcher von Bibione nach Venedig fahren sollte, ohne noch ein zweites Mal in Cesarolo vorbeizukommen.

Vielleicht liegt des Rätsels Lösung ja im Text der Ansichtskarte. Hier ist die Rede von einem "Abstecher" nach Venedig. Auch heute noch werden von Bibione aus Fahrten mit Ausflugsschiffen nach Venedig angeboten. Vielleicht startete ein solches Schiff in Cesarolo, fuhr die paar Kilometer den Tagliamento hinunter nach Bibione und dann weiter nach Venedig. Die Fahrt dauerte wohl einige Stunden, reichlich Zeit um Ansichtskarten zu schreiben. Vielleicht hatte ja ein solches Schiff einen Schiffspoststempel dabei? Als ich jedenfalls vor einiger Zeit in Büsum war, war ich erstaunt, was für "kleine Kutter" noch offizielle Schiffspoststempel mitführen.

Aber natürlich handelt es sich hier um Spekulationen meinerseits. Vielleicht liest ja doch ein Schiffspostspezialist mit.
 
Baber Am: 08.12.2018 17:58:30 Gelesen: 2018# 112 @  
Eine Expresspostkarte, aufgegeben am 8.2.1957 in Klobenstein bei Bozen, zugestellt in München am 9.2.1957.

Ob das heute noch so schnell gehen würde, darf bezweifelt werden.



Gruß
Bernd
 
fogerty Am: 09.12.2018 11:04:48 Gelesen: 1980# 113 @  
@ Baber [#112]

Heute würde die Karte von Klobenstein runter nach Bozen schon mal fünf Tage benötigen!

Grüße
Ivo
 
Manne Am: 10.12.2018 11:48:32 Gelesen: 1885# 114 @  
Hallo,

ein weiterer Brief aus Rom vom 13.03.1968 an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim.

Gruß
Manne


 
henrique Am: 21.01.2019 18:43:26 Gelesen: 1007# 115 @  
Hallo,

ein Einschreibbrief vom 5. 2. 2016 aus eigener Post



Grüße
Henrique
 

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