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Thema: Meine Sammlung Overland Mail Baghdad-Haifa
Das Thema hat 289 Beiträge:
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angim Am: 16.11.2025 11:05:25 Gelesen: 16933# 265 @  
@ zobbel [#263]

So hatte ich mir das auch schon gedacht.

Der Stempel zeigt ja die Übernahme aus diesem Transportlauf an, nachdem dieser bereits durchgeführt wurde.

Viele Grüße
Thomas
 
22028 Am: 16.11.2025 11:50:57 Gelesen: 16917# 266 @  
@ angim [#265]

Auch dir vielen Dank.

Interessante Diskussion.

Auch eine Möglichkeit, in dem Fall wurde der Stempel also in Baghdad seitens der Irakischen Post abgeschlagen, auf Briefen die eigentlich per Luftpost direkt in Baghdad hätten eingehen müssen. Muss ich weiter verfolgen.
 
DL8AAM Am: 16.11.2025 13:59:36 Gelesen: 16857# 267 @  
(Nur!) Von der Formulierung her: Ich kenne (finde aber leider auf die Schnelle kein Beispiel) semi-moderne (50-60er Jahre oder so) Stempel "Received by Surface Mail" auf Luftpostsendungen, die warum auch immer (Einstellung des Flugverkehrs: Politik, Wetter, Technik, Streik etc.), statt auf dem Luftweg, auf dem (by: durch den) Landweg zur Zielpost gelangt sind - und dort entsprechend gekennzeichnet wurden, d.h. wie diese nach dem internationalen Zuleitungstransportweg bei ihr angekommen sind.

Wenn ich ohne spezielles "Wissen" zu dem speziellen Gebiet (wie bei Deinem) diesen Beleg sehen würde und ich diesen ansprechen müsste, würde ich erst einmal ohne Bedenken sagen, dass der Stempel durch die irakische Post abgeschlagen wurde, um zu kennzeichnen, über welchen Weg sie den Brief erhalten hat.

Alternativ könnte man aber (wie "Ihr"?) sagen, dass "by Overland" hier nicht den zurückgelegten Weg beschreibt, sondern das das "Received by Overland" bedeutet, dass die "Overland Postagentur" die Sendung erhalten hat, d.h. es wäre dann ein Eingangsstempel "empfangen durch mich" (received by me...) - und nun arbeite ich damit. Als Nichtfachmann dieses sepziellen Gebiets würde ich zu 99% aber vom ersten Fall ausgehen. Sorry.

Was sagt eigentich die arabische Zeile O R D B T A (oder so?) ورد بت آ (?) ورد بث آ (?) oben aus? Kann man da mehr rauslesen, oder auch nur "received by"?

Beste Grüße
Thomas
 
22028 Am: 17.11.2025 15:32:14 Gelesen: 16736# 268 @  
@ DL8AAM [#267]

Die Arabischen Schriftzeichen sollen, wie man mir mitteilte, bedeuten:

Zitat:
From a linguistic and contextual standpoint in Arabic, the phrase “ورد براً” means that the letters were handstamped after they arrived in Baghdad.
Übersetzt: Aus sprachlicher und kontextueller Sicht bedeutet der Ausdruck „ورد براً” im Arabischen, dass die Briefe nach ihrer Ankunft in Bagdad von Hand abgestempelt wurden.

Had they been handstamped before being sent, the wording would have been “ send by over land = أرسل براً ” instead.
Übersetzt: Wären sie vor dem Versand gestempelt worden, hätte der Wortlaut stattdessen „send by over land = أرسل براً” gelautet.
Zitat Ende

Ich lass das mal so stehen, den Grund der Abstempelung seitens der Irakischen Post nur auf Luftpostbriefen die mit der Overland Mail transportiert wurden ist mir aber nach wie vor nicht klar..., da kann man nur spekulieren….
 
22028 Am: 17.11.2025 15:36:13 Gelesen: 16735# 269 @  
Dank der Hilfe bei der Identifizierung des Datums im Stempel seitens der Kollegen vom Altpostgeschichte-Forum hier eine weitere Neuentdeckung:

Es ist ein Brief von Basrah über Baghdad nach Chicago, USA…, Stempeldatum ist der 24. September 1923, der Durchgangsstempel von Baghdad ist leider nicht vom Datum her zweifelsfrei bestimmbar.
Der Brief dürfte aber bei einer der s.g. Versuchsfahrten der Overland Mail, noch vor der offiziellen Eröffnung am 18. Oktober 1923, transportiert worden sein.




Bei diesen frühen Fahrten wurde bereits Post befördert und die Abfahrten ab Baghdad, jeweils donnerstags, wurden sogar in den Tageszeitungen angekündigt.
https://fuchs-online.com/overlandmail/content/00/00_The_Start.htm

Zusätzlich trägt der Brief einen bisher unbekannten Leitwegstempel den ich nun als HS-N80 bei mir aufführe.
https://fuchs-online.com/overlandmail/content/03/03-8_Route_Instruction_Handstamps.htm#HS-N80

Alles weitere was ich in meinem Fundus von 170 Overland Mail Briefen bisher an vorher unbekanntem fand ist hier verlinkt. Ist zu viel um hier alles einzeln zu zeigen.
https://fuchs-online.com/overlandmail/
 
22028 Am: 25.11.2025 18:52:16 Gelesen: 16282# 270 @  
Ein weiteres Juwel aus meiner Sammlung von 170 Briefen die ich kaufte:

Die US-Post führte am 4. Mai 1933 überraschenderweise wieder folgende Zusatzgebühren ein:

ZUSCHLAGSGEBÜHREN FÜR DEN VERSAND MIT DEM WÜSTENMOTORDIENST IN DEN IRAK UND NACH SÜDPERSIEN
ZWEITER STELLVERTRETENDER POSTDIREKTOR
Washington, 4. Mai 1933

Die Nutzung des Transdesert Motor Service von Damaskus nach Bagdad für den Versand von Sendungen mit der regulären Post nach Irak und Abadan, Bushire und Mohammerah, Persien, ohne zusätzliche Gebühren wird eingestellt.

Künftig werden Sendungen im regulären Postverkehr für den Irak und Persien mit dem Transdesert-Service von Jerusalem nach Bagdad befördert, wenn zusätzlich zum regulären Porto die folgenden Gebühren im Voraus entrichtet werden.

Briefe: 2 Cent pro Unze oder Bruchteil davon
Postkarten: 2 Cent pro Karte.
Alle anderen Sendungen im regulären Postverkehr: 2 Cent pro 2 Unzen oder Bruchteil davon…

Sendungen für diesen Versand müssen mit dem Vermerk „By overland mail Jerusalem – Baghdad” gekennzeichnet sein. …

Gewöhnlicher Brief der ersten Gewichtsklasse von New York (17. Mai 1933) nach Teheran/Persien, frankiert mit 7 Cent (5 Cent Porto für einen normalen Briefumschlag zum Zeitpunkt der Aufgabe plus 2 Cent Überlandpostzuschlag. Maschinengeschriebene Routenangabe „VIA S/S BERENGARIA / 5-18-1933” für den Seetransport von New York nach Southampton, Weiterbeförderung nach London und Jerusalem, wo er an die Überlandpost für den Transport über Bagdad nach Teheran/Persien übergeben wurde.

Maschinengeschriebene Routenangabe „BY TRANS-DESERT MOTOR SERVICE JERUSALEM – BAGDAD”.

Der einzige bekannte Brief aus den USA aus dieser dritten Zuschlagsperiode.


 
22028 Am: 03.12.2025 09:14:40 Gelesen: 15962# 271 @  
@ 22028 [#245]

Nachdem ich vor einiger Zeit von einem Philaseiten Mitglied den oben verlinkten Brief bekam tauchte nun bei eBay ein weiterer auf...

Die Frankatur von 6 Rial und 270 Dinar (8,70 Rial) entspricht einem Brief der 9. Gewichtsstufe (150 D. plus 8x90 D.) was den geringfügig zerknitterten und eingerissenen Umschlag erklärt. Overland Mail Zuschlag war zu der Zeit nicht mehr nötig.




 
22028 Am: 22.03.2026 19:06:27 Gelesen: 10446# 272 @  
Nachdem mein Exponat für Boston seit einer Woche endlich fertig ist habe ich nun auch wieder etwas Zeit für die anderen Sachen, dazu auch mal die neuesten Sachen für die anderen Sammlungen / Exponate die ich bekam, hier vorzustellen.

Mit dem Rundschreiben Nr. 9553/365 vom 18. November 1937 teilte die UPU ihren Mitgliedern Folgendes mit:

Die palästinensische Postverwaltung hat uns mit folgendem Telegramm informiert:

Ab dem 21. Juni werden alle Postsendungen aus Palästina mit Bestimmungsorten in westeuropäischen Ländern, mit denen ein Briefverkehr zulässig ist, sowie nach Amerika, Südafrika, Indien, Australien und in den Fernen Osten, und alle Sendungen nach Palästina oder in Länder, die Postsendungen über Palästina erhalten und in Indien zugestellt werden, in beide Richtungen über den Landdienst Haifa-Bagdad befördert.

Alle Postsendungen, unabhängig von ihrem Ursprung in Palästina oder Indien, werden über diesen Dienst weitergeleitet.

Die für den Landtransport zu entrichtenden Sondergebühren sind im Rundschreiben Nr. 9553/365 des Internationalen Postbüros vom 18. November 1937 aufgeführt. Bitte informieren Sie alle Verwaltungen.


Leider liegen mir von den Verordnungen keine Kopien vor und meine Anfragen an (Post) Musen und der UPU war bislang nicht von Erfolg gekrönt.



Hier das bis heute einzige bekannte Poststück von Palästina nach Indien während der Zeit, in der die im UPU-Rundschreiben angegebenen Anweisungen der Palästinensischen Post vom 21. Juni 1937 bis zum 29. Juni 1940 in Kraft waren.
Jerusalem (29. Dezember 1939) nach Bombay / Indien. 15 M Frankatur, der Tarif für eine Auslandsendung (ohne Flugpost welche extra kostete) zum Zeitpunkt der Aufgabe, Overland Mail Zuschlag war nicht mehr erforderlich.
 
10Parale Am: 19.04.2026 19:02:00 Gelesen: 8737# 273 @  
@ 22028 [#240]

Jetzt ist mir auch so ein Beleg untergekommen, diesmal Destination Deutschland. Die Stempel sind leider nicht gut und einziges Highlight wohl der Aufkleber, den man vielleicht nicht so oft sieht. Zudem wurde auch noch handschriftlich in roter Farbe der selbe Sinn proklamiert: "By Overland Mail".

Der Absender stammt aus Baghdad. Bei Stempel konnte ich doch 5. September entdecken in den 30er Jahren? Ankunftsvermerke und dergleichen Fehlanzeige.

Liebe Grüße

10Parale


 
22028 Am: 20.04.2026 02:03:42 Gelesen: 8660# 274 @  
@ 10Parale [#273]

Das ist ein Brief aus der Zeit als keine Portozuschläge mehr benötigt wurden, daher auch nur die 3 Anna Frankatur was einem Brief bis 20 Gramm entspricht. Portozuschlag war ja Anfangs 3 Annas, später 1 1/2 Annas, dann wurde er aufgehoben. Siehe Tabelle als Bild eingefügt.


 
22028 Am: 09.05.2026 17:51:59 Gelesen: 6804# 275 @  
Ein Sammlerfreund fand in einem Sammellos den hier gezeigten Brief (genau genommen ist es eine Ganzsache mit Zusatzfrankatur) der Britischen Post, versandt mit der Overland Mail Haifa-Baghdad. Da er den nicht für seine Sammlung benötigte und wusste, dass ich das Gebiet sammle, nun ja, was soll ich sagen, nun gehört er mir.

Die Ganzsache ist mit insgesamt 1sh/5 1/2d (17,5d) frankiert was dem Porto für einen Einschreibebrief der 3. Gewichtsstufe entspricht.

Ich sammle die Overland Mail Baghdad-Haifa nun seit über 30 Jahren, eine Ganzsache, noch dazu als Einschreiben und Zusatzfrankatur) ist mir in all den Jahren noch nicht untergekommen. Zudem sind Briefe welche schwerer als die 1. Gewichtstufe waren auch sehr selten.

Das Stück kommt in mein Exponat!


 
22028 Am: 31.08.2026 09:11:13 Gelesen: 1422# 276 @  
@ 22028 [#259]

Den Brief hat mein Sniper heute früh Morgens bei eBay geschossen. Ich bin normalerweise kein Freund von Zeppelinbriefen, wenn er aber wie hier in den Irak adressiert ist und dann auch noch einen „Received By Overland“ Stempel erhielt konnte ich halt nicht widerstehen. Zudem dort das Datum von 21 August 1928 der früheste bekannte Abschlag sein.

Das ist nun der 10. bekannte Brief mit diesem Stempel.

Kann mir evtl. jemand helfen die US-Frankatur aufzuschlüsseln?


 
drkohler Am: 31.08.2026 13:49:23 Gelesen: 1359# 277 @  
@ 22028 [#276]

Auf die Schnelle habe ich einen Brief gefunden (selber Flug nach Iraq)



Das Porto war $1.05 für einen Brief von NY (in NY aufgegeben) nach Friedrichshafen.

Bei dir kommen dann 14c dazu.

Bei dem Kelleher Brief kamen nur 5c dazu (die Lotbeschreibung "additional postage..." bei Kelleher ist falsch).

Immerhin kann man sagen, von Bagdad nach Hillah ging's per Overland Mail weiter. Das wusste der Absender vorher aber nicht, deshalb kommt der 9c Unterschied nicht daher.

Vielleicht trägt das zur Verwirrrung bei.
 
22028 Am: 31.08.2026 13:56:40 Gelesen: 1352# 278 @  
@ drkohler [#277]

Vielen Dank.

Gibt es für die $1,05 eine Auferlebung in Porto, LP Porto, Zeppelin Zuschlag? Und die 14 Cents waren dann das normale LP Porto von Friedrichshaben in den Irak?
 
drkohler Am: 31.08.2026 14:19:30 Gelesen: 1343# 279 @  
@ 22028 [#278]

Soweit ich das verstehe waren die $1.05 eine Vereinbarung zwischen der US Post und der Zeppelin-Gesellschaft.

Cheryl Ganz erklährt das gut in ihrer 2023 Maynard Sundman Lecture

https://www.youtube.com/watch?v=dRnsqQCcT6w

Vielleicht taucht sie auch in Ulm auf im Oktober. Das wäre dann die ultimate Adresse für solche Fragen. Ich habe sie in den letzten 3-4 Jahren an vielen Ausstellungen in DE, CH getroffen. :-)
 
22028 Am: 31.08.2026 14:23:26 Gelesen: 1337# 280 @  
@ drkohler [#279]

Danke, Cheryl ist sicher eine gute Anlaufmöglichkeit, ich kann sie ja mal direkt anfunken.
 
Lars Boettger Am: 31.08.2026 15:41:41 Gelesen: 1312# 281 @  
@ drkohler [#279]

Vielleicht taucht sie auch in Ulm auf im Oktober... Das wäre dann die ultimate Adresse für solche Fragen.

Sie wird - nach meinen Informationen - im Herbst in Ulm sein.

Beste Grüße!

Lars
 
drkohler Am: 31.08.2026 16:30:32 Gelesen: 1296# 282 @  
@ Lars Boettger [#281]

Sehr gut. Dann kann ich mir den Fragenkatalog zusammenstellen. Als ehemalige Smithsonian Kuratorin weiss sie mit ziemlicher Sicherheit die Antworten zu meinen spezifischen Problemen. Ich hatte schon den gegenwärtigen Smithsonian Obermotz in Boston mit Fragen eingedeckt aber da kam leider nichts zurück, obwohl er sehr interessiert war bei einigen Fragen.
 
22028 Am: 01.09.2026 09:09:17 Gelesen: 1155# 283 @  
@ drkohler [#279]

Cheryl sandte mir gestern Abend noch einen Scan der Postverordnung.

Das Porto war $ 1,00 sowie die ominösen 5 Cents zusätzlich, zu den weiteren verklebten 14 Cents schwieg sie sich noch aus, das dürfte aber die Weiterfrankatur nach Irak gewesen sein.

Werde ggfls mal das Frajola Board noch konsultieren.


 
22028 Am: 01.09.2026 20:27:19 Gelesen: 1080# 284 @  
Beim Richard Frajola Board habe ich von Ken Lawrence eine kompetente Antwort erhalten:

Trotz des Vermerks „London–Kairo“ des Absenders war diese Route geändert worden. Die ab dem 28. Juni 1929 gültige Luftpostroute 3 in den Irak verlief wie folgt: London–Paris–Basel–Genua–Ostia–Neapel–Korfu–Athen–Kreta–Alexandria–Gaza–Bagdad–(Basra und weiter nach Indien).

Das Luftpostporto für die Route 3 in den Irak betrug 9 ¢ pro halber Unze zusätzlich zum erforderlichen Porto. Das erforderliche Porto belief sich auf 1 $ für den Zeppelinflug von Lakehurst nach Friedrichshafen zuzüglich 5 ¢ UPU-Landportogebühr für einen Brief mit einem Gewicht von bis zu einer Unze, insgesamt also 1,14 $.

Wenn der Briefumschlag eine halbe Unze oder weniger wog, ist er um 5 Cent überfrankiert, aber der Absender könnte (fälschlicherweise) angenommen haben, dass für den Transport von Friedrichshafen nach London ein zusätzlicher Briefportosatz von 5 Cent für den Landweg erforderlich war.

Wenn er mehr als eine halbe Unze wog, ist er unterfrankiert


Nun muss ich herausfinden, warum der Briefumschlag mit dem Stempel „Received By Overland Mail“ versehen wurde, der nur in Bagdad angebracht wurde, falls ein Briefumschlag, der eigentlich per Luftpost befördert werden sollte, stattdessen mit der Overland Mail transportiert wurde. In diesem Fall muss der Briefumschlag – vielleicht versehentlich – entweder in Alexandria oder in Gaza ausgeladen und dann, aufgrund der höheren Gebühr, an die Overland Mail übergeben worden sein, um durch die syrisch-irakische Wüste nach Bagdad transportiert zu werden. Dort wurde er an die irakische Post übergeben, die den Stempel anbrachte und ihn anschließend an den Empfänger in Hillah zustellte.

Eine Möglichkeit wäre dass der Brief in London auf Grund des Leitwegvermerks „… Cairo“ in den falschen Postsack kam und dann in Alexandria ausgeladen wurde…
 
drkohler Am: 02.09.2026 01:14:41 Gelesen: 985# 285 @  
@ 22028 [#284]

Also wenn ich die Lawrence Zahlen richtig umdeute:

"Mein" Brief (1/2 Unze):

NY-Friedrichshafen 0c UPU-Landportgebühr* + $1 an Eckener + 9c Luftpost nach Bagdad = $1.09

Also überfrankiert mit 1c (bei der schönen Markenanordnung völlig verständlich)

Dein Brief (1 Unze):

NY-Friedrichshafen 0c UPU-Landportgebühr* + $1 an Eckener + 2*9c Luftpost nach Bagdad = $1.18

Also ebenfalls überfrankiert mit 1c (bei der schönen Markenanordnung auch völlig verständlich)

*KEINE Lawrence-UPU-Landgebühr da NY-Lakehurst NJ "postinterne Verschiebung" ist und die Briefe in NY abgeschickt wurden.

Die beiden Briefe flogen im selben Postsack nach Bagdad (identische Stempeldaten). Dein Overland Stempel bekam also auf der Strecke Bagdad-Hilah seinen Auftritt (?)

Mann zum Glück nicht mein Sammelgebiet (aber interessant ist es schon).
 
drkohler Am: 02.09.2026 01:46:20 Gelesen: 980# 286 @  
Ganz interessant was man so lesen kann über die Luftpost-Strecke Cairo-Bagdad.

In den 1920ern gab es keinen Piloten der Welt, der 400km geradeaus fliegen konnte. In Amerika flog man deshalb den Flüssen entlang. Weil die damaligen Motoren auch nicht so der Brüller waren (der sprichwörtliche Sand im Getriebe kam wohl noch dazu), musste man sich geistig immer auf Notladungen vorbereiten wegen Motorenausfall.

Nun, zwischen Cairo und Bagdad gab es keine Flüsse, nur Sand und Fels. Das hätte kein Pilot geschafft. Man hat deshalb mit zwei Bulldozern (einer von Bagdad aus, einer von Amman) einen geraden Weg gepflügt durch die Wüste (die hauptsächlich Steinwüsten sind und deshalb ein Weg nicht schon nach wenigen Tagen unter Sand verschwand). Alle 40km hat man eine Notlandepiste eingerichtet. Ausserdem flog man mit zwei Flugzeugen gleichzeitig (damit der eine den anderen retten konnte nach einer Notlandung nehme ich an). Bei den frühen Flügen gab es auch die Gefahr, dass bei einer Zwischenlandung unfreundliche Beduinen auftauchen konnten und "sich was abzweigten".
 
22028 Am: 02.09.2026 08:38:30 Gelesen: 941# 287 @  
@ drkohler [#285]

Dein Overland Stempel bekam also auf der Strecke Bagdad-Hilah seinen Auftritt (?)

Nein, der Stempel belegt, dass er auf der Strecke von Gaza/Beirut NACH Baghdad mit der Overland Mail, einem Privaten Dienst, befördert wurde.

Weiter oben in der Diskussion sind einige weitere Briefe mit diesem Stempel zu finden.
 
22028 Am: 02.09.2026 09:57:45 Gelesen: 918# 288 @  
@ drkohler [#286]

Nun, zwischen Cairo und Bagdad gab es keine Flüsse, nur Sand und Fels. Das hätte kein Pilot geschafft. Man hat deshalb mit zwei Bulldozern (einer von Bagdad aus, einer von Amman) einen geraden Weg gepflügt durch die Wüste (die hauptsächlich Steinwüsten sind und deshalb ein Weg nicht schon nach wenigen Tagen unter Sand verschwand). Alle 40km hat man eine Notlandepiste eingerichtet. Ausserdem flog man mit zwei Flugzeugen gleichzeitig (damit der eine den anderen retten konnte nach einer Notlandung nehme ich an). Bei den frühen Flügen gab es auch die Gefahr, dass bei einer Zwischenlandung unfreundliche Beduinen auftauchen konnten und "sich was abzweigten".

Das mit den eingekratzten Furchen (im Englischen „Air Furrows“ genannt) stimmt prinzipiell…, aber nicht ab Baghdad sondern nur zwischen Ramadi und Mafraq.

Siehe hier die Routen der Overland Mail, die rote Route war die welche prinzipiell auch die Flugzeuge der RAF nahmen.


 
drkohler Am: 02.09.2026 23:19:43 Gelesen: 810# 289 @  
@ 22028 [#288]

Weil es interessant ist, habe ich mal den Flugplan rauskopiert:



Also der Flug startete in London am Samstag, 17.Aug.29 09:10 und erreichte Baghdad am Donnerstag, 22.Aug.29 um 12:00.

Beide Briefe haben aber Ankunftsstempel Baghdad 21. Aug.29. Sie konnten also beide nicht im Flugzeug sein bis zum Ziel.

Wie man sieht kam das Flugzeg am 21.Aug.29 um ungefähr (damals wohl +/- 2 Std je nach Wetter) 15:30 in Gaza an. Da waren nur noch 3Std übrig. Oder gab es eine Alternative von Tobruk, da war das Flugzeug am 20.Aug.29 um 15:00 ?

Und warum fehlt der Overland Stempel auf "meinem" Brief?

Und ich bin auch erstaunt, dass mein Heimatflugplatz Basel damals so etwas wie eine zentrale europäische Drehscheibe war. Heute ist's ein Provinzflugplatz...
 

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