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Thema: Rumänien: Belege nach 1945
Das Thema hat 221 Beiträge:
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Zinnenstadt Am: 13.11.2017 08:35:20 Gelesen: 23238# 197 @  
Nach heutiger Planung werde ich in der ersten Dezemberhälfte in Bukarest sein und eventuell Calin Marinescu treffen. Gerne bringe ich das gewünschte Buch mit, sofern es noch verfügbar ist. Ich bräuchte dazu exakte Titelangabe und Adresse, an welches das Buch geschickt werden soll. Den von Herrn Marinescu geforderten Buchpreis und Versandkosten teile ich nach Versand per eMail mit - verbunden mit meiner Kontoverbindung.

Besten Gruß,
Zinnenstadt
 
10Parale Am: 13.11.2017 19:06:25 Gelesen: 23203# 198 @  
Lieber Heinz,

dein Brief aus [#196] mit 2,40 Lei hat mich nun auch ins Grübeln gebracht.

Nun möchte ich deine zweite Frage zuerst beantworten. Ich schaue sehr oft bei philabooks vorbei (http://www.philabooks.com ). Dort habe ich die 2 Bände von Marinescu her.

Das Schreiben muss mehr als 20 gramm gehabt haben, so dass ich folgendes ausrechnen kann:

Brief 2. Gewichtsstufe in der Portoperiode vom 1. September 1954 bis 31. August 1957:

- 0,70 Lei zzgl 0,45 Lei für Gewichtszuschlag: 1,15 Lei
- 1,05 Lei für das Einschreiben
- 0,20 Lei günstiger Luftpostzuschlag
 

insgesamt: 2,40 Lei

Michael Mallien mag mich korrigieren, wie bei den Lottozahlen ohne Gewähr.

Quelle: Marinescu Vol. 2 Seite 116 und Seite 154

Liebe Grüße

10Parale
 

Heinz 7 Am: 13.11.2017 20:12:39 Gelesen: 23190# 199 @  
@ Zinnenstadt [#197]
@ 10Parale [#198]

Liebe Kollegen,

vielen Dank für Eure Beiträge. Bei Philabooks sind die zwei Bände wirklich recht günstig zu haben (Euro 54.50). Gerne erwarte ich aber das Angebot von Marinescu (direkt). Wenn "Zinnenstadt" das für mich erfragen kann, ist das sehr nett.



Marinescu, Calin: Tarifele, Taxele si Gratuitatile Postale in Romania 1841-2008, 2008, Hdb. der rum. Posttarife 1841-2008 in 2 Bänden, 320 S./ 388 S.,

Es eilt nicht.

Zu den aufgeschlüsselten Leu 2.40 (Beitrag 196+198) sage ich anerkennend "Danke".

Heinz
 
Michael Mallien Am: 14.11.2017 19:56:24 Gelesen: 23124# 200 @  
@ 10Parale [#198]
@ Heinz 7 [#196][#199]

Liebe Freunde,

ich habe meine Bände über Philabooks erworben zu dem oben genannten Preis.

Bei der Bestimmung des Portos zu Heinz' würde ich Dir folgen 10Parale. Eine Besonderheit besteht darin, dass bei Marinescu offensichtlich Unsicherheit über den Luftpostzuschlag bestand, denn in der Tabelle ist zur fraglichen Tarifperiode ~0,25 angegeben. Derartige Angaben finden sich gelegentlich in den Tabellen. Marinescu schreibt selbst, dass er nicht über lückenlose Quellen verfügt. Vielmehr wurden Tarife einiger Portoperioden und Versendungsarten auf Basis von gesichtetem Material ermittelt.

Sollte es in ein paar Jahren zu einer weiteren Auflage seines Werks kommen, so können wir damit rechnen, dass neue Forschungsergebnisse dort ihren Niederschlag gefunden haben werden. Das war ja auch schon der Fall zwischen der Auflage von 1993 und 2008.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 02.12.2017 13:59:01 Gelesen: 22024# 201 @  
Am 18.12.1970 wurde dieser Brief von Magurele nach Johannesburg, Südafrika gesendet. Die Freimachung betrug 5,40 Lei und wurde beidseitig angebracht. Der Brief ist portogerecht frankiert:

Auslandsbrief / Scrisori externe 20g: 2,40 Lei
Luftpostzuschlag / Suprataxe "prin avion" Zona III (Africa): 3 Lei



Auffällig ist der Stempel aus Johannesburg. Er datiert auf den 14.4.1971. Es sieht so aus, als wäre der Brief fast vier Monate unterwegs gewesen!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 06.12.2017 21:19:35 Gelesen: 21741# 202 @  
Ich wende mich nun wieder der Inflationszeit zu der Jahre 1991 bis 2005 und zwar im speziellen den Inlandsbelegen.

Folgend meiner Aufstellung in Beitrag [#179] kann ich heute einen portorichtig frankierten Beleg aus der Portoperiode vom 15.10.2001 bis 14.03.2002 (PP 32) zeigen. Es handelt sich um ein einfaches Einschreiben im Ortsverkehr zu 5.500 Lei:

Scrisori simple 20g: 2.500 Lei
Taxa de recomandare: 3.000 Lei



Der Brief im A5-Format wirkt außerordentlich "unaufgeräumt". Tatsächlich aber handelt es sich um den Brief einer Bank, nämlich der BANCA COMERCIALA ROMANA, Filiale Cluj, wie oben links vermerkt ist.

Sehr schön finde ich die verklebte MiNr. 5601 Springreiten, mit schönem Vollstempel und als Eckrandstück.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 08.12.2017 11:49:42 Gelesen: 21721# 203 @  
Heute kann ich einen Ortsbrief/Einschreiben vom 16.1.1992 zeigen. Er stammt aus der Frühphase der Inflation, nämlich aus der Portoperiode vom 10.10.1991 bis 9.3.1992 (PP 3); vgl. Liste in [#179]. Der Brief ist mit 15 Lei portorichtig frankiert:

Scrisori "loco" 20g (Ortsbrief): 5 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 10 Lei



Schön finde ich die Ortsbezeichnung Loco unten auf dem Brief, was bei uns dem früher üblichen Hier entspricht.

Auf der Rückseite befindet sich noch ein weiterer BUCURESTI-Stempel, den ich euch nicht vorenthalten möchte:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 09.12.2017 17:48:40 Gelesen: 21686# 204 @  
Die Portoperiode vom 4.6. bis zum 1.7.1993 (PP 6) ist mit 28 Tagen die zweitkürzeste Periode und ich musste schon etwas suchen, bis ich einen Inlandsbeleg aus dieser Zeit auftreiben konnte. Es handelt sich dabei um ein Einschreiben-Fernbrief aus Anfang Juni, also zu Beginn der PP 6. Und hier ist das Problem mit dem Beleg: das Datum lässt sich nicht sicher identifizieren. Allerdings trägt der Beleg rückseitig einen Ankunftsstempel vom 9.6.1993. Dies zusammen mit der korrekten Frankatur in Höhe von 65 Lei lässt mich annehmen, dass der Brief in PP 6 gelaufen ist.

Scrisori "alte loco" 20g (Fernbrief): 25 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 40 Lei



Manch einer mag sich wundern über die "sparsame" Anschrift und den handschriftlichen Einschreibevermerk. Das ist leicht erklärt, denn es handelt sich bei dem Brief um die Post einer großen rumänischen Bank der C.E.C. Ich zitiere dazu aus Wikipedia:

Die CEC Bank (ursprünglich: Casa de Economii şi Consemnaţiuni, Spar- und Überweisungskasse) ist die älteste noch existierende Bank in Rumänien. Ihre Geschichte geht zurück bis auf das Jahr 1864. Heute ist sie die einzige noch im Staatsbesitz befindliche Großbank des Landes. [1]

Die Filialen der Bank tauschten vermutlich wichtige Schriftstücke per Post aus, deshalb per Einschreiben.

Handschriftliche EInschreibevermerke gibt es in Rumänien Bei Vertragskunden, was die CEC sicherlich war bzw. noch ist.

Zur Illustration der Post der CEC habe ich hier noch ein weiteres EInschreiben, das ebenfalls an die Filiale in Cluj ging: Einschreiben vom 22.12.1993 aus der Portoperiode 1.11.1993 bis 31.3.1994 (PP 8), frei gemacht mit 115 Lei:

Scrisori "alte loco" 20g (Fernbrief): 45 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 70 Lei



Viele Grüße
Michael

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/CEC_Bank
 
Heinz 7 Am: 09.12.2017 18:52:40 Gelesen: 21679# 205 @  
@ Michael Mallien [#202]

Du zeigst uns schöne Infla-Belege! Danke!

Ich habe den Wert zu 15'000 Lei der Inflation vor 70 Jahren schon gezeigt. Aber heute kann ich einen Beleg zeigen, der mir auch sehr gut gefällt.



Von vorne sehen wir nichts Besonderes. Ein Brief von ? (Rumänien) nach Hagen / Westfalen (Britische Zone). Der Brief wurde zensuriert. Davon zeugt der schöne Zensurstempel und das Verschluss-Klebeband am linken Rand.

Aber die Rückseite macht das Ganze zu einem wirklich schönen Beleg.



Der Brief wurde abgesandt von Agnetheln (rumänisch: Agnita), ca. 30 Kilometer nordöstlich von Sibiu. Die Frankatur war hoch: 15'000 Lei: 25 Marken à 600 Lei ergaben den erforderlichen Betrag.

Agnetheln wurde 1180 von Deutschen gegründet, der ungarische König hatte dannzumal die "Siebenbürger Sachsen" ins Land gerufen, um die damals weitgehend unbewohnten Gegenden unter seine Kontrolle zu bringen.

1947 ging es der deutschstämmigen Bevölkerung in Agnita nicht gut. Bereits 1919 (als Siebenbürgen nach dem 1. WK an Rumänien fiel) verlor die deutsche Mehrheit viele Rechte, und nach dem zweiten Weltkrieg wurde es noch schlimmer. Ein trauriges Kapitel der europäischen Geschichte.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 10.12.2017 12:00:14 Gelesen: 21653# 206 @  
@ Heinz 7 [#205]

Lieber Heinz,

es freut mich, wieder etwas von Dir in dieses Thema zu lesen! Ein schönes Stück hast Du uns gezeigt. Ich gratuliere Dir zu dem Beleg. Stutzen ließ mich der Zensurstempel. Das lag an der 2013, die ich im ersten Moment mit einer Jahreszahl gleich setzte. Das passt natürlich gar nicht, aber kennst Du oder jemand anderes die Bedeutung dieser Zahl?

Wunderschön an dem Beleg ist auch, dass es sich um eine reine Mehrfachfrankatur handelt. Solche Frankaturen finde ich immer sehr reizvoll. Und daran möchte ich anknüpfen, nämlich mit einer Mehrfachfrankatur aus modernerer Zeit, genauer gesagt aus dem Januar 1995.

Es ist ein Einschreiben-Ortsbrief innerhalb von Cluj-Napoca vom 10.1.1995. Das Datum fällt in die Portoperiode vom 1.4.1994 bis 30.6.1995 (PP 9) für Inlandspost. Die Frankatur beträgt 120 Lei. Verwendet wurden 4 Exemplare der MiNr. 4706 zu 30 Lei aus der Freimarkenserie Hotels und Herbergen.

Scrisori "loco" 20g (Ortsbrief): 30 Lei
Taxa de recomandare (Einschreibegebühr): 90 Lei



Etwas rätselhaft ist der Beleg für mich hinsichtlich weiterer Merkmale, als da wären:

- Warum ist die Vorderseite "durchgestrichen"?
- Haben die rückseitigen Vermerke eine Bedeutung für den Posttransport oder sind es vielleicht einfach nur nachträglich aufgebrachte Notizen?
- Was bedeutet der rückseitige lilafarbene Stempel?



Ich lese auf dem lilafarbenen Stempel Ministerul ... und könnte mir bei allen zusätzlichen Merkmalen des Beleges vorstellen, dass es sich um eine administrative Angelegenheit handelte, deren Bearbeitung teils auf dem Umschlag dokumentiert wurde. Leider bin ich der rumänischen Sprache nicht mächtig, aber vielleicht kann jemand von euch helfen?

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 13.12.2017 20:54:21 Gelesen: 21533# 207 @  
In Beitrag [#145] stellte ich die Dienste Prioripost und Ultrapost vor. Nun liegt mir ein erster Beleg des Dienstes Prioripost vom 7.1.2000 vor. Leider trägt der Beleg keinen Frankaturvermerk:



Der Brief trägt einen Stempel der ROMTELECOM, des seinerzeit noch staatlichen Betreibers für Telekommunikationsdienste. Möglicherweise war der Beleg deshalb gar portofrei? Ich weiß es nicht. Der reguläre Tarif für einen Brief mit dem Dienst Prioripost bis 100g hätte zu der Zeit 7.500 Lei betragen.

Im Vergleich dazu die Tarife für Inlandsbriefe:

bis 20 g: 1.500 Lei
21- 50 g: 2.100 Lei
51-100 g: 2.700 Lei

Hinzuzurechnen wäre der Zuschlag für einen Eilbrief mit 1.100 Lei.

Damit war der Dienst Prioripost deutlich teurer als ein Eilbrief und wurde vielleicht auch deshalb nur wenig genutzt?! Ich schließe auf Letzteres, weil ich wirklich suchen musste, um auch nur einen Beleg aufzutreiben!

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 15.12.2017 12:33:39 Gelesen: 21503# 208 @  
Heute gehe ich zurück in das Jahr 1952 mit einem, in mehrfacher Hinsicht sehr interessanten Beleg.

Bei dem Beleg handelt es sich um ein Einschreiben. Es ging am 8.8.1952 von Bukarest nach Johannesburg, Südafrika. Es wurde ein Sonderstempel verwendet zu den 4. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Bukarest 1953.

Die Freimachung erfolgte mit Werten aus der 1952 ausgegebenen Freimarkenserie Staatswappen zu insgesamt 3,28 Lei. Verwendet wurden 1x der Wert zu 3 Lei (MiNr. 1383) und 4x der Wert zu 7 Bani (MiNr. 1372). Mich wundern die Zuklebungen der 7-Bani-Marken, denn 3 Lei wäre meiner Meinung nach portorichtig gewesen:

Auslandsbrief bis 20g: 1,10 Lei
Einschreibegebühr: 1,90 Lei

Für die nächste Gewichtsstufe wären 0,65 Lei zusätzlich erforderlich gewesen, also kommt das nicht infrage.



Obwohl der Brief per Einschreiben versendet wurde, scheute der Versender offensichtlich die zusätzlichen Kosten für den Luftpostzuschlag. Der wäre auch erheblich gewesen mit zusätzlichen 4,25 Lei. Dafür sind auf dem Beleg Stationen der Beförderung ersichtlich, wie der vorderseitige arabische Stempel und der rückseitige Stempel aus Kairo vom 21.8.1952.



Vorderseitig fällt ein Rotstiftvermerk 1/931 auf, für den ich keine Erklärung habe.

Offensichtlich hatte jemand die Frankatur bereits einmal ausgeschnitten. Die Reparatur mit einem Klebestreifen ist leider nicht sehr schön.

Viele Grüße
Michael
 
nor 42 Am: 15.12.2017 17:44:15 Gelesen: 21484# 209 @  
@ Michael Mallien [#206]

1. Vorderseite durchgestrichen, weil Brief zurückgeschickt - siehe Eintrag "Retur"

2. Eintragungen des Briefzustellers - wie oft er versucht hat das Schreiben zu übergeben bzw. den Adressant benachrichtigt

3. Ganz normaler Stempel einer staatlichen Einrichtung (hier Schule) als Absenderangabe aufgeschlagen.

Nor 42
 
Michael Mallien Am: 16.12.2017 11:01:27 Gelesen: 21382# 210 @  
@ nor 42 [#209]

Hallo Norbert,

herzlichen Dank für die Infos! Den Eintrag "Retur" hatte ich glatt übersehen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.12.2017 11:30:13 Gelesen: 21139# 211 @  
Dieser Beleg gefällt mir in seiner Schlichtheit in mehrfacher Hinsicht besonders gut:



Zunächst einmal, passend zur Adventszeit, ging der Brief am 17.12.2002 auf die Reise und ist u.a. mit der MiNr. 5698 Weihnachtsmänner beim Verteilen der Geschenke frankiert.



Auffällig ist die, auch für die Portoperiode vom 1.10.2002 bis 14.10.2003 (PP 35) recht hohe Frankatur von insgesamt 13.000 Lei. Sie erklärt sich durch den unscheinbaren AR-Vermerk, denn es handelt sich um ein Inland-Einschreiben per Rückschein.



Der Beleg ist portorichtig frankiert mit:

- Inlandsbrief (Scrisori simple 20g): 3.000 Lei
- Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 5.000 Lei
- Rückscheingebühr (Taxa adevirere de primire: 5.000 Lei

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 21.12.2017 12:03:08 Gelesen: 21092# 212 @  
Für heute habe ich mir diesen Beleg aufbewahrt vom 21.12.2003. Der Inlandsbrief fällt in die Portoperiode vom 3.11.2003 bis 31.7.2004 (PP 37) und ist mit 4.000 Lei protorichtig frankiert:



Es handelt sich gar um einen Ortsbrief, doch das macht sich im Tarfi nicht bemerkbar, denn die Unterscheidung in Orts- und Fernbrief wurde zum 21.6.1999 abgeschafft.

Der Stempel fällt durch die kopfstehende Uhrzeit auf:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.12.2017 11:25:17 Gelesen: 21059# 213 @  
Heute habe ich wieder einen schlichten Beleg aus der Portoperiode vom 18.3.1996 bis 2.3.1997 (PP 11). Es ist ein Ortsbrief innerhalb von Cluj Napoca, frei gemacht mit der MiNr. 4986 aus der Freimarkenserie Bäume zu 70 Lei.



Das Motiv der Marke Lärche, ein Nadelbaum, passt "fast" zur Adventszeit, doch werden wir Lärchen niemals als Weihnachtsbaum sehen, da sie ja ihre Nadeln im Winter abwerfen.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 31.01.2018 23:07:14 Gelesen: 12460# 214 @  
Wir wollen auch im Jahr 2018 dieses schöne Thema fortführen!

Am 25.1.1948 gab es die erste Briefmarkenserie der neuen Volksrepublik Rumänien (Michel Nr. 1093). Die Freimarkenserie König Michael I. (Mi 1066-1076) erhielt einen Überdruck "R.P.R."(März 1948: Michel Nr. 1106-1116).

Briefe mit diesen neuen Freimarken sind gar nicht so einfach zu finden. Anbei ein Poststück (Postkarte), vermutlich vom 8.6.1948, mit einer interessanten Frankatur:



2 x 3 Lei, Michel Nr. 1109, dazu eine Gedenkmarke (zur Neuen Verfassung!) Mi. 1119 und eine Zuschlagsmarke I.O.V.R. (= Invalizi, Orfani, Vaduve de Razboi; = Invaliden- Witwen- und Waisensteuer für die Kriegsgeschädigten), Zwangszuschlagsmarke Nr. 38.

Warum die zwei zusätzlich verklebten Marken nicht gestempelt wurden, weiss ich nicht.

Die Karte ist wohl von einem/r deutschen Kriegsgefangenen an seine/ihre Familie in Apolda (Thüringen) geschrieben worden. Er/sie schreibt u.a. "Es sind viele Gefangene gekommen" (...) "Wir sind so weit gesund u es vergeht ein Tag nach dem anderen, eintönig mit viel Arbeit. (...). Die Felder sind aber sehr schön. Nur Obst wird keines. Die Blüte ist alles erfroren."

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.03.2018 16:09:36 Gelesen: 8611# 215 @  
Meine Hauptsammlung liegt ja bei Rumänien 1800-1910. Aber bei schönen Belegen der Jahre danach will ich oft auch nicht "nein" sagen, wenn mir ein solcher Beleg begegnet, so wie heute wieder.

1958 wurde ein Brief von Bukarest eingeschrieben mit Flugpost und als Eilsendung versandt. Das kostete die exorbitante Gebühr von 6 Lei 20 Bani. Aufgrund der Tariftabelle müsste das zu verifizieren sein (noch nicht geschafft).



Frankiert wurde dieser Brief mit den Nummern Mi. 1687+1688+1691+1692 (= Flugpostmarke) der Serie 1957 "Tierwelt des Donaudeltas". Ergänzt wurden diese Marken mit einer Gedenkmarke an den Held der Weltraumfahrt (die arme Hündin) Laika (Michel Nr. 1685).

Der Brief wurde am 4.3.1958 aufgegeben und erhielt am 8.3.1958 den Ankunftsstempel von Biel (Spezialstempel: "EILZUSTELLUNG").

Die vielen Gedenkmarken dieser Zeit auf bedarfsrichtigen Briefen zusammen zu tragen, ist eine schwierige Aufgabe!

Heinz
 
Michael Mallien Am: 18.03.2018 20:35:48 Gelesen: 8591# 216 @  
@ Heinz 7 [#215]

Lieber Heinz,

ich verifiziere: Es gelten die Tarife vom 1.9.1957.

Scrisori simple 20 g externe: 1,30 Lei
Taxa de recomandare (Einschreiben): 2,00 Lei
Taxa expres (Eilsendung): 2,50
Suprataxe "prin avion" in die Schweiz: 040 Lei

Macht genau 6,20 Lei. Ich gratuliere Dir zu diesem schönen Beleg.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 21.05.2018 07:00:45 Gelesen: 5308# 217 @  
Polsterumschlag mit Stempel BUCURESTI vom 22.1.1971, adressiert nach Dublin, Irland. Die Freimachung erfolgte mit Werten aus der Serie Schmetterlinge zu insgesamt 2,35 Lei.

Das Porto passt nicht ganz, denn ein einfacher Auslandsbrief Brief kostete in der Tarifperiode 2,40 Lei.



Mir kommt der Beleg seltsam vor, denn:

- er trägt einen deutschsprachigen Aufkleber
- er sieht eben nicht nach einem einfachen Brief aus, womit das Porto noch fraglicher wäre
- keine Stempelteile auf dem Umschlag

Aber die Frankatur mit den Randstücken gefällt mir gut.

Viele Grüße
Michael
 
Franz-Karl Lindner Am: 21.05.2018 13:22:06 Gelesen: 5242# 218 @  
Hallo zusammen,

die Abbildungen zeigen 2 Blindensendungen:

1. Auslands-Blindenbrief aus Bukarest vom 27.01.1973 nach Laatzen/Deutschland frankiert mit 4,50 Lei

2. Auslands-Blindenbrief aus Bukarest vom 17.04.1973 nach Laatzen/Deutschland frankiert mit 4,55 Lei

Laut meinen Unterlagen waren Blindenbriefe seit dem 1.4.1959 bis 7 kg portofrei. Habe daher bis heute noch nicht herausgefunden, wie die Proti der gezeigten Briefe zustande gekommen sind. Oder gab es eine Gebührenpflicht für Blindenbriefe ins Ausland? Oder handelt es sich hier um eine Zusatzgebühr für eine Luftpostbeförderung? Normales Briefporto scheint es aber auch nicht zu sein.

Wer kann helfen? Danke!

Franz-Karl


 
Heinz 7 Am: 21.05.2018 17:51:30 Gelesen: 5213# 219 @  
@ Michael Mallien [#216]
@ Michael Mallien [#217]

Lieber Michael,

danke für die Bestätigung des Portos!

Bei Deinem Beleg macht mir der deutsche Adresskleber kein "Bauchweh", denn vermutlich hat der reisende Absender diese Etiketten von Deutschland mitgenommen, damit er seine Sendung aus Rumänien nach Irland schicken kann. Ich denke nicht, dass die Sendung Bukarest - Dublin von 1971 irgendwie gefälscht / montiert ist. Der Absender war vermutlich aus Deutschland; er scheint jedenfalls deutschsprachig gewesen zu sein (Hinweis: handschriftlicher Vermerk: "neue Adresse").

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Michael Mallien Am: 22.05.2018 21:38:53 Gelesen: 5052# 220 @  
@ Franz-Karl Lindner [#218]

Hallo Franz-Karl,

in dem Werk von Calin Marinescu konnte ich leider auch keine befriedigende Antwort finden. Das Stichwort Nevazatorilor (Blindensendung lt. Google-Übersetzer) habe ich gar nicht gefunden.

Ein Luftpostzuschlag dürfte nicht infrage kommen, denn es wäre auf der Sendung ausgewiesen, wenn diese als Luftpost aufgegeben worden wäre. Folgende Auslandsbrieftarife (Europa) galten 1973:

0-20 g: 2,75 Lei
21-100 g: 6,40 Lei

Die einzige Zusatzleistung, die in die Nähe der Porti kommt ist die Rückscheingebühr in Höhe von 4,60 Lei.

Die oben aufgeführten Auslandstarife befinden sich in den Tabellen mit der Überschrift " Tarife si postale externe". Es gibt noch weitere Tabellen mit der Überschrift " Tarife externe SPEC.". Ich habe noch nicht heraus gefunden, was das bedeutet. In diesen Tabellen finde ich folgende Auslandsbrieftarife:

0-20 g: 2,10 Lei
21-100 g: 4,80 Lei

Es handelt sich also um reduzierte Tarife. Aber auch hier passt keine der Portostufen.

Es tut mir leid, dass ich nicht wirklich weiterhelfen konnte.

Viele Grüße
Michael
 
Franz-Karl Lindner Am: 22.05.2018 22:52:32 Gelesen: 5042# 221 @  
Hallo Michael,

vielen Dank für Deine Antwort. Die Frankatur bleibt also ein Rätsel.

Wobei ich schon so oft gesehen habe, dass viele Postler, besonders in den dörflichen Gegenden, gar nicht wussten, wie der Tarif für Blindensendungen war. Auch den Blinden selbst war hier oft nichts bekannt. Ich vermute also, dass der Absender einfach das aufgeklebt hat, was ihm gerade - im wahrsten Sinne des Wortes - unter die Finger gekommen ist. So kommen dann solche Frankaturen zustande.

Also, vermuten wir das einmal so. Trotzdem bleiben diese beiden Briefe Blindenbriefe, da sie komplett in Blindenschrift geschrieben wurden. Finde sie großartig!

Nochmals danke und Gruß
Franz-Karl
 

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