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Thema: Ochsenköpfe aus Rumänien Fürstentum Moldau und aller Welt
Das Thema hat 41 Beiträge:
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10Parale Am: 18.06.2017 22:18:02 Gelesen: 14398# 17 @  
@ Heinz 7 [#16]

Auf diesen USA-Marken erscheint der Kopf des Ochsen im Zeichen der Pionierarbeit:

Michel Nr. 594 - ein Pionier mit seinem Ochsenkarren am Red River.

Michel Nr. 570 - ein schwedischer Pionier bei der Besiedlung des mittleren Westens zieht einen zweispännigen Ochsenkarren.

Schönen Sonntag

10Parale


 
10Parale Am: 16.07.2017 19:00:02 Gelesen: 14053# 18 @  
Heinz 7 hat uns in [#5] einen Briefausschnitt gezeigt mit dem Stierkopf der Marken aus Mecklenburg Schwerin.

Ich zeige hier noch eine Einzelmarke, die Michel Nr. 3, blau (meine Lieblingsfarbe), mit Stempel Wismar vom 18/11 - (ungeprüft).

Der Ochse ist, - wie alle wissen, ein kastrierter Stier, das Tier wird durch diese Maßnahme zahmer und arbeitssamer.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.07.2017 21:08:05 Gelesen: 14030# 19 @  
@ 10Parale [#18]

Der Ochsenkopf der Moldau ziert ein Stern zwischen den Hörnern (siehe [#1]). Das Motiv wurde in Anlehnung an das moldauische Wappen der Fürstengeschlechter gewählt. In Mecklenburg Schwerin erkenne ich auch etwas zwischen den Hörnern, was ist das?

Hier die Michel Nr. 1, sozusagen ein Stierquartett in einer gebrauchten Marke mit 3 Stempelausschnitten. (Schwerin ? Rostock ?).

Liebe Grüße

10Parale


 
Lars Boettger Am: 16.07.2017 23:07:11 Gelesen: 14013# 20 @  
@ 10Parale [#19]

Bist Du sicher, dass die Marke(n) echt sind? Die Mi. Nr. 1 hat einen punktierten Grund, die Mi. Nr. 4 ist durchstochen. Deine Marken haben eine Ähnlichkeit mit der Mi. Nr. 4, aber das Markenbild weicht in Details ab.

Beste Grüße!

Lars



Bildquelle: http://www.philasearch.de
 
10Parale Am: 17.07.2017 08:40:51 Gelesen: 13958# 21 @  
@ Lars Boettger [#20]

Natürlich bin ich nicht sicher, ob die Marken auch wirklich echt sind. Dies kann nur eine Prüfung sicherstellen.

Was mich beruhigt, ist die Tatsache, dass ich die Marken von einem französischen Händler an einem Dorfmarkt erstanden habe. Dieser hatte ein breitgefächertes Angebot und auf einer weiteren Seite bot er sogar den Sachsendreier für sage und schreibe 1.450,-- Euro an.

Würde vorschlagen, Richard kopiert das Thema hier aus in das zutreffendere Thema "Mecklenburg Schwerin Marken echt oder falsch".

Ich könnte nun der Allgemeinheit den Namen des Händlers preisgeben, denn die Marken befinden sich alle in einer Händlerkarte integriert. Das will ich aber nicht unbedingt tun, bitte um Verständnis.

Ich erkenne so etwas wie einen punktierten Hintergrund, aber auch auf dem Scan in #20 wird nicht ganz ersichtlich, ob die Marken einen punktierten Hintergrund haben. So weit erst mal, muss jetzt zur Arbeit.

Liebe Grüße

10Parale
 
mausbach1 Am: 17.07.2017 10:03:54 Gelesen: 13944# 22 @  
@ 10Parale [#18]

Einfache Erklärung:

Ochse = Arbeiter - Stier/Bulle = Playboy
 
10Parale Am: 01.08.2017 22:11:51 Gelesen: 13791# 23 @  
Ich zeige hier einen wohl sehr alten Ring, der nach Angabe des Vorbesitzers um die AD 1200 (Anno Domini) von einem Kreuzritter benutzt wurde. Der Ring ist sehr leicht (1,7 gr.) und aus Bronze. Es gibt eine Vielzahl von Ringen mit verschiedenen Motiven aus jener Zeit, so z.B. auch Löwen etc.

Was mir besonders auffällt, ist das Motiv mit dem Ochsenkopf und der Sonne zwischen den Hörnern. Dieser Ring könnte tatsächlich aus der Moldau stammen und von einem dortigen Ritter oder Landsmann benutzt worden sein. Das ist natürlich eine reine Vermutung.

Wer schon einmal Münzen aus der Zeit des Fürstentums Moldau gesehen hat, kennt das Motiv des Ochsenkopfes. Diese Münzen waren in lateinischer Sprache und zeugten vom Reichtum des Landes. Der Kopf des Auerochsen kommt auch auf alten moldauschen Wappen vor und die berühmten Ochsenköpfe sind eine Fortsetzung dieser heraldischen Tradition.

Natürlich könnte dies auch ein Zufall sein oder eine Fälschung. Selbstverständlich obliegt auch solch ein Objekt der Pflicht, es auf Authentizität und Echtheit zu prüfen. Mittlerweile wird ja neben Briefmarken und Münzen auch Schmuck und allerlei Antikes in Auktionskatalogen feil geboten. Deshalb hoffe ich auf Verständnis für diesen Ausflug in ein etwas anderes Gebiet.

Liebe Grüße

10Parale


 
merkuria Am: 06.12.2017 10:45:12 Gelesen: 12293# 24 @  


Uruguay verausgabte diesen schönen Ochsenkopf innerhalb seiner Freimarkenausgabe vom 5. Dezember 1895 (Mi Nr. 103).

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 22.04.2018 17:09:30 Gelesen: 10097# 25 @  
@ Heinz 7 [#14]

Dieses schöne Thema hat 2017 nur 8 Beiträge gesehen, und 2018 noch gar keinen.

Vor ein paar Tagen habe ich folgende hübsche Abbildung an einer Metzgerei entdeckt:



Solche Bilder erinnern mich natürlich stets an die legendären Briefmarken des Fürstentums Moldau!

Aber damit ich hier auch eine Briefmarke zeige, habe ich Michel Nr. 2121 von Rumänien gescannt: den 1.35 Lei Wert der Ausgabe von Rumäönien vom 20.11.1962: "Viehzucht". Ein schöne Zeichnung einer Kuh. Der Zumstein-Katalog weiss mehr: "Schweizerrasse"!



Heinz
 
10Parale Am: 01.11.2018 21:14:35 Gelesen: 7498# 26 @  
Im Satz "100. Jahrestag der Vereinigung Bessarabiens mit Rumänien vom 27. März 2018" sehen wir bei beiden Marken rechts oben das Wappen mit dem Auerochsen.

Ich zeige hier den niedrigeren von 2 Werten zu 4 Lei, welchen den Politiker Alexandru Marghiloman (1854 - 1925) in die Erinnerung zurückbringt. Er war kurzzeitig Ministerpräsident von Rumänien unter Ferdinand I. und den Mittelmächten wohl gesonnen.

Liebe Grüße

10Parale


 
merkuria Am: 11.12.2018 10:49:29 Gelesen: 6855# 27 @  
Damit die Ochsenköpfe nicht ganz vergessen gehen, hier ein chinesisches Exemplar!



Volksrepublik China 1950, Freimarken-Aushilfsausgabe Mi Nr. 30 unter Verwendung einer nicht ausgegebenen Marke der kommunistischen Postverwaltung Ostchinas mit Aufdruck des neuen Wertes 20'000 RMBY.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
10Parale Am: 23.04.2019 19:30:01 Gelesen: 5623# 28 @  
@ merkuria [#27]

Nach einer kleinen Durststrecke in diesem Thread ein Gruß vom Ochsenkopf im Fichtelgebirge.

Na, ja, ein wenig Ähnlichkeit hat der deutsche Ochsenkopf mit den moldauischen, oder?

Liebe Grüße

10Parale


 
nor 42 Am: 24.04.2019 19:45:43 Gelesen: 5562# 29 @  
Man staunt was sich so alles findet, doch außer Marken und Stempel gibt es auch viele Ganzsachen zum Thema. Hier nur zwei Beispiele.

nor 42


 
Heinz 7 Am: 30.11.2019 21:14:15 Gelesen: 3247# 30 @  
@ Heinz 7 [#1]

"Ochsenköpfe aus dem Fürstentum Moldau" sind Sammelstücke erster Güte. 140 Jahre nach ihrer Ausgabe wurden sie 1998 an einer Briefmarkenausstellung in Bukarest geehrt.



Die zwei Marken zum Anlass erhielten die Michel Nummern 5338-5339. Daneben gab es noch einen Gedenkblock (Michel Nr. 5340 / Block 311). Er zeigt zwei Werte der ersten Ausgabe. Die Marken sind ziemlich detailgetreu nachgezeichnet und erfreuen so den Sammler. Die wenigsten können ein Original dieser Marken (von 1858) in ihrer Sammlung zeigen. Es gibt nur noch sehr wenige davon, und sie sind entsprechend begehrt und teuer.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 02.12.2019 23:04:23 Gelesen: 3192# 31 @  
@ Heinz 7 [#30]

Ein weiteres Mal, als die 27-Parale Marke zu Ehren kam, war 1992, als in Granada eine Weltausstellung der Philatelie stattfand. Die rumänische Post gab einen Gedenkblock zu dem Anlass heraus. Auf Marke Mi. 4795 sind abgebildet:

- die Nr. 1 von Spanien
- die Nr. 1 des Fürstentums Moldau



Der Block (und damit auch die gezeigten Marken) erschienen in einer Auflage von 200'000 Stück.

Heinz
 
Pepe Am: 03.12.2019 00:20:35 Gelesen: 3179# 32 @  
Aus dem Jahr 1984 ist diese Kombination mit Marke und Zierfeld.



Rumänien, Tag der Briefmarke, 1984 11 15, Mi 4102 mit Zierfeld

Der Zierfeldzuschlag von 1 Leu wurde bestimmt irrtümlicher weise auch zur Frankatur genutzt, obwohl er ja dem Philatelie Verband zu Gute kommen sollte.

Nette Grüße Pepe
 
Heinz 7 Am: 16.01.2020 23:29:16 Gelesen: 2514# 33 @  
@ Heinz 7 [#31]

Dass die allererste Marke von Rumänien, der berühmte 27 Parale-Wert des runden Ochsenkopfes, als Motiv wiederholt wurde, erstaunt uns nicht wirklich. Dass aber auf eine "Rückblick"-Marke zurückgeblickt wird (also so etwas wie "Rückblick im Quadrat"), ist dann doch etwas ausgefallen.

1858 kam der 27 Parale-Wert zu Ausgabe (Ochsenkopf-Handeinzeldruck)
1958 wurde mit einer immerhin achtteiligen Briefmarkenserie der Jubiläum "100 Jahre rumänische Briefmarke" gedacht (Mi. Nrn. 1750-1757). Nr. 1754 hatte die Nominamle von 1.55 Lei und zeigte im Bild die alte 27-Parale-Marke.

Nochmals 5 Jahre später kam diese Marke (Nr. 1754) dann nochmals zu Ehren: Zum "Tag der Briefmarke" 1963 wurde die Marke 1958 nochmals abgebildet, daneben ein Postreiter.



Diese Marke von 1963 ist bei Michel mit Nummer 2189 katalogisiert.

Heinz
 
Marco75 Am: 15.02.2020 16:24:20 Gelesen: 2000# 34 @  
Hallo und Guten Tag zusammen,

seit einigen Jahren verfolge ich schon mehrere Beiträge hier im Forum und es wird nie langweilig.

Doch jetzt habe ich mich überwunden hier anzumelden.

Zu dem Thema Ochsenkopf kann ich vielleicht auch etwas beitragen, wo ich unbedingt Eure Meinung brauche - echt oder falsch ?



Vielen Dank.
 
10Parale Am: 15.02.2020 18:29:29 Gelesen: 1960# 35 @  
@ Marco75 [#34]

Ich wage mich mal zuerst an die Front. Weshalb brauchst du "unbedingt" unsere Meinung? Ist die Marke und der Brief an die bekannte Adresse der Gebrüder Theologo in deinem Besitz, möchtest du diesen Brief kaufen oder verkaufen? Was für zusätzliche Informationen zur Herkunft und Umgebung des Briefes kannst du uns mitteilen?

Diese Michel Nr. 3 zu 81 Parale trägt einen roten Stempel von FOKSCHANI oder BOTOSCHANI (beides M1 mit dem Zusatz MOLDOVA). Genau kann ich das auf den SCANS nicht unterscheiden, da schwarze Fleckenfelder den unsauberen Brief und auch wichtige Erkennungsmerkmale des Stempels übersäen.

Ich halte das Ganze für eine Fälschung. Ich wünsche Dir aber von Herzen, das dem nicht so ist. Deshalb rate ich zu einer Prüfung, den der Wert eines solchen Belegs, - auch wenn er nicht so schön aussieht -, wäre sehr hoch, weil wir dann eine echte Rarität vor uns liegen hätten.

Leider kann ich dir nicht sagen, wer den Beleg prüfen kann, aber bei der ARGE Rumänien wärest du gut aufgehoben. Dazu kann ich Heinz Glättli empfehlen, der diesen Beitrag wohl auch bald kommentieren wird.

Vielen Dank für den Mut, solch einen Beleg hier vorzustellen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Martin de Matin Am: 15.02.2020 20:18:46 Gelesen: 1945# 36 @  
@ Marco75 [#34]

Mein erster Eindruck war, das Blau sieht sehr blass aus, und das Papier sieht eher gelblich-weiß aus statt bläulich wie das Original. Es könnte ja verblichen sein. Von der Position des Buchstaben des Stempels kann es eigentlich nur Fokschani sein. Dann habe ich die Marke mit einem Original verglichen. Wenn man beide übereinander legt könnte die Marke ein Original sein, denn es gab nur minimale Abweichungen, die aber durch den unsauberen Druck und das Einscannen bedingt sein können.

Was auffällig ist sind die Flecken auf dem Brief, die jeweils aus Farbsprenkeln einer Farbe (gelb, rot, blau oder schwarz) bestehen.

Aber jetzt zum entscheidenden Aspekt, dem Stempel. Der Brief trägt einen Stempel vom 6.3. Ich habe nach Stempeln von Fokschani gesucht, um sie mit der Marke zu vergleichen. Dabei merkte ich, das es aus keinem Ort eine Marke der Erstausgabe mit Stempel vom März gibt. Danach habe ich mir den Ausgabezeitraum angesehen. Die Marken sind im Juli/August 1858 erschienen, und wurden im November des gleichen Jahr durch eine neue Ausgabe ersetzt. mit der neuen Ausgabe wurde auch ein neues Tarifsystem eingeführt, wodurch die krummen Wertstufen (27, 54, 81,108) entfielen.

Mein Schlussfolgerung ist darum eindeutig (Echtheit sehr zweifelhaft).

Gibt es Argumente die für eine Echtheit sprechen?

Gruss
Martin
 
Marco75 Am: 16.02.2020 09:57:56 Gelesen: 1909# 37 @  
Hallo ,

erstmal vielen Dank für die Mühe.

Zu der Herkunft: Ja dieser Brief ist in meinem Besitz, in den letzten Jahren habe ich mehrmals grosse Mengen an Alben und Kartons angeboten bekommen,
da ich scheinbar der einzige in der Familie bin der diesem schönen Hobby noch Zeit widmet.

Natürlich schaut man alles schnell durch (reine Neugier) doch einige Sachen kommen erst nach und nach zum Vorschein. Unter anderem dieser Brief mit etwa 20 anderen.

Eure Meinung ist mir deshalb wichtig weil ich nur ein kleiner Hobbysammler bin und nur über ein paar Michelkataloge verfüge.

vielen Dank
LG Marco
 
Lars Boettger Am: 16.02.2020 11:19:14 Gelesen: 1893# 38 @  
@ Marco75 [#34]

Hallo Marco,

ich schliesse mich der Meinung von 10Parale [#35] und Martin de Matin [#36] an. Ich habe ein Bild einer echten 81-Parale-Marke angehängt [1] . Wenn ich das Posthorn mit der Wertangabe vergleiche, dann fallen mir hier viele kleine Unterschiede zu Deiner Marke auf. Der Stempel und die Marke auf Deinem Brief sehen sehr "verwaschen" aus, was mir angesichts der Dateigröße nicht gefällt. Der Brief bzw. das Briefpapier weist Verfärbungen in schwarz, rot und gelb auf. Das sieht für mich nicht nach echten Alterungsspuren aus, eher nach einer künstlichen Alterung.

Beste Grüße!

Lars



[1] https://www.davidfeldman.com/dfsa-auctions/june-2019-summer-auction-series/romania/20131/1858-moldavian-bulls-21-july-handstruck-at-jassy-o/?soff_session_category=9774&soff_auction_browse=1)
 
Heinz 7 Am: 16.02.2020 11:29:13 Gelesen: 1888# 39 @  
@ Marco75 [#37]

Lieber Marco,

vor mehr als 50 Jahren war ich einmal ganz aufgeregt. Ich hatte anhand eines Briefmarkenkataloges versucht, die Briefmarken meines Grossvaters wertmässig zu bestimmen. Eine Briefmarke war etwa 20 Mal vorhanden, und ich las einen Katalogwert von CHF 500. Ich konnte damals schon gut kopfrechnen und fragte ungläubig, ob diese Marken nun CHF 10'000 wert seien?

Es war ein Sonntagmorgen und meine Eltern schliefen noch. In meiner Aufregung weckte ich sie und eröffnete ihnen meinen "Sensationsfund". Natürlich waren auch sie interessiert an den Fragen von Klein-Heinz.

Es war dann allerdings auch Klein-Heinz, der bei einer Nachprüfung feststellte, dass alle meine Marken Faserpapier hatten, und nicht weisses Papier, wie die Marke, die im "Zumstein" als erste abgebildet war. 20 x 90 Rappen war damit das neue Verdikt. Also 18 Franken statt 10'000.

Naja - so zerplatzen wohl viele Briefmarkensammler-Träume. Es hat mir nicht nachhaltig geschadet, aber ich bin seither sehr vorsichtig geworden mit der (Vor-)Freude, ich würde sehr wertvolle Marken besitzen!

Warum erzähle ich Dir das alles? - Nun, ich musste unwillkürlich an dieses mich prägende Erlebnis denken, als ich Deinen Beitrag heute entdeckte.

Also: bitte träume nicht zu sehr von einem Superfund. Vermutlich hat Martin recht [#36]. Aber die Geschichte ist so schön, und regt die Phantasie an, dass auch ich gerne ein bisschen mit Dir träume.

Eine 81-Parale Marke als Einzelfrankatur auf vollständigem Brief wäre eine Weltrarität, die es ... in null Exemplaren gibt! Das höchste der Gefühle eines Rumäniensammlers lösen bereits FRAGMENTE von Briefen aus, und JEDE 81 Parale-Marke gestempelt ist eine Grossrarität im Wert von, sagen wir: mindestens Euro 20'000.

Wenn zum ersten Mal eine Einzelfrankatur der Nummer 3 auf den Markt käme, wäre dafür ein Ausruf von Euro 100'000 absolut gerechtfertigt. Ich bin sicher, der Brief würde zu diesem Preis verkauft!

Aber - der Brief ist sehr wahrscheinlich eine Fälschung.

Aufgrund eines scans kann man nur wenig Verbindlches sagen, aber anbei trotzdem ein Versuch:

1) Der Briefbogen sieht echt aus. Die Adresse des Briefempfängers ist wohl bekannt und es gibt hunderte von Briefen an diese Adresse.
2) es irritieren mich aber diese seltsamen gelben, roten und schwarzen Punkte
3) die Marke hat ein schwaches, sehr schwaches Druckbild. Das heisst noch nichts, und ist - bei einer Marke, die im Hand-Einzeldruck hergestellt wurde - auch möglich. Sie erschwert uns aber die nähere Bestimmung
4) der Schnitt der Marke ist interessant (unregelmässig, 2 Ecken sind leicht abgetrennt). Ein Fälscher würde dies wohl kaum machen.
5) die Farbe des Papieres (der Briefmarke) gefällt mir gar nicht. Die Marke sollte auf bläulichem Papier gedruckt sein. Im vorliegenden Fall sehe ich eher weisses (bis gelbliches) Papier. Dies würde wieder auf eine Ganzfälschung hindeuten
6) Martin hat richtig auf das unstimmige Datum hingewiesen! Der Stempel "FOKSCHANI 6/3"(?) passt nicht. Gemäss Handbuch Heimbüchler gilt "Bislang sind auf der 1. Ausgabe Daten vom 29.7.-31.10.1858 bekannt" (Handbuch 1994, Seite 70)

Drehe doch den Brief einmal um. Ist der Briefbogen beschrieben? Hat er ein Datum?

Ich vermute, dass ein echten Theologo-Brief mit einer Fälschung der Nummer 3 ergänzt wurde. Um das Ganze glaubhafter zu machen, wurde ein falscher(?) roter Zweikreisstempel "MOLDOVA" (Gruppe M1) angebracht. Dabei hat der Fälscher einen groben Fehler gemacht, weil er der Verwendungszeit keine Beachtung schenkte.

Trotzdem ist das Ganze ein atemberaubendes Stück, das ich zur definitiven Prüfung unbedingt an den Rumänien-Prüfer Dr. Gertlieb Gmach schicken würde. Seine Adresse ist:

Dr. Gmach, Gertlieb (DE)

Zankenhauser Str. 29
82279 Eching a. Ammersee
Deutschland
Fon: +49 8143 8659
E-Mail: gertlieb@t-online.de

Ich würde das Stück auch gerne im nächsten "RUMÄNIENSAMMLER" beschreiben (der Fachzeitschrift der ARGE Rumänien). Wenn Du mir Deine Adresse gibst, gebe ich Dir meine Kontaktdaten an.

Herzliche Grüsse und vielen Dank für's Zeigen dieses "Sonntags-Märchens".

Heinz
 
Marco75 Am: 17.02.2020 18:02:43 Gelesen: 1777# 40 @  
Hallo und vielen Dank an alle,

die Innenseite an sich ist nicht beschrieben nur auf einer Klapp- oder Faltseite ist noch ein Hauch von Schrift zu erkennen. Allerdings könnte das auch von den anderen Briefen kommen. Die lagen alle zusammen und sind vielleicht falsch gelagert worden - "Feuchtigkeit".

Das Briefpapier hat zwar ein schönes Wasserzeichen "sieht aus wie ein Adler mit Krone" aber ein zweiter Brief mit dem selben Wasserzeichen hat auch einen roten Stempel von Greenwich NOV/7 NY.

Ehrlich gesagt an eine Echtheit habe ich nie geglaubt.

Nochmal vielen Dank an alle: Werde, wenn es die Zeit zulässt öfter etwas posten, da ich noch viele ungeklärte Fälle in meiner Sammlung habe.

LG Marco
 
Heinz 7 Am: 17.02.2020 21:36:26 Gelesen: 1741# 41 @  
@ Marco75 [#40]

Wenn Du nicht an die Echtheit glaubst, so wirst Du hoffentlich einwilligen, mir den Brief zu senden. Ich kann vermutlich die Echtheit prüfen, wenn ich den Brief im Original habe. Ich mache das kostenlos für Dich.

Ich wiederhole aber auch meine Empfehlung, bitte sende den Brief an Dr. Gmach

https://www.aiep-experts.net/experts/page/4/

Er ist Prüfer bei der AIEP und war viele Jahre Prüfer beim BPP.

Freundliche Grüsse
Heinz
 

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