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Thema: Uganda: Echt gelaufene Belege
Michael Mallien Am: 11.01.2017 21:24:42 Gelesen: 4835# 1 @  
Zu den wechselseitig gültigen Belegen mit Marken aus Tansania, Kenia und Uganda ist an anderer Stelle schon einiges gepostet worden. In diesem Thread möchte ich auf Belege des späteren Uganda eingehen.

Brief aus Kampala in die USA. Frankiert mit isgesamt 550 Sh. Leider kann ich den Stempel nicht identifizieren. Da ich die Marken im Afirka-Katalog von 1993 nicht gefunden habe werden sie wohl später verausgabt worden sein.



Vorderseitige Kodierung aus den USA wie ich vermute.



Rückseitiger Kastenstempel WORLD VISION UGANDA / P.O.BOX ... KAMPALA und eine hellrotorangene Kodierung.
 
Cantus Am: 14.01.2017 00:21:18 Gelesen: 4742# 2 @  
@ Michael Mallien [#1]

Hallo Michael,

es ist immer wieder spannend, die Briefmarken eines afrikanischen Landes wie Uganda, die augenscheinlich für einen Bedarfsbrief verwendet worden sind, in Katalogwerken aufzuspüren. Die Briefmarken von Uganda sind dem mitteleuropäischen Sammler, wenn überhaupt, zumeist als sehr bunte Bildchen als Teil unterschiedlichster Motivthemen bekannt geworden. Um so überraschender ist es dann, wenn man eine Briefmarke, die man zunächst als Teil so eines reinen Motivsatzes angesehen hatte, nun als einen der Werte eines Freimarkensatzes auffindet.

Zur Bestimmung der Marken hatte ich versucht, die aufgedruckten Portostufen als Richtsatz zu betrachten, das hat aber nur zum Teil funktioniert, denn innerhalb kurzer Zeiträume gab es in Uganda höchst unterschiedliche Portoangaben auf den Briefmarken. Trotz intensiver Suche bei den Ausgaben der Jahre 2001 bis 1980 habe ich nur die linke Marke finden können. Sie trägt die Mi.-Nr. 1148 und ist am 10.9.1992 erschienen. Schau hier:

http://colnect.com/en/stamps/list/country/8146-Uganda/year/1992/page/4

Vielleicht hat du ja bei genauerer Suche noch mehr Erfolg als ich.

Viele Grüße
Ingo
 
Pete Am: 14.01.2017 09:12:59 Gelesen: 4730# 3 @  
@ Michael Mallien [#1]
@ Cantus [#2]

Da ich die Marken im Afrika-Katalog von 1993 nicht gefunden habe werden sie wohl später verausgabt worden sein.

Bei der rechten Briefmarke handelt es sich um Mi-Nr. 1328 aus dem sechs Werte (und einen Block) umfassenden Satz des Welt-Meteorologie-Tages. Der Satz erschien am 15.03.1994.

Zur Bestimmung der Marken hatte ich versucht, die aufgedruckten Portostufen als Richtsatz zu betrachten, das hat aber nur zum Teil funktioniert, denn innerhalb kurzer Zeiträume gab es in Uganda höchst unterschiedliche Portoangaben auf den Briefmarken.

Das Thema Portostufen ist auf Sendungen aus Uganda ein Thema für sich. Es wurde - einem mir vorliegenden größeren Belegeposten zumindest in den 1980er Jahren - nicht zwingend Wert auf eine korrekte Frankierung gelegt sondern alles verklebt, was gerade verfügbar war. Die Sortierung dieses Postens nach Datum ergab massive Schwankungen innerhalb der Portostufen von unten nach oben und retour, selbst bei eher unproblematischen Sendungsarten (Bsp. Aerogramm).

Die Briefmarken von Uganda sind dem mitteleuropäischen Sammler, wenn überhaupt, zumeist als sehr bunte Bildchen als Teil unterschiedlichster Motivthemen bekannt geworden. Um so überraschender ist es dann, wenn man eine Briefmarke, die man zunächst als Teil so eines reinen Motivsatzes angesehen hatte, nun als einen der Werte eines Freimarkensatzes auffindet.

Verschiedene Motivsätze kommen durchaus an die Schalter. Es kann allerdings einige Jahre dauern, bis die Nominale dieser Briefmarken auch (inflationsbedingt) im Land selbst gebräuchlich ist.

Die Dauerserien aus Uganda sind teilweise auch recht bunt gehalten, lassen sich gestempelt und mit etwas Geduld meist ohne allzu große Schwierigkeiten in Tauschalben finden (Bsp. Mi-Nr. 1148 als früherer Standardwert zu 300 Sh. für Auslandssendungen aus dem Vögel-Satz Mi-Nr. 1141-1154). Nachfolgend die bisher mir vorliegenden Stücke aus diesem Satz (wie üblich fehlen hier derzeit noch die Höchstwerte, dafür sind die Portoergänzungs- und Inlandswerte vorhanden).



Gruß
Pete
 
Michael Mallien Am: 15.01.2017 07:17:18 Gelesen: 4693# 4 @  
@ Cantus [#2]
@ Pete [#3]

Ingo, Pete, ich danke euch für die Bestimmung.

All die bunten Ausgaben finde ich nicht so attraktiv. So etwas wie die Dauerserie mit den Vögeln dann aber wieder doch. Eben, weil man sie auch im Postverkehr finden kann.

Bei echt gelaufenen Belegen weiß man jedenfalls, dass die Marken auch einen Zweck hatten.

Viele Grüße
Michael
 
saeckingen Am: 08.03.2017 11:45:39 Gelesen: 4594# 5 @  
@ Cantus [#2]
Die Briefmarken von Uganda sind dem mitteleuropäischen Sammler, wenn überhaupt, zumeist als sehr bunte Bildchen als Teil unterschiedlichster Motivthemen bekannt geworden.

Da trete ich doch gleich mal aus meiner Sammlung einen deutlichen Gegenbeweis an. Ich denke niemand kann behaupten, dass es sich bei dieser Briefmarke um ein buntes Bildchen handelt. ;-)

Es handelt sich um eine der ersten Briefmarken von Uganda, den sogenannten "Uganda Missionaries". Diese Marken wurden mangels einer Druckpresse in Uganda ab 1895 durch Reverend E. Millar auf einer Schreibmaschine hergestellt. Da der Bedarf an Marken zu dieser Zeit recht übersichtlich war, war das auch möglich. Daher werden die Marken im Englischen auch oft "Uganda Typewriters" genannt.

Die Marken waren nur innerhalb Ugandas gültig. Auslandspost musste zusätzlich mit Marken von Britisch Ostafrika freigemacht werden und ging über diesen Weg ins Ausland (Britisch Ostafrika war bereits Mitglied im Weltpostverein).

Neben der sehr ungewöhnlichen Herstellungsweise hatten die Marken noch eine andere Besonderheit - sie tragen einen Nennwert in Naturalgeld - Kaurischnecken! [1]



Dieser Brief ging am 1.3.96 mit einer Marke zu 20 K an Richard Leakey in Koki. Richard Leakey war Missionar in Uganda und der Vater des bekannten Paläoanthropologen Louis Leakey.

Diese Marken gewinnen sicherlich keinen Preis für die schönsten Marken, aber bei den ungewöhnlichsten sind sie zumindest ganz oben mit dabei.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kaurigeld
 
Michael Mallien Am: 15.03.2017 17:37:42 Gelesen: 4540# 6 @  
Brief aus Kampala nach Apeldoorn, Holland mit Stempel vom 28. August 1997.

Frei gemacht mit 500 Shilling.



Die schöne Marke mit dem Nilkrokodil ist perfekt gezähnt und perfekt gestempelt. :)


 
drmoeller_neuss Am: 15.03.2017 21:44:35 Gelesen: 4522# 7 @  
@ Michael Mallien [#6]

Die Stempelmaschine (Tischstempelmaschine ?) dürfte von Klüssendorf stammen. Deutsche Wertarbeit eben.
 
Manne Am: 20.03.2017 20:15:07 Gelesen: 4483# 8 @  
Hallo,

ein Luftpost-Brief an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim aus dem Jahr 1954. Die Marken wurden am Aufgabeort nicht gestempelt, in Bad Dürrheim wurde der Ankunftstempel auf den Marken abgeschlagen.

Gruß
Manne


 
Michael Mallien Am: 10.04.2017 18:37:06 Gelesen: 4366# 9 @  
Brief aus Kampala nach Bremen aus dem Jahr 1995, frei gemacht mit 450 Shilling


 
Michael Mallien Am: 29.05.2017 22:48:33 Gelesen: 4120# 10 @  
Heute zwei Briefe aus Kampala nach Bad Aibling. Beide frei gemacht mit 300 Shilling.

Wie Pete in [#3] berichtet war 300 Sh. der Standardwert für Auslandssendungen.

Brief aus dem Februar 1993 mit Papst Johannes Paul II. als Motiv:



Brief vom 30.7.1993 mit der oben schon beschriebenen Marke 1148 aus der Vogel-Serie:


 
saeckingen Am: 08.11.2017 21:25:10 Gelesen: 3295# 11 @  
Die Abbildung meines Beleges in [#5] wurde mit Referenz zu Philaseiten im Paper "African Postal Heritage" der Universität Leiden verwendet.

https://openaccess.leidenuniv.nl/bitstream/handle/1887/52081/APH18part1.pdf?

Eine Zusammenstellung der frühen Ausgaben von Uganda. Allerdings macht der Autor mit den "Uganda Railways Telegraph Stamps" den gleichen Fehler wie die meisten - inklusive Stanley Gibbons. Die Marken stammen aus Britisch Ostafrika und nicht aus Uganda. Der einzige Zusammenhang der Marken mit Uganda ist der Name der Eisenbahnlinie, da diese durch Britisch Ostafrika nach Uganda führen sollte, aber die gesammten 660 Meilen der ursprünglichen Strecke liegen in Britisch Ostafrika (Kenia).
 
Michael Mallien Am: 10.11.2017 10:53:26 Gelesen: 3252# 12 @  
@ saeckingen [#11]

Vielen Dank für den Link! Ich bin in Sachen Afrikaphilatelie noch Anfänger und ich kannte diese Literaturquelle noch nicht. Es ist immens, was einem von der Universität Leiden an Literatur zur Postgeschichte Afrikas geboten wird. Ich freue mich sehr über diese Quelle.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 25.11.2017 13:34:50 Gelesen: 3159# 13 @  
Aerogramm vom 7.4.1972 nach Nantes, Frankreich, frei gemacht mit 80 Cent.

Den Stempelort kann ich leider nicht identifizieren. Als Absendeadresse ist die Paraa Safari Lodge angegeben, die sich nordöstlich von Lake Albert befindet.



Zur Freimachung wurden zwei Marken der Freimarkenserie Einheimische Flora aus dem Jahr 1969 verwendet, sowie ein Marke der Ostafrikanischen Gemeinschaft Kenya-Uganda-Tanzania. Marken der Ostafrikanischen Gemeinschaft konnten in Uganda bis 1976 verwendet werden.

Viele Grüße
Michael
 
saeckingen Am: 26.11.2017 07:00:13 Gelesen: 3140# 14 @  
Den Stempelort kann ich leider nicht identifizieren.

Der Stempelort ist Murchison Falls.

Grüße
Harald
 
Michael Mallien Am: 26.11.2017 11:13:24 Gelesen: 3124# 15 @  
@ saeckingen [#14]

Danke Harald !

Viele Grüße
Michael
 
Baber Am: 27.11.2017 16:41:12 Gelesen: 3094# 16 @  
Ein Brief vom November 1962, kurz nach der Unabhängigkeit (7.10.62).

Mischfrankatur Ostafrikanische Gemeinschaft mit Uganda, Porto 1,30 Sh, frankiert mit Ostafrikanische Gemeinschaft Mi 113 und Uganda 2 x Uganda Mi 78.



Ein Einschreibebrief vom November 1965, Porto 1,90 Sh, frankiert mit 1,30 S der Unabhängigkeitsausgabe (Mi 80) und 2 x 30 Cent aus der Freimarkenserie Vögel (Mi 91)



Gruß
Bernd
 
Michael Mallien Am: 08.06.2018 16:38:00 Gelesen: 1026# 17 @  
Heute ein Beleg mit einer Reihe interessanter Facetten, wie ich finde.

Der Brief ging am 1. Dezember 1969 von Kampala nach Karachi, Pakistan und ist mir 60 Cent frei gemacht.



Die rückseitigen Stempel stammen vom 6. bzw. 8. Dezember, wobei der erste Stempel kaum lesbar ist:



Die Erhaltung ist zwar nicht die beste, aber mir gefällt:

- die Destination Pakistan
- die Einzelfrankatur mit einem Wert der Freimarkenserie Einheimische Flora, von der weiter oben schon berichtet wurde.
- zwei sehr schöne Stempel
- der Werbeeinsatz POST EARLY for CHRISTMAS

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 01.07.2018 07:40:17 Gelesen: 796# 18 @  
Heute kann ich zwei schöne Briefe aus dem Oktober 1967 zeigen, die eine Besonderheit aufweisen.

Beide sind frei gemacht mit Marken der ersten Freimarken-Ausgabe Ugandas als selbstständige Republik, nämlich der sehr schönen Ausgabe Vögel vom 9.10.1965. Die Freimachung beläuft sich jeweils auf 1,30 Shilling.

1. Brief vom 3.10.1967 mit Stempel aus Kabale nach Hamburg



2. Brief vom 19.10.1967 mit Stempel aus Kabale nach Hamburg



Die Besonderheit ist der Wohnort des Absenders. Dort steht nämlich:
Kigali (Rwanda)
Afrique Centrale

Kabale liegt ganz im Süden Ugandas und ist von Kigali (heute) 112 Straßenkilometer entfernt. Über die Gründe, warum die Post des Unternehmens in Ruanda über Uganda verschickt wurde kann spekuliert werden. Zur Sicherheitslage 1967 in Kigali habe ich keine besonderen Hinweise gefunden. Vielleicht gab es ja Störungen mit der Postbearbeitung, wer weiß.

Viele Grüße
Michael
 
saeckingen Am: 10.10.2018 09:14:36 Gelesen: 116# 19 @  
Gerade heute Morgen für die Sammlung gekauft:



Der Brief des UNICEF Büros in Kampala/Uganda ging nach Gwynedd, Pennsylvania/USA. Frankiert mit dem Höchstwert der Sonderausgabe "Birds of Uganda" zu 100/- (Mi. Nr. 551) und dem zugehörigen Block zu 150/- (Mi. Block 73) mit dem Motiv des Schreiseeadlers (haliaeetus vocifer) mit Fisch.

Für mich einer der schönsten Blocks von Uganda!

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Bedarfsbriefe mit Blockfrankaturen aus aller Welt"]
 
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