Thema: Vorausentwertungen Deutschland
Das Thema hat 241 Beiträge:
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Heinz 1 Am: 05.12.2008 09:10:57 Gelesen: 259427# 17 @  
Hallo Peter,

das ist richtig. Versuche mit solchen oder ähnlichen Maschinen wurden natürlich schon früher gemacht. Allerdings handelt es sich nicht um Vorausentwertungen. Denn bei Post wurden die Marken aufgeklebt und auch dort entwertet. Die Freimarkenstempler des DR bzw. Absenderstempelmaschine der BRD sind in Privathand (bei Firmen). Dort wurden die Briefmarken vom Absender selbst gestempelt bevor der diese bei der Post einlieferte. Deshalb sind dies auch Vorausentwertungen und der von Dir abgebildete Beleg nicht.

MfG Heinz
 
philamuseum Am: 05.12.2008 10:05:37 Gelesen: 259420# 18 @  
@ Heinz 1 [#17]

Das Beispiel einer echten Vorausentwertung zu Kaisers Zeiten:



Hier hat der Feldpostmeister vorab ein Bogenteil oder einen ganzen Bogen der Michel Nr. 86I per Federstrich vorausentwertet und damit anschließend portopflichtige Feldpostsendungen beklebt!



Gruss Peter
 
Jürgen Witkowski Am: 05.12.2008 10:18:40 Gelesen: 259418# 19 @  
@ philamuseum [#18]

Interessantes Stück, dass ich in dieser Form noch nicht gesehen habe. Der Tagesstempel befindet sich auch auf einem Klebezettel und ist auf jeden Fall vor dem Aufbringen des Zettels abgeschlagen worden.

Hier stellt sich mir wiederum die Frage der Sinngebung. Die Vorbereitung und das Aufbringen eines Klebezettels ist doch mit sehr viel mehr Aufwand verbunden, als das Abschlagen des Stempels direkt auf dem Beleg.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
philamuseum Am: 05.12.2008 10:52:02 Gelesen: 259414# 20 @  
@ Concordia CA [#19]

Hallo Concordia!

Diese Klebezettel entpsrechen einer amtlichen Verfügung:

"Neben den Freimarken sind Aufgabeort und Tag handschriftlich mit Tinte oder Tintenstift oder unter Benutzung von Stempelzetteln ... nachzutragen."

Nach zu lesen bei Michael-Jäschke Lantelme, "100 Jahre Germania" S. 240/41, der eine Artikelfoge aus den Germania-Berichten von 1916 zum Thema Feldpostpäckchenentwertungen zitiert. Damaliger Autor war Hans M.T. Richter.

Grüsse Peter
 
philamuseum Am: 05.12.2008 12:13:28 Gelesen: 259402# 21 @  
@ Concordia CA [#19]

Noch ein kleiner Hinweis: Die Aufgabestempel taugten bei den oft überschweren und sperrigen Feldpostsendungen (nur diese mussten ja u. U. frankiert werden) nicht und wurden nur teilweise und verstümmelt abgeschlagen. Deshalb die Klebezettel bzw. die sogen. Grobsendungsstempel!

Gruss Peter
 
Jürgen Witkowski Am: 05.12.2008 12:31:24 Gelesen: 259400# 22 @  
@ philamuseum [#21]

Als Einsatz bei Päckchen und Paketen verstehe ich auch die Sinngebung. Mir war nur der Grund der Verwendung auf einer Feldpostkarte schleierhaft.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
philamuseum Am: 05.12.2008 13:01:38 Gelesen: 259393# 23 @  
@ Concordia CA [#22]

Es ist ja keine Feldpostkarte, sonder der Adressaufkleber für einen (über)schweren Feldpost-Brief bzw. ein Päckchen! Diese Aufkleber als Ganzstücke sind nicht sonderlich selten, aber mit Vorausentwertung der Marke habe ich auch nur dieses Stück.

Beste Grüsse Peter
 
Baldersbrynd Am: 05.12.2008 13:14:02 Gelesen: 259386# 24 @  
@ Sammelfreak [#238]

Hallo.

Kannst Du einen bessere Scan für diese Bilder machen, oder schreiben wo ich diesen finden kann? Auch gern die Beschreibung der Maschine.

Wenn Du meine e-mail Adressen möchtest, dann sende mir eine PN.

Viele Grüße
Jørgen
 
philamuseum Am: 05.12.2008 13:36:24 Gelesen: 259382# 25 @  
@ Concordia CA [#22]

Hier noch ein hässliches Pendant aus dem II. WK. Diese Handhabung mit Klebezetteln zu arbeiten hat sich also offenbar jahrzehntelang bewährt. Man sieht auch schön den miserabel abgeschlagenen Stempel auf der Marke, weswegen diese Verordnung mit den Klebezetteln Sinn machte!



Grüsse Peter
 
Markdo Am: 10.12.2008 21:15:13 Gelesen: 259293# 26 @  
Hingegen gab es Vorausentwertungen in einigen Altdeutschen Staaten so in Preusen und Bayern soviel ich weiss. So gibt es z.B. Preussenbelege worauf wir einen Langstempelabschlag auf der Marke sehen - der Ortsname aber nicht komplett drauf ist - da Stempel über 2 Marken ging. Foto kommt bei Gelegenheit.
 
ReinierCornelis Am: 11.12.2008 00:36:47 Gelesen: 259279# 27 @  
Ich habe den Namen "Komusina" noch nicht gehört!


 
Jürgen Witkowski Am: 11.12.2008 00:56:56 Gelesen: 259277# 28 @  
@ ReinierCornelis [#27]

Willkommen auf Philaseiten.de.

Komusina ist die Bezeichnung für eine Freistempelmaschine, die um 1920 von Erich Komusin entwickelt wurde.

Auf dieser Seite gibt es eine Menge Informationen zu dieser und anderen Freistempelmaschinen:

http://www.postautomation.de/41.html

Falls ein Mitglied der Forschungsgemeinschaft Post- und Absenderfreistempel e.V. hier mitliest, wäre es toll, wenn wir noch ergänzende Informationen bekommen könnten.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Sammelfreak Am: 11.12.2008 08:51:35 Gelesen: 259265# 29 @  
@ Baldersbrynd [#24]

Hallo, sorry das ich erst jetzt auf deine Frage antworte.

Gib mir Deine Mail Ddresse und ich scanne die Seiten nochmal ein und schick Sie Dir per Mail.
 
duphil Am: 11.12.2008 10:26:01 Gelesen: 259255# 30 @  
@ ReinierCornelis [#27]

Hallo ReinierCornelis!

Kannst Du mir bitte erklären, was Du mir mit deinen Bildern sagen willst oder was dort abgebildet ist?

So ganz ohne Erklärung erkenne ich leider nix, womit ich etwas anfangen kann.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
Jürgen Witkowski Am: 11.12.2008 10:47:28 Gelesen: 259246# 31 @  
@ ReinierCornelis [#27]

Vielen Dank für die Fotos der Maschine der Firma "Nationale Telefon- und Telegrafenwerke GmbH" aus Frankfurt, Main. Sie zeigen noch deutlicher als die Zeichnungen in Beitrag [#238] die Einzelheiten der Stempel- und Aufklebeeinheit und der Vorratsbehälter für die Rollenmarken.

Orginalfotos davon bekommt man nicht oft zu sehen!

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
philamuseum Am: 11.12.2008 15:46:53 Gelesen: 259235# 32 @  
@ Markdo [#26]

Die vielleicht früheste Deutsche Vorausentwertung stammt aus Bayern, genauer gesagt aus Günzburg. Es handelt sich um eine Vorentwertung mittels Linealstrichen. Wurde die so entwertete Marke vom Postbeamten auf den Brief geklebt, erhielt sie nochmals den Abschlag des Ortsstempels!

Bei Bayern war es bis etwa Mitte 1850 Vorschrift, die Marken mit Ortsstempel und Federstrich zu entwerten. Diese Vorausentwertung ist auch lose prüffähig, sofern sie den Ortsstempel von Günzburg innerhalb eines bestimmten Verwendungszeitraums aufweist (hier 12.3.[1850]).



Gruss Peter
 
ReinierCornelis Am: 11.12.2008 20:34:41 Gelesen: 259204# 33 @  
@ Jürgen

Die Fotos habe ich damals - 1988 - in Offenbach beim ir. Küber von Postalia genommmen. Meine Webseite sind leider nur noch auf Niederländisch und auch sollte ich noch Fotos dazugeben!

http://www.galeoptix.nl/fila/komusina.htm

Gruss, Rein
 
Heinz 1 Am: 11.12.2008 20:57:04 Gelesen: 259202# 34 @  
@ Concordia CA [#28]

Hallo Jürgen,

die Komusina Maschine wurde mit Verfügung Nr. 1091, Nachrichtenblatt vom 31. Dezember 1923, zwei Maschinen zugelassen für einen Probebetrieb. Es sind 5 verschiedene Werbeklischees bekannt. Der achteckige Rahmen enthält eine vierstellige Wertangabe. Die senkrechte Zahlenreihe ist hier erstmalig ein Portosummenzähler.



Mit Amtsblatt Nr. 77 von 1927 wurde eine neue Form des Stempels zugelassen. Auffallend ist hier, dass die Werbung unter dem Tagesstempel und dem Wertrahmen ist. Die Verwendungszeit ist von September 1927 bis April 1928



Im Jahr 1929 wurde dann die endgültige Form des Komusina Stempels vertrieben. Das unverwechselbare Kennzeichen ist der links senkrecht angebrachte Summenzähler. Die Maschinen sind auch noch einige Zeit nach Kriegsende verwendet worden. Dann jedoch mit verschiedenen Wertrahmen der Nachkriegszeit. Auch aus dem Saargebiet und Holland sich solche Maschinen bekannt.



Alle Abbildungen stammen aus dem Handbuch von Erich und Helmut Bayartz "Komusina-Absenderfreistempel, Handbuch und Katalog" von 1987. Zu beziehen bei der Forschungsgemeinschaft Post- und Absenderfreistempel für 18,00 € plus Porto unter
http://www.fg-freistempel.de/pdf%20filesLiteraturverzeichnis%20der%20FG_September%202008.pdf

Mit schönen Grüßen

Heinz
 
Heinz 1 Am: 11.12.2008 21:44:17 Gelesen: 259195# 35 @  
@ philamuseum [#32]

Hallo Peter,

Vorausentwertungen der Altdeutschen Staaten gibt es nicht von Preußen. Nur die Staaten Bayern, Hamburg, Hannover, Oldenburg und Thurn und Taxis haben Marken Vor- bzw. vorausentwertet.

Bei den Vorentwertungen ist in der Regel immer noch ein Tagesstempel abgeschlagen, wie auf deiner Abbildung gezeigt. Bei den Vorausentwertungen ist die Entwertung die endgültige.

Bei den Vorentwertungen wurden in der Regel mit Tintenstrich ganze oder teilweise Bögen vom Schalterbeamten durchstrichen meist mit einem Linial. Die können in senkrechten, waagerechten, diagonalen und kreuzweise Linien vorkommen.



Vorausentwertungen haben in der Regel nur einen Tages-, Nummern- oder Zeilenstempel und aus Hamburg einen speziellen Maschinenstempel, "Ritzebüttel Wellenstempel" genannt. Siehe auch Michel Spezial unter Hamburg. Die Vorausentwertungen sind nur auf ganzen Belege oder zumindest auf größeren Briefstücken nachweisbar. Die Stempel gehen nicht auf den Brief über. Jedoch ist Vorsicht angebracht da solche Briefe leicht manipulierbar sind mit nachträglich aufgeklebten Marken.




Einige Beispiele dazu.

Bei der Arge Vorausentwertungen gibt es dazu zwei Handbücher und Kataloge, "Die Vorausentwertungen der Altdeutschen Staaten" und die "Die Vor- und Vorausentwertungen von Bayern. Zu beziehen unter: http://www.arge-ve.de

Mit besten Grüßen

Heinz
 
philamuseum Am: 12.12.2008 07:25:08 Gelesen: 259178# 36 @  
@ Heinz 1 [#35]

Hallo Heinz!

Ich habe nicht behauptet, daß es von Preussen Vor(aus)entwertungen gibt!

Der von Dir angesprochene Wellenstempel von Ritzebüttel ist im Übrigen kein Maschinenstempel!

Sehr schön aber die Abbildung der Bayern 4II auf dem Charge-Beleg! So etwas sieht man außerordentlich selten!

Gruss Peter
 
Henry Am: 12.12.2008 10:00:42 Gelesen: 259169# 37 @  
@ Heinz 1 [#35]

Hallo Heinz,

ich habe eine Verständnisfrage. Die vorstehenden Beiträge habe ich so verstanden, dass der Ortsstempel nach dem Aufkleben der mit Federstrich vorausentwerteten Marke angebracht wurde.

Wenn das richtig ist, müsste doch auf dem Charge-Brief der obere Mühlradstempel auf den Brief übergehen. Es sind aber nur Fragmente zu sehen. Außerdem wurde der handschriftliche Vermerk überklebt. Ist das so in Ordnung?

fragt Henry
 
Jürgen Witkowski Am: 12.12.2008 10:36:24 Gelesen: 259165# 38 @  
@ Henry [#37]

Bei einem Teil der Frage kann ich weiter helfen. Die 6 Kreuzer Marke wurde im Bogen vor der Verwendung abgestempelt. Daher ist oben noch das Fragment des Mühlradstempels zu erkennen, der die Nachbarmarke vorausentwertet hat.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Sammelfreak Am: 12.12.2008 11:59:07 Gelesen: 259156# 39 @  
So dann wollen wir auch mal Belege zeigen die zeigen das Hindenburg einen Ohrring hat.

Siehe meinen Beitrag über die Vorrausentwertung oben.

mfg
Martin




 
Henry Am: 12.12.2008 15:26:12 Gelesen: 259144# 40 @  
@ Concordia CA [#38]

Danke für die Aufklärung, ist nicht mein Sammelgebiet, daher die Unwissenheit. aber es interessiert mich trotzdem.

Gruß
Henry
 
Heinz 1 Am: 12.12.2008 21:11:20 Gelesen: 259126# 41 @  
@ Henry [#37]

Hallo Henry,

die Marken wie hier von Braunschweig mit "Federzug Entwertung" bekamen nach dem Aufkleben der Marke noch einen Tagesstempel. Marken die bogenweise im Voraus entwertet wurden, wie bei dem Charge Brief von Bayern, erhielten keine weiteren Stempel mehr nach dem aufkleben, die Stempelfragmente des zweiten Stempels der Marke die darüber war kann man hier gut erkennen.

Wenn es sich wie bei dem von mir gezeigten 3. Beleg von Buxtehude um einen Zeilenstempel handelte, sind je nach Länge des Ortsnamens 2 bis 3 Marken gleichzeitig vorausentwertet worden. Deshalb findet man auf solchen Belegen auch selten Stempelfragmente von den Nebenmarken. Bei einzeiligen Stempel war es zudem einfacher die Marke genau zu treffen als z.B. bei den Bayernmarken mit Mühlradstempel. Hier musste schon sehr genau beim abstempeln gezielt werden um den Stempel mittig zu platzieren.

Der handschriftliche Vermerk "frei" wurde wahrscheinlich überklebt, da der Brief ja mit einer Briefmarke versehen wurde.

Mit schönen Grüßen

Heinz
 

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