Thema: Reichsbanknoten mit Aufdruck
Cantus Am: 17.12.2020 21:42:15 Gelesen: 1415# 2@  
Nach langer Zeit kann ich hier etwas ergänzen.

Am 15.Dezember 1922 waren Reichsbanknoten zu "Eintausend Mark" ausgegeben worden, die aber gegen Ende der Hochinflation ihren materiellen Sinn verloren hatten. Da man Ende 1923 mit dem Druck immer neuer Banknoten zu immer höheren Wertstufen kaum noch hinterherkam, wurden die nun ungültigen Eintausend-Mark-Scheine als Übergangslösung beidseitig mit einem diagonalen roten Überdruck versehen, der den neuen Wert von "Eine Milliarde Mark" aufweist. Ich habe zwei weitgehend identische Scheine, deren markanten Unterschied man in einem normalen Scan nicht darstellen kann. Man muss sie dazu in die Hand nehmen und/oder ihre Papierstärke messen.

Der erste Schein fühlt sich an wie Dünndruckpapier, der zweite Schein dagegen ähnlich wie Packpapier, also erheblich dicker. Da ich keinen Katalog für Geldscheine besitze, weiß ich nicht, ob dieser Papierunterschied auf eine allgemeine Papierknappheit zu der Zeit zurückzuführen ist oder ob es sich um einen illegalen Nachdruck handelt.



dünnes Papier




dickes Papier

Viele Grüße
Ingo
 
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