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Thema: Notgeld in der Presse
Richard Am: 26.04.2009 21:36:01 Gelesen: 4339# 1 @  
Der 25-Pfennig-Schein mit dem Wappen des Grafen

Von Raphaela Willwerth

Hertener Allgemeine, Herten/Westerholt (26.04.09) - Es war einmal, lange vor der Zeit des Euros: Da zahlten die Hertener Bürger mit rosa-gelben Fünfzig-Millionen-Mark-Scheinen, Gutscheinen für zwei Mark oder mit Geld aus Leder, Holz, Seide, Silber, Gold, Alufolie... -

Die Erinnerung daran, wann womit in Herten und Umgebung gezahlt wurde, halten ab heute das Privatmuseum Irmer und das Westerholter Heimatkabinett unter dem Thema "Vestgeld" wach.

Deutschland steckt in der Finanzkrise und Wolf-Eckhardt Irmer hortet die Billionen im zweistelligen Bereich. Das Problem bei der Sache: Die besagten Scheine haben weder Euro- noch Wasserzeichen aufgedruckt, auch der glitzernde Streifen fehlt. Stattdessen sind sie rosa-gelb, haben etwa die Größe eines 500 Euro Scheines und den Datumsstempel zwischen den Jahren 1921-1923. Es handelt sich um Notgeld der Inflationsjahre, deren Auswirkungen auch Herten zu spüren bekam: für eine Unsumme von 6000 Milliarden Mark bekam der Hertener um 1923 gerade einmal ein Pfund Butter. In der am Sonntag eröffneten Privatausstellung der Familie Irmer in der Ewaldstraße gibt es neben den Scheinen auch Reichsgeld, Geldgutscheine, Drucksteine zur Geldherstellung, etliche Münzen aus der Zeit der Kleingeldnot oder Zahlungsmittel aus ungewöhnlichen Materialien zu bestaunen.

Im Schaufenster bereitet sich die mit etlichen Repliken vertretene Geldgeschichte von der Römerzeit bis ins 13. Jahrhundert vor den Augen des Besuchers aus. Münz- und Geldexperte Irmer steht dabei den Besuchern mit viel Fachwissen und Sammlergeist mit Rat und Tat zur Seite. Auch der Vorsitzende des Heimatvereins, Matthias Latus, und der Leiter des Heimatkabinetts, Heinz Wener, erwarten zahlreiche geldgeschichtlich-interessierte Gäste. Im Westerholter Heimatkabinett kann man ab heute originale Notgeldstücke und Geldgutscheine aus Westerholt bewundern. "Unser Prunkstück ist diese 50 Pfennig-Münze, von der damals nur 1000 Stück geprägt wurden. Es ist ein richtiges Sammlerstück und hat einen Wert von über 350 Euro!", freut sich Wener über das kleine silber-graue Metall, das neben einem geschnörkelten 25-Pfennig-Schein mit dem Grafenwappen darauf in einer Glasvitrine des Kabinetts liegt. "Viele Leute haben in den rauen Kriegsjahren gängiges Kleingeld aus Silber gesammelt, weil sie ahnten, dass sie nach Kriegsende ihren eigentlichen Geldwert dank des kostbaren Materials übersteigen würden. Es entstand die so genannte Kleingeldnot. Um das so verlorene Geld zu ersetzen, druckte die Gemeinde Gutscheine für geringe Beträge, die bei den Banken gegen Bares getauscht werden konnten, oder sie färbten die Silbermünzen schwarz, um ihren Wert zu verringern", so Wener zur Geschichte der kleinen Münzen mit der Prägung "Gemeinde Westerholt". Die Ausstellung im Privatmuseum Irmer kann in den kommenden sechs Wochen kostenlos besichtigt werden, die Ausstellung im Heimatkabinett wird bis zum Ende des Jahres zu sehen sein.

(Quelle: http://www.hertener-allgemeine.de/6093.php?file_name=210_001_902685&newsline=lokal&catchline=ht/zb/ln&article_count=1&word_count=555&page_type=/6093.php&mode=detail)
 


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