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Thema: Banknoten: Alte Geldscheine vor rund 100 Jahren
Cantus Am: 07.06.2012 00:38:07 Gelesen: 13199# 1 @  
Ich will hier nicht Besonderheiten aufzeigen, sondern einmal einen Blick auf die oft filigrane Darstellung alter Banknoten werfen. Sicher, auch heute werden die Geldscheine mit vielen kleinen Besonderheiten versehen, um ihre Fälschung zumindest zu erschweren, mir persönlich gefällt aber die Grafik auf den Banknoten von vor rund hundert Jahren erheblich besser als die auf heutigen Scheinen.

Für's Erste zeige ich einen Schein der Österreichisch-ungarischen Bank über 10 Kronen, der am 2.1.1922 ausgegeben worden ist. Die Rückseite des Scheines trägt eine nette Inschrift:

Die Nachmachung der Banknoten wird gesetzlich bestraft.

Wirklich nur gesetzlich? Niemals durch einen Richter und sein Urteil?





Viele Grüße
Ingo
 
Marcel Am: 07.06.2012 13:35:58 Gelesen: 13182# 2 @  
@ Cantus [#1]

Hallo Ingo - hier ein Exemplar russischer Herkunft. 3 Rubel 1905



gruß Marcel
 
Cantus Am: 08.06.2012 12:25:57 Gelesen: 13166# 3 @  
@ Marcel [#2]

Hallo Marcel,

danke für's Zeigen und auch deinen Hinweis. Mit so viel Buntheit zum damaligen Zeitpunkt hatte ich nicht gerechnet, kenne ich doch bisher nur die gedeckten Farben aus Europa. Auf der Rückseite deines Scheines sind oben im Adler so kleine Vierecke zu sehen. Sind das Abbildungen von Personen oder was sonst?

Viele Grüße
Ingo
 
T1000er Am: 08.06.2012 12:29:38 Gelesen: 13165# 4 @  
@ Cantus [#3]

Also ich sehe dies als weitere kleinere Wappenschilder an !

Gruß,
T1000er
 
Marcel Am: 08.06.2012 13:57:24 Gelesen: 13162# 5 @  
@ Cantus [#3]

Hallo Ingo,

es sind wie T1000er schreibt Wappenschilder.

Die 8 auf den Adlerschwingen verteilten Schilde geben die heraldischen Embleme wichtiger Reichsteile Zarenrußland wieder. In der Mitte ist ein etwas größeres Schild den "heiligen Georg" (Schutzpatron Rußlands)-als Drachentöter.

gruß Marcel


 
Cantus Am: 08.06.2012 22:46:12 Gelesen: 13155# 6 @  
@ Marcel [#5]

Besten Dank für die Information. Ich habe hier einen Schein des Jahres 1939 aus dem Nachbarland Finnland. Das Format des Scheines ist etwas gewöhnungsbedürftig, das Bildmotiv würde, wenn es heute auf deutschen Geldscheinen abgebildet wäre, einen Aufschrei der Empörung bei all den Verklemmten auslösen. Hier jedoch, auf dem alten finnischen Geldschein und zu einer Zeit, da z.B. in Deutschland das Zeigen von wenig oder völlig unbekleideten Menschen bei sportlicher Betätigung (zum Wohle des deutschen Vaterlandes) durchaus volle Akzeptanz fand, wirkt die Darstellung eher steril, vielleicht ist in die Bildgestaltung auch etwas finnische Mythologie mit eingeflossen; ich kenne mich da nicht so aus.





Viele Grüße
Ingo
 
Marcel Am: 09.06.2012 00:02:41 Gelesen: 13151# 7 @  
@ Cantus [#6]

Schau mal hier (http://banknoteworld.com/finland ). Dort findest Du noch andere Banknoten mit ähnlichen Motiven aus der Zeit.

"Litt D." würde ich sagen steht für "Serie D".

Was die freizügigen Motive betrifft so würde ich nicht von Mythologie sprechen, für mich sieht es eher nach Freiheit, nach Neutralität aus. Finnland hatte sich als Neutrales Land gesehen und trotzdem hatten sie Ende 1939 bis Anfang 1940 einen Winterkrieg mit der damaligen Sowjetunion auszufechten in dem es um Gebiete ging die getauscht werden sollten und strategisch wichtig für die Sowjetunion waren.

gruß Marcel
 
T1000er Am: 11.06.2012 11:31:06 Gelesen: 13127# 8 @  
@ Cantus [#6]

Das Bildmotiv passt meiner Meinung nach in die damalige Zeit. War wohl auch ein Motiv woran "Adolf der Verbrannte" und seine "Kunstexperten" helle Freude hatten. Von denen ist nur keiner auf die Idee gekommen, so was auch der damaligen Reichsbank zu "empfehlen"!

Gruß,
T1000er
 
Cantus Am: 25.06.2012 01:02:08 Gelesen: 13065# 9 @  
Heute von mir ein - wie ich finde - graphisch gut gelungener 20-Mark-Schein des Jahres 1919 aus dem Deutschen Reich.







Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 28.06.2012 00:44:46 Gelesen: 13051# 10 @  
Cüstrin (später Küstrin, jetzt Kostrzyn/Polen), die ehemals große Festungsstadt an der Oder, brachte am 19.11.1918 einen Stadtkassen-Schein zu 5 Mark heraus. Er war bei der Carl Flemming AG mit Sitz in Glogau und Berlin gedruckt worden.





Viele Grüße
Ingo
 
Hawoklei Am: 03.07.2012 10:07:19 Gelesen: 13024# 11 @  
Hallo an die Leser,

ein paar alte Tausender von vor hundert Jahren kann ich auch noch zeigen, in € wäre es mir lieber! :-)

Beste Grüsse Hans



 
Manne Am: 06.07.2012 10:13:30 Gelesen: 13004# 12 @  
Hallo zusammen,

das ist ein Lieblingsthema von mir, speziell Schwenningen. Sollten Forumsmitglieder etwas von Schwenningen haben und eventuell abgeben, ich bin dankbarer Abnehmer. Würde mich auch über Infos freuen.

Stelle mal einige Stadtscheine ein, später folgen dann Firmenscheine.

Der erste Schein aus Schwenningen: 50 Pfennig, (Kriegsgeld) wurde ausgegeben weil das Kleingeld von den Bürgern gehortet wurde. Das Münzmetall wurde auch als Rohstoff für Kriegszwecke benötigt!



Stadtschuldheiß: Mehne



Stadtschuldheiß: Braunagel

Zu Beginn der Hochinflation. Das Deutsche Reich war nicht mehr in der Lage genügend Bargeld zur Verfügung zu stellen. Städte und Gemeinden mussten sich selber helfen.





Gruß
Manne
 
Manne Am: 11.07.2012 22:14:23 Gelesen: 12976# 13 @  
Hallo zusammen,

hier die nächsten Ausgaben der Stadt Schwenningen, alle vom 25.Oktober 1923.

Gruß
Manne






 
Manne Am: 19.07.2012 12:45:05 Gelesen: 12937# 14 @  
Hallo zusammen,

hier noch weitere Ausgaben der Stadt Schwenningen.

Gruß
Manne

5 Mrd. mit Wasserzeichen: Kreuz in Quadraten, vom 25. Oktober 1923.



5 Mrd. mit Wasserzeichen: Kreuz in Quadraten, vom 29. Oktober 1923.



10 Mrd. mit Wasserzeichen: Kreuz in Quadraten, vom 29. Oktober 1923.



10 Mrd. ohne Wasserzeichen, vom 29. Oktober 1923.


 
Cantus Am: 22.07.2012 12:42:12 Gelesen: 12884# 15 @  
@ Manne [#14]

Hallo Manne,

an deinen Scheinen kann man sehr gut erkennen, wie eilig es damals die Stadtväter von Schwenningen hatten, Geld unter die Leite zu bringen, damit Handel und Wirtschaft bei der galoppierenden Inflation nicht endgültig zum Erliegen kommen.

So eilig war es wohl bei meinen beiden Scheinen nicht, auch wenn die Herausgabe dieser beiden Scheine ebenfalls eine Notmaßnahme war. Am 1.7.1920 gab die Sparkasse des Kreises Lebus mit Sitz in Seelow Scheine zu 10 Pfennig und zu 50 Pfennig heraus. Die beiden Scheine waren recht klein, passten also in jedes Portemonnaie.





Originalmaß 50 x 38 Millimeter





Originalmaß 80 x 48 Millimeter

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 17.12.2020 02:45:20 Gelesen: 1330# 16 @  
@ Hawoklei [#11]

Hallo,

es gibt deinen Schein mit grünen und mit roten Siegeln unten auf der Vorderseite. Bei den Scheinen mit den roten Siegeln ist die Rückseite üblicherweise in dunkelbraun bis braun, ich habe aber auch einen Schein, wo die Rückseite so eine Art Rotbraun aufweist. Möglicherweise eine Unterart, möglicherweise eine Verfärbung. Ich suche das einmal heraus und zeige es hier.

Wie ich sehe, gibt es recht viele Zugriffe auf dieses Thema. Ich habe gestern etwa 50 verschiedene Banknoten vom DR eingescannt, überwiegend aus den Jahren 1922 bis 1923, und allerlei weitere Scheine werden noch folgen. Sobald ich die Zeit zum Formatieren finde, werde ich sie hier zeigen. Ein Schein allerdings, ich glaube, ein 10-Milliarden-Schein, ist so stark beschädigt, dass ich erst einmal versuchen will, ihn etwas zu glätten, denn so, wie er im Moment ausschaut, ist er nicht zeigenswert.

Falls jemand, der diesen Beitrag liest, Interesse am Erwerb solcher Scheine hat, sollte das hier kundtun, dann stelle ich passendes Material zum Verkauf ein. Ich habe allerdings überwiegend Scheine aus dem Bedarf, kassenfrisch sind die wenigsten.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 19.12.2020 20:06:31 Gelesen: 1282# 17 @  
Ich zeige euch heute erst einmal einen anderen 1000-Mark-Schein, ausgegeben am 15.9.1922, also zu einer Zeit, als die Reichsbankdirektion dazu überging, statt grafisch herausragender Darstellungen eher einfacher gestaltete Vorder- und Rückseiten neuer Geldscheine n Druck zu geben, denn zu der Zeit wurden in so kurzer Abfolge neue Geldscheine in Umlauf gebracht, dass der Entwurf neuer Scheine, ihr Druck und ihre Verteilung im gesamten Reichsgebiet hohe logistische Anforderungen stellten.

Ich habe Geldscheine, die am

7.7.1922
4.8.1922
15.9.1922
19.11.1922
2.12.1922

in Umlauf gebracht wurden, das sind doch sehr kurze Abstände. Nun also ein Schein vom 15.9.1922.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 20.12.2020 14:54:31 Gelesen: 1279# 18 @  
Heute ein Schein zu 5.000 Mark, ausgegeben am 19. November 1922.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 28.12.2020 03:55:49 Gelesen: 1176# 19 @  
Vor ein paar Jahren wurde in einem Dorfladen in Mecklenburg-Vorpommern Ware mit einem 30-Euro-Schein bezahlt, der anstandslos als gültiges Geld angenommen worden war. Der Schwindel fiel erst auf, als die Verkäuferin diesen Schein bei ihrer Bank einzahlen wollte. Ob sie wohl bei so einem Schein wie dem nachfolgenden aufmerksamer gewesen wäre?

Der Brotpreis 1923 in Mark: Januar 250, Februar 389, März 463, April 474, Mai 482, Juni 1428, Juli 3465, August 69 000, September 1,5 Millionen, Oktober 1,7 Milliarden, November 201 Milliarden [1]. Da macht ja so ein Schein, der am 5.September 1923 von der Reichsbank ausgegeben wurde, zwar zunächst einen größeren Betrag aus, aber einen Monat später reicht's noch nicht einmal für ein halbes Brot.



Viele Grüße
Ingo

[1] https://www.volksfreund.de/region/bitbur...rot_aid-6301732
 
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