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Thema: Österreich: Silberner Philharmoniker als Schmuggelware
Richard Am: 01.07.2009 22:00:43 Gelesen: 1329# 1 @  
Mit 200 kg Silber legal über die Grenze

Kurier.at (01.07.09) - Die "Münze Österreich" kommt mit dem Prägen des "Silbernen Philharmonikers" kaum hinterher. Der Grund: Anleger haben ihn als Schmuggelware entdeckt.

Silber Philharmoniker Wer stark genug ist, kann die erlaubten 207 Kilogramm Silber auch mit der Scheibtruhe über die Grenze karren - und die Zöllner dürften nicht eingreifen. DruckenSendenLeserbrief
Der "Goldene Philharmoniker" hat im Februar 2008 einen kleinen Bruder bekommen. Seitdem prägt die Münze Österreich den "Silbernen Philharmoniker", der aus 999er Feinsilber besteht, gut 31 Gramm schwer und 3,2 Millimeter dick ist. Diese Silbermünze sorgt nun für internationale Aufregung - nicht nur unter Numismatikern.

Die Silbermünze gilt im Euro-Raum als offizielles Zahlungsmittel, Nennwert 1,50 Euro. Damit die Leberkäsesemmel beim Würstelstand zu bezahlen wäre allerdings nicht ratsam - beträgt doch der Realwert des Silberstückchens (je nach aktuellem Silberpreis) rund 11 bis 14 Euro. Genau diese große Spanne zwischen Nennwert und Marktpreis macht die Silbermünze nun zu einem heiß begehrten Objekt. Da beim Grenzübertritt nicht der Marktpreis sondern der aufgeprägte Nennwert zählt, ist die Silbermünze zur Schmuggelware Nummer Eins für deutsche Anleger mutiert.
Steuerfrei

Die Milchmädchen-Rechnung der Schmuggler ist einfach: Wer von Österreich nach Deutschland reist, darf laut Zollbestimmungen bis zu 10.000 Euro mit sich führen, ohne diesen Betrag bei einer Kontrolle deklarieren zu müssen. 6666 Stück mal 1,5 Euro ergeben 9999 Euro. Mit dem silbernen Philharmoniker können deutsche Anleger somit seelenruhig und noch dazu im großen Stil ihr nicht korrekt versteuertes Geld nach Hause befördern, ohne vom Zoll oder vom deutschen Finanzminister Peer Steinbrück belangt werden zu können. Pro Einreise kann ein findiger Anleger also mehr als 110.000 Euro steuerfrei über die Grenze schaffen.

In Österreich kommt man mittlerweile nicht mehr mit dem Prägen nach. Will man etwa bei der Oberbank in Salzburg die Silbermünze kaufen, muss man laut SpiegelOnline bis zu vier Wochen Wartezeit in Kauf nehmen.

Ende 2008 wurden insgesamt fast acht Millionen Stück der beliebten Silbermünze verkauft, gerechnet hatten die österreichische Prägeanstalt mit drei bis maximal fünf Millionen - den Schmugggelboom hatten die Experten nicht einkalkuliert.

(Quelle: http://www.kurier.at/geldundwirtschaft/1919684.php)
 


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