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Thema: Verkaufe: Riesigen Postens von Luftpostumschlägen 1950-er Jahre
Murof Am: 26.01.2020 20:41:34 Gelesen: 1548# 1 @  
Luftpost IRAN/PERSIEN 1949

Hallo,

könnt ihr mir behilflich sein? Ich habe einen riesigen Posten Luftpostumschläge bekommen. Vorwiegend 1950er. Japan, Thailand, Spanien, Finnland, Indien, Amerika, ... und Iran. Darunter mal exemplarisch der folgende Beleg von 1949/50 (?)nach Stuttgart (Nachname digital zensiert).

Ist dieser Umschlag etwas "wert"? Und worauf sollte man grundsätzlich bei Luftpost achten um die Spreu vom Weizen zu trennen?

Besten Dank!


 
Cantus Am: 26.01.2020 23:36:33 Gelesen: 1517# 2 @  
@ Murof [#1]

Hallo Murof,

es gibt keine wertlosen Umschläge, jeder gelaufene Umschlag ist grundsätzlich etwas wert, es kommt nur darauf an, für jeden einzelnen Umschlag den passenden Käufer zu finden. Grundsätzlich regeln Angebot und Nachfrage den Preis, Katalogwerte sind dabei meistens völlig unwichtig. Es wäre jedoch grundfalsch, den ganzen Posten der Luftpostbriefe als Sammelsurium verkaufen zu wollen, denn mindestens nach einzelnen Ländern solltest du vorab sortieren, am besten jedoch in jedem Land jeden einzelnen Umschlag einzeln betrachten. Die Tatsache der Luftpostbeförderung ist oft kein besonders preissteigerndes Merkmal, denn es gab und gibt eine Vielzahl von Ländern, die ihre Post mit dem Ausland ausschließlich per Luftpost abgewickelt haben, da sind dann Poststücke, die beispielsweise mit der Eisenbahn oder per Schiff befördert worden sinmd, das Besondere, die Luftpostz jedoch das Normale.

Hinzu kommt, dass man Umschläge nach ganz unterschiedlichen Kriterien bewerten kann. Bei dem von dir abgebildeten Umschlag aus dem Iran könnten, müssen aber nicht, die folgenden Dinge wertbestimmend sein:

- Welche Briefmarken wurden für die Frankatur verwendet?
- Wie ist der Erhaltungszustand dieser Marken?
- Gibt es bei Frankaturen aus dem Zeitraum häufig solche, bei denen zusammenhängende Marken aufgeklebt worden sind?
- Findet man häufig derartige Marken als Frankatur oder handelt es sich um Seltenheiten?
- Ist die Gesamtfrankatur auf dem Brief portogerecht, also weder über- noch unterfrankiert?
- Sind die abgeschlagenen Poststempel einwandfrei lesbar, sind also Aufgabeort und Abgangsdatum deutlich zu identifizieren?
- Sind die Poststempel zeitgerecht oder nachträglich auf den Marken angebracht?
- Sind Marken und/oder Poststempel echt?
- Wo ist der Brief hingelaufen? Ist der Zielort bzw. das Zielland eine häufige Zieladresse gewesen oder eine ausgefallene Destination?
- Haben Absender und/oder Empfänger eine besondere geschichtliche oder sonstwie Bedeutung?
- Ist der Brief komplett erhalten oder fehlen Teile vom Umschlag?
- Ist der Umsachlag beschädigt? Also z.B. eingerissen, stark geknickt oder verschmutzt?
- Könnte der Bildzudruck beim Absender den Wert beeinflussen und falls ja, warum?
- Wie ist allgemein die Nachfrage nach Belegen aus dem Iran?
- Was sagt dazu der niedergelassene Auktionsmarkt?
- Wie sind die geforderten und später auch tatsächlich gezahlten Preise bei vergleichbarem Material bei Internetauktionen wie Ebay.de, Ebay.com, Delcampe.de, Delcampe.net oder Ricardo.ch?

Wie du siehst, sind eine Vielzahl von Kriterien zu beachten. Wenn du alle Luftpostbriefe zusammen auf einen Haufen anbieten und verkaufen willst und das über eine Internetplattform, dann bedeutet das, dass du den Posten so billig wie irgend möglich verramschen willst. Das könntest du dann auch hier im Forum über die internen Philaseiten-Auktionen, kurz PPA.

Wenn das aber tatsächlich ein Großposten ist mit sagen wir einmal mehreren hundert Belegen, dann wirst du vermutlich den besten Preis erzielen, wenn du entweder jeden Umsachlag einzeln betrachtest und bewertest und das Ergebnis in eine Gesamtbewertung einfließen lässt, was sehr langwierig und mühsam sein kann, oder aber du lieferst den Posten bei einem größeren Auktionshaus ein und lässt den Bestand dann dort versteigern. Auktionshäuser sind stets daran interessiert, den bestmöglichen Preis zu erzielen, denn davon leben sie schließlich. Natürlich musst du vom Ergebnis einen Anteil ans Auktionshaus abgeben, andererseits haben viele Auktionshäuser weltweite Käufergruppen mit oft weit mehr als 10.000 verschiedenen potentiellen Käufern, die du für dich alleine schwerlich auftreiben kannst, zumal viele ältere Sammler nicht im Internet unterwegs sind, sondern ausschließlich außerhalb des Internets ihre Käufe tätigen.

Eine Vielzahl von internationalen Auktionshäusern findest du unter https://www.philasearch.com/de/index.html, dort sind auch Auktionskataloge und erzielte Auktionsergebnisse einsehbar.

Viele Grüße
Ingo
 
Murof Am: 26.01.2020 23:41:36 Gelesen: 1511# 3 @  
Herzlichen Dank für diese ausführliche Antwort!

Damit kann ich arbeiten. Mit Gärtner und Felzmann habe ich zwecks Münzen und Banknoten eh öfters zu tun. Da werde ich versuchen den Posten (es sind an die 400 Stck.) dort mal vorzustellen.

Nochmals Danke!
 
Cantus Am: 27.01.2020 00:09:17 Gelesen: 1498# 4 @  
Hallo Murof,

noch ein kleiner Tipp. Du solltestr bei zukünftigen Abbildungen stets einen schwarzen, mindestens aber dunkelgrauen Hintergrund wählen, damit das zu betrachtende Objekt besser zur Geltung kommt.

Viele Grüße
Ingo
 
wer.indja Am: 27.01.2020 10:21:55 Gelesen: 1418# 5 @  
@ Murof [#1]

Hallo allerseits,

ich bin Iran-Sammler seit vielen Jahren, Mitglied der Forschungsgemeinschaft IPSC (USA/England) und auch regelmäßig im Land selbst, pflege dort auch Kontakte zu Sammlern und Händlern. Mein Schwerpunkt sind Belege aus den Jahren 1950 bis 1980, allerdings nur Einschreiben mit Zwangszuschlagsmarken. Ich bin immer bemüht, noch interessante Ergänzungen für meine Sammlung und mein Exponat zu finden und kenne daher auch die Marktsituation recht gut. Bei den Internetangeboten auf Ebay oder Delcampe werden Belege meistens zwischen 1 Euro und 10 Euro angeboten. Letztere sind aber dann schon mal mehrere Jahre lang im Angebot.

Bei zwei großen Auktionshäusern, Köhler in Wiesbaden und Cavendish in London, wurden in den letzten 5 Jahren mehrere Lose mit bis zu 700 Briefen verkauft. Da kam man dann auf Stückpreise zwischen 50 Cent und zwei Euro. Einer der Ersteigerer, ein bekannter Händler im Südwesten, hat mir später eine Auswahl dieser Belege, alles Einschreiben, für 3 Euro pro Stück zugesandt! Natürlich mag es auch Belege geben, die höhere Preise erzielen können, aber das wird nur mit größerem Aufwand herauszufinden sein, nämlich einzeln bei Ebay oder Delcampe anbieten und abwarten, was sich ergibt. Wer interessante Einzelstücke sucht, wird kaum einen Posten, der meist ohne Abbildung in der Auktion angeboten wird, ersteigern wollen. Man muss auch sehen, ob die Belege wirklich noch sammelwürdig sind. Viele Briefe aus den 1950ern sind kommerzielle Umschläge mit zahlreichen Mängeln und häufig schlecht oder gar nicht lesbaren Stempeln. Da ist auch ein vermeintlich hoher Katalogwert einzelner Marken kaum von Bedeutung.

Die Ära von Mohammad Reza Pahlavi wird in der Iran-Philatelie als wenig attraktiv betrachtet; gesammelt werden vorwiegend einwandfreie postfrische Marken, besonders die Dauerserien. Noch unbeliebter sind die Ausgaben nach der Revolution, obwohl erstaunliche viele Iraner die Neuheiten kaufen. In Iran selbst werden die Marken und Belege bis 1925 bevorzugt gesammelt, danach noch mit Einschränkungen die der Ära von Reza Pahlavi. In den zahlreichen Briefmarkengeschäften in Teheran und auf den beiden Freitags-Märkten (Parvaneh und hinter dem Postmuseum) kauft man Umschläge aus der zweiten Pahlavi-Ära schon mal für 25 Cent bis 1 Euro, aber mehr muss man nicht bezahlen.

Gruß Werner
 
22028 Am: 27.01.2020 10:28:02 Gelesen: 1414# 6 @  
@ Murof [#1]

Das sieht mir mehr nach relativ moderner Massenware für die 1 € Kiste aus, bei Auktionen als Posten evtl für 80-100 Euro zu erhalten, um das einzeln zu vermarkten braucht es Zeit, viel Arbeit und ob es dann noch von Erfolg gekrönt ist?
 
drmoeller_neuss Am: 27.01.2020 10:54:35 Gelesen: 1394# 7 @  
Solche Posten werden als "Wühlkartons" häufig auf Tauschtagen angeboten. Wenn der gezeigte Iran-Brief repräsentativ für den ganzen Posten steht, halte ich ein Stückpreis von 50 Cent für angemessen. Belege stehen bei Sammlern hoch im Kurs, aber es ist auch genügend auf dem Markt, und die genannten Länder sind nicht besonders selten.

Bei einer Gesamtmenge von 400 Stück dürfte für den Karton kaum mehr als 100 EUR zu erzielen sein, schliesslich soll für den Tauschtagshändler auch etwas übrig bleiben. Wenn Murof häufiger bei Auktionshäusern einliefert, wird man den Posten als "Beifang" akzeptieren, für eine Einzeleinlieferung ist er zu klein.

Wie Cantus geschrieben hat, ist die Aufteilung des Postens nach Ländern und der Verkauf z.B. über ebay lukrativer, aber auch mit Arbeit verbunden.
 
Murof Am: 27.01.2020 10:55:03 Gelesen: 1393# 8 @  
Danke sehr. Das es sich um Massenware handelt stört mich nicht. Ich habe den Posten wegen der Ansichtskarten gekauft. :) Wahrscheinlich werde ich die Umschläge nach Ländern sortiert als Großkonvolute verramschen.
 
ligneN Am: 27.01.2020 11:39:41 Gelesen: 1356# 9 @  
Nach Kontinenten sortiert, als Bedarfsbrieflot Europa / Asien / Afrika usw. ist das schon für Auktionen interessant. Wenn die Stückzahl stimmt. Da kann man sich an den Infos der Vorredner orientieren, da sollen schon mind. 300 Stück pro Lot zusammen kommen. Bei Europa erheblich mehr, da Wert im Durchschnitt geringer.
 
Koban Am: 27.01.2020 18:55:41 Gelesen: 1251# 10 @  
Japanbelege aus den 50er Jahren ins Ausland würden hier sicherlich nicht nur mich interessieren. Das muss nicht unbedingt Massenware sein.

Gruß,
Koban
 
Murof Am: 28.01.2020 09:23:09 Gelesen: 1156# 11 @  
Hier ein Beispiel aus Japan


 
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