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Thema: Aptierte Stempel
Das Thema hat 316 Beiträge:
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volkimal Am: 17.05.2013 18:48:46 Gelesen: 64931# 117 @  
@ jahlert [#116]

Hallo Jürgen!

Laut Fremdwörterbuch (Duden) bedeutet Aptieren in der Briefmarkenkunde "einen Stempel den neuen Erfordernissen anzupassen, um ihn weiterhin benutzen zu können".

Insofern würde ich einen Punkt hinter der Jahreszahl (Beitrag [#95] bzw. [#96]) nicht zu den Aptierungen rechnen. Ein weiteres Beispiel:



Bei dem linken Stempel aus Selm sind die Zahlen in Antiqua, beim rechten Stempel in Grotesk. Welchen Grund gab es, die Ziffern auszuwechseln? Ist das eine Aptierung?



Der Stempel wurde nach dem Krieg zunächst unverändert weiterverwendet (1.8.45) Später wurde der Adler aptiert. Das Entfernen des Adlers nach dem Krieg (als nationalsozialistisches Symbol) ist eindeutig eine Aptierung. Aber jetzt wird es kompliziert:



Bei diesem Absenderfreistempel wurden im Wertrahmen die obere Inschrift und das Posthorn ausgewechselt, um ihn den neuen Erfordernissen anzupassen. Die Wertziffern sind die alten geblieben. Nach der obigen Definition wäre auch das eine Aptierung. Damit tue ich mich allerdings schwer, denn was ist, wenn der komplette Wertrahmen ausgetauscht wird - ist auch das eine Aptierung?

Es fehlt eine klare Definition dazu, was eine Aptierung ist und was nicht. Wer kann dabei weiterhelfen?

Viele Grüße
Volkmar
 
drmoeller_neuss Am: 19.05.2013 11:32:29 Gelesen: 64837# 118 @  
@ volkimal [#117]

Es fehlt eine klare Definition dazu, was eine Aptierung ist und was nicht. Wer kann dabei weiterhelfen?

Laut Fremdwörterbuch (Duden) bedeutet Aptieren in der Briefmarkenkunde "einen Stempel den neuen Erfordernissen anzupassen, um ihn weiterhin benutzen zu können".

Ich würde diese Definition erweitern: "einen Stempel den neuen Erfordernissen durch mechanische Bearbeitung anzupassen, um ihn weiterhin benutzen zu können".

"Selm" ist kein aptierter Stempel, da die Steckzahlen einfach nur ausgetauscht wurden, und keine mechanische Bearbeitung am Stempel erfolgte.

Ebenfalls ist ein kompletter Austausches eines Clichés keine Aptierung. Das trifft für "Stuttgart 7" zu. Hier wurde der komplette Wertrahmen ausgetauscht.
 
volkimal Am: 19.05.2013 11:48:03 Gelesen: 64832# 119 @  
@ drmoeller_neuss [#118]

Hallo,

endlich eine Antwort auf meine Frage. Die Erweiterung "durch mechanische Bearbeitung" finde ich nicht schlecht. Damit würde der Austausch kompletter Teile eines Absenderfreistempels ausscheiden - egal ob es der Ortsstempel, das Werbeklischee oder der Wertrahmen ist.

Du schreibst "Das trifft für Stuttgart 7 zu. Hier wurde der komplette Wertrahmen ausgetauscht."

Da bin ich mir [#117] immer noch nicht sicher. Vergleich bitte einmal die Wertziffern:



Nach meiner Meinung sind die Wertziffern bei beiden Stempeln identisch. Hat man da einen neuen Wertrahmen benutzt und die alten Ziffern in diesen eingebaut?

Volkmar
 
joey Am: 19.05.2013 16:54:59 Gelesen: 64810# 120 @  
@ volkimal [#115]

Hallo Volkmar,

die rechte Klammer der zugefügten Leitkreiszahl war wohl vorhanden, ich hatte nur keinen besseren Abschlag zur Hand. Die linke Abbildung stammt aus dem Handbuch von Herrn Schröter, die rechte hier von den philaseiten, ich weiß aber nicht mehr, welches Thema.



Ob die Leitkreiszahl nun willentlich oder durch Beschädigung verschwunden ist, lässt sich wohl nicht mehr klären. Hier ein weiterer Abschlag vom Oktober 1947.



In West-Berlin tauchen die ersten Stempel mit entfernten Leitkreiszahlen Anfang Mai 1962 auf.

Grüße aus Berlin,
Jörg
 
Stempelfreund Am: 15.06.2013 11:05:50 Gelesen: 63886# 121 @  
Heute ein Beispiel einer Nachkriegsaptierung aus Dömitz.

Im Stempel vom September 1947 ist die Ortsangabe noch FESTUNG DÖMITZ im März 1948 fehlt FESTUNG.


 
volkimal Am: 15.06.2013 11:14:49 Gelesen: 63885# 122 @  
Hallo zusammen,

auf dieser Postkarte von Tante Friedburg an meinen Großvater ist ein aptierter Stempel aus Hameln:



Dank des Internets ist es mir vor kurzem gelungen, den Originalstempel zu finden. Es handelt sich um den Erntedank-Stempel aus Bückeberg bei Hameln:



Wenn man die Bilder der Stempel übereinanderlegt, so stimmt der Schriftzug "HAMELN" exakt überein. Man hat also die Worte "BÜCKEBERG b" und "ERNTEDANKTAG" entfernt. Dafür wurde die Postamtsnummer "2" nachträglich eingesetzt. Man erkennt es auch daran, dass die "2" größer als das Wort "HAMELN" ist.

Auf dem Bückeberg fand von 1933 bis 1937 das Reichserntedankfest statt. Siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Reichserntedankfest. Dazu gab es jedes Jahr entsprechende Gelegenheitsstempel. Nach Bochmann kam der Zweikreisstegsempel 1936 und 1937 mit 10 verschiedenenen Unterscheidungsbuchstaben vor. Dabei war auch der aptierte Stempel mit dem "d".

Viele Grüße
Volkmar
 
Stempelfreund Am: 15.06.2013 13:28:36 Gelesen: 63863# 123 @  
Hallo,

hier eine Aptierung des Zusatzes (Württ.) hinter dem Ortsnamen Wildbad.



Kennt einer den Grund?
 
volkimal Am: 23.06.2013 18:50:01 Gelesen: 63636# 124 @  
Hallo zusammen!



Das sieht man auch nicht alle Tage: Ein Maschinenstempel einer Poststelle I mit aptierter Postgebietsleitzahl. Beim Drachenfels über Königswinter handelt es sich um eine Poststelle I, welche nicht das ganze Jahr über geöffnet war (Ausflugsort). Der Zusatz "über Königswinter" bezeichnet bei Poststellen I das Abrechnungspostamt über welches sämtliche Post zu leiten war.

Viele Grüße und einen schönen Abend
Volkmar
 
DL8AAM Am: 03.07.2013 16:33:19 Gelesen: 63209# 125 @  
@ stempelform [#123]

Wenn es keine Landschaftsreform ;-) gab, könnte eine Möglichkeit sein - da der Zusatz doch sehr fragil aussieht -, dass im Laufe der Zeit ein Teil von "Württ." beschädigt oder zu stark abgenutzt war, so dass man kurzer Hand einfach den gesamten Teil weggemacht hat.

Und wenn wir schon bei Württemberg sind, auch der hier sollte aptiert worden sein:



http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/51056

"ISNY (WÜRTT) / - ALLGÄU - / SCHÖN ZU ALLEN JAHRESZEITEN" vom 22.05.1963. Die Lücke vor ISNY lässt aber eher auf eine entfernte "(alte Postleitzahl)" schließen. ;-)

Gruß
Thomas
 
westfale1953 Am: 17.07.2013 17:00:36 Gelesen: 62582# 126 @  
Auch bei diesem Stempel wurde anscheinend die Postleitzahl (13a) aptiert:

KOCHEL a. SEE 17.10.62



Bernhard
 
westfale1953 Am: 20.07.2013 15:52:08 Gelesen: 62467# 127 @  
Und hier noch zwei "Berliner" mit aptierter Postgebietsleitzahl:

SW 11 bf 25.6.62 und SW 11 aa 28.8.62



Schönes Rest-Wochenende wünscht

Bernhard
 
volkimal Am: 20.07.2013 20:17:09 Gelesen: 62450# 128 @  
Hallo zusammen,

während es im Zusammenhang mit der Einführung der vierstelligen Postleitzahlen sehr viele Stempel mit aptierten Postgebietsleitzahlen gibt, kenne ich bisher nur zwei Stempel, bei denen die vierstellige Postleitzahl aptiert wurde. Hier ist der erste:



Hier der erste Stempel bei dem die Postleitzahl 6277 aptiert wurde. Vermutlich kam es in Bad Camberg zu Verzögerungen bei der Lieferung der neuen Stempel. Die fünfstellige Postleitahl wurde am 1.7.1993 eingeführt - acht Tage bevor dieser aptierte Stempel abgeschlagen wurde.

Wer kennt weitere Beispiele?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.10.2013 19:32:04 Gelesen: 58810# 129 @  
Hallo zusammen,

ein Luftpostbrief von Coesfeld nach Berlin vom 18.4.1963 mit aptierter Postgebietsleitzahl "(21a)":



Mit dem Porto komme ich allerdings nicht klar. Folgende Gebühren waren erforderlich:

Brief bis 20g: 20 Pfg.
Brief von 20g bis 50g: 40 Pfg.
Luftpostzuschlag Deutschland je 20g 5 Pfg.

Demnach müsste der Luftpostbrief nach Berlin folgendes kosten:

bis 20g: 25 Pfg.
20g bis 40g: 50 Pfg.

Stimmt meine Berechnung oder habe ich etwas übersehen?

Viele Grüße
Volkmar
 
jahlert Am: 01.11.2013 10:52:52 Gelesen: 58743# 130 @  
@ volkimal [#129]

Hallo Volkmar,

bei diesem Luftpostbrief ist alles reichlich vorhanden:

a) die Frankatur, wenn wir mal von maximal 20g ausgehen
b) der zusätzliche Stempelabschlag für die Freunde der aptierten Stempel
c) 100% Zugabe bei der PLZ ;-)
d) eine vielsagende Adresse
e) und viel Raum für weitergehende 'Interpretationen'

Mit Gruß aus Iserlohn
Jürgen
 
volkimal Am: 01.11.2013 11:25:57 Gelesen: 58733# 131 @  
@ jahlert [#130]

Hallo Jürgen,

inwiefern ist es eine vielsagende Adresse?

Volkmar
 
mumpipuck Am: 06.11.2013 15:53:54 Gelesen: 58479# 132 @  
@ volkimal [#128]

In meinem Sammelgebiet gibt es zwei Orte mit aptierten Stempeln 1993:

Postamt (2057) Wentorf bei Hamburg:

Hier wurden die neuen Stempel 21465 WENTORF erst am 23.07.1993 ("a" und "b") bzw. 27.08.1993 ("c") geliefert.

Von den alten Stempeln mit PLZ 2057 waren am 30.06.1993 die Tagesstempel "e","f" und "g" vorhanden. Die Handrollstempel "d" und "h" waren vorhanden, aber seit vielen Jahren nicht in Gebrauch. Ich habe überhaupt noch nie einen Beleg damit gesehen.

Die Stempel "e" und "g" wurden aptiert, während der Stempel "f" die alte PLZ behielt und auf den Karten "alt - neu" bis Ende Juli 1993 abgeschlagen wurde. Bis 22.07.1993 kurioserweise mit den aptierten Stempeln.



Poststelle II (2051) Kröppelshagen-Fahrendorf

Für diese Poststelle wurde kein neuer Stempel bestellt, da ihre Schließung zum 31.07.1993 bereits feststand.

Am 01.07.1993 wurde ein aptierter Reservestempel "a" mit ursprünglich PLZ 2051 eingesetzt. Dieser lag wohl bereits beim Leitpostamt 2050 Hamburg 80 (Bergedorf), da der eingesetzte Stempel erhebliche Beschädigungen aufwies.
Vom 02.07.1993 bis 12.07.1993 wurde der alte Stempel mit PLZ 2051 "a" benutzt.
Vom 13.07.1993 bis 31.07.1993 wieder der aptierte Reservestempel, jetzt mit handschriftlich eingefügter PLZ "21529".



Bei dem Einschreibbrief ist zu beachten, dass der R-Zettel die Nummer 003 trägt. Da die Poststelle im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr hinter mir für immer verschlossen wurde, kann es also nur drei Belege mit diesem R-Zettel geben!


 
volkimal Am: 06.11.2013 16:05:27 Gelesen: 58469# 133 @  
@ mumpipuck [#132]

Hallo mumpipuck,

endlich sehe ich einen weiteren Stempel mit aptierter vierstelliger Postleitzahl. Vielen Dank für die gezeigten Beispiele und herzlichen Glückwunsch zu so dem extrem seltenen Einschreibebrief. Ein sehr schöner Beleg!

Bei dem Berliner Stempel gehe ich auch davon aus, dass die PLZ aptiert wurde, denn ich sehe keinen Rest von der vierstelligen PLZ:



Viele Grüße
Volkmar
 
juni-1848 Am: 06.11.2013 18:04:30 Gelesen: 58435# 134 @  
@ Stempelfreund [#123]

hier eine Aptierung des Zusatzes (Württ.) hinter dem Ortsnamen Wildbad.{...} Kennt einer den Grund?

Mit dem letzten Tag (31.3.1920) der Gültigkeit der Dienstmarken Württembergs war auch der Zusatz (Württ.) nicht mehr notwendig, zumal der Zusatz (Schwarzwald) diese Postanstalt unverwechselbar machte.

Andere "Wildbäder" waren in dieser Zeit allesamt nur Ortsteile größerer Gemeinden, Märkte oder Städte.

Vielleicht kann jemand eine "Dienstanweisung" zeigen, wonach die ehemalige Hoheitsbezeichnung nach dem Übergang in die Reichspost entfernt werden sollte.

Sammlergruß, Werner
 
mumpipuck Am: 06.11.2013 18:07:32 Gelesen: 58433# 135 @  
@ volkimal [#133]

Danke für die Blumen!

Ja, bei dem Berliner sieht es auch so aus. Schade, dass man die Unterscheidungsbuchstaben nicht lesen kann. Vielleicht im Schräglicht ? Aber bei einem Maschinenstempel einer Großstadt besteht auch die Chance noch einen zu finden.

Herzliche Grüße
Burkhard
 
volkimal Am: 09.12.2013 21:11:00 Gelesen: 56902# 136 @  
Hallo zusammen,

dass dieser Stempel aus Potsdam aptiert wurde habe ich fast übersehen:



Die Postgebietsleitzahl wurde wohl nicht optimal eingesetzt. Beim rechten Stempel ist die "(2)" überhaupt nicht zu sehen, bei den beiden linken Abschlägen ist sie zu sehen - aber nur sehr schwach!

Viele Grüße
Volkmar
 
westfale1953 Am: 22.12.2013 10:21:22 Gelesen: 56552# 137 @  
Guten Morgen!

Auch bei diesen beiden Stempeln wurde die Postgebietsleitzahl (21 bzw. 21a) aptiert:

MÜNSTER (WESTF) 2 c 20.6.62 und MÜNSTER (WESTF) 2 cd 9.9.62



Bernhard
 
volkimal Am: 28.12.2013 16:00:38 Gelesen: 56366# 138 @  
@ westfale1953 [#137]

Hallo Bernhard,

vom Postamt Münster 2 kann ich auch noch einige Maschinenstempel zeigen:



Als erstes diese beiden Stempel, bei denen die Postgebietsleitzahl 21 nachträglich eingefügt wurde.

Viele Grüße
Volkmar
 
el-mue Am: 28.12.2013 21:18:04 Gelesen: 56337# 139 @  
@ volkimal [#138]

Es müsste sich um 21 MÜNSTER WESTF 2 / bb, bzw. Kennzeichen b handeln.

Beste Sammlergrüße

El Mü
 
volkimal Am: 02.01.2014 12:09:18 Gelesen: 56145# 140 @  
Hallo zusammen,

ein Grund, weshalb immer wieder Stempel aptiert wurden sind Gebietsänderungen aufgrund von von Kriegen. Das kann z.B. ein im Krieg von Deutschland besetztes Gebiet sein oder es sind Gebiete, die nach dem verlorenen Krieg z.B. nicht mehr zu Deutschland gehören. Mondorff zeigt im Beitrag [#80] einige Beispiele aus Luxemburg mit aptierten Deutschen Stempeln.

Meine ältesten aptierten Stempel sind ehemalige französische Departementstempel aus Norddeutschland. 1806 hat Napoleon weite Teile Norddeutschlands (damals Preußen) besetzt. Diese Besetzung fand 1813 mit der endgültigen Niederlage der Franzosen in der Völkerschlacht bei Leipzig ihr Ende.



Beim Departementstempel "131 COËSFELD" wurden die Departement-Nummer 131 und die Punkte auf dem Ë (E Trema) aptiert. Der Departement-Stempel ist von 1811 bis 1813 nachgewiesen, der aptierte Stempel bis 1825.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.01.2014 15:51:07 Gelesen: 55678# 141 @  
Hallo zusammen,

bei dem aptierten Departementstempel aus Lüneburg sieht man sehr gut, dass es sich um einen früheren französischen Stempel handelt. In diesem Fall ist die Departementnummer "128" aptiert worden.



Der Ortsname ist typisch französisch geschrieben: "LUNEBOURG". Das "U" wird in Frankreich wie ein "Ü" gesprochen, die Buchstabenkombination "OU" spricht man dagegen wie ein "U". Ein Franzose sprach den Ortsnamen im Stempel daher genau wie wir aus "Lüneburg".

Viele Grüße
Volkmar
 

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