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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 418 Beiträge:
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10Parale Am: 31.03.2014 21:28:53 Gelesen: 76627# 144 @  
@ Heinz 7 [#143]

Die Adresse (143) lautet wohl: "An das verehrte Gericht von Neamt". Piatra war auch bekannt durch den Zusatz Piatra Neamt, ein Hinweis dafür, dass einmal deutschsprachige Siedler sich in dieser Gegend der Moldau niedergelassen haben.

Im übrigen habe ich sehr lange an dem weiteren Text studiert, ohne aber ein schlüssiges Ergebnis zu erzielen. Dort steht noch geschrieben:

"cu bani summa de 11 lei 23 parale ..????...intru un grop franco sub marca D.D. --- Piatra"

Ein "Grop" ist ein speziell für die postalische Beförderung von Metallgeld, Banknoten, Briefmarken und anderen Wertpapieren hergestelltes Säckchen oder Sack mit einem Maximalgewicht bis zu 30 Kilogramm, das von der Post, der Nationalbank und dem Finanzministerium benutzt wurde.

Ich kann nur spekulieren, dass mit dem Brief noch ein Geldbetrag befördert wurde in einem Säckchen mit der Aufschrift (marca = Zeichen) D.D.. Handelt es sich um einen Wertbrief? - wahrscheinlich.

So, da ich nun wieder an der Reihe bin nach den eindrucksvollen Abstempelungen Fig. 273 (Botuschani) und Fig. 276 (Foltitscheni), greife ich sozusagen meine stillen Reserven an und zeige hier zwei Marken Michel Nr. 10, 30 Parale mit der Abstempelung Fig. Fig. 280 MICHALENI.

Die linke Marke ist Michel Nr. 10Iz, Handeinzeldruck mit gestreiftem Papier, rückseitig befindet sich eine Altsignatur von Pfenniger.

Ich hoffe, ich kann eines Tages auch mal einen Brief mit diesem Stempel präsentieren, aber so etwas ist mir einfach noch nicht über den Weg gelaufen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.04.2014 23:49:38 Gelesen: 76527# 145 @  
@ 10Parale [#144]

Hallo 10 Parale,

danke für Deine Bemühungen betr. Briefanschrift.

Einen Stempel Mihaileni (fig. 280) kann ich auf einem Postformular zeigen (vgl. Beitrag 142). Auf der Abbildung siehst Du einen Ausschnitt des Formulars (Grösse > A4, darum konnte ich heute nicht das ganze Doku zeigen). Der Stempel Mihaileni (fig. 280) ist aber vorbildlich schön. 13.11.1861, und daneben wieder der sehr pittoreske "Draperie"-Stempel.



Noch eine Bemerkung zum Formular, Spalte 10. Für die erste Sendung kann ich nun klar lesen "oficial", darum musste für diese Sendung kein Porto bezahlt werden, weder vom Absender, noch vom Empfänger. Ich denke also, im Beitrag 142 war das dasselbe, dort konnte ich das Gekritzel aber nicht zweifelsfrei lesen.

Sendung 2 passt auch wieder exakt! 200 Galben (siehe Spalte 7) ergeben ein Gewicht von 225 Dram (9. Spalte) und einen Wert von 6300 Lei (8. Spalte). Für diese Geldsendung von Mihaileni nach Galatz zahlte der Absender eine Gebühr von 23 Lei und 30 Parale (vgl. Spalte 10). Super! Diese genaue Umrechnung habe ich auch erst jetzt (beim Schreiben von Beitrag 142) realisiert. - Ich freue mich über den Erkenntnisgewinn.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.04.2014 18:51:51 Gelesen: 76483# 146 @  
@ 10Parale [#144]

Hallo 10 Parale,

Du hast die Stempel-Serie angefangen, gerne mache ich da weiter. Ich zeige diese Stempel gerne auf Briefen ohne Marken, weil dann sieht man den Stempel klarer. Deine Abbildungen auf Marken sind aber natürlich auch schön.

In unserer Reihe fehlt uns noch fig. 278, das wäre dann HUSCH. Zu meiner Freude habe ich auch diesen Stempel, dreimal, aber in keinem Fall ist er wirklich super-schön. Am klarsten ist ein grünblauer Anschlag auf einem Faltbrief ohne Frankatur.



Zeigst Du uns einen schönen Stempel fig. 279 JASSY, oder soll ich aushelfen? Jassy gibt es oft in rot, die sind natürlich besonders schön.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 05.04.2014 20:26:47 Gelesen: 76410# 147 @  
@ Heinz 7 [#146]

Nein, Heinz 7, einen M1 Jassy habe ich noch nicht, damit kann ich nicht dienen (lediglich ein Ankunftsstempel M2 kann ich anbieten). Gemäß Deinem Motto "Geteilte Freude ist doppelte Freude" warte ich gespannt auf Deine Präsentation.

Ich mache gleich einen Sprung zu Fig.282 (Kiriac Dragomir: Stampilografie Postala - Seite: 81) und präsentiere einen Stempel M1 Roman Moldova, hier abgeschlagen auf einem kleinen Briefstück mit der Michel Nr. 10Ix, sehr breitrandig, rückseitig signiert "Richter".

Nächstes Mal stelle ich dann Fig. 281, Piatra - Moldova vor, da habe ich einen markenlosen Stempel, der ist auf dem Weg zu mir.

Die Draperie Stempel sind wahrlich kleine Preziosen, ich hoffe auch eines Tages mal so was in meiner Sammlung zu haben. In meiner Sammlung befinden sich aber noch einige interessante Stempel, die ich hier noch vorstellen möchte.

Vielleicht entdeckt der eine oder andere Rumänien Sammler selbst eines Tages in seiner Sammlung einen dieser Stempel und kann sie hier präsentieren, wäre schön.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 05.04.2014 23:55:33 Gelesen: 76381# 148 @  
@ 10Parale [#147]

Diese Aufgabe übernehme ich gerne

"JASSY" blau auf Einschreibe-Brief (Vorderseite)



oder "JASSY" rot auf Brief-Fragment



Beides Mal mit dem ebenfalls sehr pittoresken "FRANCO" Stempel M3 von JASSY "fig. 311".

Der Stempel M1 ist hier auf dem Brief abgeschlagen, darum habe ich dieses Mal auch nicht markenlose Briefe genommen. Die 80 Parale-Marke finde ich wunderschön.

Heinz
 
wahewa Am: 06.04.2014 06:18:03 Gelesen: 76364# 149 @  
Oder "JASSY" schwarz auf Einschreibe-Brief mit RECOM in gotischer Schrift. Rückseitig mit noch einer 30 PAR Marke und dem Ankunftsstempel St. BUCURESCI.



Die Stempel in gotischer Schrift wurden vom Postamt Jassy ab Mai 1862 benutzt.



Freundliche Grüsse

Walter
 
Heinz 7 Am: 06.04.2014 13:08:17 Gelesen: 76329# 150 @  
@ Pepe [#138]

Hallo Pepe,

Dir sind mit dem Scan der No. 70+71 meines Erachtens sehr gute Bilder geglückt dieser Wappeneinpressung. Es geht mir gleich wie 10 Parale, Deine Fragen beschäftigen mich "anhaltend" und lange, weil es gibt meines Erachtens ungeklärte Fragen dazu. Also der Reihe nach.

10 Parale schreibt (B. 140, 141), dass diese Wappeneinpressung das erste Wasserzeichen von Rumänien ist, auf der VULTURI-Ausgabe (der 11. Ausgabe von Rumänien, ohne Wasserzeichen 1885, mit WZ: 14.10.1889), soweit scheint alles klar.

Michel vergibt für die Ausgabe mit WZ. eine eigene Hauptnummer; ob das gerechtfertigt ist, darüber kann man geteilter Meinung sein. (Hinweis: Eine Rumänien Nr. 10 z.B. hat auch nur eine Hauptnummer, obwohl es die Marke im Handeinzeldruck und im Plattendruck gibt).

Im CMPR 74 von Dragomir/Surpateanu, meinem (für mich) wichtigsten Katalog für Rumänien, werden im Vorwort die Wasserzeichen "FILIGRANE" ausführlich erläutert (Seite 21-24, Fig. 4 - Fig. 22) und das FILIGRANUL nr. I "STEMA MICA" wird als erstes aufgeführt für die Ausgabe VULTURI vom 14.10.1889. Soweit, so gut. Aber die Abbildung dazu ist deutlich abweichend zum effektiven Wasserzeichen! Das ist doch sehr seltsam.



Ich habe ein paar (wenige!) Marken 70-75 und die haben alle eine Wasserzeichen, das der Abbildung im "Michel" viel mehr gleicht als dieser "Skizze" im CMPR. Dort läuft vor allem das Schriftband "NIHIL SINE DEO" unten in einen Spitz aus, was effektiv gar nicht stimmt! (siehe Abb. Beitrag 138+140). Ich kann mir das nicht erklären.

Zur Frage nach der Zähnung: Im CMPR werden auf Seite 19 die vorkommenden Zähnungen aufgelistet (14 verschiedene!), eine 13 1/4 kommt dabei nie vor, aber die 13 1/2 ist bei 8 dieser 14 Zähnungen enthalten. Ich denke, das ist einfach eine "Rundungsfrage". Sooo genau (u.a. auch mit elektronischen Hilfsmitteln) konnte/wollte man vor hundert Jahren noch nicht messen, und diese Zähnungsangaben wurden bereits im XIX. Jahrhundert gemacht. Ich denke, man sollte hier nicht von einem "Fehler bei Michel" sprechen.

Du siehst, lieber Pepe, auch die "kleinen Dinge" im Leben geben immer wieder genügend Diskussionsstoff (oder auch: keine Antworten). Danke auch Dir für die vielen bereichernden Fotos und Fragen zu unserem tollen Sammelgebiet!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 07.04.2014 20:49:13 Gelesen: 76258# 151 @  
@ wahewa [#149]
@ Heinz7 [#148]

Das sind ja wunderschöne Marken und noch schönere Briefe, selten und rar. Ich bin begeistert. Bei dem Stempel auf der 30 Parale Marke (müsste ein Handeinzeldruck 10I sein) handelt es sich wohl um einen M3 Stempel von Jassy, den ich auch noch mal separat vorstellen will.

An die rote 80 Parale Marke habe ich mich noch gar nicht herangetraut. Sie ist wirklich einzigartig schön und zusammen mit den beiden roten Stempeln ist der Brief wohl einzigartig und, wie die Franzosen sagen, ein kleiner "trésor".

Da die beiden in [#148] und [#149] abgebildeten Briefe im Monat Mai abgeschlagen wurden, nenne ich sie einfach mal lapidar wunderschöne Mai-Briefe.

Wie versprochen stelle ich hier nun den Stempel M1 PIATRA MOLDOVA Fig. 281 vor. Ein Februar Brief amtlichen Charakters. Rückseitig befindet sich ein großes, mittig getrenntes Wachssiegel wo die Aufschrift PRINCIPALELE UNITE zu lesen und eine Krone zu sehen ist. Meiner Meinung nach wurde der Brief im Jahr 1865 verfasst, da diese Zahl im Innenteil abzulesen ist.

Der in seinem Inhalt vollständig lesbare Brief ging nach Jassy, rückseitiger Ankunftsstempel M2 von 26/2/1865 ?

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 08.04.2014 21:22:14 Gelesen: 76194# 152 @  
@ Heinz 7 [#150]

Das freut mich, wenn ich zwei Experten mit diesen Markenrückseiten so beschäftige. Nun hat mich diese Neugier sehr aufgewühlt und ich will nochmal dran rütteln.

Die erste Frage. Ist denn diese Wappeneinpressung überhaupt ein Wasserzeichen? Ich meine eher - nein. Es handelt sich doch um eine Art Prägedruck. Der Michel bildet alle Wasserzeichen von der Markenrückseite gesehen ab. Die Wappeneinpressung gilt nach Michel nicht als Wasserzeichen. Wurde sie nun vorderseitig abgebildet oder wie die Wasserzeichen von der Rückseite?

Der ostdeutsche Lipsiakatalog bildete 1973 die Wasserzeichen von der Vorderseite aus gesehen ab. Wurde die Wappeneinpressung ebenso gezeigt?



Hier Lipsia, unten spitz auslaufend ?, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.



Hier Michel 2003/2004, unten rund auslaufend, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.



Das Bogenwasserzeichen, Lipsia 1973, unten rund auslaufend, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.

Die von mir gezeigten Marken zeigen beide die Einprägung spiegelverkehrt. Nach euren Skizzen Pseudo Filigran Poz. 2, Löwe unten rechts, Ochsenkopf oben links.

Bin gespannt, ob man hier noch mehr Erkenntnisse sammeln kann. Aufruf an alle Rumäniensammler, diese Prägung mal genauer unter die Lupe nehmen. Was heißt NIHIL SINE DEO?

Nette Grüße
Pepe
 
wajdz Am: 08.04.2014 22:43:33 Gelesen: 76179# 153 @  
NIHIL SINE DEO ist lateinisch und bedeutet NICHTS OHNE GOTT.

Ob der HERR angesichts der inzwischen so oft geänderten Grenzen noch immer den Durchblick hat, wem er da helfen soll? Das selbe Problem taucht ja auch bei der Beschriftung von Koppelschlössern auf, die zwar in verschiedenen Sprachen abgefasst sind, aber alle bedeuten: MIT GOTT.

MfG wajdz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2014 22:52:59 Gelesen: 76082# 154 @  
@ wahewa [#149]

Hallo Walter,

willkommen auf dieser Seite. Ich denke, Du bis die 15. Person, die etwas zu diesem Thema schreibt, das der Initiator, 10 Parale, vor einem Jahr eröffnet hat.

Du zeigst uns auf Anhieb ein sehr schönes Stück mit einem seltenen Stempel, bei K. Dragomir wird dieser weit hinten auch aufgeführt (Seite 278, fig. 1576; Stempelgruppe C 6). Dragomir bewertet den Stempel Recom. in gotischer Schrift immerhin mit "3R".

Ich hoffe, wir hören/sehen noch mehr von Dir!

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2014 23:15:33 Gelesen: 76076# 155 @  
@ Pepe [#152]

Hallo Pepe,

Dein Beitrag hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin der Frage nachgegangen, wie denn dieses Wasserzeichen Fil. 1 (oder diese Wappeneinpressung*) genau aussieht.

* = Abkürzung hier: WaEinp

Mein vorläufiges Resultat (für mich erstaunlich!):

Die Skizze im CMPR scheint ungenau zu sein! Das Wasserzeichen (bzw. die WaEinp) auf diesen Marken sieht meines Wissens überall so aus, wie bei Michel gezeigt: Das Wappen ist also ziemlich "quadratisch" (in den Ausmassen Höhe x Breite) und das Schriftband unten ist rund/flach, aber nicht spitz zulaufend!

Ich habe Herrn Gertlieb Gmach, Bundesprüfer für Rumänien, dazu befragt, und es war auch für ihn eine neue Frage, die er sich noch nie gestellt hat. Nach einigen Konsultationen eigener Stücke kam er dann aber zum selben Schluss! Er meint, die Skizze im CMPR sei vermutlich nur "ungefähr" gewesen, und sie wollte wohl vor allem die Anordnung der WaEinp anzeigen (das in vier verschiedenen Stellungen vorkommt, siehe Beitrag [#141] und [#150]).

Ich muss sagen, ich wundere mich, dass CMPR eine solche Skizze zeigt, die so deutlich abweicht vom tatsächlichen Aussehen. Unzweifelhaft war das wahre Aussehen der WaEinp damals bekannt; warum also eine solche ungenaue Skizze angefertigt wird, kann ich schwer verstehen. Aber bis zum Vorliegen eines anderen Hinweises nehme ich nun an, dass es nur diese eine WaEinp (Aussehen gemäss "Michel") gibt. - Interessant wäre natürlich, zu hören, wie "Lipsia" dazu kam, AUCH eine WaEinp mit zulaufendem Spitz zu zeigen! Oder gibt es vielleicht zwei verschiedene WaEinp.? - Das wäre natürlich eine Erklärung!

Ich werde die Augen jedenfalls offen halten und informiere Euch, wenn ich neue Erkenntnisse habe! - Heinz
 
10Parale Am: 11.04.2014 21:18:37 Gelesen: 76026# 156 @  
@ Heinz 7 [#143]

Von den frühen M1 Stempeln, 17 an der Zahl (2 M1a = ohne MOLDOVA, und M1t), fehlen jetzt noch 5, die wir hier noch nicht gezeigt haben:

Fig. 282 ROMAN - MOLDOVA
FIG. 283 TEKUTSCH - MOLDOVA
FIG. 284 WASLUI - MOLDOVA
FIG. 286 BOTUSCHANI
FIG. 288 JASSY - M O L D O V A (grotesk)

Einen Brief kann ich nicht anbieten, ich reihe mich hier noch ein in die Schar der "Suchenden". Ich habe aber ein einzelnes rückseitig von Richter signiertes Briefstückchen mit der Michel Nr. 10, 30 Parale entdeckt, welches den Stempel Fig. 282 ROMAN - MOLDOVA aufweist.

Ja, sie existieren, diese Stempel, und am schönsten und wertvollsten sind sie wohl dann, wenn man sie auf einer der ersten Marken Michel Nr. 1 -4 der Ochsenköpfe präsentieren kann. Diese Stempel hatten sozusagen nicht nur das Glück, das Zeitalter der Einführung der Briefmarken in Rumänien zu begleiten, sondern auch mit zu gestalten.

Jetzt mache ich mich wieder auf die Suche und höre nicht auf, bevor ich wieder einen noch nicht gezeigten M1 gefunden habe.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.04.2014 12:10:41 Gelesen: 75987# 157 @  
@ 10Parale [#156]

Richtig! Fig. 271-181 haben wir alle auch "freistehend" auf Brief gezeigt, ich ergänze dies hiermit gerne noch um fig. 282 (ROMAN), den Du uns da auf Deiner Lieblingsmarke 10 zeigst.



Anbei auch ein netter Einschreibe-Brief von Roman nach Piatra, und da der Ankunftsstempel (fig. 281) rückseitig sogar noch schöner ist als der Abgangsstempel, habe ich diesen Brief aufgeklappt. Zusammen mit dem FRANCO-Stempel (fig. 319) und dem Reco-Stempel (total also vier!) für mich wirklich ein Stück, an dem ich grosse Freude habe.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.04.2014 12:40:25 Gelesen: 75984# 158 @  
@ 10Parale [#156]

Lieber 10 Parale,

schliessen wir die Lücken weiter: fig. 284 Waslui kann ich beisteuern mit diesem sehr schön geschriebenen vollständigen Brief ohne Marke von 1863 von Waslui nach Husi.

Abgangsadresse ist
"Principatile Unite
Protocriia Sectica a IIa
Vaslui"



Die Handschrift ist aussergewöhnlich schön, sodass dieser Brief vielleicht wörtlich übersetzt werden könnte von rumänisch sprechenden Personen. Ich kann das leider nicht.

Ein weiteres interessantes Kapitel sind die Stempeldefekte, die auch hier schön zu beobachten sind. In der ARGE Rumänien wurden die auch schon diskutiert, siehe auch erstes Handbuch Heimbüchler, u.a. Seite 40/41. Dort steht z.B. "Diese (...) Zahlen (...) sind wie die mechanischen Defekte des Stempels wertvolle Echtheitskennzeichen". Diese von Sammlern oft stiefmütterlich behandelten Dienstbriefe (ohne Marken) können für Studienzwecke also sehr hilfreich sein. Es lohnt sich also durchaus, einmal einen "Posten" solcher Briefe zu kaufen, so wie ich es getan habe. So hat mich dieser schöne Brief nur CHF 16 gekostet.

Ich darf das auch einmal erwähnen, da ich für andere Stücke manchmal auch viel Geld ausgegeben habe (ich will das nicht ausblenden). Aber "in der Mischung" stimmt es für mich.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 13.04.2014 19:26:49 Gelesen: 75899# 159 @  
@ Heinz 7 [#158]

Das sind ja wunderschöne Briefe, die Du hier auflistest. Gerne bin ich Dir (meine Frau spricht rumänisch) bei der Übersetzung des Inhaltes des Briefes aus [#158] behilflich, falls nötig. Das man die Echtheit eines Briefes, der Briefmarke etc. auch an Hand von Stempeldefekten prüfen kann, ist auch für mich eine wichtige Erkenntnis. Voraussetzung sind jedoch Fachliteratur und gute Vorlagen.

Du hast völlig Recht, die Nr. 10 ist meine Lieblingsmarke. Aus diesem Grund zeige ich hier noch eine dieser wunderschönen 30 Parale Marken, wobei ich überzeugt bin den Ansatz eines Stempels "WASLUI / MOLDAVA" zu erkennen. (WA - MOLDAVA - lila?)

Was die fehlenden Stempel der Reihe M1 betrifft, starte ich jetzt einen Aufruf an alle Rumänien Sammler, sich bald umzusehen, ob sie einen Stempel TEKUTSCH - MOLDOVA in Ihrer Sammlung aufbieten und hier abbilden können. Ich kann es leider nicht, bin aber ständig auf der Suche. Erst vor wenigen Wochen musste ich mich einem anderen Bieter geschlagen geben, der sich solch einen Stempel ersteigerte.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.04.2014 00:28:40 Gelesen: 75872# 160 @  
@ 10Parale [#159]

Hallo 10 Parale,

zu später Stunde melde ich mich noch.

Ich kann helfen mit einem M1-Stempel Tekutsch. Ich habe diese M1-Stempel gesammelt und konnte fig. 271-285 komplett zusammentragen; einige Stücke habe ich Euch ja schon gezeigt.

Tekutsch habe ich zweimal



Auf diesem Dienstbrief auf farbigem Papier (grünlichblau) kommt der Stempel nicht sehr deutlich zur Geltung, obwohl er sehr klar und sauber abgeschlagen ist, wenn auch etwas schwach. Die Tinte der Handschrift ist etwas ausgebleicht, aber man kann die Schrift noch lesen. Und wenn man sich vor Augen führt, dass dieser Brief nun über 155 Jahre alt ist (datiert 1858), dann hat man wohl etwas Verständnis dafür.

Noch schöner ist natürlich dieser zweite Brief: auch dieser Stempel ist fast gestochen scharf abgeschlagen, daneben RECEPISSE und ... frankiert mit 80 Parale-Marke (Michel Nr. 7ay), auch wieder mit einem solch herrlichen M3-FRANCO Stempel (fig. 320 = FRANCO / TEKOUTCI) (interessant: zwei verschiedene Schreibweisen für denselben Ort). Dieser Brief ist von 1860 und trägt rückseitig einen M1-Ankunftsstempel von JASSY (fig. 279, rot), ein Tag später.



Ich sende Dir natürlich liebend gerne eine Kopie des Briefes (Beitrag [#158]) und wäre sehr froh, wenn Deine Frau beim Lesen/Übersetzen helfen könnte! Eine Gegenleistung könnte ich bestimmt auch einmal erbringen.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Pepe Am: 14.04.2014 17:16:36 Gelesen: 75821# 161 @  
Die Zeitreise bei den Marken geht weiter.



1889 10 14, Mi 73, mattrot, gz: 13,25



1889 10 14, Mi 74, rotbraun, gz: 13,25



1889 10 14, Mi 75, blau, gz: 13,25

Damit ist dieser Satz vollständig. Er wird dann ab 1890 von Marken mit neuem Kopfmuster abgelöst.

Nette Grüße
Pepe
 
Heinz 7 Am: 15.04.2014 21:42:54 Gelesen: 75758# 162 @  
@ Pepe [#161]

Hallo Pepe,

schön, von Dir zu hören! Die Nummern 70 bis 75 sind eine härtere Knacknuss, als ihr moderater Katalogwert vermuten lässt. Gestempelt listet der Satz ja nur Euro 55 (2006/07), aber so schön gestempelt wir Deine Nummer 75 findet man die Marken fast nie!

Dass diese Marken auf Brief kaum vorhanden sind, ist eigentlich logisch. Erst 1889 erschienen, im Oktober, und 1990 (Januar!) kam bereits die nächste, die 12. Ausgabe von Rumänien. Wir hatten also nur wenige Wochen Zeit, und auch eine späte 1889-er-Verwendung war keine Garantie. Es könnte ja eine Marke aus Michel Nr. 57-69 sein!

Also: Hier lohnt sich das Suchen ganz bestimmt. Wer solche Briefe findet, sollte sie unbedingt kaufen.

Ungestempelt findet man die Marken noch, aber sie sind oft mit Zahnmängeln. Aus einem Lot habe ich auch diesen Satz, aber Luxus sind die Stücke allesamt nicht.



Nun, mir gefallen sie trotzdem.

Schöne Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.04.2014 22:04:14 Gelesen: 75505# 163 @  
@ alle

Liebe Alle,

wir haben in diesem Thema schon viele Marken und viele Stempel gezeigt, und ich hoffe, es kommen noch mehr dazu! Ich schlage vor, wir weiten das Feld noch etwas aus.

Wer hätte nicht gerne die Nummer 1 des Landes, ungebraucht? Ich kann sie zeigen, leider nicht bei den Briefmarken, aber doch bei den Ganzsachen, der "Schwester der Briefmarke", wie sie einmal von einem weisen Mann genannt wurde!

Nr. 1 * = Euro 35'000 bei den Briefmarken (gemäss Michel 2010)
Nr. 1 * = Euro 10 bei den Ganzsachen (gemäss Michel Ganzsachenkatalog 2001/02



Viele Sammler vernachlässigen die Ganzsachen sehr, völlig zu Unrecht! Ich sammle sie eifrig und kann anmerken, dass viele Ganzsachen gar nicht so einfach zu finden sind! Doch der Reihe nach.

Im Katalog muss man blättern, bis man zur ersten Ganzsache von Rumänien kommt. Für mich unverständlich, dass MICHEL zuerst 31 Postkarten 1873-1903 auflistet, bevor die WIRKLICH erste Ganzsache, das oben gezeigte Streifband, katalogisiert wird (S 1). Diese Ganzsache gehört eigentlich an den Anfang des Kapitels Rumänien im Ganzsachen-Katalog.

Ich plane, in loser Folge die Ganzsachen von Rumänien hier zu zeigen und freue mich, wenn Ihr da mitmacht. Einverstanden?

Heinz
 
10Parale Am: 23.04.2014 22:25:52 Gelesen: 75503# 164 @  
@ Pepe [#161]

Besonders die Michel Nr. 75, diese schöne blaue 25 Bani Marke ist mit diesem klaren Stempel von Bukarest schon ein einmaliges Stück. Es handelt sich meiner Meinung nach um den Stempel B1 Fig. 604 gem. Kiriac Dragomir, abgebildet auf Seite 132 in Stampilografie Postala.

Hier haben wir es übrigens wieder mit dem Wasserzeichen "Kleines Wappen" zu tun, es soll sogar Marken geben mit einem auf dem Kopf stehenden Wasserzeichen "Stema Mica" (Pseudofiligran).

Exkurs:

Seitdem wir uns hier auch mit Stempeln beschäftigen, bin ich zu einem kleinen "Jäger und Sammler" mutiert und möchte hier einen Stempel präsentieren, den ich einmal persönlich als "selten" einstufen will, ohne dies belegen zu können. Es handelt sich um einen Einkreisstempel von "FILIPESTI" auf einer Rumänien Michel Nr. 41, abgeschlagen im Jahr 1873. Filipesti ist eine kleine Gemeinde (besteht eigentlich aus 8 Dörfern) im Fürstentum Moldau gewesen. Ein zweiten dieses Stempels konnte ich bislang nicht finden. Selbst bei Kiriac Dragomir habe ich bislang nur einen Fingerhutstempel dieser Ortschaft und eine K2-Stempel finden können, aber nicht solch einen Einkreisstempel (oder ist es doch ein Fingerhutstempel?).

Dieses Forschungsgebiet ist für mich also noch lange nicht abgeschlossen. Das gefällt mir auch so sehr am Hobby Philatelie.

10Parale


 
duphil Am: 23.04.2014 22:50:39 Gelesen: 75497# 165 @  
@ Heinz 7 [#163]

Hallo Heinz!

Wir haben schon ein "Thema: Rumänien Ganzsachen". [1]

Mit freundlichen Gruß
Peter

[1] http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=351&CP=0&ST=5652&page=0
 
buzones Am: 23.04.2014 23:14:42 Gelesen: 75494# 166 @  
@ 10Parale [#164]

Wie kommst du auf FILIPESTI? Das ist eindeutig FILIASI; den findest du im Kiriac Dragomir auf Seite 134 unter 3.1.4. Stampile cu ornament "Crucea de Malta" (B1d).

@ Heinz7 [#163]

Der MICHEL geht bei der Ganzsachenkatalogisierung nicht chronologisch vor, sondern wie der ASCHER (der beim MICHEL Pate stand) nach Wertstempelzeichnung und Ganzsachenart. Der ASCHER-Katalog hielt sich streng an die Reihenfolge 1) Umschläge, 2) Streifbänder, 3) Kartenbriefe, 4) Postkarten usw.; MICHEL sortiert nach der Wertstempelzeichnung und dann innerhalb dieser „Gruppe(n)“ nach Ganzsachenart, aber nicht konsequent und systematisch, was immer wieder zu Unstimmigkeiten führt.
 
zonen-andy Am: 24.04.2014 13:13:32 Gelesen: 75453# 167 @  
@ Pepe [#161]

Hallo Experten,

wäre es möglich, dass bei den 3 Marken der Mi.Nr. 74 das Wappen vorderseitig eingepresst ist? Bei der mittleren Marke optisch deutlicher zu sehen.



freundliche Grüße

Andreas
 
Heinz 7 Am: 24.04.2014 13:34:42 Gelesen: 75446# 168 @  
@ zonen-andy [#167]

Hallo Andi,

ganz auf die Schnelle: Ja, das gibt es! Heute Abend, zuhause, kann ich dazu mehr sagen. Aber soviel vorweg: Gratulation! Das ist vielleicht keine teure Abart, aber sie ist meines Wissens schwer zu finden!

Heinz
 

Das Thema hat 418 Beiträge:
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