Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 384 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6   7   8 9 10 11 12 13 14 15 16 oder alle Beiträge zeigen
 
Heinz 7 Am: 23.03.2014 23:37:21 Gelesen: 56715# 135 @  
@ 10Parale [#134]

Gut, gehen wir der Reihe nach. Fig. 271 wäre Bakeu, da kann ich helfen.



Ein Dienstbrief nach Galatz, scheint es mir (ich kann leider die ersten zwei Zeilen der Adresse nicht lesen, die dritte lese ich "di Galazi"(?)), gestempelt mit rotem M1-Stempel BAKEU "19/8" (1861). Hinten mit Ankunftsstempel GALATZ "20/8" (Stempelfarbe schwarz, nicht blau, wie bei Deinem Brief in Beitrag 132)

Der untere Brief in Beitrag 133 zeigt übrigens einen M1a-Stempel (ohne "MOLDOVA"). Er entspricht dem Stempel Dragomir fig. 285. Dein Wunsch ist also bereits erfüllt.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 25.03.2014 19:58:54 Gelesen: 56627# 136 @  
@ Heinz 7 [#135]

Gratuliere zu Fig. 271 Bakeu. Bin auch der Meinung, dass es sich um einen Dienstbrief nach Galatz handelt (Nr. 972 auf der Briefvorderseite weist darauf hin), muss ein Titel eines Beamten sein, der hier angeschrieben wird, kann es aber leider auch nicht lesen. Es gibt keine solchen langen rumänischen Wörter, ich denke, es sind 3 Wörter, vielleicht findet sich noch eine helfende Hand, die die Wörter "entziffern" kann.

Folgen wir Kiriac Dragomir´s Reihe und kommen zu Fig. 274, DOROHOJ (Fig. 273 BOTUSCHANI MOLDOVA fehlt mir noch). Dorohoi hat heute etwa 32.000 Einwohner und gehört zum Kreis Botosani, es liegt an der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien. Es war früher bekannt als Holzumschlagsplatz.

Hier handelt es sich wohl auch um einen Dienstbrief, wir sehen auch hier im linken Teil eine Nummer (4052). Der Brief wurde am 27.1.1860 abgeschlagen, rückseitiger Ankunftsstempel Jassy/Moldova - einen Tag später.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 27.03.2014 23:17:17 Gelesen: 56508# 137 @  
@ 10Parale [#136]

Guten Abend!

Fig. 273 kann ich liefern, aber der Beleg ist zu gross für meinen Scanner. Ich mache morgen eine Farbfotokopie-Verkleinerung, dann kann ich ihn scannen und zeigen.



In der Zwischenzeit zeige ich einen anderen Botuschani-Stempel - den teuersten, den es gibt, denn er wurde auf einem der schönsten - 27 Parale - Briefe angebracht, der existiert - einem Schmuckstück aus der Grand-Prix Sammlung von Herrn Fritz Heimbüchler. Dieses Stück ziert auch das Titelbild des "Edition d'Or"-Buches, in dem eben diese GP-Sammlung vorgestellt wird. Am 3.12.2010 wurde dieser Luxus-Brief in Zürich verkauft, und brachte die Kleinigkeit von CHF 78'000 + 20 % Aufgeld.

Da sind wir mit unseren markenlosen Belegen günstiger weggekommen (Beiträge 132-136).

Herzliche Grüsse

Heinz
 
Pepe Am: 28.03.2014 20:28:21 Gelesen: 56462# 138 @  
@ Heinz 7 [#137]

Hallo liebe Rumänienfreunde,

also mal ehrlich gesagt, ich muss ja aufpassen, nicht in tiefe Depressionen zu geraten. Bei soviel hochkarätigem Material traut man sich ja kaum noch mit den einfachen Marken auf dem Bildschirm.

Trotzdem will ich mal nach langer Pause einfach da anknüpfen, wo ich stehen geblieben bin.

Das Jahr 1889 brachte ja die 6 Werte mit der rückseitigen Wappeneinpressung. Diese wird sicher Reaktion der Post auf Fälschungen gewesen sein. Wenn die Marken aufgeklebt waren, war die Einpressung meist nicht mehr nachprüfbar.
Nun meine Frage. Wer kann denn mal dieses Prägewappen deutlich hier zeigen? Im Mi 2003/04 ist eine sehr schlechte Abbildung. Die zweite Frage dreht sich um die Zähnung. Im Mi wird 13,5 angegeben und alle Marken weisen 13,25 auf.
Mit 3 verschiedenen Zähnungsschlüssel gemessen. Liegt bei Mi ein Fehler vor?

Und nun die ersten Marken



1889 10 14, Mi 70, schwarz, gezähnt 13,25



Mi 70, Wappenprägung Rückseite, Scan 800 dpi



Mi 71, violett, gez. 13,25



Mi 71, Wappenprägung Rückseite



Mi 72, hellgrün, gez. 13,25

Die Marken wurden mit 600 dpi gescannt.

Nun Ihr lieben Experten, beschäftigt Euch mal wieder mit den 'kleinen Dingen' des Lebens. Trotzdem freue ich mich über jeden Brief und danke noch mal für alle die schönen und interessanten Beiträge in der letzten Zeit.

Schönes Frühlingswochenende und nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 28.03.2014 21:21:05 Gelesen: 56459# 139 @  
@ Heinz 7 [#137]

Ja, ich verstehe Dich richtig: Der Stempel wurde wertvoll durch die Marke, die ihn ziert. Ich bin begeistert. Der Brief ist ja ebenfalls in Fritz Heimbüchler´s Werk "Die Ochsenköpfe der Moldau" abgebildet, ich zitiere "einzig bekannter Brief der 1. Ausgabe von diesem Postamt".

Ich möchte doch noch einmal zu Fig. 275 einen Stempel M1 zeigen, Fokschani in blauer Farbe, abgeschlagen am 03.02.(1860?). Dieser Stempel ist also nicht schwarz wie in dem Brief in Beitrag 133. Da waren doch mehrere Stempel im Einsatz, oder ? Der Brief könnte an einen Berater des Innenministeriums in Jassy gerichtet sein. Rückseitig ist ein Ankunftsstempel von Jassy M2, der darauf schließen lässt, dass der Beleg nach dem 7. April 1859 (lt. Kiriac Dragomir) gelaufen ist, frühestens also 1860. Die Taxierung 15 kann ich nicht erklären.

@ pepe

Ich kann leider nicht mehr wie 1 Bild ins Forum stellen, aber das Wasserzeichen "stema mica" - kleine Waffel werde ich in Kürze einmal abbilden. Dieses Wasserzeichen (rumänisch: filigran) gibt es auch kopfstehend - "stema mica rasturnat". Der rumänische Katalog spricht auch von einem "pseudofiligran", was wohl heißen mag, dass dieses Wasserzeichen nicht die Ansprüche eines echten Wasserzeichens erfüllt. Ich mag das auch noch nicht zu erklären.

10Parale


 
10Parale Am: 28.03.2014 21:24:40 Gelesen: 56457# 140 @  
@ Pepe [#138]

Hier das Wasserzeichen "stema mica" - kleine Waffel, aber kopfstehend. Drehe es einfach um, dann steht es richtig.

10Parale


 
10Parale Am: 28.03.2014 22:33:14 Gelesen: 56445# 141 @  
@ Pepe [#138]

Das hat mich jetzt den ganzen Abend beschäftigt. Also das Wasserzeichen "Wappeneinpressung" oder "Stema mica" ist das erste Wasserzeichen in der rumänischen Philatelie und stammt vom 14. Oktober 1889. Unter der Krone befinden sich vier Felder mit den Wappen der 4 rumänischen Fürstentümer 1. Moldau = Ochsenkopf 2. Muntenien = Adler 3. Dobrudscha = 2 Delphine (liegt am Meer) 4. Oltenien = Löwe.

Diese Abbildungen sind viel besser auf dem Wasserzeichen "Großes Wappen" zu sehen, dass bei Gelegenheit hier auch einmal abgebildet wird. Diese kleine Wappeneinpressung wird deshalb auch Pseudofiligran genannt, weil es im Gegensatz zum echten Wasserzeichen erst nach der Fabrikation des Papiers eingepresst wurde.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 29.03.2014 13:03:59 Gelesen: 56405# 142 @  
@ Pepe [#138]

Es ist für Sammler, die schöne Stücke haben, immer eine schwierige Entscheidung, ob man seine Freude darüber mit anderen teilt, oder ob man damit negative Gefühle auslöst (Neid, Depression, u.ä.). Ich persönlich kann mich seit langem an Weltraritäten anderer erfreuen, ich bestaune die grössten Seltenheiten, kaufe Bücher über die seltensten Briefmarken und lerne an Ausstellungen immer wieder neue Schätze kennen. Natürlich wünscht man sich, daran "teilhaben" zu können und freut sich, wenn man solche Stücke auch selber besitzen kann. Dass dies oft einhergeht mit erheblichem Geldeinsatz, lässt sich manchmal nicht vermeiden. Aber das kann ja jeder Sammler selber entscheiden, bei der Wahl seines Sammelgebietes. Ich kenne Sammlungen mit Weltraritäten, die haben ihre Besitzer kaum Geld gekostet.

"Geteilte Freude ist doppelte Freude", ist ein Sprichwort, und darum hoffe ich, dass meine Beiträge Freude und Enthusiamsmus auslösen, so wie bei mir, wenn andere ihre Schätze zeigen! Und schliesslich ist es auch Ansporn, selber weiter zu sammeln und zu suchen! Und auch einmal selber gutes Geld für gute Ware auszugeben?

Ich habe vorgestern Stempel fig. 273 angekündigt, und da ist einer: Stempel M1 "BOTUSCHANI"



Das Formular "Posta No. 19" ist ca. 34 cm breit und 22.5 cm hoch. Es dient der Abrechnung über Geldsendungen und Pakete und trägt den Titel "Fatura gropurilor ku bani si a paketelor". Das Formular hat 19 Zeilen und eine Summenzeile, hinten hätte es noch Platz für Sendungen 20-37 (plus Summenzeilen). Im vorliegenden Fall gingen 4 Sendungen (siehe 2. Spalte: No. 1-4) von Botuschani (siehe 1. Spalte) nach Jassy (4. Spalte). Am 11.1.1862 wurde das Formular ausgefüllt, am 13.1. kam die Sammelsendung in Jassy an.

Das Gewicht der vier Sendungen betrug 324, 236, 331 und 66 dram (vgl. 9. Spalte, 1 Dram = 3.2 Gramm) im Wert von 592, 1862, 9450 und 1723.37 Lei (siehe 8. Spalte). Nur für Sendung 3 war eine Postgebühr fällig von 27.30 (Lei+Parale), dass es in der (10.) Spalte "Franko" eingetragen wurde, zeigt, dass der Absender es schon bezahlt hat (11. Spalte "Porto" hiesse: dem Empfänger muss bezahlen). Ich vermute, dass die Sendungen 1,2+4 amtlich und gebührenfrei waren (handschriftlich könnte das "oficial"? heissen und "idem"=gleich). Die dritte Sendung war eine Geldsendung von 300 Galben = Goldmünzen (7. Spalte), die Sendungen 1+2+4 kann ich nicht entziffern.

1 Galben = ca. 1.1 dram = 31.50 Lei, das passt genau zu einem ähnlichen Beleg von 140 Galben = 187 dram = 4410 Lei, siehe Buch Heimbüchler 1994, Seiten 188+189!

Schön ist sicher auch der sog. "Draperie"-Stempel (Dragomir fig. 329, "DR")

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 31.03.2014 00:18:01 Gelesen: 56327# 143 @  
@ 10Parale [#136]

Guten Abend!

Wir haben bis jetzt gezeigt:

fig 271 = Beitrag 135
fig 272 = B. 134
fig 273 = B. 137+142
fig 274 = B. 136
fig 275 = B. 133+139
fig 277 = B. 132

Wenn wir also fig 276 = FOLTITSCHENI ergänzen, so haben wir die ersten 7 Nummern komplett!



Anbei ein Brief von dort nach Piatra (rückseitig Ank. stempel, aber erst am 22.1., also vier Tage später!). Schön, dass daneben auch der FRANCO-Stempel M3 (fig. 307) abgeschlagen wurde, nicht absolut klar, aber mir gefällt der Brief trotzdem. Wenn ich das richtig lese, heisst das oben "14 dram", das wäre dann eine Gewichtsangabe von über 40 Gramm. Vielleicht kannst du die Adresse lesen & übersetzen, 10 Parale, sie ist ja recht schön geschrieben.

Guten Wochenstart, morgen! Heinz
 
10Parale Am: 31.03.2014 21:28:53 Gelesen: 56272# 144 @  
@ Heinz 7 [#143]

Die Adresse (143) lautet wohl: "An das verehrte Gericht von Neamt". Piatra war auch bekannt durch den Zusatz Piatra Neamt, ein Hinweis dafür, dass einmal deutschsprachige Siedler sich in dieser Gegend der Moldau niedergelassen haben.

Im übrigen habe ich sehr lange an dem weiteren Text studiert, ohne aber ein schlüssiges Ergebnis zu erzielen. Dort steht noch geschrieben:

"cu bani summa de 11 lei 23 parale ..????...intru un grop franco sub marca D.D. --- Piatra"

Ein "Grop" ist ein speziell für die postalische Beförderung von Metallgeld, Banknoten, Briefmarken und anderen Wertpapieren hergestelltes Säckchen oder Sack mit einem Maximalgewicht bis zu 30 Kilogramm, das von der Post, der Nationalbank und dem Finanzministerium benutzt wurde.

Ich kann nur spekulieren, dass mit dem Brief noch ein Geldbetrag befördert wurde in einem Säckchen mit der Aufschrift (marca = Zeichen) D.D.. Handelt es sich um einen Wertbrief? - wahrscheinlich.

So, da ich nun wieder an der Reihe bin nach den eindrucksvollen Abstempelungen Fig. 273 (Botuschani) und Fig. 276 (Foltitscheni), greife ich sozusagen meine stillen Reserven an und zeige hier zwei Marken Michel Nr. 10, 30 Parale mit der Abstempelung Fig. Fig. 280 MICHALENI.

Die linke Marke ist Michel Nr. 10Iz, Handeinzeldruck mit gestreiftem Papier, rückseitig befindet sich eine Altsignatur von Pfenniger.

Ich hoffe, ich kann eines Tages auch mal einen Brief mit diesem Stempel präsentieren, aber so etwas ist mir einfach noch nicht über den Weg gelaufen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.04.2014 23:49:38 Gelesen: 56172# 145 @  
@ 10Parale [#144]

Hallo 10 Parale,

danke für Deine Bemühungen betr. Briefanschrift.

Einen Stempel Mihaileni (fig. 280) kann ich auf einem Postformular zeigen (vgl. Beitrag 142). Auf der Abbildung siehst Du einen Ausschnitt des Formulars (Grösse > A4, darum konnte ich heute nicht das ganze Doku zeigen). Der Stempel Mihaileni (fig. 280) ist aber vorbildlich schön. 13.11.1861, und daneben wieder der sehr pittoreske "Draperie"-Stempel.



Noch eine Bemerkung zum Formular, Spalte 10. Für die erste Sendung kann ich nun klar lesen "oficial", darum musste für diese Sendung kein Porto bezahlt werden, weder vom Absender, noch vom Empfänger. Ich denke also, im Beitrag 142 war das dasselbe, dort konnte ich das Gekritzel aber nicht zweifelsfrei lesen.

Sendung 2 passt auch wieder exakt! 200 Galben (siehe Spalte 7) ergeben ein Gewicht von 225 Dram (9. Spalte) und einen Wert von 6300 Lei (8. Spalte). Für diese Geldsendung von Mihaileni nach Galatz zahlte der Absender eine Gebühr von 23 Lei und 30 Parale (vgl. Spalte 10). Super! Diese genaue Umrechnung habe ich auch erst jetzt (beim Schreiben von Beitrag 142) realisiert. - Ich freue mich über den Erkenntnisgewinn.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 04.04.2014 18:51:51 Gelesen: 56128# 146 @  
@ 10Parale [#144]

Hallo 10 Parale,

Du hast die Stempel-Serie angefangen, gerne mache ich da weiter. Ich zeige diese Stempel gerne auf Briefen ohne Marken, weil dann sieht man den Stempel klarer. Deine Abbildungen auf Marken sind aber natürlich auch schön.

In unserer Reihe fehlt uns noch fig. 278, das wäre dann HUSCH. Zu meiner Freude habe ich auch diesen Stempel, dreimal, aber in keinem Fall ist er wirklich super-schön. Am klarsten ist ein grünblauer Anschlag auf einem Faltbrief ohne Frankatur.



Zeigst Du uns einen schönen Stempel fig. 279 JASSY, oder soll ich aushelfen? Jassy gibt es oft in rot, die sind natürlich besonders schön.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 05.04.2014 20:26:47 Gelesen: 56055# 147 @  
@ Heinz 7 [#146]

Nein, Heinz 7, einen M1 Jassy habe ich noch nicht, damit kann ich nicht dienen (lediglich ein Ankunftsstempel M2 kann ich anbieten). Gemäß Deinem Motto "Geteilte Freude ist doppelte Freude" warte ich gespannt auf Deine Präsentation.

Ich mache gleich einen Sprung zu Fig.282 (Kiriac Dragomir: Stampilografie Postala - Seite: 81) und präsentiere einen Stempel M1 Roman Moldova, hier abgeschlagen auf einem kleinen Briefstück mit der Michel Nr. 10Ix, sehr breitrandig, rückseitig signiert "Richter".

Nächstes Mal stelle ich dann Fig. 281, Piatra - Moldova vor, da habe ich einen markenlosen Stempel, der ist auf dem Weg zu mir.

Die Draperie Stempel sind wahrlich kleine Preziosen, ich hoffe auch eines Tages mal so was in meiner Sammlung zu haben. In meiner Sammlung befinden sich aber noch einige interessante Stempel, die ich hier noch vorstellen möchte.

Vielleicht entdeckt der eine oder andere Rumänien Sammler selbst eines Tages in seiner Sammlung einen dieser Stempel und kann sie hier präsentieren, wäre schön.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 05.04.2014 23:55:33 Gelesen: 56026# 148 @  
@ 10Parale [#147]

Diese Aufgabe übernehme ich gerne

"JASSY" blau auf Einschreibe-Brief (Vorderseite)



oder "JASSY" rot auf Brief-Fragment



Beides Mal mit dem ebenfalls sehr pittoresken "FRANCO" Stempel M3 von JASSY "fig. 311".

Der Stempel M1 ist hier auf dem Brief abgeschlagen, darum habe ich dieses Mal auch nicht markenlose Briefe genommen. Die 80 Parale-Marke finde ich wunderschön.

Heinz
 
wahewa Am: 06.04.2014 06:18:03 Gelesen: 56009# 149 @  
Oder "JASSY" schwarz auf Einschreibe-Brief mit RECOM in gotischer Schrift. Rückseitig mit noch einer 30 PAR Marke und dem Ankunftsstempel St. BUCURESCI.



Die Stempel in gotischer Schrift wurden vom Postamt Jassy ab Mai 1862 benutzt.



Freundliche Grüsse

Walter
 
Heinz 7 Am: 06.04.2014 13:08:17 Gelesen: 55974# 150 @  
@ Pepe [#138]

Hallo Pepe,

Dir sind mit dem Scan der No. 70+71 meines Erachtens sehr gute Bilder geglückt dieser Wappeneinpressung. Es geht mir gleich wie 10 Parale, Deine Fragen beschäftigen mich "anhaltend" und lange, weil es gibt meines Erachtens ungeklärte Fragen dazu. Also der Reihe nach.

10 Parale schreibt (B. 140, 141), dass diese Wappeneinpressung das erste Wasserzeichen von Rumänien ist, auf der VULTURI-Ausgabe (der 11. Ausgabe von Rumänien, ohne Wasserzeichen 1885, mit WZ: 14.10.1889), soweit scheint alles klar.

Michel vergibt für die Ausgabe mit WZ. eine eigene Hauptnummer; ob das gerechtfertigt ist, darüber kann man geteilter Meinung sein. (Hinweis: Eine Rumänien Nr. 10 z.B. hat auch nur eine Hauptnummer, obwohl es die Marke im Handeinzeldruck und im Plattendruck gibt).

Im CMPR 74 von Dragomir/Surpateanu, meinem (für mich) wichtigsten Katalog für Rumänien, werden im Vorwort die Wasserzeichen "FILIGRANE" ausführlich erläutert (Seite 21-24, Fig. 4 - Fig. 22) und das FILIGRANUL nr. I "STEMA MICA" wird als erstes aufgeführt für die Ausgabe VULTURI vom 14.10.1889. Soweit, so gut. Aber die Abbildung dazu ist deutlich abweichend zum effektiven Wasserzeichen! Das ist doch sehr seltsam.



Ich habe ein paar (wenige!) Marken 70-75 und die haben alle eine Wasserzeichen, das der Abbildung im "Michel" viel mehr gleicht als dieser "Skizze" im CMPR. Dort läuft vor allem das Schriftband "NIHIL SINE DEO" unten in einen Spitz aus, was effektiv gar nicht stimmt! (siehe Abb. Beitrag 138+140). Ich kann mir das nicht erklären.

Zur Frage nach der Zähnung: Im CMPR werden auf Seite 19 die vorkommenden Zähnungen aufgelistet (14 verschiedene!), eine 13 1/4 kommt dabei nie vor, aber die 13 1/2 ist bei 8 dieser 14 Zähnungen enthalten. Ich denke, das ist einfach eine "Rundungsfrage". Sooo genau (u.a. auch mit elektronischen Hilfsmitteln) konnte/wollte man vor hundert Jahren noch nicht messen, und diese Zähnungsangaben wurden bereits im XIX. Jahrhundert gemacht. Ich denke, man sollte hier nicht von einem "Fehler bei Michel" sprechen.

Du siehst, lieber Pepe, auch die "kleinen Dinge" im Leben geben immer wieder genügend Diskussionsstoff (oder auch: keine Antworten). Danke auch Dir für die vielen bereichernden Fotos und Fragen zu unserem tollen Sammelgebiet!

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 07.04.2014 20:49:13 Gelesen: 55903# 151 @  
@ wahewa [#149]
@ Heinz7 [#148]

Das sind ja wunderschöne Marken und noch schönere Briefe, selten und rar. Ich bin begeistert. Bei dem Stempel auf der 30 Parale Marke (müsste ein Handeinzeldruck 10I sein) handelt es sich wohl um einen M3 Stempel von Jassy, den ich auch noch mal separat vorstellen will.

An die rote 80 Parale Marke habe ich mich noch gar nicht herangetraut. Sie ist wirklich einzigartig schön und zusammen mit den beiden roten Stempeln ist der Brief wohl einzigartig und, wie die Franzosen sagen, ein kleiner "trésor".

Da die beiden in [#148] und [#149] abgebildeten Briefe im Monat Mai abgeschlagen wurden, nenne ich sie einfach mal lapidar wunderschöne Mai-Briefe.

Wie versprochen stelle ich hier nun den Stempel M1 PIATRA MOLDOVA Fig. 281 vor. Ein Februar Brief amtlichen Charakters. Rückseitig befindet sich ein großes, mittig getrenntes Wachssiegel wo die Aufschrift PRINCIPALELE UNITE zu lesen und eine Krone zu sehen ist. Meiner Meinung nach wurde der Brief im Jahr 1865 verfasst, da diese Zahl im Innenteil abzulesen ist.

Der in seinem Inhalt vollständig lesbare Brief ging nach Jassy, rückseitiger Ankunftsstempel M2 von 26/2/1865 ?

Liebe Grüße

10Parale


 
Pepe Am: 08.04.2014 21:22:14 Gelesen: 55839# 152 @  
@ Heinz 7 [#150]

Das freut mich, wenn ich zwei Experten mit diesen Markenrückseiten so beschäftige. Nun hat mich diese Neugier sehr aufgewühlt und ich will nochmal dran rütteln.

Die erste Frage. Ist denn diese Wappeneinpressung überhaupt ein Wasserzeichen? Ich meine eher - nein. Es handelt sich doch um eine Art Prägedruck. Der Michel bildet alle Wasserzeichen von der Markenrückseite gesehen ab. Die Wappeneinpressung gilt nach Michel nicht als Wasserzeichen. Wurde sie nun vorderseitig abgebildet oder wie die Wasserzeichen von der Rückseite?

Der ostdeutsche Lipsiakatalog bildete 1973 die Wasserzeichen von der Vorderseite aus gesehen ab. Wurde die Wappeneinpressung ebenso gezeigt?



Hier Lipsia, unten spitz auslaufend ?, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.



Hier Michel 2003/2004, unten rund auslaufend, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.



Das Bogenwasserzeichen, Lipsia 1973, unten rund auslaufend, Schrift normal lesbar, Löwe unten links, Ochsenkopf oben rechts.

Die von mir gezeigten Marken zeigen beide die Einprägung spiegelverkehrt. Nach euren Skizzen Pseudo Filigran Poz. 2, Löwe unten rechts, Ochsenkopf oben links.

Bin gespannt, ob man hier noch mehr Erkenntnisse sammeln kann. Aufruf an alle Rumäniensammler, diese Prägung mal genauer unter die Lupe nehmen. Was heißt NIHIL SINE DEO?

Nette Grüße
Pepe
 
wajdz Am: 08.04.2014 22:43:33 Gelesen: 55824# 153 @  
NIHIL SINE DEO ist lateinisch und bedeutet NICHTS OHNE GOTT.

Ob der HERR angesichts der inzwischen so oft geänderten Grenzen noch immer den Durchblick hat, wem er da helfen soll? Das selbe Problem taucht ja auch bei der Beschriftung von Koppelschlössern auf, die zwar in verschiedenen Sprachen abgefasst sind, aber alle bedeuten: MIT GOTT.

MfG wajdz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2014 22:52:59 Gelesen: 55727# 154 @  
@ wahewa [#149]

Hallo Walter,

willkommen auf dieser Seite. Ich denke, Du bis die 15. Person, die etwas zu diesem Thema schreibt, das der Initiator, 10 Parale, vor einem Jahr eröffnet hat.

Du zeigst uns auf Anhieb ein sehr schönes Stück mit einem seltenen Stempel, bei K. Dragomir wird dieser weit hinten auch aufgeführt (Seite 278, fig. 1576; Stempelgruppe C 6). Dragomir bewertet den Stempel Recom. in gotischer Schrift immerhin mit "3R".

Ich hoffe, wir hören/sehen noch mehr von Dir!

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.04.2014 23:15:33 Gelesen: 55721# 155 @  
@ Pepe [#152]

Hallo Pepe,

Dein Beitrag hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin der Frage nachgegangen, wie denn dieses Wasserzeichen Fil. 1 (oder diese Wappeneinpressung*) genau aussieht.

* = Abkürzung hier: WaEinp

Mein vorläufiges Resultat (für mich erstaunlich!):

Die Skizze im CMPR scheint ungenau zu sein! Das Wasserzeichen (bzw. die WaEinp) auf diesen Marken sieht meines Wissens überall so aus, wie bei Michel gezeigt: Das Wappen ist also ziemlich "quadratisch" (in den Ausmassen Höhe x Breite) und das Schriftband unten ist rund/flach, aber nicht spitz zulaufend!

Ich habe Herrn Gertlieb Gmach, Bundesprüfer für Rumänien, dazu befragt, und es war auch für ihn eine neue Frage, die er sich noch nie gestellt hat. Nach einigen Konsultationen eigener Stücke kam er dann aber zum selben Schluss! Er meint, die Skizze im CMPR sei vermutlich nur "ungefähr" gewesen, und sie wollte wohl vor allem die Anordnung der WaEinp anzeigen (das in vier verschiedenen Stellungen vorkommt, siehe Beitrag [#141] und [#150]).

Ich muss sagen, ich wundere mich, dass CMPR eine solche Skizze zeigt, die so deutlich abweicht vom tatsächlichen Aussehen. Unzweifelhaft war das wahre Aussehen der WaEinp damals bekannt; warum also eine solche ungenaue Skizze angefertigt wird, kann ich schwer verstehen. Aber bis zum Vorliegen eines anderen Hinweises nehme ich nun an, dass es nur diese eine WaEinp (Aussehen gemäss "Michel") gibt. - Interessant wäre natürlich, zu hören, wie "Lipsia" dazu kam, AUCH eine WaEinp mit zulaufendem Spitz zu zeigen! Oder gibt es vielleicht zwei verschiedene WaEinp.? - Das wäre natürlich eine Erklärung!

Ich werde die Augen jedenfalls offen halten und informiere Euch, wenn ich neue Erkenntnisse habe! - Heinz
 
10Parale Am: 11.04.2014 21:18:37 Gelesen: 55671# 156 @  
@ Heinz 7 [#143]

Von den frühen M1 Stempeln, 17 an der Zahl (2 M1a = ohne MOLDOVA, und M1t), fehlen jetzt noch 5, die wir hier noch nicht gezeigt haben:

Fig. 282 ROMAN - MOLDOVA
FIG. 283 TEKUTSCH - MOLDOVA
FIG. 284 WASLUI - MOLDOVA
FIG. 286 BOTUSCHANI
FIG. 288 JASSY - M O L D O V A (grotesk)

Einen Brief kann ich nicht anbieten, ich reihe mich hier noch ein in die Schar der "Suchenden". Ich habe aber ein einzelnes rückseitig von Richter signiertes Briefstückchen mit der Michel Nr. 10, 30 Parale entdeckt, welches den Stempel Fig. 282 ROMAN - MOLDOVA aufweist.

Ja, sie existieren, diese Stempel, und am schönsten und wertvollsten sind sie wohl dann, wenn man sie auf einer der ersten Marken Michel Nr. 1 -4 der Ochsenköpfe präsentieren kann. Diese Stempel hatten sozusagen nicht nur das Glück, das Zeitalter der Einführung der Briefmarken in Rumänien zu begleiten, sondern auch mit zu gestalten.

Jetzt mache ich mich wieder auf die Suche und höre nicht auf, bevor ich wieder einen noch nicht gezeigten M1 gefunden habe.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 12.04.2014 12:10:41 Gelesen: 55632# 157 @  
@ 10Parale [#156]

Richtig! Fig. 271-181 haben wir alle auch "freistehend" auf Brief gezeigt, ich ergänze dies hiermit gerne noch um fig. 282 (ROMAN), den Du uns da auf Deiner Lieblingsmarke 10 zeigst.



Anbei auch ein netter Einschreibe-Brief von Roman nach Piatra, und da der Ankunftsstempel (fig. 281) rückseitig sogar noch schöner ist als der Abgangsstempel, habe ich diesen Brief aufgeklappt. Zusammen mit dem FRANCO-Stempel (fig. 319) und dem Reco-Stempel (total also vier!) für mich wirklich ein Stück, an dem ich grosse Freude habe.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 12.04.2014 12:40:25 Gelesen: 55629# 158 @  
@ 10Parale [#156]

Lieber 10 Parale,

schliessen wir die Lücken weiter: fig. 284 Waslui kann ich beisteuern mit diesem sehr schön geschriebenen vollständigen Brief ohne Marke von 1863 von Waslui nach Husi.

Abgangsadresse ist
"Principatile Unite
Protocriia Sectica a IIa
Vaslui"



Die Handschrift ist aussergewöhnlich schön, sodass dieser Brief vielleicht wörtlich übersetzt werden könnte von rumänisch sprechenden Personen. Ich kann das leider nicht.

Ein weiteres interessantes Kapitel sind die Stempeldefekte, die auch hier schön zu beobachten sind. In der ARGE Rumänien wurden die auch schon diskutiert, siehe auch erstes Handbuch Heimbüchler, u.a. Seite 40/41. Dort steht z.B. "Diese (...) Zahlen (...) sind wie die mechanischen Defekte des Stempels wertvolle Echtheitskennzeichen". Diese von Sammlern oft stiefmütterlich behandelten Dienstbriefe (ohne Marken) können für Studienzwecke also sehr hilfreich sein. Es lohnt sich also durchaus, einmal einen "Posten" solcher Briefe zu kaufen, so wie ich es getan habe. So hat mich dieser schöne Brief nur CHF 16 gekostet.

Ich darf das auch einmal erwähnen, da ich für andere Stücke manchmal auch viel Geld ausgegeben habe (ich will das nicht ausblenden). Aber "in der Mischung" stimmt es für mich.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 13.04.2014 19:26:49 Gelesen: 55544# 159 @  
@ Heinz 7 [#158]

Das sind ja wunderschöne Briefe, die Du hier auflistest. Gerne bin ich Dir (meine Frau spricht rumänisch) bei der Übersetzung des Inhaltes des Briefes aus [#158] behilflich, falls nötig. Das man die Echtheit eines Briefes, der Briefmarke etc. auch an Hand von Stempeldefekten prüfen kann, ist auch für mich eine wichtige Erkenntnis. Voraussetzung sind jedoch Fachliteratur und gute Vorlagen.

Du hast völlig Recht, die Nr. 10 ist meine Lieblingsmarke. Aus diesem Grund zeige ich hier noch eine dieser wunderschönen 30 Parale Marken, wobei ich überzeugt bin den Ansatz eines Stempels "WASLUI / MOLDAVA" zu erkennen. (WA - MOLDAVA - lila?)

Was die fehlenden Stempel der Reihe M1 betrifft, starte ich jetzt einen Aufruf an alle Rumänien Sammler, sich bald umzusehen, ob sie einen Stempel TEKUTSCH - MOLDOVA in Ihrer Sammlung aufbieten und hier abbilden können. Ich kann es leider nicht, bin aber ständig auf der Suche. Erst vor wenigen Wochen musste ich mich einem anderen Bieter geschlagen geben, der sich solch einen Stempel ersteigerte.

Liebe Grüße

10Parale


 

Das Thema hat 384 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4 5 6   7   8 9 10 11 12 13 14 15 16 oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht