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Thema: (?) (369)(377) Zensurpostbelege
Das Thema hat 384 Beiträge:
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Germaniafan Am: 02.11.2014 18:31:45 Gelesen: 79231# 360 @  
@ Latzi [#358]

Hallo Lars,

in die neutrale Schweiz war diese Ansichtskarte erlaubt.

Ich habe schon einige Ansichtskarten gesehen die teilweise sogar unzensiert während des Ersten Weltkriegs in die Schweiz geschickt wurden.

Beispiel http://www.inflaseiten.de/belege/zeigen/3524

Schöne Grüße
Guido
 
Latzi Am: 02.11.2014 22:23:23 Gelesen: 79199# 361 @  
@ Germaniafan [#360]

Ich klugscheißere jetzt mal: Deine verlinkte Romantikkarte dürfte den Feind eher verwirren als Informationen geben. Allerdings ist die Ansicht von Pforzheim für den nächsten französischen Angriff auch keine Hilfe.

Gruß
Lars
 
wuerttemberger Am: 03.11.2014 20:25:13 Gelesen: 79127# 362 @  
@ Germaniafan [#360]

Zu diesem Zeitpunkt war die Zensur noch gar nicht in der Lage die komplette Post zu zensieren. Unzensierte Beleg au den Jahren 1914 und 1915 kann man immer wieder finden und das ist auch nichts Besonderes. Allmählich wurde die Postüberwachung auf sämtliche Auslandssendungen ausgedehnt. Auch die inhaltliche Prüfung wurde immer kleinlicher. 1918 waren dann auch Ansichtskarten mit unverfänglichen Motiven nicht mehr zugelassen. Sie folgende Beispiele:


 
volkimal Am: 23.11.2014 15:06:08 Gelesen: 77797# 363 @  
Hallo zusammen,

diesen Brief habe ich vorhin bekommen:



Ich gehe davon aus, dass es sich beim Stempel rechts um eine Zensur handelt, denn der Brief von Mann [#352] trägt einen ähnlichen Stempel.

Viele Grüße
Volkmar
 
saintex Am: 23.11.2014 18:38:47 Gelesen: 77740# 364 @  
@ volkimal [#363]

Hallo Volkmar,

bei dem runden Stempel rechts handelt es sich um einen in Athen angebrachten Stempel der griechischen Devisenüberwachung. In sich verschlungen enthält der Stempel die drei Buchstaben des griechischen Alphabets Y.E.Σ. was für ΥΠΗΡΕΣΙΑ ΕΘΝΙΚΟΥ ΣΥΝΑΛΛΑΓΜΑΤΟΣ (= National Exchange Service) steht [1].

saintex

[1] Ulysses Bellas, Exchange Control in Greece and its repercussions on philately, HPSGB Publication No. 2, Grossbritannien 1976 Seite 5
 
volkimal Am: 23.11.2014 18:51:35 Gelesen: 77731# 365 @  
@ saintex [#364]

Hallo saintex,

danke für die Erklärungen.

Volkmar
 
wajdz Am: 12.12.2014 22:43:35 Gelesen: 76042# 366 @  
Postkarte im Fernverkehr (12) von Magdeburg -sowj. Zone- nach 20b Lebenstedt/Braunschweig -Bizone-.

Einzelfrankatur MiNr 920 (12) TSt (19b) MAGDEBURG cc 04.3.47 Zensurstempel MILITARY CENSORSHIP CIVIL MAILS 16174



MfG wajdz
 
Saguarojo Am: 25.07.2015 14:24:01 Gelesen: 57899# 367 @  
Hier mal ein seltenes Stück:

Zensierter Einschreibebrief von Mexico City nach New York vom 9.10.1918.

Breiter Zensurverschlussstreifen aus Papier mit Zweikreisstempel in lila mit der Zuweisungsnummer 303 der Censorship-Stelle in New York City auf der Briefrückseite.

Die beiden gleichen Sunburst sind vom Typ wie die der ersten Ausgabe, hier aber in rot. Diese roten Sunburst wurden nur im Oktober und November 1918 ausschließlich in Mexico City benutzt. Das macht diesen Brief so selten.



Viele Grüße
Joachim

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Mexiko: Sunburst Einschreibesiegel"]
 
cilderich Am: 02.01.2016 17:10:57 Gelesen: 41542# 368 @  
Hallo,

hier etwas interessantes, das sich erst auf den 2. Blick offenbart. Ein Brief von 7.5.1945 ! aus Dänemark nach Schweden. Ohne JEDE ZENSUR! Deutsche Zensur aus Dänemark liegt mit vom April 45 und dann wieder ab Juli 45 vor, da gibt es aber auch einiges dazwischen lt. Literatur (Ende 4/45, Mitte 6/45). Dieser Brief ging aber 3 Tage nach der deutschen Kapitulation für Dänemark nach Schweden ab.

Ich fand diesen Brief in Schweden und er enthielt auch Inhalt und zwar vom 7.5. und 10.4.45, also ist er wohl angekommen. Somit die Frage; Wer kann mir die späteste dt Zensur nach Schweden aus Dk zeigen, und wer kann nachweisen wie lange offensichtlich Post OHNE Zensur von DK nach S möglich war, bis sie wieder einsetzte. Und, um es zu betonen, die Post lief zwischen DK und S trotz Ende der "offiziellen Strukturen" weiter!

Um Angebot ähnlicher Belege, oder deren Kopien, per entsprechendem Ersatz, wird nachhaltig gebeten.

Beste Grüße und fnJ cilderich


 
fogerty Am: 04.02.2016 17:07:21 Gelesen: 37214# 369 @  


Pakistan 1965, wer kann mir etwas über diesen Zensurstempel sagen? Ok, es gab in jener Zeit wieder mal Krieg zwischen Pakistan und Indien, aber auf einer Ansichtskarte nach Italien, etwas seltsam!
 
eifelsammler Am: 08.02.2016 15:49:46 Gelesen: 36512# 370 @  
Hallo!

Ich glaube, dass ich mit meinem Beitrag das Thema leicht verfehle, aber ich habe keine andere USA-Rubrik gefunden, bei der er passt!? Finde die Postkarte zu Zeigen einfach schön!

Eine Karte aus Honolulu vom 20.07.1915 mit Zensurstempel der Zensurstelle in Emmerich.



Gruß

Carsten
 
Cantus Am: 08.02.2016 16:16:01 Gelesen: 36508# 371 @  
@ eifelsammler [#370]

Hallo Carsten,

das ist keine Ganzsache, denn die Frankatur ist aufgeklebt und nicht aufgedruckt.

Viele Grüße
Ingo

[Beiträge [#370] und [#371] redaktionell verschoben aus dem Thema "USA Ganzsachen Postkarten"]
 
cilderich Am: 15.03.2016 15:37:14 Gelesen: 30859# 372 @  
@ cilderich [#368]

Hallo, hier mal die Übersetzung des Inhalts. Selbige stammt von einem zertifizierten Sachverständigen, und ich denke, sowohl das Thema Zensur, wie auch frühe dänisch Nachkriegszeit sind perfekt abgebildet.

beste grüße cilderich

Vejen, den 7. Mai 45

Meine drei Lieben!
Hurra, hurra! Das müssen wir doch sagen. Im Übrigen vielen Dank für Euren Brief. Es ist so schön zu hören, dass es Euch allen drei gut geht. Ich denke, auch Ihr freut Euch für Dänemark. Wir konnten es ja kaum fassen, als die Nachricht plötzlich im Radio kam. Wir klatschten mit den Händen und es erklang „König Christian“, und sofort sprangen wir auf, standen stramm. Wir hörten gestern den Dankgottesdienst von Fuglsang Damgaard, der sowohl ergreifend als auch zum Nachdenken mahnend war. Wie sprach er doch gut über den König. Ihr habt ihn vielleicht auch gehört?? Jetzt kommen die Freiheitskämpfer heraus.
Wir kennen einige der aktivsten hier in Vejen. Wir freuen uns über den Mut dieser Männer und staunen über ihre Todesverachtung. Es gibt noch Kämpfer in Dänemark. Nun patrouillieren sie hier in Vejen, und am Samstag haben sie 23 Spitzel und Kollaborateure festgenommen. Ein Spitzel, der den Oberarzt in Brørup verraten hatte, der übrigens nach Schweden entkam, hatte 11.000 Kronen bei sich, richtiges Judasgeld. Jetzt sind wir ja sehr gespannt auf die Ankunft der Engländer,

[Seite 2]
es sind ja so viele Gerüchte im Umlauf. Wir hatten ja schon lange Gesichter gemacht, als es hieß, dass sie überhaupt nicht nach Vejen kommen würden, sondern dass die Deutschen zur Grenze marschieren sollten, um dort entwaffnet zu werden. Jetzt haben wir gerade erfahren, dass die Engländer heute Nachmittag kommen. Es ist schon merkwürdig, nun bin ich am 9. April 40 hier gewesen und jetzt wieder, da sie herausgeworfen werden, die Deutschen, 45. Heute haben wir gerade erfahren, dass Norwegen auch frei ist. Sie haben es bestimmt schwer gehabt, sehr viel schlimmer als bei uns, hier hat ja niemand gehungert, aber das Land ist ja von Waren ausgeplündert. Aber gut, dass wir unsere Landwirtschaft einigermaßen in Ordnung haben, den Feldern fehlt ja Dünger, aber die Tierbestände sind ja fast gleich groß, wenn auch der Futterzustand etwas schlechter ist. Danke für Deinen Brief, kleine Marianne, den ich heute von Dir bekommen habe. Es ist so lustig, einen kleinen Brief von Dir zu bekommen. Ja, es ist interessant, Blumen zu bestimmen, das habe ich auch gemacht. Übrigens ist Dein Brief der erste, den wir bekommen, der nicht durch die Zensur gegangen ist. Es ist schön zu hören, dass Ihr so viele gute Verbindungen habt. Zu wie vielen Essen Ihr eingeladen worden seit. So, Niels Hansen ist neulich 60 Jahre alt geworden, dann ist er ja noch lange arbeitsfähig. Er denkt doch sicher noch nicht daran, schon aufzuhören?
Im Voraus möchte ich mich gerne für das Paket bedanken, dass ja jetzt bald auf den Weg gebracht werden kann. Ihr könnte Euch nicht denken, wie spannend es ist, die Pakete von Euch zu öffnen. Ich saß wie auf Nadeln, als Ninna das eine nach dem anderen auspackte.

[Seite 3]
Ja, es gibt vieles, für das wir Euch zu danken haben, nicht zuletzt dafür, dass ihr Jens und Erik so freundlich aufgenommen habt. Das hat mich sehr gefreut. Eriks Eltern sind ja aus Stautrup zu mir gekommen und haben mich gefragt, ob ich Euch über den jungen Mann Bescheid geben würde. Ich war ja nicht so erpicht darauf, denn wenn das Pack Wind von so etwas bekommt, ist man ja erledigt, noch dazu wo direkt gegenüber von meiner Wohnung in Viby eine Denunziantin wohnt, aber jetzt ist sie glücklicherweise verhaftet worden. Dr. Laurens musste ja auch in den Untergrund gehen, aber glücklicherweise nicht so lange, Sie sind gestern Abend nach Hause gekommen. Bruno und Ninna haben sie besucht, und es wurde sicher ordentlich auf den den Frieden getrunken. Heute habe ich auch an Bine aus Anlass des 9. geschrieben. Es ist ja keine einfache Sache, aus diesem Anlass an Bine zu schreiben. Ich ließ sie wissen, dass wir in der Freudentaumel, in dem wir uns befinden, an Kristian denken müssen, der sich gefreut hätte, wie alle anderen guten Dänen.
Ich habe vor kurzem auch einen Brief von Inger und Bine erhalten. Inger schreibt ungewöhnlich schön. Ich hatte ihr ein kleines Paket geschickt, um sie etwas aufzumuntern. Aber hier gibt es ja fast nichts zu kaufen, sie ist jedoch sehr dankbar gewesen.
Ich meine, sie hat eine solch traurige Kindheit, sie ist ja ansonsten so aufgeweckt und lebhaft. Bruno und Nia er sind sehr gut zu ihr und es ist ein Festtag, wenn sie nach Slet soll.
Ich hoffe, dass es Euch gut geht. Hiermit schicke ich Euch viele herzliche Grüße
Euer Vater und Großvater
[Marginalie links]
Niels hat heute auch einen Brief von Dir bekommen, kleine Marianne. Niels hat zum 1. Mai das Amt des Futtermeisters übernommen, was für sein Alter eine reife Leistung ist.


[Seite 4]
Taborgaard, den 7.5.45 in einem freien Land

Meine drei Lieben!
Zuerst vielen herzlichen Dank für den letzten Brief und all die guten Sachen, die wir von Euch bekommen haben, das können wir sehr gut gebrauchen. Wir haben ja auch etwas Kaffee bekommen, den hatte ich aufgehoben, bis wir Frieden haben würden. Ja, wir haben den ganzen Tag lang richtigen Kaffee getrunken. Aber Ihr solltet wissen, ich finde kaum Worte dafür, wie erleichtert wir sind, dass wir nun von dem befreit sind, was immer über uns schwebte und von der Unsicherheit, denn man konnte ja nie sicher sein, das ist etwas, was an den Nerven zehrt. Aber jetzt sind wir so froh, so froh, und zu sehen wie unsere eigenen jungen, frischen Männer die Straße auf und ab gehen mit rot-weiß-blauer Binde am Arm, und dann hättet Ihr die Dannebrogflaggen sehen sollen, noch nie habe ich so etwas gesehen, alle Fenster, alle Fahnenmasten und am Tag alle Kinder mit einer Fahne in der Hand und andere im Knopfloch, überall wurde gefeiert, und alle die glücklichen Menschen zu sehen und überall hieß es Glückwunsch, Glückwunsch! Nun hoffe ich, dass wir uns bald wiedersehen. Es war schön heute zu erfahren, dass auch Norwegen wieder frei ist.

[Marginalie links]

Viele herzliche Grüße von uns allen hier!
Marianne, viel Glück mit Deinen Blumen.

[Seite 5]

Vejen, den 10.4.45

Meine drei Lieben!
Danke für Euren Brief, den wir gestern erhalten haben. Er war also sehr lange unterwegs.
Ansonsten freut es mich, dass Ihr alle gut auf seit, Du bist also auch wieder in Ordnung, Martin? Nun hoffe ich auch, dass Ihr meinen Brief bekommen habt, in dem ich über das Fest anläßlich der Konfirmation von Niels berichtet hatte. Fast wären wir nicht dorthin gekommen, im letzten Augenblick haben wir jedoch ein Auto bekommen. Ich hatte ja die Absicht, wieder mit nach Hause zu kommen. Ich meinte, die Verhältnisse seien so unruhig, dass ich am liebsten zu Hause sein wollte, aber damit waren sie hier unten nicht einverstanden. Nachdem ich einige Tage hier gewesen war, musste ich Nina darum bitten, meine alte Kleidung und meine Unterwäsche, Holzschuhe u. s. w. zu schicken, so dass ich jetzt noch etwas bleibe. Es ist ja so schön hier zu sein, die Kinder zu sehen, ein wenig mit ihnen zu lesen, ein wenig mit ihnen zu raufen und dann zu lesen und umher zu gehen und sich die Felder und die Tiere anzusehen, so dass die Zeit fast nicht ausreicht. Hier wartet ja auch hin und wieder ein Kartenspiel auf mich, und dann wartet man ja ständig auf Neuigkeiten, die vielleicht bald kommen.

[Marginalie links ]

Es ist schön, dass sich Vater so wohl fühlt, und wenn die Holzschuhe da sind, kann Vater ja auch etwas umhergehen. Samstagnachmittag war ich bei einer schwedischen Dame, der Frau des Realschulrektors, mit dem Ebba in einer Klasse war. Ich sollte mitkommen und sie besuchen. Sie waren sehr liebenswürdig und nett. Ich habe viele Bilder von Lund, wo die Dame herkommt, und ansonsten von Schweden gesehen. Jetzt fehlt uns nur noch eine Runde Kaffegäste, viele herzliche Grüße von uns allen
Karen und Andrea, schreibt bald wieder

[ Seite 6]
Vor einigen Tagen haben wir einen Schreck bekommen. Mittags fühlte sich Niels ziemlich plötzlich schlecht, hatte Kopfschmerzen, Schmerzen in den Knien und fror, obwohl das Wetter sehr mild war. Er legte sich ins Bett und die Temperatur war 39,4, aber um 5 Uhr war sie 40. Es dauerte daher nicht lange, bis der Arzt kam und gleich erkannte, dass es die Grippe war. Er sagte aber auch, dass sie ebenso schnell wie sie gekommen war wieder verschwinden könne, was glücklicherweise auch zutreffen sollte.
Am Tag danach war die Temp. erheblich gesunken und am nächsten Tag wieder, da war sie 36,8 und Niels hatte einen Wolfshunger, so dass die Sache kaum besser hätte verlaufen können. Gestern lag einer der Knechte im Bett, ist heute aber wieder auf und es geht ihm gut. Es sind ja so viele Fremde da, so dass wir ein wenig Angst vor Ansteckung hatten.
Im Übrigen geht es uns abgesehen von dem Erwähnten ausgezeichnet. Karen hat noch kein Hausmädchen für Mai. Eines ihrer alten Hausmädchen hatte sich gemeldet und war eingestellt worden. Rief aber einige Tage später an und sagte, dass ihr Verlobter gesagt habe, dass sie diesen Sommer keine Stellung annehmen solle, da sie zuerst ins Torfmoor solle und danach würden sie wohl heiraten. Da war Karen sehr betrübt und hat bisher auch noch keines bekommen. Ja Eure Tomaten sind dieses Jahr sehr spät dran, aber das liebt wohl am fehlenden Brennholz? Aber da ist es doch gut, dass Ihr anderes verkaufen könnt.
Jetzt gehen die Kinder wieder in irgendwelchen Räumlichkeiten im Ort zur Schule.
Sie bekommen keinen so soliden Unterricht wie Du, kleine Marianne, aber wenn der Krieg vorbei ist, werden sie ordentlich pauken müssen, um das Versäumte aufzuholen.
Hoffend, dass es Euch auch weiterhin gut geht, sende ich hiermit viele herzliche Grüße von
Euer Vater und Großvater

[Marginalie links, nach außen gewendet]

Meine drei Lieben!
Ich möchte gerade noch einen Gruß mit hinüber senden, denn es ist doch gut, über alles zu schreiben. Gerade hat sich ein Hausmädchen beworben, ich möchte es mir aber noch ein wenig überlegen. Ich möchte gerne ein gutes haben, was aber nicht so einfach ist. Gestern hatte ich eine Riesenwäsche, heute wird sie trocknen, es ist strahlender Sonnenschein.

[Marginalie oben]

Ich hätte am liebsten eine elektrische Waschmaschine. Habe auch letzten Sommer eine bestellt, die aber noch nicht gekommen ist. Ansonsten gibt es noch eine Wäscherei in Oskov, was mir aber nicht so recht ist. Thea, Du schreibst über Sommersachen, aber wir können fast nichts mehr annehmen, aber hier bekommen wir nichts und es ist ja schwierig für Birte, die aus allem herausgewachsen ist

[Marginalie links, nach innen gewendet ]

habe gerade einen Rock von Ninios bekommen, schwarz und weiß gewürfelt. Sie hat ihn nach Mutters Tod bekommen, er wurde dann umgearbeitet und steht ihr gut, und es hat sie gefreut, sie ist so dankbar.

[Briefumschlag Vorderseite]

Fräulein Marianne Andersson
Kvissle [unleserlich] Bjärshög Sk.
Schweden

[Briefumschlag Rückseite]

Abs.
Tihlkjær Vejen Dänemark

 
cilderich Am: 03.04.2016 18:32:21 Gelesen: 28394# 373 @  
@ cilderich [#372]

Hallo,

noch eine Zusatzinfo, die ich zwischenzeitig von K. Rasmussen vom dänischen Philatelistenverband erhielt:

Aus: Censuren I Danmark 1940-1947, von Anker Bloch Rudbeck und Otto Kjaergaard, 2004

Keine Zensur: 27.04.1945 (also noch unter deutscher Besatzung) - 12.05.1945 (also für 1 Woche nach der deutschen Kapitulation in Dänemark)

Med venlig hilsen / Mit freundlichen Grüßen
 
Reinhard48 Am: 23.04.2016 20:27:05 Gelesen: 25452# 374 @  
Zensurbrief Frankreich in die Schweiz

Hallo Zensurspezialisten,

anbei ein Brief von Frankreich in die Schweiz zum Roten Kreuz mit deutscher Zensur. Ich habe bei Riemer und Landsmann nachgesehen, keiner hat den Handprüfstempel im Katalog. Kann mir jemand über den Stempel Auskunft geben?

Liebe Grüße
Reinhard


 
hajo22 Am: 24.04.2016 19:34:13 Gelesen: 25380# 375 @  
Wenn das unten ein "l" ist, dann ist es die Prüfstelle Lyon.

BG, hajo22
 
cilderich Am: 25.04.2016 18:17:35 Gelesen: 25341# 376 @  
@ Reinhard48 [#374]

Hallo,

das ist bei Horst Landsmann genauso gelistet wie bei Riemer. Es handelt sich um einen recht "breit" abgeschlagenen LP1.1, resp. 2 (Landsmann/Riemer). Es ist auch vermerkt, dass dieser Stempel zunehmend abnutzte. LP1.1 statt LP1.2 deshalb, da der linke Flügel klar auf r und nicht auf o des "Oberkommandos" weist. Der Verschlußstreifen ist LV1.1, den es auch ohne Kennbuchstaben gibt. Die Lyoner Zensuren sind generell zumindest "spannend" und man darf auf jeden Fall zu dem Stück gratulieren.

cilderich
 
focus Am: 15.05.2016 13:25:45 Gelesen: 22684# 377 @  
Hallo,

Feiertage sind immer gut fürs Hobby. :)

Hoffe, dass dieser Beitrag noch aktuell ist und ich keinen neuen aufmachen brauche.

Ich habe diesen Zensurbeleg beim Stöbern gefunden und bin über die Menge der "Vermerke" erstaunt. Es ist zwar nicht mein Sammelgebiet, aber es wäre sehr interessant etwas darüber zu erfahren.

Wer kann helfen?

LG
Marcus


 
Altmerker Am: 29.06.2016 19:33:30 Gelesen: 15742# 378 @  


Ich rufe auch nach Hilfe. Die "Eilige Presssendung" ging von Den Haag nach Breslau. 8.2. Abgang, 14.2. 1942 ein Ankunftsstempel darunter? Habe ich so noch nicht gesehen. Die Rückseite ist bis auf den Absender sauber.

Gruß
Uwe
 
Fips002 Am: 05.07.2016 20:02:51 Gelesen: 14896# 379 @  
Von mir ein Brief vom Konsulat der Schweiz in Philadelphia/USA vom 24.September 1941 nach Wald, Konton Zürich. Unter der Postzensur des Auslandsbriefverkehrs zwischen USA und Schweiz fiel auch dieser Brief.

Die Auslandsprüfstelle Frankfurt/Main war zur Postüberwachung von und nach der Schweiz, Lichtenstein, Flugpost Süd- und Nordamerika, Seepost Nordamerika über Italien, Luftpost Dänemark/Norwegen nach der USA, sowie der Schweizer Transitpost eingesetzt.

Der Kreisstempel mit Kennzeichnung "Ae", wie auf diesem Brief, wurde ab 1941 nur in rot, rotviolett verwendet. Es ist ein Handdurchlaufstempel. Verwendet wurde dieser Stempel von August 1940 bis April 1944, zum Teil zur Unterscheidung mit Einkerbungen des Randes. Die Rechteckstempel auf der Rückseite des Briefes mit Nummer 345 und 374 sind Prüferstempel von den Prüfern in der Auslandsprüfstelle Frankfurt, die die Briefe lesen und auswerten.



Gruß Dieter
 
Fips002 Am: 05.07.2016 20:57:17 Gelesen: 14877# 380 @  
@ focus [#377]

Hallo Marcus,

die Prüferstempel auf dem Brief sind charakteristisch für die Auslandsprüfstelle München. Der Maschinenprüfstempel in grün links ist der Normstempel "OKW GEÖFFNET" mit Kennbuchstaben "d". Benutzt wurde dieser Stempel von September 1941 bis Oktober 1944. Von 1941 bis 1944 ist als Kennzeichen einer speziellen Prüfung auf der Vorderseite ein 6-stelliger Numeratorabschlag in grüner Farbe. Bei dieser Prüfstelle kommen eine Vielzahl von Stempelsbschlägen vor, vermutlich auf die Postvorsordierung (Geschäfts- und Privatpost).

Die Arbeitsgruppen waren von Postbeamten, nicht von Prüfern besetzt.
Es sind Kreisstempel 10 mm Durchmesser und Rechteckstempel 10 x 7 mm mit 1- oder 2-stelligen Zahlen. Diese Stempel immer in blauer Farbe in der rechten unteren Ecke.

Gruß Dieter
 
cilderich Am: 09.07.2016 19:08:22 Gelesen: 14314# 381 @  
@ Altmerker [#378]

Hallo,

also die Zensurvermerke sind typische Exemplare der Kölner Zensur, die für die Niederlande zuständig war. Es handelt sich um Prüferstempel und einen sog. Durchgangsstempel (A.c:).

Der speziell angesprochene Stempel ist ein Eingangsstempel der Zeitung. Viele Firmen hatten so etwas für Ihre Post zu jener Zeit. Es handelt sich um Stempel, die an Poststempel angelehnt waren, aber eben selbst keine solchen, daher z.B. der eigene Stil und keine Ortsangabe.

Beste Grüße cilderich
 
Altmerker Am: 10.07.2016 20:13:53 Gelesen: 14120# 382 @  
@ cilderich [#381]

Hallo,

besten Dank fürs Weiterhelfen!

Viele Grüße
Uwe
 
erlkönig Am: 12.08.2016 17:38:34 Gelesen: 10184# 383 @  
Hallo,

kann mir jemand weiterhelfen? Ich habe einen Brief gefunden über dessen, offensichtlichen, Zensurstempel ich im Netz keine hinreichende Antwort finde. Er sieht aus wie die sg Durchgangsstempel Deutschlands im 2. WK, aber NC finde ich nirgends bei Landsmann (den habe ich). Ich habe einige wenige Angebote zB bei ebay zu weiteren Stempeln gesehen, aber Erklärungen zum Wo, von Wem und Was: Da gab es nichts. Ich zeige ein Bild.

Servus Peter


 
DERMZ Am: 12.11.2016 16:34:00 Gelesen: 2277# 384 @  
Guten Samstag Nachmittag,

mir ist die Tage eine "Belegeleiche" ins Haus geflattert, die eigentlich nicht Sammelwürdig ist, aber doch will ich sie zeigen. Es geht um einen Brieffetzen aus dem Jahr 1917, der erste Weltkrieg war noch nicht entschieden.

Ein unbekannter Absender saß an der albanischen Küste und schrieb einen Brief in die Schweiz. Dieses ist nicht ganz richtig, denn nachdem der Ort Saranda im ersten Balkankrieg 1912 von griechischen Truppen besetzt war (Nord-Epirus), wurde dieser auf diplomatischen Druck 1914 wieder mit Albanien vereint. Während des ersten Weltkriegs diente der kleine Ort von 1916 bis 1919 den italienischen Truppen als Militärhafen und wurde "Santi Quaranta" genannt. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurde der Ort "Pirro" und auch "Zogaj" genannt, ehe die italienischen Truppen den Ort 1939 erneut bestzten, dieses Mal wurde er Porto Edda genannt ( nach der Tochter von Mussolino).



Abgestempelt wurde der Beleg am 26. März 1917, frankiert mit 25 Cent.



Danach wurde der Brief nach Vlora (italienisch Valona) weitergeleitet und dort der Zensurbehörde übergeben. Dieses belegt ein großer Zensurstempel:



Letzendlich ist er dann am 18. April in Lausanne am Bahnhof eingetrudelt, wie ein schwacher Stempel auf der Rückseite belegt. Am nächsten Morgen war der Brief wieder bei der "Expedition", um dann, da der Adressat inzwischen "umgezogen" war, erneut zugestellt zu werden. Auch hier wieder ein schwacher Stempel.





Schade, daß es nur ein Fetzen ist - Schön, daß auch ein Fetzen eine kleine Geschichte erzählen kann.

Viele Grüße zum Wochenende

Olaf
 

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